Sonntag, 19. Juni 2011

CHICKEN RUN

Also eigentlich heisst es: Schweizer Frauenlauf Bern.
Wir BernerInnen unter uns sagen liebenvoll CHICKEN-RUN. Nicht böse gemeint, nicht ketzerisch - mit einem anerkennenden Lächeln. Jährlich rennen viele viele tausend Frauen durch Berns Gassen. Nicht für den grossen Sieg, den pompösen Pokal, die tolle Medaille, den Gewinn.
Nö - just for fun. Viel viel fun!

Sehr anerkennenswert! Alles rennt - vom kleinen Mädchen bis zur alten Oma. Man bestaunt dann das mehr oder weniger sportive Weib spazierend, marschierend, walkend, joggend, rennend und sprintend. Jede wie sie kann, jede wie sie will, jede wie sie Spass dran hat. Und am Spass scheint es wahrlich nicht zu mangeln. Am Ziel sieht man  in rote, verschwitzte, teilweise müde ... aber total entspannte, zufriedene, fröhlich und stolze Gesichter.
Das hat sichtbar nichts mit zielgerichtetem "sich in Szene setzen" zu tun, sondern ganz klar mit Freude an der Sache.

Meine innere Schweinehündin hat sich auch dieses Jahr wieder quergestellt. Hat die Ohren nach hinten gelegt, hat geknurrt und die dritten Zähne gefletscht. Ich weiss ... so wird das nie was. In einem Jahr hat meine innere Schweinehündin wieder die Gelegenheit zum Sprint.
Wir werden sehen.

Aber wer nicht mitrennt, der kann doch wenigstens die wackeren Teilnehmerinnen anfeuern. Die, deren innere Schweinehündinnen sich nicht querstellen, sondern losrennen. Und weil ich wusste, dass eine liebe Freundin - sie habe ich letztes Jahr auf Rhodos kennengelernt - ihre Oberschenkelmuskulatur bis zum Brennen fordert, stand ich ihr zumindest gedanklich wacker bei. Immerhin.
Sie ist tapfer, kann sich durchbeissen und rennt Spitzenzeiten - als ehemalige Läuferin für sie kein Muss, sondern ein reines Bedürfnis. Bei mir perlten die Schweisstropfen auf der Stirne, alleine schon nur, als sie vor mir durchhetzte. Die rennt schneller als ich schauen kann!
Ich war anschliessend fix und alle. Klar! Diese schnellen Kopfbewegungen immer ...

Es war mir nach dieser Wahnsinnsanstrengung  ein grosses Bedürfnis, mich irgendwo in ein lauschiges Kaffee zu setzen, kühles Mineralwasser mit viel Zitrone zu geniessen und mich zu erholen. Der Kater hat sich diesem Vorhaben nur zu gerne angeschlossen und Yolanda - die Spitzensportlerin - stakste später irgendwie ungelenk in unsere Richtung, stöhnte beim sich setzen und erzählte irgendwas von sauren Muskeln.
Ich werde sie morgen nochmals fragen müssen, wie es ihr denn geht.

Wir plauderten den ganzen Nachmittag, hatten viel Freude uns wieder mal zu sehen und schwärmten schon von den Ferien im September ... auch sie wird in Rhodos wieder an Board sein!
Nicht nur unsere Stimmung war prima - auch das Ambiente, die Menschen um uns rum, das ganze Fest.

Fröhliches Fest vor dem Bundeshaus

Das Wetter hat mitgespielt und Bern in Szene gesetzt

Feiern!

Jetzt sind wir grad nach Hause gekommen - und schnell schnell hab ich den Blog geschrieben. Jetzt gibt es was zu Futtern. Und dann ab ins Bett! Ich bin müde.
War aber auch ein anstrengender Tag ... versteht ja Jede/r ...

... FRAUENLAUF EBEN!

Kommentare:

alice hat gesagt…

Ich komm schon ausser Atem nur vom Lesen :-)

Aber wenn du deine innere Schweinehhündin mal besiegst und sie sich nicht querstellt, ja...dann will ich das wissen, dann werd ich aber ganz sicher nach Bern reisen und dich anfeuern....."schwör"

Tolle Bilder hast du gemacht, und erst noch gefilmt..Kompliment.

Schönen Abend noch und ♥♥liche Grüessli
Alice

Frierefritz hat gesagt…

Also, ich hätte auch deine Variante vorgezogen, schäm.
LG Ute

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