Dienstag, 31. Januar 2012

WENN ICH MAL GROSS UND STARK BIN ...

... dann werde ich mich auch so benehmen.
Vielleicht.

Bis dahin bin ich einfach bloss meine 1.65m. Und ein bisschen irre.
Das werden heute ganz ganz ganz viele mit Nicken bejahen. Sie werden dieses JA! schreien. JA! an alle Wände schreiben.
Und das alles nur, weil ich Schnee geschippt habe.
Ich bin noch ganz von der Rolle - das MUSS ich euch unbedingt erzählen.
Also:

Heute habe ich frei.
Draussen schneit es als wäre es der letzte Tag, es ist mördermässig kalt und ich hab meine wollenen Hüttenfinken bis unter das Kinn hochgezogen. Tja, und weil so ein Tag ist, an dem ich Draussen jetzt nicht wirklich viel machen kann, habe ich beschlossen, die VILLA KUNTERBUNT auf den Kopf zu stellen, alles picobello zu putzen, totaaaal klar Schiff zu machen. Weil das WE ja ausfällt und mein Kater jetzt nicht unbedingt den Blick für das putzmässige Detail hat (... und ja, zugegeben, ich bin da ein bisschen penibel, heikel) gab ich heute alles.
Und um alles zu geben, muss man ja nicht gezwungenermassen schön gekleidet sein. Oder? Auch nicht schön frisiert. Oder? So habe ich dann die Urururalt-3/4-Trainingshose hervorgekramt, in welcher ich mich nicht mal Katerchen unter die Augen wagen würde. Die ist so jenseitig ... ich will nicht darüber sprechen. Dazu den ausgelutschten, zu kurzen Schweden-Grobstrick-Pulli mit dem Elch. Für's Putzen reicht das alleweil und hinterher ne heisse Dusche, farbige Klamotten, einen Hauch Schönmacher ins Gesicht, einen Sprutz Parfum an den Hals - und Katerchen kann nach Hause kommen.
Findet Haus und Frau frisch gestriegelt und tageslichttauglich vor.

Das war mein Plan - und bis zum Wort "Putzen" lief alles auch wie am Schnürchen. Als ich dann aber verschwitzt, dreckig und einfach nicht wirklich ansehnlich mich unter die Dusche begeben wollte, fiel mein Blick nach Draussen.
Der Schnee meeeeeterhoch. Also 20cm auf jeden Fall. Alle Nachbarn rundrum hatten heute schon mindestens 3x ums Haus Schnee geschippt, nur unsere Zufahrt sah so jungfräulich weiss aus. Nicht dass das nicht schön aussieht, aber falls uns jemand besucht oder der Postbote was abgeben muss ... ohohohohoooo. Das geht gar nicht.

Ich also - noch immer voller Tatendrang und auf Schönmacher- und Saubermacherkurs eingestellt - raus in den Schuppen und Schneeschaufel gesucht. Gefunden. Und nu? Schnell mal die ganz billigen Aldi-Stiefel an die Füsse, dick Bepanthen-Heilsalbe auf die immer noch ein bisschen geschwollenen Lippen, Sturm-Frisur mit Brille beschwert, den alten Militärmantel angezogen ... und raus. Schippen.

Und während ich, vogelscheuchenmässig, den Schnee an den Rand drückte, das Nass schon durch die Schuhe suppte, ich leise fluchend mein Vorhaben bereits bereute ... gehen links und rechts die Fenster auf. Zugegebenermassen äusserst nette, freundliche Menschen schautgen raus, welche mir bezeugten, dass ich den Schnee ruhig in ihre Gärten schippen dürfe und lauthals, glaubhaft versicherten, sich enorm zu freuen mich endlich mal zu sehen ... und man sich schon lange gefragt hätte, wer denn da wohl in der VILLA KUNTERBUNT hausen würde ... und dass man gehört hätte, unsere Einrichtung würde ganz toll aussehen ... und dass man doch schon das eine oder andere Mal kurz davor gewesen sein, mal anzuklingeln und Hallo zu sagen.

Da stand ich dann also. Ich, die Styl-Ikone meiner Generation, angezogen wie ein Penner, dick weisse Salbe auf den Lippen, Frisur ... Frisur? In nassen Schuhen, ankämpfend gegen den Schnee, im Mantel meines Grossvaters (der ist aber unheimlich warm. Also der Mantel, nicht der Grossvater. Den Mantel habe ich schon seit ich 19 bin und für grobe Arbeiten in schlimmem Wetter immer wieder angesagt).

Ich grüsste freundlich zurück, beantwortete ganz anständig jede gestellte Frage und versicherte, dass ich ansonsten eben leider so wenig zu Hause sei und auch schon lange mal Hallo hätte sagen wollen. Dass wir im Frühling dann zum kleinen Beschnupper-Kennenlern-Feste auf die Terrasse einladen würden  - und ich jetzt ins Haus verschwinde, weil ich meine Füsse nicht mehr spüren würde, weil doch die Schuhe von Aldi ... und eben gar wasserfest ... mich aber gefreut hätte (was ich auch habe, wirklich!), ich eigentlich sonst auch visuell nicht ganz so abgefuckt aussehen würde, meine Frisur also so was von supi sei und überhaupt und sowieso.

Die haben alle gelacht, sehr herzlich.
Jetzt bin ich bekannt, jetzt kennt mich jeder. Wer mich in frühen Morgenstunden noch nicht im Slip und Gummistiefel hat Einbrecher verscheuchen sehen, der kennt mich seit spätesten vorhin.
Ich hab ein Talent, mich wie der hinterletzte Depp zu benehmen. Und mich dauernd in den unmöglichsten Situationen erwischen zu lassen.
Da sieht man wochenlang seine Nachbarn nicht - und heute, heute sehen sie MICH.
So!

Ich glaube, sie finden mich nett.
Ich glaube auch, sie finden mich lustig.
Ich glaube, sie finden auch ...

... ICH HÄTTE EINEN KNALL!

Montag, 30. Januar 2012

EIGENTLICH BIN ICH GANZ ANDERS!

Normalerweise - wenn irgendwas bei und mit mir als normal bezeichnet werden wollen möchte - putze ich zu Status Quo, bügle zu Queen und Bon Jovi oder fetze zu lautem, gepflegtem Mundartrock staubsaugend durch die Bude. Grade eben ist Nickelback bei mir hoch in meinem Kurs - da lässt sich frühmorgens so schön unter der Dusche dazu zappeln. Und man wird ganz schnell wach.

Und ... ich habe es gerade bei PHARMAMA gelesen, soll man Herz-Lungen-Wiederbelebungsmassnahmen im Takte von "Staying Alive" oder "Another one bites the dust" machen - kommt mir sehr entgegen.Sollte ergo demnächst irgendwer in meiner Umgebung umkippen ... ich rocke ihn zurück ins Leben! Versprochen!
Die einzige Musik mit deutschen Text kommt für mich ausschliesslich dann ich Frage, wenn ich einen exorbitant schlimmen Seelenschmetter ausbade und ein völlig zerkratzes, verbeultes Nervenkostüm habe. Dann führe ich mir ohral intravenös Dinge wie "Rosenstolz", "Ich und Ich" wahlweise ""Juli" - wenn's ganz schlimm um mich steht "PUR" zu Gemüte.

Will man mir was richtig abartig Böses, dann dreht man "Hits" von Jürgen Drews laut auf. Oder anderes Ballermann - wahlweise Hüttengaudi-Spassvögel-Singgemetzel (das ist nur meine, ausschliesslich meine und alleinig meine Meinung). Ich kann gaaaaaaaar nix, aber sowas von gaaaaaar nix damit anfangen.
Die Höchststrafe!

Ok. Und gestern, gestern gegen Abend, da habe ich am Fernseher ein wenig rumgezappt, vom Tennismatch Nadal - Djokovic ... via Kochsendung ... hin zum peinlichen Heimatfilm ... Super-G der Damen ... Bericht aus Berlin ... Lindenstrasse, gefühlter Teil 779'047 ... zu ... Udo Jürgens.
Eigentlich gar nicht meine Kragenweite. Und doch bleibe ich dauernd bei ihm hängen. Schon immer. Obschon ich eigentlich  gar nicht so bin ... diese Texte - nicht alle, aber viele - die haben was. Keine Ahnung WAS genau, aber da ist was. Vielleicht finde ich ihn auch gar nicht so übel, weil er einmal mit mir in der MIGROS in der Schlange an der Kasse stand. Wie alle Anderen auch. Und so ganz ohne Allüren der unangenehmen Art. Fand ich not bad.

Ein ganz besonderes Nicht-Erlebnis verbinde ich noch heute mit dem Namen von Udo Jürgens.
Mein Ex-Mann hat mir nienienie was zu Weihnachten, nienienie was zum Geburtstag und nienienie was zu sonstwas geschenkt. Bis auf das eine Mal. Da weilte der Udo in Bern, zwecks grosser Show - es wird gut 20 Jahre her sein. Sehr gut.
Da überraschte mich mein damaliger Mann mit einem Ticket Reihe 2. Udo LIVE.
Und ich - was machte ich? Ich verschmähte das Ticket und ging nicht hin. Dazu hatte ich allerdings einen guten Grund: mein damaliger Lieblingshockeypieler, der Andreas Beutler vom SCBern, gab seine Abschiedvorstellung, spielte seinen letzten Match.
Als gute Freunde lässt man den Anderen in solch hochemotitionalen Momente nicht alleine. Nein, das hätte ich nicht gekonnt. Und deshalb verkaufte ich das Udo-Ticket an eine Freundin.
Ich könnte schwören, dass mein Ex-Mann damals zum ersten Mal an Scheidung gedacht hat.
So kam ich also zu meinem Nicht-Erlebnis mit Udo.

An diese Geschichte denke ich immer wieder ... wenn ich mal wieder rumzappe und beim Udo Jörgens hängen bleibe. Zuhöre.
Lustig fand ich gestern übrigens, dass der Kater aus der Küche kam (er war grad am Frikadellen fabrizieren), sich neben mich setzte  ... und irgendwann hielten wir uns an den Händen, schunkelten munter zu "Griechischer Wein" ... es fehlte nur noch, dass wir Wunderkerzen in Händen hielten.

Weil ...

EIGENTLICH SIND WIR GAR NICHT SO!

Sonntag, 29. Januar 2012

HÄPI BÖRSDEI TU YUUUU!

Was ist das toll, die heutige Geschichte mit einer Begrüssung beginnen zu dürfen: HERZLICH WILLKOMMEN PUNKT. Ich freue mich sehr, hast Du in meinen Geschichtenhimmel gefunden. Ich wünsche Dir Spass und kurzweiliges Verweilen in den grossen und kleinen Geschichten meines ganz schön verrückten Lebens.
Schön bist Du da!

Und jetzt lauter gute Nachrichten:
Meinen Lippen geht es nach dieses Prozedur von Freitag doch schon viel besser - nachdem gestern tagsüber Suppe angesagt war, konnte ich dann weiss Gott am Abend ... also gerade noch rechtzeitig zu Katerlis Geburtstag - wieder feste Nahrung zu mir nehmen. Küssen geht übrigens auch ;-) ... einfach gaaaaanz gaaaaanz "süferli" vorsichtig.
Gestern Abend sah ich dann so aus, der Kater findet es cool. Ich auch.


Ja - und dann war gestern also der Geburtstag vom Kater. Jugendliche 48 ist er geworden. Während ich am Älterwerden doch sehr viel Gutes entdecke und das Rad nicht zurück drehen möchte -trauert er öfter mal ein wenig der Zeit nach. Beim Sport treiben tut schneller mal was weh - und dass eine neue Brille von Nöten ist, findet er doof.
Ich meine unterdessen herausgefunden zu haben, dass Männer die grösseren Probleme mit dem Älterwerden haben. Was mir die Zeit an Erfahrungen, Eindrücken, Wissen und Erlebtem schenkt - können die Zipplein, grauen Haare oder was auch immer, nicht schmälern.
Vielleicht kann er das mit der Zeit auch gelassener betrachten. Ich wünsche es ihm von Herzen. Bin sogar sicher, dass es so kommt, wenn sein Leben im einen oder anderen Bereich ein wenig stabiler ist und er der Zukunft wieder vertrauen lernt. Die Vorzeichen stehen übrigens gut, es geht ihm wirklich merkbar besser.
Und bis es ganz gut ist - bis dahin gehe ich einfach mal wacker voraus!

Gestern Abend habe ich ihn dann in eines seiner Lieblingsrestaurants eingeladen - in's Rest. Löwen, Wichtrach. Währschafte Küche, ursprüngliche Speisen, alles noch selber gemacht und mit Produkten aus der Region. Wird sehr geschätzt! Und so gingen wir dann gegen 18.30h los:



Das war sein Wunsch: "Suure Mocke" mit Kartoffelstock. Das ist in Rotwein und Essig eingelegtes Rindfleisch, dazu frisch gemachten Kartoffelbrei mit Speckbohnen und Gemüsebouquet. Vorab einen Nüsselersalat (Feldsalat) mit Ei, gebratenen Champignons und Speck. Dazu selber gemachtes Brot.
Ich fang gleich wieder an zu sabbern - so lecker war es!!

Der Salat - ein Gedicht!

Dazu frisches Brot / Zopf

Dann ... der legendäre SUURE MOCKE

Gerne hätten wir noch ein Dessert genossen - aber nix ging mehr.
So satt waren wir!
Kaffee und das offerierte Stückchen Kuchen - et fini!

