Samstag, 19. Juni 2010

NICHT EINSCHLAFEN LEUTE!

Zug fahren.
Ich tue es fast jeden Tag. Mit abwechselnder Begeisterung.

Einerseits eine wunderbare Sache: Einsteigen. Zurücklehnen. Ausspannen. Je nach Lust und Laune lesen, Musik hören, sich mit dem freundlichen Sitznachbar entspannt unterhalten, Gegend anschauen, Augen zumachen, arbeiten - was auch immer.
Andererseits eine manchmal nervige Sache: Zu wenig Plätze im Feierabendverkehr, duschresisitente VorSichHinStinker und DeoAbstinenzler, Klassenausflug der Unterstufe - schlimmer noch der Oberstufe, HandyDauerTelefonierer, Klo kaputt, Ausfall der Klimaanlage im Hochsommer.

Und manchmal trifft man auf ganz Menschen, die in all dem Trubel ihre Äugelein einfach mal schliessen, ins Nirwana abdriften und munter drauf los schlafen.
Auf so einen Kumpanen traf ich gestern. Legt euch jetzt relaxed zurück und lasst euch von der Sternenzauber-Tante berichten:

Da war doch dieser Extrazug gestern, 10 Minuten Zeitgewinn für mich! Toll! Nicht allzu viele Menschen ... die kommen ja erst in 10 Minuten, was so viel heisst wie: Sitzplatz-Garantie! Also nix los, rein ins Abteil und Platz am Fenster gesichert - und erst noch Fahrtrichtung, dann wird mir nicht übel.
Wer weiss, vielleicht sehe ich ja auch mal wieder ein Reh am Waldrand stehen, oder Füchslein übers Felde jagen. Zumindest und auf jeden Fall Amseln. Oder Spatzen. Komme rechtzeitig zum Frisör und werde zeitgerecht auf Bella Donna getrimmt. Schätzu wird staunen.
Der Abend hatte also richtig gut begonnen.

Ein jüngerer Mann, so um die 30 fragt mich, ob der Platz mir gegenüber noch frei ist. Ich nicke, er setzt sich. Wir begutachten uns kurz um abzuchecken ob ein Gespräch gewünscht wird.
ICH: *Lächel* - was Redebereitschaft signalisiert.
ER: *GÄHN* - das war deutlich!


Habe ihn mir dann auch etwas genauer begutachtet, der Arme sah wirklich und wahrhaftig aus, als hätte ihn eine Kuh erst gründlich durchgekaut, dann durch sämtliche ihrer 7 Mägen schon mal vorverdaut - und ihn dann angeekelt ausgespuckt ... nein, ausgewürgt haben muss. Anschliessend wankte der Mann wohl tagelang alleine und verlassen durch Regen und Match, hungrig, durstig. Am Ende seiner Kräfte.

Meine eben getätigten Beobachtungen wurden dann auch sofort in zumindest 3 Punkten bestätigt: er ass hastig ein Sandwich (ergo hungrig), trank gierig eine Apfelschorle (ergo durstig). Anschliessend gähnte er (ergo müde), schloss die Augen und lehnte sich im Sitz zurück. Nach wenigen Minuten sackte sein Kopf nach hinten in den Nacken, Mann öffnete seinen Mund meilenweit und pennte den Schlaf des Gerechten.
Echt ... der Mund war dermassen aufgerissen ... ich sah sein Gaumensegel im Atemwinde flattern, das Halszäpfchen hüpfte fröhlich in der Gegend rum, die Mandeln waren noch vollzählig und ich meine sogar gesehen zu haben, dass sein Blinddarm eine leichte Entzündung aufweist. Dies sollte er aus meiner Sicht abklären lassen. Dringend.
Auf Höhe Münsingen, also auf halbem Wege, war der Mann dann in Ontario angekommen und sägte da den gesamten Baumbestand rücksichtslos nieder. Dermassen, dass ich nahe dran war, mit Greenpeace Kontakt aufzunehmen. Leute, es nahm Töne ... Formen an ...!

Und noch bevor ich irgendwie in diese Richtung etwas unternehmen konnte, röchelte mein Gegenüber beängstigend, ruckte kurz aber heftig im Sessel, öffnete für eine Zehntelsekunde die Augen. Ich lächelte. Er schloss die Augen gleich wieder. Sein Kopf pendelte wie losgelöst auf den Schultern, um dann 20 Sekunden später nach vorne runter, auf seine Brust, zu knallen. Ich machte mir in diesem Moment echt Sorge, ob es ihm bei dieser groben Aktion nicht etwa den Atlas (oberster Wirbel, wird auch "Nicker" genannt) rausgehauen hatte! Nun ja, so schlimm kann es nicht gewesen sein, er pennte nämlich fröhlich weiter. Allerdings schien jetzt sein Gaumensegel gequetscht und die Bäume in Ontario wesentlich stabiler - oder bei der Kettensäge besagten Mannes muss irgendein Motorendefekt eingetreten sein - es tönte quietschig, sehr gepresst und irgendwie unnatürlich.
Das lag vielleicht am Wetter ... in Ontario wird nämlich ein unsäglicher Sturm aufgekommen sein, es muss so sein - seine Lippen zitterten flatterten jetzt nämlich bei jeden Atemzug wie Espenlaub.

Ein Anblick für Götter! Und Göttinnen!
Und ich dankte in diesem Moment Gott innerlich auf den Knien, dass ich nienienie im Zug schlafe! Lehnte mich bei diesem Gedanken selbstzufrieden in die Polster zurück. Und lächelte.

Irgendwie wirkte das ganze Szenario auf mich doch sehr einschläfernd. Sein regelmässiger Atem, das Lippengeflattere, verbunden mit den balzartigen Schnatterlauten und dem eindrücklichen Blasebalg-Backenblähen ähnlich dem des auffälligen Fregattvogels.


Die enorme Ruhe welche der Mann dennoch ausstrahlte ... sie griff über. Auf mich.
Nur einen kleinen Moment die Augen schliessen - in 5 Minuten muss ich ja dann eh Aussteigen. Dachte ich so bei mir.
An diesen letzten Gedanken erinnere ich mich noch.
Dann an nix mehr.

Erst wieder, als der vis-à-vis-Mann mich an der Schulter leicht schüttelte: "Halllloooo ... Siiieeeee ... wir sind in Thun ... Endstation ... sie sind wohl eingeschlafen". Sagte er und grinste dazu.
Den Sabberfaden im linken Mundwinkel wischte ich unauffällig weg. Lächelte ein wenig verlegen und ordnete mein sperrig Gefieder.

OB ER MICH BEOBACHTET HAT?

Freitag, 18. Juni 2010

AUSLAUFMODELL?

Nein, ich behandle heute nicht das Thema Reizblase. Meine kleine Welt dreht sich um ein wesentlich diffizileres Thema: Das Alter. Dieses Thema klammerte sich gestern förmlich an mich! Ringelte sich mir um die Beine, schlängelte sich bis nach oben und ultimo im Würgegriff mir um den Hals.
Mein Leben ratterte im Schnelldurchlauf mittig via meine angegrauten Zellen ins Bewusstsein.
Und das Alter fragte mich laut und deutlich:
Bin Du jetzt 48 Jahre jung?
Oder bist Du 48 Jahre alt?
Was bin ich?

