Samstag, 10. April 2010

WENN TRÄUME TRAUER TRAGEN

Meine lieben Leserinnen und Leser

Ich möchte heute einen sehr persönlichen Beitrag schreiben, noch persönlicher als sonst. Aus einer tiefen Betroffenheit heraus.
Meine beste, die allerbeste Freundin die ich habe - nennen wir sie Carola - sie hat gestern eigentlich alles verloren. Alles, was ihr lieb und teuer war. Den Mann, den allerbesten Freund, ihren Weggefährten und Traumprinzen. Die ganz grosse Liebe.

Sie hat ihre Träume verloren, das Lachen, das Vertrauen in Menschen - Vertrauen in das Leben. Und vor allem den Glauben an die Liebe. An die Treue, an tiefe Verbundenheit, an Ehrlichkeit.
Ich denke, es ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Mehr geht nicht.

Als sie mich gestern anrief, da konnte ich erst minutenlang keinen Ton verstehen. Es war so viel mehr als nur Weinen, es waren Schmerzenslaute, pure, abgrundtiefe Verzweiflung. Unsagbare Enttäuschung und das Ende von einem Traum. Ich liess alles stehe und liegen, eilte zu ihr. Streichelte ganz leicht ihren Arm, hielt ihre Hand und hörte einfach nur zu.
Rat konnte ich keinen geben - aber bei ihr sein.

Was ich hörte, kann ich selber nicht begreifen. Ohne ins Detail gehen zu wollen - sie ist ein Mensch wie ich, voller Träume, Phantasie und Vertrauen. Sie glaubt an das Gute, sie schenkt Vertrauen, viel Wärme und Liebe. Ich empfinde sie als lebenserfahren, klug und liebenswert.
Wenn sie liebt, dann liebt sie ganz und gar, mit allem was sie hat, was sie ist.

Ihre Vorzüge, das was die Menschen um sie herum von ihr geschenkt kriegen, sich nehmen dürfen - sind gleichzeitig auch ihre ganz persönlichen Nachteile. Ihr Mann hat sie letzte Woche "naiv" genannt. Naiv in dem Sinne, dass man sich ihr Vertrauen nicht erkämpfen muss - sie gibt Vorschuss, jeder Mensch kriegt bei ihr Kredit - im übertragenen Sinne. Sie ist ehrlich und geht davon aus, dass zumindest ihre Herzmenschen dass zu ihr auch sind.
Ich denke, er wusste genau, was er da zu ihr gesagt hat. Wäre sie nicht so naiv gewesen, hätte sie die Zeichen der Zeit früher erkannt. Bemerkt, dass sie angelogen, hintergangen, betrogen wird.
Und nicht erst jetzt.
Das Schlimme daran ist, dass ihr das nicht zum ersten Mal passiert. Ich kann verstehen, wenn sie sagt, dass sie schlafen und nie mehr aufwachen möchte. Sie war angefüllt mit Lebenmut, purer Lebensfreude - da ist jetzt nur noch gähnende Leere. Ausgefüllt mit Schmerz. Schmerzen im Herz, in der Seele, in den Gefühlen.

Viel hat sie gestern Abend nicht reden können, aber soviel, dass ihr Herz zerfetzt ist, die blutigen Überreste verteilt in ihr sind. Sie. Gerade sie. Ich glaube nicht, dass dies ein Mensch überhaupt erleben sollte - sie schon gar nicht.
Alles gegeben und alles verloren. Sie ist untröstlich und ich finde kein Mittel, keine Worte, keine Gesten, keine Erklärungen all das zu lindern.
Vor allem: ich kann ihr keine Hoffnungen mehr machen.

Nebst mir kümmern sich noch andere Freunde - alle sind wir ratlos. Auch wir hätten dies nicht erwartet, dass es so kommt. Ich schon gar nicht, ich kenne den Mann gut. Oder meinte es zumindest. Ich fühle mich extremst hilflos ihr gegenüber.
Will, werde und muss die nächsten Tage ganz für sie da sein.
Entschuldigt wenn ich hier auf mich warten lasse. Aber ich denke, ihr versteht.

Kürzlich habe ich hier geschrieben, dass es Dinge gibt, die viel mehr weh tun als Schmerzen.
Dann, wenn Träume Trauer tragen.
Und der Himmel dunkel wird, man keine Ahnung hat, wann wieder ein Sonnentag beginnt.

BIS DIE TAGE

Kommentare:

Angelina de Satura hat gesagt…

Für sie da zu sein ist die einzige Hilfe, die du ihr geben kannst.
Nur die Zeit kann ihren Schmerz lindern.
Liebe Grüße

Sternenzaubers Geschichtenhimmel hat gesagt…

Danke.

Mit lieben Grüssen

Sternenzauber

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