Gegen 22.00h waren wir wieder zu Hause, haben den schönen Tag gebührend bis 00.00 gefeiert und uns dann ins Traumland verabschiedet.

Und nun - nun geniessen wir den Sonntag. Faul. Zufrieden. Satt.
Ich geniesse ihn besonders, weil er sozusagen der letzte "freie" Sonntag ist. Nächsten Freitag beginnt meine neue Ausbildung ... und ich werde Gas geben müssen, wollen. Freue mich enorm! Meine freie Zeit wird dadurch noch mehr dezimiert. Denn was ich mache, das will ich gut machen und geb entsprechenden Einsatz.
Ich weiss ja auch, warum und wofür. Das gibt Kraft!
Und jetzt geh ich relaxen!

In diesem Sinne, meine Lieben:

SCHÖNEN SONNTAG EUCH ALLEN!

Samstag, 28. Januar 2012

WO IST DIE SCHNABELTASSE?

Was hab ich bloss da wieder angestellt!?!
Habe euch ja gestern berichtet, dass ich mich farblich in der Gesichtsmitte permanent aufhübschen lasse.
Was detailliert heisst: Lippenkonturen stechen lassen (in einem schönen Brombeerfarbton) PLUS noch die Schattierung bis zur Lippenmitte. In einem ebenso schönen Beerenton, nur eine Nuance heller.

Die 2 Damen erwateten mich freudig-gespannt. Ich dito.
Erst musste ich ein Formular ausfüllen, auf dem ich meine Volljährigkeit bestätigen musste. Hat mir sehr sehr geschmeichelt und ich fühlte mich extrem gut aufgehoben in diesem Kosmetikstudio. Habe dann allerdings hinter meine handschriftliche Bestätigung noch einen grinsenden Smilie gezeichnet.
Die Damen Sandra und Brigitte haben dann ebenfalls ein bissssschen geschmunzelt.
Auf einem weiteren Formular musste ich dann meine physische wie psychische Gesundheit bestätigen (hätte mir dies eventuell zu denken geben sollen?). Anschliessend drückte man mir Formular 3 ins Pfötchen, wo dann stand, dass ich jetzt 3 Tage lang nicht küssen dürfe! Die Lippen nicht mit den Fingern berühren dürfe. Und so Sachen. Kurz zusammengefasst stand da: kein Sex.
Leute. Ne aber auch. Heute hat der Kater Geburtstag!!!!

Weiter im Text. Erst wurden meine Lippen grundgereinigt. Geschrubbt. Desinfinziert. Dann kriegte ich so ne Salbe drauf, die meine Lippen einschliefen liessen. Blöderweise tupfte ich mit der Zungenspitze dran - und dann pennte auch die noch ein. Was mein anschliessenden Lallen erklärte.
Jaja, die Penn-Pampe war ja auch ganz wirkungsvoll - aber trotzdem ... Leute ... ich bin mehr als tausend Tode gestorben! Also das heisst, nach tausend Toden habe ich aufgehört zu zählen. Ohne dass ich heulte, liefen mir die Tränen seitlich die Wange runter und tropften ins blütenweisse Weiss des kuscheligen Tuches.
Ihr müsst wissen - ich lag da so auf ner wirklich bequemen Liege, überall Polster, überall schön, überall weiss. So ne Art Luxus-OP-Raum. Man erklärte mir auch, das was da grad gemacht werde, sei auch eine Art Micro-Chirurgie. Die Damen haben auch hochgradig steril gearbeitet, sehr professionell, sehr kompetent - das hat mich trotz grosser Schmerzen beruhigt.

Nach 2 1/2 Stunden war es vorbei. Für's erste! In 6 Wochen kommt Schritt number two dran. Ja - wer A(ua) sagt, muss auch B(auwerk beenden) sagen. So ist das im Leben.

Ich verabschiedete mich und torkelte leicht benommen - obschon nur die Lippen schliefen - Richtung Bern Bahnhof, setzte mich ins Starbucks und holte mir (immer noch lallend) einen latte m. und ein Stück Zitronenkuchen. Das halbe Gesicht noch wie nach dem Zahnarzt, bloss eben weniger IM Mund, mehr AUF dem Mund führte dazu, dass meinereiner nicht in der Lage war, den latte m. unfallfrei einzuflössen! Eine Strohhalm brachte dann Abhilfe.
Den Zitronenkuchen verschenke ich, da die nette, junge, grinsende Dame hinter dem Tresen das Ding nicht im Mixer pürieren wollte / konnte. Und intravenös ging auch nicht.

Da sass ich dann nun, mir seitlich mittels Strohhalm Kaffee mit Milch zuführend, die Gesichtsmitte mit viel AUA und überhaupt. Warum??? Fräääääänzi - WARUM?
Na ja ... ich schaute dann in den Handyspiegel und meinte zu wissen warum. Auch wenn ich momentan als Schnabel) Lippen-Double für Daisy Duck Anschelina Scholieee locker durchgehen würde und die Lage im wahrsten Sinne des Wortes angespannt ist. Es zeichnet sich ab, dass das mal richtig gut aussehen wird!
Sobald die Schwellung etwas weg ist ...

Kater holte mich ab und konnte breitestes Grinsen nicht verkneifen. Hauchte mir einen Kuss auf die Wange und löffelte seinen Kuchen mit Genuss. Mich immer wieder anschauend und grinsend.
Tja.

Ich habe dann - leidend - doch noch eine Foto von mir gemacht - ihr dürft sie sehen:



Abendbrot gab es gestern wie folgt: 2 Schmerztabletten im Abstand von 2 Stunden. Lecker!
Ich hör jetzt aber mit Jammern auf, denn ich muss ne Schnabeltasse kaufen gehen.
Dann klappt es mit dem Trinken bestimmt auch wieder.

ODER WAS MEINT IHR?

Freitag, 27. Januar 2012

HEUTE RISKIERE ICH NE DICKE LIPPE!

Hey meine Lieben!
Ich knalle heute nur so vor lauter Energie ... fühlt sich prima an. Mag daran liegen, dass wir gestern Abend wieder erfolgreich walken waren. Angesichts der gestrig-morgigen Kater(scheiss)laune, hätte ich keinen Rappen / Cent oder jedwelch andere Fremdwährung darauf verwettet, dass er sich mitkommt. Sträuben war vorprogrammiert. Exorbitant vehement. Und zwar vehementestens.
Auf der Heimfahrt im Zug habe ich mir schon sämtliche Ansprachen an seine Vernunft, seinen Stolz, seine Gesundheit usw. innerlich zurecht gelegt und vorbereitet, war ready und parat um unseren Walkingabend zu kämpfen. Mit allen Mitteln! Ich hätte also mein ganzes, gesamtes Frau sein in die Überredung gelegt. Jawoll. Hätte ich.

So wartete ich dann ganz gespannt auf Kater's Eintreffen zu Hause. Ich hörte die Türe unten. Hörte seine Schritte hoch ins Wohnzimmer. Und da stand er! Noch angezogen! Erwartet hätte ich, dass er schon vorab ins Schlafzimmer schleicht, sich die bequeme, graue, ausgebeulten Gummizug-Flatter-Trainer-Baumwoll-Couch-Hose anzieht und sein Schlafshirt. Um von vorne rein klar zu machen, dass Verweigerung angesagt sei. Aber nein! Weit gefehlt! Kater walkte - wenn auch nicht in ausufernde Begeisterung ausbrechend - wacker neben mir. Schön war's! Hat Spass gemacht.
Und heute tun die A...backen auch nicht mehr weh wie das letzte Mal.
Ich avanciere zur Sportskanone! :-). Beim nächsten Walkrundgang baue ich wahrscheinlich so Elemente wie Flik-Flak und dergleichen ein.
Das war ein tolles Erlebnis mit ihm - und ich habe ihn auch entsprechend gelobt, meinen Respekt über seine sportliche Haltung dargelegt und so eine gute Ausgangsbasis für den nächsten Donnerstags-Walk geschaffen.
:-))

Dann ist gestern noch was für mich Wichtiges, Schönes und auch Lustiges passiert.
Kater hatte nämlich Termin beim Sozialdienst einer Klinik. Diesen Termin hatte noch sein ehemaliger Psycho-Doc arrangiert gehabt, fand ich gut, alles was man mehr weiss kann helfen. Erfahren hat er, dass er alles richtig macht, sämtliche Möglichkeiten ausschöpft werden und nix auf der Strecke geblieben ist. Also optimal. Und einfach so weitermachen.
Allerdings ... die Dame stand auf, ging zum Schrank, holte einen Flyer raus: "Hier könnten Sie sich melden - diese Frau scheint in solchen Problematiken wie der Ihren kompetent zu sein. Hier der Flyer, sie führt eine Selbsthilfegruppe und kann Ihnen eventuell weiterhelfen - probieren Sie es da mal".
Kater hielt den Flyer in seinen Händen, grinste breit und informierte die Dame, dass er DIESE Frau persönlich kenne. Das sei nämlich die Seine.
Prima. So weiss ich also, dass meine Arbeit auch in Kliniken wahrgenommen wird und entsprechende Infos weitergegeben werden. Eine tolle Rückmeldung, welche mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Pfad bin.

Tja ... und nun, meine Lieben, verrate ich euch noch das heutige Geheimnis der dicken Lippe. Die riskiere ich nämlich. In gut 5 Stunden geht es los. Mein neustes Tattoo. Aaaalso, zum erklären: ich habe schon ein paar davon. Ein Fantasy-Tattoo oberhalb des Fussknöchels, einen Schmetterling auf der linken Brust (neneee - er mutierte nicht in den Jahren vom knuffigen Schmetterling zum langgestreckten Segelflieger), am rechten Arm habe ich Sterne tätowiert und mein viel bewundertes Augen-Make-Up ist auch tätowiert. Eine feine, blaue Linie um die Augen ... an welcher ich sonst früher minutenlang jeden Morgen rumwerkelte. Um am Mittag bereits wieder nachziehen zu müssen.
Uiii - Leute - das waren Schmerzen! Als diese Höllenmaschine mir rund um die Augen mal ebend die feine Haut löchrig perforierte, blaue Farbe im gleichen Arbeitsschritt in besagte Löcherchen reinwürgte - und ich nicht mal blinzeln durfte, weil sonst die Nadel sich in Auge hätte verirrren können ... AUA!!! Als würden tausend Wespen einem die Augen zerstechen. Tagelang lief ich dann mit blutunterlaufenden Glubscherchen rum, welche ich hinter einer grossen, schwarzen Sonnenbrille versteckte.
Mein Exmann hat in dieser Phase doch so einige schräge Blicke abgekriegt :-).

Und nun - nun begebe ich mich heute wieder auf dieses schmerzhafte Terrain. Es ist nämlich so ... mindestens 6x am Tag ziehe ich im Büro meine Lippen nach. Erst Lippenkonturenstift, dann Lippenstift, dann Gloss. Und wenn ich küsse - und ich küsse oft znd gerne - hat der oder die Andere einen Abdruck auf der Backe. Kater quer über dem Mund, den Ohrläppchen, am Hals. Er liebt das ...
Jedenfalls habe ich vor ein paar Wochen beschlossen, meine Lippen leicht rosa-violett permanent nachziehen zu lassen und gleich auch noch zu schattieren. Also ganz natürlich ... rosa violett schattiert. Dann brauchts nur noch einen Hauch Glitzergloss - und ich bin auch ungeschminkt sowas von grandios wunderbar!
In der Hoffnung, dass es nicht soooo sehr weh macht, freue ich mich auf den Verschönerungstermin heute Nachmittag. Kann sein, dass ich die nächsten 2 Tage entfernt an Daisy Duck erinnere. Vielleicht.


Nicht zu vergleichen mit einem dieser schrecklich Botox-Rüssel! Neneneneee ... höchstens so ein bisschen einen Schnatter-Lappen mit Küss-Aua. Das geht aber vorbei. :-)

Ich kann also mit eurem Daumengedrücke rechnen? Auf das alles gut wird!
Dann will ich auch schon mal in Voraus ganz artig ...

... DANKE SAGEN!

Donnerstag, 26. Januar 2012

ADIEU

Mein gestriger Tag war für mich von einem ganz besonders eindrücklichen Moment geprägt.
Es galt ADIEU zu sagen. Nicht AUF WIEDERSEHEN. Zumindest nicht hier, nicht auf dieser Welt.
Ich muss nun etwas ausholen ...

... vor gut 18 Jahren wurde meine damalige allerallerallerbeste Freundin sehr sehr krank. Ihren Weg bis zur letzten Minute begleitete ich sie. Es war eine Erfahrung, welche mir für mein weiteres Leben heute wegweisend scheint. Traurig, dem Zerfall eines Menschen hilflos zusehen zu müssen - unendlich bereichernd in dem, was in solch Ausnahmesituationen uns das Leben lehrt. Zwischenmenschlich in einer besonderen Art und Weise Erkenntnisse schenkend, in einer ganz aussergewöhnlichen Qualität. Mit nichts anderem vergleichbar.
Etwas, auf was ich rückblickend nicht hätte verzichten wollen.
5 Jahre widmete ich anschliessend der Sterbebegleitung - wertvolle Zeit, wertvolle Erfahrungen. Ganz ganz tief gehend.

