Sonntag, 31. Januar 2010

FRAU HOLLE - GO HOME!

Was für ein aufregendes Wochenende! In jeder Hinsicht!

Ich habe so viel zu erzählen. Von Freunden, der Familie, Erlebnissen, von Köln und Kneipen, Wiedersehensfreuden und schlaflosen Nächten. Eines nach dem andern. Heute ist das Wetter dran - und daraus resultierende Turbulenzen, Konsequenzen.

Die Hinfahrt am Freitag war nicht ohne - der Winter hier in Deutschland ist ungewohnt heftig (wir Alpenvolk sind uns dies ja gewohnt) und wie die Deutschen auf den Winter reagieren auch. Die ersten 300km flutschten wunschgemäss und ich musste zu Schatzes Freude auch nur 1x aufs Klo. Er mag diese Pinkelpausen nicht - irgendwie unterbreche ich damit stets den Lauf, den er grad hat. Aber sobald ich dann bei jeder Bodenwelle Augenwasser kriege, MUSS es einfach sein!

Nach diesen lockeren ersten Kilometern begann dann aber das Schneetreiben - und die Warnmeldungen am Radio proportional auch. Das sind immer diese Momente, wo ich mein Temperament zügeln und Ruhe an den Tag legen muss, zum ruhenden Pol mutiere - weil Katerli zusehends in die Ausnahmesituation "Fahren unter schwierigen Verhältnissen" gerät. Nicht wegen ihm selber - er (und da muss ich ihm echt ein grosses Kompliment machen) kann es. Ein guter Fahrer mit viel Um- und Voraussicht, mit dem Reaktionsvermögen einer Raubkatze ... aber dem Nervenkostüm eines verletzten Tyrannosaurus Rex, der sich in die Enge getrieben fühlt.

Also - die nette Stimme aus dem Radio verhiess, wie bereits erwähnt, nichts Gutes. Dichtes Schneetreiben, zunehmend Glatteis und schwer befahrbare Strassen ... genau auf der Strecke, auf welcher wir unterwegs waren! Wilhelmines Wischerblätter sausten in Höchstgewindigket über die Scheiben, trotzdem war die Sicht alles andere als gut. Strassenschilder und Autobahn zugeschneit. Katerchen drehte so langsam am Rad, weil unser Navi die Ankunftszeit immer weiter nach hinten korrigierte, ich drauf und dran war, Charlotte ... Susi ... Alexandra - oder wie immer die Dame im Navi heisst - meine Meinung zu geigen. Bekanntlich ist es Perle vor die Säue werfen. So kraulte ich dann halt einfach meinem Liebsten die gestäubten Nackenhäärchen und redete in monotonem Singsang beruhigend auf ihn ein. Ich bin dabei eingeschlafen.

Da war dann aber plötzlich dieses Auto, welches mit 30 km/h über die Autobahn schlich - schön mittig zwischen Spur 1 und Spur 2, wahlweise mal ein bisschen weiter rechts, dann wieder ein bisschen mehr links. Das Zähne fletschen vom Katerli hat mich dann geweckt. Als wir höllisch aufpassend neben besagtem Fahrzeug vorbei fuhren, entpuppte sich dieses Gefahrenpotential als ein alter, sehr alten Mann, der sich krampfhaft am Lenkrad anklammerte, die Nase schier vorne bei der Scheibe und wohl infolge Nachtblindheit völlig die Orientung verloren hatte.
Kaum war diese Gefahr gebannt, raste einer der ganz Grossen, Starken, mit männlich-potent-heldenhaften 150km/h im dichten Schneetreiben links neben uns vorbei. Dicht gefolgt vom nächsten Geschoss, das sich natürlich nicht abhängen lassen wollte - versteht jederman(n), oder? Die Netiquette und meine gute Erziehung verbieten es mir, weder Gestik noch Wortwahl meines ob solchen Schwachmaten nervlich äusserst irritierten Katerchens wieder zu geben.
Im Kegel des Fernlichtes sah man ein paar Minuten später ein Auto abgestürzt im Strassengraben, das zweite in Symbiose halb darauf liegend - "dumm gelaufen" quetschte Schätzu zwischen zusammengebissenen Zähnen fauchend und knurrend hervor. Ich meine gesehen zu haben, dass sein Blick leicht diabolisch angehaucht und gefährlich blitzend war. Hab sofort wieder gekrault. Die gestäubten Nackenhäärchen.


Die Radiosender wussten in den folgenden Stunden gar nicht, welche Warnmeldung zu überfrierender Glätte, Blitzeis, Schneeverwehungen, Auffahrkollisionen, Unfällen nun denn die Wichtigste sei ... Es war sehr anstrengend, auch für mich. Ich, die ich immer mitfahre, mitlenke, die imaginäre Pedalerie drücke und mich gleichzeit festhalten muss - für alle Fälle.
Als der Radiosender dann noch "Highway to hell" zum Besten gab, beschloss ich Sender zu wechseln. Na ja - Bata Illic's "Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii" machte die Sache nicht besser. Hätte er vielleicht diesen Sand auf die Strasse gekippt, dann hätte man darüber sprechen können. aber so ... !
Wir waren einfach nur froh und dankbar, als wir Stunden später und verspätet, aber heil und gesund, Wilhelmine auf dem Hotelparkplatz zur Nachtruhe abstellen konnten.

Die so sehr verdiente Nachtruhe war dann aber von nicht allzu langer Dauer, weil noch vor 06.00h die Trottoirs hier freigeschippt werden müssen. Und die Schneeschaufeln geben ja diesen einen schreienden Laut von sich, wenn sie über den Asphalt schaben. Der Biss ins Kissen ersetzte mir böse Flüche!
Das anschliessende Frühstück und der Kurzbesuch bei den Schwiegereltern liessen aber die Strapazen bald vergessen.

Vielleicht mag es auch an der Shopping-Vorfreude gelegen haben, dass mein Elan zur Hochform auflief! Weil nämlich mein Kleiderschrank zu Hause diese stets wiederkehrende Leere aufweist - Frauen wissen, von was die Rede ist - machten wie uns auf den Weg gen Oberhausen zum Outlet-Laden meiner Wahl.


Auch diesen Weg säumten übrigens Polizei, Sanität, Fahrzeuge in allen Stadien der Auflösung. Mal auf dem Dach, mal auf der Seite, aber auch tief im Graben unten. ....!....!
Nach erfolgreicher Mission Kleiderschrank, nahmen wir die Strecke nach Kölle - zu gut Deutsch: Köln, unter die Räder. Unsere lieben Freunde, Herzmenschen, wohnen da. Und seit der Heirat auf Rhodos, den gemeinsamen Ferien, haben wir uns nicht mehr gesehen - und doll vermisst. Endlich war Wiedersehen angesagt! Davon erzähle ich dann bald auch.

Freund Ralf warnte uns aber vor den Strassenverhältnissen - worauf mein Schätzu mir verschmitzt lächelnd erklärte: "Ach weisst Du, die Rheinländer sprechen ab 2cm Neuschnee von Wetterchaos und bei 2 Schneeflocken auf 100m von dichtem Schneetreiben - wir fahren jetzt!" Gesagt, getan. War auch kein Problem, die Autobahn leergeräumt, alles prima.
Nach einem einmaligen Abend (!) - der dringender Wiederholung bedarf (ich habe zum ersten Mal eine richtige Kneipe mit der dazugehörenden Kneipenkultur erlebt) - versprach die Heimfahrt zur Rutschpartie zu werden. Es glitzerte wie ein Sternenmeer auf der Strasse! Lief aber alles gut - wie gesagt, Katerchen ist Meister seiner Fachs. Irgendwann nach Mitternacht waren wir im Bette, freuten uns auf Schlaf satt. Allerdings ohne die Rechnung mit der Schneefräse des frühen Morgens gemacht zu haben. Während Katerli noch lapidar von der Notwendigkeit infolge deutscher Rechtsprechung lamentierte, ging ich die diversen Möglichkeiten der Liquidation des Übeltäters durch. Da ich mir keine Horrorfilme anschaue und ergo keine entsprechende Ahnung - nicht mal das geringste Talent - zum Vollstrecker habe, beschloss ich es bei innerlich-üblen Beschimpfungen und der Tatsache, nach dem Aufstehen die wirklich gute Maske mit der Hyaluronsäure meinem Gesichte zu Gute kommen zu lassen, zu belassen.

Vielleicht wird ja die Versprechung wahr und es polstert die Poren, Falten, Linien tatsächlich auf. Dann sieht man mir die Kneipentour wie auch die kurze Nacht sicher nicht mehr an. 3 Tassen Kaffee und der Roll-on (auch koffeinhaltig!) gegen die Augenringe tun offensichtlich gute Dienste - ich sehe jetzt nur noch durch genudelt aus, nicht TOTAL durch genudelt.

Anyway - wir haben die Heimfahrt von heute Abend auf morgen früh verschoben. Brauchen unbedingt noch ein bisschen mehr Ruhe und Schlaf, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Ich hätte da jetzt noch diese eine Bitte:
FRAU HOLLE - LASS STECKEN!

Freitag, 29. Januar 2010

ER ZEUS - UND ICH...?

Heute Morgen wurde mir Wissen geschenkt. Mir wurden die Augen geöffnet.
Eine meiner angeheirateten Lieblingsverwandten - eine wunderbare Frau und die Tante meines Schätzus - hat die Sache in einer herrlichen Mail, ob welcher ich jetzt noch schmunzle, auf den Punkt gebracht:

Sie hat dem Katerli zu seinem Geburtstag gratuliert und vermerkt, dass ihr ob meinen äusserst wohlwollenden Beschreibungen hinsichtlich meinem Herzallerliebsten seine Affinität zu Rhodos / Griechenland allgemein klar geworden ist: Zeus MUSS sein Göttervater sein.
Das heisst: der Ursprung meines Katerlis liegt in dieser dominant-gütigen Figur und prägenden Gestalt der Griechischen Mythologie.


Diese Theorie gilt es für mich als unscheinbare, angeheiratete, rotbackige Alpen-Heidi erst mal zu verdauen!
Ich bin mir nicht sicher, ob der Duft von Alpenrosen dagegen anstinken kann...! Ich befürchte nein.
Meine Persönlichkeit fühlt sich ob dieser Tatsachen geplättet. Herrjeee!
Hab ich das Wesen des Katerlis wirklich so zum Ausdrucke gebracht? Ich sollte nicht immer diese pinkfarbenen Pillen mit dem lächelnden Delphin darauf schlucken. Und vielleicht mit meinem Latte Macchiato-Konsum etwas sorgfältiger umgehen. Ich scheine ja mit den Lorbeerkränzen förmlich um mich geworfen zu haben!

Zugegeben, Katerli hat, was bisher Keiner hatte. Und davon hat er ganz viel! Mhhh!
Aber in direkten Ahnenlinie mit Zeus...? Nun ja, Zeus ist sowohl der Göttervater, wie auch der Gott des Himmels - UND der Gott des Donners, der Blitze. Ok. Wir kommen der Sache näher. Einen Schuss Eros hat er auch intus. Früh am Morgen, kurz nach dem Aufstehen, erinnert er aber auch an diese einäugigen Zyklopen. An Hephaistos - den Gott der Vulkane - wenn sein Temperament Oberhand kriegt. An gemütlichen Abenden nenne ich ihn auch gerne Dionysos (römischer Name: Bacchus).

Ich muss zugeben - Schätzu's Lieblingstante hat im Ansatz durchaus recht. Ob es nun wirklich Zeus ist, dies werden weitere interfamiliäre Diskussionen an den Tag bringen müssen. Aber die Laufrichtung stimmt.

Aber wo ein Zeus ist - muss doch auch das weiblich-göttliche Pendant zu finden sein! Ich muss mich und meine Persönlichkeit doch auch irgendwo eingeben können! So habe ich denn mal geschaut, welch Göttin meinen Namen trägt - im übertragenen Sinne. Aber ich fand da vor allem Göttinnen, deren Jungfräulichkeit ihr Markenzeichen ist. Da muss ich passen. Mein Blick geht beschämt zu Boden. Da bin ich durch. Die Tatsachen sprechen für sich und gegen mich.

