Donnerstag, 31. März 2011

ICH MÖCHTE NICHT DARÜBER REDEN

Nein, unter keinen Umständen.
Deshalb brauchte ich gestern auch dringend eine Verschnaufpause. Auszeit.
Sozusagen Welpenschutz für gestrandete Hockeyfans. Keine persönliche Ansprache wollte ich. Und von allem anderen auch nicht.

Die Spieler und ich müssen die Niederlage erst verdauen ...

Mir ist eigentlich nur nach Decke über den Kopf. Punkt. Nicht mal Hunger habe ich! Und die Frisur ist mir schnurz-piep-egal!
Über den Ausgang des Hockeymatches möchte ich keine Worte verlieren. Aber ich verspreche ... ich bluffe im Vorfeld nie nie mehr. Ich werde all die grossen, lobpreisenden Worte runterschlucken.
Nie mehr gebe ich eine Prognose ab.

Nein, werde ich nicht tun ... weil ...

Weg vom Fenster ...

...es ist nämlich soooo schwer ... erst den Match, die Stimme und dann noch das Gesicht zu verlieren.
Das geht ja gaaaar nicht.

Chefs, Arbeitskollegen, Freunde, Nachbarn, Kunden, Anverwandte und Bekannte behandeln mich zu Zeit wie ein angeschossenes Kitz (nein, bitte keine bildlichen Vorstellungen!) - und ich finde, das wird der Situation auch gerecht.
Man legt mir wortlos Tempos hin.
In meiner Gegenwart wird momentan nur geflüstert ... und dies ganz leise.
Man lächelt freundlich, zurückhaltend - und vor allem still.
Keiner erzählt anzügliche Sport-Witze in meiner Gegenwart.
Und Kaffe wird mir serviert - ohne zu fragen, ob ich welchen möchte. Sie wissen: ich brauche den jetzt.

Meine roten, kleinen Äugelein mit den sichbaren Äderchen im blassen Weiss sind bloss Ausdruck dieser Scheiss-Pollenallergie. Dass diese Pollen EHC Kloten heissen und Namen tragen, uns aus den Play-Offs geworfen haben, dies ignoriert man zu meinen Gunsten mit der gleichen Gelassenheit, wie meine niedere Toleranzhemmschwelle bezüglich Diskussionen, ob jetzt der EHC Kloten oder HC Davos Schweizer-Eishockeymeister wird.
Sie munkeln wahrscheinlich hinter meinem Rücken oder in meiner Abwesenheit darüber. Das muss fast so sein. Aber in meiner Gegenwart wird Contentence bewahrt.
Ich bin dankbar dafür. Wahrlich dankbar.

Zeitungen lese ich erst nächste Woche wieder. Ich will gar nicht wissen, wann das Eis in "meinem" Stadion getaut wird. Was die Medien hinsichtlich dieses letzten Matches meines SCB zu vermelden haben. Ich will keine Stimmen zum Spiel hören.
Und vor allem: ich will nicht darüber reden!
Neinnein, will ich alles nicht.
Da blutet mein Herz.

Ich will jetzt leiden. So ganz alleine. Und nur für mich. Wunden lecken.
Mindstens bis morgen früh.
Voller Inbrunst, so ganz Fan, mit jeder Faser meiner Hockeyverrücktheit.
Ja, das will ich.

Klar, in Stein gemeisselt und unwiderlegbar ist für mich momentan nur das Eine:

NÄCHSTE SAISON WERDEN WIR MEISTER!
GANZ BESTIMMT!

Dienstag, 29. März 2011

HEUTE RAPPELT'S IM KARTONGGG!

Olé-Oléoléolé ....!
*INDIEHÄNDEKLATSCHUNDRUMHÜPF*
Ich bin schon ganz in Match-Laune! In fröhlicher, ausgelassener Feier-Laune!

Auf meiner Wange prangt ein schwarz-gelb-rotes Herz, meine Kleider sind schwarz-gelb-rot, ich trage Fanschal, Mütze und das noch nie gewaschene Original-Spielershirt von meinem Lieblingsspieler. (Der ist übrigens mittlerweilen auch über 40 und seines Amtes Trainer ... nicht mehr Spieler.)
Dass mein Herz, mein Denken und Fühlen diese 3 besonderen Farben tragen, muss ich wohl nicht unbedingt erwähnen!


Seit ich 6 bin, pilgere ich mit nie abnehmender Begeisterung an die Eishockeymatchs meines SCBern. Im Gegenteil - je oller, je doller! "Alteingesessene" LeserInnen wissen um meine Begeisterung und Leidenschaft.
Es gibt viele Zeitungsberichte, Fernsehberichte, Geschichten und Sagen um das wilde Fränzi Sternenzauber :-)

Ich freue mich riesig darauf, mich heute Nachmittag mit der "Meute" um 16.00h beim Fancar zu versammeln und gemeinsam nach Kloten ans Spiel zu fahren. Heute ist nämlich ein besonderer Tag! Heute wird DIE BELLE gespielt.
Dies heisst: das 7te Spiel einer 7ner-Serie. Best of seven ... wer zuerst 4 Matchs gewonnen hat, kommt ins Finale. Da der Spielstand 3:3 steht, geht es heute um alles, um den begehrten 4ten Sieg. Da kämpft man mit Klauen und Zähnen. Das ist so viel mehr als ein Spiel!
Das ist Spektakel pur, Adrenalinausschüttung der besonderen Sorte. Spass, Freude, Jubel.

Und weil mein Chef immer so ungläubig meinen Erzählungen folgt, sich gar nicht vorstellen kann, dass ich mich stimmlich Richtung Gorilla - und eventualvorsätzlich sogar in der Gestik - bewege, schreie bis zur Heiserkeit und bei Toren das Abbild eines auf- und niederhüpfenden Gummiballes abgebe, hat er in der Hitze des Gefechtes beschlossen, mich und meine Freunde heute Abend zu begleiten.
Wir haben Beide - Cheffe und ich - vorsichtshalber morgen Vormittag unsere Absenz in der Firma angemeldet.
Besser ist das!

So, Leute - ich ess jetzt mal ne Kleinigkeit.
Nur ein bisschen ... bin viel zu nervös! Hachhhh, ein schönes Gefühl. aber ich mag das, wenn es im Bauche kribbelt (und das wegen eines Matches, nicht wegen Norovirus & Co.), die Vorfreude mir ein Dauergrinsen ins Gesicht malt und ich mich schon jetzt unbändig auf den Torjubel freue.
Den verknackten Fuss habe ich übrigens satt eingetapt und in enge Stiefel gezwängt. Das muss reichen.

Wenn ich jetzt noch eine kleine Bitte äussern dürfte ...



DANKEEEEEE!  :-)

Montag, 28. März 2011

MEIN FEHLTRITT

Hurra - hurra - die SEIFENMADAME und ANJA+ sind da!
Ganz herzlichst WILLKOMMEN - ich freue mich, habt ihr in meinen Geschichtenhimmel gefunden. Fühlt euch wohl und habt Spass in den grossen und kleinen Storys meines turbulenten Lebens.
Schön seid ihr da!

Alles hätte so schön sein können.
Na ja - war es auch. Ehrlich.
Bis eben auf meinen Fehltritt - der selbst einem moralisch so gefestigten Menschenkind wie mir passieren kann. Nicht geplant, nicht beabsichtigt, nicht gewollt - einfach passiert. Einfach so.
That's life!
Doch dazu später mehr.

Aber jetzt erst mal von vorne:
Ein Nachmittag am See, auf dem kleinen Holzbänkchen an der Sonne. Also ... das war schon ganz schön. Friedlich. Angenehm. Herrlich.
Den Entchen, den Schwänen zuschauen. In das warme Frühlings-Hell blinzeln. Tief durchatmen und zur Ruhe kommen. Habe den Kater aus der Klinik für ein paar Stunden "auslösen" können - und so haben wir den Nachmittag gemeinsam genossen.

Als die Sonne dann hinter den Berggipfeln so langsam das Ende des Nachmittages einläutete, steuerten wir fröhlich, gutgelaunt und hungrig die nächste Konditorei an.
So ein richtiges altes, antikes Schätzchen - mit Interieur aus den 60zigern und Geschirr von vorvorgestern. Aber alles stimmig und passend.
Der Erdbeerkuchen war übrigens ganz frisch und einfach nur leeeeeeeeeckerrrrrr!

Und dann passierte es.
Das Unvermeidliche. Es kam zum Fehltritte.
Ein gefallenes Mädchen bin ich nun.
Dieser blöde - magamässig blöde - Absatz wurde mir zum Verhängnis. Ich knickte mit dem linken Fuss hinten über die Ferse weg.
********Dann war nur noch Sternenhimmel********
Jetzt habe ich einen Klumpfuss und hinke in der Gegend rum.
Tja, so kann es gehen.


Aber unter dem Strich - ihr stimmt mir da sicher zu -
war mein Sonntag ...

... SCHÖÖÖÖÖÖÖN!

Sonntag, 27. März 2011

ES SPRICHT: DAS HAAR

Verehrte Leserinnen und Leser

Darf ich mich vorstellen - ich bin HAARALD, erster Vorstandsvorsitzender von Frau Franziska Sternenzauber's Haarschopf. Leute, im Namen meiner geschätzten 500'000 KollegInnen (mal mehr, mal weniger - momentan wohl eher weniger) möchte ich hier einen HILFERUF deponieren!

So geht es nicht weiter. So kann es nicht weitergehen!
Seit mehreren Jahren - und daran haben wir uns schier schon gewöhnt - werden wir mittels Bleiche zum Erbleichen genötigt. Man spaltet uns chemisch auf, knackt unsere schützende Keratinschicht, dringt in unser Innerstes ein, tötete sämtliche farbige Pigmente und befindet das Resultat dann auch noch als schön. Echt!