Sohn Max hat es mir diese immens wichtige Frage wie folgt beantwortet: "Wenn man Dich nur hört, dann wirkst Du sehr jung. Und von hinten gesehen ... ähhh ... jung".
Dann kam diese überflüssige, blöde, lange Pause - und ich würde wohl immer noch in der Stille des Momentes auf die Fortsetzung seines Satzes warten, hätte ich mich nicht verschluckt und minutenlang gehustet.
"Dankeschön, Max - so genau wollte ich es ja gar nicht wissen!".


Während ich mir die Pro-Age-Handcrème, (welche übrigens auch gegen Altersflecken wirken soll und einen schlanken Fuss macht) sorgfältig einmassierte, liess ich mir den gestrigen Tag nochmals Revue passieren.
Hammerhart Leute, echt hammerhart durch welch Tiefen und abgrundtiefe Schluchten ich mich kämpfen musste! Angefangen hat es kurz nach 12.00h mitteleuropäischer Zeit. Da hatte ich mich nämlich in der Mittagspause gutgelaunt und nichts Böses ahnend in so einem neuen Blogverzeichnis eingetragen. Name, Adresse ... ihr wisst schon. Relevante Eckdaten nennt man das - obschon ich an mir in keiner Art und Weise auch nur irgendwas Eckiges entdecken kann. Bis auf die Denke, vielleicht - ab und zu.
Weiter im Text: Eckdaten ... Geburtsdatum. Erschreckend war für mich nicht die Tatsache, dass ich meinen Jubeltag mitsamt Jubeljahr benennen musste -1961 ist ein exklusiver Jahrgang - in höchstem Masse irritiert hat mich, dass ich so lange scrollen musste, bis ich  e n d l i c h  zu meinem Geburtsjahr gelangte!

Mein ICH braucht einen Push-Up!

Aber als wäre es nur dies gewesen! Beileibe nein!
Da tuckerte ich dann gestern Abend nach Feierabend gemütlich mit dem Tram Richtung Bahnhof. 2 Haltestellen.
Ja, ich weiss .... könnte ich auch zu Fuss gehen. Aber es geht bergauf! Zu meiner Ehrenrettung will ich aber anmerken, dass ich das sogar manchmal tue - z.B. bei Generalstreik, technischen Pannen und wenn die Schule in der Nähe Maibummel hat.
Letztes Jahr wurden übrigens die Geleise saniert und ich zuckelte per pedes 3 Monate hin und her. Huiii - was hatte ich da für stramme Waden! So richtige Sprinterdinger.
Zurück aber zum Casius Knaxus: Ich sass da also im Tram, an der Schulter baumelte meine Tasche, auf den Knien türmten sich die Couverts, im Herzen wuchsen Blümchen und die Seele schien mir sortiert. Ich war geschafft - der Tag war lang - aber in mir selber aufgeräumt und zufrieden. Sternenzaubermüde Äugelein linsten nach draussen und erblickten an Haltestelle Nr. 1 eine Frau so um die 60zig. Rassiger Kurzhaarschnitt (wie ich), frisch-bunte, schicke, modische Kleidung, (so wie ich?), relaxte Ausstrahlung (so wie ich!?). Die Dame hatte Mechès in diversen sehr farbigen Farben (so wie ich das manchmal auch hab - mich sieht man stirnfransig zuweilen in Pink oder Violett!!) - es passte zu ihr, ihrem ganzen Erscheinungsbild. Eine flotte Lady. Das könnte ja schier ich sein, in ein paar Jährchen ...

... dachte ich so bei mir und lächelte in froher Aussicht, als die 2 jungen Frauen neben mir in gackerndes Gelächter ausbrachen. Da ich prinzipiell überaus gerne mit lache, schaute ich rüber und wollte schon mein Ohr und die Mundwinkel in ihr Gespräch hängen ... als ich bemerkte, dass eben diese Beiden sich köstlichst über besagte Lady in Bunt amüsierten.
"Geht die an einen WM-Match? Ob sie wohl Jamaika-Fan ist? ... *KICHER*-*BRÜLL* ... nö, die haben nicht diese Farben - und Jamaika ist ja eh nicht dabei! *KICHER*-*BRÜLL*!"
Unterdessen stieg die Colour-Lady ein, setzte sich in die Nähe von uns, lächelte selbstbewusst in die Runde und machte auch jetzt auf mich einen durch und durch sympathischen Eindruck.
Die Gören neben mir: "Also wenn das meine Mam wäre - die würde ich in die nächste Nervenheilanstalt einweisen lassen! *KICHER*-*BRÜLL*!"


Meine Begeisterung hinsichtlich der vor mir liegenden Seniorenjahre, fiel augenblicklich und ruckartig von Höhe Lachfältchen Mund in die Kniekehlen-Kuhle, 3tes Untergeschoss, gleich unterhalb der Cellulitis.
Mein ICH kommt mit dem Push-Up jetzt nicht mehr aus! Ich brauche ein Ganzkörper-Stütz-Korsett! Und Stützstrümpfe - blickdichte, für das geschundene Selbstvertrauen!
Kontaktlinsen für den besseren Durchblick und Hornhaut auf den Ohren. Zudem gerne bitte noch vorne spitz, sehr spitz, zulaufende Gesundheitssandalen.

Darf frau als gestandene Frau eigentlich so in aller Öffentlichkeit den Vogel zeigen und eine lange Nase machen? Darf frau, oder? In speziellen Spezial-Ausnahmefällen schon, oder? Also ... ich war zumindest nah dran.
Da ich aber nicht mit dem Schnellzug durch die Kinderstube gerast bin, habe ich es gerade eben noch so vermeiden können.
Mein Abgang hat sich dann aber nicht sonderlich unspektakulärer und wie folgt gestaltet: Sternenzauber-Frau steht auf, macht der Farben-Lady das Daumen-nach-oben-Zeichen, inklusive Augenzwinkern und Anerkennungslächeln, wischt im Vorbeigang den zwei Grünschnäbeln mit den Worten "... Sie hatten da noch Eierschale ..." mit der Hand über die Schulter. Schnell aus dem Tram.
*BREITES GRINSEN MEINERSEITS*.

Später habe ich dies meiner Mutter erzählt ... sie ist ähnlich gestrickt wie ich und manchmal einfach unmöglich!
Ihr Lachen begleiteten die Worte: "Wann kommst Du endlich aus der Pubertät?!"

ICH? NIE!

Donnerstag, 17. Juni 2010

BIN IRGENDWIE ... TOTAL VERZÜCKT!

Meine lieben BlogleserInnen
Erstens kommt es anders - und zweitens als man denkt.
Bis gestern ging mir das Geschehen an der WM genau dort vorbei, wo ich normalerweise drauf sitze.
Und dann kam dieser Match - und mit ihm meine Begeisterung.
Lehnt euch zurück und lasst euch erzählen ....


WIR SIND BEKANNTLICH EIN KLEINES LAND ...

ALLES IST SCHÖN SAUBER ...

WIR SIND SOWAS VON FRIEDFERTIG ...

UND MAN MAG UNS GERNE.

WIR HABEN TOLLE KÄSEFONDUES ...

... UND HIER ZU LEBEN IST ECHT KUUL

FUSSBALLMÄSSIG - NA JA. ABER WIR GEBEN ALLES!
TROTZ VERLETZUNGSPECH.

ABER JETZT HABE ICH EUCH NACHRICHTEN AUS DER SCHWEIZ ...

... RICHTIG DOLL GUTE NACHRICHTEN!

WIR HABEN DIE FUSSBALLREVOLUTION GESCHAFFT!



NORMALERWEISE SPIELEN WIR NÄMLICH MEIST KÄSE!