Bliebe also noch Persephone, Königin der Unterwelt. Ja prima...! Dann weiche ich doch lieber auf Hebe aus - sie ist die Mundschenkin der anderen Götter, reicht würdevoll Nektar und Ambrosia. Ja, das kommt hin. Auch wenn es jetzt nicht Nektar und Ambrosia, sondern Schinkenbrötchen mit Remouladensosse, Tomate, Gurke und dazu ein kühles Bier ist...
Diese Situation ist mir irgendwie vertraut.
Abstand nehme ich von Medusa, dieser Dame mit den Schlangen auf dem Kopf. Ich bin kurzhaarig.

Zu des Zeus' Nachkommen - wie immer liebevoll Katerli genannt - möchte ich noch anfügen, dass ja gestern sein 46er Geburtstag gefeiert wurde. Nach dem herrlichen Essen zockelten wir pappsatt und müde in das Parkhaus, bereit zur Heimfahrt. Unser Auto Wilhelmine stand auf Parkdeck 3B. Schätzu drückte im Lift aber auf Etage 4. Auf meinen fragenden Blick hin erklärte er sich folgendermassen: "Ich bin jetzt 46. Von Etage 3 müsste ich zu 3b hochlaufen. Von Etage 4 kann ich abwärts gehen."
Soviel zu den Zeus’schen Ambitionen!

Oh! Ich hab da bei Wikipedia eben was Interessantes entdeckt! Da gibt es eine ganz tolle Frau. Ein Hingucker sondergleichen. Sie ist die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde.
Wenn ich die Lesebrille nicht trage, so meine ich, gewisse Ähnlichkeiten im Profil ersehen zu können. Man soll ja nicht kleinlich sein. Lassen war das Penibel sein heute mal aussen vor. Grosszügigkeit ist angesagt, an einem Tage wie diesem.


Nennt mich doch ab heute der Einfachheit halber:
APHRODITE :-)

Donnerstag, 28. Januar 2010

HEUTE WIRD GEFEIERT!

Heute ist ein guter Tag!
Heute habe ich weiss Gott einige Gründe zum Feiern:



Erstens
habe ich 4 Tickets für das U2-Konzert am 11.09.2010 ergattern können. Da wir zu dieser Zeit auf Rhodos weilen, also leider nicht in den Genuss dieses musikalischen Leckerbissens kommen werden - dafür in den Genuss vieler anderer leckerer Bissen und dergleichen - gehen die Ticket an meinen lieben Freund Thomas. Wir leisten uns gegenseitig in jeder Lebenssituation Schützenhilfe. Und ich freue mich über seine Freude!
Irgendwie habe ich den Dreh jetzt raus, wie man erfolgreich und legal über Ticketcorner zu dem Gewünschten kommt. Ziemlich zeitaufwändig - aber äusserst Erfolg versprechend.


Zweitens
werden heute Abend die Koffer gepackt. Ein Wochenende im Lande meines Schatzes steht bevor. Und ein Treffen mit Herzfreunden. Sie waren mit uns, als auf Rhodos Hochzeit gefeiert wurde. Ganz nah bei uns. Wiedersehen zu feiern und sie in die Arme zu schliessen ... wie schön wird das!
Endlich auch wieder mal Schätzus Familie sehen! Und hemmungslos im Outlet shoppen! Currywurst mit Pommes essen. Im "Jägerstübchen" ... mhhh! Freund Toto auf einen Kaffee im "Kleinen Prinzen" treffen. Mein Schatz wird seine alten Kegelfreunde sehen - und 2 Matchs lang so manche Kugeln hoffentlich erfolgreich schubsen.
Die Zeit wird im Flug vorbeigehen. Leider.

Drittens
geht es mir besser. Gestern Mittag warf ich im übertragenen Sinne das Handtuch und bewegte mich schonend gen zu Hause. Meine Innereien fuhren Achterbahn. Habe den ganzen Nachmittag fiebrig verschlafen - um dann am Abend fast gesund wieder zu erwachen. Katerli brachte mir Suppe und eine Gute-Besserungs-Rose mit nach Hause.
Welch derart umsorgter Frau würde es da nicht besser gehen?

Viertens und Wichtigstens
ist die Tatsache, dass mein Schätzu heute Geburtstag hat! Er wird junge 46 Jahre alt. HAPPY BIRTHDAY KATERLI! Ich wünsche Dir einen exporbitant-genial-guten-wunderbar-herrlich-sensationell-grandios-superbe-göttlich-herrlich-glorios-magisch-schönen Tag. Es ist DEIN Tag, geniesse ihn!


Wenn es die Stabilität meines momentan äusserst sensiblen Magen-Darm-Traktes zulässt, werden wir uns heute Abend den lukullischen Genüssen eines mongolischen Barbecues hingeben. Mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Die da wären: Bauchweh infolge zuviel weil so lecker, raumgreifende Duftirritationen auf Grund von exzessivem Knoblauchkonsum, Dauergrinsen weil die Abende beim Mongolen einfach speziell schön sind. Brutal rapides Ende des Dauergrinsens, wenn "am Morgen danach" das Orakel der Waage befragt wird.
Am besten, wir lassen das! (Dieser letzte Satz bezieht sich ausschliesslich und alleine auf die Befragung der Waage!) :-)

Dem Chef de service habe ich den Grund der heutigen Feier schon mitgeteilt - und so kriegt mein Katerli noch ein leckeres Dessert zum Abschluss eines einmaligen Tages.
Irgendwie ... passt heute alles!

LET'S ROCK THIS DAY!

Mittwoch, 27. Januar 2010

SHE'S A LADY!

Nun kriegt mal unsere Wilhelmine eine Geschichte.

Sie ist knapp über zwanzig Jahre alt. In edlem Rot gehalten - wenn auch mittlerweilen in der Farbe abgeschossen. Sie hat eine Delle auf der rechten Seite und die Klimaanlage hat Anfang Sommer 09 ihren letzten Hauch getan.

Und nun - nun lässt sich auch das vordere Fenster beim Fahrer nicht mehr öffnen. Beziehungsweise ... öffnen könnte man das Fenster theoretisch. Bloss mit dem wieder schliessen, da könnte es Probleme geben. Heute war unser Minchen beim Doc in des Chefs Werkstatt. Diagnose: Fensterhebermotor futschikato. Und den auszuwechseln würde mehr kosten, als ich vor 1 1/2 Jahren für Wilhelmine bezahlt habe.

Eigentlich wäre jetzt die logische Schlussfolgerung, dass es dies gewesen sei und Minchen dem Verwerter zuzuführen ist. Der Zahnriemen müsste nämlich jeden Augenblick auch noch gewechselt werden, im Rahmen eines grossen Services. Und dann war da noch die Rede von Radlager, Manschetten, Auspuffmittelrohr. Das wird teuer, mein Portemonnaie tränt.

Im übertragen-menschlichen Sinne hat Wilhelmine akut Cellulitis-Dellen und Falten, der Kreislauf ist auch nicht mehr der Beste, sie hat einen Hang zum Suff (12 Liter auf 100km, fährt man denn über 140 km/h) und hetzt man sie, kommt sie arg ins Schnaufen und röhrt bronchial. Von der Optimierung mittels Schönheits OPs wollen wir jetzt gar nicht reden, so oberflächlich sind wir nämlich nicht - oder?

Wir - und damit meine ich Schätzu und mich - wir sind alles andere als oberflächlich! Wir haben richtige Gefühle für unser Minchen! Während meine Mannen in der Werkstatt unser Goldstückchen mehr mitleidig denn alles andere belächeln, haben wir Beiden ein Herz für sie. Sie ist eine Lady durch und durch. Selbst wenn ein bisschen der Lack ab ist. Sie ist schnittig und hat Charme. Für ihr Alter trotz allem gut im Schuss. Und eine treue Wegbegleiterin auf so vielen Fahrten. In 2 Tagen starten wir wieder gen Deutschland. Mit Wilhelmine. Ihr gefallen diese langen Fahrten! Da muckt sie in keiner Art und Weise, schnurrt vor sich hin, ruckelt kein bisschen (im Gegensatz zu Kurzstrecken), ist durch und durch zuverlässig. Mein Schatz fühlt sich wohl sie zu fahren - mich lässt sie im Beifahrersitz herrlich schlafen. Und der Kofferraum ist so geräumig, dass selbst ich ausgedehnte Shoppingtüren problemlos unternehmen kann. Sie hat erlebt, wie Schatz und ich zusammengezogen sind, war unsere Hochzeitskutsche und wird mich im Frühling 2010 fahren lernen.

Sie gehört sozusagen zur Familie. Wir mögen sie. Gerne sogar. Ihr solltet sie mal sehen ... mit ihrem Schiebedach ... dieses coole, 2türige Coupé. Sie hat was ...!
Was sie hat, nennt man Ausstrahlung. Charisma.



Und nun das Ding mit der Fensterscheibe. Echt blöd. Jeder Andere ausser meinem Kater hätte sich von Minchen verabschiedet. Sofortige Trennung. Aber er, er nimmt in Kauf, dass nun beim Fenstermotor der Stecker gezogen wurde - das Fenster also nicht mehr bewegt werden kann - und wir nun fortan mit geschlossener Wilhelmine fahren. Zumindest linksseitig. Er, der zu meinem Mittelohr-Entzündungs-Leidwesen liebend gerne mit offenem Fenster fährt, den Ellbogen raushängen und sich den Fahrtwind um die Nase fächeln lässt. Er hat beschlossen, in Parkhäusern und bei Polizeikontrollen nun eben auszusteigen.

Wir haben beschlossen, Minchen unter der Motohaube so gut es eben geht fahrtüchtig zu halten. Sie soll ihren neuen Zahnriemen kriegen. Einen neuen Geber- und Nehmerzylinder hat sie schon zu Weihnachten bekommen. Wilhelmine rutscht bestimmt nochmals durch die nächste, baldige Prüfung im Strassenverkehrsamt.

So eine Lady schmeisst man nicht einfach zum alten Eisen.
Auch wenn sie Ecken und Kanten und Beulen  hat ...
... UNSERE WILHELMINE LEBT WEITER!

Dienstag, 26. Januar 2010

VON KLEINEN VIREN UND KLEINEN WUNDERN

Mir ist schlecht. Und deshalb heute auch eine echte kurze Kurzgeschichte.

Heute ist mir schon den ganzen Tag nicht so, wie es einem sein sollte - mir ist übel. Von der übelsten Sorte. Und seitdem ich weiss, dass meine Kollegin mit argem Magen-Darm-Infekt flach liegt, ist mir sogar speiübel. Chef 1 klagt ebenfalls über "sehr flau im Magen", Chef 2 hat Bauchschmerzen. So gesehen bewege ich mich in guter Gesellschaft.
Zuviel Arbeit habe ich momentan um die Ohren, als dass ich jetzt einfach mal einen Ruhetag hätte einlegen können. Und solange ich nicht schier in die Knie - bzw. aufs Klo gezwungen werde, bleibe ich auf dem Bürostuhl sitzen. Ich kann ja schnell rennen. Noch ...



Ich habe also den Tag hinter mich gebracht, so gut es eben ging. Wahrscheinlich habe ich schon bessere Tage gehabt und meine Ausstrahlung erinnert an einen toten Esel. Zumindest EIN Kompliment konnte ich einheimsen: "Wenn Du so kreidebleich bist, kommt das Blau Deiner Augen so richtig schön zur Geltung". Danke!
Mein Job hat den Vorteil, dass ich sitzen kann. Mal mehr, mal weniger. Heute mehr. Zum Glück fanden sich nicht viele Kunden ein und die Jungs in der Werkstatt drüben nahmen mir auch so einiges ab. Manchmal waren die Bauchkrämpfe echt heftig - ich kugelte mich zusammen wie ein untergewichtiges Igelkind im Winterschlaf. Autsch.
"Tut es sehr weh ...?" - nö, nur wenn ich ganz doll lache ...!