Der Tod macht mir heute keine Angst mehr - ich verstehe ihn als das Tor in eine andere Welt. Dadurch, dass ich einmal in meinem Leben bereits an dieser Schwelle stand, erlaubt mir das Erfahrene einen vielleicht etwas anderen Blick auf den Tod (mein Sohn Florian musste bei seiner Geburt nach 40 Stunden Wehen mittels Notkaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Während der OP erlitt ich einen Herz- und Lungenfunktionsstillstand, fiel mehrere Tage ins Koma. Die Ärzte orientierten meine Familie dahingehend, dass kaum Chance besteht, mich wieder ins Leben zu holen).

Wie ich euch schon des Öftern berichtete, ist unsere Garage - mein Arbeitsplatz - geprägt von einem, für mein Empfinden, ganz ausserordentlichen Umgang nicht nur im Miteinander, sondern auch im Verhältnis zu und mit unseren Kunden. Sehr persönlich, sehr aufeinander eingehend, überaus menschlich.
Und weil das so ist, wussten wir um den besorgniserregenden Gesundheitszustand unseres Kunden Herrn XY. Seine Frau hat uns damals angerufen, damals, als der schlimme Bericht und die entsprechende Diagnose grade eben auf dem Tisch lag.
Herr XY - eine Kunde seit der ersten Stunde. Immer putzmunter und gesund, gut aufgelegt, fröhlich. Und letzten Oktober dann diese grosse, unerklärliche Gewichtsabnahme innerhalb von 3 Wochen. Seither die Gewissheit, dass das Leben endlich ist. Sehr endlich. Wir hatten ab da nur noch mit seiner Frau Kontakt, sie übernahm die Fahrten für Service und dergleichen.

Bis gestern ... plötzlich ging die Türe auf ... und er stand da. Unser Herr YX! Ein Schatten nur noch, ein Hauch von Mensch. Seine letzte Kraft aufbringend, um uns Adieu zu sagen. "Ich habe nur noch wenige Tage, vielleicht ist heute mein letzter Tag - und ich wollte Ihnen Allen nicht vergessen DANKE zu sagen". Die Tränen standen ihm in den Augen.
Da stand er, unser Herr XY - und schaute uns an. Dieser Blick. Eine Aufforderung. Eine Herausforderung.

Dieser nahm ich, dieser nahmen WIR uns gerne an.
Und ein überaus interessantes, spannendes, gnadenlos ehrliches, unendlich tief menschliches Gespräch durfte geschehen. Ich bin dankbar für so ein Geschenk. Mit dem Leben versöhnt und zufrieden in sich ruhend erzählte er uns, dass er sein Leben - könnte er nochmals beginnen - genau so und nicht anders führen würde. Und dürfte er sich eine Krankheit auswählen, er diese, seine, auswählen würde. Schnell und ohne grosse Schmerzen zur Schwelle an das grosse Unbekannte treten dürfen, er empfindet dies als Privileg. Was es sicherlich auch ist.

Es war mir eine Ehre, ihm meine Gedanken und meine Wünsche für ihn auf diese letzte Reise mitgeben zu dürfen. Ganz bewusst Adieu sagen zu können. Und ihm nachzuschauen, wie er schleppenden Schrittes zu seinem Auto ging, einstieg und dann unseren Blicken entschwand.

Traurig, ja, das war es auch.
Aber noch viel viel mehr war da so ... so ... was Unaussprechliches, das blieb und für immer bleiben wird. Etwas, wofür es zwar keine Worte, dafür aber umso mehr Gefühle gibt.
Deshalb möchte ich jetzt auch nicht mehr viele Worte darum herum machen.
Ich möchte ein wenig still sein und an ihn denken.
Und dankbar sein für sein letztes, so grosses Geschenk.

GUTE REISE ... MÖGEN ENGEL SIE BEGLEITEN

Mittwoch, 25. Januar 2012

ÜBERLEBENSKÜNSTLERIN

Elfriede heisst sie. Und ist Teil "meiner" Garage.
Über ihr Alter wagen wir nur hinter vorgehaltener Hand und leise flüsternd zu spekulieren. Aber alt ist sie, soviel ist uns klar. Was Elfriede schon alles durchgemacht hat ... unglaublich!
Sie war schon lange da bevor ich kam.

Elfriede ging schon durch so viele Dürren in ihrem Leben. Oft genug stand ihr dann aber das Wasser nicht nur sinnbildlich bis zum Hals - und wir Alle hätten keinen Deut mehr darum gegeben, dass sie es überlebt. Einmal ... ja, ich erinnere mich genau (und werde es später noch erläutern) ... ist Elfriede wortwörtlich und tatsächlich aus den Latschen gekippt. Derart dehydriert war sie.
Und ich musste die Schuld damals auf mich nehmen - die Nahtod-Erfahrung von Elfriede ist einzig und alleine passiert, weil ich für ihr Wohlergehen verantwortlich zeichne. Und dies nicht getan hatte.

Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich Elfriede oft vernachlässige - und das tut mir wirklich und aufrichtig leid. Das meine ich genau so wie ich es hier schreibe. Es tut mir leid Elfriede - das musst Du mir glauben!
Ich mag Elfriede nämlich gerne, sehr gerne sogar.
Denn eigentlich ist Elfriede uns Allen ein Musterbeispiel wie Leben funktioniert. Elfriede lässt sich nicht unterkriegen, geschehe was wolle. Sie nimmt es mir nicht mal übel, dass ich sie öfter mal darben lasse, mit stoischer Gelassenheit wartet sie einfach, bis ich ihr irgendwann meine Aufmerksamkeit schenke ... Elfriede ist cool. Eine Überlebenskünstlerin. 1'000 mal schon totgeglaubt, immer wieder auferstanden.
Ein blühendes Vorbild!

Obschon ... sie ist jetzt nicht unbedingt der Inbegriff von Attraktivität. Ihr Erscheinungsbild erinnert eher an das Outfit eines gerupften, ausgemergelten, vertrockneten, alten, schrumpeligen Huhnes.
Nein. Noch schlimmer.
Nicht wirklich herzeigbar.
Und doch ist sie - gut sichtbar - Mittelpunkt meines Büros.

Elfriede ist meine Büropflanze. Meine oft vernachlässigte Büropflanze. Kriegt manchmal tagelang nix zu Trinken - um dann schwallgewässert zu werden. Wasser bis es zum Topf rausläuft und Elfriede tagelang klitschnasse Füsse hat.
Oft, so oft, habe ich schon gemeint, Elfriedes Tod beweinen zu müssen. Habe gemeint, sie hätte ihren anstrengenden Job bei mir aufgegeben. Hätte fristlos gekündigt ... infolge Vernachlässigung. Aber nein! Sie hält zu mir, sie bleibt bei mir.

Damit ihr wisst, wovon ich spreche ...

... DAS IST ELFRIEDE!

Ein Ausbund an Zähigkeit!

Sie ist eine typische "NEVER-GIVE-UP"

Einmal war grad absolute Dürre bei Elfriede angesagt. Tagelang nix mit Wasser.
Ich war mit einem Kunden am Telefon ... als Elfriede ohnmächtig wurde, nach vorne aus ihrer Schale kippte, mir vorwurfsvoll mitten vor die Füsse. Braun-strohig-struppig. Ausgemergelt. Ein non-verbaler Aufschrei!
Ich habe dem Herrn XY nie so richtig verständlich erklären können, warum ich plötzlich nur noch am glucksen, kichern, lachen und quietschen war. Er hätte es eh nicht verstanden.
Das war eine Sache zwischen mir und Elfriede. Ihr versteht das jetzt sicher.

Ich hab Elfriede damals einfach wieder in ihre Schale zurück gestellt, ihren ausgetrockneten, krümeligen Erdballen mit 1 ltr. Wasser zugeschüttet und sie am Abend ins Nachtgebet eingeschlossen.

Elfriede ist wieder auferstanden und lebt mal munterer, mehr mal weniger munter, vor sich hin.
Und ist mir täglich Vorbild nie aufzugeben.
Wir sind ein Team.

ES LEBE ELFRIEDE!

Dienstag, 24. Januar 2012

AUCH DER LÄNGSTE WEG ...

... beginnt mit einem Schritt.
Das Geheimnis der kleinen Schritte ist gleichzeitig der Erfolg der kleinen Schritte.

Doch bevor ich euch davon berichte, freut es mich riiiiesig, heute schon wieder einen neuen Stern begrüssen zu dürfen! HALLO Elke von GEISTIGE_SCHRITTE! So schön, hast Du auch mit diesem Blog Dich in meinem Geschichtenhimmel eingefunden. Fühl Dich wohl in all meinen vielen Geschichten! Ich freue mich über Dich!

Seit dem grossen Seelen-Schiffsbruch vor gut 2 Wochen, dem anschliessenden (sehr wirkungsvollen und wegweisenden) Frontalcrash mit Kater's Doc, sind ja nicht wirklich viele Tage vergangen - und doch sind es Meilen zwischen dem Damals und dem Heute.
Nein, Arbeit hat er nach wie vor keine. Und ja, das bedrückt ihn sehr, damit hadert er enorm - und in dieser Hinsicht MUSS bald was passieren.

Aber das, was mir und ihm Mut macht, ist ... dass die Voraussetzungen dazu ja erstmal auch gegeben sein müssen. Und die waren bis vor Kurzem in keiner Art und Weise gegeben. Da war nur noch schwarz. Dunkles, hoffnungsloses, dumpfes, schwarzes, müdes, totes Schwarz. Es gab im wahrsten Sinne des Wortes nix mehr zum Lachen.
Das ist nun anders. Wird täglich besser.

Heute weiss ich - nein, noch viel mehr - heute habe ich den Beweis, dass all die Medikamente und die Art wie man meinte ihm helfen zu können, wirklich das genau Gegenteil dessen waren, was er braucht. Eindrücklich war für mich vor wenigen Wochen sein Satz: "Ich hab zwar so etwas wie Boden untern den Füssen - aber ich habe keinen Himmel mehr".
Wie grausam ist das denn? In einem Gefühls-Einheitsbrei einbetoniert zu sein? Zwar die Schmerzen der Seele nicht wirklich zu spüren - aber der Preis dafür war: Auch keine guten Gefühle wahr nehmen zu können, keine Freude, kein Glück empfinden zu können. Dieser Preis ist definitiv zu hoch!
Wie will man denn Probleme angehen? In diesem Dauerzustand von lähmender Apathie ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Wie bitte lässt sich gegen graue, kalte Nebel ankämpfen, so ganz ohne Kraft? Und das Schlimme ist: man realisiert die grauen, kalten Nebel zwar - aber sie stören nicht wirklich. Sie gehen konturenlos in den grauen, kalten Tag über. Egal, ob die Sonne scheint.

Mit jedem Tag ohne Medikamente, dafür mit Aktivitäten, Menschen und regem Leben geht es besser. Es ist zugegebenermassen anstrengend und bedarf grossem Engagement - alles andere als easy going. Aber es geht vorwärts, mit kleinen Schritten.
Stellt euch vor, ich habe den Kater (natürlich mit seiner Einwilligung) in einem Kalligraphiekurs angemeldet. Hab ihm vorläufig 10 Lektionen Schönschrift geschenkt. Noch gestern Nachmittag war es skeptisch ... "ob mir das wohl gefällt?" ... "und wie wohl die Leute da sind?" ... "vielleicht bin ich ja zu doof dazu?". Bis vor 2 Wochen hätte er sich auf dieses Abenteuer gar nicht eingelassen. "Kann ich eh nicht!" hätte er gesagt. "Will gar keine neuen Menschen kennenlernen!" wäre sein Einwand gewesen. "Zu müde - und jetzt will ich nicht mehr darüber reden", so hätte es geendet ohne je begonnen zu haben.

Gestern ging er dann los. Ich hab ihm viel Spass und gutes Gelingen gewünscht - und sah ihn erst um 22.00h wieder. Total entspannt, freudig aufgeregt, stolz.
Der hat das nämlich drauf! Nicht nur, dass die Menschen da anscheinend ihn überaus herzlich empfangen haben, seine ersten Schritte auf dem grossen Spielplatz der Kalligraphie ein Erfolg waren - die Sache an und für sich hat ihm mega gefallen. Locker und doch konzentriert, voll dabei und doch mit Leichtigkeit. Das anschliessende Zusammensitzen und miteinander Tee trinken, das eben Erlebte besprechend ... es hat ihm so gut gefallen. Und hat ihm so gut getan!
So habe ich ihn Monate nicht mehr erlebt. Nicht so.

Und heute Abend trifft er einen Freund. Sie kochen zusammen was, werden gute Stunden erleben. Er freut sich darauf.

Ihr seht mich überaus glücklich über diese Entwicklung - und auch baff. Erwartet habe ich, dass diese Kehrtwendung um 180° Grad wohl eine Veränderung (in der Hoffnung auf eine positive Veränderung) hervor ruft, dass diese graue, beängstigende, alles zudeckende, anästhesierende Nebelwolke sich so vehement lichtet und es ohne Medis so unglaublich viel besser geht - dies übersteigt meine kühnsten Erwartungen um das Vielfache.
Dies nun so zu erleben schenkt mir Kraft, zu sehen: er kann ... er muss nur auch wollen ... und die Möglichkeiten dazu haben. Ich bin zufrieden, sehr sehr zufrieden.