ABER GESTERN, GESTERN HABEN WIR DEN SCHWEIZER FERRARI GESTARTET!

ALLE MEINTEN, WIR SEIEN HARMLOSE FUSSBALL-ENGEL, ICH AUCH ...

... DABEI KÖNNEN WIR AUCH GANZ ANDERS! HABE ICH GELERNT!

UND ICH KANN ES KAUM FASSEN!

DESHALB: SEIT GESTERN GIBT ES EINEN FAN MEHR!


OB WIR JETZT WELTMEISTER WERDEN?
:-)
HOPP SCHWIIIIZ!

Mittwoch, 16. Juni 2010

AM RANDE DES WAHNSINNS!

Leute, gestern war echt ein Wahnsinnstag - in jeder Hinsicht!
Lachen mit Schneeballsystem hat wunderbar gewirkt und kam tausendfach zurück.
Ihr seid toll, Kompliment!

Selbst unser Gärtner - ansonsten ein eher bärbeissiger Typ - schien das Lächeln gepachtet zu haben.
Ja, wir haben einen Gärtner, weil das Flachdach unseres Garagenbetriebes aus Rasen, Wildblumen und Sträuchern besteht. Alles muss regelmässig geschnitten, gepflegt werden. Und genau dafür kommt unser Mann mit dem grünen Daumen alle 4 Monate vorbei.
Heute war Radikalschnitt angesagt. Während ich im Büro meine Arbeit erledigte, turnte er auf dem Dach rum, schnitt und schnippelte - und das gekappte Grün rieselte auf Vorplatz, Nebenplatz und Hinterhof runter.
Meine Augen juckten ein wenig, "Hatschi" war angesagt - aber ansonsten ... no problem.
Dachte ich.

Und bevor weitere Schilderungen nun meine Fingerspitzen verlassen, muss ich euch das Folgende beichten:
Es gibt 3 Dinge in meinen Leben, welche ein absolutes NO-GO sind. Die gehen gar nicht - aber sowas von gar nicht! Da nehme ich Reissaus und komm erst wieder, wenn die Gefahr gebannt ist.
Hierbei handelt es sich um: Die Steuerrechnung, meinen Exmann ... und fast alles was mehr als 4 Beine hat.

Zurück zum Ort des Geschehens: Kurz nach dem Mittag, im Bürostuhl sitzend, die Ellbogen auf dem Tisch abgestützt und hingebungsvoll am Bleistift kauend - ich hatte gerade einen eher heiklen Kunden am anderen Ende der Telefonleitung - krabbelte doch völligst unverhofft eine Riiiiiesenspinne (und wenn ich sage Riesenspinne, dann meine ich Riesenspinne!!) über meinen Schreibtisch!


Der Mund war sofort weit offen, bloss der Schrei brauchte noch einen Moment, bis selbst er sich vom Schocke erholt hatte und meinem Halse entfloh.
Und dann schrie ich.
Ganz laut, durchdringend und grell. Ungefiltert ins Telefon, wo Herr XY mir gerade seine Reifenpanne erklärte.
Vuvuzelas sind das Eine - Sternenzauberschreie das Andere. Ich plärrte also dem Herrn XY meinen Schreck voll in die Ohrmuschel - Steigbügelchen, Hammer und Amboss müssen ein Tremolo auf sein bemitleidenswertes Trommelfell geknallt haben. Er ist zumindest dermassen erschrocken, dass er empört - aber auch lachend - wie folgt mein Geschreie kommentierte: "Sie! Sie Frau Sternenzauber! Sie müssen mir gar nicht wie eine stierige ***, ich probiere es mal gepflegt auszudrücken: ...ein stieriges, geflecktes, milchspendendes, auf der Weide lebendes, muhendes Nutztier einen Tinnitus schreien!"


Natürlich hatte ich mich längst vom Bürostuhl katapultiert, hüpfte japsend hinter dem Tresen rum, fuchtelte wild unkoordiniert in der Gegend rum, führte mich auf wie ein durchgeknallter Derwisch nach einem überdosierten Extasy-Flash - und zog somit sämtliche Blicke des überaus erstaunten Werkstattpersonals auf mich. Gefühlt vergingen Stunden, bis endlich Manuel den Ernst der Lage einzuschätzen vermochte. Es ging nämlich darum, der Garage die Sekretärin, die Klagemauer, die Buchhalterin, die Telefonistin, die Empfangsdame, die Krankenschwester, die Psychologin, die Kaffeemacherin, den Schiedsrichter, die Freundin, die Clowness und das Nummerngirl zu erhalten.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich das Zeitliche zu segnen bereit war.
Das täte ich nämlich lieber, als dass mich eine solch Riesenspinne mit geschätztem Augenabstand von ca. 50cm mit Stumpf und Stiel auffrisst!
Manuel joggte also noch gerade im letztmöglichen Augenblick zu mir ins Büro, liess das Getier auf eines dieser kleinen Post-It-Zettelchen krabbeln und trug es vorsichtig nach Draussen.

Unterdessen fand ich meine Fassung und den Telefonhörer wieder, entschuldige mich in aller Form bei Herrn XY, brachte die Sache in Ordnung. Herr XY wird wahrscheinlich keine bleibenden Schäden davontragen - er hatte nur ein leichtes Dauerpfeiffen im linken Ohr.
Das regelt sich ganz bestimmt von alleine.

Nachdem sich mein Puls wieder in der Nähe einer gewissen Normalität eingependelt hatte, ich tatkräftig meine Arbeiten wieder aufgenommen hatte, entdeckte ich an der Decke über mir so ein knallgrünes Monsterding - bestehend aus Monsterbeinen, Monsterflügeln und Monsterfühlern. Eine Monsterheuschrecke!


Die sind für mein Empfinden zwar nicht soooo schlimm, aber aufgrund meiner instabilen Seelenlage und des noch geschwächten Immunsystems wegen der Riesenspinne vorhin - erklärte ich mich ausserstande, dies unkommentiert zu lassen. Mein Kommentar war bis zur Hauptstrasse vorne zu hören. Während meine Mannen sich schier wiehernd am Werkstattboden rollten.
Und so wurde Minuten später auch Flip in die Freiheit des Vorhofes entlassen. Hysterisches Vieh - sich einfach in mein Büro flüchtend, kaum steht der Gärtner in Position. Tztztztztz!
Und ich kam wieder von Draussen rein.

Nach einem Kaffee und beruhigenden Chefworten, kommt unser Lehrling etwas irritiert ins Büro rüber - in der Hand rote und grüne, sich bewegende Mini-Mini-Smarties. Hä? "Von denen sind ganz viele in der Werkstatt - auf und in den Autos. Oh - schaut mal, hier auch!" und zeigt unter meinen Bürotisch, auf meine Schuhe. Da krabbelten ... Läuse! In allen Farbschattierungen!
Ich war einer Ohnmacht nahe. Nun kam zu dem Augenbrennen, dem Niesen, dem Schrecken, auch noch dieses Ganzkörperkribbelgejucke dazu! Mit ganz viel Wäääh-Faktor.
Ich schwor in diesem Moment, dass wenn nächstes Mal der Gärtner anrückt, ich völlig unerwartet an Maul- und Klauenseuche erkranke, wahlweise Beulenpest - und somit zu Hause bleiben muss!!
Zum Glück hatte ich Bachblüten-Notfalltröpfli dabei - ich kippte den Fläschcheninhalt auf Ex - viel hilft viel - und wurde Minuten später sehr ruhig. Und alles wurde so leicht, beschwingt. Schon fast lustig.