Trotzdem, ich möchte diesem Tag etwas Gutes abgewinnen. Nein, nicht nur etwas.

Aufgrund der Tatsache, dass es heute unwahrscheinlich kalt war, durfte ich ein kleines, unscheinbares - aber desto trotz nicht weniger spektakuläres Wunder erleben. Es war heute Nachmittag, als einer der Mechaniker zu mir ins Büro rüber kam und erzählte, dass eines der Autos draussen mit unzähligen kleinen Sternen übersät sei.
Sterne - das ist bekanntlich das Wort, welches meine ganze Sympathie hat. Und so ging ich mit ihm auf den Vorplatz raus. Ein bisschen frische Luft kann ja nicht schaden, hab ich mir gesagt. Stand vor den Wagen und ... kam aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Da waren richtige, kleine, silberne, 6-zackige Schneekristallsterne. Überall auf dem Fahrzeug. Es sah aus wie ein Kunstwerk. Dadurch, dass der Wagen dunkelviolett-schwarz ist, sah man diese kleinen Schönheiten in ihrer ganzen Pracht.
In dieser Ausprägung der Details habe ich sowas noch nie vorher gesehen. So schön!
Es tat mir gut. Und tut es immer noch.



Bald danach machte ich mich auf den Weg nach Hause. War froh, als ich endlich den heimischen Bahnhof erreichte. Schnell schnell nach Hause. Und was finde ich da? Die Tickets von AC/DC lagen im Briefkasten!!! Super! Katerchen wird sich freuen!

Na ja - Chef Nr. 1 wird heute Abend die Bakterien in Whisky ersäufen - das soll prima helfen. Ich werde mich an Kamillentee halten, folge ich nämlich dem Chef-Tip, laufe ich Gefahr, heute Abend hemmungslos randalierend in der Innenstadt aufgegriffen zu werden. Deshalb leg ich mich jetzt besser ins Bett. Und kuriere mich.

GUTE NACHT - UND BLEIBT GESUND!

Montag, 25. Januar 2010

IST ALLES OK MIT IHM?

Es passierte letzten Samstag.

Der Wochenendeinkauf war erledigt, keine grösseren anstehenden Arbeiten die noch erledigt werden mussten, die Stimmung gelöst, heiter und grundlegend wochenendmässig gut.
Die Aussichten auf einen spannenden Hockeymatch am Abend und einen ruhigen Sonntag war Honig für unsere Seelen. Herrlich.

Umso mehr verwunderte ich mich, welch Töne ich plötzlich aus dem Computerzimmer hörte. Vorhin sass da doch eben noch mein Schatz...?
Wie soll ich die Töne beschreiben? Etwas zwischen lautstarker Teenie-Party, Schlägerei zweier sich rivalisierenden Rockerbanden und Katastrophenalarm bei Erdbebenalarm Wert Richterskala 10! Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht.
Bin sofort aufgesprungen und zum Compizimmer gehetzt - um eventuelle erste Hilfe leisten zu können.

Die auch wirklich nötig war - auf den ersten Blick. Mein Katerli hing in Zuckungen begriffen halb über dem Stuhl, halb über dem Pult. Seine Arme gestikulierten unkoordiniert in der Gegend rum - ähnliche Bilder sieht man jeweils bei den Strangulationsopfern in Krimis. Auch sein Gesichtsausdruck verhiess nichts Gutes!
Herzinfarkt? Epileptischer Anfall? Hat er ungewollt irgendwelche psychedelischen Drogen in den Kaffee am Morgen gemixt gekriegt und ist nun voll auf einem Horrortrip?



Ich repetierte kurz, was ich im Nothelferkurs über die lebensrettenden Sofortmassnahmen gelernt hatte: Bereit zur cardio-pulmonalen Reanimation. Agieren nach dem Ampel-Schema: Schauen - Denken - Handeln.
Habe also erst mal geschaut und das eben Dokumentierte erblickt. Erschreckend war es!
Dann habe ich gedacht: Was passiert hier gerade mit meinem armen Katerli? Diese Frage warf ich unterschwellig hysterisch und mit erhöhtem Stimmvolumen in den Raum!
Worauf mein Liebster sofort zu zucken aufhörte, sich mir zuwandte, mit leicht irrem Blicke und dezent sabbernd meinem Intellekt eröffnete: "So geil ... "Reign in Blood" von SLAYER ... so geil!"
Gemäss dem erlernten Ampel-Schema Punkt 3 habe ich sofort gehandelt: Türe zu gemacht, Kopf verständnislos geschüttelt und ihn für temporär verrückt erklärt.



Ich habe mir dann aber doch meine Gedanken zu diesem interdisziplinären Zwischenfall gemacht, schliesslich bin ich seine Frau und für das seelisches Gleichgewicht mitverantwortlich. Geht es ihm nicht gut? Midlife-Crisis? Testosteron-Schock? Erhöhtes Aggressionspotential? Kann ich mit ihm am Abend gefahrlos an den Hockey-Match gehen oder zettelt er eine Schlägerei an? Hat er doch was mit dem Herzen?
Falls nein - was haben SLAYER was ich nicht hab?!?

Ich bin dann zum Schluss gekommen, mir erst mal einen Latte zu brauen - so was beruhigt meine Nerven ungemein. Vielleicht könnte ich mit meinem Schätzeli ja einen Yoga-Kurs besuchen, soll Wunder wirken und dabei helfen, die innere Mitte zu finden. Oder doch eher abstraktes Malen? Klöppeln? Origami für Anfänger?

Noch während ich in Gedanken die Liste der Möglichkeiten durch ging, kam Katerchen fröhlich pfeifend, mit dem Leben und sich im Reinen, zufrieden und ausgeglichen aus dem Compizimmer gedackelt. "Geil ... einfach geil..."! Sein Grinsen fing unter dem Ohrläppchen des linken Ohres an und endete auf der anderen Gesichtshälfte unter dem Ohrläppchen des rechten Ohres.

Es war also davon auszugehen, dass physisch und psychisch soweit alles mit ihm ok war. *AUFSCHNAUF*
Kleine Jungs, grosse Jungs. Wo ist der Unterschied? Ich lächelte.

Er blinzelte mir zu und meinte: "Vielleicht besser, dass Du nicht ans Metallica-Konzert mit kommst".
GENAU DAS DENKE ICH AUCH! :-)

Sonntag, 24. Januar 2010

LIEBE IST LACHEN!

Besonders an den Wochenenden kommen diese Gedanken.
Wahrscheinlich, weil man mehr Zeit hat - und sich diese dann auch nimmt - öfter als während der Woche. Die Woche, welche uns stets viel an Arbeit und Einsatz abverlangt. Ich mag auch die Tage der Woche, sehr sogar. Weil ich Teil von etwas bin, weil ich vieles bewegen, erarbeiten, umsetzen kann.
Aber wenn der Feierabend da ist, freue ich mich auf die Stunden des Abends - um die Zeit mit meinem Schatz zu geniessen.

Gestern Morgen, als ich genau in dem Moment die Augen aufschlug, als Katerli mit meiner grossen Kaffeetasse durch die Türe des Schlafzimmers trat, mich grinsend anschaute und schelmisch meinte: "Du sieht wieder hinreissend aus" ... wohl wissend, dass die verwuschelten Haare in rechten Winkel von meinem Kopf abstehen, meine Äugelein noch klein sind und das Schlafshirt nur minim aufreizend.
Er geht einkaufen und bringt mir - unaufgefordert - ein Körbchen dieser sündhaft teuren Himbeeren mit, weil er weiss, dass ich sie liebe. Er streichelt mir kurz über den Kopf, einfach so. Und nimmt oft meine Hand.
So geht es durch den ganzen Tag, so geht es durch all die Tage. Und er schafft es stets wieder aufs Neue, mir dieses schokoladensüsse Gefühl in die Seele zu zaubern. Diese Ruhe in mir, wenn ich zurücklehne und ihn anschaue. Wohlfühlgefühle, weil es ihn gibt. Das Empfinden welches an Wissen grenzt, dass mir nichts Schlimmes passieren kann.

Dann frage ich mich manchmal: was genau ist es, dass ich so besonders an ihm finde? Warum er? Was hat er, was Keiner vor ihm hatte? Was ich sonst nirgendwo in der Kombination erlebe?
Er ist ein wunderschöner Mann, ohne Frage. Aber das ist es nicht. Seine bergseeblauen Augen - nein, auch sie nicht. So wenig wie sein seidenweicher Lockenschopf. Dass er unkonventionell und noch sehr jung im Wesen ist, ja es gefällt mir, aber auch das ist nicht der Grund. Ob es seine unendliche Gefühlswelt ist, die Emotionen welche er an den Tag legen kann, seine Bereitschaft sich auf so vieles einzulassen, das Wollen und Können meinen Jungs ein zuverlässiger Lebensbaustein zu sein, die wirklich ausserordentliche Intelligenz welche mich immer wieder verblüfft, seine Phantasien und der Ideenreichtum, die grosse Empathie für das Drumherum? Dass er meine Träume teilt und wir gleiche Ziele haben? Ich kann mich auf ihn verlassen und ihm vertrauen. 

Und erst wie er küsst...!

Von allem ein bisschen, bestimmt. Für mich ganz wichtig. Er beeindruckt mich mit ganz vielen Dingen. Doch das Wichtigste für mich: Sein Humor und dass er mich immer wieder zum Lachen bringt. Nicht mit flachen Sprüchen - ab und zu auch mit solchen - aber vor allem sein Humor in Bezug auf sich selber und auf mich, auf uns. Seine Ansinnen, sich und Anderen Momente mit Lächeln und einer guten Portion Witz zu verschönern, zu verbessern, im besten Fall zu retten ... und ab und zu grundlegend zu vermasseln, was ich irgendwie besonders mag - es beruht dann meist auf Nichtverstehen des Ungesagten. Und festigt das Band zwischen uns. Weil wir uns verstehen.

Sein Geheimnis ist dieses Augenzwinkern einer verpatzten Situation gegenüber. Er kann mit einem Satz völlig Verfahrenes entschärfen und lösbar machen. Er getraut sich, in einer grossen Menschenmenge mittels lautem Lachen sich schier wegzuwerfen. Sein Humor hat die absolute Fähigkeit, mit meinem Humor Pingpong zu spielen. Wir werfen uns im übertragenen Sinne die Wortbälle zu, verstehen alles was zwischen den Worten und Zeilen steht, können uns wundervoll amüsieren, wenn wir die Einzigen sind. Dann ganz besonders.
Irgendwie haben wir eine Geheimsprache - ohne sie je vereinbart zu haben. Diese Geheimsprache beruht zudem nicht alleine auf Worten, nein, sie findet sich in Blicken, Gesten, der Ausdrucksform, unserem Umgehen miteinander. 




Nicht dass ich jetzt in Verklärtheit abflachen will. Natürlich ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen - er kann manchmal ganz schön Ketzer sein, ab lästern und grundsätzlich das Ekel raushängen lassen. Dito ich. Aber das tun wir nur in Notfällen oder wenn ein biorhytmisches Tief angesagt ist. Dann aber werden ein paar klärende Machtworte unleise auf den Küchentisch geknallt, sortiert und dieses Puzzle neu zusammengefügt.
Damit es wieder stimmig ist - wir sind schließlich Beide harmoniebedürftige Menschen.

Und irgendwann steht er dann mit einer selbstgeklauten Silberdistel - wahlweise kann es auch ein Kaktus sein - vor mir, blinzelt zerknirscht in die Gegend, beruft sich auf das Unverständnis einer sensiblen Männerseele gegenüber, beisst mir ins Ohrläppchen und sagt: "Ach Schöne, ich mag nicht mehr grantig sein. Ich bin halt auch nur ein Mann. Und ausserdem hab ich Hunger. Kochen wir?"

Dann kochen wir zusammen eines unserer 13'798 Lieblingsgerichte. Und er gibt mir als Abschluss der internen Unwetter Chili zu probieren - den er als getrocknete Tomate ausgibt. Ich spucke das Zeug aus - und er hat mir schon ein Glas Milch parat. Zum lindern der Schärfe.
Ein Geben und Nehmen, er scheut die Antwort nicht. Im Gegenteil, er wartet gespannt darauf.