Bitte nicht falsch verstehen. Es gibt durchaus Situationen, in denen Medis gerechtfertigt sind. Sein müssen. Ich habe das ja selber erlebt - damals, als ich das ganze Ausmass von des Katers Leben (bzw. Schattenleben / Burn-Out durch Depression / ADHS und den daraus resultierenden Süchten) vor die Füsse geknallt bekam. Das war ein Riesenschock, als plötzlich die Fassade weg war - eine Fassade, von der selbst er gemeint hatte, sie voll im Griff zu haben und damit umgehen zu können - mittels Verstecken seines wahren Ich's).
Das war für mich als Mensch damals auch viel zu viel und ohne ein paar Tage Häppy-Pills (die schenken rosa Flügelchen, Denk-Glitzer-Sternchen und lassen einem fühlen, dass man nichts fühlt - eben auch nichts Belastendes) wäre ich vielleicht daran zerbrochen. So kriegte meine Seele die Möglichkeit langsam, langsam zu erfassen, dass das Leben aus den Fugen geraten war. Und die Möglichkeit, es langsam, langsam anzugehen. 1 Woche Volldröhnung und 1 weiter Woche Halbdröhnung - und dann war gut. Dem folgte Arbeit, harte Arbeit - die andauert. Aber nun Früchte trägt.
Ich kann heute gut verstehen, warum es so viele Süchtige gibt. Mir persönlichen haben diese Medis Angst gemacht und ich hab das "Potential" in ihnen wohl bemerkt - sowohl das gute, wie vor allem aber auch das negative. Ich kann bloss sagen: AUFPASSEN!
Wer sich dem ergibt, der wird nicht mehr zu sich selber finden.

Der Kater ist auf dem Weg. Begleitet von guten Menschen. Und jetzt, jetzt nähert er sich täglich sich selber. Und es macht ihm Spass. Es gibt noch viel zu tun. Und es wird Rückschläge geben. Das ist egal - wenn einem Rückschritt zwei kleine Schritte nach Vorne folgen, dann ist das unter dem Strich ein Erfolg. Und man kommt voran.

Eines habe ich gelernt: Den Blick gilt es auf das nächste, erreichbare Ziel zu richten. Nicht auf das was war. Aber mit der Erfahrung aus dem was war.
Ich glaube wirklich, dass sich so und nicht anders (in unserem Falle) das Leben lebenswert einrichten lässt. Und das es gut wird. Ich weiss noch nicht wann, wie genau auch noch nicht - aber ich habe in mir tief drin dieses Bewusstsein: Alles wird gut.
Das sind keine Schönwettersprüche. Daran glaube ich wirklich.

GANZ EHRLICH 

Montag, 23. Januar 2012

AUF- UND ABSTELLER

Erst mal ganz herzlich WILLKOMMEN, LUNA*! Ich freue mich sehr, dass Du in den Geschichtenhimmel gefunden hast, wünsche Dir viel Spass und gutes Verweilen in den grossen und kleinen Geschichten meines spannenden, manchmal ganz schön chaotischen Lebens.
Schön bist Du da!

Meine lieben Menschen da draussen in der Bloggerwelt!
Na - wie war euer Wochenende? Erholsam? Sonnig? Rundum gut? Das zumindest wünsche ich Jedem - und das Meine war auch genau so. Ausgeruht und topmotiviert bin ich dann heute auch in den Tag gestartet.
Meine ersten beiden Morgenstunden wurden geprägt von einem einem duftigen Absteller und einem überaus erstaunlichen Aufsteller. Darüber MUSS ich euch berichten.
Dass mich in der Garage eine Mail von Gadaffis Sohn erwartete, lasse ich einfach mal so stehen (kann mich nicht entscheiden, ob das jetzt ein Absteller ist - nämlich so dummdreist zu sein und sowas zu schreiben / oder ob ich es als Aufsteller werten darf - das ist schon sooooo doof und abgeschmackt, dass einem der laute Lacher zuvorderst ist). Nicht der Rede wert.

Also ... hin zum duftigen Absteller.
Ich bin aber auch ein Alpenkalb ... wie man bei uns so schön sagt. Ein Dussel - durch und durch. Manchmal. Heute Morgen auf jeden Fall. Wisst ihr, ich bin so ein "Feindufti-Fan". Bei uns stehen überall Oelduftlämpchen, edle Raumdüfte. Kurz vor Weihnachten haben wir uns aus einer Duftoase so ein ganz spezielles Duftöl geholt - man öffnet das schöne, dekorative Fläschchen, steckt die Hölzchen rein und schon wird aus einem Miefeklo eine Duftoase. In unserm Falle Winterapfel. Mit einem Hauch Vanille. Und einem Schuss Ingwer. Und einem Spritzer Granatapfel.
Das Zeug macht süchtig - und ich habe mich öfter mal beim tief inhalieren im Klo erwischt - nicht weitersagen!
Aber heute morgen, heute morgen habe ich nach dem Duschen das Fenster gekippt ... und mir die ganze Duftsosse ab dem Hals abwärts überall hin!!! Da ich aber NICHT nach Ingwer-Vanille-Granatapfel duften will, habe ich Dusche Nummer 2 genossen. Was aber nicht geholfen hat.
Ich rieche jetzt. ich dufte nicht. Ich rieche penetrant. Nein, ich stinke! Ganz ganz streng nach Bahnhofklo - wenn auch nach geputztem Bahnhofklo. Was im Raume so herrlich sich zu entfalten vermag, müffelt auf der Haut bestialisch. Frisst sich förmlich in sämtlich Poren und geht einfach nicht mehr weg. Meine ganzen Versuche das Zeug mit meinem Parfum zu überduften sind kläglich gescheitert .. im Gegenteil ... ich erinnere jetzt ganz ganz sehr ans Rotlichtviertel. Bin Frau Puff persönlich. Boah ... trotz schrubben und 3x einseifen ... ich rieche - sehr gewöhnlich. Wo ich heute auch hinkomme, ich habe viel Platz. Und die Blicke meiner Umwelt sind mir sicher - ich möchte sie allerdings nicht interpretieren! Nein, möchte ich heute nicht.

Ich war heute Morgen echt froh, als ich an die frische Luft durfte - ich komm temporär so gar nicht klar mit mir, ich mach echt keine gute Figur als Winterapfel.
So wandelte ich dann also mehr frisch als fröhlich Richtung Bus. Aber immerhin komme ich Outdoor nicht ganz sooo penetrant zur Geltung wie Indoor. Auf halbem Wege wurde ich dann aber von einer etwas aufgeregten, älteren Dame mit Hund angesprochen. "Sieeeee, Sie Frölein, haben Sie DAS gehört? Hören Sie das auch!? Hören Sie mal!" - dann streckte sie die Hand Richtung Baum und schien in den Morgen zu horchen. Ich horchte angestrengt mit und ... wirklich: Vogelgezwitscher! Unglaublich! "Sie Fröilein, dass ist das erste Mal in diesem Jahr! So früh! Es wird Frühling!".
Die ältere Dame war ganz aus dem Häuschen. Ich auch, mir hat lange Keine/r mehr Frölein gesagt!
Aber - wirklich, es war schön, dieses Vogelkonzert zu hören. Ende Januar. Erstaunlich!

Später kam mir dann in den Sinn, ob das Eine mit dem Anderen wohl was zu tun hat? Ich und mein blumiger Apfel-Zimt-Ingwer-Duft und das Erwachen der Vogelwelt ...?
Bin ich nun sowas wie ein Vorbote des Frühlings?
Verscheucht die Intensität meines "Duftes" nicht nur Menschen - sondern auch den Winter?
Trage ich nun die Verantwortung, dass die Welt erwacht?

Da ich ja gerne, sehr gerne, die positive Seite in all den Dingen erkenne, sehe und den Sinn von Geschehenem suche - (werfe mich jetzt mal imaginär in Pose: Bauch rein, Brust raus), würde ich jetzt einfach mal die Behauptung wagen:

ICH HAB DEN FRÜHLING AUSGELÖST ...
so oder so ähnlich :-).

Sonntag, 22. Januar 2012

UND AM SIEBTEN TAGE ...

... sollst Du ruhen.

So oder ähnlich äusserte sich vor viiiielen viiiiielen Jahren ein etwas älterer Herr, will man den Überlieferung aus dieser Zeit glauben schenken. Ich glaube es heute, am siebten Tag der Woche, doch sehr gerne und ohne dass man mich dazu überreden muss.

Unsere Nacht dauerte bis 10.00 Uhr in der Früh - oder eben nicht mehr so früh. Wie schön ist denn das ... so langsam aus den Träumen zur Erde gleiten, vor dem ersten Augenblinzeln sich fühlen, sich räkeln, sich strecken - im Warm des weichen Bette!! Und dann, durch noch traumverschleierten Blick, nebst Wimpernhäärchen das Hell des Tages durch die Fensterläden schimmern sehen.
Mhhh - ich liebe diese Momente! Ich liebe Sonntag!
Seit der Kater seine Medikamente nicht mehr nimmt, bzw. sie ausschleicht (mittlerweilen ist nur 1 Medi übrig geblieben), schläft er viel ruhiger, viel tiefer und fühlt sich am Morgen gut und ausgeschlafen. Ein Riesenfortschritt!!

Und weil nun eben heute der 7te Tag der Woche ist, haben wir uns Ruhe verordnet.
Deshalb will ich auch gar nicht lange rumeiern, viele Worte verlieren und was tun, sondern euch nur kurz mal erzählen, dass wir uns heute Nachmittag einen richtig lustigen Nachmittag machen. Wir gehen ins Kino!

oder

"PUSS IN BOOTS" oder besser verständlich "Der gestiefelte Kater", diesem Film haben wir uns ausgesucht. Hätten eigentlich schon gestern Abend gehen wollen, wurden aber daran gehindert weil ... (und jetzt bitte nicht lachen) ... der Film am 4 Jahren freigegeben wurde - und damit zu rechnen ist, dass in die Abendvorstellung nicht soooooo viele vierjährige kommen werden. Ergo der Film nur in der Nachmittagsvorstellung zu haben ist .... :-). Na denn.
Der Kater und ich werden heute Nachmittag ganz bestimmt den Altersdurchschnitt vollkommen kaputt machen. Es werden da Kinder in allen Variationen des Grosswerdens sitzen, drucheinander reden, einander Cola über die Rübe schütten, mit Popcorn um sich schmeissen, Eltern werden ihre Kidz zur Ruhe und Ordnung rufen (hoffentlich) ... und da wären dann noch wir. Kater mit Frau Sternenzauber.
Ich werde bestimmt nicht mit Popcorn schmeissen. Beim Kater weiss man das so genau nicht. :-)

Jedenfalls lasse wir das Heute einfach mal nur das Heute sein. Und werden es nicht hinterfragen.
Meine liebe Sybill hat für solche  Momente immer einen passenden Link parat, den geb ich gerne an euch weiter:


In diesem Sinne, meine lieben Freunde und Freundinnen - macht euch bitte auch einen schönen Tag. Lacht viel, kocht euch was schönes, unternehmt was zusammen, telefoniert mit Freunden, gönnt euch einen wunderbaren Feel-Good-Tag!
Vergesst die Mühe der Woche und lasst den Ballast in einer Ecke liegen. Morgen geht's dann wieder frisch ans Werk. Aber heute, heute ...

... WIRD GENOSSEN!

Samstag, 21. Januar 2012

VOM HALTEN DER BALANCE

Ihr lieber Bloggerfreunde und Freundinnen da Draussen ... und schon ist es wieder Samstag geworden.
Huiiii - das war eine aufregende, lebendige, pulsierende Woche. Bei euch auch? Manchmal, so scheint es mir, geht man lange Wege in kleinen Schritten, stagniert sogar - und ein paar Schrittchen rückwärts, dann wieder ein paar vorwärts ... um plötzlich Meilenstiefel an die Füsse gezaubert zu bekommen, welche Quantenssprünge zulassen.

So geht es mir momentan. Und es fühlt sich gut an, verdammt gut sogar! (Wenn ihr mich jetzt grad sehen könntet - ich lächele hier vor dem Compi vor mich hin, balle die rechte Faust und steckte den Arm in die Höhe, sage ganz laut YEAH!) Als hätte ich so lange nun - ein Leben lang? - meinen Lebensacker verantwortungsvoll bewirtschaftet, die Saat ausgebracht. Hab keine chemischen Keulen zur Schädlingsbekämpfung benutzt, sondern mich mit Freund und Feind auseinander gesetzt. Bin bisher gut damit durchs Leben gekommen. Oft kämpfend, hadernd, grossen Aufwand betreibend.
Und jetzt - jetzt plötzlich fahre ich die Ernte ein. Wissend, fühlend ... Fränzi Sternenzauber, da kommt noch mehr. Natürlich auch nicht blauäuig im Sinne von: jetzt ist zurücklehnen angesagt. Nein, nicht wirklich. An meiner Lebensfront wird weiter gekämpft, sicherlich auch zuweilen gehadert und grosser Aufwand betrieben. Aber immer im Wissen; DAS BRINGT MICH WEITER!

Ok - soviel zu meiner Woche. Im Auge behalten tue ich natürlich auch des Katers Woche, welche ihn weit weniger zu begeistern weiss, als mich die meine. In all meinem freudigen Empfinden, fühle ich natürlich auch seinen Blick auf mir. Fühle mit, wie diese Entwicklung ihm seine momentane Lage noch deutlicher vor Augen führt. Das darf und will ich nicht vergessen, nicht übersehen.
Deshalb habe ich einen günstigen Moment abgepasst, um seinen Puls zu fühlen. Das war auch nötig, ihn mal sagen zu lassen was er darüber denkt - bei aller Freude für mich, welche er empfindet. Er gönnt mir das, dies glaube ich ihm ohne wenn und aber.  Dankbar bin ich für seine Worte: "Es fühlt sich an, als würdest Du gerade eben in der obersten Liga Dein so lange erhofftes, darauf hin trainiertes Länderspiel spielen - und haushoch gewinnen. Kannst Dich verwirklichen, plötzlich werden Alle auf Dich aufmerksam, Du wirst wichtig und bekommst Recht. Und ich, ich sitze hier und hinterfrage meine Situation, bekomme keine Antwort".