Kichernd schwebte ich nach Hause. Legte mich ins Bad. Und schlief ganz früh ein, schlief tief und fest und traumlos.
Heute habe ich mir ausnahmsweise keinen Latte Grande von der guten Bäckerei mitgebracht. Dafür Insektenspray. Damit habe ich jetzt alles um mein Pult herum eingenebelt.
Die ganze Dose, jawoll. Nicht noch einmal so ein Tag wie gestern, nein danke! Ich habe genug Getier gesehen, dieses kreuchende und fleuchende.

Falls mein Blog also Morgen geschichtenlos bleiben sollte - dann macht euch bitte keine Sorgen.
Ihr wisst ja jetzt warum.
Zu eurer Info und Beruhigung: an einer Überdosis Insektenspray ist noch Keiner gestorben.
Aber übel wird einem.

GANZ FÜRCHTERLICH ÜBEL!

Dienstag, 15. Juni 2010

HEUTE SCHON GELÄCHELT?

Ob es an diesem novemberhaften, regnerischen Junimorgen liegen mag? Habe ich ein biorhythmisches Tief ... oder haben es die Anderen?
Zu viel an Vuvuzela-Gedudel eingefräst und schon jetzt Folgeschäden?
Die Welt scheint mir irgendwie ... verspannt. Und so ernst.

Das fing schon an, als mein Katerli-Schätzu und ich auf Giovanni - dem Roller - gen Bahnhof fuhren. Mittig der Strecke fällt uns Beiden auf der rechten Strassenseite eine junge Frau auf, die sich in die gleiche Richtung bewegt. Es wäre total übertrieben zu sagen, dass sie in besagte Richtung rennt. Sie ist auch nicht gegangen, nicht mal annähernd. Entfernt erinnerte sie mich an mich, als ich damals mal Turbo-Super-Power-Walking ausprobiert habe und nach den ersten 300m ins Café abgebogen bin. War nicht mein Ding. Andererseits erinnerte sich mich an jemanden, der äusserst verzweifelt ein Klo sucht. Darauf deutete auch dieser massiv verkrampfte Ichmussgaaanzdringendgang. Allerdings ist mir nach wie vor nicht ganz klar, weshalb dieses bemitleidenswerte Wesen den Oberkörper im beinahe 45% Winkel nach vorne gebeugt hatte, dauernd auf die Uhr starrte und immer schneller wurde. Dazu wetterte wie ein Rohrspatz.
Katerli meinte, sie hätte aus seiner Sicht keinen Ichmussganzdringendgang, sondern den eindeutig verzweifelten Viiiielzuuspätgang an die Stunden dieses frühen Morgens gelegt.
Das ist eine Überlegung wert. Ja, könnte hinkommen. Im wahrsten Sinne des Wortes - Shit!

Endlich am Bahnhof angekommen, stand SIE schon da. Bevor ich jetzt beginne diese SIE - natürlich rein gedanklich - genüsslich in der Luft in tausende Teile zu zerpflücken, möchte ich meine lieben BlogleserInnen bezüglich meiner Harmlosigkeit versichern. Ich bin eine Menschenfreundin durch und durch, in Jedem und Jeder erst mal nur das Gute erahnend, erblickend, erkennend. Erst in dem Momente, wenn mir jemand das Bein stellt und ich mit Hauruck und Garacho Schnauze voran in den Dreck fliege, ziehe ich als letzte Möglichkeit in Betracht, dass vielleicht nicht alle Menschen charakterlich einwandfrei und als liebe- und verantwortungsvolle Persönlichkeit in ihrem Wesen verankert sind.
SIE ist mir schon vor vielen Jahren aufgefallen. Mit der Verbissenheit einer aggressiven Rottweilerhündin, bahnt sie sich jeden Morgen den Weg zur nächstgelegenen Einsteigemöglichkeit beim Zug. Rasch rein - dies wollen verständlicherweise Alle. Einen der seltenen Sitzplätze ergattern auch. Trotzdem sind die meisten meiner menschlichen Mitfahrenden in ihrem Anstand und den Gepflogenheiten des gegenseitigen Miteinanders soweit entwickelt, dass man gewisse Regeln einhält, anständig - zuweilen sogar freundlich miteinander umgeht. Es kommt nicht selten vor, dass man sich mit der Zeit gegenseitig zulächelt und mit einer generösen Handbewegung dem Anderen den Vortritt lässt. SIE lächelt aber nie, SIE zeigt die Zähne. Fletscht damit. Faucht, zischt, knurrt. Ein durch und durch unzufriedenes, unerfreuliches Menschenkind.
Bevor die sich im Zug befindlichen Pendler aussteigen könnten, rempelt sie sich schon in den Zug rein. Ganz bestimmt hat sie Stahlkappen an den Ellbogen - ich wette! Wird sie mal zurück gewiesen, kommt entsprechend unfreundliches Angeschnauze. Und tritt wirklich mal der Fall ein, dass SIE nicht als Erste das Gefährt besteigen kann und nur noch ein Sitzplatz in Sichtweite, dann ist SIE sich nicht zu schade, ihre monumentale Handtasche über die Köpfe der Reisenden auf den leeren Sitz zu werfen. Trifft sie unbeabsichtigt dabei einen Kopf anstelle des Sitzplatzes, kommt anstelle einer Entschuldigung irgendein dummer, lapidarer Spruch. Flächendeckendes Kopfschütteln aller Anwesenden.
Oft schon habe ich gedacht, dass ich dieses böse, verkniffene Gesichtchen nicht erst seit den gemeinsamen Bahnhofsabenteuern kenne. Den Gedanken aber auch gleich wieder verworfen ... jeder Gedanke an dieses weibliche Rumpelstilzchen ist einer zu viel. Doch kürzlich hörte ich, wie jemand sie mit ihrem Vornamen ansprach - und da dämmerte es mir! Googeln brachte bald mal das gewünschte Resultat.
AHA! Eine ehemalige Profi-Boxerin.
Nicht, dass ich jetzt diesen Sport in ein schlechtes Licht rücken möchte - steht mir nicht zu. Aber sagen darf ich, dass es nicht mein Sport ist. Einigen merkt man es halt einfach an, dass sie bloss drauf hauen, dafür aber kaum ihren Namen fehlerfrei buchstabieren können. Mit löblichen Ausnahmen!
SIE - die Lady "Zackbumm" ist aber leider so ein Fall. Viel zu oft auf die Kappe gekriegt und die zweieinhalb Hirnzellen dabei schwer beschädigt. Sie hinterlässt den Eindruck, als würde sie rohe Steaks mit den Zähnen in sämtliche Fasern zerrupfen. Da ist nix mehr zu machen. Ich - wir alle - umschiffen sie weiträumig. Sie umgibt sich mit dem uncharmanten Flair der rücksichtlosen Wadenbeisserin und Giftspritze. Ob SIE wohl auch kleine Kinder verspeist? Vielleicht..! Gegen SIE ist jede Würgeschlange eine absolute Sympathieträgerin und die höchst gefährliche Schnappschildkröte ein Schmusetierchen!
Aber - ich schweige jetzt besser. Hätte echt Bammel, eins von der Dame auf meine gepflegte Glocke zu kriegen. Violett mag ich durchaus gerne - aber jetzt nicht unbedingt im Gesichtsbereich auf Augenhöhe. Da bin ich für einmal Feigling, aus lauter Eigenschutz!

