Dienstag, 22. Mai 2012

VON FREUNDSCHAFT UND VON ME(H)ER


Ein denkwürdiger Tag.
Ein wunderbarer Tag.
Sowas erleben zu dürfen …

… es begann vor einigen Wochen mit den Worten einer Freundin: „Oh – ihr fliegt nach Rhodos!“. Ihr Blick sehnsüchtig, ihre Stimme leise, ihre Augen funkelnd … „da möchte ich so gerne wieder hin. Auf Rhodos haben ich und mein Mann unsere wohl schönsten Wochen erlebt. Ob unsere Freunde auf Rhodos sich wohl noch genau so erinnern wie wir …? So viele Jahre her … und die Erinnerungen nie verblasst. Im Gegenteil. Rhodos werde ich nie nie im Leben vergessen.“

Ihr müsst wissen, meine Freundin ist eine mehr als patente Frau … sie zeichnet wundervollste Bilder mit dem Mund, hat auf jede Frage eine Antwort und lebt ihr Leben derart bewusst und gerne  … manch einem Menschen täte eine Scheibe ihrer Energien, ihrer Lebenslust und Freude gut!
Ihr Mann war im Rollstuhl und sehr auf Hilfe in jeder Hinsicht angewiesen. Das hat sie geschafft. Trotz eigener körperlicher Beeinträchtigungen.
Und ihre Urlaube auf Rhodos waren wohl – wenn ich ihre Geschichten zuhöre – ganz ganz ganz besondere Urlaube. Nicht „nur“, weil auf Rhodos zu sein bedeutet, ein Stück vom Glück für sich gepachtet zu haben … nein, auf Rhodos fanden sie Freunde. Freunde, mit denen man nicht über Freundschaft sprach. Man lebte sie. Fühlte sie.
Dieses unsichtbare Band, welches niemals zerreisst.
Das war damals.

Leider gab es seit Jahren keine Urlaube auf Rhodos mehr, die Krankheit ihres Mannes liess es nicht mehr zu. Und so ganz spontan kann auch sie nicht reisen, da braucht es eine Begleitperson.
Was aber nicht heisst, dass ihre Gedanken nie auf Rhodos waren. Insbesondere bei ihren Freunden.
Und wann immer das Wort RHODOS fiel, sauste ihr Herz in Sekundenschnelle die fast 2‘500km von Thun nach Rhodos.
Ihr Blick voller Sehnsucht. Ihre Stimme leise. Ihre Augen funkelnd.

Da kam mir die Idee: der Kater und ich suchen die Freunde von damals. Wir hatten die Namen, wir hatten den Ort, wir hatten einen Plan. Und „bewaffnet“ mit einem Brief und alten Fotos machten wir uns heute auf den Weg nach Theologos.
Mein Herz war voller bunter Schmetterlinge … so eine Mission hatte ich noch nie gestartet. Und ich befand es als wundersam. Sollte DAS klappen und wir finden die Freunde von damals – dann findet sich eine gute Vergangenheit mit dem heutigen Tag in der Gegenwart wieder … ein Versprechen für die Zukunft!
Alles war möglich. Vielleicht finden wir ja Keinen. Vielleicht erinnert sich niemand.
Vielleicht aber doch. Und DAS war meine Chance, meine Hoffnung.

Und siehe da – nach einigem Suchen hatten wir zumindest das Restaurant gefunden. Und eine Stunde später stand ein Mann bei uns am Tisch … ja, das müsste er sein. Der Eine der Brüder. Ich stand auf, stellte mich vor und erklärte ihm, ich sei aus der Schweiz … und noch bevor ich überhaupt zu mehr kam, kullerten bei dem fremden Mann die ersten Tränen. „Therese … Jules?“ Ja. Therese. Ja. Jules.
Der Mann griff sich ans Herz, umarmte mich, küsste mich links und rechts auf die Wange – und dann erzählten wir einander. Nein, nie nie hätte er die Beiden vergessen. Sein Bruder auch nicht. Grade letzten Samstag hätte er an sie gedacht (es war der Tag, an dem wir mit dieser Mission und einem Brief im Gepäck landeten“. Jedesmal wenn einen Mensch im Rollstuhl sehe, gehe er hin frage, ob sie aus der Schweiz wärenund Therese und Jules kennen würden.
Und jetzt … jetzt hätte er seine Freunde wieder gefunden. Er zeigte auf seine Arme, die über und über mit Gänsehaut bezogen waren. Dieses Gesicht hättet ihr sehen sollen – da wären reine Emotionen. Dieser Mann zeigte auf wunderbarste Art seine Gefühle und konnte dieses Glück gar nicht begreifen. Er war überwältigt.
Er holte Geschenke „… bitte mitnehmen, für Therese“. Und lud uns ein, seine Gäste zu sein. Er weinte, als es von Jules Tod hörte. Und er sagte, es sei einer seiner grössten Wünsche, zumindest nun Therese wieder zu sehen.