Der Umgang damit ist nicht einfach für mich. Aber toll fand ich es, dass der Kater seine Gefühle formulieren konnte. Nur Redenden kann geholfen werden. Die Kaktus-Zonen mit den vielen Dornen müssen beim Namen genannt werden - und man sollte sie ernst nehmen.
Das nehme ich. Sehr sogar. Es braucht hier nun viel Fingerspitzengefühl, Einfühlungsvermögen, grossen Respekt und erhöhte Aufmerksamkeit. Aber keine Angst, kein schlechtes Gewissen und auch kein in Watte packen wollen des Anderen.
Jetzt müssen wir im offenen, ehrlichen, lösungsorienten Gespräch bleiben. Miteinander und auf Augenhöhe. Das können wir auch - dessen bin ich mir sicher.

Wenn ich in meiner Überschrift heute das Halten der Balance anspreche, dann aus dem Grunde, weil das zur Zeit ein grosses Thema bei mir ist. In Hinblick auf den Kater. Wir Angehörige von depressionskranken Menschen neigen zum entweder "betüddeln" oder zum "ablehnen". Das ist auch nicht zu verübeln, tragen wir doch eine immense Verantwortung und grosse Last auf manchmal gar nicht so breiten Schultern. Mit einem depressiven Menschen leben heisst auch, Streckenabschnitte alleine gehen zu müssen, die Aufgaben des anderen mittragen. 
Das Schwierige an dieser Sache ist nicht die Belastung an und für sich - auch - aber für mein Empfinden noch viel mehr die Aufgabe: Bis wo darf ich den Menschen an meiner Seite fordern ... und wo beginnt die Überforderung für ihn. Umgekehrt wird auch ein Schuh daraus: was lässt er mich machen, weil es einfach so praktisch geht - obschon er selber könnte ... und wo kann er wirklich nicht. Diese Übergänge sind fliessend und bedürfen sehr genauen Kenntnis von sich selber und dem Anderen. Diese gesunde Balance zwischen FORDERN und FÖRDERN ist gefragt. Und ist nicht einfach zu bewerkstelligen.

Meine Beobachtungsgabe ist gefragt, mein Feingefühl, mein Wissen und gesunder Menschenverstand. Natürlich - das ist menschlich, sehr menschlich - erhöht sich in so Wochen wie die eben erlebte beim Kater das Bedürfnis nach Komfortzone im gleichen Masse, in dem ich mit meinen Siebenmeilenstiefeln vorangehe.
Und bei aller Liebe - oder gerade weil Liebe - darf man nicht zu sehr darauf eingehen. Ich habe heute mit viel Verständnis für seine Situation doch eindrücklich an seine Verantwortung in diversen Dingen appellieren müssen. Hab sogar nicht ganz so ladylike eine Türe zugeschmissen. KABOMMM hat es gemacht.
Gelernt habe ich nämlich: wenn wir als Angehörige dem Kranken auch noch die Dinge abnehmen, welche durchaus sie noch selber bewältigen können - dann ist das alles andere als Stärkung des Selbstwertgefühts, der Selbstverantwortung. Und wir tun niemandem einen Gefallen damit - bei allem "gut meinen" nicht. 
Nie dürfen wir vergessen, dass jeder Mensch viel Potential die Situation besser zu machen in sich selber trägt.
Meine (Re)aktion hat übrigens geholfen. Und dann war gut. Dann kam Kater auf Touren. Murrend, knurrend und fauchend.
Hat seine "Hausaufgaben" gemacht ... und wohl während dessen auch gemerkt, dass Depression nicht gleich Faulheit ist. Und nicht alles mit Motivationslosigkeit zu erklären ist. 
Es gibt auch Dinge, die mache auch ich lieber als Klo putzen - trotzdem muss es gemacht werden. 
Basta.

Sein inneres Nicken zur eben erwähnten Sache habe ich dann bemerkt, als er ohne Worte zum Bäcker nach vorne walkte, frische Brötchen und Gipfelis holte. Er weiss, dass ich das gerne mag am Wochenende. Stand dann da in der Türe, streckte mir den warmen Papierbeutel entgegen, lächelte ein wenig schief und sagte nur: "Für Dich".
Ich habe auch gelächelt, hab die feinen Brötchen und Gipfelis rüber in die Küche getragen, hab später Frühstück gemacht und mich herzlich bedankt. Ohne weitere Worte - verstanden hatten wir Beide. Ein schönes Wochenende begann in diesem Augenblick.

Wie gesagt ... das Zauberwort heisst ...

BALANCE

Freitag, 20. Januar 2012

DIE RENNSCHNECKE FÜHRT MIT 1:0!

Meine lieben Menschen hier in der Bloggerwelt. Erst mal bin ich einfach ein Glückspilz - heute gibt es gleich 2 neue Sterne am Himmel begrüssen: Nämlich HEIKE vom Blog "KREATIVE HÄNDCHEN" und VERONIKA KAMINSKY. Ich wünsche euch viele schöne Lesemomente in den grossen und kleinen Geschichten meines manchmal ganz schön verrückten, aber spannenden Lebens.
Schön seid ihr hier - ich freue mich. Sehr!

Und nun - ladys and gentlemens - ihr X-tausende von Menschen in allen Erdteilen der Welt, ihr wollt bestimmt wissen, wie das Vorhaben: STERNENZAUBER GO'S WALKING gestern Abend über die Bühne ... genauer gesagt: über den Laufsteg ging.
Also um es gleich vorweg zu nehmen und eventuellen Zweiflern die Stirn zu bieten; Es walkte über die Bühne - und wie!
In Anlehnung an den COFFEE to go - hier die Details zum WALK to go:

19.00h, ich stieg aus dem Bus, müde von des Tages Werk. Und die 5 Minuten Heimmarsch eigentlich für mich genug. Mein Selbstgespräch hörte sich folgendermassen in etwas so an: "Fränzi Sternenzauber, wie konntest du nur!?" "Fränzi Sternenzauber, Mädchen, was hat Dich denn gebissen?" "Fränzi Sternenzauber, Du Irre, wie kommst Du aus dieser Nummer wieder raus?!". 5 Minuten später vor der Villa Kunterbunt stehend, die Erkenntnis: Will ich mein Gesicht nicht verlieren, dann MUSS ich da jetzt durch.
Ok.

Schlüssel im Schloss drehen.
Dunkelheit im Hause empfängt mich.
Ich walkte schon mal die Muskeln aufwärmend in den ersten Stock - Katerli lag im Homedress und warm zugedeckt mit der Kuscheldecke auf der Couch, demonstrativ gähnend. Hatte ich fast erwartet. Läuft so aber nicht bei und mit Frau Fränzi Sternenzauber, der Motivationstrainerin von Gottes Gnaden. "Huhuuu Schaaatz, wir köhöhöhöhöönnen, ich bin ready for walk", schmetterte ich in der motivierendsten aller motivierenden Tonlagen dem Kater ins erstaunte Gesicht.
Irgendwie - Leute, fragt nicht nicht wie - hat das gewirkt. Ich muss so von innerer Überzeugung gestrotzt haben, dass der Kater nicht mal im Ansatz Erpressungsversuche wie: lecker Essen, schönen Cappu, Duftschaumbad oder exorbitant guten Sex in Spiel führte. Nix dergleichen! Er stand ... wenn auch zögerlich und langsam ... auf. Trabte mir hinterher ins Parterre, schnallte wie ich die Sportschuhe an die Flossen, wickelte ein mächtig Halstuch um seinen Denkerkopf und folgte mir einfach ins Dunkel der schwarzen Nacht.

Ich habe gestern Abend bemerkt, dass ich eigentlich recht windschnittig daher komme. So in der Art aerodynamische Rennschnecke. Jedenfalls viel schneller und flotter als der innere Schweinehund - der faule Sack! Wir trabten - na ja - spazierten schnell zum See nach vorne, wo alles stockdunkel war. Ich fand das gar nicht so übel, so sah man meine Anfänger-Schweisstropfen nicht. Ich plauderte was von "weicher, uns umarmenden Dunkelheit die beschützt"  - während der Kater darauf aufmerksam machte, dass "Was-Weiss-Man-Schon-Genau-Was-Für-Gestalten" sich hier, GENAU hier, auch rumtreiben könnten. Wir also sozusagen mit dem Leben spielten. Mein Lachflash hat mich viel Kraft gekostet und ihm eine 3-minütige Pause eingebracht. Immerhin. Aber Leute, der Versuch war zu schwach für eine Frau Sternenzauber meines Formates! Ich führte ihn - ein wenig hinter mir her schleifend wie den Hund, welcher alle 4 Pfoten in die Erde presst - an die Stätte meiner Jungmutterschaft. Auf den Spielplatz im Bonstettenpark am See. Schön war es. Während ich all die Spielgeräte der Reihe nach ausprobierte (blieb schier in der Rutsche stecken!), gelang es mir, ihn grad mal aufs Schaukelpferdchen zu nötigen und ihn dazu zu animieren, dieses tragende Gefühl mit geschlossenen Augen zu geniessen. Na ja, eigentlich hätte er die Augen auch offen halten können, es war sooo stockdunkel. Aber nicht ganz - auf der anderen Seeseite waren die Lichter der Dörfer am Hügel zu sehen. Und dann sah ich, dass die Lichter der Nacht das Dorf Heiligenschwendi wie ein Herz aussehen lassen. Und begann mit dem Ratespiel: Ich sehe was, was Du nicht siehst. Kater sah das Herz aber auch. Auf den ersten Versuch! Und ab da war irgendwie alles besser.

Wir spazier-trabten durch den Park, durch die Allee und dann wieder zurück auf den Seeweg Richtung Villa Kunterbunt. Irgendwo kam uns der Duft von gebratenen Zwiebeln und Pilzen in die Nase. Meine Magensäfte formierten sich zu einem fordernden Knurren, welches in der Stille der Nacht dann auch zu hören war.

Nach justament einer Stunde schlossen wir die Villa Kunterbunt wieder auf. Es tat mir fast nix weh. Jedenfalls die Ohrenläppchen waren wie immer. Wenn auch viel kälter als sonst. Heute, heute tun mir die Muskeln in den Kissen am unteren Ende des Rückens  (unanständige Menschen würden jetzt einfach Arschbacken schreiben) weh, die Oberschenkel brennen ein wenig - aber ansonsten hat sich das ganz gut angefühlt. Und tut es immer noch.
Und ich bin ehrlich stolz!

Heeee, Menschen da Draussen in der Bloggerwelt!! Hat es vielleicht den Einen oder die Andere welche hier grad am Lesen ist, der / die auch das Bedürfnis hätte, mal was machen zu wollen (sollen), aber dem Bedürfnis tapfer entgegenhält und auf dem Sofa hocken bleibt?  ICH und der Kater (ich denke, er weiss es. Er hat geschnallt, dass ich ernst mache) werden nächste Woche wieder walken gehen.
Ich bin grad drauf und dran eine Blogger-Walk-Bewegung ins Leben zu rufen! WALK DEN BLOG oder so. :-). Einfach ein bisschen Bewegung in das sitzende, stehende, ruhende Leben bringen. Wer schliesst sich uns an? Wer walkt mit? Wer erzählt mir wie es war?
Leute, echt - ich bin beeindruckt von den Gefühlen des gestrigen Abend. Was es da im Dunkel so alles zu sehen, zu riechen, zu erfühlen und zu spüren gibt! Erstaunlich!
Motivieren wir uns doch gegenseitig. Wie toll wär denn das! Zu wissen, nächsten Donnerstag stehen nicht nur der Kater und ich am Start - sondern auch Du und Du und Du - und DU auch! Ja?`
Ach kommt, tun wir was für uns.

Also ich ....

... ICH BIN DABEI!

Donnerstag, 19. Januar 2012

SPEED DATE FÜR FRÄNZI STERNENZAUBER

Also bevor ich euch erzähle, was und wen ich heute Abend date und wie speedig das genau wird ... erzähle ich euch doch kurz noch von gestern Abend. Meine geschätzten Dauergäste und Gästinnen wissen: erstes Treffen meiner zweiten "eigenen" Selbsthilfegruppe.

Nervös war ich überhaupt nicht - im Gegenteil, solche Dinge sind wie gemacht für mich. Da liegt so viel Potential drin, das Treffen mit interessanten Menschen ... ich mag das, ich find das gut. Sehr sehr gut sogar.
Und genau so war es dann auch. Bin immer noch sehr berührt von den Menschen, betroffen von ihren Geschichten, bewegt von den Gefühlen. Dieses Urvertrauen in eigentlich wildfremde Menschen haben zu dürfen, Urvertrauen geschenkt bekommen ... einfach so, als Vorableistung. Dies erleben zu dürfen macht mich zutiefst dankbar. Und tut gut.
Was hier passiert ist Glück. Fremde sind Freunde die man noch nicht kennt.
Nach so einem Treffen ist man - wie man im berndeutschen so schön sagt - "nudle fertig" - was soviel heisst wie: man fühlt sich wie eine viiiiiel zu lange gekochte Nudel. Das kommt nicht von nix, vollbringt man(n)/frau doch emotionale Höchstleistungen. Seinen ganzen, schweren Rucksack voller Erlebtem mitzubringen, auszupacken ... nochmals damit konfroniert zu werden um es dann im Gespräch zu verarbeiten ... Respekt!
"Nudle fertig" geht man später nach Hause - aber der Rucksack ist um vieles leichter geworden. Erstens, weil eben einiges verträglich verdaut und kompostiert werden konnte. Zweitens, weil man Menschen gefunden hat, die kompetent (weil selber davon betroffen - eine ausgewiesene Expertenrunde!) helfen, diese immense Last mitzutragen.
Das ist die grosse Belohnung und das heilende Gefühl.
Abschliessend also die Meldung: Volltreffer! Start gelungen! Happy!