Ich liebe ihn, weil er mich zum Lachen bringt. Immer wieder. Keiner so wie er.
Er macht mir das Leben leicht.

Dann ist alles wieder gut.
UND ICH LACHE.

Samstag, 23. Januar 2010

BLUE FEELINGS EINER DURCHUNDDURCH-FRAU


Es gibt Dinge, denen bleibe ich gerne treu:
Einem Mann den ich von ganzem Herzen liebe.
Einem Parfum, dessen Herznote mein ICH verkörpert.
Und meiner knallblau-ultramarin-farbenen Wimperntusche.




Und es ist immer wieder ein Schock, wenn ... der Mann abhanden kommt ... dieses spezielle Parfum, welches nur für einem kreiert wurde, so langsam aus den Regalen verschwindet ... und wenn die nette Dame in der Kosmetikabteilung mir mit mitleidigem Blick mitteilt, dass diese meine Mascara aus dem Sortiment genommen wurde. Dies sind die Momente, in denen frau im übertragenen Sinne unverhofft in Highheels auf seelischem Glatteis steht und zum emotionalen Dauerlauf aufgefordert wird.

Genau so ging es mir gestern. 

Eine Kundin lässt sich von mir detailliert über die Vorzüge dieses schnittigen Wagens in unserem Ausstellungsraum informieren, als ich bemerke, dass sie mir tief in die Augen schaut. Aber so richtig. Ihr Blick glitt förmlich unter meine Augenlider, verirrte sich inside in der eustachischen Röhre meines gepflegten Innenohrs, wanderte gemächlich durch die Nase in den Halsraum über die Stimmbänder, um hinten via Grosshirn und quer durch den vorderen Amygdalon-Hippocampus-Komplex wieder im inneren Augenwinkel des linken Auges auszutreten.
Sie hat mich nervös gemacht, ich muss es zugeben. Es ist ein komisches Gefühl, wenn einem so mittig in die Iris gestiert wird. Irgendwann mal unterbrach mich diese Dame dann und flüsterte verschwörerisch: "Sie sind richtig schön geschminkt - ist das wirklich diese besondere blaue Wimperntusche vom Gemey-Maybilline?" 

Die Federn meines geschmeichelten Bewusstseins spreizen sich weit und schimmerten im Sonnenlicht, welches gestern mal ausnahmsweise wieder durch die Schaufenster strahlte. "Ja, genau. Sie kennen die auch?" - so meine Antwort.
Diese Grande Dame - ich nenne sie so, weil sie eine ältere Dame der bernburgerischen Oberschicht darstellt und gerne auch entsprechend gewürdigt werden will - legte ihre gepflegt-manikürte rechte Hand verschwörerisch auf meinen linken Unterarm und rückte näher: "Wenn sie wüssten - seit Jahren, nein Jahrzehnten, benutze ich nichts anderes. Perfekt. Damit gebe ich meinen Augen diesen letzten Schliff. Und stellen Sie sich vor - wollte ich diese Tusche doch gestern wieder nachkaufen und nun gibt es sie nicht mehr!!!" 

Mein entsetzter Blick traf auf ihren empörten Blick. Und zum ersten Mal seit Jahren fühlten wir uns auf gleicher Ebene und tief verbunden.

Die nächsten Minuten bestanden aus Einander verstehen, sich die Sorge über die gemeinsame Mascara teilen, aus Bezugsquellenvergleichen und Zukunftsnöten - zumindest hinsichtlich unserer präferierten Kosmetika. Wir hielten uns an den Händen wie Freundinnen seit Kinderzeiten. Ihr Mann kam irgendwann mit fragendem Blicke auf uns zu. Er wurde abgewimmelt mit den Worten: "Frauengespräche!"
Mein Chef war im Übrigen äusserst erstaunt, dass diese Grande Dame, deren Ansprüche erst mal erfüllt werden müssen, völlig gelöst, scherzend und zufrieden lächelnd unsere Garage verliess. Ich habe ihm noch nicht verraten, weshalb. 

Habe ihr nämlich versprochen, dass ich uns beiden Schönen bestimmt noch irgendwo Restbestände auftun werde. Kenne da so Quellen ... zum Glück!

Um nun auf den Kern zu kommen: Heute ergatterte ich noch 9 Stück meines Ricils Volum´Express in Superdooperhyperblau. Die nette Verkäuferin wird Abklärungen für mich anstarten ob der künftigen Produktion und Verfügbarkeit, ich meinerseits aktiviere alles und jedes, um meine Wimpertusche auch weiterhin zu bekommen. Keine macht soooo blaue Augen, keine einen so verführerischen Blick und Wimpern, welche man schier mit dem Lockenstab in Form bändigen muss. Ein absolutes WOWHHH-Produkt.

Sei ich 16 Jahre alt bin, verwende ich sie. Ich vertrag sonst gar nix, kriege Augen wie ein Preisboxer, träne vor mich hin wie eine Perserkatze. Dazu noch alles total gerötet bis zu den Augenbrauen. Schlimm schlimm. Aber diese EINE, diese BLAUE, sie macht mich schön. Ohne sie fühle ich mich nackt! Sie und ich = WIR. 

Dank ihr habe ich schon viele schöne Komplimente bekommen. Und ich will weiterhin welche bekommen!  




Ich werde um sie kämpfen!
Sie lasse ich mir nicht nehmen!

SELBST WENN ICH EINE FACEBOOK-GRUPPE GRÜNDEN MUSS!

Freitag, 22. Januar 2010

VERSCHLAFEN! ZUM GLÜCK?

Jetzt bitte keine falschen Rückschlüsse ziehen - es ist bestimmt nicht passiert, weil wir seit Neustem diesen herrlichen Sternenhimmel beim Einschlafen an die Decke projizieren. Mittlerweilen sind wir davon zwar nicht nicht weniger begeistert als am ersten Abend - aber wir gaffen nicht mehr 3 Stunden lang dem Geschehen zu. Zugegebenermassen blinzeln wir sicherlich noch jede Nacht ein paar Minuten in die Sterne, warten die ersten 3 Sternschnuppen ab und schlafen dann glückselig ein.
An dem liegt es also nicht.

Dass ich verschlafe, ist mir in meinem ganzen Leben bisher nur 3x passiert. An die beiden anderen Male erinnere ich mich deshalb noch so genau, weil mir dadurch wohl das Leben gerettet wurde. Wenn ich davon erzähle, kriege ich auch heute noch immer sofort Hühnerhaut und es wird mir irgendwie anders ... und auch wenn ich gerne hier meine Spässe mache, die Pointen mit Pfeffer jeweils noch nachwürze und meiner schriftstellerischen Freiheit zuweilen Auslaufmöglichkeiten biete - was ich euch jetzt erzähle, ich genau so passiert.

Das erste Mal habe ich am 02. August 1980 verschlafen. Ich war damals mit 2 Freunden auf der wunderschönen Insel Capri in den Ferien. Der Tag der Abreise war gekommen. Nie vorher hatte ich den Wecker überhört, doch an diesem 02.08.1980 wurde ich erst wach, als meine Freunde schier die Hotel-Türe eintraten. Es war der Grund, weswegen wir unser Tragflächenboot (welches uns nach Neapel rüber bringen sollte) verpassten und somit auch den Zug in die Schweiz.
Mit ein paar Stunden Verspätung fuhren wir dann der Schweiz entgegen.

Meine Erinnerung daran ist noch derart frisch - wie ich dann vom Bahnhof in Chiasso aus meine Eltern angerufen habe, sie informieren wollte, dass ich 4 Stunden später ankommen werde - und erst eine grosse Stille herrschte, welche dann von Schreien und Schluchzen abgelöst wurde. Der Grund: Unser ursprünglich gebuchter Zug wurde damals in Bologna von Terroristen in die Luft gesprengt. Auf WIKIPEDIA habe ich darüber unter anderem folgende Zeilen gefunden:
"Eine in einem abgestellten Koffer versteckte Zeitbombe detonierte um 10:25 Uhr in Bahnhof von Bologna. Der Sprengsatz bestand aus TNT und T4. Die Explosion zerstörte einen Großteil des Hauptgebäudes und den Ancona-Chiasso-Zug, der auf Gleis 1 wartete. Die Explosion war kilometerweit zu hören. Das Dach des Wartesaals brach über den wartenden Fahrgästen und dem Zug zusammen, was die Zahl der Todesopfer massiv erhöht. 85 Menschen wurden getötet - über 200 schwer verletzt."
Welch Glück ich damals hatte ...

Das zweite Mal habe ich am 21. Mai 1985 verschlafen. Wir wohnten zu dieser Zeit in Worb und ich fuhr jeden Tag mit dem berühmten blauen Bähnli nach Bern. An diesem Tag aber - ich weiss nicht warum - erwachte ich erst gegen 08.00h. Der Schreck war gross, weil ich genau an diesem Tag Protokollführerin einer wichtigen Sitzung war und es mir glattweg nicht leisten konnte, die ganzen Bosse warten zu lassen. Also schnell ein Taxi ordern und ab nach Bern, ohne Umweg in mein Büro direkt zum Sitzungszimmer. In der Mittagspause suchte ich dann mein Büro auf und fand unzählige Rückrufbitten meiner Mutter, von Freunden, meinem damaligen Mann. Ob diesem Ansturm ein wenig irritiert, rief ich die erste Nummer auf der Liste an. Er läutete nur kurz - und schon hatte ich meine völlig aufgelöste Freundin am Telefon ... "Du lebst! Wir hatte alle derart Angst um Dich". Auf meine verblüffte Rückfrage erzählte sie mir, dass die Bahn Richtung Bern mit dem entgegenkommenden Zug frontal zusammengestossen sei und meine 3 anderen Freundinnen, mit welchen ich jeden Morgen gen Bern fuhr, ums Leben gekommen seien. Man hätte pausenlos und vergeblich versucht mich zu erreichen.
Welch Glück ich damals hatte ...

Der meiner Person zugeteilte Schutzengel scheint mir auf jeden Fall sehr zugetan zu sein. Ein zuverlässigeres, cleveres und vorausblickendes Wesen. Und sollte er / sie hier mitlesen: DANKE!



Heute Morgen war es also dann das dritte Mal.



Ich erwachte um 06.00h ob meinem Traum - ich träumte, ich hätte verschlafen. Schreckte auf und merkte, dass es Wirklichkeit war. Die einzelnen Fragmente meines Ich zusammen sammelnd, gab es Katzenwäsche und einen Kaffee - und dann düsten wir schon mit Wilhelmine (unserem Auto) Richtung Bern. Ich kam rechtzeitig, sogar zu früh, im Büro an.

Nun ist es Mittag und ich bin noch immer nicht zur optimalen Tagesform aufgelaufen. Heute musste ich diesen speziellen Stift gegen Augenringe verwenden - und Wangenrouge für den frischen Eindruck. Zum Glück hauen die bunten Farben meiner Kleider den heute eher blassen Eindruck raus. Und mein Koffeinkonsum treibt zu Höchstleistungen an - selbst wenn ich mich so nicht anfühle. Jede Nacktschnecke hat mehr "Pfupf" als ich.

Ich renne mir schon den ganzen Tag hinterher - und werde mich wohl heute auch nicht mehr einholen. Jä nu!
Freue mich auf den Sternenhimmel am Abend und das Ausschlafen morgen früh.
Und das mit dem Verschlafen ...

... WER WEISS, WOFÜR DAS HEUTE GUT WAR!

Donnerstag, 21. Januar 2010

ICH LASS SCHON MAL AUTOGRAMMKARTEN DRUCKEN!

Meine lieben LeserInnen.
Es ist noch früh am Morgen. Eigentlich zu früh um sich an den Compi zu setzen und zu schreiben. Aber es kann die letzte Möglichkeit heute sein! Wer weiss, vielleicht werde ich ab dem heutigen Tage nicht mehr so oft hier präsent sein können. Nur noch, wenn ich nicht gerade gebucht bin. Oder zwischen den Autogrammstunden. Im Flieger zu den Metropolen von Mode, Schönheit und Film.