Na ja - kürzlich war aber plötzlich alles ganz anders. Aber gaaaaanz anders! Da tauchte man uns plötzlich und völlig unvermittelt in schwarz-violette Tunke und füllte uns damit ab. Wir waren, farblich gesehen, dunkelbesoffen. Wahr, wahr!
Uns gefiel dies ja gar nicht schlecht. die Pigmente in uns jubelten - so neu befüllt und farbig - und die Keratinschicht war für einmal nicht mehr so fragil. Wir hatten auf einmal Farbe statt Bleiche. Toll!

Doch - anstatt dass Frau Fränzi Sternenzauber sich ab da und für immer freute, klebte plötzlich das Pech an ihren Füssen. Warum weiss niemand ... aber irgendwie war das schon komisch.
Da half nachhaltig auch keine neue Garderobe, kein bunter Blumenstrauss, kein noch so guter Freund - da half nur noch - ich und meine HaarkollegInnen stehen zu Berge - eine NEUE Haarfarbe. Hell. Ganz hell!
Neeeeeeeein! Hiiiiiiiilfe!

Leute, ihr könnt euch die Tortour gar nicht vorstellen. Wir Haare litten Qualen. Erst Bleichwäsche - dann Pampenbleiche!! Man entzog uns wieder mal alles. Dieser Abend raffte uns halbe Million Haare auf Fränzi's Kopf förmlich dahin. Wie siechten elendiglich unter brennender, ätzender, schmerzhaftest schmerzender Pampe dahin. Bis alles farbige Leben mehr oder weniger aus uns war. Bis auf einen guten Hauch von Rot. Rot hielt dem allem stand. Selbst nach der ausgleichenden Tönung.
Wir Blonden verneigen uns vor Rot.
Das war vor 2 Wochen und 2 Tagen.

Erstaunlich, wir sind anscheinend ein Volk von äusserts robusten Haaren. Frau Fränzi Sternenzauber bastelte dann auch schier täglich an uns herum - Lotion hier, Cremchen da, Packung über Nacht, Schutzspray tagsüber. Ein Reanimationsprogramm der Superlative.
Und wirklich: wir erholten uns!
Das Rotblond kam übrigens gar nicht schlecht an. Bloss: der Lady STARS OF HEAVEN gefiel es wieder mal nicht.
Ne Zicke! Ich sag euch!

Dann kam der letzte Donnerstag.
Wieder sollten wir malträtiert werden, das Rot sollte uns ausgetrieben werden. Leute, die machten das wirklich! Allerdings nicht so ganz bis zum Äussersten, weil wir mit Spitzenabbruch und vollständiger Verabschiedung for ever drohten.
So brach man dann die Prozedur nach einer Viertelstunde ab und befand, eine goldirisierende Honig-Tönung mit ganz hellen Mèches sei DER Bringer und die neue Trendfarbe auf des Sternenzaubers Köpfchen. Und pure Pflege für uns.

Haha - die haben aber nicht mit uns gerechnet. Weil ... irgendwann ist genug. Und am Donnerstag war genug. Wir klugen Häärchen sammelten die letzten lebenden Rotpigmente in uns und verpassten der goldirisierenden Honigtönung einen derart furchtbar, schrecklich, unmöglich aussehenden Dunkelbraunton, gescheckt mit Rot.
Sah echt aus wie ein türkisches Einsterne-Camping-Plumpsklo!

Bei Frau Sternenzauber sass der Schock tief. Noch viel tiefer aber bei der Frisöse Fabienne - dem armen Wesen. Die war ausnehmend still. Und so bleich, wie es die Haare hätten sein sollen.
Na ja, wenn ich ganz ehrlich bin ... selbst wir Haare gefielen uns nicht mehr. So wollten wir es dann doch nicht belassen!
Deshalt jagten wir Frau Fränzi Sternenzauber am Freitag morgen visuell nochmals so einen farblichen Schreck ein, dass sie sofort telefonisch Fabi um Hilfe rief. Diese hatte nach einer schlaflosen Nacht ihrerseits bereits alle Hebel in Bewegung gesetzt und sämtliche Spezialisten in erreichbarer Nähe um Rat gefragt. Die Gurus der kopfbezogenen Farbe tagten.

Stellt euch mal vor - Frau Sternenzaber verliess am Freitag für keine Minute das Haus. Und als sie zum Frisör ging, zog sie den Rollerhelm bereits in der Wohnung über den Kopf.
10 Minuten später sassen wir dann wieder mir ihr auf dem Frisörstuhl und hatten Angst, was uns denn nun schon wieder blüht! Aber eigentlich ... es konnte nur noch besser werden.
Das Zauberwort hiess: Pigmententferner. Pigmentreiniger. Irgend sowas. Verbunden mit einem Peelingshampoo, dass uns öffnete und aufrauhte. Es tut selbst jetzt noch in allen Haarfollikeln weh, wenn wir 500'000 daran denken.
Aber erstaulicherweise saugte das Zeug wirklich und wahrhaftig die Einsterne-Camping-Plumpsklo-Farbe aus uns. Machte uns hell, honig-hell. Die Ausgleichstönung war dann eher wie Balsam für uns und letztendlich strahlten wir, Fränzi Sternenzauber und Fabienne um die Wette.
Honig-gold-irisierend! Was für ein Wunder!

Ich habe euch nun im Namen meiner 499'999 KollegInnen diese Geschichte so offen und ehrlich erzählt, weil wir Alle hier und jetzt hochoffiziell Protest gegen künftige Misshandlungen einlegen! Das macht man mit uns nie nie wieder! Und wenn wir noch so an Fränzi Sternenzauber hängen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Sollten diesbezügliche Zuwiderhandlungen dennoch vorkommen, dann wird Frau Fränzi Sternenzauber eines Morgens erwachen - neben ihrem Kopf ein paar letzte blonde Stähnchen liegen und der Zettel:

"WIR SIND DANN MAL WEG!"

Samstag, 26. März 2011

ALLES NEU MACHT DER MÄRZ!

Warum ich gestern nicht hier war?

A) Weil ich alle Hände voll zu tun hatte mit putzen / umgestalten / neu machen.
B) Weil der Donnerstag Abend irgendwie ... so ganz anders wurde als geplant.
Und wenn ich sage GANZ ANDERS, so meine ich auch GANZ ANDERS!

Doch dazu morgen mehr.
:-)

Erst mal zeige ich euch die neu dekorierte Diele - gefällt mir supergut!

Und ich habe jetzt wieder einen Blondschopf.
Einen ganz normalen.
Dass dies aber so ist - ist ein reines Wunder!

Donnerstag Abend ging nämlich ALLES in die Hose.
Anstelle von Blond hatte ich ein dunkles Braun, farblich in Anlehnung an Brech-Durchfall - und ALLE waren entsetzt. Meine arme Frisöse Fabi hatte eine schlaflose Nacht. Ich auch!
Telefonisch wurde die Farbenfachfrau für Freitag Abend aufgeboten, Fabi bereitete sich mittels Yoga auf die Session vor. Ich war guter Dinge - schlimmer konnte es ja nicht werden!
Doch dieeeeeee Geschichte gibt es erst morgen.

So viel sei verraten: ich bin jetzt wieder glücklich!

Ich wünsche euch Allen ein wunderschönes Wochenende.
Ich hole jetzt mal Blümchen für den Balkon.
Und dann ...

... STARTE ICH DURCH!

Donnerstag, 24. März 2011

AUSSICHTEN

Es ist Donnerstag und ich darf ganz offiziell schon den Blick Richtung Wochenende werfen.
Wie ist das schön! Eine sehr intensive, ereignisnis- und arbeitsreiche Woche liegt hinter mir. Irgendwie hat alles prima geklappt und ich bin mit mir und der Welt zufrieden. Und wenn ich am Abend die Bürotüre hinter mir zuschliessen werde, ist für diese Woche Schicht im Schacht.
Damit belohne ich mich selber.
*FREU*!


Heute Abend gehts (schon wieder, ich weiss) Richtung Frisöse Fabienne. Wir optimieren den gesprenkelten "Roten-Kater-Schopf", darauf bin ich schon sehr gespannt. Obschon mittlerweilen viele Menschen ob meiner orangen Pracht doch begeistert sind, muss daran noch gedreht werden. Meinem schier für tot erklärter Kopf-Mopp habe ich mit Kurpackungen, Olivenölwäschen, Über-Nacht-Wunder-Pasten, Pflegespülungen und und und wieder so ein klein bisschen gänzendes Leben eingehaucht.Wenn ich ganz still bin, höre ich die Haarfollikel sogar wieder leise atmen, so scheint es mir.
Was wir frisörtechnisch verbrechen wollen? Ach, so genau wissen wir es noch nicht. Wir werden und zu überraschen wissen. Wie wäre es mit Sandblond als Grundfarbe und sonnen-knall-hellblonden Mèches? Rosa Fransen?
Morgen mehr. Wie gewohnt.


Momentan habe ich ja in meiner Freizeit viel Freizeit. Infolge männlicher Abwesenheit. Ist jetzt das Glas halbleer oder halbvoll? Da meine Berocca-Nervenaufbau-Brausetablettennahrung zu wirken scheint, befinde ich es Positivum und wende, drehe, rüttle so lange daran rum, bis mir klar ersichtlich ist, dass solche Zeiten so gut sind, wie ich sie mir selber mache.
Was ich mache? Erst mal ... einen bunten Balkon! Morgen wird der Balkon ausgemistet, geschrubbt, aufgehübscht und dekoriert. In der Gärtnerei werde ich mir das bunteste Bunt holen was zu kriegen ist, werde mit blossen Händen im Herd wühlen und mir eine Frühlings-Wohlfühl-Oase erschaffen. Für Auge, Seele und Herz.
Bloss keine Stiefmütterchen, die haben so ein verkniffenes Gesichtchen ... neneee, ich will lachende Blumen.
Morgen mehr. Wie gewohnt.


Am Wochenende werde ich den langen Schlaf zu mir einladen. Und nach einem unbefristeten Schönheitssschlafe im Bett frühstücken, ja das werde ich! Gipfeli! Erdbeeren! Jawoll! Und frischgepresstem Orangensaft! Fein!