Und nun - ladys and gentlemens - i'm proudly present the RUNNING GAG of the day: Fränzi Sternenzauber is on the way to WALKING!! Na ja, in der Umgangssprache würde ich das wie folgt übersetzen ....: Was um aller Welt hat mich denn am letzten Wochenende dazu veranlasst, dem Kater WALKEN vorzuschlagen, mit Einbezug meiner Person!?! Die Konsequenz aus so einer getätigten Aussage ist nämlich, dass ich heute Abend meinen mir schier heiligen Frisörtermin abgesagt habe, um dafür in Aussicht gestellt zu bekommen, nach 10 Stunden strenger Arbeit und einem 3/4stündigem Heimweg kurz mal eben noch die Zeit habe, die schicken Stiefel gegen Turnschuhe auszutauschen und meine mir eigene Schwungmasse Richtung Walkingpfad am See zu bewegen. In das kalte, teilweise gefrorene Nass der beginnenden Nacht - wo normale Menschen (also ganz andere als ich) erst mal die Füsse hochlegen, sich zurücklehnen, Cappu schlürfen und sich aufwärmen. Erholen, von der Pein des Tages. Relaxen. Ausspannen.
Und was mache ich in einem schwachen Moment? Ich schwöre dem Kater bei allem was mir lieb und teuer ist im locker-flockigem Plaudertone, dass ich selbstverständlich seine Bemühungen hinsichtlich Ausschüttung der berühmten Glückshormone, Insulin und Cortisol mit meiner Person tatkräftig unterstütze und leichten Schrittes logischerweise mitwalke. Nix leichter als das!
Habe dazu noch motivierend gelächelt und den Eindruck erweckt, als könne ich es kaum erwarten.

Katerchen findet ja seit diesem gemeinschaftlich getätigten Beschluss jeden Tag neue Ausreden, warum wir heute Abend nicht walken gehen sollten, nicht walken gehen können! Noch nieeeeee hat er meinen Frisörtermin als dermassen wichtig bewertet - muss unbedingt sein. Und überhaupt, das Wetter ist heute Abend so unsagbar grottenmies, da wird kein Hund auf die Strasse geschickt!!
Es braucht viel viel an Überzeugungskraft von mir, ihm klar zu machen, dass wohl Hunde nicht, aber Kater schon.
Und ich, ich bin ganz alleine mit mir und meinen Gedanken, dass ich doch auch gar nicht will. Aber wollen muss. Und dass es mir ja auch ganz gut tut ... mir und meiner Schwungmasse. Dass das gesund ist. Dass es kein schlechtes Wetter für sowas gibt, bloss schlechte Kleidung. Mein innerster Kern flüstert mir, dass ich doch heute einen ruhigen Abend verdient hätte - meine Verantwortung und mein Verstand halten dagegen, dass wer A sagt auch B sagen mussen.
Ja, ich ergebe mich dem Schicksal. Werde heute abend topmotiviert die "Juflistöcke" (Eilstecken) fassen, ansteckend locker an Ort traben, den Abend als geradezu ideal fürs Walking erklären und unser Wollen dermassen loben, dass Kater einfach MUSS. Ich werde mit keinem Pieps erwähnen, was ich euch hier jetzt gebeichtet habe. Es wird mich doch Keine/r hier verraten oder?

Also ... ihr Lieben hier, drückt uns die Daumen und feuert uns innerlich an. Ich zieh das Ding jetzt durch. Kann ja nicht an die Adresse des Katers innerem Schweinehund eine Kampfansage machen - und den meinen in der Hängematte liegen lassen. No way!
Deshalb ...

... LET'S WALK!!

Mittwoch, 18. Januar 2012

STEP BY STEP

... und Hauptsache vorwärts!

Kürzlich habe ich folgenden Satz gelesen: "Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung ändern kann".
Diese Worte gefallen mir, der Sinn gefällt mir. Er lässt so vieles zu. Die Gedanken sind frei.
Mein momentaner Wissensdurst nach MEHR und ERFAHREN und INPUT und VORWÄRTS lässt nicht nach. Bin motivationsgeboostet mit Anlauf und dreifachem Überschlag!
Das ist genau gut so.

Heute ist ein Tag, an dem sich wieder mal mein Leben ändert. Mir neue Möglichkeiten und Chancen eröffnet. Ich mag solche Tage! Darf ich euch auf einen Kurztrip durch meine spannende Fränzi-Sternenzauberwelt mitnehmen?

Heute Abend, Punkt 19.00h, startet in Thun meine neue Angehörigen-Selbsthilfegruppe zum Thema Onlinesucht. Vor vielen Monaten habe ich dieses Projekt ins Leben gerufen, es folgte eine sehr engagierte Phase mit Dingen wie: Flyer entwerfen, Fachstellen informieren, den Medien Red und Antwort stehen, diese neue Gruppe ins Bewusstsein der Menschen bringen. Nach und nach haben sich auch Betroffene gemeldet - besonders DAS ist eine wunderbare Erfahrung, wenn Menschen die Hemmschwelle überwinden können, über ihren eigenen Schatten springen können, offen werden für das Geben und Nehmen in so einer Selbsthilfegruppe. Ich weiss aus eigener Erfahrung was bis dahin passieren muss, bis man so weit ist. Ein mit unendlich vielen quälenden Gedanken, Schmerzen, Tränen und Leiden gepflasterter Weg.
Aber jetzt, jetzt sind wir genügend Menschen, welche in solch blockierenden Situationen nicht mehr verweilen wollen. Heute Abend fällt der Startschuss. Ich freue mich so so so sehr - freue mich auf meine neuen Freunde und Freundinnen, auf ihre Geschichten und das grosse Vertrauen, in aller Ehrlichkeit aufeinander zugehen zu  wollen, zu können, zu dürfen. Ich habe grössten Respekt vor diesem Menschen, welche ich in ein paar Stunden kennenlernen werde - und sie mich. Ich bin gespannt, voller Vorfreude und Hoffnung, einander Stütze zu sein. Das ist ein gutes, sanftes, heilendes Gefühl.

Und als wäre das noch nicht Freude genug und ein grosser Schritt in eine gute Zukunft ... heute habe ich meine Unterschrift unter den Anmeldetalon meiner neuen Ausbildung gesetzt.




In 3 Wochen bin ich wieder Schülerin. Das I-Tüpfelchen: Einem meiner Herzmenschen habe ich von den Plänen erzählt, hab mich mit ihm beraten ... er ist ein nüchterner Denker, ein zuverlässiger und kluger Kopf, steht mit beiden Füssen auf dem Boden und hat ein Herz aus Gold. Er hat das ganze Vorhaben mit mir überdacht, hat die richtigen Fragen gestellt, hat wichtige Schlüsse daraus gezogen ... und befand: "Mach es! Melde Dich an! Ich melde mich auch an!".

Nun sind wir also zu zweit unterwegs in dieses Abenteuer.
Die Zukunft wird interessant, spannend - nie langweilig.
Gehen wir's an:

STEP BY STEP

Dienstag, 17. Januar 2012

WIE EIN BRRR-TAG ZUM WOWWHHH-TAG WIRD

Huhuu - HEIMATSUCHE, ganz herzlich WILLKOMMEN in meinem Blog. So schön, hast Du hierher gefunden! Fühle Dich wohl in den grossen und kleinen Geschichten meines spannenden Lebens.
Ich freue mich über Dich!

Und nun zur Meldung des Tages:

Was bitte soll ich von einem Tag halten, der mich um 05.00h aus dem Traum reisst, mir -7° Grad anzeigt und mich auffordert, mein Ich Richtung Dusche zu verschieben um mich tageslichttauglich zu rekonstruieren ... wo ich doch grad sooo schön traummässig in der Altstadt von Rhodos unterwegs war. In kurzen Hosen, mit Shirt und Sonnenbrille.

Da nützte alles nix, ich musste dem Tag meine Aufwartung machen.
Der Kater war noch nicht zu ganzen Sätzen im stande, kann dafür aber um diese Zeit schon selbstständig und schlafwandlerisch sicher die Kaffeemaschine bedienen - was ich durchaus zu schätzen weiss.

Nach der Dusche noch im Bademantel hoch in die Küche, latte macchiato schon schlürfbereit. Not bad! Die 05.30h Nachrichten verprachen nichts Gutes - klirrende Eiseskälte, besser zu Hause im warmen Bett bleiben ...

Ok. Auch wenn ich mich um diese Zeit infolge männlich-knackiger Morgenwortkargheit noch nicht mit dem Kater unterhalten kann - denken kann ich schon ganz fix. Was ziehe ich also heute an? Welchen Schmuck? Welches Parfum?
Doch doch, DIES ist an solchen Tagen kriegsentscheidend. Nicht die Eitelkeit betreffend, sondern seinen eigenen, guten Gefühle geschuldet - und mit Weitsicht auf den Tag. An solchen Tagen, an denen man wie bereits erwähnt, die warme Decke nur ungern mit dem eisigen Sprint auf den Bus eintauscht, sollte man lieb zu sich sein. Sich gut fühlen lassen. Damit man auch was zum Verschenken hat.  So was in Richtung menschliche Wärme, gute Laune und Wohlfühlgefühle.

Für genau solche Push-Up-Tage habe ich meine Body-Butter und  meine Feel-Good-Röhrenjeans. Und weil Röhrenjeans und Grösse 46 (nicht 48, die Huldigung gehört in diesem Falle dem Elsthan-Anteil!) nicht wirklich zusammenpassen - hier die Auflösung, warum das gut tut und gut ist:
Diese Jeans kneifen in der Taille nicht - diese Jeans machen einen flache(re)n Bauch - diese Jeans lupfen den Po zum Apfel ... zwar nicht zum knackig runden Klara-Apfel-Po, seit ich 40zig bin mag ich auch den etwas voluminöseren Golden-Delicious-Po. :-)
Dann: schön langes Oberteil bis unter die Hüften, darüber die flauschige Wolljacke, schön frach-peppige Stulpen (mit grossen Holzknöpfen seitlich) bis zum Knie, einen farblich abgestimmten Pashmina-Schal lässig um den Hals, strahlendes Make-Up, die lange Kette aus den Ferien, pudriges Parfum.
Und fertig ist das Wohlfühl-Outfit. Gibt was her und fühlt sich wirklich wohlig-warm-schön an.

Genau das gibt man dann weiter. Und man gibt ja nicht nur ... es kommt zurück.
Für einmal war das erste Geschenk heute Morgen an mich das Schaufenster vom Elektromeister Walter Fahrni. Die riesige Scheibe war ein einzig Eisblumenmeer. Wunderschön! So früh am Morgen habe ich noch nie Blumen geschenkt gekriegt. Danke!
Konnte es leider nicht fötelen, da der Bus schon im Anflug war. Aber vielleicht morgen?

An der Bushaltestelle habe ich alle Bibbernden und Frierenden mit einem herzlichen und gut hörbaren "Guten Morgen Alle zusammen!" begrüsst - vielstimmig kam der Gruss zurück. Und als ich aus dem Bus stieg, hat mir der Eine oder die Andere sogar lächelnd einen schönen Tag gewünscht.
Soll jemand sagen, gute Laune sei nicht ansteckend. Das ist so viel ansteckender als Grippe!

Der Tag ist noch jung. Aber ich bin mir sicher, dass er so gut weitergeht, wie es begonnen hat. Dass ich heute noch viele schöne Dinge erlebe, gute Gespräche führe, freundlichen Menschen begegne.
Ich freue mich darauf und gebe Dir gerne davon ...

... WAS AB! HIER, NIMM!

Montag, 16. Januar 2012

SCHWANGER!

Ich liebe diese Front-Page-Reisser-Überschriften! :-)
Da, wo alle die Luft scharf einziehen und mich schon mal präventiv für verrückt erklären. Ach ja, so totaaaal widersprechen will ich denen ja nicht. Eine partielle Durchgeknalltheit ist mir sicherlich nicht abzusprechen.

Aber Leute ... schwanger! Neeenenenenene! Doch nicht mit Ü50!
Was das denn soll, von wegen schwanger? Ich gehe schwanger. Nämlich weil ...

... ja, Du liest richtig. Ich gehe schwanger mit dem Gedanken an Weiterbildung. Ganz neu ist das nicht, habe des öftern daran herumstudiert, wie es denn so wäre wenn ... ich meine Berufung zumindest zum Teil zum Beruf mache. Meine Hirnzellen haben des öftern nach Futter gerufen. Meine Erfahrungen und Empörungen in gewissen Lebensbereichen reichen bis dahin, dass der Wunsch immer grösser wird, etwas zu ändern.
Im Bewusstsein, dass ich ES nicht ändern kann, mich aber wohl. Und sich dadurch automatisch in verschiedenen Bereichen eine Veränderung einstellt.
Die richtige Frage zu stellen ist oft die berühmte Voraussetzung, eine lange gesuchte Antwort zu finden.
Das habe ich schon früh gelernt - und ich möchte darüber noch mehr wissen. Es noch besser anwenden können.