Wir waren alle 3 derart berührt von dieser Begegnung. Dem Kater und mit standen die Tränen genau so in den Augen wie dem Freund von damals.

Ich kann leider für einmal nicht wirklich in Worte fassen, was heute passiert ist. Ich weiss nur, dass es ein Wunder war. Ein wundervolles Wunder.
Selten hat mir etwas derartig tiefen Eindruck hinterlassen.

Der Kater und ich suchten danach die Stille am Meer um das Erlebte verarbeiten zu können.
Wir brauchten Ruhe und Einsamkeit dafür. Diese Gefühle breiteten sich so sehr in uns aus. Dieses Wunder der Freundschaft. Und wie Zeiten verschmelzen. Diese Eindrücke, dass zwischen all den vielen Jahren stiller Freundschaft sich kein einziges Fitzelchen Vergessen geschlichen hatte. Zu spüren, zu was für Gutem Menschen fähig sind … nämlich einander in den Herzen zu beschützen, zu halten, zu pflegen. Auch ohne Worte und Nachrichten.

Das Meer, sein Duft , sein Bild … es nahm uns in die Arme, hielt uns sanft und beschützend.
Danke dafür. 
Und danke, dass wir dies heute erleben durften.







WAS FÜR EIN EINZIGARTIG SCHÖNER TAG …!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

DANKE!DANKE!DANKE!

Manu hat gesagt…

Was für ein wunderschönes Posting! Ich hatte gerade auch einen Klos im Hals. Einfach wunderbar.

LG

Rosenperle hat gesagt…

Du bist wirklich einmalig! Im Gegensatz zu vielen anderen, redest du nicht nur - sondern handelst! Klasse!Ich denke, du hast mindestems vier Menschen sehr glücklich gemacht.

Einen zauberhaften Urlaub wünsche ich dir und deinem Kater. Genießt die Zeit, erholt euch gut und lasst alle Bazillen dort....
Liebe Grüße
Gabriele

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Traumhaft schön, unglaublich was Ihr heute gemacht habt.
Ihr seid echt toll, ich wünsch Euch noch viele schöne Stunden auf Eurer Trauminsel
Elisabeth

alice hat gesagt…

ich habe jetzt Rotz und Wasser geheult.
Ja Rosenperle hat es gesagt, du redest nicht, du handelst. Und was ihr zwei da in Rhodos gemacht habt, das ist einfach unbeschreiblich! Ich freue mich für euch, dass eure Hilfsbereitschaft Früchte getragen hat, und ich freue mich sehr für Therry, dass ihr zwei ihr eine so wunderbare Freude machen konntet! Auch dem Freund auf Rhodos. Ach ihr seid einfach wunderbar. Ich wünschte mir, falls ich je mal in eine gewisse Sitation komme, dass sich auch so liebe Menschen für mich einsetzen werden.

Danke, dass ihr das für Therry gemacht habt! Danke dass ihr so wunderbare Menschen seid! und wir euch kennen lernen durften.

♥♥♥Grüessli, Alice

Anonym hat gesagt…

ups, jetzt bin ich geoutet.... aber dieses erlebniss ist so von herzen beschrieben dass es mir nichts ausmacht.
ich stehe dazu, ich stehe auch dazu dass ich beim lesen wirklich tränen hatte die runter kullerten. das herz pochte und die freuede war so unbeschreiblich....
nun habe ich eine aufgabe: ich muss und will versuchen nach rhodos zu fliegen... alleine geht es leider nicht... aber wer weiss... ich gebe meinen traum nicht auf!!! danke fränzi, danke jörg... ihr seit echt der hammer von freunden.
tausend mümü's und der rest dann später mündlich....
eure heulsuse (grins) therry

alice hat gesagt…

Therry, du bist doch keine Heulsuse! Man darf Tränen vergiessen, wenn man gerührt ist.
Was muss ich denn sagen? Ich habe ja auch geweint, als ich das alles las. Mein Mann kam ins Zimmer und fragte mich, was los sei....so habe ich es ihm erzählt, und er konnte begreifen, warum ich geweint hatte.
Therry, ich hoffe, und wnsche es für dich, dass du bald nach Rhodos fiegen kannst. Ich drück dir ganz feste die Daumen!♥♥♥

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