Vor dem Büro stand schon ein sehr aufgebrachter Kunde - da hat ihm im morgendlichen Nebel jemand den Spiegel abgefahren und dann einfach das Weite gesucht. 3 Kaffe und 1 Croissant später hatte ich ihn dann endlich wieder handzahm.
Es ist nicht einfach heute. Irgendwas fehlt? Sonne? Lebenslust? Humor?

Ich beginne jetzt einfach mal damit. Schneeballsystem ist für einmal erlaubt.
Vielleicht macht ihr es mir nach, gebt es weiter.
Wenn ja - würde mich dies freuen!
Rückmeldungen sehr erwünscht. :-)


LÄCHELN!

Montag, 14. Juni 2010

FRAUEN-TRÄUME WÄHREND DER WM

Die Fussball-WM.
Auch ich komme nicht drum herum - nicht mit meinem fussballverrückten Lieblingsmann.
Ich partizipiere eindrücklich an 3 von 3 Spielen täglich, die Wochentage versprechen infolge Job ruhiger zu werden. Hole immer mal wieder den Insektenspray ... weil irgendwo MUSS eine Killer-Wespenkolonie sein, es brummt und summt ... dabei sind dies nur diese unseligen Vuvuzelas.
Na ja, aber bevor ich jetzt weiter schreibe und Partnerschaft, Freundschaften auf immer und ewig in den Wind schreibe:
Herzliche Gratulation und einen saftigen, farbigen Kuss für meinen Schätzu. Dein Deutschland hat aber abgeräumt! Halleluja! Bravo!


Meinereiner schaut dann wohl am Mittwoch - wenn wir Schweizer das Feld von hinten aufrollen (oder eher wahrscheinlich auch nicht) das erste Mal mit Kribbeln im Bauch so richtig hin. Das Kribbeln wird, wie erwähnt, wohl schon gleich zu Anfang von dem Vuvuzelagesumme erschlagen. Und falls Spanien bis dahin nicht von irgend einem fiesen Norovirus exorbitant geschwächt wird, ersatzweise ausschliesslich die über 60jährigen Funktionäre aufs Feld müssen, wird aus Schweizer Hoffnungssicht dieses Summen das Einzige sein - vielleicht noch vermischt mit dem Gebrumme, wenn uns die Bälle nur so um die Ohren fliegen - was bezüglich der Eidgenossen zu vermerken sein wird.
Da bin ich Realist. Ja, ihr lest richtig - auch ICH bin ab und zu, wenn auch selten, Realist.

Im Übrigen, das muss ich unbedingt erwähnen, belege ich beim kürzlich erwähnten Tipp-Spiel Platz immerhin 8 von 12. Schätzu belegt Platz 1. Er weiss es noch nicht - und ich bin zwiegespalten, ob ich es ihm verraten soll. Es könnte seinem momentan eh ausser Rand und Band geratenen WIR-SIND-FUSSBALL-Befinden noch zusätzlich derart Aufwind geben, dass er seine Spielershirts auch für ins Bett anzieht und unser alltägliches Leben ausserdem grossflächig einer Reorganisation unterzogen, meine Position hinsichtlich des Anspruchs am täglichen Fernsehprogramm noch grundlegender geschwächt wird.
Diese Annahme wird von der Tatsache untermauert, dass in unserem Kühlschrank Currywurst liegt (führt unser grösster Schweizer Discounter per Zufall grad jetzt neu im Sortiment) und im Tiefkühler Pommes lagern.


Wehe, wenn solch eklatante Eingriffe in einem gutbürgerlichen Schweizer Haushalt - und als einen solchen würde ich den unserigen benennen - Überhand nehmen! Der feine Schweizer Käse ausgelagert wird, Schweizer Gemüse an den Rand gedrängt, Schweizer Schoggi in die Gemüseschublade wandert, Rösti auf Weihnachten verschoben wird und so Dinge wie eben Currywurst, Frikadellen, Pommes und doppelt Mayo nach dem Zepter gieren. Mettwurst und Reibekuchen die La-Ola-Welle machen!
Obacht!

Wie gerne erinnere ich mich noch an die Zeiten, als er am Abend fröhlich zur Türe reinkam und mich stürmisch in seine Arme nahm ... jetzt ist das Teil seiner Begierde gute 80kg leichter, geschätzte 1m40 kleiner als ich und mausgrau. Die Fernbedienung.
Times of change .... Tja.
Meine Nachbarin und ich haben schon besprochen, ob jetzt nicht vielleicht die Zeit zu einer Wohnungsumgestaltung gekommen wäre. Ideal eigentlich, könnten wir ohne grosses Aufheben machen. Oder die Haare knallrot färben. Überhaupt: wir tauschen Wohnung! Und Frau!
Merkt kein Mensch .... ähhhh .... Mann!
Jetzt wäre der Moment gekommen, eher heikle Themen zu besprechen und Abmachungen zu treffen. Im Sinne von: "Schaaaaatz - ist es Dir recht, wenn ich nächsten Samstagnachmittag mir mal Deine Kreditkarte ausleihe, ohne Limit und so ... Du kannst dann dafür in Ruhe WM schauen, ich bin weg - ja Schatz?".
Er wird, die Augen gebannt auf dem Fernsehbildschirm, teilnahmslos nicken und sogar blindlings die hingestreckte schriftliche Zustimmung unterzeichnen.
Mein grosser Traum zum Beispiel, das sind Ferien auf den Malediven. Nix als blaues Meer und weisser Strand, viel viel Zeit.
Schätzu meint, dass er da Lagerkoller kriegt, täglich 10-mal die Insel nach irgendwas Spannendem suchend umrundet und beim elften Mal an Langeweile stirbt. Ich sehe das ganz anders. Werde beim nächsten Match mal detaillierter darüber mit ihm reden. Den Laptop auf den Knien, die Angebote vor Augen. Und gleich online buchen. Ohne Rücktrittsversicherung.

Leute - nein, was denkt ihr aber auch - so Zeug würde ich natürlich nie im Leben tun! Auch wenn ich Weib bin, ich bin ein relativ nettes Weib mit moralischen Grundsätzen. Ohne Haken und Ösen. Hier braucht jetzt gar Keiner zu lachen. Du da hinten auch nicht! Bitte!
Aber so ein bisschen träumen wird wohl noch gestattet sei. Oder?
Mein Schätzi - Katerli träumt ja auch.

VOM WM-TITEL!

Sonntag, 13. Juni 2010

WIR WERDEN NIE FREUNDE!

Man kann nicht mit Allen und Allem gleichermassen FreundIn sein. Das geht nicht.
Soviel war mir auch immer bewusst.
Aber dass meine Lotti jetzt eine Identitätskrise schiebt ... suspekt. Lilli wird sich ihr aus Solidarität anschliessen, ich sehe es kommen.
Die Beiden sind ein eingespieltes Team, waren sie schon immer. Ich stand da stets ein wenig aussen vor.

Eigentlich erstaunlich, sind sie doch extrem verschieden: Lotti klein, kurzatmig, spuckt öfter mal beim Sprechen. Zischt liebend gerne vor sich hin, dampft öfter mal vor Wut und macht rundum alles platt, was sich ihr in den Weg stellt. Ein ganz heisses Girl.
Lilli ist eher die Filigrane. Hochbeinig, stolz, steht wie eine Eins im Leben und ist unabhängig, belastbar. Will sie aber nicht gesehen werden, macht sie sich ganz dünn, klein und unscheinbar.
Mich lassen sie links liegen.