Es kann nämlich sein, dass heute meine offensichtlichen Vorzüge ins richtige Licht gerückt werden und ich der neue Star auf DEN Laufstegen der Welt bin. Ich walke dann cat. Flaniere auf roten Teppichen. Der neue Stern am Himmel der Schönen und Reichen. So oder ähnlich stelle ich es mir vor.
Wowwh!



Ich will das Geheimnis jetzt lüften - heute haben wir Drehtag in der Firma. Wir sind nämlich nicht nur eine Garage wie tausend andere auch - nein, wir bauen auch Doppelpedale ein. Wisst ihr, so Dinge, welche Fahrlehrer brauchen um den Schüler wie auch das Umfeld anlässlich der Fahrstunden vor grösserem Unheil zu bewahren. Um abgewürgte Motoren auf gut befahrenen Knotenpunkten - vorzugsweise mittig Kreuzungen - wieder in Gang zu bringen. Und dergleichen mehr.
Unser handwerkliches Können wollen wir in Europa im Allgemeinen und in der Schweiz im Besonderen bekannt machen, deshalb drehen wir heute diesen Film. Der wird auf YouTube, Yahoo, im MSN, bei MyVideo und weiss der Kuckuck auf welchen Videoportalen noch zu sehen sein.

Seit vor ein paar Tagen die Drehterminbestätigung geschickt wurde, das Storyboard bekannt und somit der genaue Ablauf publik ist, bin ich ganz hibbelig. Ich habe mich in die Thematik der Produktion voll eingegeben, weiss alles darüber und den Inhalt kenne ich auswendig. Bin völligst vertraut mit der Crew, dem Szenenbeschrieb, der Location und sehe den Clip vor meinem inneren Auge bereits die Charts der besten Werbefilme 2010 stürmen.
Und mich, als Neuentdeckung, bei der Übergabe des Oscars für die beste Newcomerin des Jahres. Beste Nebendarstellerin. Und sollte ich die Karre während der Dreharbeiten an die Wand fahren, reicht es eventuell auch noch für in die Kategorie Comedy.
Meine Spannung ist gross, wie sich so ein kometenhafter Aufstieg zu den Who is Who anfühlen wird.
Anyway - ich bin bereit für diese Herausforderung. Sie möge kommen. Ich bin da!

Die Kernkompetenz unseres Unternehmens weiss ich mit Lächeln und Charme zu vermitteln, ebenso wie ich Keywords locker einflechten werde. Habe das Zeug dazu, mit den Gegebenheiten am Set förmlich zu spielen. Werde mit grossen Augen hingebungsvoll in die HDV-Kamera schauen, aufmerksam ins Mikrophon sprechen und die Crew zu bezaubern wissen. Visuelle und informative Highlights setzen.

Natürlich habe ich mich auf meinen grossen Auftritt vorbereitet, ich beginne vor unten nach oben: kultige Stiefel wie man es von mir gewohnt ist, lässige Jeans - um die Hüften kaschierend, ob nötig oder nicht, der schwarze Pulli mit der neckischen Raffung seitlich, darüber eine Jeansweste, welche mir diesen leicht verwegenen Touch verleiht. Sehr trendig das Halstuch in den Farben schwarz, lila, violett. Der Schmuck selbstredend farblich darauf abgestimmt.
Make-up wie gehabt stilvoll und ansprechend. Heute hab ich den teuren Dior-Lippenstift genommen. Aber hallo! Da lasse ich mich nicht lumpen, nicht an so einem Tag.
Ein Tag, der die Wende bedeutet.

Leute - ich kann mich jetzt leider nicht länger hier aufhalten, ich muss in die Maske und noch ein paar Stimmübungen machen. Das Kamerateam steht vor der Türe, es ist so weit - VORHANG AUF!

6 Stunden später:
Ich war gut. Richtig gut. Hat der Mann welcher die Kabel trägt auch gesagt. Es ist ein klein wenig anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Meine Entfaltungsmöglichkeiten waren stark beschnitten, da die Maximumlänge des Clips 60 Sekunden beträgt. Sagt mir - welche Frau soll sich in dieser Zeit optimal präsentieren können?!? Die wollten eh immer nur diese Doppelpedalerie filmen. Meine Vorzüge kann man gar nicht richtig sehen. Ich finde, der heutige Dreh wurde weder meinem Können noch meiner Ausstrahlung wirklich gerecht. Der zuständige Produzent gab mir gar nicht die Möglichkeit mein Potential ins Spiel zu bringen! Als gäbe es nichts Interessanteres als die Fahrschulpedale ... !

Aber immerhin - in einer Einstellung ist kurz mal mein linker Stiefel zu sehen. Aus meiner Sicht eine richtig gelungene Szene mit viel Aussagekraft. An Dramatik kaum zu übertreffen ... wie ich diesen Fuss elegant auf das Kupplungspedal drücke. Wahnsinn! So viel an sichtbar gemachtem Gefühl, welches ich hierbei an den Tag lege, ich verblüffe mich immer wieder selber!
Wir haben 10 Anläufe gebraucht, bis wir diesen Part im Kasten hatten. Eine Schlüsselszene muss ja auch bis ins kleinste Detail stimmen. Meine Rede!



Mein Patenkind hat mich für nächste Woche zum Märchentheater der 1./2. Klasse der Dorfschule eingeladen. Sie spielt die Seiltänzerin. Sollte jemand krank werden - wer weiss ...

... VIELLEICHT WINKT DA MEINE GROSSE CHANCE!

Dienstag, 19. Januar 2010

STERNENZAUBERS SCHLAFLOSE STERNEN-NACHT ...

Gestern wusste ich zu berichten, dass mein Schatz mir einen Sternenhimmel schenkt. Mit Musik. Sozusagen also vertonte Sterne.

Ich komme nicht darum herum, euch die Abenteuer der gestrigen Nacht zu erzählen. Obschon ich grausam müde bin ... aber soviel muss sein. Soviel bin ich euch schuldig.
Somit hier Part 2 der Geschichte. Sozusagen ... the dark side of the moon :-).

Mein Liebster kam also gestern mit dem neuen Sternenhimmel nach Hause. Ich konnte es auch kaum abwarten, dass er dies Ding montierte. Habe mich enorm zurückgenommen in meiner Neugierde und bin erst ins verdunkelte Schlafzimmer rüber marschiert nachdem Katerli mich ganz aufgeregt rief "... chumm cho luege ...!"

BOAAAAH! WAHNSINN! So eine geniale Sache! Vom Anblick völlig beeindruckt und schier geblendet, legte ich mich schon mal probehalber mittig auf das grosse Bett und genoss, was mir hier geboten wurde. Wahlweise können wir originalgetreue Abbildungen diverser Himmelsabschnitte an Decke und Wand zaubern. Riesige Sterne, grosse Sterne, mittelgrosse Sterne, kleine Sterne, winzige Sterne. Das Sternenbild dreht ganz langsam, kaum sichtbar fürs Auge - und das allertollste an der Sache: Immer mal wieder zieht eine sehr reale Sternschnuppe mit glitzerndem Schweif am Himmel entlang ... und verschwindet meist hinter der grossen Kugellampe aus Pergament von IKEA.

Ein Anblick wie für mich gemacht. Ich werde künftig diese Sternschnuppen zum Anlass meiner Wünsche nehmen - schliesslich heisst es, dass diese in Erfüllung gehen, verrät man nix. Und ich werde auch nix verraten. Aber wünschen kann ich nun jeden Abend - so cool!
Als wäre dies nicht genug, hat Schätzu auch noch schnell schnell eine CD mit dieser von mir beschriebenen Chill-out-Music gebrannt. Extra für mich. Dass ich es gestern Abend gar nicht abwarten konnte ins Bett zu schlüpfen, ist wohl klar!

Schon um 21.00h war ich bettfein, das Reinigungsprogramm der Zähne extra säuberlich zur Feier des Tages mit Zahnseide abgerundet, einen Hauch vom guten Parfum als Auftakt zu einer einmaligen Sternen-Nacht aufgelegt - und schon konnte es losgehen.

Einschlafen unter leuchtenden Sternen. Alleine die Vorstellung, der Gedanke ... mhhh! Dieser Anblick der Sterne soll das schnelle Einschlafen und den tiefen Schlaf fördern. Dazu mit sphärischer Musik durch alle Sinne floaten - mehr an Schlafluxus geht nicht.
Allerdings: das mit dem schnell Einschlafen hat überhaupt nicht funktioniert!

Anstatt dass mein Katerli und ich uns ins dunkle Hell fallen liessen und so langsam in den Schlaf rüber gedämmert wären, stierten wie völlig bezaubert ob des uns gebotenen Spektakels Decke und Wände an, welche mit diesen wundervollen Sternen überzogen waren. "Oh - schau - da! So eine grosse Sternschnuppe! Wünsch Dir was!". "Wowwh, das ist ja der Hammer ... das Bild des grossen Bären, da, gleich über uns!!" "Unglaublich, da huscht der Jupitermond über den Spiegel an der Wand ... so schön!".

In dieser Weise ging das die ganze Zeit über. Wir bestaunten diese andere Welt, welche uns da so frei Haus geboten wurde. Kamen gar nicht aus den OHHHHHH's und AHHHHHH's heraus. Den Timer hatten wir auf 1 Stunde gestellt ... weil wir da eigentlich schon längst eingeschlafen sein wollten. 2-mal haben wir verlängert. Rechnet selbst! Haben wir beiden Bekloppten doch sage und schreibe 3 Stunden in die Sterne gegafft, waren ob dieser Freude völlig aufgedreht und zu allem anderen bereit uns in den Schlaf leuchten zu lassen. Wir sind, und das ist seit gestern Abend klar, ausserordentlich begeisterungsfähig!

Kurz vor Mitternacht begann ich dann doch zu schwächeln, die Augenlider flatterten und so langsam war ich an der Grenze zum Schlaf. Hätte Schatz nicht genau jeweils in diesem Moment dolle meine Hand gedrückt, mich in die Seite gestossen und jauchzende Entzückenslaute von sich gegeben - was mich meinerseits natürlich augenblicklich wieder in den Wachzustand versetzt hat.
Jaja, mein Katerli ...

Irgendwann legte ich dann mein Veto ein "Katerrrr, jetzt wird geschlafen! Wir müssen morgen wieder um 05.00h aus dem Bett hüpfen!". Katerli erzählte noch was von schnurzpiepegal und war im gleichen Momente dem Weltgeschehen entrückt.
Zurück blieb eine Sternenzauberfrau, welche aber bald ihrem Liebsten in die Welt der Träume nachrückte.

Katerli hat heute Morgen stark an die Gestalten im Thriller-Video von Michael Jackson erinnert. Ihr wisst schon, die, welche um Mitternacht aus den Gräbern krabbeln ... wääähhh! Aber nach der Dusche war er wieder der Alte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um 07.00h konnte er dann auch in ganzen Sätzen sprechen.


Schon wieder freue ich mich auf heute Abend, auf unseren Sternenhimmel. Ich hoffe, ich kann die Dunkelheit abwarten ... zum Glück dunkelt es früh ein. Ich bin sooo müde ....

... GÄHHHHN!


Montag, 18. Januar 2010

EIN STERNENHIMMEL FÜR STERNENZAUBER!


Soll keiner sagen, dass 45-jährige Männer eingefahren sind. Ich habe gestern Abend das pure Gegenteil bewiesen bekommen. Katerchen verblüfft mich immer wieder!
Eigentlich bin ja ICH die mit den Ideen. ICH bin die, welche neue Dinge ins Rollen bringt. Ich werfe manchmal altgediente Sachen über Bord, einfach nur, um neue, unbekannte, ungewohnte an Bord zu holen. Althergebrachtes ersetzt, von jetzt auf gleich.
Mit mir ist es nicht immer ganz einfach - kaum hat sich Mann an was gewöhnt, muss er schon wieder umdenken.