Den Kater besuche ich natürlich auch in der Klinik. Ehrensache. Mit nach Hause kommen über das Wochenende ist nicht, das kommt dann erst, wenn die Lage sich etwas stabilisiert hat.

Erst mal stabiliere ich aber mich.
Es ist nicht einfach.
Aber wie ihr seht ...

... ES GEHT!

Mittwoch, 23. März 2011

MÄNNER SIND IRGENDWIE ANDERS

Vorab erst mal: herzlichst WILLKOMMEN, liebes MONDLICHT! Ich freue mich, hast Du in meinen Geschichtenhimmel gefunden - fühle Dich wohl, habe Spass und Freude an / in den vielen Geschichten meines zuweilen turbulenten Lebens! So ein Mondlicht am Sternenzauberhimmel hat noch gefehlt!
Schön bist Du da.

Und nun zu den Männern - und den Komplimenten.
Und zum irgendwie anders sein.

Ergo: zu Walküren mit Schwefelduft. Ihr versteht nur Bahnhof? Dann lest mal ...
... ich hatte die Wahl zwischen schreiend davon rennen und mich schlapp lachen. Habe mich letztendlich für Variante B entschieden.
Darf ich euch kurz einweihen? Also ... da war Herr Manuel - seines Zeichens mein wunderbarer Garagenkollege. So herrlich anders als Viele, so sehr speziell. Schwarz sein Humor und sein Denken - aber mit bunten Tupfen. Ich mag ihn. Und manchmal (das denke ich zumindest), scheint er auch mich zu mögen. Er ist mehr ein Mann der Tat denn der Komplimente.
Ist mir flau - er fährt mich nach Hause.
Brauche ich ein Ohr - er hört mir zu.
Habe ich gute Laune - er lacht mit.
Habe ich Lust auf Diskussion - er ist dabei.
Mit ihm löse ich Kreuzworträtsel, mit ihm rolle ich das Leben auf, mit ihm hinterfrage ich Gott und die Welt. Ich würde jetzt mal sagen, so jemanden nennt man: Freund.

Gestern hat er es besonders gut gemeint mit mir. Meinte er zumindest. Irgendwie hatte ich mit irgendwas seine ungeteilte Aufmerksamkeit erobert, hatte was genialgutes gesagt und dazu auch noch meine wichtigste Miene aufgesetzt. Er quittierte meinen geistigen Höhenflug anerkennend mit: "Wowwh - gut gesagt, Du meine Walküre".
Walküre. Mein Lächeln erstarb ultimativ und sofort auf meinen Lippen - dieses Wort passte so irgendwie gar nicht durch die Passage der Charme-Pforte um zu meinem Innersten vorzudringen. Blieb hängen im Pfortenrahmen und klemmte schmerzhaft darin fest. Ich googelte, um das in Manuel's Sinne komplimentenhaft gemeinte Worte zu entlarven. Gefunden habe ich bei den Bildern als erstes ...

... DIESES!

Muss ich dazu noch etwas sagen?
Nein, muss ich nicht.
Vielleicht noch einen kurzen Einblick in WIKIPEDIA:
"Walküren sind keine Feen und man kann sie nur schwerlich mit Elfen verwechseln. Im Gegenteil, Walküren sind menschliche Frauen. Was haben sie denn dann überhaupt mit der Anderwelt zu tun? Die Antwort ist ein wenig kompliziert, aber nicht minder faszinierend: Walküren sind Wesen zwischen den Welten, sie wechseln von der einen in die andere wie unserereins eine Straße überquert. Die nordische Mythologie, allen voran die Edda und die germanischen Sagen sind voll von ihnen. Und viele ihrer magischen Fähigkeiten erinnern tatsächlich an die der Feen, wie wir sie heute kennen. In so mancher Hinsicht scheint die eine die Nachfahrin der anderen zu sein. Unter einer Walküre stellt sich wohl jeder erst einmal ein stattliches Weib mit beachtlicher Leibesfülle vor, das singend und einen Speer schwingend über ein germanisches Schlachtfeld pflügt. Aber eigentlich waren die Walküren wunderschöne Mädchen. Schuld an ihrem unerotischen Image ist vor allem Richard Wagner mit seinem drei-abend-füllenden Opernzyklus ‚Der Ring der Nibelungen’. Damit wären wir auch gleich bei den wesentlichen Aufgaben der Walküren – Singen gehört nicht dazu. Die Walküren unterstanden Odin, dem obersten der Götter. Ihm und nur ihm waren sie Gehorsam schuldig. Wenn irgendwo ein Kampf tobte, sei es eine Schlacht, oder nur ein Zweikampf, waren die Walküren zur Stelle. Sie geleiteten die gefallenen Krieger nach Wallhall, Odins Saal. Aber sie griffen auch selbst in den Kampf ein. Unsichtbar standen sie dann hinter dem Krieger, dem von Odin der Sieg zugedacht war und schützten ihn mit ihrem Schild, weshalb sie auch Schildmädchen hießen."

Stumm entsetzt zeigte ich auf das Foto - mit erstickter Stimme las ich vor.
Und er ... was macht er?!! Er schaute mit grossen Augen, er lachte. Bis Tränen ihm die Wangen runterkugeln!
Japst mir entgegen: "Aber die haben doch Flügel ...??!!!"
Haben sie? Echt? Na ja. Okeeeeeeeeeee ........
Ich habe dann 5 Minuten nicht mehr mit ihm geredet. Konnte ich nicht.
Nach meinem Lachflash ging es dann aber wieder.

Als wäre damit noch nicht genug ... kommt heute Morgen der Lü daher, spaziert ins Büro.
Lü: "Was riecht denn hier so verbrannt ... so nach Kerzendocht ... so komisch irgendwie .... so wie ein angezündetes Streichholz".
Ich (zwischen den Zähnen heraus zischend): "Lüüüüüüüü - das riecht nicht komisch. Nicht nach verbrannt und nicht nach Streicholz. Das ist mein neues Parfum von Bulgari. Darauf habe ich lange gespart."

MÄNNER SIND IRGENDWIE ANDERS! :-)

Dienstag, 22. März 2011

VERKEHRT STATT LÄTZ!

Wir sind HUNDERT Sterne am Geschichtenhimmel! Judihuiii!
Heute darf ich jubiläumsmässig und ganz herzlich GRISCHU willkommen heissen. Ich freue mich so sehr, hast Du in meinen Geschichtenhimmel gefunden. Fühle Dich wohl, habe Spass in den lustigen, traurigen, bunten, schwarzen und weissen, geordnet chaotischen Erzählungen meines zuweilen turbulenten Lebens.
Es ist schön, bist Du da!

Und nun zu "verchert statt lätz" - was für NON-Schweiz-Bürger soviel heisst wie: "den falschen Weg rum statt den falschen Weg rum".
Regelmässig blickwerfende Sternenzauber-Blog-Geschichtenleser wissen um die momentan verkehrte Welt bei mir. Statt rechts rum, flitzt mein persönliches Universum mitsamt allen Galaxien und Untergalaxien links rum.
So schnell, dass mir zuweilen schwindlig wird!

Jedenfall scheint mein Schwindel gestern derart ausgeprägt gewesen zu sein ... Leute, ich habe sowohl Bluse wie Gilet verkehrt rum angezogen! Und stolzierte so "gekleidet" den ganzen Tag zwischen Büro/Reception und Werkstatt hin und her. Ich ging so einkaufen, ging so auf den Zug.
Bemerkt habe ich - sich mir die Haare stäubend - mein Missgeschick erst am Abend, beim Ausziehen.
Ach ja, seeeehr symtomatisch für den meinen Moment.
Und das Beste an der Sache ... es brachte mich zum Lachen! Was muss ich für ein Bild abgegeben haben!!

Heute Morgen habe ich meine Kollegen darauf angesprochen - es scheint wirklich und wahrhaftig Keiner bemerkt zu haben. Nix und Niemand! "Das liegt an Deiner Ausstrahlung!" versuchte mich Manuel zu beschwichtigen. Ja, genau so muss das sein ... gestern vermittelte ich nämlich den Ausdruck "frisch gerupftes, übernächtigtes, magenkrankes, gequältes Huhn".
Weiter als bis in meinen farblos-bleichen-jenseitig-stieren Hohlblick wagte wohl niemand zu schauen.
Gestern war ich in der A-Note "Ausdruck" echt grenzwertig.
Na ja, das durfte ich gestern auch.

Mit "ZELLER SCHÄFCHENZÄHLEN FORTE" (oder so ähnlich)  fand ich dann in den seit Wochen mehr als gestörten Schlaf und pennte ohne Punkt und Komma bis 08.00h durch. Heute morgen dann eine Sprudel-Dosis BEROCCA für mein Nervenkostüm ... und das textile Kostüme den richtigen Weg rum über meinen Luxuskörper geworfen - fetischhhhh war das Sternenzauber-Fränzi.

Heute bin ich wieder Eins mit mir. So sehr ein, dass wir schon fast zwei sind. Ich und Ich sozusagen.
Die Sonne scheint, ich habe Schlaf und somit Kraft getankt, meine Nerven baden stärkend in Berocca und - jetzt lest genau: ich habe freiwillig und gründlich meine Handtasche aufgeräumt (!), die 100'000 Zettel darin geordnet, aus dem Portemonnaie gefallenen Räppli wieder eingesammelt und alte Lippenstifte, Mascara usw. entsorgt. Zeitschriften und Zeitungen älter als 1 Tag flogen in den Müll und ...



... plötzlich trage ich meine Handtasche mit einer ungeahnten Leichtigkeit, ich hänge nicht einseitig Richtung Boden, finde fast alles auf den ersten Blick - und es fühlt sich rundum gut an!

Jede Frau - und ab jetzt, hier und heute - auch jeder Mann weiss nämlich, was das bedeutet, unterzieht man die Handtasche (sozusagen das Heiligtum einer Lady) einer Verjüngungskur:

ES GEHT AUFWÄRTS!