Fragt man allerdings Lotti und Lilli - dann behaupten die Beiden genau das Gegenteil. Dass ICH nix mit ihnen zu tun haben wolle. Dass ich sie stiefmütterlich behandle, kaum beachte, manchmal sogar bewusst ignoriere. Ich muss zugeben - es gibt Tage, da stellen sie sich mir bewusst in den Weg, ich muss richtig um L + L rumgehen, will ich nicht mit ihnen zusammenprallen.
Mit Absicht und richtiggehend provokant fordernd sie immer wieder meine Aufmerksamkeit. Ich kann's nicht ab!

Habt ihr, meine Lieben, auch solche Bekannten, Freunde, die ihr am liebsten los sein möchtet - und trotzdem nicht ohne sie könnt?
Genau so geht es mir mit Lotti und Lilli. Wären sie nicht, würden sie mir fehlen. Irgendwie gehören sie zu mir - zu uns. Und wären Lotti und Lilli nicht, wir würden manchmal ganz schön doof aus der Wäsche gucken.

Lotti ist unser Bügeleisen.
Lilli das Bügelbrett.
Zusammen sind wir das Chaos-Trio.


Ich muss zugeben, das liegt leider ... an mir. Bevor die Wäscheberge mir nicht die Sicht auf  Eiger, Mönch und Jungfrau nehmen, sehe ich mich nicht dazu veranlasst, diesem Umstand konsequent entgegenzuwirken. Ich kann die Bügelei problemlos auf morgen verschieben, oder auf übermorgen, am allerliebsten auf überübermorgen. Manchmal führt dies dann zu unangenehmen Frontalkollisionen - die meistens mit den Worten beginnen: "Schaaaatz (wahlweise Maaaaam) - hast Du mein fliederfarbenes Hemd (wahlweise Shirt / Pullover / Hose usw.) gesehen?"
Klar habe ich der / die / das gesehen. Im Wäscheberg. Also - so genau weiss ich es zwar nicht mehr, aber die Chance ist sehr gross, dass sich das Gesuchte genau da befindet.
Dann folgt erfahrungsgemäss die Spontanaktion 5,376 Minuten vor Abfahrt ins Büro: Schnell, schnell das gewünschte Teil bügeln.

Irgendwann (nehmt das bitte wortwörtlich), also irgendwann wird es mir zu bunt. Im Sinne von: dieser weisse / schwarze / violette / pinkfarbene / orange / grüne / blaue / gelbe / rote / beige / braune und selbst nach dieser Aufzählung noch nicht vollständig benannte wunderbunte Berg, könnte demnächst kippen und uns Sternenzauberfamilie unter sich begraben.
Dann muss es sein. Und ich bügle stuuuuuuundenlang.


Bin anschliessend extremst kaputt - aber äusserst zufrieden mit mir und der Welt, erkläre mich zur Super-Women des Monats, suhle mich im Danke meiner Familie - bis zu genau dem Moment, wenn irgendein Familienmitglied mich darauf hinweist, dass unten in Keller noch ein ganzer Tröcknerraum voller Wäsche hängt - und ob er den jetzt gleich holen solle - damit ich das gleich auch noch wegbügeln könne.
Weil Blicke nicht töten können, sind meine Mannen auch immer noch quitschlebendig.
Das Momentum ist dann somit nicht mehr auf meiner Seite. Und der Grundstein zum neuen, familieninternen Wäscheberg ist gelegt.
Mir - und nicht nur mir, uns Allen - fehlt die Zeit und die Lust zum Bügeln. Nach 13 Stunden ausser Haus gibt es noch so einiges Andere zu tun. Und das Wochenende auch. Ergo bleibt die unbeliebteste Arbeit regelmässig liegen. Ich mag das nicht!
Aber ich habe eine gutelaunegarantierende Grosszügigkeit und Ignoranz dem Sternen-Zauberberg (frei nach Thomas Mann) gegenüber entwickelt. Sozusagen ein Talent - ich erstaune mich immer wieder aufs Neue.

Wenn ich mich so umhöre, dann bin ich zwar nicht ganz alleine - aber so richtig finde ich auch Keine / Keinen, der sich mit mir aufs Packeis der Bügelwäsche begibt und in den Choral des Gejammers mit einstimmt. Seit Wochen suche ich eine zuverlässige Bügelhilfe, die mit Lotti und Lilli eine Symbiose eingehen will. Vergeblich! Alle wollen es sich überlegen und mir dann Bescheid geben. Aber das Telefon bleibt stumm - bloss die Deutsche Landeslotterie ruft immer mit UNBEKANNT an. Und meine Freundin, die nachfragt, ob sich schon jemand gemeldet hat.

Diese Tatsache verleitet mich zur Annahme, dass Bügeln kein Volkssport ist. Nie eine olympische Disziplin werden wird. Sich keine Titel damit holen lassen, man weder im Sportteil noch unter V.I.P's gehandelt wird - sonst hätte sich sicher längst zumindest ein männlicher Bewerber gemeldet - oder?
Es ist gleich Sonntagmittag.
Der Wäscheberg nimmt mir die Sicht. Auf Lotti und Lilli. Aber ich kann ihre entrüsteten Gesichtlein erahnen.
Die Geschichte ist geschrieben.
Das Frühstücksgeschirr weggeräumt.
Mein Schätzu hat heute Kegelturnier.
Sohn Max radelt sich 6 Stunden Biketraining von der Seele.

Und ich - ich bin zu Hause. Mit einem plärrenden Wäscheberg.
Ok, ich gebe mich geschlagen, ich bügle.
Laut um Hilfe rufend:

WO KRIEG ICH EINE BÜGELHILFE HER?!?!

Samstag, 12. Juni 2010

ICH BIN TOTAL NI-NO

Heute ist ein schwerer Tag für mich als Mensch dieser Zeit - insbesondere als Frau über 16.
Ich kämpfe gerade um meine Daseinsberechtigung. Mein ICH hat Schiffbruch erlitten, bin gestrandet und liege nun dörrend als menschliches Strandgut, schutzlos der glühenden Sonne ausgesetzt, im Treibsand des Lebens.
So oder ähnlich. :-)

So kann es gehen, liest man das Heftchen FRIDAY. Schon kürzlich habe ich von meinem visuellen Ausflug in dies Blättchen berichtet, von den News und Trends, denen ich leider so wenig an Begeisterung entgegen bringen konnte ... ziehe mir nämlich nicht den so angesagten Armeehelm mit Mickey-Mouse-Ohren bestückt zum sommerlichen Flanieren an.
Nachzulesen hier:
http://sternenzaubers.blogspot.com/2010/05/kompanie-still-gestanden.html

Seither mache ich einen grossen Bogen um die Freitagsausgabe von "Dumm und Dümmer" - Entschuldigung - von FRIDAY.


Nicht mal ein Kreuzworträtsel oder wahlweise ein SUDOKO ist darin zu finden. Logisch! Da müsste man ja denken können ... was voraussetzt, dass Hirnmasse vorhanden ist. Bestückt mit Synapsen. Welche Informationen weiterleiten. Wo das Eine nicht ist, kann das Andere nicht sein. Ihr versteht.
Trotzdem kam mein Katerli-Schatz gestern Abend grinsend nach Hause, mir das besagte sinn- und in jeder Hinsicht schmerzfreie Bündel bedrucktes, buntes Papier in die Hand drückend. "Da, meine Schöne. Wieder viele nette Artikelchen für Dich drin" wohl wissend, dass sich meine Persönlichkeit innerlich grad ins Bad stürzt, weil sie sich übergeben muss.
Allerdings ... die Blog-Sternenzauberin hält inne, bedenkt die Samstags-Story und beginnt gierig zu blättern. Braucht auch gar nicht lange zu suchen - sie findet und findet und findet. Den IQ in OFF-Stellung und mindestens 33 Jahre über Bord werfend. Selbst sich darauf reduzierend, einfach weibliche Hülle ohne Inhalt zu sein ... selbst da tut es immer noch weh.