Doch ... soll man sich wirklich mit 50zig nochmals neu orientieren? Nochmals Gas geben?
Die Zeit ist eh schon knapp, die Energien werden zuweilen händeringend gesucht, die Anforderungen welche das Leben stellt, nicht gerade easy going. Und in einer solchen Situation sich nochmals aus dem Fenster lehnen?
Darüber habe ich schon lange nachgedacht.

In der letzten Zeit bin ich sehr oft darauf aufmerksam gemacht worden, ob ich nicht mein Wissen spezifischer zur Verfügung stellen möchte. All das was ich erlebt und gelernt habe - die Schlüsse, die Erkenntnisse, welche ich daraus gezogen habe - verständlich aufbereiten, anwenden und weitergeben wolle.
Selbst ausgewiesene Fachleute raten mir dazu. Weil sie es mir anscheinend zutrauen.

Und so ... so wurde ich schwanger.
Was letzte Woche mit dem Kater-Doc passiert ist, hat bei mir eine Art Schalter umgelegt. Ich habe gemerkt, dass mein Menschenverständnis, das Gespür und auch die Art damit umzugehen, etwas bringt. Dies hat einen Kanal freigesprengt - und Energie. Plötzlich konnte ich mir vorstellen, dass bei einer Ausbildung in einer Sparte, welche mich brennend interessiert, mehr Energie an mich zurück fliesst als ich dabei verbrauche.

Die Regel ist ausgeblieben ... also in diesem Falle die hemmenden Gedanken, die Zweifel, der Faktor Zeit, der Faktor Geld, der Faktor Energie und der Faktor "soll-ich-wirklich?". Und ich boostete innert kürzester Zeit vom Ausbleiben der Regel bis kurz vor die Geburt.
Habe bereits Senkwehen, das "Kind" will auf die Welt. Hat sozusagen schon einen Namen.
Freude auf "das Neue" hat sich eingestellt.

Die entsprechende Schule ist gefunden. Die Möglichkeit in Reichweite.
Und von der Zeit her könnte ich gerade eben noch aufspringen. Start wäre Anfang Februar.
Soll ich ...?

Ich habe ein Gefühl wie auf einem federnden 10m-Sprungbrett ...

...KURZ VOR DEM ABSPRUNG!

Sonntag, 15. Januar 2012

DER MASTERPLAN

Ich habe mir die letzten Tage und Nächte .... vor allem Nächte ... immer wieder dieselbe Frage gestellt: Was kann ICH tun, damit sich die Depressions-Arbeitsloisgkeits-Hoffnungslosigkeits-Motivationslosigkeitsphase vom Kater ändert.

Klinikaufenthalt 1 und 2 war dringend nötig. Da gibt es nix zu rütteln. Für ihn und für mich.
Ihr konntet die immensen Belastungen, welche eine solche Situation mitbringt, live hier verfolgen.
Für mich ist erschreckend, dass es seither - also ich meine seit dem Klinikaustritt Nr. 2 - keinen Schritt nach vorne mehr ging. Ich hab hautnah miterlebt, dass die Kurve stetig abwärts ging. Mal schneller, mal weniger schnell, in den letzten Wochen rasant.
Trotz der gut gemeinten Hilfe des Docs, trotz aller Medikamente, war dieser Verlauf nicht zu bremsen.

Letzte Woche hat sich ja einiges getan - Doc hat das Handtuch geworfen (wobei er den Kater bis zu einer neuen Lösung noch begleitet), die Medis wurden teilweise per sofort abgesetzt, der Rest wird ausgeschlichen.
Man kann jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und finden, dass sei der Supergau.
Man kann aber auch die Arme weit ausstrecken, dem Himmel entgegen ... und finden, dass sei eine neue Chance.

Die Chance werde ich diesmal ganz eng begleiten. Meine Sybill und andere weise Menschen wissen uns sicher Rat und eine gute Adresse. Diesmal möchten wir es nämlich ganz anders als "normal" angehen. Wir müssen! Den bekannten Weg, den "normalen", den sind wir nun erfolglos Monate lang gegangen. Zu lange, viel zu lange!
Jetzt gehen wir unseren eigenen Weg. Selbstverständlich unter Mithilfe von Fachleuten, aber trotzdem: Die Richtung sagen WIR. In erster Linie der Kater. In ihm steckt nämlich, was er braucht. Das können wir Anderen von Aussen gar nicht zuführen - aber, wir können mithelfen, sein Potential zu aktivieren, zu stärken, zu fördern.
Die grossen Sonnenblumen wachsen auch aus diesem winzigen Kern. Bei guter Pflege. Die werden riesig! Stark! Und so schön! Nehmen wir uns also ein Beispiel am Sonnenblumenkern.

Wir haben uns gestern viele Stunden Zeit genommen und ich habe ihn gefragt:
WO willst Du hin?
WAS ist Dein Ziel?
WANN möchtest Du ankommen?
WELCHEN Weg möchtest Du gehen?

Frage Nummer 1 war sofort klar - es bleibt dabei: Er will in einer Schreinerei arbeiten. Und wenn es in der ersten Zeit "Nur" Sägemehl zusammenwischen ist. Egal. Mal den Fuss in der Türe haben.
Frage Nummer 2 ist ja ein bisschen auch Frage Nummer 1, beinhaltet aber noch so Dinge wie: ich will wieder glücklich werden, Freude spüren können, Anteil am Leben haben (mit Psychopillen fühlte er sich total zugeschüttet, verschüttet. Klar ... die schlechten Gefühle sind da gedämpft, aber das Schlimme: ALLE Gefühle sind gedämpft. Ich war erschüttert, als er mir kürzlich sagte: "Ich hab zwar ein bisschen Boden, aber keinen Himmel mehr ...)
Frage Nummer 3: so schnell wie möglich. Es muss bald was passieren - im Guten.
Tja - und dann kam die berüchtigte Frage Nr. 4. Die Sache mit dem Weg. Da wurde es still. Und dann haben wir ein "Breinschtörming" gemacht - einfach alles was uns in den Sinn kam, haben wir aufgeschrieben. Und ihr glaubt es nicht - wir haben ein ganzes A4 Blatt vorgekritzelt. Lauter gute, machbare, weniger machbare, spinnerte, geniale, quere Ideen.

Und diese Ideen, die arbeiten wir jetzt ab. Idee um Idee. Ihr werden davon erfahren, ich werde euch von den Aktionen berichten. Vom persönlichen Gespräch beim Verband der Schreiner (Termin holen wir gleich diese Woche ein!) bis hin zum durch Bern laufen mit einem Pappkarton vor dem Bauch und hinten am Rücken: ICH WILL SCHREINER WERDEN!!! SUCHE EINEN JOB!!!" ist alles vertreten.
Ich zieh das mit ihm durch, Leute, ich versprech das hier!

Dann aktivieren wir die Hormonausschüttung. Mittels Sport, Kreativität und Eigenverantwortung. Da ich nicht nur sagen kann "Du solltest ...", mache ich bei diesem Programm auch gleich mit. Wir walken jetzt jede Woche 1x, vorläufig. Hängen die Trauben nicht zu hoch. 1x sollte klappte. Wird klappen! Und wenn das ein bisschen eingeübt ist, dann 2x. 1x die Woche soll er wieder in sein Kegeltraining. Und 1x die Woche gehts um die Konzentration - ich habe ihm einen Kalligraphiekurs geschenkt.
Er wird unter Menschen kommen, sich fordern müssen ohne sich zu überfordern - und er wird lernen, wieder Freude daran zu haben. Etwas tun. Sich nicht zurückziehen und hängen lassen.

Angefangen haben wir übrigens heute. Ich musste mir zwar schier den Mund franslig reden - aber zuletzt hat er zum ausgedehnten Spaziergang JA gesagt. Nachdem ich ihm eine Leckerei im Café Egli in Aussicht gestellt hatte, kam er mit. Und war anschliessend sehr stolz, seinem inneren Schweinehund ein Schnäppchen geschlagen zu haben.
Übrigens - diesem inneren Schweinehund von ihm hab ich ausrichten lassen, dass er es nun mit MIR zu tun kriegt. Und sich seine Beisserchen an mir ausbeissen wird. Der Kater war sich diesem Vieh in letzter Zeit doch sehr ausgeliefert vorgekommen und hat ihm in schier jeder Situation nachgegeben. Damit ist jetzt fertig.
Das Vieh muss 2 Leute lahm legen. Und mich schafft er nicht. Ergo verliert er!

Schaut mal her - der Spaziergang war nämlich wirklich schön. Er hat sogar dem inneren Schweinehund gefallen!

Unser Leben hier am Rande des Thunersees hat nämlich eine enorme Lebensqualität! Das sollte man sich immer wieder vor Auge führen. Sich und dem inneren Schweinehund!

Als Belohnung gab es im alt-berühmten Kaffee EGLI eine Schokokugel für den Kater.

Und als wir den Heimweg antraten, war es schon dunkel - und am Himmel stand ganz hell ein Stern. Ich meine sogar, er hat uns zugewinkert!


Dieses Wochenende war das Beste seit langem.
Der Kater hat gelacht und gescherzt. Und er war aktiv.
Viel mehr als die letzten Wochen zusammengezählt.

Ich denke, glaube ... nein, ich bin mir sicher:

WIR SIND AUF DEM RICHTIGEN WEG!

BLOGGER-PROBLEME? DIE LÖSUNG!

Heute gibt es von mir 2 Posts.
Numero due folgt später - wohl gegen Abend. Versprochen.

Leute - ich hoffe, ihr werdet mich heute Abend ins Nachtgebete einschliessen ... denn ich "opfere" gerade in diesem Moment die Sichtung des 1. Slalomlaufes in Wengen. Nämlich weil ich bei ganz vielen von euch lese, dass ihr Probleme mit Blogger habt. Mit dem Aufrufen des Blogs. Der Kommentarfunktion.

Hatte ich auch am Freitag - und hatte es selber nicht mal bemerkt - denn wer davon betroffen ist, der kann in seinem Blog arbeiten wie gehabt. Bloss ... Leser können kaum mehr drauf zugreifen - der Blog hängt sich irgendwie auf, einige wenige nur können noch kommentieren.
Nicht jeder Blog ist davon betroffen, aber doch wohl sehr viele.
Tja, darauf hat mich meine liebe Alice aufmerksam gemacht. Und mir des Rätsels Lösung gezeigt. Sie hat sie aus einem anderen Blog. Und der wiederum hat sie seinerseits aus einem Blog. Und so geb ich einfach weiter, was kluge Köpfe rausgefunden haben:

Geht auf EINSTELLUNGEN / KOMMENTARE und sucht dann PLAZIERUNG DES KOMMENTAR-FORMULARES. Da von EINGEBETTET auf PUP-UP -FENSTER ändern.
Und alles wird gut!
Alles ist gut!

Dankesschreiben, Beraterhonorare, Zuwendungen, Legate, Geschenkpakete, Huldigungen, Seligsprechungen und dergleichen einfach wie gehabt an: Fränzi Sternenzauber, Thun, Schweiz.
Es wird schon ankommen! :-)

In diesem Sinne ...


... LASST UNS FRÖHLICH BLOGGEN!

Samstag, 14. Januar 2012

ES WERDE LICHT!

Ach ihr Lieben - nach der mehrfach emotionalen Besteigung der 10 höchsten Gefühlsgipfel in dieser Woche - in alle möglichen Richtungen - habe ich mir gestern Abend schier alle Wörter verordnet, welche mit ENT beginnen: ENTspannung, ENTschleunigung, ENTfaltung, ENFfernung, ENTbrennen, ENTblättern, ENTfliehen, ENTladen,ENTstauben und so weiter ... nach so viel ENTrücktem ENTsetzen ENTsprang meiner ENTschlossenheit der absolut ENTscheidende Wunsch nach ENTwicklung.

Und meine weibliche Seite, das innere Fränzi Sternenzauber - das kennt für solche Fälle das allerallerallerbeste Mittel in solch prekären Situationen. Das beste aller gutenWörter mit ENT ... ist nämlich ... IKEA!

Es gibt viele Orte auf der Welt, in welcher ich meine angeschlagene Seele baumeln lassen kann, aber IKEA ist einer meiner Favoriten. Wenn ich mein müdes Haupt sinnbildlich in die herrlichen Fleischkügelchen (Köttbullar) betten kann, meine entzündeten Äugelein über Worte wie SALE!, GREIFEN SIE ZU! und ZUM HALBEN PREIS! schweifen lassen darf, wenn es in der Kerzenabteilung so widerwärtig herrlich nach künstlichem Vanillearoma riecht - dann rückt alles Schwere so ein bisschen in die Ferne und neue, farbige, dekorative, warme, aufregende Welten eröffnen sich mir.
Und ich hab tausendunddrei neue Ideen. Mindestens!

Kater kam mit auf den Seelenstreichler-Trip. Aber wohl mehr, weil ich ihn zu Köttbullar mit Pommes eingeladen hatte. Freiwillig betreten Männer erfahrungsgemäss nicht soooo gerne das gelb/blaue Möbelhaus. Als Kater mich im Büro abholte, blieb er aber dann so lange auf dem Klo draussen, dass meine Werkstattmänner bereits die Lichter in der Garage ausgemacht hatten - und allesamt hatten sie Verständnis dafür, dass Kater sich Zeit nahm.
Untereinander waren sie sich sogar sicher, dass Kater sich bei der nur Insidern bekannten Hintertür rausgeschmuggelt hätte und bereits fluchtartig Bern Richtung Thun verlassen hatte.
Üble Nachrede, sag ich da nur!
Tztztztztz.

Jedenfalls - ihr müsst wissen - brauche ich / wir IKEA ganz dringend. So einmal alle 2 Monate auf jeden Fall. Warum? Weil wir einen exorbitanten Teelichtkerzenkonsum haben. Ich persönlich finde, Kerzenschimmer und Öllampenduft lassen eine Wohnung, ein Treppenhaus, das Klo, den Eingangsbereich vor und im Haus, das Schlafzimmer, das Musikzimmer, die Küche, die Diele .... undsoweiterundsofort in einem ganz besonders gemütlichen Lichte erscheinen. So warm. So weich. So friedlich. Und man sieht den Staub nicht so. :-)

Na ja ... ihr merkt ... ich bin da einen Hauch ausführlicher im Kerzli anzünden als so viele Andere.
20 Teelichter pro Tag glauben dran. Locker. An einem Tag an welchem ich zu Hause bin, noch viel viel mehr.
Kerzen wirken auf meine Stimmung. Kerzen stimmen mich sehr sanft, gelöst und einfach wohlig.
Deshalb haben wir ja jetzt den Otto, unser grooooosses Auto, damit wir unseren überdimensionalen Kerzenkonsum 1 x alle 2 Monate von IKEA heimkarren können.
Alles klar? :-)

Bilder? Ihr wollt Bilder sehen? Also wenn ihr unbedingt wollt ... ich hab ja nicht gesagt ihr müsst ... :-)

... bin grad extra in der Villa Kunterbunt rumgeschwirrt und hab einen kleinen Ausschnitt der Erleuchtung fotografiert:

... und da hat es auch noch ... und das ist längst noch nicht alles.


So, meine lieben da Draussen in der Welt. Ich verziehe mich jetzt mal in die Küche - brauche dringend einen zweiten latte m. und freue mich, dass die Sonne scheint, wir 2 freie Tage vor uns haben ... und viele Pläne.
Am Mittag werden wir uns heute übrigens das Lauberhornrennen in Wengen anschauen. Als Kind habe ich da viele herrliche Skitage verlebt - und Wengen liegt ja in Spuckweite von Thun, also sozusagen Spektakel auf heimischem Boden.
Falls jemand von euch auch schaut, dann viel Vergnügen! Ich winke ab und zu mal aus dem Fenster - falls die Kameraführung dies zu berücksichtigen weiss, sehen wir uns. Oder halt auch nicht. :-). Dann denke ich einfach an euch. Ok?

Schaut mal wie schön es Draussen ist! Knallblauer Himmel und Sonne! Knackig kalt ... aber wir sitzen ja drinnen in der Wärme der tausend Teelichter ...


Ich wünsche euch Allen einen

WUNDERSCHÖNEN TAG!

Freitag, 13. Januar 2012

KEIN 0815 BLÖKE-SCHAF

Meine lieben Leserinnen und Leser, Freunde, Bekannte, Verwandte, Zugewandte - hallo Welt!
Ich muss euch heute eine Geschichte erzählen, Ja, ich MUSS. Wollen will ich auch ... aber müssen auf jeden Fall. Denn ich bin in Hochform.
Finde ich.

Doch bevor ich loslege, euch von blökenden Schafen, Mörderwellen, Anti-Stromlinienförmigkeit und dergleichen berichte, begrüsse ich ganz sehr herzlich den neuen Stern im Geschichtenhimmel: HERR OTER. Ich freue mich überaus purzelbaumschlagend, dass Du hierher gefunden hast. HERZLICH WILLKOMMEN in meiner kleinen, feinen Welt der Verbalakrobatik, der schönen, traurigen, aufwühlenden und lustigen Geschichten meines manchmal wilden, chaotischen - aber total spannenden - Lebens. Fühle Dich wohl, habe Spass!
Schön bist Du da.

Und nun zu den blökenden Schafen, Mörderwellen und dergleichen:
Mit meinem letzten Post habe ich nicht nur viele viele Reaktionen in der Bloggerwelt hervorgerufen - ich hab auch die Aerzteschaft aufgeschreckt. Wie ihr wisst, habe ich mich beklagt über das was ich passiv nenne. Und hab dem Doc meines Kater's doch mit einem gewissen Elan ein paar happige Gefühlsworte zwecks Anhörung und Sortierung vor die Füsse geschmissen.
Nicht ganz ohne Hintergedanken - ja Herr Doc, ich gebe dies hier öffentlich zu - habe ich ihm in besagter Mail (siehe letzten Post) die Adresse meines Sternenzauberblogs mitgeschickt.
Man kann dem Herrn Doc nachsagen was man will ... aber er ist ein kluger Mann. Hat das Ende meines Fadens aufgenommen, hat sich eingeklickt und las. Was er da las, liess ihn ... sagen wir es mal so ... die Sicherungen der Impulskontrolle kurz mal durchknallen und ich kriege eine Mail der gewaschenen Art.
Also keineswegs böse - aber doch überaus empört und verärgert. Therapieabbruch mit Kater.
Mit so einer unmöglichen Kater-Gattin, der Frau Sternenzauber, geht das nicht weiter.

Ok. So weit, so gut. Ich und der Kater haben das zur Kenntnis genommen und mal eine Nacht darüber geschlafen. Bis gestern Morgen. Und dann - dann habe ich mich hingesetzt und dem Herrn Doc eine lange Mail geschrieben. So von wegen, dass wir Angehörige nicht wie der Petersilienstengel auf dem Tagesmenü sind (...wird ja meist weggelegt...) und so Sachen. Ich hab ihn eingeladen, ein paar Meter in meinen Schuhen zu gehen, mit mir zusammen einen neuen Blickwinkel auf die Angelegenheit zu suchen. Und zu finden.

Nun ja, gefunden haben wir uns jetzt nicht wirklich im engeren Sinne - aber, wir haben uns angenähert. Ich mich vielleicht etwas mehr an ihn, denn er an mich. Aber ich zolle ihm wirklich grossen Respekt für den gestrigen Tag: er hat sich mehrfach in Form von Mails, offenen Worten, Erklärungen und auch gewissen Empörungen über das fadengerade Herausforderverhalten des Sternenzauber-Fränzi's auf mich eingelassen.
Wir gingen zusammen in den verbaltechnischen In-Figth - brauchten nicht mal harte Bandagen und die "Schläge" blieben zu jeder Zeit stets über der Gürterlinie.
Ich sage euch - am Ende des Tages habe ich den Doc richtig in mein Herz geschlossen, wir haben uns gegenseitig (sorry Herr Doc - falls Sie gerade mal wieder hier mitlesen, was mich übrigens ausserordentlich freut! Ehrlich!) auf hohem Niveau ausgekotzt. Endlich war der Mann spürbar für mich. War viel mehr Mensch denn Doc - und somit sehr ehrlich, offen, direkt. Die Fronten sind endlich geklärt.
Das mag ich, so kann man zusammen arbeiten.
Das war stark von Ihnen, Doc. Echt stark! Das meine ich jetzt wirklich so!

Zusammen arbeiten werden wir zwar nicht mehr, ich denke, dass ist auch gut so. Wahrscheinlich würden wir einander ab und zu mal wieder auf die Füsse treten (was ich persönlich durchaus nicht negativ empfinde) - Reibung ist gut - allerdings Aufreibung nicht. Nicht jeder mag das in der Art und Weise ab wie ich.
Das kann ich gut verstehen.

Übrigens: All die Medis werden jetzt mal abgesetzt, wir wollen doch mal sehen, wo der "Original-Kater" geblieben ist und wie es dem unterdessen so geht. Und jetzt ist der Weg auch frei für eine neue, vielleicht andere, vielleicht bessere Form und Art die Kater-Probleme anzugehen. Mit neuen Menschen.
Am Wochenende setzen wir uns zusammen - Katerchen und ich - und stellen einen Masterplan auf. So richtig seriös. Und dann suchen wir uns das passende Team.
Und wisst ihr was - DAS WIRD KLAPPEN!

Ich konstatiere: Fränzi Sternenzauber ist ein Aerzteschreck. Entweder lieben sie mich - oder sie scheuen mich. Gerne und mit einem Lächeln auf den Stockzähnen erinnere ich mich an Herrn Sowieso - er betreute den Kater während mehrerer Monate bei seinem ersten wie beim zweiten stationären Aufenthalt.
Grundsätzlich kamen wir ganz gut klar, zuweilen schimmerte aber schon durch, dass er es manchmal nicht sooo genau wusste, wie ich denn einzuschätzen sei:  irre-witzig (mit Schwergewicht auf irre) oder latent-gefährlich (mit Schwergewicht auf gefährlich) - oder nur einfach nur actio libera in causa, sed non libera in actu (Handlung, bei deren Verursachung (in causa) der Täter noch freiverantwortlich handelte, nicht mehr aber bei der (späteren) Ausführung selbst (in actu).) :-)
Damals, als ich ihm sagte: "Herr Doc - wir brechen diese Übung zwischen Weisskittel versus Grünschnabel jetzt mal ab, treffen uns dafür das nächste Mal im Kaffee und reden wie 2 ganz normale Menschen zusammen. Ich zahl den Kaffee dann auch".
Er sagte damals zwar zu - aber getroffen haben wir uns nie mehr. Schade, ich hab den echt gerne gemocht.
Kurzum: manchmal komme ich den Herren und Damen Doc's doch ein bisschen schräg rüber.

Dass mag daran liegen, dass ich eben kein 0815 Blöke-Schaf bin - und einfach mal mit der Herde trottet. Ich bin auch alles andere als stromlinienförmig - und ich schwimme gerne gegen den Strom - wenn ich es denn für sinnvoll und angemessen halte. Glaubt mir, das macht stark.
Ich hinterfrage - ich nehm nicht einfach entgegen. Und wenn ich der Meinung bin, dass etwas schief läuft, dann sage ich das auch. Und wenn es wirklich schief läuft - dann kämpfe ich dagegen an. Der Blog (ich liiiiiebe meinen Blog und seine LeserInnen) ist unterdessen auch ein unverzichtbares Instrument für mich geworden. Er hat doch eine gewisse Aussagekraft, die nicht unbemerkt bleibt. Das wage ich heute im Positiven auszunutzen. Ich würde jetzt nie jemanden namentlich bloss stellen - aber auf Misstände, Dinge die der Nahbetrachtung bedürfen, auf relevante Tatsachen, da steh ich mit meinem Namen ein, wage es zu sagen, zu schreiben ...und oft genug erwächst daraus eine Diskussion. Die stets Gutes in sich birgt.
Nur im zusammen reden, nur im sich miteinander auseinandersetzen kommt man weiter.
Siehe den aktuellen Fall.
Der Doc hat sich beim Kater für das Eine oder Andere entschuldigt - dass war es doch wert. Oder?

Ich hab das hart lernen müssen - meine liebe Sybille hat mir mal vor langer Zeit von der Mörderwelle in Hawaii erzählt. Von den Menschen, welche es wagen sie zu bezwingen. Dass sie Gefahren in sich birgt, dass man sich ganz langsam an sie heran tasten muss, sie respektieren muss, Mut haben muss, sie erfahren muss ... und vom Gefühl, sie zu bezwingen. Keine Angst mehr vor ihr zu haben - Spass daran zu haben, mit dem gebührenden Resepkt mit ihr umzugehen lernen.
Dass man das lernen kann.
Sie hat es mich gelehrt - und lehrt es mich immer wieder. Immer noch. Immer neu. Lehrt mich, dass alles was ich brauche, ich in mir drin habe. Aber es aktivieren muss, selber dafür verantwortlich bin. "Ride the wave" - das ist ihre Botschaft. Und ich ride. Manchmal haut es mich kopfüber böse in den Sand und ich habe Schürfungen an Herz und Seele. Flächendeckend. Dann humple ich wieder zu ihr hin und sie pflegt die Wunden. Schickt mich dann wieder raus ins Meer ... "ride the wave, Fränzi Sternenzauber!"
Im übrigen gibt es nebst Sybill noch andere, wunderbare, hilfreiche Menschen in meinen Leben ... DANKE euch allen.
Ich geb nicht auf, ich geb nie auf - ich such sie immer wieder, diese Mörderwelle. Und reite sie. Mit jedem Mal ein bisschen besser.

Meine Hausärztin legte mir gestern ans Herz, doch eine Praxis zu eröffnen. Wieder in meinem alten Beruf ... meiner Berufung ... zu arbeiten. Lebenshilfe, ganz lebensnah. Sie findet mich irgendwie richtig gut ... und sagte es genau so: "Ihr Wesen und ihr Charakter haben was von Frühling. Sie sind als Mensch ein Versprechen, dass es wieder Sommer wird. Lassen Sie andere Menschen daran teilhaben.".
Ihre Worte haben bei mir so einiges in Gang gesetzt. Und heute ... heute bin ich voller Tatendrang. Und wer weiss - das Leben hat noch so vieles mit mir vor. Ich bin gespannt was wird.
Oh wie leb ich gerne!

RIDE THE WAVE!

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