Montag, 21. März 2011

KNOBLAUCH UND HIMMELSDINGE

Also - ihr lieben Menschen ... ich bin wieder back home.
Dieses letzte Wochenende hat einfach rundum gut getan. Und nun habe ich auch ein Lieblingshotel. Wie der Zufall eben manchmal so spielt. So schön war es und ich freue mich bereits heute auf das nächste Mal!
Wann immer dieses nächste Mal auch ist.

Thema Knoblauch:
Der Tag gestern verlief einfach toll! Bei Malerin samt Gatten und Ableger waren wir zum leckeren Grillschmaus eingeladen - und nicht nur, dass Stimmung, Seelengestreichel, Wetter, Essen glattweg sensationell waren, hat diese Einladung auch für viel Platz im Flieger und ein schier privates Einzelabteil im Zug gesorgt.


Leute, die Malerin macht Knoblauch / Bärlauch-Butter, da bleibt einem nur noch das Lechzen nach Mehr! Ganz zu schweigen von dem mit Knoblauch, Peperoni und getrockneten Tomaten überbackenen Feta-Käse. Von dem selbstgemachten Brot, dem herrlichen Grilladen, den leckeren Grillkartoffeln ... mhhh!
Das war gar nicht so einfach, sich dann Richtung Flughafen so mitten im schönen Nachmittag aufzumachen. Es war grad soooo gemütlich.

Am Flughafen war ich echt versucht, mir einen Spritzer Parfum oral zu gönnen - wenn man den Knoblauchduft an sich selber riecht .... wie es denn wohl für Andere sein mag? Ich vermute mal: sehr grenzwertig! Na ja, ich will es gar nicht so genau wissen.
Jedenfalls blieb der Mittelsitz im ansonsten voll besetzten Flieger leer und die Platzfreiheit inklusive Sicherheitsradius war gesichert.
Dito Zugabteil Flughafen Kloten - Thun.
Ich befürchte, der Teenager im Abteil hinter mir hat sich die üblen, nach totem Tier riechenden Turnschuhe nur ausgezogen um gegen mich anzustinken. Aus reiner Notwehr!
Es MUSS so sein!

Thema Himmelsdinge:
Heute war es soweit, mein Mann ist für lange Zeit wieder in die Klinik eingerückt. Eine sehr nötige, eine sehr schwere Situation. Jedenfalls stand ich heute morgen auf dem Perron und wartete und wartete auf den Zug zur Arbeit.
Mir war so gar nicht nach Frühlingsanfang. Eigentlich war mir nach gar nichts.

Da steht man dann und denkt sich so vieles - möchte nichts denken, nichts fühlen. Aber es denkt, es fühlt. Nur Ruhe haben wollte man. Und Stille.

Ich schaute in den Himmel und führte wieder mal Zwiegespräch mit meinem Schutzengel - den armen Kerl texte ich in letzter Zeit öfter mal zu:
"Mein lieber Schutzengel, ich bin es schon wieder - also erst mal merci vielmals für das wunderbare Wochenende. Danke, dass Du Deine Flügel so warm und weich über diese Stunden gehalten hast. Bist ein toller Engel! Ich mag Dich, mag Dich sehr! Jetzt stehe ich schon wieder da und frage Dich um Hilfe. Mir ist so kalt bis ganz innen. Könntest Du mich auch heute an die Hand nehmen und mir warm geben?"


Ich hatte dieses letzten Worte noch nicht zu Ende gedacht, als völligst unfahrplanmässig und unerwartet mein lieber, bester Freund Raphael neben mir stand. Er hätte das Gefühl gehabt, heute mal richtig früh zur Arbeit zu fahren ...

Raphael hat mich abgelenkt, er war so lieb, nahm mich in den Arm und war einfach da.
Bis Bern hatte er mich sogar zum Lachen und auf andere Gedanken gebracht.
Dieser Tag ist ein schwerer Tag - aber kein schlechter.
Ist ok so.

Wieder mal ...

... EIN GESCHENK DES HIMMELS

Sonntag, 20. März 2011

WAS TUT DAS GUT!

Meine lieben BloggerfreunInnen!
Wie ist das schön - und wie tut das gut hier. Der Tag gestern war angefüllt mit Sonne, Spaziergängen, Latte Macchiato, feinem Essen, Freunden, wundervollsten Eindrücken.
Wieder einmal fand sich unerwartet Glück ... dieses ganz besondere "Privat-Hotel" ist ein Kleinod sondergleichen. Das Hause, aussen und innen. Die Menschen, aussen und innen. Das Gefühl.

Habe ein Nest mit Dutzenden Marienkäfern entdeckt - und war dabei, wie kleine Glückskäferchen gezeugt wurden. Also Leute, Glückskäfersex ist ne tolle Sache und sehr eindrücklich! Da ruckelt aber das Efeublatt - hallo!
Ohne voyeuristisch wirken zu wollen, habe ich das mal lächelnd filmisch festgehalten. Sobal ich das Filmchen aufbereitet habe, werde ich es hier einstellen. Ist einfach herzig - und total jugendfrei.

Überhaupt finden sich hier soooo viele Tiere. Die Gastfamilie (14 Erwachsene, 3 Kinder und jede Menge Familienfreunde) beherbergen nicht nur Herrn Kakadu und Frau Ara ... neinnein, schaut mal selber, hier eine kleine Auswahl meiner Mitgäste:

2 eleganteste Pfauenherren

Turteltäubchen

Bunt, bunt, bunt ...

Die Entenfamilie

Und rund um das Haus, im Haus, die Strasse runter, dem Rhein entlang - lauter beachtenswerte Dinge.
Ich konnte keine 3 Schritte gehen, ohne irgendwas zu fotografieren!


Der schöne Spaziergang

Der Abend ...

Ich könnte euch noch Dutzende von wunderschönen Fotos zeigen - hier ist ein Stücklein Paradies, welches mir unendlich gut getan hat. Nun heisst es: packen. Am Abend geht der Flieger zurück in die Schweiz. Aber vorher noch zur Malerin und dem Herrn Baumeister grillien .... mhhhhh!

Zum Abschluss hier noch ein kleiner Schnappschuss vom Frühstück heute morgen. Fräulein Kakadu kam nämlich wieder zu Besuch:

Nun bleibt mir noch mein Wunsch für euch:

SCHÖNEN SONNTAG!





Samstag, 19. März 2011

TIEF DURCHATMEN!

Bevor ich heute vom HIER und JETZT erzähle, möchte ich ganz doll herzlich CLAUDIA UND JOACHIM hier im meinem Geschichtenhimmel begrüssen! Ich freue mich sehr, habt ihr in die lustigen, tiefschürfenden, spassigen und manchmal auch traurigen Geschichten meines zuweilen chaotischen Lebens gefunden. Habt Spass und Kurzweile, lacht und fühlt mit.
Schön seid ihr da!

Und nun zum verprochenen HEUTE:
Der Flug nach Düsseldorf war schon lange gebucht - und warum sollte ich die Reise absagen? Wegen all der momentanen Turbulenzen? Gerade DESWEGEN nicht!

Vielleicht hätte ich aber beim Buchen des Hotels genauer hinschauen sollen ... oder vielleicht ist genau DAS jetzt das Schöne an der Sache ...

... gelandet bin ich nämlich in einer Privatunterkunft
Einem wunderschönen, alten Haus am Rhein, gelegen zwischen Düsseldorf und Köln. Öffne ich die Fenster, kann ich den Fährschiffen zuschauen. Die Dielen in diesem speziellen Haus knarren, das Ambiente ist mehr als beeindruckend ... und was habe ich für Augen gemacht, als plötzlich beim Frühstück ein Kakadu und ein Ara zur Türe reingeflogen kamen - mitten auf den grossen Frühstückstisch, wo Alle rundum sitzen und geniessen!

Bis jetzt habe ich herausgefunden, dass im Parterre wohl so eine Art Kommune lebt. Alte 68er? Jedenfalls durchaus liebenswerte, angenehme, handgestrickte, Biobananen essende, barfüssige, BH-lose, trainerbehoste, einander gegenseitig hennarote Haare schneidende, singende und freundliche, lachende Menschen ohne Schnickschnack und Tütü - dafür mit viel Herz, Offenheit und Ideen.
Der erste Stock wird dann eben wohl vermietet und das Obergeschoss habe ich noch nicht erkundet.
Es gibt hier sooooo viel zu schauen! Und das werde ich auch noch tun! Es ist so spannend! Und so schön!

Ich geh jetzt mal auf Erkundungstour. Aber bevor ich loszottle, habe ich es mir nicht nehmen lassen, euch ein paar Eindrücke fotografisch festzuhalten. Geniesst mit mir!

Mein Zimmer! So was hatte ich noch nie ... das hat was. Charme.

Erste Eindrücke und Ausblicke. Habe ich erst heute Morgen so richtig mitbekommen -
gestern Nacht war es fast 24.00h, als ich endlich hier ankam.

Ich bin sehr zufrieden. Und freue mich jetzt ...

... auf einen Spaziergang dem Rhein entlang. Die Sonne scheint und es ist warm.
Herrlich!


WER KOMMT MIT?

Freitag, 18. März 2011

JETZT WEISS ICH, WAS MIR FEHLT!

Zum Beispiel sowohl die schriftliche, wie auch die filmische 3-D-Biografie von TSCHEI BIIIII - seines Namens Justin Bieber.
Ok, ok ... die Teeniewelt wird mich für diese Ausführungen erst teeren, dann federn, anschliessend vierteilen.
Damit muss ich leben. Oder so ähnlich.

Momentan ist ja mein Leben derart auf den Kopf gestellt, dass es sooooo viel zu lachen nicht gibt. Auch wenn in meinen Augen Tscheiii Biiiii für mich persönlich so überflüssig wie der Noro-Virus ist, hat er doch eines geschafft: mich zum lachen gebracht. Zu einem spontanen, herzhaften, schier nicht mehr enden wollenden Lachanfall mit anschliessendem Seitenstechen und Kaffee-aus-der-Nase-blubbern - ich weiss, meine Atemtechnik lässt zu wünschen übrig.