Mein seelisches Gleichgewicht hat sich bereits auf Seite 4 abgemeldet. Da stand nämlich: IN und OUT.

IN ist diesem Sommer, dass man Baseballjacken trägt / in einem knallengen Catsuit glanzvolle Auftritte an den Abend legt / Fake-Designertaschen / Haremshosen / Lingerielook - Unterwäsche wird alltagstauglich / Hasenohrentrend (hääää? Ich habe gemeint Mickey-Mouse-Ohren...?)
OUT in diesem Sommer ist, von den Kasperlitheater-Kassetten zu schwärmen / Bunte Trainerjäckli / Ballerinas mit Keilabsatz / Tattoos.

Eigentlich kann ich jetzt gleich abdanken. Es wäre ja mal eine Aussage, könnte ich statuieren, dass ich total IN bin. Oder eben - eher möglich - total OUT. Aber ich bin sowohl als auch. In bin nicht IN und nicht OUT. Ich bin NI (nicht IN) - NO (nicht OUT).
So gesehen bin ich ein Niemand, gar nix. Weniger als erwähnenswert. Wäre ich wenigstens OUT, dann würde man davon berichten. Wäre ich einer Gattung anzuordnen. Aber jetzt bin ich ganz alleine. Im Neverland des modischen Seins. Ein menschliches No-Go. Ein ewiges To-Do.

Bezüglich der IN's möchte ich gesagt haben:
Also wegen der Baseballjacken ... ich steh im Sommer aus unerfindlichen Gründen eher auf das Leichte, Luftige.
Und Leute, sobald jemand einen Catsuit in Grösse 46/48 findet - bitte sofort Meldung an mich. Aber besser nicht!
Haremshosen nenne ich despektierlich "Hose-Voll-Hosen", das sieht immer so aus wie bei meinen Jungs, als sie 2 Jahre alt waren und ich die Pampers zu Hause hatte liegen lassen - dann bekamen die auch so Haremshosen.
Mit meinem Chef werde ich nächste Woche mal ein Stylinggespräch führen müssen, welchen BH ich als Modetrend mal über das Shirt tragen könnte. So ganz ohne Shirt und nur BH? ... na ja. Aber dann komme ich schon wieder in Clinch mit dem OUT, von wegen keine Tattoos. Die sieht man ja dann!
Den Bunny-Ohr-Trend ignoriere ich ganz einfach. Finde ich persönlich zu meinem Büro-Outfit einfach nicht wirklich passend. Und beim Samstags-Einkauf könnte es damit zu Staus an der Kasse führen - wer will das schon? Vielleicht anlässlich des nächsten Theaterbesuches - wobei - dann ruft das Personal doch bestimmt diesen weissen Wagen mit den weissgekittelten, starken Mannen, welche mir dann wieder einen neuen Modetrend verpassen: Nämlich den sehr langärmligen Pulli, dessen Ärmel so sehr speziell hinter dem Rücken geschlossen werden ....
Aber eine Fake-Handtasche habe ich! Sieht aus wie Coco Chanel, ist aber bloss Caca Chonel.


Und wegen den OUT's:
Ich mag Kasperlitheater-Kassetten. Immer noch. Schlimm?
Bunte Trainerjäcklis habe ich nicht.
Ballerinas mit Keilabsatz auch nicht.
Aber Tattoos. Mehrere. Ich gestehe. Gebe ich nicht her!


Zusammenfassung der heutigen Tragödie: Ich habe ein Trend-Problem.
Bin ein visuelles Minenfeld. Modisch gesehen völlig im Outback.

Fazit:

MIR SOWAS VON EGAL!  :-)

Freitag, 11. Juni 2010

DARF ICH DICH DARAN ERINNERN ...

"Hey Sternenzauberin - hast Du nicht was vergessen? Darf ich Dich an das Tipp-Spiel zur WM 2010 erinnern?
Liebe Grüsse - Dein Freund Thomas".

Nein Thomas, mein Lieber, ich habe es nicht vergessen. Bloss verdrängt.
Nicht sehr erfolgreich - wie man gerade eben sieht.

Leute - in einem Anfall geistiger Unzurechnungsfähigkeit, habe ich auf Tom's Anfrage - "machst Du auch mit bei unserem WM-Tipp-Spiel im kleinen Kreis?" - mit einem unüberlegten, lapidaren, kurzundbündigen "ja klar" geantwortet. Dabei bin ich doch auf Eishockey geprägt - und der Fussball rollt meilenweit an mir vorbei. Hab keine Ahnung von gar nichts. Selbst als unser FC Thun völligst unerwartet in der Champions-League erfolgreich, mitreissend spielte und das ganze Städtchen ein einziger hysterischer Euphorie-Haufen war, dass selbst die Stadtbusse das Konterfei unserer Helden herum karrten ... es tangierte mich nur peripher, gepflegt ausgedrückt.

Obschon, das war früher mal ganz anders.
Als ich 7 Jahre alt war, wollten mir meine Eltern Ballettstunden zu Weihnachten schenken. Aber ich - ich wollte in den Fussballverein. Sie probierten mir Reiten, Kunstturnen, Eiskunstlauf, Tennis und Schwimmen schmackhaft zu machen. Ich wollte Fussball spielen. Sie schenken mir Puppen, Krämerladen und rosa Kleidchen. Ich wollte Fussballschuhe, ein Fussballdress und einen Fussball. Der Puppe schnitt ich die Finger ab ... ,

http://sternenzaubers.blogspot.com/2010/01/stenenzauber-war-auch-mal-kind.html ...

den Krämerladen kriegte meine Schwester und das rosa Kleidchen war nur so lange rosa Kleidchen, bis ich damit Fussball spielen ging.
All mein Taschengeld steckte ich damals in die Panini-Bildchen und füllte das Album. Ich hab noch ein Autogramm von Othmar Hitzfeld irgendwo im Keller in irgendeiner Kiste liegen - damals war er noch jung und knackig. Ich sehr jung und noch nicht knackig - aber dafür äusserst beharrlich. Ein intensives Kind.

Mit zauberhaften 8 Jahren hatte mein ewiges Bitten um Fussball meinen Eltern wohl die Gehörgänge verätzt. Sie willigten völlig entnervt in mein Wollen ein - und ab da stolzierte ich überglücklich wöchentlich ins Fussballtraining. Ich war gar nicht mal schlecht, ehrlich.
Irgendwann mit so um die 12, nahm aber meine Karriere ein brüskes Ende. Pubertierende Mädchen passten nicht mehr in Bubengarderoben - und damals gab’s noch keine Frauen-Fussballvereine. Ergo hatte ich umsonst meinen Autogrammschriftzug geübt.

Wendig und mutig (...waren das noch Zeiten! Wobei - mutig bin ich immer noch!), lagen Fallrückzieher an der Tagesordnung. Aufgeschürfte Knie und Grasflecken in den Kleidern ebenfalls.
Dies stellt sich dato doch ein wenig anders dar - Fallrückzieher lasse ich heutzutage lieber sein. Wegen eventuellen Ansprüchen bezüglich Landschäden. Aufgeschürfte Knie habe ich nur noch, wenn ich wieder mal einen Absatz irgendwo übersehen habe - und die Grasfleckenzeit ist leider auch passé, wir sind bequem geworden. Selbst die Panini-Sammelwut packt mich nicht mehr.
Tempi Passati.
Mit zunehmend sauberen Kleidern nahm die Begeisterung für besagten Sport ab. Bis zum heutigen Tage ist sie auf Stand 0 gesunken.