Er, mein Allerliebster, hat mich eines besseren belehrt! Gestern Abend. Katerchen hat schon beizeiten vor dem Fernseher wieder sehr regelmässig geatmet und mit geschlossenen Augen meditiert. Intensiv meditiert. Und so kam es, dass wir relativ früh zu Bette gingen. Auf dem Weg ins Schlafzimmer machten wir noch einen Abstecher an den Computer ... "Du musst Dir unbedingt was anhören, ich bin gespannt, was Du dazu meinst" ... worauf ich meine Öhrchen spitzte und die Töne förmlich einsog. Wunderschöne Musik kam mir da aus dem Compi entgegen - Musik zum Chillen. Auf Deutsch: Alle 4re von strecken und geniessen, entspannen. Dem sagen aber nur wir mit Jahrgang 1961 und älter noch entspannen und geniessen. Heute chillt oder relaxed man und ist anschliessend voll easy drauf. Echt cool!

Aber ich musst wirklich zugeben, diese Floating-Music macht das Versprechen wahr, sie wirkt wie sie tönt ... man treibt warm eingebettet auf einer musikalischen Wolke vom Sonnental zur Glücksspitze, gleitet sorgenlos über Meere, Erdteile, quer durch den Orbit oder wo immer die Lust auf Entschweben einem eben dann hin treibt ...  um Stunden später von der Glückseligkeit persönlich geküsst und mit Energien aller Arten positiv aufgeladen sozusagen neu geboren zu werden. Ja, in etwa so fühlt es sich an.
Ich kannte diese Musik zwar schon, aber mein Schatz hat sie mir gestern Abend trotzdem neu eröffnet. Irgendwie.



Während ich darüber sinnierend schon mal Wärme aufs Laken brachte, rutschte Katerli auf meine Seite, nahm mich in den Arm und meinte schnurrend: "Wie würde Dir ein Sternenhimmel gefallen? Ich hab da so einen Projektor entdeckt, welcher des Nachts einen Sternenhimmel auf Decke und Wände zaubert . Wunderschön. Du wirst es mögen, dazu die Musik von eben. Anstatt den Fernseher anzustellen. Wir sitzen zu viel vor dem Kasten und hören zu wenig Musik. Das täte uns doch bestimmt gut, wäre schön. Diese besondere Stimmung und wir zusammen. Das kommt gut - was denkst Du?"




Fragt der Mann was ICH dazu denke!!!! Ich hätte, bevor er das sagte, schwören können, dass er der meistgeliebte Mann auf Gottes schöner Erde ist. Zumindest meistens. Nach diesem, seinem Satz muss ich mich aber hinsichtlich der Intensität korrigieren - auch wenn es mir nicht möglich scheint - ich hab mich glatt weg nochmals ein Stück heftiger in dieses wundervoll-männlich-herrlich-romantisch-einfühlsame Wesen verliebt. Sein Punktekonto hab ich sofort nach oben korrigiert und mir scheint, ich lieb den jetzt noch einen Tacken heftiger.
Er ist ein Kater durch und durch. So ein Kater hat einfach ein Gespür für Bedürfnisse - selbst wenn man selber noch nichts davon weiss.
Seit gestern Abend weiss ich nämlich, dass ich GENAU so was schon lange wollte! Und es eine wunderbare Art und Weise ist, zusammen Zeit zu verbringen. Sich auf die gleiche Wolke betten und floaten, durch Raum und Zeit.

Heute Mittag hat er mir eine SMS geschrieben "hab Deinen Sternenhimmel gekauft - ich freue mich auf heute Abend". Welch Wonne! Ich hab das Handy geküsst! Und bin in der Stube rumgetanzt vor Freude!

Hätte mich dieser Mann nicht schon geheiratet - ich hätte spätestens gestern Abend darauf bestanden.
Wer (s)einer Frau einen Sternenhimmel und vertonte Zeit schenkt, sich Gedanken macht und solche Ideen hat - den sollte man nie mehr gehen lassen.

ICH LIEBE IHN (AUCH) DAFÜR!



Sonntag, 17. Januar 2010

ER IST SO FURCHTBAR SCHRECKHAFT!

Ich weiss wirklich nicht, warum er so ein Drama daraus macht. Keine Ahnung, weshalb er so reagiert.
Küssen will er mich auch nicht.

Ich muss vielleicht dazu erklären, dass ich heute- während die taffen Mannen aus dem Weltcup in Wengen um den Slalomsieg fighteten - mich meiner äusseren Ausstrahlung gewidmet habe. Schönheits-Optimierung. Was bitteschön ist daran verwerflich?

Damit angefangen habe ich ja eigentlich schon gestern Abend. Während mein Katerli-Schatz sich dem Weihnachtsfeste seiner Firma hingab, hütete ich die Wohnung und genoss, mit Taschentüchern bewaffnet, den NEMO-Film. Keiner war in der Wohnung und ich hatte also die schier einmalige Gelegenheit, ein exorbitantes Schönheitsprogramm zu starten.

Erst mal habe ich mich gepeelt - von Hals bis Fuss, das Gesicht war für Sonntag reserviert - mit diesem herrlichen Erdbeer-Mohnsamengemisch, nur Nemo war Zeuge. Prima, wenn man während der Einwirkzeit gleichzeitig dann die Füsse in den Ingwer-Salzwasser-Lavendelsud und die Hände in die Schüssel mit Olivenöl tunken kann. Ich war sozusagen äusserst lecker ganzkörpergedippt. Später noch einbalsamieren mit der Hyper-Super-Dooper-Körpercrème ... herrlich! Danach fühlte ich mich wahrheitsgemäss wie neu geboren. Zumindest was die Haut in der Kniekehle anbetraf - sowas von streichelweich!
Katerchen kam dann irgendwann mal gegen Mitternacht heim und bekam von meinen Bemühungen um seine anerkennende Gunst kaum was mit.
Dafür heute dann umso mehr. Und hier beginnt ja auch das eigentlich Drama...

... gerade hatte heute Julien Lizeroux seine Fahrt in Angriff genommen. Katerchen lag noch etwas schwächelnd in horizontaler Lage auf der Couch - als ich, das Gesicht peelend, neben ihm Platz nahm. Er schaute sich kurz ob meiner Tätigkeiten um und befand diese wohl zu jenem Zeitpunkt als ungefährlich. War es ja auch. Für ihn hat es höchstens komisch ausgesehen, wie ich beidhändig mit je Mittel- und Zeigefinger das teure, unsichtbare Zeug in sämtliche Zugänglichkeiten der Gesichtshaut einmassierte. Die Crème besteht aus Extrakten von hochwertigsten Ingredienzien sowie gemahlener Sandrose. Bevor ich damals schier unter Tränen mein Portemonnaie zückte, habe ich mich vergewisst, dass Sandrosen entgegen der landläufigen Meinung NICHT aus Kamel-Urin entstehen...! Ich ackere bestimmt 3 Arbeitstage für dieses Zeug! Aber wenns hilft ...! Hat, wie geschildert, keinen erhöhten Erschreckungsfaktor, da weder farbig, noch eigenwillig duftend. Einem unbedarften Manne dürfte es nicht mal auffallen. Katerchen zumindest meinte wohl, ich würde mir noch den Restsand vom Sandmännchen aus den Augenwinkeln streicheln.

Während dann der Zurbriggen Silvan seine Schussfahrt in Angriff nahm und Katerchen jede Kurve sichtlich mitfuhr, war ich in der Pflegestufe 2 angelangt. Die Maske.



Eine solche hat gegenüber dem guten Zeug von vorhin folgende Nachteile: A) Duftet nicht wirklich neutral und B) ersetzt bei jedem Raubüberfall die Roger-Staub-Maske. Wieder nahm ich Platz auf dem hinteren Teil der Couch, wunderbarst eingecrèmt. Wohl durch den für seine Nase irritierenden Duft drehte sich mein Schätzu wiederum zu mir - und schnellte im gleichen Augenblick wie vom Flitzebogen gespickt von der Couch - und kam erstaunlicherweise und zum Glück auf den Füssen zu stehen. Seine rechte Hand griff krallend zum Herzen, seine Gesicht war erst bleich, dann grün (also gar nicht so anders wie das meine auch) und die schreckensgeweiteten Augen tellergross. "Jesses Gott - kannst Du mich nicht vorwarnen?!?!?!?!?!?!!!!!" waren die einzigen Worte, die er keuchend und stossweise von sich gab. Setzte sich Halt suchend ganz ans Ende der Couch. Mein sensibles Ich knallte zeitgleich gefühlte tausend Meter aufs Parkett runter (dabei waren es nur 1.65m) und zerscherbelte in unzählige Bruchteile.



Ich wollte diese kritische Situation mit einem Kusse retten und entschärfen - aber Katerli wich aus!! Rümpfte dazu sogar noch die Nase! Ob er mich noch lieb hat?

Sichtlich geknickt schlich der Schatten von einem ehemals glanzvollen Sternenzaubermädchen nach 20 Minuten ab ins Bad um sich die Pampe vom Gesicht zu waschen. Sich fragend, ob es auch Peeling und Maske für geschundenes, zerbrechliches, sensibles Selbstbewusstsein gibt? Und ob es mal wieder so werden könnte wie früher? Mit total viel Liebe und so?

Ich ging dann ganz leise zurück ins Wohnzimmer, wo Katerchen mir strahlend und mit offenen Armen entgegenkam, mir liebevoll über die Wange streichelte und mich zärtlichst küsste. "Oh, ist ja ganz weich und fein ... mhhh!"

Wusste ich es doch!
BINGO!

Samstag, 16. Januar 2010

ICH WÄR SO GERN BERÜHMT GEWORDEN!

Gerade eben habe ich gebannt vor dem Fernseher gesessen und mir die Lauberhornabfahrt gegönnt. Schön, immer wieder schön. Und förmlich dazu gemacht, so viele Erinnerungen in mir zu wecken.

Ich war schon als ganz kleine Göre verrückt nach Skifahren. Meine Winterferien verbrachte ich regelmässig in Gstaad oder Wengen. Die Sonntage waren reserviert für die Berge und die Mittwochnachmittage für den Skikursus in Schwanden.
Immer wenn Skirennen am Fernseher gezeigt wurden, fuhren insbesondere meine Phantasien stets Bestzeiten. Ich blendete in der Übertragung jeweils den Namen der jeweiligen Siegerin aus und hörte anstelle dessen meinen Namen wenn es um Platz 1 ging. Ich war 6jährig, in meiner Vorstellung umschwärmte Podestfahrerin und übte fleissig in der kindlich-krakeligen Schrift meinen Namenszug - falls jemand ein Autogramm verlangen sollte. Stellte mir vor, dass Fans vor meinem Kindergarten auf mich warten und das Schweizer Fähnchen schwenkend laut  S T E R N E N Z A U B ER   skandieren. Ja, so sahen meine Träume damals aus.
Und sollte das nicht klappen, konnte ich ja immer noch Clown, Seiltänzerin oder Serviertochter werden. Dachte ich bei mir.

Ich war noch keine 8 Jahre alt, als ich auf alle möglichen Interview-Fragen sämtliche Antworten parat hatte. In den Zeitungen sah ich vor meinem inneren Auge die aktuellen Schlagzeilen von meinen Traumlauf und mich auf dem Podest den Pokal in die Höhe stemmend.

Nun ja, je älter ich wurde, desto klarer wurde, dass ich für die Realisation meiner Träume aktiv werden sollte. Autogramme schreiben und Interviews geben hatte ich ja geübt, jetzt ging es also nur noch ums schnell den Berg runter brettern.
Im Alter von 9 besuchte ich also den allwöchentlichen Jugend + Sport-Kurs. Da wurden wir dann in Gruppen eingeteilt. Die Besten kamen in Gruppe 1, Anfänger in Gruppe 6. Ich war in Gruppe 3. Der Skilehrer erkannte einfach weder mein Können, noch mein Potential, ich war kreuzunglücklich. Dass ich dann bei der ersten Fahrt nach oben auf dem Schlepplift mittig der Strecke quer über die Seile purzelte, mich irgendwie blöd verhedderte, den ganzen Skibetrieb zum Stillstand brachte und aus eigenen Kraft mich weder befreien noch aufstehen konnte, machte meine Ausgangslage nicht besser. Im Gegenteil - man reichte mich an Gruppe 4 weiter. Welche Schande! So hatte ich mir meinen Karrierebeginn nicht vorgestellt!