Zum besseren Verständnis: Justin Bieber ist ein Star. Flott föhnfrisiert (...) und dauergrinsend oder cool in die Kamera blickend. DER Schwarm aller Mädchen mit Hang zu Eierschalen hinten den süssen Öhrchen. Er singt, wie es keine Amsel, keine Drossel - ich sowieso nicht - besser könnte.
Also damit wir uns recht verstehen ... Tscheiii Biiii ist nicht irgendwer, der ist ne richtige, grosse, riesige Berühmtheit. Mit ganz doll vielen Fans.

Das ist er nun: Taff, coll, ein Macher!

Während ich lapidar die Spülmaschine befülle, füllt Tscheiii Biiii Hallen mit Tausenden von Fans, welche vor lauter Entzückung und Extase schreien, brüllen, stampfen, mitsingen und in Ohnmacht fallen.
Meine Familie tut das auch (mal abgesehen von mitsingen und in Ohnmacht fallen) - aber nur, wenn ich die Spülmaschine NICHT befülle.
Aber irgendwie .... nicht mit derselben Begeisterung und irgendwie nicht mit soviel Hingabe wie die Fans von Justin.
Ich konstatiere ernüchtert: ich habe keine Fans.
Ich hab Familie. Und Freunde.

Justin besucht oft Menschen in Krankenhäusern. Das tue ich übrigens auch! In der nächsten Zeit sogar wieder öfter mal ... meine Familie hier um mich herum ist aus diesem Grunde für erneut mehrere Monate kleiner geworden.
An dieser Stelle möchte ich gerne das Wort mit Sch .... brauchen. Aber weil ich ja gut erzogen bin, tue ich das nicht, ich denke es nur.

Wenn Justin durch die Pforten von Spitälern pilgert, dann liest man das auf Seite 1 der angesagten Gazetten. Habt ihr jemals ein Bild von mir gesehen, wenn ich nach einem langen Arbeitstag und 2 1/2 Stunden Fahrt abgeschlafft durch die Türe der Klinik wanke um da mal HALLO zu sagen?
Zugegeben, Justin Biiii hat momentan mit Sicherheit keine so knietief hängenden Tränensäcke wie ich. Dafür hängen seine Jeans knietief - bei mir nie!
Aber was soll's.

Aber - und jetzt kommt der Oberburner - er hat: eine Biografie! In Buch- wie auch in Filmform. 3D! Leute, echt. Der Junge ist 17 Jahre alt und gibt ne Biografie raus. Mit vielen klugen Ratschlägen, wie man(n?) das Leben zu meistern hat. Mit Leit- und Lebensweisheiten, die ich jetzt mit 49 so langsam von mir zu geben getraue. Weil ich denke, dass mir meine Lebenserfahrung dies gestattet.
Genau an dieser Stelle hatte ich übrigens den exorbitanten Lachanfall.
Während ich mit Schweissperlen auf der gefurchten Denkerstirn und gehetzt im Sinne des Erfinders auf meine "TO-DO"-Liste schaue, schaut Tscheiii Biiii sinnierend und in sich zurückgelehnt auf gelebte, pralle, letzte 17 Jahre zurück und werkelt biografisch wertvoll. Respekt.
So im Sinne von: Raus aus den Pampers, rein in das Buch!

Nun ja, so ist wohl das Leben.
Die einen haben ne Biografie - andere Spreizfuss und eingewachsene Zehennägel. Den Spliss in den Haaren nicht zu vergessen.

Tscheiii Biii ist ein taffer Junge.
Der hat echt was, was ich nicht hab:

NE BIOGRAFIE!

Donnerstag, 17. März 2011

WILLKOMMEN!

Zwischen rausgeknallten Plomben und Feuerwehrübungen, Jahresabschlussarbeiten, spitzen Schreien und ...
ach ... halt einfach dem Leben:

Herzlich WILLKOMMEN liebe LYANCA und PFANNI - ich freue mich sehr, habt ihr in meinen Geschichtenhimmel gefunden. Habt Spass und kurze Weile in den kleinen und grossen Geschichten meines manchmal recht chaotischen Lebens.
Bald sind wir 100 Sterne die leuchten .... so schöööön!

Schön, seid ihr ...

... DA!

+++ TELEGRAMM +++

+++ ARBEIT BIS ZUM KRAGEN +++
+++ PLAY-OFF MATCH HEUTE ABEND +++
+++ KEIN SCHLAF +++
+++ VIELE PENDENZEN DIE SOFORT ODER NOCH SCHNELLER ERLEDIGT WERDEN MÜSSEN +++
+++ DAZU JAHRESABSCHLUSSARBEITEN +++
+++ MORGEN BIN ICH WIEDER DA +++

und und und ...

... ABER AUCH VIEL VIEL GUTES PASSIERT!
UND DAS BESTE VON ALLEM ...

+++ MANCHMAL GEHEN DIVERSE DINGE RASCHER ALS ERWARTET ... UND DIE BENÖTIGTE HILFE IST DA +++

DANKE ...

... IHR LIEBEN SCHUTZENGEL!

Dienstag, 15. März 2011

PLOMBEN-KNALLER!

Der Mai winkt mir bereits entgegen.
Und mit dem Mai der bereits seit einem halben Jahr feststehende Termin bei meiner Dentalhygienikerin.
Was DAS bedeutet ... habe ich hier schon ein-, zweimal im Detail ausgeführt.

DAS bedeutet Qual, bedeutet Schmerz, bedeutet Blut und 3 Tage Joghurt, Kartoffelbrei mit Sosse und dann wieder Joghurt. Kamillentee-Spül-Sessionen. Und gaaaaanz gaaaaanz sanfte Küsse.

Da mein Speichel kleine Betonelemente enthält ... enthalten MUSS, anders ist das ja so gar nicht erklärbar ... habe ich sämtliche mir opportunen Gegenmassnahmen getroffen. Die da wären: So eine hyper-dooper-super Ultraschallzahnbürste die 100 mal meht Plaque entfernt als eine übliche Zahnbürste. Ich benutze Zahncrème, die gegen Karies, Zahnstein, gelbe Zähne, Zahnfleischschwund, extra gemacht für Zähne über die magische 40zig, antibakteriell wirkend, magenschonend, gleichzeitig noch die Zunge ent-virend und wahrscheinlich mit Sonnenschutzfilter 50 - falls ich in einem schönen, sonnigen Augenblick mal den Mund zum Lachen weit aufreissen sollte.

Meine Zahnseide hat extra so einem wachsigen Überzug, damit ich auch in meine schier nicht existenen Zahnzwischenräume nur so reinflutsche - um dann mit Hurra und Garacho mir damit ins zahnsteingereizte Zahnfleisch zu semmeln - also so richtig mit Anlauf. Das tut ... irgendwie ganz besonders.

Dazu fluore ich meine Zahnschmelz regelmässig und fühle mich somit auch regelmässig in die Schulzeit zurück versetzt, wo alle paar Wochen das gemeinsame Klassengemeinschafts-Zähneputzen mit der bösen Zahnputztante aus der Schulzahnklinik stattfand. Hat man da nicht mit dem nötigen, geforderte Einsatz geschrubbt (es gab Kinder, bei denen hat dieses konzentrierte Fluorgebräu Übelkeit hervorgerufen), legte die Tante selber Hand an und steckte einem das Zahnbürstchen sehr unfühlig bis weit hinten zum Gaumenzäpfchen. Mit einem gewissen Ekel erinnere ich mich an gewisse Szenen, wo diese besagten Kinder dann ihrem Widerstand hör-, sicht- und riechbar Ausdruck gegeben haben. *WÜRG*

Jedenfalls ... weil der Mai naht, vergrössert sich auch mein Wunsch, sämtliche Betonelemente in meinem Munde zu verhindern ... bzw. bereits erstellte "Bauwerke" zu minimieren. Ich gebe alles! Wenn ich an meine liebe Frau Schneider denke - und dieses hakige Intrument in ihrer Hand. Autsch.
Jesses Gott!
Darum habe ich mir gestern in der Apotheke so ein flüssiges Sprengmittel gegen alle Zeichen der Zahnalterung geholt. 2 x am Tag damit Zähne und Mundraum fluten, es eine Minute im Munde belassen und dann möglichst eine halbe Stunde nix essen, trinken - wirken lassen.

An genau diese Vorgaben habe ich mich auch gehalten.


Auf die eventuell jetzt gestellte Frage ... ob ich das heute wieder tun werde - kann ich kurz, klar und deutlich mit einem lauten NEIN antworten. Warum?
Darf ich kurz mal das Protokoll des gestrigen Abends zu Besten geben:
A) 21.39h, ich gähne. Der offene Mund erinnerte mich an die blaue Flasche im Badezimmer. Gedacht, getan!
B) 21.40h: Ich stakste rüber ins Bad, öffnete nach längerem Kampf (Kindersicherung!) die Flasche, nahm einen tüchtigen Schluck und ...
C) 21.41h... in meinem Mund explodierte alles. Die Plomben knallten gefühlt raus wie Korken aus geschüttelten Champagnerflaschen, meine Mundschleimhaut verätze und die Zunge schrumpelte zu einem nicht benennbaren Stückchen trockenen Fleisches ...
D) 21.42h... ich war mir sicher, nur noch durchsichtige, in ihrer Konsistenz gummiartige, kleine, zerfledderte Zahnstummel im Munde zu haben. Fransig die Lippen. Löchrig die Speise- wie auch Luftröhre.
E) ab 21.43h: Völlig überzeugt, meinen Mund nie nie nie mehr im Restleben gebrauchen zu können. Für was auch immer.

Verhungern werde ich.
Verdusten sowieso.
Sprachlos sein.
Ungeküsst bis in alle Ewigkeit.

Aber immerhin:

OHNE ZAHNSTEIN!