Allerdings hat mir das Schicksal letztes Jahr mit meinem Manne auch den Fussball wieder ins Haus gespielt. Er ist Deutscher.
Muss ich mich jetzt noch weiter erklären?
Die Fähnchen Schweiz / Deutschland für ans Auto sind gekauft.


Die Fähnchen Schweiz / Deutschland für in die Blumenkästen sind gekauft. Je 1 Spielershirt für Deutschland / Schweiz ist gekauft. Je ein Käppi für Deutschland / Schweiz ist gekauft. Alles klar?


Ich befürchte, dass die nächsten Wochen nicht leicht werden.

Und so soll ich denn also heute, vor dem WM-Eröffnungsspiel, meine Tipps abgeben. Wer spielt überhaupt? Wer kommt in die 8tels und 4tels-Finals. Wer in den Halbfinal? Und den Final? Wer wird Weltmeister? Kann mir irgendjemand helfen? HILFE!
Meinen Katerli-Schätzu kann ich unmöglich fragen - der sagt eh "Deutschland". Die Schweiz wird auch nicht Weltmeister. Und Italien spielt zu defensiv - sagt man. Meine Kollegen meinen, ich solle einfach bloss nicht auf Nordkorea und Honduras setzen.
Ach, irgendwie kriege ich das schon gewuppt.
Tippe halt EINFACH nach dem Bauchgefühl - und davon habe ich einiges zu bieten! :-).

Bin leicht verzweifelt. Ich hol mir nun meine Vuvuzela und tröte mich in Laune.


IHR AUCH?

Donnerstag, 10. Juni 2010

WAS WILL ER MIR SAGEN?

Manchmal bin ich etwas irritiert.
Und zuweilen sogar grundlegend.
Wie merkt frau was mann meint? Und - warum meint er es so?
Mit einem Lächeln schaue ich es mir an ... schaut mit!

Frauen sind anders, Männer auch. Darauf hatten wir uns ja schon in früheren Bloggereien geeinigt.

Kürzlich - es spielten grad die beiden besten Fussballmannschaften der Schweiz gegeneinander um den Meistertitel, als der Kommentator folgende Weisheiten von sich gab:
"Schiedsrichter Laperrière dirigiert heute das Spiel. Der eigentlich dafür vorgesehene Referee Busacca ist leider infolge Heirat verhindert. Er kann aber nichts dafür - es handelt sich schlicht und ergreifend um eine Fehlplanung des Fussballverbandes."
Haben die beim Fussballverband jetzt was falsch verstanden? Hat der Kommentator den Schuss nicht gehört - oder leide ich unter "non capisco niente"?
Wahrscheinlich hat mir meine romantisch-rosa Denke mit dem Glitzer-Spitzenbesatz wieder mal bös einen Streich gespielt, habe ich doch wahrlich vergessen, dass es höher definierte Interessen als Liebe gibt.
Tztztztz aber auch!
Besagter Schiri - der anstatt trillernd und auf dem Rasen der die Welt bedeutet zu lustwandeln ... sich erdreistet schnöde zu heirateten - wie konnte er nur!?
Solch Fehlverhalten müsste doch sanktioniert werden!
Zumindest diesen Eindruck vermittelte der Herr Kommentator. Ob es so gemeint war?
Wird mir wohl auf immer und ewig verborgen bleiben. Schade.

Ein schönes Beispiel für die differente Kommunikation wie auch das ungleiche Aufnahmevermögen ist meine liebe Freundin Rosemarie.
Ihr Liebster ist ein Freund der Jagd durch und durch. Dem Hallali kann er nur ganz schlecht widerstehen. Wo ein befellter Po rumäst, ist Fredy nicht weit.
Nun gut, Jedem das Seine.
Rosemarie ging Dezember vor Weihnachten mindestens 10 Mal mit ihm zum Spezialladen für den Jägersmann. Gleich neben der Schmuckboutique gelegen. Mindestens 20 Mal hat sie ihn auf den unsagbar schönen Ring aufmerksam gemacht. Hätte sie einen Wunsch offen, würde sie DEN Ring wollen. Der sei einfach Hammer! *SCHWÄRM*
Und was kriegt die arme Rosemarie zu Weihnachten geschenkt...? Schön eingepackt mit Schleife drum? Die dezent-grünen Jägergummistiefel aus dem Mannen-Laden!
Argument-Fallgrube: "Du hast aber nie gesagt, dass die Dir nicht gefallen!?"
Waidmanns Dank aber auch!!

Ich hätte damals nicht so laut lachen sollen. Nun hat das Schicksal nämlich auch bei mir zugeschlagen. Erbarmungslos.
Schon lange bin ich auf der Suche nach einem schönen, grossen, tollen Schlüsselanhänger. Ich - die es fertig bringt, in meiner Handtasche Dinge zu verlieren. Gerne immer wieder Schlüssel. Nebst den anderen 100'000 Sachen. Und da sah ich ihn! Meinen Schlüsselanhänger. Ganz toll in violett, darauf stand mit Swarovski-Steinchen geschrieben: PRINZESSIN.


Wie immer, wenn ich was ganz Tolles sehe und unbedingt haben möchte, wurde ich total hibbelig und aufgeregt, fuchtelte wild in der Gegend rum, quietschte leise vergnügt vor mich hin und zeigte ganz klar und eindeutig auf das prächtige Prunkstück - "da, das Violette!!".
Katerli schmunzelte und meinte generös: "Sollst Du haben - ich schenke ihn Dir!" ... stelzt mit mir an seiner Seite in den Laden und greift zielsicher nach dem Schlüsselanhänger NEBEN dem Objekt meiner Begierde: dieser Schlüsselhänger stimmt zwar farblich auch ..  aber darauf steht: TEUFEL.


Knapp daneben ist auch vorbei ...!
Wobei ... er hat zumindest dazu gegrinst. Gekriegt habe ich selbstverständlich die mir zustehende Prinzessin.
Schliesslich bin ich  Frau mit Aszendent Zauberhaft. Oder?
Bingo.

Vorgestern Abend, es war schon sehr sehr spät, kam mein Kater leicht angeschlagen von den Strapazen und flügellahm - aber überglücklich und Glückshormongeflutet vom AC/DC-Konzert ins traute Heim zurück. Ein paar Stunden jugendlich sein hat seinen Preis und kann ganz schön weh tun. Wobei natürlich sofort konstatiert worden ist, dass auch die wesentlich Jüngeren ihre muskulär-verspannten Wunden lecken müssten.
Verzückt schaute er mich an, dankte mir nochmals sowas von Herzen dass ich ihm dieses Ticket to Heaven erstehen konnte - dass er liebevollst an mich gedacht hätte und mir als kleines Präsent, als purer Liebesbeweis und als Ausgleich für die mir entgangenen Konzertfreuden was mitgebracht hätte.
Was ganz ganz Tolles.
Und zog bei diesen Worten ein Blinkeding hinter seinem Rücken hervor.
Schaute mich mit grossen Schätzi-Augen erwartungsvoll an.

Was es war - wollt ihr es wissen?


TEUFELS-HÖRNCHEN!

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