2 Jahre später war die Zeit dann gekommen, dass ich ins Skilager nach Wengen durfte. Unsere Schule hatte da ein Haus, weit weit hinten. Man musste erst quer durch Wengen latschen, dann durch ein Waldstück und irgendwo ging dann ein ausgelutschter Trampelpfad runter zum Haus, welches in eine Senke gebaut war. Meine schweren Skischuhe, der Rucksack auf dem Rücken, die Skier und Stöcke über den Schultern machten den Gang da runter nicht einfacher. Und irgendwann rutschte ich denn auch aus, purzelte unbeholfen den Hang runter und landete unter dem schallenden Gelächter meiner völlig untalentierten und einem kommenden Star gegenüber völlig ignoranten MitbewerberInnen auf dem Vorplatz. Kein wirklich guter Start.

Der erste Tag sah dann so aus, dass wir (ich war mittlerweilen in den Jahren zu Gruppe 2 aufgeschlossen) den unteren Teil des Eigers unser Ziel nannten. Das hiess, in Grindelwald den kleinen Zug zu besteigen. Während die Anderen dies auch zügig taten, hatte ich alle Hände voll damit zu tun, Stöcke, Skier, Rucksack und meine Wenigkeit von A nach B zu bewegen. Ich hängte immer irgendwo ein, touchierte andere Skifahrer oder rutschte auf dem nassen Holz bei der Bahnstation aus. Irgendwie war das alles so sperrig und schwer und überhaupt.
Im Fernseher sah das jeweils ganz anders aus. So viel einfacher. Da hat man Serviceleute, welche einem all das Zeug hinterher schleppen...! Und mich, die grosse Schweizer Hoffnung welche doch gerade am Anfang einer glanzvollen Karriere als Sportstar stand - sozusagen kurz vor dem Durchbruch - mich liess man links liegen, die Drecksarbeit machen! Himmelsternendonnerwetter!
Und noch während ich erbost darüber nachdachte, sah ich den Zug anrucken, mein Team mitsamt Leiter winkte fröhlich aus den Fenstern des abfahrenden Zuges und ich hörte noch wie Herr Wyss mir zurief "Schnecke, warte einfach bis wir zurück sind!" Worauf ich mich ins Bahnhofbuffet verkroch und nach der 4ten Ovomaltine (mir war unterdessen speiübel) von einer begeisterten Truppe wieder abgeholt wurde. Die Abfahrt sei super gewesen. Prima...!

Gutgut, ein Start kann ja mal in die Hose gehen. Aber mir war klar, dass ich im Begriff war zu meiner Bestform aufzulaufen und wollte es allen zeigen. Der Nachmittag war für das Slalomtraining reserviert. Endlich war ich an der Reihe und konnte zeigen, was in mir steckte. Habe mich förmlich raketenmässig vom Startpunkt auf die Piste raus katapultiert ... und sah mich plötzlich einem Stangenwald gegenüber. Rechts und links Stangen, Stangen, Stangen - und ich hatte keinen blassen Schimmer wo ich da durchfahren musste. Rechts rum? Links rum? Mittendurch? Ich entschied mich für ein bisschen von allem. Meisterte die Strecke mit Bravour, aus meiner Sicht. Unten angekommen attestierte man mir einem durchaus schnittigen Fahrstil, der aber leider durch die eigenwillige Streckenführung, weitab der Ideallinie, meine Position nicht eben stärkte.

Auf den nächsten Tag habe ich mich abartig gefreut. Das Lauberhorn wartete auf mich! Ich stellte mir vor, wie ich vor den erstaunten Gesichtern durch den Hundsschopf runter donnerte - mutig, nahezu heroisch, angstlos. Ein Winntertyp eben. Zu diesem Themenpunkt möchte jetzt nicht ausschweifend Stellung nehmen. Ich möchte nur erwähnen, dass wenn man die Skier auszieht und in Zeitlupe ganz langsam dem Rande entlang, Schrittchen um Schrittchen in seitlicher Position nach unten schleicht, die Knie doch irgendwann zu zittern aufhören, der Angtschweiss nicht mehr in Bächen über die Stirn tropft und auch das Schwindelgefühl nachlässt.





Als wir am letzten Tag die Abfahrt von Grindelwald nach Wengen unter die Skier nahmen, war ich zugegebenermassen nicht sonderlich unglücklich. Nachdem ich auf dem schmalen Weglein plötzlich derart schnell Fahrt aufgenommen hatte, infolge der Enge des Weges ich nicht mal Stemmbogen machen konnte und keine andere Möglichkeit sah zu bremsen als in der einen Kurve geradeaus in den Schneewall zu knallen.... vergruben sich in diesem Moment mit mir meine Ambitionen jemals ein Skisternchen zu werden.




Parallel zur Skikarriere bastelte ich noch daran eine berühmte Kunstturnerin, eine grazile Ballerina oder eine ausdrucksstarke Eiskunstläuferin, eine grandiose Springreiterin zu werden. Und wenn alles nix wird, dann halt eine umschwärmte Schauspielerin oder begnadete Sängerin.
Es hat nicht sollen sein.
Aber was solls - dann wäre ich heute wohl mit irgendeinem stinkreichen Promi verheiratet, würde von der ganzen Welt verehrt und unter meinem Namen könnte man bei WIKIPEDIA all die Erfolge nachlesen.
Dann hätte ich meinen Schatz, mein Katerli, ja gar nie kennengelernt! Und würde nicht in "meiner" Garage arbeiten. Wäre nie auf den Gedanken gekommen einen Blog zu eröffnen - dazu hätte ich dann gar keine Zeit gehabt.
Vielleicht :-).

Aber im TRÄUMEN, SPINNEN und PHANTASIEREN bin ich Weltmeisterin! Das ist doch auch was!

Wie schön, dass alles ist, wie es ist.
ES IST GENAU RICHTIG SO!

Freitag, 15. Januar 2010

MIR IST NACH WELT UMARMEN!

OH HAPPY DAY...ohhhh happy da-a-a-ay....!
Ihr lieben Menschen, heute ist ein echter, richtiger, originaler, wundervoller, glitzernder, schöner, einmaliger Glückstag.
Nachdem ich und meine Freunde letzte Woche bei der Ticketbestellung für das AC/DC-Konzert alles andere als Glück hatten, war uns dieses heute Morgen hold.

Ich habe 2 Tickets erstanden und freue mich, wie ich mich noch selten gefreut habe! Nicht für mich, meine 2 Tickets gehen an meinen Schätzu und an einen unserer Freunde - das sind so richtige Fans, die können stundenlang ihre Köpfe im Takte des Drummers und zum Gejammer der E-Gitarre durch die Gegend schütteln. Während ich schon nach 1x "Highway to hell" die erste Kopfschmerztablette einwerfen muss. Es wird ein Männerabend - und er soll ihnen gegönnt sein.



Ich muss jetzt aber zur allgemeinen Erheiterung schildern, wie dieser Glücksmoment entstand und welche Auswirkungen er auf den heutigen Tag hat:
Um Punkt 07.00h sass ich im Büro vor dem Compi, der Puls war bereits leicht beschleunigt und weiche Knie ganz schlimm. Mich sofort eingewählt beim Ticket-Corner. SanduhrSanduhrSanduhrSanduhr ... DRIN! Das war doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Sohn Moritz vermeldete nämlich kurze Zeit später, dass er mehrere Tabs aufgemacht hat, dauernd aktualisiert und nirgend wo Einlass ins System bekommt. Schatz auch nicht. Und viele andere auch nicht.

Doch weil ich halb Westeuropa inklusive angrenzende Erdteile auf meine Ticket-Not aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten hatte, waren liebe Freunde wie ich vom Glück begünstigt, auf Posten und am aktualisieren mit F5.
Alle paar Sekunden habe ich die Seite neu geladen - und mit Argusaugen jede noch so kleine Änderung mit Blutdruckerhöhung registriert. So gegen 07.55h pulsierte mein Blut merklich spürbar im ganzen Körper. Die Nerven zum zerreissen angespannt und hoffend, es möge jetzt niemand hier im Büro anrufen und kein Kunde den Weg zu uns finden, nicht jetzt. Bitte!
Sorry meine lieben Chefs, aber für einmal war ich "nicht da".

07.59h. Jetzt musste es dann gleich passierten - 1'000 Tickets gab es und viele viele tausend Menschen mit der gleichen Hoffnung wie ich vor den Bildschirmen. Kaum mehr erträglich - F5, F5, F5, F5, F5, F5 ... und plötzlich waren sie da, die kleinen Kreise, welche es innert Tausendstelsekunden anzuklicken galt, Ticketanzahl schnellschnellschnell eintippen und "Zur Kasse" drücken. Warten. Schweissperlen auf der Stirn. Das Herz bis in den Hals klopfend. Sekunden werden zu Ewigkeiten. Und ... dann die Meldung, dass ich die Tickets hab. ICH HAB SIE!!! WAHNSINN! Das gibt es doch gar nicht.

Oh happy day .... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Meine Hände begannen zu zittern - und dann das ganze Sternenzaubermädchen. Völlig von der Rolle! Es ging jetzt noch darum, die Daten der Kreditkarte einzugeben. Und plötzlich wusste ich vor lauter Aufregung nicht mal mehr den Vornamen von meinen Schätzu!! Man stelle sich das vor!!!!! Und "Katerli" konnte ich da wohl kaum reinschreiben!

Ich habe dann sofort den Herzallerliebsten angerufen und ihm diese gute Nachricht schon mal für die ganze Garage hier laut hörbar in den Hörer gebrüllt. Ich MUSSTE brüllen, es ging gar nicht anders. Und dann sagte ich ihm, dass er mir jetzt helfen müsse, weil ich nicht mehr ich sei, aufgeregt und in der Auflösung begriffen. Irgendwo zwischen hemmungslosem Lachen und Freudentränen.
Das war fast wie richtig guter Sex! Nein - das war wie richtig guter Sex!

Schätzeli redete erst mal beruhigend auf mich ein und sagte mir Schritt für Schritt was ich tun muss. Kein einziger vernünftiger Gedanke war mir mehr möglich - ich hatte genug damit zu tun, meine zitternden Finger auf die richtigen Buchstaben und Zahlen zu tippen.
Irgendwie scheine ich es geschafft zu haben - ich konnte die Bestätigung sogar ohne Katerchens Anleitung ausdrucken. Und Ticket-Corner hat seinerseits auch noch bestätigt. Alles ist gut.
Nur das Zittern, das hat lange angehalten. Und weiche Knie habe ich immer noch. So richtig zurechnungsfähig werde ich heute wohl kaum mehr .... ich bin zu glücklich!

Dies alles ist nun ein paar Stunden her - bin immer noch im Banne dieser guten Gefühle. Hab meinen Liebsten noch vor Augen, wie er gestern Abend mit gesenktem Kopf vor mir stand, mit den Gedanken an die letzten verbleibenden 1'000 Tickets wirklich betrübt sagte, dass es halt schön wäre, würde es klappen, es sei wahrscheinlich die letzte Gelegenheit AC/DC zu sehen. Man wisse ja nie ... Das sei immer sein grosser Wunsch gewesen. Ein Traum.
Aber eben...

Und nun ist es kein Traum mehr. Es ist Wirklichkeit! Heute kann kommen was will - ich bin derart Adrenalin geflutet, dass nichts und niemand diesem wunderbaren Tag was anhaben kann. Ich reite auf dieser Glückswelle und geniesse es total.
Glück fühlt sich gut an - geteiltes Glück noch besser!