Montag, 14. März 2011

VOM GLÜCK VIA PECH ZUM ERNEUTEN GLÜCK

Als ausserordentliches Glück befand ich heute Morgen, dass mein Zug ein bisschen früher als gewohnt im Bahnhof einfuhr - und ich die Zeit hatte, mir beim GLATZ-BECK einen dieser wundervollen Café Latte zu ordern. Den ganz grossen Becher.
Da gibt's auch immer noch so ein extra-feines Nuss-Nougat Mini-Praliné dazu. Ein Praliné to go sozusagen. In den Mund schieben und den Montagmorgen versüssen.
Mhhhh!

Als kleinen Glücksdämpfer empfand ich, dass der Deckel auf dem Pappbecher eine kleine, unsichtbare Delle hatte ... und beim ersten Schluck das heisse, milchschaumige Schwarz/Weiss mir über Kinn, den Hals runter, mitten ins Dekolleté tropfte.

Ab diesem Moment nuckelte ich sachte wie Baby an der kleinen Becheröffnung - meine Tageslichttauglichkeit aufmerksam im Auge behaltend. Da mein Lebenselexier noch sehr sehr heiss war, wartete ich eh am besten einen Moment.
Unterdessen war ich im Büro angekommen, stellte den Riesenbecher auf mein Pult und schälte mich aus der Jacke. Setzte mich mit Schwung und Elan auf den Bürostuhl ... mit eben demselben Schwung und Elan legte sich in diesem Augenblick meine grosse, schöne, schwere Halskette mitsamt Riesenherzanhänger um den Becher und schüttete MIR mit Schwung und Elan 3/4 Becherinhalt über Hose,Tunika und Gilet. Inklusive Unterwäsche.
Pech!


Das merkte aber bis jetzt kein Mensch - weil ich heute in edlem Schwarz gekleidet bin.
Alles in allem:
- 1/3 wundervollen Kaffee genossen
- keine Flecken sichtbar
- ich dufte herrlich nach Kaffeestübchen

FAZIT: GLÜCK!

Sonntag, 13. März 2011

KIRSCHBLÜTEN

Mein Handy meldet mir alle paar Minuten neue Schreckensmeldungen. Und ich lese sie.
Höre ich Radio, wird davon berichtet - eine schlimme Nachricht nach der anderen. Und ich höre sie.
Schalte ich den Fernseher, erreichen mich Bilder, die man vergessen möchte und trotzdem nicht mehr vergisst. Ich sehe sie.

Vor etwa einer Woche sah ich einen wunderbaren Film über Japan, über die Zeit der Kirschblüte


Ich denke so sehr an die Menschen in Japan - und finde es derart schlimm, unsagbar schrecklich und menschenverachtend, dass sich auf dem Boden dieser noch nicht mal fassbaren - geschweige denn überschaubaren - Katastrophe, diverse Politiker eine Bühne für den Wahlkampf einrichten.

Und diese coolen Aussagen ... dass es "uns" nicht trifft - dies erscheint mir blanker Hohn und tröstet mich keineswegs. Im Sinne von "tja, schlimm - aber zumindest sind wir nicht davon betroffen".
Ja, dies macht es natürlich um vieles besser ... dass Japan so weit weg ist ... Wind und Meer zu unseren Gunsten entschärfen. Entwarnung.
NICHT BETROFFEN?????? ENTWARNUNG??????

Wieder einmal findet Erich Fried für mich die richtigen Worte:

Wer will
daß die Welt
so bleibt
wie sie ist,
der will nicht
daß sie bleibt.

aus: Erich Fried, Lebensschatten. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1981.

WAS WOLLEN WIR?

Samstag, 12. März 2011

LIEBE PASSAGIERE ...

Was diese beiden einleitenden Worte mir gestern Abend sagen wollten - dies werde ich euch gleich erzählen.

Doch erst mal will ich ganz herzlich WILLKOMMEN heissen: Familie SCHNUFFSCHAFS. Ich freue mich sehr darüber, dass ihr in meinen sternenbeleuchteten Geschichtenhimmel gefunden hast. Fühlt euch wohl, habt Spass an den kleinen und grossen Geschichten meines manchmal (zur Zeit sehr) chaotischen Lebens. Ich freue mich schon jetzt auf den Gegenbesuch bei euch.

Und nun zum gestrigen Abend:
18.00h, ich platt vom anstrengenden Tag. Sehnsüchtig auf den Zug wartend, auf einen Sitzplatz hoffend ... noch 1 Stunde und ich könnte dann eeeeendlich die Füsse hochlegen, den Abend geniessen.
Aber irgendwie standen da viel mehr Menschen als normal ... und auch da stehen schon viele! Wer nicht in Türnähe steht, kann von einem Sitzplatz nur träumen.
Die Anzeigetafeln berichteten von Verspätungen, Zügen die nicht abfahren, Zügen die nicht ankommen.

Innerlich befand ich meine Situation als gelinde gesagt und wortmässig todgeredet: nicht ideal. Mich dünkt, es tönt immer besser als "kurz vor der Einlieferung in eine Nervenheilanstalt" und dergleichen. Auch Worte die mit SCH beginnen und mit eisse enden, scheinen mir einfach nicht meiner guten Erziehung angemessen. Obschon ich in den letzten beiden Wochen meine gute Erziehung das eine odere Mal in die Tonne gekloppt habe, es Worte und Gesten von mir gab, welche so gar nicht sternenzaubermässig waren.
Dies sei mir aber momentan gestattet.

Und Leute - wenn das Leben auf den Kopf gestellt worden ist, die wunde Kopfhaut infolge Bleich-Tortur schmerzhaft juckt und jede einzelne Haarwurzel spürbar um Hilfe schreit, nervlicher Totalausfall und kräftemässiger Bankrott droht - dann ist der Ausfall des ins rettende Wochenende bringenden Zuges eine Katastrophe! Jawoll.

Gespürte 14 Tage später kam dann gestern Abend ein Ersatzzug.
So eine kleine, herzige, putzige, schnuckelige, platzreduzierte Tschutschubahn. Gefühlte 4 Sitzplatze, 6 Stehplätze. Und dagegen stehend: ca. 10'000 wartende (...na ja ...), entnervte, reisefreudige, wochenendsehnsüchtige, bleiche, schwitzende, rasepulsfrequentierte, blutdruckerhöhte, deoversagend-transpirierende, fussschweissverströmende, fluchende, sich breit machende, urintinktivfolgende Nachhausewoller- und Wollerinnen!!
Ich eine davon.

Das mit den Ellbogen hat bei mir noch nie wirklich geklappt. Deshalb strömten die Massen auch an mir vorbei in den Zug. Den letztmöglichen Platz habe ich mir dann mit Zähneklappern, Charme und Flehen ergattert. Ein paar liebe Mitmenschen hatten Erbarmen mit mir und rückten zusammen, mir Platz machend.

So standen wir dann, Nase an Nase, die Rippen des Nebenstehenden einzeln mir in die Seite stechend, ich roch die diversesten Duftrichtungen von AXA bis hin zum Urochsen, stand auf ungezählte Füsse, ein Ellbogen drückte in meinen Hals mindestens 4 Knie quälten meine Kniekehlen. (....Na ja, also fast....). Und weil ich ganz an der Türe stand (ich war die letzte Person, welche hatte einsteigen können), presste sich meine Wange so richtig voll platt an die Glastüre - jede einzelne Pore war später darauf angebildet. Ich habe übrigens Mischhaut, war klar sichtbar - die Problemzonen Nase, Stirn, Kinn leicht glänzend auf der Scheibe abgebildet.
Sprechen konnten man miteinander nur sehr eingeschränkt, weil alle Brustkörbe gequetscht - das Atmen schwierig war. Man lernte die Menschen um sich herum wortwörtlich näher kennen.


Es war stickig heiss (so eine herzige Tschutschu-Ersatzbahn hat ja auch keine Klimaanlage) und alles andere als angenehm!

Laut aufgestöhnt und bissig-sarkastisch-ironisch-entsetzt-wütend gelacht haben wir Alle dann aber als die Durchsagen kam: "Liebe Passagiere - aufgrund der ausserordentlichen Situation weisen wir Sie darauf hin, dass das Platzangebot in diesem Ersatz-Zug eingeschränkt ist. Wir bitten um Ihr Verständnis. Danke".

Waaaaaaas - eingeschränktes Platzangebot?

HÄTTEN WIR NIEEEEEE BEMERKT!
GRRRRRRR!!!!!!

Freitag, 11. März 2011

ZEBRA-BLOND

Zebra-blond. Jawoll.
Was so viel heisst wie: Die ersten 1 1/2cm Haar am Ansatz sind platinblond. Die zweiten 1 1/2cm sind karottenorangerot. Dann kommt 1 cm mit nicht benennbarem, galligem, blasenentzündungsorange - meine liebe Frisöse Fabi nennt es infolge Ermangelung eines Wortes: retro. Der Rest bis zur Haarspitze erstreckt sich dann über beige zu blond und hellblond.
Deshalb: Im Gesamt-Ein-und-Ausdruck bin ich zebra-blond.

Dies seinem Haar anzutun, möchte ich keinem vernünftigen Menschen anraten. Ich habe mich zum Glück präventiv nie im Leben als vernünftig bezeichnet ...
Anstelle von Haaren habe ich nun nämlichen eine visuell haarähnliche Konsistenz in Form von Viagra-Mousse-gestütztem und Haarspray-gestärktem Tod auf dem Kopf. Zudem prickelt der Haarboden, als hätte ich mir einen exorbitanten Sonnenbrand mit Blasenbildung eingefangen.
Selbst das Liegen tut weh! Leute!

Gestern Abend machten Fabi und ich in (un)heilvoller Allianz das Unmögliche möglich und stylten mich, das Optimum ausschöpfend, so gut es eben das Momentum zuliess. Angesichts der nicht wirklich existenten Möglichkeit, platinblondes in schwarz-violett umgefärbtes Haar wieder in hellem Blonde erstrahlen zu lassen, darf von einem durchschlagenden Erfolg gesprochen werden.
Der allerdings viele bange Augenblicke in sich trug.
Sehr speziell, wie Fabienne jeweils an den Haaren zupfte um zu schauen, ob die sich büschelweise verabschieden - und wie sie die Kopfhaut kontrollierte .... ob die sich denn im Stadium der Auflösung befinde. Wir huschhusch die ätzende Pampe vom Kopfe waschen müssen und es zu retten gab, was noch zu retten war.

