Samstag, 5. Juni 2010

WENN STERNENZAUBER EINE REISE TUT …

… dann gibt’s viel zu erzählen. Jawoll!

„Komm, wir packen jetzt die Koffer und gehen einfach mal los. Lassen uns treiben und landen irgendwo. Bist Du dabei?“. Das war die Ansprache meines Herzallerliebsten gestern Morgen früh.
Ich, als Frau, hatte dazu natürlich ladylike ganz viel zu sagen. Und zu fragen. Ich war aber so freudig überrascht, dass ich mich beschränkte auf: Gesagt habe ich: „JA!“ und gefragt „JETZT GLEICH?“.
Eine halbe Stunde später waren wir auf dem Weg nach Zürich, an den Flughafen. Er mit einem kleinen Koffer (Unterhose, Socke, Shirt, Sackmesser), ich mit einem grossen Koffer (alles, was eine Lady für 4 Tage so braucht – plus noch alles, was sie eventuell gebrauchen könnte – plus noch alles was bei einem eventuellen neuerlichen Wintereinbruch benötigt werden könnte - plus noch alles, was man brauchen könnte, stürzt der Flieger z.B. im Dschungel ab).

Bonusmeilen aus Zeiten der Fernbeziehung machen solch Spontan-Spinnereien auch finanziell tragbar. Schätzu und ich haben ergo kurzerhand beschlossen, dass unsere Batterien leer seien, dafür die Nase vom Alltag voll, dass wir unendlich Ruhe brauchen und endlich nur Zeit für uns.
Und los!


So haben wir uns denn bereits im Zug das lauschigste Plätzchen ausgesucht, einen Latte und ein Croissant geordert, uns selig angelächelt und diesen noch jungen Tag für gut, sogar sehr gut befunden. Schwelgten geradezu in romantischsten Aussichten, Träumen, als … nicht 1 Klasse, nicht 2 Klassen, nicht 3 Klassen – nein! – eine ganze Schulen sämtliche Plätze, die Luft, den Raum und vor allem die göttliche Ruhe um uns herum kurzerhand annektierten.
Maibummel nennt man diesen Massenauflauf ob solchen Anlässen minder begeisterter Jungmenschen .
Ein teenagermässiger Hor(ror)monschock schwängerte augenblicklich die bis zu diesem Momente jungfräulich-heitere Stimmung von Katerli und mir.


Es lag was in der Luft – sozusagen. Aber vielleicht war es auch nur wegen der Schuhe, welche um uns herum ausgezogen wurden, damit die Füsse guten Gewissens auf den Sitzen in Ruhestellung gebracht werden konnten.
Immerhin, ein gewisser Anstand ist zu vermelden.

Ich mag Kinder – sehr. In jeder Altersstufe. Auch dann noch, wenn sie gross und schon längst
Männer sind. Aber wenn sie so unerwartet und in einem lauschen Momente über einen herein brechen, dann wünscht man sich irgendwie und aus tiefstem Herzen, dass diese 13/14jährigen menschlichen Newcomer einen eingebauten ON/OF-Schalter hätten.
Sie hatten es nicht. Und ihre mitgebrachten Handys auch nicht.
Mir ist schleierhaft, wie sich 8 angehende Jungmänner bei 8 vor sich hin dröhnenden Handys noch unterhalten können. Wobei … das erklärt dann vielleicht auch die Lautstärke, mit der sich unterhalten wird.

Unsere sich an diesem Morgen im Anfangsstadium befindliche Romantik mit Aussicht auf Zugewinn hatte ergo einen üblen Dämpfer erlitten. Das Unternehmen „sich sehnen nach gemeinsamer Einsamkeit“ musste temporär verschoben werden. Auf jeden Fall bis zum Flughafen.
Und so fügten wir uns ins Unvermeidliche – beziehungsweise wurden gefügt – hatten intensiv Anteil am fröhlichen Pubertieren.
Wir mutieren sozusagen zu Co-Pubertierenden. Ihr versteht?

Die bereits mal erwähnten 8 Jungs in unserem Rücken waren in den verschiedenen Stadien des Stimmbruchs befindlich. Warum man gerade in dieser Lebensphase besonders laut sein muss, wird mir für immer verschlossen bleiben.
Der eine angehende Kerl sagte alle ca. 3 Minuten „oh mein Gott!“. Die Silbe „oh“ sagte er noch als Tenor – während „mein“ bereits arg Richtung Bass tendierte um bei „Gott“ im Bariton zu landen. Aufgefallen ist uns, dass er immer nach „Pokémon – aber die japanische Version“ verlangte, während sein Banknachbar tamilischen Pop bevorzugte. Dazu die Mischung aus „Hey, das geht ab, wir feiern die Meisterschaft“ zusammen mit „Schalalalala schalalalalala, schalalalalalalalala!“ ergab ein gewagtes Potpourri, dass selbst Müttern wie mir – mit Hornhaut an den Ohren – die Nackenhäärchen stellte.
Katerli fauchte zunehmend. Es ging aber im Gegröle unter. Armes Katerli!

Verzückt war die Truppe ob den neu runtergeladenen Klingelton „Rasierapparat“. Das ging aber ab – die minder-beflaumten Jünglinge hielten sich ihr I-Phone imaginär rasierend an die inexistenten Bartstoppeln und träumten im Kollektiv von Zeiten, die da bald sind.

Wir Beiden – Katerli und ich – träumten übrigens auch.
Von Zeiten, die da bald sind.
Von Ruhe und Romantik.


HEY – DAS GEHT AB!

Kommentare:

Paderkroete hat gesagt…

herrlich:-)))) einen entspannten Kurztripp mit gaaaaaaaaaaanz viel romantik wünscht Euch von Herzen
die
grinsende
Martina Paderkroete:-)))

Heidegeist hat gesagt…

Ums mal in der Jugendsprache zu sagen. Cool, eine geile Story. Ich liebe es, wie du schreibst. LG Inge

Rosine hat gesagt…

Hab ich dir schon gesagt, dass ich deine Geschichten gerne lese, aber man muß sich auch ganz schön konzentrieren.
Hab einen schönen Sonntag!
Liebe Grüße
Rosine

Sternenzaubers Geschichtenhimmel hat gesagt…

Liebe Martina
Danke sehr! Und schön, dass es Dir gefällt.
Es grüsst Dich mit ganz doll viel Herzlichkeit und voll romantisch
die ebenfalls grinsende
Sternenzauber

Liebe Inge
Gimme five! Abklatschen und gut is :-).
Ich mag auch, was und wie Du schreibst.
Herzlichst und ganz doll viele liebe Grüsse mit Lächeln spezial
Franziska Sternenzauber

Liebe Rosine
Danke - und ich freu mich, dass ich bei Dir ab und an zu Gast sein darf. Das mit dem sich konzentrieren müssen - habe ich schon einige male gesagt bekommen.
Ich bin gerne lang und ausführlich in meinem Geschreibsel ... ich weiss. Find kaum einen Punkt und könnte immer mehr, immer weiter.
Ich hoffe, Du verzeihst mir. :-) Und bist trotzdem gerne bei mir. Bis bald!
Von ganzem Herzen liebe Grüessli
Franziska Sternenzauber

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