Und jetzt, mein Kater:
LET'S FETZ! ROCK BIS DIE PFOTEN RAUCHEN! ICH WÜNSCH DIR VIEL VERGNÜGEN!

Donnerstag, 14. Januar 2010

NICHT MEIN TAG!

Heute ist einer dieser Tage. Wie soll ich ihn bloss benennen? Ich kann Grimassen machen wie er ist, ich kann zeichnen wie er ist ... so mit Blitzen und Donner ...., ich kann das Gefühl sogar mittels Musik ausdrücken - und es wäre in dem heutigen Falle so in Richtung Free-Jazz. Mit viel Improvisationsfreiraum.

Ich kann auch so laut schreien wie der Tag sich anfühlt. Bloss Worte finde ich nicht. Er ist wäähhh. Mit einem Hauch bäähh. Und viel uffff.

Angefangen hat es ja eigentlich damit, dass heute mein freier Tag ist und ich zumindest ein wenig ausschlafen kann. Hätte können. Konnte aber nicht, weil das Nachbarskind um 7 sich die Seele aus dem Leib und mich damit aus dem Bett geschrien hat.
Na ja. Dann beginnen wir heute etwas früher als gedacht mit den Aufgaben - so habe ich es mir gedacht.

Bin ins Badezimmer geschlurft und habe da einen wildfremden Menschen im Spiegel angetroffen. Da war wer, mit einer überdimensionalen Fieberblase auf der Lippe, einem prämenstruellen Pickel am Kinn und einem wirren Blick, der jedem stadtbekannten Säufer Konkurrenz macht. Dabei habe ich den letzten Schluck Alkohol in der Silvesternacht getrunken! Nicht mal grossartige Schreckenslaute konnte ich von mir geben - die Stimme war rau, rostig und ohne das sonst so samtige Timbre.
War ich das wirklich? Aber die Type hatte meinen Bademantel an und genau meine Haarfarbe. Ich habe das Bad anschliessen sofort Richtung Kaffeemaschine verlassen.


Mir war nach Stärkung zu Mute. Heute gönnte ich mir den neuen Dolce Gusto Mocca. Das ist Kaffee ... nein, dass ist nicht bloss Kaffee - das ist Luxus, Verführung und purer Genuss. Kaffee mit einem Hauch Schokolade drin. Und viel Milchschaum drauf. Mein Schätzu hat diese neue Sorte für mich irgendwo gefunden und ich küsse ihn seither selbst in Gedanken für diesen genialen Einfall. Diesen besonderen Kaffee gönne ich mir aber nicht jeden Tag, er ist zu besonderen Gelegenheiten. Sonntagmorgen im Bett zum Beispiel. Oder nach einen eiskalten Schneetag im heissen Bad. Er macht gute Laune und einen schlanken Fuss.
Das Gute und Besondere mache ich mir gerne zur Ausnahme- damit es seinen Reiz und diese einmalige Wirkung behält. Nur bei meinem Katerli mache ich da eine Ausnahme, der ist und tut immer gut.

Also, heute war so ein Morgen, den es aufzupeppen galt. Nach dem feinen Gebräu sah ich denn auch nicht mehr gleich desolat aus. Ich sah jetzt desolat mit einem braunen Kakaorand um den Mund aus. Das machte die Sache nicht wirklich besser. Ich habe dann beschlossen die Spiegel in unserer Wohnung weiträumig zu umgehen, mir eine heisse Dusche zu gönnen, Wohlfühlkleider anzuziehen und einfach mal loszulegen. Wird schon, dachte ich mir.

Ich habe den neuen roten Duschvorhang montiert, hab den Staubwedel bewegt und die Küche poliert. Mittlerweilen war ich auch einkaufen. Ich habe das über den Mittag erledigt, weil da die Chance am grössten ist, niemanden zu treffen. Doch weil ich bekannt bin wie ein bunter Hund, ist dieses Vorhaben eigentlich stets und immer zum Scheitern verurteilt. Aber es hätte nicht grade meine Lieblingsfeindin sein müssen. Nicht die! Der kann ich ruhig begegnen, wenn ich grade einen hinreissenden Tag und eine ebenso tolle Nacht erlebt habe, meine Augen glänzen und die Haut leicht golden schimmert. Wenn ich den zur Kleidung assortierten Schmuck trage und die Nägel lackiert habe. Aber nicht heute!
Nun gut, es ist passiert und daran lässt sich jetzt auch nicht mehr ändern. Zum Glück ist sie nicht unter meinen Freunden auf FACEBOOK, ich möchte nicht lesen, was da heute über mich steht! Bloss nicht!

Ich habe übrigens für meine Schwägerin eingekauft. Lindt Schokolade in weiss. Die mag sie so sehr gerne und ich stand gerade vor dem Regal, als mir ihr Wunsch in den Sinn kam. Packte ein paar Tafeln für sie ein und wollte meine Karre noch zum Kaffeeregal rüber schieben (Dolce Gusto...ihr wisst schon...), als eine Dame mit dem Umfang von 3 Damen ebenfalls diese weissen Lindt-Tafeln einpackte, sich an mir vorbeizwängte und dabei ekelhaft nahe an meinem Ohr verschwörerisch flüsterte und dazu unangenehm grinste: "Wir zwei Geniesser wir!". Mir fiel keine passende Antwort ein, das ist relativ selten. Bin dann sofort in die Kosmetikabteilung rüber gestelzt und habe mir eine hautstraffende Bodylotion geholt. Für alle Fälle. Und das Weight Watchers Menue fürs Mittagessen.
Da war sie schon wieder, diese 3xDame! Als hätte sie mich verfolgt. Drängte schon wieder an mir vorbei und trat mir noch auf die schicken violetten Stiefel, so richtig schön hinten rein! AUA!! Die Dame hatte aber auch Füsse! und entsprechende Schuhe! - die tritt in Notfall jede Flunder mit einem Schritt tot!

Es ist nicht mein Tag! Mir ist nach Jammern. Nach Wärme. Nach noch einen Kaffee Mocca. Einem schnulzigen Liebesfilm und der dicken Kuscheldecke "OHNE DICH IST ALLES DOOF".



Katerli hat vorhin ne SMS geschickt und gefragt wie es denn so geht.
Er spürt mich, ganz egal wie weit weg er ist.
Bald kommt er heim.

Morgen wird eh alles besser. Es gibt nämlich nochmal die Chance auf Tickets fürs AC/DC-Konzert! Vielleicht schaffe ich es ja diesmal. Drückt mir die Daumen!

UND ZUM ERSTEN MAL HEUTE FÜHLE ICH MICH BESSER!

Mittwoch, 13. Januar 2010

MEINE GANZ PERSÖNLICHE 1-DUVET-STRATEGIE

Ein Winter wie dieser kommt meinen Wünschen und Sehnsüchten sehr entgegen. Zumindest in schlaftechnischer Hinsicht. Nicht, dass ich Winter an und für sich gerne mag - oh nein, da ist mir Frühling und Sommer tausendmal lieber.

Aber ... wie fast alles, hat auch so was wie Kälte, Schnee, Dunkelheit seine guten Seiten.

Ich bin nämlich eine vehemente Verfechterin der 1-Duvet-Strategie. 1 Bett, 2 Decken - das geht ja gar nicht, so wenig wie eine Besucherritze.
Da war mal ein Freund, der teilte meine Leidenschaft für TWO LOVERS - ONE DUVET nicht. Wen wundert es, dass daraus nichts geworden ist ...?

Es gibt doch nichts schöneres, als nach einem arbeitsreichen, langen, aufreibenden Tag gemeinsam unter die gleiche Decke zu schlüpfen.
Besonders jetzt, wo es so kalt draussen ist. Anstelle von Füssen habe ich nämlich Eisklümpchen - und mich dann an ihm aufzuwärmen, an meinem Schätzu - manchmal scheint mir, als wären solchen Jahreszeiten nur dafür gemacht. 1 Duvet - 1 Team.
Gerne verstärke ich dieses Gefühl noch, in dem ich im Schlafzimmer die Heizung nicht anstelle und selbst im tiefsten Winter das Fenster einen kleinen Spalt offen lasse. Kuscheltime!



Würde man dann in dem Moment einen Blick durch den Türspalt werfen, wäre mit Sicherheit Gelächter zu erwarten. Wir rotten uns zusammen wie eine Affenherde. Schlingen die Arme gegenseitig um uns, kraulen, streicheln, geniessen. Das eine Duvet über uns, die Seligkeit der Zweisamkeit bei uns, Wohlfühlgefühl in uns.
Unter diesem einen Duvet entsteht dann diese ganz besondere wohlige Wärme, man ist sich dann nicht nah, man ist nahnah. Sogar nahnahnah.
So sollte es nie Morgen werden. Spüren, wie der Andere atmet. Ineinander verschlungen lässt es sich einfach besser träumen. Und um so vieles schöner, intensiver.
Wäre ich Paartherapeutin, ich würde jedem Paar empfehlen so zu schlafen. Es verstärkt das Band welches zusammenhält, da bin ich ganz sicher. Ich nenne es "romantisch schlafen".

Wie jede Strategie, hat auch meine Strategie gewisse Nachteile. Diese Nachteile sind - gemessen an den Vorteilen - absolut vernachlässigungswürdig.
Wenn zum Beispiel mein Katerli friert, dann kann es vorkommen, dass er das Duvetende schnappt, sich einrollt und zu guter letzt wie ein Schmetterlingskokons neben mir liegt, wunderbar warm im Kern. Während ich bibbere und träume in der Antarktis zu sein. Nackt auf blossem Eis.
Irgendwann im Schlafe realisiere ich dies, hole mir zurück, was mir gehört. Er fightet dann schlaftrunken um seine Wärme mit Händen, Füssen und Geknurre, verteidigt den Kokon. Und aus dem harmlosen Schmetterlingszuhause schlüpft dann eben nicht das federleichte, bunte Flügeltierchen, nein, da entpuppt sich das Raubtier in meinem Katerchen!
Das sind dann wohl jeweils die Momente, in denen wilde Eisbären-Kampf-Träume diese meine besonderen Minuten der Nacht beherrschen.

Er seinerseits behauptet, dass jene Geschichte sich ganz anders verhält. Ich würde mich andauernd freistrampeln und er hätte mit der Beschützer- und Behüterrolle so einiges des nächtens zu tun. Mich wieder zudecken zum Beispiel. Kann gar nicht sein!
Zudem sagt er, dass ich so heiss wie ein ostfriesischer Blubberofen sein. 10 Minuten Haut an Haut und er sei durchgewärmt. So ändern sich die Zeiten - früher hot bunny, heute hot ostfriesischer Blubberofen. Tja. Soviel zu den Mutationen.

Sommernächte haben zugegebenermassen eigene Regeln. Ich meinte letzten Sommer im Ton meines Herzallerliebsten vernommen zu haben, dass er doch ab und zu an die Grenzen des Erträglichen kommt, wenn der ostfriesische Blubberofen unter der Decke mit der sommerliche Hitze über der Decke fusioniert und zu Temperaturen führt, bei denen garen im eigenen Saft angesagt ist. Trotz ultraleichter Wildseidendecke. Und Mikrofaserbezügen in rot mit rosa Herzen drauf. Dann hilft nur noch Fenster weit auf, das eine Bein nach aussen klappen ... um mitten in der Nacht trotzdem aufzuwachen, weil man irgendwie schlingpflanzenartig verhängt ist. Und schwitzt. Eine heisse Sache.

Übernachten wir mal irgendwo im Hotel - und da hat es bekannterweise stets 2 Duvets - dann fehlt was. Selbst wenn jeder von uns unter "seiner" Decke einschläft .. wir finden uns beide am Morgen unter der gleichen Decke romantisch ineinander schier verknüpft. Ein Genuss.

Mein Résumé:
Auch wenn geklaut wird. Gezupft und gezogen.
Auch wenn abgedeckt wird. Und wieder zugedeckt und wieder abgedeckt.
Auch wenn geschwitzt wird. Gemeinsam.

WIR STECKEN UNTER EINER DECKE.
UND DAS IST GUT SO!

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