Ohne grossartig ins Detail gehen zu wollen - die Wandlung war schmerzhaft und sehr farbenfroh. Via grellrot hin zu korallenrot hin zu neonorange hin zu lachsfarbig, zu totem Lachs-farbig um letztendlich bei farbmässig verendetem, sehr totem, vergammeltem Lachs anzukommen.
Bleichwäsche, bleichen, final totbleichen, spezielle Shampoos, Wässerchen hier, Crèmes dort und und und ...


Nach 3 Stunden war es dann vollbracht:

Als ich gegen 21.30h den Frisörsalon verliess, kam ich an einem Geschäft für Kinderspielwaren vorbei.
Also ... entweder ist der Dekorateur vorher bei Beate Uhse beschäftigt gewesen - oder die
Haarfarbe ist echt so schlimm, dass sich selbst eine Schaufensterpuppe erschrickt!

Ich schwor mir, diese Geschichte niemand Aussenstehenden zu erzählen. Zu peinlich das Ganze!
Als mich dann aber heute Morgen im Bus die nette Frau so nett darauf ansprach, dass dies aber mal was Aussergewöhliches sei und es ihr gefalle (!), da gab ich im überfüllten Bus die Story von A - Z zum Besten. Aus reinem Selbstschutz. Und zur Erheiterung aller Anwesenden.

Da sich im Zug gleich 3 Menschen - davon 2 Männer - zu mir ins Abteil setzten und nicht laut lachten, gehe ich davon aus, dass ich einigermassen zumutbar ausschaue. Die Mannen in meiner Garagen haben das auch gesagt. Aber die sind eh immer lieb zu mir, egal bei was.

Fabi hat es humorvoll auf den Punkt gebracht: "Fränzi, wenn Du es schaffst mit dieser Farbe in der Welt zu bestehen, dann schaffst Du auch sonst alles im Leben".
An dieser Stelle: Du beste und liebste und genialste Frisöse aller Frisösinnen: Danke - für alles! Du weisst schon. Hast Du prima hingekriegt, ganz toll prima! DANKE!

Und ... meine lieben Menschen, was soll ich sagen - ich bestehe. Und wie ich bestehe! Mit durchgedrücktem Kreuz und geschwellter Brust vermittle ich klar den Eindruck, dass ich eine absolute Trendsetterin in Sachen Mode und Haare, Haarfarbe bin. So was von hipp, cool, up to date und in!
Auf dem allerneusten Stand und der Zeit um Meilen voraus!
Ganz selbstbewusst und vor allem: totaaaal selbstverständlich trage ich meine Pracht durch die Welt. Und es gab weiss Gott bereits Menschen, die mir dafür ein Kompliment machten.

Also ...

... WENN DAS KEIN GUTES OMEN IST!


Donnerstag, 10. März 2011

DAS ABHÄNGIGKEITSVERHÄLTNIS

Gestern habe ich von Marie berichtet.
Sie, die mir täglich meine leckeren Latte M.'s und Cappus und dergleichen ausspuckt ... lag im Sterben. Gott sei Dank konnte ich sie mit Herzmassage, einer Operation mittels Zahnstocher und unter gutem Zureden wieder zum Leben erwecken.
Die 16 Stunden Kaffee-Abstinenz waren aber nicht angenehm .... üüüberhaupt nicht angenehm.
Da merkt Frau dann bald mal, wie sehr man sich gewisse Dinge im Leben gewöhnt - sie braucht. Will!
Aber wegen ein bisschen Kaffee machen wir ja kein Büro auf - gell?

Tja.
Dann war heute Morgen und ich schon auf dem Weg ins Büro. Mal kurz die Mails checken - via Phöndli, meinem Handy. Tasche auf, wühlwühlwühl, kein Phöndli da! Wo ist mein PhöndlI???!!! Meine Nabelschnur zu allen möglichen Menschen, Dingen, Infos!
Der Anruf zu Hause brachte die Bestätigung: Phöndli lag auf der Dielenkommode, ich hatte Phöndi liegen lassen. Nicht weiter schlimm - oder? Dachte ich ja auch.
Aber soeben konstatiere ich, dass ich mein Handy arg vermisse. All die Nachrichten zwischendurch. Hier ein Bild, dort ein Hallo. Irgendwie ... ohne Phöndli das ist wie im Winter in Sandaletten. Oder mit Fellstiefeln im Sommer - beides ist unangenehm und man fühlt sich nicht wohl.
Da fehlt was. Arg.
Eine gewisse Nacktheit ist ohne Handy nicht abzuleugnen.


So viel zu meinen Abhängigkeitsverhältnissen.
Die ich natürlich vehement abstreite!
Einfach dass das klar ist. :-)

Vielleicht sollte ich heute noch erwähnen ... um etwelche Schocks vorzubeugen:
Heute Abend gehe im zum Frisör. Ich will mein Blond wieder zurück. Also nicht dass ihr denkt, mein Schwarz-Violett gefällt mir nicht. Im Gegenteil ... mir und den meisten Menschen um mich herum schien es besser zu gefallen.
Aber seit ich Dunkel trage, ist es dunkel geworden. Als hätte ich mir damit ein schlechtes Omen eingehandelt. Es reicht echt. Und wenn ich am Morgen in den Spiegel schaue, dann will ich hell und fröhlich sehen - und nicht erinnert werden.
Nicht beim ersten Blick in den Spiegel. Das kommt früh genug.

Von Dunkel auf Hell ist natürlich DER Alptraum eines jeden Frisörs, eines jeden einzelnen Haares. Jeder Kenner der Materie wird jetzt grad Schreikrämpfe kriegen, ich weiss.
Ich hoffe jetzt einfach innständig, dass ich ab morgen nicht Glatzenträgerin bin ...


Nach all den Hiobsbotschaften der letzten Zeit, wünsche ich mir, dass zumindest DIES klappt.
Das wird schon.

ODER? JA, GANZ BESTIMMT!

Mittwoch, 9. März 2011

DOLCE GUSTO

Meine Lieben

Dass es momentan nicht wirklich gut läuft ... ok, das wisst ihr ja.
Also gar nicht. Gargargar nicht.
Ich gebe mir aber trotzdem Mühe, reglmässig Lebenszeichen von mir zu geben.
Oder zumindest ein schönes Bild, oder zwei. Ein Gedicht.

Und Dauergejammer ist nicht, selbst wenn berechtigt. Aber es hilft nicht. Und man muss den Kopf heben. Das gelingt längst nicht immer, aber immer wieder. Und DAS zählt.
Darum:

Heute sind es ein paar Worte mehr, weil das Leben mich gestern Abend über mich selber lächeln liess. Lächeln ist immer gut.
Davon möchte ich euch kurz erzählen.

Also, ich hab da so ne MARIE. Marie ist bereits in der dritten Generation bei mir und jeder andere würde sie als stinknormale Kaffeemaschine bezeichnen. Da ich allem was mir lieb und teuer ist einen Namen gebe, heisst meine Maschine eben nicht Maschine - sondern Marie.
Das hier ist sie - darf ich vorstellen:

MARIE

Wenn nix mehr läuft, läuft um so mehr meine Marie. In allen Varianten, am allerliebsten als Latte Macchiato. Gestern Abend - ich kam eben vom Arbeiten nach Hause - es war gegen 20.00h, schien mir ein Latte M. genau das Richtige.
Doch Marie röchelte nur vor sich, irgendwie so ein atemloser Ton. Kein Tröpfchen spuckte sie aus. Sie machte mir einen komatösen Eindruck. Alles Entkalken half nix, Marie lag in den letzten Zügen.

Und weil ein Abend ohne Latte M. kein Abend ist ... und in meinem momentanen Sein schon mal gar nicht ... merkte ich, wie sehr man manchmal von Dingen abhängig ist.
Auf die Beruhigungshämmer meiner Arztes kann ich besser verzichten als auf mein Lebenselexier Kaffee!
Dass ich schlecht einschlafen konnte und mich dauernd von links nach rechts wälzte - dies will ich ja Marie nicht ungefiltert andichten. Aber möglich ist es durchaus!
Jedenfalls tränkte ich Marie die ganze Nacht in hochprozentigem Entkalker, in der Hoffnung, Marie möge wieder zum Leben erweckt werden. Heute Morgen fühlte ich ihr den Puls und checkte ihren Herzschlag: Nix. Null. Nada. Essig.
Ich drückte, rüttelte, grübelte. Nix. Null. Nada.
Fast hatte ich mir schon die Schuhe angezogen um mir Marie 4 kaufen zu gehen, als mir die Idee kam, Marie mal ganz auf den Kopf zu stellen und mittels Zahnstocher in ihrem Inntersten zu wühlen. Man kann es ja wenigstens mal probieren - oder?
Und so stocherte ich mutig in sie hinein. Plötzlich zischte es laut vernehmlich, sie spuckte Kalk - fast so, als ob ein schier Ertrunkener wieder einen Atemzug macht und verschlucktes Wasser nach raus befördert.

Das war ein Gefühl - ähnlich wie damals, als ich nach Tagen auf der Intensivstation wieder die Augen aufschlug und wirklich, so ganz real wahr nahm, dass die Krankenschwester kein Engel und der Arzt weder Klumpfuss noch Dreizack besass ... ich also noch Erdenbürgerin war.
So fühlte es sich an - Marie war wieder da!

Gründlich spülen, blitzeblank putzen.
Jetzt gibt es wieder Kaffee.
Von Marie.
Ja, ich bin ein Kaffeejunkie.
Ich weiss.
Selbsterkenntnis und lächendes Fazit:

Aber wenn sonst nix mehr läuft:

DIE KAFFEEMASCHINE MUSS ES EINFACH!

