Donnerstag, 2. Februar 2012

ICH UND MEINE QIMIQ-ZELLEN

Mir ist eindeutig zu kalt. Viel zu kalt sogar!
Ich meine sogar zu bemerken, dass meine Hirnzellen sich anfühlen, als wären sie irgendwie mit QIMIQ angerührt. Kennt ihr QimiQ? (QimiQ enthält im Vergleich zu Vollrahm 50% weniger Kalorien, 60% weniger Fett und etwa 80% mehr Eiweiss. In der warmen Küche kann QimiQ den Vollrahm zu 100% ersetzen. Saucen können nicht gerinnen, da QimiQ hitzebeständig ist. In der kalten Küche wird QimiQ zum Binden von Flüssigkeit, zum Beispiel anstelle von Ei, und Gelatinenblättern verwendet. Flockt nicht aus. Dadurch reduziert sich der Cholesteringehalt um 60%. Je nach QimiQ-Anteil werden die Gerichte schnitt- bis stichfest.) Weitere Infos hier!
Je kälter es wird, um so schnitt- und stichfester werden die Fränzi-Denkerli-Stücklein im meiner obersten Etage. Die besagten Zellen verlieren an solch Eistagen wie jetzt zunehmend an Flexibilität, werden geleeartig. Zwar noch elastisch ... so ne Art Theraband. Ne Art Veloschlauch. Es denkt sich nicht mehr so flott vom Hocker.
Mein Denkapparat funktioniert jedenfalls bei Wärme wesentlich geschmeidiger. Jawoll! Und nicht nur mein ganzer Denkapparat! Das ganze Fränzi Sternenzauber lechzt nach Wärme!

Was die verminderte Denkfähigkeit bei Kälte anbetrifft, so habe ich diese gestern Abend zum ersten Mal, zum allerersten Ma,l so richtig bemerkt. Wie immer zottelte ich um 18.00h los an den Bahnhof um das GO HOME einzuleiten. Ich stand da unten auf dem Perron und wusste, nein spürte, instinktiv: da ist was falsch. Aber ich hatte keine Ahnung WAS! Aber dieses Gefühl ... als wärst Du auf ne total coole Party mit Kleidervorschrift "Abendgarderobe" eingeladen - hattest es aber mit der Party von nächster Woche verwechselt und stehst jetzt im Pijama-Look zwischen all den herausgeputzen Schönheiten.
Und hätte mein Freund Raphael nicht auf dem Perron gegenüber winkend, hüpfend und schreiend auf sich aufmerksam gemacht ... ich wäre weiss Gott nach Basel gefahren. Bloss, weil beide Züge 04 abfahren und meine geleeartigen Zellen bloss eben 04 gelesen haben. Kapazität erschöpft.
Jahrelang Perron 2 - und ich steh gestern auf Nummer 3.
Hallo!?

Tja - und dann müsste ich vielleicht noch erzählen, dass ich mich durch die Kälte genötigt sah, mir 2 Latte Macchiatos zu kaufen. Nicht weil ich Lust auf Kaffee hatte. Und auch nicht weil ich Durst hatte. Es war einzig und alleine weil: Latte M. immer so schön heiss in die grossen Becher eingefüllt wird und so herrlich die Finger wärmt. Jedenfalls hat die Massnahme geholfen.
Manchmal muss Frau einfach tun, was Frau tun muss. Ihr versteht?

Meine Werkstattkollegen können ebenfalls ein Liedchen meinen suboptiomal funktionierenden, zäh-kalten Oberstübchen-Gummizellen singen. Die haben sich gestern nämlich schier kaputt gelacht wegen mir. Die Kollegen. Nicht die Zellen. Da hatte ich doch verkündet, dass ich zu Hause im Garten am Donnerstag Abend mit Kater einen Schneemann bauen will. Anstelle walken ... weil walken geht definitiv nicht, der Boden ist ganz eisig, rutschig, gefährlich und ich lege keinen gesteigerten Bedarf auf eine Bauchlandung. Eine meiner Spezialitäten!
Auf meine Frage WARUM wir denn heute Abend keinen Schneemann bauen könnten, erklärte man mir, dass der Schnee zu kalt sei - zu pulverig, ohne die nötige Feuchtigkeit. Im Internet fand ich dann noch eine ensprechende Erklärung:
Warum? Schnee muss man sich eigentlich wie einen Schwamm vorstellen, das heißt eine poröse Struktur, die aus Eis und Luftporen dazwischen besteht. Bei Neuschnee machen diese Luftporen 90 Volumenprozent aus, der Eisanteil nur 10 Volumenprozent. Auf der Oberfläche der Eiskristalle gibt es einen ganz dünnen Wasserfilm. Er sorgt dafür, dass die einzelnen Eiskristalle aneinanderkleben. Dieser sogenannte Sinterprozess geht sehr schnell. Auch bei Temperaturen unter 0 Grad Celsius ist der Wasserfilm noch vorhanden. Aber je kälter es ist, desto dünner ist der Film … und desto schlechter kleben die Teile aneinander.
Worauf ich dann - ohne langes Nachdenken - locker-flockig meinte: "Ok, denn baue ich halt eine Schneefrau!"
*NichtEndenWollendesGelächter*

Und dann auch noch das:
Zum Beispiel meine Lippen: Jetzt, gerade jetzt, wo ich doch ganz sorgfältig immer schon Salbe mit ganz viel Fettanteil drauf schmieren muss, damit alles schön verheilt ... stellt euch das mal vor ... kaum gehe ich mit dick eingepappten Lippen nach draussen, wird das Zeug wie Mischbeton. Wenn ich spreche, beginnt es nach ein paar Sätzen Fäden zu ziehen ... nach 10 Minuten bröckelt es bei jeden Wort!
Wie uncool ist denn das!?!

Und klar wurde mir gestern Abend auch, warum man das viele Kleidungsstücke übereinander tragen "Zwiebellook" nennt. Bis man endlich das Objekt seiner Begierde aus all den Schichten geschält hat ... da kommen einem echt die Tränen. Erst Faserpelz, dann Wollpulli, dann Rollkragenpulli, dann Unterhemd, dann Skiunterwäsche ... bis dahin ist die Lust längst auf der Strecke geblieben!

Draussen schneit es - ununterbrochen. Und ich sitze wie ein Michelin-Frauchen dick eingepackt (im Zwiebellook!) im Büro.
Und bevor jetzt auch noch die Buchstaben zu erstarren beginnen, erfrieren, stelle ich den heutigen Post ganzganz schnell ins warme Netz. Nehmt euch den kalten Buchstaben bitte liebevoll an. Belächtelt sie warm.

ES IST SOOOOOO KALT!

Mittwoch, 1. Februar 2012

LADY MAGIC-STAR

Heute Morgen brauchte ich für einmal nicht auf den Bus und die Bahn - ich durfte mit dem Kater und unserem Auto "Otto" mit nach Bern fahren.
Kater hat heute Abend Kegel-Training ... und so autolos ist die Trainingshalle schwer zu erreichen. Bei diesen eklatanten Minustemperaturen zudem auch alles andere als angenehm. Und jetzt, wo mich der nette Herr Radiomoderator auf der Fahrt nach Bern über den Wind-Chill-Effekt aufgeklärt hat, ist es ja noch um das Vielfache kälter als auf der Temperaturanzeige abzulesen. Nicht -6°, sondern fühlbar glatte -16°!!
Brrrr.
Hätte ich wollene, langärmlige Unterhosen - HEUTE hätte ich sie angezogen. Erotik-Killer-Faktor 10 von 10, aber dafür ein warmes Hinter-/Untergestell. So habe ich dann aber zumindest stabile Spitzenunterwäschen-Schlüpper mit herrlich wärmendem Baumwollspickel angezogen. Und blickdichte Strümpfe. Das geht dann ja Hand in Hand, sozusagen. Wenn schön so ganz ohne Lockfaktor, dann total ganz ohne. Oder?

Aber wie gesagt - und eigentlich wollte ich ja was anderes erzählen, nicht von Erotik und Baumwolle und so, sondern: ich durfte mit Otto nach Bern mitfahren. Herrlichst im warmen Gebläsestrahl sitzend.

Allerdings, die Sache hat einen Haken ... den flüstere ich euch - wieder mal hinter vorgehaltener Hand zu: Von aussen gesehen sah unsere Abfahrt so aus:
Kater parkt Otto einsteigefreundlich vor dem Hause, öffnet mir die HINTERE, rechte Türe zwecks "AberJetztEinBisschenPlötzlich". Ich - Franziska von und zu Magic-Star - lupfe elegant das linke Bein um es stilvoll ins Auto zu schwingen, hebe federnd mit dem rechten Fusse ab und wuchte mich überaus ansehlich auf Ottos Rückbank.
Werkle mit dem Sicherheitsgurt rum, welchen ich dann schmückend um meine ranke Taille schnüre. Bin parat für die Abfahrt Richtung meinen Arbeitsplatz.
Chauffeur Herr Kater schliesst die Türe und umrundet Otto via Rückfront, steigt seinerseits auf den Fahrersitz, fragt noch kurz nach meinem Befinden. Ich nicke freundlich ab, dass soweit alles ok ist und gebe das Zeichen zum Start.
Chauffeur Herr Kater rückt seine Wollmütze noch ein wenig nach hinten, startet Otto und los geht's.

Was so sehr nach Miss Lady Magic-Star mit Chauffeur aussieht, hat einen ganz profanen Grund, von dem Chauffeur Herr Kater nicht unbedingt wollte, dass ihn Irgendwer weiss. Aber da IHR ja nicht IRGENDWER seid, sondern meine Freunde und Freundinnen, verrate ich ihn euch.
Im Wissen, ihr sagt es nicht weiter.

Also ... es begab sich letzten Samstag um die Mittagszeit, als Katerchen zum Einkauf fuhr. Was auch prima klappte. Was aber weniger prima klappte, war das Einparken in der Kaufhausgarage. Wie es passiert ist - das weiss er nicht. Er weiss nicht mal DASS er passiert ist.
Dass aber etwas passiert ist, zeigte sich dann am Samstag Abend, als wir zum Kater-Geburtstagsessen losfuhren. Äääähm ... losfahren wollten. Ich war gerade im Begriffe die Beifahrertüre zu öffnen, als sich mir ein unsichtbarer Kobold in den Weg stellte und die Eröffnungszeremonie der besagten Türe störte.
Irgendwie ging es einfach nicht. Irgendwie blockierte da was. Irgendwie lässt sich seither die Türe nur noch ca. 10cm öffnen. Und ich mit meiner Taille brauche  - sagen wir mal - geschätzte 15cm. Wenn ich den Bauch ganz doll einziehe und nicht mehr atme.
Aber bloss 10cm - auch eine Elfe wie ich quetscht sich da nicht durch. Gut, das mag einerseits daran liegen, dass ich eine sogenannte Hummel-Elfe bin. Andererseits passte nicht mal meine Handtasche durch. Ergo: Da ist was nicht gut!

Was nicht gut war, wurde dann bei näherer Betrachtung auch offensichtlich: Kater hat beim Kotflügel rechts vorne, justament grad so bei der Türe, eine Delle reingedrückt. Die Delle stört zwar nicht das Bild - Otto ist ja kein Jungspund mehr - ich hab auch so Dellen an den Oberschenkeln ... wenn auch nicht so ausgeprägte, so doch Dellen.
Aber Ottos Delle verhindert, dass ich VORNE einsteigen kann. Geht nicht. Blöd!

Was also bleibt?
Für solche Momente gibt es zwei Lösungen:
A) Ich steige via Fahrersitz sehr undamenhaft über Steuerknüppel und Armlehne, verheddere mich ganz bestimmt mit der groben Wolljacke in irgendwelchen Knöpfen, haue mit dem Stiefelabsatz beim auf den Beifahrersitz klettern irgendwo an und starte im schlimmsten Fall ungewollt den Otto und fahre - Arsch  die sternenmässige Hinterfront an die Windschutzscheibe gedrückt - *rummms* in die Mauer.
Bei meinem Talent für Fettnäpfchen im Bereiche des Möglichen!
B) Wir tun so, als müsse es geeenau so sein. Herr Kater öffnet mir chauffeurmässig die Beifahrertüre HINTEN (Ladys und solche die es gerne wären, steigen IMMER hinten ein - oder hab ihr schon jemals eine Lady anlässlich der Oscar- oder anderer Verleihungen, vom vorderen Beifahrersitz auf den roten Teppich aussteigen sehen? Never!). Ich nenne ihn nicht mehr "Kater" sondern "Herrn Kater", schaue beim Einsteigen sehr gelangweilt in die Gegend, raffe den Pelzmantel (... na ja ...die Jeansjacke mit Webpelzbesatz ...) und schwinge meinen 1A-Luxusbody locker auf die Polster.
Wer uns dabei zuschaut, muss denken, dass es GENAU so sein muss. Formvollendet!

Wir aber, wir streben nun Lösung C an.
Welche das Ausdrücken der Delle vorsieht. Damit sich die Türe wieder wie gewohnt öffnen lässt, Herr Kater wieder zu Kater wird und die Franziska von und zu Magic-Star einfach wieder das Sternenzauberchen.
Alles wie gehabt.

JA, DAS IST WOHL DAS BESTE!

Dienstag, 31. Januar 2012

WENN ICH MAL GROSS UND STARK BIN ...

... dann werde ich mich auch so benehmen.
Vielleicht.

Bis dahin bin ich einfach bloss meine 1.65m. Und ein bisschen irre.
Das werden heute ganz ganz ganz viele mit Nicken bejahen. Sie werden dieses JA! schreien. JA! an alle Wände schreiben.
Und das alles nur, weil ich Schnee geschippt habe.
Ich bin noch ganz von der Rolle - das MUSS ich euch unbedingt erzählen.
Also:

Heute habe ich frei.
Draussen schneit es als wäre es der letzte Tag, es ist mördermässig kalt und ich hab meine wollenen Hüttenfinken bis unter das Kinn hochgezogen. Tja, und weil so ein Tag ist, an dem ich Draussen jetzt nicht wirklich viel machen kann, habe ich beschlossen, die VILLA KUNTERBUNT auf den Kopf zu stellen, alles picobello zu putzen, totaaaal klar Schiff zu machen. Weil das WE ja ausfällt und mein Kater jetzt nicht unbedingt den Blick für das putzmässige Detail hat (... und ja, zugegeben, ich bin da ein bisschen penibel, heikel) gab ich heute alles.
Und um alles zu geben, muss man ja nicht gezwungenermassen schön gekleidet sein. Oder? Auch nicht schön frisiert. Oder? So habe ich dann die Urururalt-3/4-Trainingshose hervorgekramt, in welcher ich mich nicht mal Katerchen unter die Augen wagen würde. Die ist so jenseitig ... ich will nicht darüber sprechen. Dazu den ausgelutschten, zu kurzen Schweden-Grobstrick-Pulli mit dem Elch. Für's Putzen reicht das alleweil und hinterher ne heisse Dusche, farbige Klamotten, einen Hauch Schönmacher ins Gesicht, einen Sprutz Parfum an den Hals - und Katerchen kann nach Hause kommen.
Findet Haus und Frau frisch gestriegelt und tageslichttauglich vor.

Das war mein Plan - und bis zum Wort "Putzen" lief alles auch wie am Schnürchen. Als ich dann aber verschwitzt, dreckig und einfach nicht wirklich ansehnlich mich unter die Dusche begeben wollte, fiel mein Blick nach Draussen.
Der Schnee meeeeeterhoch. Also 20cm auf jeden Fall. Alle Nachbarn rundrum hatten heute schon mindestens 3x ums Haus Schnee geschippt, nur unsere Zufahrt sah so jungfräulich weiss aus. Nicht dass das nicht schön aussieht, aber falls uns jemand besucht oder der Postbote was abgeben muss ... ohohohohoooo. Das geht gar nicht.

Ich also - noch immer voller Tatendrang und auf Schönmacher- und Saubermacherkurs eingestellt - raus in den Schuppen und Schneeschaufel gesucht. Gefunden. Und nu? Schnell mal die ganz billigen Aldi-Stiefel an die Füsse, dick Bepanthen-Heilsalbe auf die immer noch ein bisschen geschwollenen Lippen, Sturm-Frisur mit Brille beschwert, den alten Militärmantel angezogen ... und raus. Schippen.

Und während ich, vogelscheuchenmässig, den Schnee an den Rand drückte, das Nass schon durch die Schuhe suppte, ich leise fluchend mein Vorhaben bereits bereute ... gehen links und rechts die Fenster auf. Zugegebenermassen äusserst nette, freundliche Menschen schautgen raus, welche mir bezeugten, dass ich den Schnee ruhig in ihre Gärten schippen dürfe und lauthals, glaubhaft versicherten, sich enorm zu freuen mich endlich mal zu sehen ... und man sich schon lange gefragt hätte, wer denn da wohl in der VILLA KUNTERBUNT hausen würde ... und dass man gehört hätte, unsere Einrichtung würde ganz toll aussehen ... und dass man doch schon das eine oder andere Mal kurz davor gewesen sein, mal anzuklingeln und Hallo zu sagen.

Da stand ich dann also. Ich, die Styl-Ikone meiner Generation, angezogen wie ein Penner, dick weisse Salbe auf den Lippen, Frisur ... Frisur? In nassen Schuhen, ankämpfend gegen den Schnee, im Mantel meines Grossvaters (der ist aber unheimlich warm. Also der Mantel, nicht der Grossvater. Den Mantel habe ich schon seit ich 19 bin und für grobe Arbeiten in schlimmem Wetter immer wieder angesagt).

Ich grüsste freundlich zurück, beantwortete ganz anständig jede gestellte Frage und versicherte, dass ich ansonsten eben leider so wenig zu Hause sei und auch schon lange mal Hallo hätte sagen wollen. Dass wir im Frühling dann zum kleinen Beschnupper-Kennenlern-Feste auf die Terrasse einladen würden  - und ich jetzt ins Haus verschwinde, weil ich meine Füsse nicht mehr spüren würde, weil doch die Schuhe von Aldi ... und eben gar wasserfest ... mich aber gefreut hätte (was ich auch habe, wirklich!), ich eigentlich sonst auch visuell nicht ganz so abgefuckt aussehen würde, meine Frisur also so was von supi sei und überhaupt und sowieso.

Die haben alle gelacht, sehr herzlich.
Jetzt bin ich bekannt, jetzt kennt mich jeder. Wer mich in frühen Morgenstunden noch nicht im Slip und Gummistiefel hat Einbrecher verscheuchen sehen, der kennt mich seit spätesten vorhin.
Ich hab ein Talent, mich wie der hinterletzte Depp zu benehmen. Und mich dauernd in den unmöglichsten Situationen erwischen zu lassen.
Da sieht man wochenlang seine Nachbarn nicht - und heute, heute sehen sie MICH.
So!

Ich glaube, sie finden mich nett.
Ich glaube auch, sie finden mich lustig.
Ich glaube, sie finden auch ...

... ICH HÄTTE EINEN KNALL!

Montag, 30. Januar 2012

EIGENTLICH BIN ICH GANZ ANDERS!

Normalerweise - wenn irgendwas bei und mit mir als normal bezeichnet werden wollen möchte - putze ich zu Status Quo, bügle zu Queen und Bon Jovi oder fetze zu lautem, gepflegtem Mundartrock staubsaugend durch die Bude. Grade eben ist Nickelback bei mir hoch in meinem Kurs - da lässt sich frühmorgens so schön unter der Dusche dazu zappeln. Und man wird ganz schnell wach.

Und ... ich habe es gerade bei PHARMAMA gelesen, soll man Herz-Lungen-Wiederbelebungsmassnahmen im Takte von "Staying Alive" oder "Another one bites the dust" machen - kommt mir sehr entgegen.Sollte ergo demnächst irgendwer in meiner Umgebung umkippen ... ich rocke ihn zurück ins Leben! Versprochen!
Die einzige Musik mit deutschen Text kommt für mich ausschliesslich dann ich Frage, wenn ich einen exorbitant schlimmen Seelenschmetter ausbade und ein völlig zerkratzes, verbeultes Nervenkostüm habe. Dann führe ich mir ohral intravenös Dinge wie "Rosenstolz", "Ich und Ich" wahlweise ""Juli" - wenn's ganz schlimm um mich steht "PUR" zu Gemüte.

Will man mir was richtig abartig Böses, dann dreht man "Hits" von Jürgen Drews laut auf. Oder anderes Ballermann - wahlweise Hüttengaudi-Spassvögel-Singgemetzel (das ist nur meine, ausschliesslich meine und alleinig meine Meinung). Ich kann gaaaaaaaar nix, aber sowas von gaaaaaar nix damit anfangen.
Die Höchststrafe!

Ok. Und gestern, gestern gegen Abend, da habe ich am Fernseher ein wenig rumgezappt, vom Tennismatch Nadal - Djokovic ... via Kochsendung ... hin zum peinlichen Heimatfilm ... Super-G der Damen ... Bericht aus Berlin ... Lindenstrasse, gefühlter Teil 779'047 ... zu ... Udo Jürgens.
Eigentlich gar nicht meine Kragenweite. Und doch bleibe ich dauernd bei ihm hängen. Schon immer. Obschon ich eigentlich  gar nicht so bin ... diese Texte - nicht alle, aber viele - die haben was. Keine Ahnung WAS genau, aber da ist was. Vielleicht finde ich ihn auch gar nicht so übel, weil er einmal mit mir in der MIGROS in der Schlange an der Kasse stand. Wie alle Anderen auch. Und so ganz ohne Allüren der unangenehmen Art. Fand ich not bad.

Ein ganz besonderes Nicht-Erlebnis verbinde ich noch heute mit dem Namen von Udo Jürgens.
Mein Ex-Mann hat mir nienienie was zu Weihnachten, nienienie was zum Geburtstag und nienienie was zu sonstwas geschenkt. Bis auf das eine Mal. Da weilte der Udo in Bern, zwecks grosser Show - es wird gut 20 Jahre her sein. Sehr gut.
Da überraschte mich mein damaliger Mann mit einem Ticket Reihe 2. Udo LIVE.
Und ich - was machte ich? Ich verschmähte das Ticket und ging nicht hin. Dazu hatte ich allerdings einen guten Grund: mein damaliger Lieblingshockeypieler, der Andreas Beutler vom SCBern, gab seine Abschiedvorstellung, spielte seinen letzten Match.
Als gute Freunde lässt man den Anderen in solch hochemotitionalen Momente nicht alleine. Nein, das hätte ich nicht gekonnt. Und deshalb verkaufte ich das Udo-Ticket an eine Freundin.
Ich könnte schwören, dass mein Ex-Mann damals zum ersten Mal an Scheidung gedacht hat.
So kam ich also zu meinem Nicht-Erlebnis mit Udo.

An diese Geschichte denke ich immer wieder ... wenn ich mal wieder rumzappe und beim Udo Jörgens hängen bleibe. Zuhöre.
Lustig fand ich gestern übrigens, dass der Kater aus der Küche kam (er war grad am Frikadellen fabrizieren), sich neben mich setzte  ... und irgendwann hielten wir uns an den Händen, schunkelten munter zu "Griechischer Wein" ... es fehlte nur noch, dass wir Wunderkerzen in Händen hielten.

Weil ...

EIGENTLICH SIND WIR GAR NICHT SO!

Sonntag, 29. Januar 2012

HÄPI BÖRSDEI TU YUUUU!

Was ist das toll, die heutige Geschichte mit einer Begrüssung beginnen zu dürfen: HERZLICH WILLKOMMEN PUNKT. Ich freue mich sehr, hast Du in meinen Geschichtenhimmel gefunden. Ich wünsche Dir Spass und kurzweiliges Verweilen in den grossen und kleinen Geschichten meines ganz schön verrückten Lebens.
Schön bist Du da!

Und jetzt lauter gute Nachrichten:
Meinen Lippen geht es nach dieses Prozedur von Freitag doch schon viel besser - nachdem gestern tagsüber Suppe angesagt war, konnte ich dann weiss Gott am Abend ... also gerade noch rechtzeitig zu Katerlis Geburtstag - wieder feste Nahrung zu mir nehmen. Küssen geht übrigens auch ;-) ... einfach gaaaaanz gaaaaanz "süferli" vorsichtig.
Gestern Abend sah ich dann so aus, der Kater findet es cool. Ich auch.


Ja - und dann war gestern also der Geburtstag vom Kater. Jugendliche 48 ist er geworden. Während ich am Älterwerden doch sehr viel Gutes entdecke und das Rad nicht zurück drehen möchte -trauert er öfter mal ein wenig der Zeit nach. Beim Sport treiben tut schneller mal was weh - und dass eine neue Brille von Nöten ist, findet er doof.
Ich meine unterdessen herausgefunden zu haben, dass Männer die grösseren Probleme mit dem Älterwerden haben. Was mir die Zeit an Erfahrungen, Eindrücken, Wissen und Erlebtem schenkt - können die Zipplein, grauen Haare oder was auch immer, nicht schmälern.
Vielleicht kann er das mit der Zeit auch gelassener betrachten. Ich wünsche es ihm von Herzen. Bin sogar sicher, dass es so kommt, wenn sein Leben im einen oder anderen Bereich ein wenig stabiler ist und er der Zukunft wieder vertrauen lernt. Die Vorzeichen stehen übrigens gut, es geht ihm wirklich merkbar besser.
Und bis es ganz gut ist - bis dahin gehe ich einfach mal wacker voraus!

Gestern Abend habe ich ihn dann in eines seiner Lieblingsrestaurants eingeladen - in's Rest. Löwen, Wichtrach. Währschafte Küche, ursprüngliche Speisen, alles noch selber gemacht und mit Produkten aus der Region. Wird sehr geschätzt! Und so gingen wir dann gegen 18.30h los:



Das war sein Wunsch: "Suure Mocke" mit Kartoffelstock. Das ist in Rotwein und Essig eingelegtes Rindfleisch, dazu frisch gemachten Kartoffelbrei mit Speckbohnen und Gemüsebouquet. Vorab einen Nüsselersalat (Feldsalat) mit Ei, gebratenen Champignons und Speck. Dazu selber gemachtes Brot.
Ich fang gleich wieder an zu sabbern - so lecker war es!!

Der Salat - ein Gedicht!

Dazu frisches Brot / Zopf

Dann ... der legendäre SUURE MOCKE

Gerne hätten wir noch ein Dessert genossen - aber nix ging mehr.
So satt waren wir!
Kaffee und das offerierte Stückchen Kuchen - et fini!

Gegen 22.00h waren wir wieder zu Hause, haben den schönen Tag gebührend bis 00.00 gefeiert und uns dann ins Traumland verabschiedet.

Und nun - nun geniessen wir den Sonntag. Faul. Zufrieden. Satt.
Ich geniesse ihn besonders, weil er sozusagen der letzte "freie" Sonntag ist. Nächsten Freitag beginnt meine neue Ausbildung ... und ich werde Gas geben müssen, wollen. Freue mich enorm! Meine freie Zeit wird dadurch noch mehr dezimiert. Denn was ich mache, das will ich gut machen und geb entsprechenden Einsatz.
Ich weiss ja auch, warum und wofür. Das gibt Kraft!
Und jetzt geh ich relaxen!

In diesem Sinne, meine Lieben:

SCHÖNEN SONNTAG EUCH ALLEN!

Samstag, 28. Januar 2012

WO IST DIE SCHNABELTASSE?

Was hab ich bloss da wieder angestellt!?!
Habe euch ja gestern berichtet, dass ich mich farblich in der Gesichtsmitte permanent aufhübschen lasse.
Was detailliert heisst: Lippenkonturen stechen lassen (in einem schönen Brombeerfarbton) PLUS noch die Schattierung bis zur Lippenmitte. In einem ebenso schönen Beerenton, nur eine Nuance heller.

Die 2 Damen erwateten mich freudig-gespannt. Ich dito.
Erst musste ich ein Formular ausfüllen, auf dem ich meine Volljährigkeit bestätigen musste. Hat mir sehr sehr geschmeichelt und ich fühlte mich extrem gut aufgehoben in diesem Kosmetikstudio. Habe dann allerdings hinter meine handschriftliche Bestätigung noch einen grinsenden Smilie gezeichnet.
Die Damen Sandra und Brigitte haben dann ebenfalls ein bissssschen geschmunzelt.
Auf einem weiteren Formular musste ich dann meine physische wie psychische Gesundheit bestätigen (hätte mir dies eventuell zu denken geben sollen?). Anschliessend drückte man mir Formular 3 ins Pfötchen, wo dann stand, dass ich jetzt 3 Tage lang nicht küssen dürfe! Die Lippen nicht mit den Fingern berühren dürfe. Und so Sachen. Kurz zusammengefasst stand da: kein Sex.
Leute. Ne aber auch. Heute hat der Kater Geburtstag!!!!

Weiter im Text. Erst wurden meine Lippen grundgereinigt. Geschrubbt. Desinfinziert. Dann kriegte ich so ne Salbe drauf, die meine Lippen einschliefen liessen. Blöderweise tupfte ich mit der Zungenspitze dran - und dann pennte auch die noch ein. Was mein anschliessenden Lallen erklärte.
Jaja, die Penn-Pampe war ja auch ganz wirkungsvoll - aber trotzdem ... Leute ... ich bin mehr als tausend Tode gestorben! Also das heisst, nach tausend Toden habe ich aufgehört zu zählen. Ohne dass ich heulte, liefen mir die Tränen seitlich die Wange runter und tropften ins blütenweisse Weiss des kuscheligen Tuches.
Ihr müsst wissen - ich lag da so auf ner wirklich bequemen Liege, überall Polster, überall schön, überall weiss. So ne Art Luxus-OP-Raum. Man erklärte mir auch, das was da grad gemacht werde, sei auch eine Art Micro-Chirurgie. Die Damen haben auch hochgradig steril gearbeitet, sehr professionell, sehr kompetent - das hat mich trotz grosser Schmerzen beruhigt.

Nach 2 1/2 Stunden war es vorbei. Für's erste! In 6 Wochen kommt Schritt number two dran. Ja - wer A(ua) sagt, muss auch B(auwerk beenden) sagen. So ist das im Leben.

Ich verabschiedete mich und torkelte leicht benommen - obschon nur die Lippen schliefen - Richtung Bern Bahnhof, setzte mich ins Starbucks und holte mir (immer noch lallend) einen latte m. und ein Stück Zitronenkuchen. Das halbe Gesicht noch wie nach dem Zahnarzt, bloss eben weniger IM Mund, mehr AUF dem Mund führte dazu, dass meinereiner nicht in der Lage war, den latte m. unfallfrei einzuflössen! Eine Strohhalm brachte dann Abhilfe.
Den Zitronenkuchen verschenke ich, da die nette, junge, grinsende Dame hinter dem Tresen das Ding nicht im Mixer pürieren wollte / konnte. Und intravenös ging auch nicht.

Da sass ich dann nun, mir seitlich mittels Strohhalm Kaffee mit Milch zuführend, die Gesichtsmitte mit viel AUA und überhaupt. Warum??? Fräääääänzi - WARUM?
Na ja ... ich schaute dann in den Handyspiegel und meinte zu wissen warum. Auch wenn ich momentan als Schnabel) Lippen-Double für Daisy Duck Anschelina Scholieee locker durchgehen würde und die Lage im wahrsten Sinne des Wortes angespannt ist. Es zeichnet sich ab, dass das mal richtig gut aussehen wird!
Sobald die Schwellung etwas weg ist ...

Kater holte mich ab und konnte breitestes Grinsen nicht verkneifen. Hauchte mir einen Kuss auf die Wange und löffelte seinen Kuchen mit Genuss. Mich immer wieder anschauend und grinsend.
Tja.

Ich habe dann - leidend - doch noch eine Foto von mir gemacht - ihr dürft sie sehen:



Abendbrot gab es gestern wie folgt: 2 Schmerztabletten im Abstand von 2 Stunden. Lecker!
Ich hör jetzt aber mit Jammern auf, denn ich muss ne Schnabeltasse kaufen gehen.
Dann klappt es mit dem Trinken bestimmt auch wieder.

ODER WAS MEINT IHR?

Freitag, 27. Januar 2012

HEUTE RISKIERE ICH NE DICKE LIPPE!

Hey meine Lieben!
Ich knalle heute nur so vor lauter Energie ... fühlt sich prima an. Mag daran liegen, dass wir gestern Abend wieder erfolgreich walken waren. Angesichts der gestrig-morgigen Kater(scheiss)laune, hätte ich keinen Rappen / Cent oder jedwelch andere Fremdwährung darauf verwettet, dass er sich mitkommt. Sträuben war vorprogrammiert. Exorbitant vehement. Und zwar vehementestens.
Auf der Heimfahrt im Zug habe ich mir schon sämtliche Ansprachen an seine Vernunft, seinen Stolz, seine Gesundheit usw. innerlich zurecht gelegt und vorbereitet, war ready und parat um unseren Walkingabend zu kämpfen. Mit allen Mitteln! Ich hätte also mein ganzes, gesamtes Frau sein in die Überredung gelegt. Jawoll. Hätte ich.

So wartete ich dann ganz gespannt auf Kater's Eintreffen zu Hause. Ich hörte die Türe unten. Hörte seine Schritte hoch ins Wohnzimmer. Und da stand er! Noch angezogen! Erwartet hätte ich, dass er schon vorab ins Schlafzimmer schleicht, sich die bequeme, graue, ausgebeulten Gummizug-Flatter-Trainer-Baumwoll-Couch-Hose anzieht und sein Schlafshirt. Um von vorne rein klar zu machen, dass Verweigerung angesagt sei. Aber nein! Weit gefehlt! Kater walkte - wenn auch nicht in ausufernde Begeisterung ausbrechend - wacker neben mir. Schön war's! Hat Spass gemacht.
Und heute tun die A...backen auch nicht mehr weh wie das letzte Mal.
Ich avanciere zur Sportskanone! :-). Beim nächsten Walkrundgang baue ich wahrscheinlich so Elemente wie Flik-Flak und dergleichen ein.
Das war ein tolles Erlebnis mit ihm - und ich habe ihn auch entsprechend gelobt, meinen Respekt über seine sportliche Haltung dargelegt und so eine gute Ausgangsbasis für den nächsten Donnerstags-Walk geschaffen.
:-))

Dann ist gestern noch was für mich Wichtiges, Schönes und auch Lustiges passiert.
Kater hatte nämlich Termin beim Sozialdienst einer Klinik. Diesen Termin hatte noch sein ehemaliger Psycho-Doc arrangiert gehabt, fand ich gut, alles was man mehr weiss kann helfen. Erfahren hat er, dass er alles richtig macht, sämtliche Möglichkeiten ausschöpft werden und nix auf der Strecke geblieben ist. Also optimal. Und einfach so weitermachen.
Allerdings ... die Dame stand auf, ging zum Schrank, holte einen Flyer raus: "Hier könnten Sie sich melden - diese Frau scheint in solchen Problematiken wie der Ihren kompetent zu sein. Hier der Flyer, sie führt eine Selbsthilfegruppe und kann Ihnen eventuell weiterhelfen - probieren Sie es da mal".
Kater hielt den Flyer in seinen Händen, grinste breit und informierte die Dame, dass er DIESE Frau persönlich kenne. Das sei nämlich die Seine.
Prima. So weiss ich also, dass meine Arbeit auch in Kliniken wahrgenommen wird und entsprechende Infos weitergegeben werden. Eine tolle Rückmeldung, welche mir zeigt, dass ich auf dem richtigen Pfad bin.

Tja ... und nun, meine Lieben, verrate ich euch noch das heutige Geheimnis der dicken Lippe. Die riskiere ich nämlich. In gut 5 Stunden geht es los. Mein neustes Tattoo. Aaaalso, zum erklären: ich habe schon ein paar davon. Ein Fantasy-Tattoo oberhalb des Fussknöchels, einen Schmetterling auf der linken Brust (neneee - er mutierte nicht in den Jahren vom knuffigen Schmetterling zum langgestreckten Segelflieger), am rechten Arm habe ich Sterne tätowiert und mein viel bewundertes Augen-Make-Up ist auch tätowiert. Eine feine, blaue Linie um die Augen ... an welcher ich sonst früher minutenlang jeden Morgen rumwerkelte. Um am Mittag bereits wieder nachziehen zu müssen.
Uiii - Leute - das waren Schmerzen! Als diese Höllenmaschine mir rund um die Augen mal ebend die feine Haut löchrig perforierte, blaue Farbe im gleichen Arbeitsschritt in besagte Löcherchen reinwürgte - und ich nicht mal blinzeln durfte, weil sonst die Nadel sich in Auge hätte verirrren können ... AUA!!! Als würden tausend Wespen einem die Augen zerstechen. Tagelang lief ich dann mit blutunterlaufenden Glubscherchen rum, welche ich hinter einer grossen, schwarzen Sonnenbrille versteckte.
Mein Exmann hat in dieser Phase doch so einige schräge Blicke abgekriegt :-).

Und nun - nun begebe ich mich heute wieder auf dieses schmerzhafte Terrain. Es ist nämlich so ... mindestens 6x am Tag ziehe ich im Büro meine Lippen nach. Erst Lippenkonturenstift, dann Lippenstift, dann Gloss. Und wenn ich küsse - und ich küsse oft znd gerne - hat der oder die Andere einen Abdruck auf der Backe. Kater quer über dem Mund, den Ohrläppchen, am Hals. Er liebt das ...
Jedenfalls habe ich vor ein paar Wochen beschlossen, meine Lippen leicht rosa-violett permanent nachziehen zu lassen und gleich auch noch zu schattieren. Also ganz natürlich ... rosa violett schattiert. Dann brauchts nur noch einen Hauch Glitzergloss - und ich bin auch ungeschminkt sowas von grandios wunderbar!
In der Hoffnung, dass es nicht soooo sehr weh macht, freue ich mich auf den Verschönerungstermin heute Nachmittag. Kann sein, dass ich die nächsten 2 Tage entfernt an Daisy Duck erinnere. Vielleicht.


Nicht zu vergleichen mit einem dieser schrecklich Botox-Rüssel! Neneneneee ... höchstens so ein bisschen einen Schnatter-Lappen mit Küss-Aua. Das geht aber vorbei. :-)

Ich kann also mit eurem Daumengedrücke rechnen? Auf das alles gut wird!
Dann will ich auch schon mal in Voraus ganz artig ...

... DANKE SAGEN!

Donnerstag, 26. Januar 2012

ADIEU

Mein gestriger Tag war für mich von einem ganz besonders eindrücklichen Moment geprägt.
Es galt ADIEU zu sagen. Nicht AUF WIEDERSEHEN. Zumindest nicht hier, nicht auf dieser Welt.
Ich muss nun etwas ausholen ...

... vor gut 18 Jahren wurde meine damalige allerallerallerbeste Freundin sehr sehr krank. Ihren Weg bis zur letzten Minute begleitete ich sie. Es war eine Erfahrung, welche mir für mein weiteres Leben heute wegweisend scheint. Traurig, dem Zerfall eines Menschen hilflos zusehen zu müssen - unendlich bereichernd in dem, was in solch Ausnahmesituationen uns das Leben lehrt. Zwischenmenschlich in einer besonderen Art und Weise Erkenntnisse schenkend, in einer ganz aussergewöhnlichen Qualität. Mit nichts anderem vergleichbar.
Etwas, auf was ich rückblickend nicht hätte verzichten wollen.
5 Jahre widmete ich anschliessend der Sterbebegleitung - wertvolle Zeit, wertvolle Erfahrungen. Ganz ganz tief gehend.

Der Tod macht mir heute keine Angst mehr - ich verstehe ihn als das Tor in eine andere Welt. Dadurch, dass ich einmal in meinem Leben bereits an dieser Schwelle stand, erlaubt mir das Erfahrene einen vielleicht etwas anderen Blick auf den Tod (mein Sohn Florian musste bei seiner Geburt nach 40 Stunden Wehen mittels Notkaiserschnitt auf die Welt gebracht werden. Während der OP erlitt ich einen Herz- und Lungenfunktionsstillstand, fiel mehrere Tage ins Koma. Die Ärzte orientierten meine Familie dahingehend, dass kaum Chance besteht, mich wieder ins Leben zu holen).

Wie ich euch schon des Öftern berichtete, ist unsere Garage - mein Arbeitsplatz - geprägt von einem, für mein Empfinden, ganz ausserordentlichen Umgang nicht nur im Miteinander, sondern auch im Verhältnis zu und mit unseren Kunden. Sehr persönlich, sehr aufeinander eingehend, überaus menschlich.
Und weil das so ist, wussten wir um den besorgniserregenden Gesundheitszustand unseres Kunden Herrn XY. Seine Frau hat uns damals angerufen, damals, als der schlimme Bericht und die entsprechende Diagnose grade eben auf dem Tisch lag.
Herr XY - eine Kunde seit der ersten Stunde. Immer putzmunter und gesund, gut aufgelegt, fröhlich. Und letzten Oktober dann diese grosse, unerklärliche Gewichtsabnahme innerhalb von 3 Wochen. Seither die Gewissheit, dass das Leben endlich ist. Sehr endlich. Wir hatten ab da nur noch mit seiner Frau Kontakt, sie übernahm die Fahrten für Service und dergleichen.

Bis gestern ... plötzlich ging die Türe auf ... und er stand da. Unser Herr YX! Ein Schatten nur noch, ein Hauch von Mensch. Seine letzte Kraft aufbringend, um uns Adieu zu sagen. "Ich habe nur noch wenige Tage, vielleicht ist heute mein letzter Tag - und ich wollte Ihnen Allen nicht vergessen DANKE zu sagen". Die Tränen standen ihm in den Augen.
Da stand er, unser Herr XY - und schaute uns an. Dieser Blick. Eine Aufforderung. Eine Herausforderung.

Dieser nahm ich, dieser nahmen WIR uns gerne an.
Und ein überaus interessantes, spannendes, gnadenlos ehrliches, unendlich tief menschliches Gespräch durfte geschehen. Ich bin dankbar für so ein Geschenk. Mit dem Leben versöhnt und zufrieden in sich ruhend erzählte er uns, dass er sein Leben - könnte er nochmals beginnen - genau so und nicht anders führen würde. Und dürfte er sich eine Krankheit auswählen, er diese, seine, auswählen würde. Schnell und ohne grosse Schmerzen zur Schwelle an das grosse Unbekannte treten dürfen, er empfindet dies als Privileg. Was es sicherlich auch ist.

Es war mir eine Ehre, ihm meine Gedanken und meine Wünsche für ihn auf diese letzte Reise mitgeben zu dürfen. Ganz bewusst Adieu sagen zu können. Und ihm nachzuschauen, wie er schleppenden Schrittes zu seinem Auto ging, einstieg und dann unseren Blicken entschwand.

Traurig, ja, das war es auch.
Aber noch viel viel mehr war da so ... so ... was Unaussprechliches, das blieb und für immer bleiben wird. Etwas, wofür es zwar keine Worte, dafür aber umso mehr Gefühle gibt.
Deshalb möchte ich jetzt auch nicht mehr viele Worte darum herum machen.
Ich möchte ein wenig still sein und an ihn denken.
Und dankbar sein für sein letztes, so grosses Geschenk.

GUTE REISE ... MÖGEN ENGEL SIE BEGLEITEN

Mittwoch, 25. Januar 2012

ÜBERLEBENSKÜNSTLERIN

Elfriede heisst sie. Und ist Teil "meiner" Garage.
Über ihr Alter wagen wir nur hinter vorgehaltener Hand und leise flüsternd zu spekulieren. Aber alt ist sie, soviel ist uns klar. Was Elfriede schon alles durchgemacht hat ... unglaublich!
Sie war schon lange da bevor ich kam.

Elfriede ging schon durch so viele Dürren in ihrem Leben. Oft genug stand ihr dann aber das Wasser nicht nur sinnbildlich bis zum Hals - und wir Alle hätten keinen Deut mehr darum gegeben, dass sie es überlebt. Einmal ... ja, ich erinnere mich genau (und werde es später noch erläutern) ... ist Elfriede wortwörtlich und tatsächlich aus den Latschen gekippt. Derart dehydriert war sie.
Und ich musste die Schuld damals auf mich nehmen - die Nahtod-Erfahrung von Elfriede ist einzig und alleine passiert, weil ich für ihr Wohlergehen verantwortlich zeichne. Und dies nicht getan hatte.

Ich gestehe zu meiner Schande, dass ich Elfriede oft vernachlässige - und das tut mir wirklich und aufrichtig leid. Das meine ich genau so wie ich es hier schreibe. Es tut mir leid Elfriede - das musst Du mir glauben!
Ich mag Elfriede nämlich gerne, sehr gerne sogar.
Denn eigentlich ist Elfriede uns Allen ein Musterbeispiel wie Leben funktioniert. Elfriede lässt sich nicht unterkriegen, geschehe was wolle. Sie nimmt es mir nicht mal übel, dass ich sie öfter mal darben lasse, mit stoischer Gelassenheit wartet sie einfach, bis ich ihr irgendwann meine Aufmerksamkeit schenke ... Elfriede ist cool. Eine Überlebenskünstlerin. 1'000 mal schon totgeglaubt, immer wieder auferstanden.
Ein blühendes Vorbild!

Obschon ... sie ist jetzt nicht unbedingt der Inbegriff von Attraktivität. Ihr Erscheinungsbild erinnert eher an das Outfit eines gerupften, ausgemergelten, vertrockneten, alten, schrumpeligen Huhnes.
Nein. Noch schlimmer.
Nicht wirklich herzeigbar.
Und doch ist sie - gut sichtbar - Mittelpunkt meines Büros.

Elfriede ist meine Büropflanze. Meine oft vernachlässigte Büropflanze. Kriegt manchmal tagelang nix zu Trinken - um dann schwallgewässert zu werden. Wasser bis es zum Topf rausläuft und Elfriede tagelang klitschnasse Füsse hat.
Oft, so oft, habe ich schon gemeint, Elfriedes Tod beweinen zu müssen. Habe gemeint, sie hätte ihren anstrengenden Job bei mir aufgegeben. Hätte fristlos gekündigt ... infolge Vernachlässigung. Aber nein! Sie hält zu mir, sie bleibt bei mir.

Damit ihr wisst, wovon ich spreche ...

... DAS IST ELFRIEDE!

Ein Ausbund an Zähigkeit!

Sie ist eine typische "NEVER-GIVE-UP"

Einmal war grad absolute Dürre bei Elfriede angesagt. Tagelang nix mit Wasser.
Ich war mit einem Kunden am Telefon ... als Elfriede ohnmächtig wurde, nach vorne aus ihrer Schale kippte, mir vorwurfsvoll mitten vor die Füsse. Braun-strohig-struppig. Ausgemergelt. Ein non-verbaler Aufschrei!
Ich habe dem Herrn XY nie so richtig verständlich erklären können, warum ich plötzlich nur noch am glucksen, kichern, lachen und quietschen war. Er hätte es eh nicht verstanden.
Das war eine Sache zwischen mir und Elfriede. Ihr versteht das jetzt sicher.

Ich hab Elfriede damals einfach wieder in ihre Schale zurück gestellt, ihren ausgetrockneten, krümeligen Erdballen mit 1 ltr. Wasser zugeschüttet und sie am Abend ins Nachtgebet eingeschlossen.

Elfriede ist wieder auferstanden und lebt mal munterer, mehr mal weniger munter, vor sich hin.
Und ist mir täglich Vorbild nie aufzugeben.
Wir sind ein Team.

ES LEBE ELFRIEDE!

Dienstag, 24. Januar 2012

AUCH DER LÄNGSTE WEG ...

... beginnt mit einem Schritt.
Das Geheimnis der kleinen Schritte ist gleichzeitig der Erfolg der kleinen Schritte.

Doch bevor ich euch davon berichte, freut es mich riiiiesig, heute schon wieder einen neuen Stern begrüssen zu dürfen! HALLO Elke von GEISTIGE_SCHRITTE! So schön, hast Du auch mit diesem Blog Dich in meinem Geschichtenhimmel eingefunden. Fühl Dich wohl in all meinen vielen Geschichten! Ich freue mich über Dich!

Seit dem grossen Seelen-Schiffsbruch vor gut 2 Wochen, dem anschliessenden (sehr wirkungsvollen und wegweisenden) Frontalcrash mit Kater's Doc, sind ja nicht wirklich viele Tage vergangen - und doch sind es Meilen zwischen dem Damals und dem Heute.
Nein, Arbeit hat er nach wie vor keine. Und ja, das bedrückt ihn sehr, damit hadert er enorm - und in dieser Hinsicht MUSS bald was passieren.

Aber das, was mir und ihm Mut macht, ist ... dass die Voraussetzungen dazu ja erstmal auch gegeben sein müssen. Und die waren bis vor Kurzem in keiner Art und Weise gegeben. Da war nur noch schwarz. Dunkles, hoffnungsloses, dumpfes, schwarzes, müdes, totes Schwarz. Es gab im wahrsten Sinne des Wortes nix mehr zum Lachen.
Das ist nun anders. Wird täglich besser.

Heute weiss ich - nein, noch viel mehr - heute habe ich den Beweis, dass all die Medikamente und die Art wie man meinte ihm helfen zu können, wirklich das genau Gegenteil dessen waren, was er braucht. Eindrücklich war für mich vor wenigen Wochen sein Satz: "Ich hab zwar so etwas wie Boden untern den Füssen - aber ich habe keinen Himmel mehr".
Wie grausam ist das denn? In einem Gefühls-Einheitsbrei einbetoniert zu sein? Zwar die Schmerzen der Seele nicht wirklich zu spüren - aber der Preis dafür war: Auch keine guten Gefühle wahr nehmen zu können, keine Freude, kein Glück empfinden zu können. Dieser Preis ist definitiv zu hoch!
Wie will man denn Probleme angehen? In diesem Dauerzustand von lähmender Apathie ist das ein Ding der Unmöglichkeit. Wie bitte lässt sich gegen graue, kalte Nebel ankämpfen, so ganz ohne Kraft? Und das Schlimme ist: man realisiert die grauen, kalten Nebel zwar - aber sie stören nicht wirklich. Sie gehen konturenlos in den grauen, kalten Tag über. Egal, ob die Sonne scheint.

Mit jedem Tag ohne Medikamente, dafür mit Aktivitäten, Menschen und regem Leben geht es besser. Es ist zugegebenermassen anstrengend und bedarf grossem Engagement - alles andere als easy going. Aber es geht vorwärts, mit kleinen Schritten.
Stellt euch vor, ich habe den Kater (natürlich mit seiner Einwilligung) in einem Kalligraphiekurs angemeldet. Hab ihm vorläufig 10 Lektionen Schönschrift geschenkt. Noch gestern Nachmittag war es skeptisch ... "ob mir das wohl gefällt?" ... "und wie wohl die Leute da sind?" ... "vielleicht bin ich ja zu doof dazu?". Bis vor 2 Wochen hätte er sich auf dieses Abenteuer gar nicht eingelassen. "Kann ich eh nicht!" hätte er gesagt. "Will gar keine neuen Menschen kennenlernen!" wäre sein Einwand gewesen. "Zu müde - und jetzt will ich nicht mehr darüber reden", so hätte es geendet ohne je begonnen zu haben.

Gestern ging er dann los. Ich hab ihm viel Spass und gutes Gelingen gewünscht - und sah ihn erst um 22.00h wieder. Total entspannt, freudig aufgeregt, stolz.
Der hat das nämlich drauf! Nicht nur, dass die Menschen da anscheinend ihn überaus herzlich empfangen haben, seine ersten Schritte auf dem grossen Spielplatz der Kalligraphie ein Erfolg waren - die Sache an und für sich hat ihm mega gefallen. Locker und doch konzentriert, voll dabei und doch mit Leichtigkeit. Das anschliessende Zusammensitzen und miteinander Tee trinken, das eben Erlebte besprechend ... es hat ihm so gut gefallen. Und hat ihm so gut getan!
So habe ich ihn Monate nicht mehr erlebt. Nicht so.

Und heute Abend trifft er einen Freund. Sie kochen zusammen was, werden gute Stunden erleben. Er freut sich darauf.

Ihr seht mich überaus glücklich über diese Entwicklung - und auch baff. Erwartet habe ich, dass diese Kehrtwendung um 180° Grad wohl eine Veränderung (in der Hoffnung auf eine positive Veränderung) hervor ruft, dass diese graue, beängstigende, alles zudeckende, anästhesierende Nebelwolke sich so vehement lichtet und es ohne Medis so unglaublich viel besser geht - dies übersteigt meine kühnsten Erwartungen um das Vielfache.
Dies nun so zu erleben schenkt mir Kraft, zu sehen: er kann ... er muss nur auch wollen ... und die Möglichkeiten dazu haben. Ich bin zufrieden, sehr sehr zufrieden.

Bitte nicht falsch verstehen. Es gibt durchaus Situationen, in denen Medis gerechtfertigt sind. Sein müssen. Ich habe das ja selber erlebt - damals, als ich das ganze Ausmass von des Katers Leben (bzw. Schattenleben / Burn-Out durch Depression / ADHS und den daraus resultierenden Süchten) vor die Füsse geknallt bekam. Das war ein Riesenschock, als plötzlich die Fassade weg war - eine Fassade, von der selbst er gemeint hatte, sie voll im Griff zu haben und damit umgehen zu können - mittels Verstecken seines wahren Ich's).
Das war für mich als Mensch damals auch viel zu viel und ohne ein paar Tage Häppy-Pills (die schenken rosa Flügelchen, Denk-Glitzer-Sternchen und lassen einem fühlen, dass man nichts fühlt - eben auch nichts Belastendes) wäre ich vielleicht daran zerbrochen. So kriegte meine Seele die Möglichkeit langsam, langsam zu erfassen, dass das Leben aus den Fugen geraten war. Und die Möglichkeit, es langsam, langsam anzugehen. 1 Woche Volldröhnung und 1 weiter Woche Halbdröhnung - und dann war gut. Dem folgte Arbeit, harte Arbeit - die andauert. Aber nun Früchte trägt.
Ich kann heute gut verstehen, warum es so viele Süchtige gibt. Mir persönlichen haben diese Medis Angst gemacht und ich hab das "Potential" in ihnen wohl bemerkt - sowohl das gute, wie vor allem aber auch das negative. Ich kann bloss sagen: AUFPASSEN!
Wer sich dem ergibt, der wird nicht mehr zu sich selber finden.

Der Kater ist auf dem Weg. Begleitet von guten Menschen. Und jetzt, jetzt nähert er sich täglich sich selber. Und es macht ihm Spass. Es gibt noch viel zu tun. Und es wird Rückschläge geben. Das ist egal - wenn einem Rückschritt zwei kleine Schritte nach Vorne folgen, dann ist das unter dem Strich ein Erfolg. Und man kommt voran.

Eines habe ich gelernt: Den Blick gilt es auf das nächste, erreichbare Ziel zu richten. Nicht auf das was war. Aber mit der Erfahrung aus dem was war.
Ich glaube wirklich, dass sich so und nicht anders (in unserem Falle) das Leben lebenswert einrichten lässt. Und das es gut wird. Ich weiss noch nicht wann, wie genau auch noch nicht - aber ich habe in mir tief drin dieses Bewusstsein: Alles wird gut.
Das sind keine Schönwettersprüche. Daran glaube ich wirklich.

GANZ EHRLICH 
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