Dienstag, 8. März 2011

GEFÜHLE HABEN

Gefühle haben heisst,
das Leben zu spüren.
Und das Leben spüren
bedeutet am Leben zu sein.

Am Leben sein
heißt auch kämpfen zu müssen.
Und kämpfen müssen
bedeutet auch gewinnen zu können.

Gewinnen zu können
heißt, eine Chance zu haben -
und eine Chance haben
bedeutet, nicht aufgeben zu müssen.

Nicht aufgeben müssen
heißt, noch hoffen zu können.
Und noch hoffen können ...

... DAS BEDEUTET EIGENTLICH ALLES!

(Gerhard Feil)

Montag, 7. März 2011

DER BEWEIS!

Engel gibt es.
Das weiss ich ganz ganz ganz bestimmt.

Eine wunderbare, liebe Freundin  hat mir gestern den eindeutigen, unwiderlegbaren, ultimativen und für jeden von uns eindrücklichen Beweis geliefert.
Danke, liebes Ursi - danke lieber Peter!

Weil mir persönlich diese Bilder so gut gefallen und sie einfach jedem Menschen in der Seele gut tun, habe ich nachgefragt, ob ich sie euch zeigen dürfe - und ich darf.
Jetzt schaut euch das mal an...

... des Engels Flügel ...
Bild: Ursula und Peter Geissler

und

... eine einzelne Flügelfeder ...
Bild: Ursula und Peter Geissler

TUT DAS GUT!

Sonntag, 6. März 2011

MITTEN IN DER SZENE

Meine Lieben

Welche Nachricht wollt ihr zuerst lesen?
Die GUTE oder die SCHLECHTE?

Ok ok ok ... zuerst die gute Nachricht:
Also gestern Abend hatte ich einen richtig guten Moment. Aber einen ganz doll richtig guten Moment: "Mein" SCBern hat sich mit dem vierten Sieg in den Halbfinale der Eishockey-Play-Offs geschossen. Und ich war live dabei.


Die schlechte Nachricht:
Ich kriegte in Langnau nur noch Stehplatz. Das heisst nicht nur, dass man stehen muss. Das heisst vor allen: Sich um 17.30h einen Platz sichern. Warten bis zum Matchbeginn um 20.15h ... und ab da ging es dann noch bis 23.00h, weil der Match nach der offiziellen Spielzeit noch nicht fertig war und in die Verlängerung ging.
Was ich jetzt in einem Satz so lapidar dahin schreibe, hat folgenden Hintergrund - den ich euch nun detailliert erzähle:

Der liebe Gott hat damals bei der Grösse mir vielleicht ein bisschen viel von der inneren - und auf jeden Fall ein bisschen zu wenig von der äusseren Grösse zukommen lassen. Lieber Herr Gott, falls Sie in meinem Blog mitlesen: Bitte bei der nächsten Reinkarnation so um die 10cm mehr Bein, damit wäre ich schon ganz zufrieden. Müsste nicht immer die Kurzlänge kaufen und meinen 1.65m entsprechend den Stehplatz ganz vorne an der Bande wählen.
Und hier sind wir nämlich am zu besprechenden Punkt angelangt:
Ich stellte mich also als eine der Ersten ganz vorne an die Bande - freie Sicht aufs Spielfeld. Prima! Da ich schon weit über 40 Jahre an die Matchs pilgere (allerdings normalerweise im Sitzplatzsektor, den ich Jedem ab dem ca. 40 Altersjahren an Herz und den zu wärmenden Po legen würde), gab es viele "Hallos" und "Schön Dich zu sehen". Allerdings immer mit dem etwas bedauernden Blick hinsichtlich meiner Wahl des Stehplatzes. Aber wozu soll ich hinten stehen - da wo ich nichts oder viel zu wenig sehe?

Warum ich das besser hätte tun sollen, wusste ich dann spätestens um 20.15h, als der Match angepfiffen wurde.

Ich war nämlich umringt von einer Horde Paviane.
Also ... sie sahen eigentlich wie ganz normale Jungs und Mädels aus ... vielleicht etwas sehr pubertierend, vielleicht etwas sehr picklig, zwischen Anfang und Ende des Stimmbruchs die Jungs, hochhakig und Minibejupes die neu-östrogenen Mädels mit Quiekestimmlein. Dafür viel viel Schminke. Die Horde Pavi ... Tschuldigung ... Jungs und Mädels roch irgendwie auch sehr sehr pavianös - und ich war wirklich überaus froh, dass die Horde stets mit rechtem, hocherhobenem Arm den ewigen, alles überdauernden Schwur bis in den Tod auf unsere Mannschaft leistete. Einmal hat der junge Herr zu meiner rechten Seite nämlich irrtümlicherweise den linken Arm gehoben - uiiiii, Leute ... der Junge transpirierte derart, dass es mir in den Augen brannte und ich schier tränte.
Mit zunehmender Matchdauer wurde ich dann instruiert, dass ich mit geschätzten 35 Überjahren mitten in "der Szene" stand. Bingo! Da hatte ich ja einen Haupttreffer gelandet. Über mir wurde dann bei jedem Goal ein Banner gespannt. Auf meine Nachfrage, was denn da stehen würde, erklärte man mir genervt: "GMBH!" Hätte mir das was sagen müssen? Ich leitete ganz still und heimlich für mich ab, dass dies "Gesellschaft mit beschränkter Hirnleistung" heissen müsse. Es muss so sein.


Anfang des Match - als unsere Helden das Eis betraten - hatte sich nämlich folgende Szene abgespielt: Hektik und Nervosität brach in der Horde aus, ein riesiges Banner wurde über die ganze Rampe gezogen, ein paar ganz dürre, klapprige Bubis mit Wangenflaum und Jeans in der Kniekehle erklärten mir in abwechseln hoch-tiefer Stimmlage, dass dies eine lange eingeübte und bis ins kleinste Detail ausgeklügelte Choreo sei, ich auf Kommando das mir in die Hände gedrückte rote Blatt Papier beim aufgerufenen Buchstaben A hoch über den Kopf halten solle und ganz laut mit schreien solle.
Ich schrie dann auch ganz laut - aber vor lauter Lachen. Weil "die Szene" wohl in der Hitze des Gefechtes einen falschen Banner mitgenommen hatte, die Kerle sich gegenseitig beschimpften und einander wechselseitig die Schuld am Debakel zuschoben. Blöd, wenn da sowas wie "frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr steht" anstelle einer exorbitanten Lobeshymne auf die Berner Mutzen steht.
Peinlich!

Je länger der Match ging, je mehr reifte in mir die Überzeugung, dass ich hier in einem Trupp Pavi ... Leute gelandet bin, welche anstelle von Hirnzellen blosses Schalldämm-Material kopfintern mitgekriegt hatten. Nicht nur, dass sie bei Minustemperaturen im T-Shirt ihren Mann standen (durch blau angelaufenen Lippen immer wieder bekräftigten, wie heiss es doch sei) - nein, sie begossen sich gegenseitig immer wieder aufs Neue mit Bier, fanden das total lustig.
Ganz toll fand der Trupp auch, den gegnerischen Fans (welche unglücklicherweise immer wieder vor unserer Stehrampe zu ihren Plätzen durchgehen mussten) Getränke oder die Bratwurst mit Senf mittels einer Fahnenstange aus den Händen zu schlagen. Und falls sich dann jemand erdreistete, auch nur etwa den Kopf missbilligend zu schütteln, wurde derjenige mit bösesten Flüchen und obszönsten Gesten in die Flucht geschlagen.
Ich lehnte mich oft - sehr oft - weit, sehr weit, aus dem Fenster, dass ich entschuldigend und empört über "die Szene" eine Geste der Verbundenheit in Richtung "Gegner" schickte ... und gleichzeitig die Pavi ... die Jungs und Mädels in die Schranken wies.
Eingebracht hat es mir, dass ein paar unschöne Wort über meinem weisen Haupte ausgeschüttet wurden und man mir den Fanstatus glatt weg aberkannte. A) weil man sich in meinem Alter einen passenden Sarg sucht und nichts an einem Hockeymatch zu suchen hat und B) wenn man nix von der Sache versteht, einfach besser schweigen solle.
Ich sage dazu nur: GMBH, sehr sehr GMBH!
Und - kann mir jemand sagen, warum junge Menschen mindestens alle 2 Minuten auf den Boden spucken müssen? Also ganz dringend? Ohne Spucken geht ja gar nix mehr! Wer was zu sagen haben will, muss spucken. Und Pöbeln. Und möglichst laut rülpsen.
Über den ganzen anderen gruseligen Rest lege ich das Tuch des Schweigens.

Den Respekt holte ich mir dann doch erstaunlicherweise noch zurück, als der Paviantrupp konstatierte, dass ehemalige Spieler und wichtige Hockeypersönlichkeiten mich in dem Pulk entdeckten und erfreut zu mir kamen um ein paar Worte zu wechseln. Da war ich dann wieder jemand! Aus "der Alten" wurde "die Hockey-Lady". Diesem Umstand habe ich es wohl zu verdanken, dass ich gleich nach Ende des Matches unbehelligt den Weg quer durch die Stehrampenmenge nach draussen und rein in den Car fand.

Gelernt habe ich gestern: Macht total Spass unter Menschen zu sein. Bloss aussuchen sollte man sie sich können.
Das nächste Mal nehm ich auf jeden Fall wieder Sitzplatz. Versprochen.

Toll war der Abend. Und ich freue mich mit den Spielern auf den Halbfinal!

Den Langnauern möchte ich gerne sagen: Nicht traurig sein! Ihr habt euch tapfer geschlagen und habt den ganzen Eishockeyrespekt verdient. Wer derart mit Herzblut und Mut kämpft, hat Respekt verdient! War schön bei euch! Weiter so!


Wünsche euch Allen nun einen wunderbaren Sonntag! Geniesst den winkenden Frühling und die lachende Sonne.
Und wenn es irgendwie geht: lacht mit.

ICH PROBIERE ES AUCH!

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails