Freitag, 21. Januar 2011

HEUTE IST KNUDDEL-TAG!

Ich schenke DIR heute eine Umarmung, eine ganz herzliche, lieb gemeinte, aufrichtige.
Gib sie weiter, an Menschen die Du gerne magst.
Und vielleicht auch an solche, die Du eventuell gerne haben könntest.

Warum? Weil ...

... 1986 wurde in den USA der Hug Day gegründet. Jahr für Jahr wird seither der 21. Januar genutzt, um die Leute zum Umarmen anzuspornen. Im gleichen Sinne stellen sich manche Leute mit einem Schild auf die Strasse, worauf sie Gratis-Umarmungen anbieten. Der Australier Juan Man hatte 2004 die Free-Hug-Bewegung ins Leben gerufen, die weltweit zahlreiche Nachahmer hervorbrachte.


Es scheint also eine weit verbreitete Meinung zu sein, dass Umarmungen gefördert werden müssen. Trotzdem hat sich der Knuddeltag noch nicht richtig in der Welt durchgesetzt und ist auch in der Schweiz eher unbekannt.
Mal sehen, ob sich das dieses Jahr ändern lässt.


Ich fange jetzt mal an damit - fühle Dich umarmt von mir!



ACHTUNG ....
FERTIG ...

KNUDDEL!

Donnerstag, 20. Januar 2011

DER GROSSE TRAUM

Meine Lieben

Seit ich klein bin, denke ich darüber nach. Seit ich denken kann, will ich es.
Ich habe diesen einen grossen Wunsch - den ich noch nie erfüllt bekam. *SEUFZ*
Dieser Wunsch kann auch nur vom König meines Herzens erfüllt werden. Davon gab es so einige im Laufe der letzten 49 Jahre und 2 Monate ... und ALLE wussten sie davon. Von meinem Wunsche.
Erfüllt bekam ich ihn bis dato nie.
Herrjeeeeeeee.

Gestern hat mir das Leben gezeigt, dass es solche Könige gibt. Gut, dieser besagte König ist nicht der meine - aber irgendwie wurden gestern für mich die Romantik und das Düralüralü darum herum gerettet. Mein Wunsch bestärkt.

Ihr versteht bloss Bahnhof?

Ja dann ... dann will ich mal Tacheles reden.
Also: Ich will eine Kutschenfahrt. Die Kutsche muss WEISS sein. Das Pferd auch.
Fertig.
Das ist alles!
Das ist doch nicht zu viel?
Oder?

Die Freunde zwischen 14 und 19, denen war mein Wunsch zu kostspielig. Taschengeld hat nicht gereicht.
Mann Nr. 1 fand das total kitschig. Hat sich gegen meinen Wunsch verweigert. Als ich IHM eine Kutschenfahrt zum ersten Hochzeitstag schenkten (nicht ganz uneigennützig), hat er Reissaus genommen - er würde sich doch nicht quer durch Bern zum Deppen machen lassen.
Tja, dass war es dann.
Freund zwischen Mann Nr. 1 und Mann Nr. 2 litt unter Panikattacken was sämtliche Fortbewegungsmittel betraf und hatte zudem eine Pferdehaar-Allergie. Bingo. Traum in die Rumpelkammer gesteckt. Tief vergraben.
Bei Mann Nr. 2, auch ein Romantiker vor dem Herrn, Traum wieder aus der Rumpelkammer geholt, ausgegraben.
Seither schlummert er - also der Traum und leider auch der Mann. Der Mann zumindest bezügliches meines Traumes.


Aber ICH, ich denke immer wieder dran. Ich träume immer wieder davon.

Wir sind schon: Schlitten gefahren, einmal hat er mir eine Runde Go-Kart spendiert, in Rhodos ritten wir auf Eseln, Jet-Ski-Erlebnisse habe ich auch schon. Aber meine Kutschenfahrt ... no, niente, nein, nothing, nada. Ich kriege ganz buttrige Augen, wenn ich eine Kutsche mit einem Pferd sehe. Schätzu Katerli streicht mir dann mit einem Grinsen über mein Haar und sagt lapidar: "Ach Du, mein Träumerle, kleine Pink-Prinzessin! Kutschenfahrt ist der Inbegriff von Edelkitsch".
Pfffff!
Ich beneide jede Frau heissestens, deren Mann sie zu einer Kutschenfahrt einlädt. Ich wäre minutenlang still, würde mir die Freudentränen aus den Augenwinkeln tupfen und ihn zum Herr und Meister meines Ich's ernennen. Meine Liebe ihm für immer und ewig und 3 Tage unwiderrufbar zu seinen Füssen legen, die ich vorher natürlich küssen würde. Also nicht die Liebe, die Füsse.
Dieser Mann hätte für mich kein Verfalldatum. Nie nie nie.

Der Einzige, welcher mir bis heute diesen Wunsch zu erfüllen bereit wäre, ist mein liebster, bester Freund Raphael. Er will mir sogar einen Mehrspänner spendieren. Und mich damit zu Hause abholen. Aber das Ganze hat einen Haken ... Raphy ist der König der Freundschaft ... aber nicht der König meines Herzens.
Aber immerhin, mein Lieber - alleine dafür dass Du diese Idee hattest - im nächsten Leben heirate ich Dich. Eventuell. Melde Dich dann einfach mal. Ok?

Ja. Und wie das Leben so spielt - gestern plauderte ich mit Lucien, dem Gutmenschen in unserer Garage. Von ihm habe ich auch schon berichtet. HIER GIBT ES DAS ZU LESEN
Unser Lü ist etwas ganz Besonderes. Die Liebe in Person. Was sich auch wieder mal bestätigte.
ICH: "Hey Lü, wie war Dein Montag?" (er hatte frei genommen, weil er mit seiner Freundin Jahrestag feierte)
LÜ: "Oh! Ganz toll! Der Tag war wunderschön!"
ICH: "Was habt ihr gemacht?"
LÜ: "Wir sind nach Interlaken gefahren - da habe ich sie mit einer Kutschenfahrt überrascht. Weisse Kutsche, Schimmel, Champagner. Sie hat sich riesig gefreut!"
ICH: *SCHLUCK* *FEUCHTE-AUGEN* *ZU-KATER-RÜBER-SCHAU*
KATERLI-SCHÄTZU, etwas bleich um die Nase: "Lü, vielleicht wollen wir das gar nicht wissen".
ICH: "Doch, wollen wir!!! Ganz dringend sogar!"
KATERLI-SCHÄTZU: "Du fällst mir grade in den Rücken"
ICH: "Lü, Du bist ein Traummann!"
LÜ - etwas verschüchtert: "Hä??"

Seither ist mein Traum neu aktiviert, hat Nahrung bekommen. Es gibt sie wahrlich noch, die Gentlemans, die solche Träume erfüllen. Ich muss nun dringend den Gentleman im Kater wecken. Er ist ja ein Mann mit Style, Stil, Schirm, Charme und Melone. Aber diese besondere Art von Prinzessinen-Traum-Erfüller ... na ja, da üben wir doch noch ein bisschen.
Und vielleicht geht dann mein Traum in Erfüllung.

Kater, falls Du das liest - ich bin keine Pink-Prinzessin.
Bin nicht irgend eine Prinzessin.


ICH BIN - DIE DEINE! (...mach mal hinne...)

Mittwoch, 19. Januar 2011

KNACKIG!

Ich leide darunter nun schon ein paar Tage.
Und Nächte.
Und so langsam falle ich auch auf.
Man hört mich.
Noch mehr als sonst.

Ich knacke nämlich vor mich hin (uii - gerade eben habe ich gedacht, dass ich mir hier auf keinen Fall einen Verschreiber leisten darf - also beim Wort "knacke" bloss keinen Buchstaben vergessen darf ... was mein Hirn sich des frühen Morgens auch immer so alles denkt ... erstaunlich!).
Also nochmals: Ich knacke, immer wenn ich den Kopf nach rechts drehe. Dies tue ich öfters, weil von meinem Bürotisch aus die Werkstatt nur durch eine Glasscheibe getrennt ist - wir des öftern auch mal nonverbal kommunizieren (jajaja, ich kann auch nonverbal, auch wenn mir das Keiner glaubt!).


Am Anfang war es ja noch ganz spassig, da haben alle gelacht wenn es knackte. Ich auch (also lachen meine ich).
Jetzt lachen nur noch die Anderen.
Jetzt tut es mir nämlich weh. Saumässig sogar. Der Knackpegel hat sich auch mulitipliziert. Das Aua auch. Vor allem - und das ist echt ganz doof - jetzt blockiert mein Hals und mein Blick bleibt dann irgendwo stecken. Meist zwischen Garagentor und Abgastest-Anlage. Während meine Kollegen mir dringend irgend was mittels Gebärdensprache mitteilen wollen. Muss komisch aussehen, wenn ich so unmotiviert auf einen imaginären Punkt fixiert starre ... aber mittlerweilen wissen meine Mannen ja wegen  Warum und Weshalb.
Um die Blockade zu lösen, muss ich dann die Kopfbewegung forcieren - und es knackt exorbitant. Mittlerweilen stahlt der Schmerz in Schulter, Oberarm und Mitleidzentrum zufällig Anwesender und mir Nahestehender.

Schätzu-Katerli streicht nebenan heute die Garagenwände und ich kann nicht mal einen rechts-gewendeten Blick zu ihm rüber riskieren. Aber für was hat frau einen Drehstuhl. :-)
Hab ich übrigens schon erwähnt, dass er in seinem Blaumann ganz ausserordentlich knackig aussieht - im besten Sinne von knackig? Das tut er, wahrlich.
Ich werde den Drehstuhl öfter mal in seine Richtung drehen wollen-müssen. Ja bestimmt, das werde ich. Frau gönnt sich ja sonst nix.

Ganz besonders unangenehm wird es übrigens, wenn mich jemand spontan ruft. Auf Zurufe reagiere ich ja wie ein gut abgerichteter Hund - da müsste vielleicht mal Rücksprache mit meiner Mutter genommen werden um diesbezüg Erklärungen zu erhalten. Jedenfall bin ich ja nebst Sekretärin alles andere hier auch. Wir Alle sind hier alles. Nötigenfalls wechsle ich auch Öl und Pneus. Während der Automechnikerlehrling für mich das Bimmelphone entgegen nimmt und Kundentermine macht. Weil der Chef im Pausenraum grad am Staubsaugen ist.
Wir als kleines Team sind immer irgendwie miteinander im Gespräch und rufen einander quer die Werkstatt "huhu", "Du", "hör mal" und im besten Falle eben "Fränzi".
Dann ruckt mein Blick sofort Richtung Rufer - es knackt laut hörbar - und eine fiese Schmerzhexe jagt mir diesen heissen Stich vom Kopf den Hals runter Richtung rechter Arm.
Nächste Woche ist eh wieder Arzttermin. Zum Glück.


Gestern Abend hab ich mich erst mal in die heisse Wanne gelegt. Heisse Wanne ist immer gut. Und wenn ich mich nicht wohl fühle, dann fröstle ich. Also eigentlich fröstle ich dann mehr so in Richtung seelisch-moralisch mit Hang zum Selbstmitleid. Aber gestern kam zum Seelen-Frusteln-Frösteln noch das äusserliche Bibbern, weil es im Gegensatz zu den vorherigen Tagen wieder empfindlich kühl geworden war.

Zudem hatte ich Hunger.
Und Durst.
Und der Kater-Schätzu war an einer Sitzung.
Und kein "Tatort" lief am Fernseher.
Da braucht man Wärme, menschliche Wärme.
Oder?

Was war ich froh, als sich der Schlüssel im Schloss drehte. Juhuu! Der Kater kam nach Hause.
Leben in der Bude!
Ich drehte den Kopf freudig zur Türe und ... KNACK!

"SCHAAAAATZ - MASSIER MAL BITTE!"

Dienstag, 18. Januar 2011

DRAMA, BABY - DRAMA

Meine Frisurengeschichte gestern hat ja meterhohe Föhnwellen geworfen!
Herrlichst, welche Kommentare, Anregungen und Farben den Weg zu mir fanden ... herrlichst!
Den Paradies-Vogel hat dann aber ... wieder mal und verdankenswerterweise ... meine heissgeliebte Alice abgeschossen! Diese Frau ist einfach nicht zu toppen - und zu bremsen schon gar nicht!
Die macht und kann Dinge - aber WOWWWH!
Hut mitsamt Perücke ab!

Nicht nur, dass sie eine begnadete Computeraktobatin und Basteltante ist - neinneinnein - eine Überraschungskünstlerin immer wieder, eine Humorbombe .... reicht alles nicht ... seit heute Morgen weiss ich um ihre bisher zumindest mir verbogenen Talente.

Da macht frau so gegen 06.30h den Compi im Büro auf ON, stöbert mal kurz in der vernachlässigten Mailbox und findet: Frisurenvorschläge! Stylingtipps!
Alle MADE BY ALICE herself!
Was für ein Glück, dass ich nicht unter Reizblase leide. Oder entwässernde Medis einnehmen muss. Dieser Augenblick hätte mir, den Kunden und vor allem dem Bürostuhl den Tag wortwörtlich und tatsächlich versaut. Jawoll! Und zwar gründlich.

Erst habe ich ja nur gestaunt, dann habe ich gegrinst, daraufhin gekichert, anschliessend gelacht, laut gelacht ... das laute Lachen wurde von Wiehern abgelöst um letztendlich in haltlosem Brüllen zu enden. Ich habe mich förmlich auf dem Büroboden gewälzt und konnte nur knapp verhindern, dass Kunde Nr. 1 mich des frühen Morgens so total aufgelöst in meine humoristischen Bestandteile zerpflückt findet.
Macht keinen wirklich guten Eindruck, wenn mir der Arme mit tränenerstickter Stimme vom ruinösen Carrosserieschaden seines heissgeliebten Autos erzählt  (wo ihn doch die Frau auch gerade eben erst runös verlassen hat) - und ich anstelle Anteilnahme in dieser heiklen Situation nur Prusten und Quietschen übrig habe - geht ja gaaar nicht!

Ich möchte hiermit hochoffiziell Alice den Job als meine persönliche Sytling- und Frisuren-Farbenberaterin anbieten. Ist ein ehrenamtlicher Job, wird dafür aber mit sehr viel Dankbarkeit und Heiterkeit bezahlt.
Warum genau SIE die Richtige ist?
Schaut selber - ihre Kreationen sind als futuristisch und gleichzeitig legendär zu werten:

Pippi-Magic!
Der Pippi-Langstrumpf-Style  sieht hier eigentlich ja gar nicht schlecht aus. Aber diese Farbe hatte ich schon mal. Da sehe ich live aus, wie frisch ausgewürgt!


Miss Minnie-Mouse :-)

Also ... schwarz ist gar nicht so übel. Finde ich.
Allerdings nicht in dieser aufgeplusterten Form.
Erinnert doch irgendwie sehr an ... brütende Glucke.

AKW-Störfall? Ich befürchte.
Da kommt mir doch in den Sinn, dass mein Heimatort früher
Mühleberg war (AKW-Standort).
Die Erklärung!

Wer sich mit mir so viel Mühe wie Alice gibt - der hat es verdient, in meiner Entourage, meinem Gefolge, aufgenommen zu werden. Oder?
Wer braucht schon einen Bruce Darnell, wenn mal Alice Schori aus dem Wunderland haben kann?!?

Frauen, haltet euch zurück. Probiert es gar nichts erst - nein! Ich geb Alice nicht her! Probiert gar nicht erst, sie abzuwerben. Es wird nicht leicht für euch - meine Alice gibt es nur einmal. That's life.
Manchmal gewinnt man - manchmal verliert man.
Yesss!

DRAMA, BABY - DRAMA!

Montag, 17. Januar 2011

UNFALLPROTOKOLL

Tatort: Innenstadt Thun
Tatzeitpunkt: Es muss ca. 20.15h gewesen sein, Donnerstag der 13.01.2011
Tatbeteiligte: Frau Sternenzauber und Fräulein Frisöse
Tatgrund: Sternenzauber'sche Aufhübschung à discrétion
Tathergang ...

... also das ging so:

Frisörtermine sind Judihui-Termine. Sun, fun and nothing to do. Zumindest für mich. Für Fabi, die Fröilein-Frisöse ist es zumindest sun und fun. Glaube ich.
Wir haben es immer lustig. Es ist auch freudiges Geben und Nehmen - Fabi erblondet mich, ich erfreue sie im Gegenzug mit Dankbarkeit und Jubelrufen.
Immer. Stets.
Selbst da, als ich aus heute noch nicht geklärten Gründen nach der Entfernung der Blond-Pampe plötzlich einen froschgrünen Schopf aufzuweisen hatte. Irgendwie haben wir das Ganze ja dann nach Stunden in einen normalo-ähnlichen Zustand gekriegt. Es ist uns heute noch ein Rätsel, warum es IHR damals die Fingerringe weggeätzt hat, MIR die Haare aber trotzdem erhalten blieben.


Jedenfalls kenne ich ihre Stimmlage genau - wenn sie meine Haare ausspült, still wird und dann mit sachlicher Stimme so Dinge sagt wie: "Da müssen wir noch was machen", "also eigentlich ist alles ok, aber" oder "speziell" - dann gilt es aufzuhorchen.
Letzten Donnerstag war sie mal wieder sachlich. Erst hat sie die Haare gespült, dann sagte sie: "wir sollten nochmals darüber".
Bei solchen Gelegenheiten nehmen wir uns eine kurze Durchschnaufer-Auszeit von gefühlten 2 Jahren. Es handelte sich aber auch diesmal um maximal 3 Sekunden.
ICH: "Aha"
SIE: "Jaja"
ICH: "Hä?"
SIE: "Öhhmm..."
ICH: "Nun sag schon!"
SIE: "Also ...."
ICH: "Nun rück schon raus"
SIE: "Also .... irgendwie silbrig"
ICH: "Prima. Silber find ich cool"
SIE: "Na ja - aber irgendwie silbern mit noch was"

Da war dann der Augenblick da, wo mein Kopf ruckartig in die Höhe schnellte und stechenden Blickes der Spiegel vis-à-vis des Spülbeckens avisiert wurde. Ich sah, das Fabi leicht blass um die Nase war. Und dann sah ich so einen eigenartigen Schimmer auf meinem Blondschopf.
In solchen Momenten reagiere ich anscheinend ganz anders als der Rest der Welt. Ich hole tief Luft und pruste erst mal los. Wohl so eine Art instinktives Gute-Laune-machen. Schlimmer kommt es ja dann eh von alleine.

"Dann leg mich mal trocken" - sagte ich sanft. Sie legte mich trocken und war dabei ganz still. Ich stelzte auf unsicher weichen Knien zum „Schockspiegel“ rüber - das ist der Spiegel mit den tausend Lämpchen drum rum. Frau sieht jedes Fältchen in hochaufgelöster Form, die Poren ähneln Kratern und was vorher leicht blässlich erschien, stellt sich als aschfahl heraus.
Aber schliesslich bin ich eine tapfere Frau und stelle mich den Tatsachen.
Mein Blick fiel auf ...

... zugegebenermassen erst mal viel Blond. Seitlich aber mit einem altrosa Schimmer, der sich unregelmässig bis zum Hinterkopf verteilte. Je nach Lichteinfall ins Lila schimmernd. Also irgendwie ... irgendwie ... SUPER! "Fabi, das hast Du prima hingekriegt!"
Ihr unsicheres Lächeln verriet, dass sie leise und unterschwellig an meinen geistigen Zustand zweifelte. "Echt? Ich hab keine Ahnung wie und warum!"

Ja, echt - gefiel mir ausnehmend gut.
"Also, wir können da schon nochmals mit Blondierung drauf - gibt dann halt Strohhaare, aber zumindest überall blonde Strohhaare".
"NÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖ! WILL SO!!!!!!!!!!!!". Ich hatte eh damit geliebäugelt, irgendwas zu verändern. Diese Veränderung kam mir gerade recht. Ich fand es toll, der Kater übrigens auch. Der Schimmer von altrosa ist übrigens wirklich sehr dezent - und so richtig sieht man ihn nur, wenn die Sonne mir auf die Haare scheint. Ansonsten bleibt es bloss bei der Ahnung.
Mir gefällt es ausnehmend gut. Schade, dass es bloss ein einmaliges Zufallsprodukt ist. Keinesfalls zu vergleichen mit dem knalligen Froschgrün von damals!

Übrigens haben Fabi und ich vereinbart, dass ein Farbwechsel durchaus ins Auge zu fassen ist. Mal wieder.
Blöd an meinem Teint ist nur, dass ich ausschliesslich "kalte" Farbtöne ertrage. Alles andere gibt mir den Anschein einer schwer Kranken mit fortgeschrittener Leberzirrhose und Niereninsuffizienz.
Ich habe somit 3 Farben zur Auswahl: Platinblond, Pechschwarz und der ganz besondere dunkle Mahagoni-Ton mit satt Violettanteil.
Der Entscheid wird vertagt auf die Zeit, wo ich kein vornehmes Blass mehr an den Tag lege, sondern hautmässig Richtung Sonnenfarbe unterwegs bin.

Ihr könnt hier ja schon mal DFKF (Das Fränzi Kriegt Farbe) spielen und über meinen neuen Look

VOTEN!

Sonntag, 16. Januar 2011

TAUBE NUSS UND BLINDSCHLEICHE

Mit dem ICH zu beginnen ist zwar nicht höflich, ich weiss. Man stellt sich nicht ungefragt in den Vordergrund. Tue es aber trotzdem, weil ich sonst nicht von I-Phone und anschliessend vom Wetter erzählen kann.

Also ... dieses Jahr werde ich ja 50 Jahre jung. Darauf freue ich mich - wird eine Riesenfete werden! Aber so die letzten Tage habe ich echt gedacht, dass all die Unkenrufe wirklich was Wahres haben, dass es so langsam abwärts geht ... irgendwie stimmte es mit meinem Gehör nicht mehr so recht. Habe um das mit dem Handytelefonieren echt einen Bogen gemacht ... immer dieses "wie bitte?" und "was hast Du gesagt?". Dabei war die Lautstärke doch schon auf dem Maximum! Herrgott!
Mit dem Alter lässt das Gehör nach - aber so rasant?

Tja - und dann die Augen. Ja klar, die obligate Lesebrille ist Programm - aber plötzlich sehe ich die Fotos nicht mehr so richtig schön farbig. Eher so milchig, verschwommen. Dabei hat doch mein neues Handy diesen super Retina-Display ... das Beste vom Besten. Hochauflösend und brillant. Aber nicht für mich. Fotos mit Blitz - unmöglich! Ich sah da nur eine Nebelsuppe. Meine Augen ... jetzt das auch noch, als würde das mit dem Gehör nicht auch schon reichen!!!

Also für die Ohren habe ich mir dann so einen Audio-Spray geholt. Wer weiss? Nützt es nix, so schadet es nix. Und für die Augen habe ich so Tropfen aus der Drogerie geholt. Und hab kiloweise Karotten gemampft. Nützt es nix, so schadet es nix.

Die zentrale Fraga all die Tage: Soll ich den 50zigsten nächsten November wirklich feiern?
Ich hatte Zweifel, grosse Zweifel!

Gestern Abend hat Sohn Florian für mich kurz mal eben ein Gespräch entgegen genommen. Sein Bruder rief mich an. Ich sah in das etwas erstaunte Gesicht von Flo und hörte ihn sagen: "Sprich lauter, ich verstehe Dich ja kaum!". Kenn ich doch von irgendwo ...! Flo ist aber erst 22!
Das Gespräch verlief weiterhin stockend und plötzlich hörte ich Flo laut auflachen: "Das gibt es ja nicht, unsere Mam hat immer noch die Schutzfolie auf dem Handy, kein Wunder, hört man so gut wie nix!". Er nahm diese Folie weg und schon musste ich das Handy weit vom Kopf halten, weil Mischa auf der anderen Seite so arg laut in unsere Ohren brüllte.
Eiger, Mönch und Jungfrau flutschten vom Sternenzauberherz!
Juhuuuu - ich bin nicht taub - ich bin nur doof!

Heute Morgen wollte ich euch die Bergkette fotografieren. Aber wieder ... milchig und neblig das Bild. Plötzlich der Blitzgedanke .... Folie? JA! Folie! Alles ok mit meinen Augen, bloss am Verstand happerts! Jabadabadooo!

Ich fühle mich seither irgendwie ... sehr jung.

Nun aber zurück zu Eiger, Mönch und Jungfrau. Diese 3 will ich euch heute nicht vorenthalten. Das Wetter ist wunderbar, die Fernsicht herrlich -  und mit der Handykamera klappt es ja nun auch :-).


Und nun sehe ich mich genötigt, auf Grund all dieser Tatsachen doch noch ein paar Worte zu meinem neuen Handy zu verlieren. Ihr wisst um die tiefen Seufzer der letzten Zeit, weil ich gar nicht ... aber so GAR nicht ... damit zurecht kam. Ich, eine eingeschworene Nokianerin, wünschte das Ding in die Hölle.
Langer Rede kurzer Sinn: Nokia X6 und ich haben uns getrennt. Defintiv und unwiderbringlich.
Ich habe mich an das mir von überall empfohlene I-Phone gewagt. Sehr skeptisch. Alles andere als überzeugt.

Nun - was soll ich sagen? Ich bin glücklich mit dem I-Phone. Es ist wirklich und wahrhaftig selbsterklärend. Sogar technische Dumpfbacken wie ich werden dort abgeholt, wo sie sind: weit weit weg vom Up-To-Date. Phöndly und ich sind gute, untrennbare Freunde geworden und halten ab jetzt zusammen. Phöndly macht mir das Leben einfacher und lässt mich neue Welten entdecken! Seit die Schutzfolien weg sind, herrscht eitel Freude!
Heute hat Sohn mit sogar den "Peak-Finder" empfohlen - habe ihn selber installiert! - und nun bin ich in der komfortablen Lage, das Handy einfach gegen die Berggipfel zu halten und es spuckt mir sofort die Namen der Berge aus, welche Phöndly im Display ortet.
Sieht so aus:


Eine coole Sache.
Und solche Apps (habe ich euch schon verraten, dass ich seit Neuestem Apps liebe?) gibt es viele!

Aber was ich letztendlich hier wirklich loswerden will: An Alle die so oder ähnlich ticken wie ich und den alten, praktischen Handys nachtrauern - mit dem I-Phone kann man echt nichts falsch machen. Da kommt selbst der Dümmste damit klar. Was in meinem Falle bewiesen wäre.

Bloss eines darf man nicht vergessen - und ihr wisst jetzt auch warum:

DIE SCHUTZFOLIEN ENTFERNEN!





Samstag, 15. Januar 2011

DAS LAUBERHORNRENNEN UND ICH

Eben habe ich mit meinen Lieben die Lauberhorn-Abfahrt beäugt und mitgefiebert.
BRAVO an Alle, die es geschafft haben! Und Gratulation dem Sieger!


Wenn auch ihr das Rennen mitverfolgt habt, so wart ihr beinahe bei mir, bei uns zu Hause.
Wengen und das Lauberhorn liegen sozusagen in "Spuckweite". Als Kind habe ich dort das Skifahren erlernt, bin jedes Wochenende auf den Pisten um Wengen (Männlichen, Eiger, Lauberhorn usw.) rumgelümmelt und verweilte in vielen vielen Wochen Skiferien an diesen Orten.
Früher standen da selbst die olympisch oder weltmeisterlich geadelten Fahrer mit uns "Fussvolk" in der Schlange vor dem Skilift oder der Bahn. Wenn ich Glück hatte, hing ich mit einem der ganz Grossen Fahrer am Bügel. Wie war ich stolz!
Oh - das waren noch Zeiten!

Ich befürchte allerdings, dass mein Name noch heute in einem der Rapporte beim Schweizer Fernsehen - rot angestrichen und mit einem Totenkopf versehen - zu finden ist. War ich doch der Grund eines bösen ERRORS. Ich zeichne nämlich verantwortlich für den 10-minütigen Unterbruch in der Liveübertragung im Jahre 1971.

Und das kam so: Ich rutschte wieder mal mehr auf dem Hosenboden denn auf dem Brettern irgendwo am Hundsschopf rum, als mein neuer Skianzug aus Polywasauchimmer Fahrt aufnahm. Ich sauste mit zunehmendem Tempo in eher horizontaler Art und Weise über die Bodenwellen und hatte Aua.
Ein paar Meter nebenan verlief die Piste des Lauberhorns und das Rennen war im Gange. Aber anstatt dass ich die schnellen Mannen lauthals unterstützen konnte und das herrliche Panorama geniessen durfte, ging es mit mir im wahrsten Sinne des Wortes bergab.
Dumm gelaufen.

Doch plötzlich war die Rettung da! Ein armdickes, knalloranges Kabel. Ich hielt mich daran fest, klammerte mich daran, zog mich daran hoch. Was ich hier in ein paar Worten beschrieben habe, dauerte in Wahrheit ein paar Minuten. Ich hangelte mich dann diesem Kabelstrang entlang diese extrem steile Passage runter und war dankbar für diesen hilfreichen Umstand.

Allerdings kamen plötzlich ein paar sehr zornig dreinschauende Mannen auf mich zugerannt. Sagten Worte, die meine Eltern mir unter Strafandrohung untersagt hatten sie zu gebrauchen. Ich war vielleicht 9, 10 Jahre alt und hatte keine Ahnung, warum man mich so behandelte. Anstatt dass man mir den Schnee aus den Kleidern klopfte! Gopf!
Die Mannen rissen mir anschliessend den Kabelstrang aus den klammen Händchen, schubsten mich weg und verboten mir, in der Nähe nochmals aufzutauchen, geschweige denn, mich nochmals an besagten Kabel rumzuhangeln. Auf mein schüchternes "warum?" kriegte ich nur einen weiteren Schwall an Flüchen und Verfluchungen.
Man packte mich hinten am Kragen und geleitete mich unsanft eigenhändig zur Talstation. Dort nahm mich ein Mann vom Fernsehen in Empfang und wollte meinen Name und die Adresse wissen. "Deine Eltern werden von uns hören. Weisst Du eigentlich was Du gemacht hast? Hast eines der wichtigen Übertragungskabel ausgerissen und damit die Live-Übertragung gestört. Das wird teuer!"

Ziemlich kleinlaut beichetete ich am Abend den Eltern mein Tun. Und wirklich - die Übertragung des Rennens war für einen längeren Moment unterbrochen gewesen. Bestätigten meine Eltern. Und strichen mir per sofort das Taschengeld. "... und an Ostern kriegst Du auch nix!...".

Und wahrlich ... ich kriegte keine Schoggihasen und auch sonst nichts. Bange warteten wir auf die Strafe, welche ich verursacht hatte.
Das ist jetzt gut 40 Jahre her. Wir warten übrigens noch heute. Ich gehe davon aus, dass ein Jemand entschieden hat, dass meine dicken Tränen und der Schrecken für mich genug an Strafe seien.

Aber jedesmal wenn ich die Lauberhornabfahrt im Fernsehen mitverfolge, kommt mir diese Geschichte wieder in den Sinn. Und ich lache.
Nächstes Jahr will der Kater-Schätzu auch mal live dabei sein - wo wir doch sozusagen in der Nachbarschaft wohnen. Tja ... also falls es 2012 einen Unterbruch geben sollte ... so kennt ihr jetzt ...

... DEN EVENTUELLEN GRUND DAFÜR! :-)

Freitag, 14. Januar 2011

AUFRUF: ALLE FÜR LAURA!

Meine lieben BlogfreundInnen!

Heute gelange ich mit einer aufwühlenden Geschichte an euch. Meine Freundin - und viele hier kennen sie, es ist die Malerin vom Blog "Seifenpalette" - hat eine wunderbare Familie.
Mutter, Vater, Sohn, Tocher - eine Familie voller Energie, mit Zusammenhalt, Humor, Idealen in die richtige Richtung. Wer sie kennt, der schliesst sie einfach ins Herz. Darum kommt man nicht herum.

Zu dieser Familie gehört dann eben Laura, die Tochter.
Eine besondere junge Frau ... und das meine ich im besten Sinne des Wortes. Ich plappere nicht nach was ich bei der Malerin las. Nein, ich / wir haben Laura persönlich kennen gelernt. Und sie macht Eindruck! Offen, spontan, herzlich, interessiert, engagiert. Wenn sie lacht, dann leuchten ihre Augen wie Sterne.

Ich möchte an dieser Stelle das Wort der Malerin überlassen - bitte lest IHREN POST vom 12.01.2011, es ist wichtig, wirklich wichtig.

Dieses Thema müssen wir an uns heran lassen. Hinschauen und nicht überlesen. Nicht daran vorbei gehen. Sich einsetzten für das Recht. Für Gerechtigkeit. Menschlichkeit. Verantwortung übernehmen - in dem Masse, in dem wir können.
Dazu möchte ich heute aufrufen!

Laura - und auch Laura's Familie - sie haben unsere Unterstützung jetzt nötig. Laura ist ein mutiges Mädchen ... und Mut wird sie brauchen. Besonders in der nächsten Zeit. Zeigen wir ihr doch, dass wir sie unterstützen, an sie denken, ihr helfen, da sind. Sagen: "Wir haben gelesen was Dir passiert ist - und wir verurteilen diese Tat. Wer so etwas tut, der handelt falsch und ist im Unrecht. Der ist nur dumm, gedanken- und herzlos. Geh Deinen Weg weiter - Du schaffst das!".

Wer so denkt wie ich und sich die Zeit nehmen kann, nehmen will - der schreibt bitte ein paar Aufsteller-Zeilen für Laura mittels Mail an:
sternenzaubers-geschichtenhimmel@hotmail.com
Ich werde die Mails an die Familie, an Laura, weiterleiten.

Damit niemand denkt, ich würde hier eigenmächtig und vielleicht gar nicht im Sinne der Familie handeln, so möchte ich Entwarnung geben: Selbstverständlich habe ich diese Aktion mit der Malerin abgesprochen, gefragt, ob das ok ist.
Es ist ok. Sehr ok.

Ich würde mir wünschen, dass vielleicht der Eine oder die Andere diesen heutigen Aufruf auch in ihren /seinen Blog setzt - und damit eine Art Kettenreaktion in Gang gesetzt wird. ALLE FÜR LAURA!
Erklären wir uns solidarisch mit unserem Denken, unserem Tun, unserem Handeln. Und machen wir nicht nur die Faust im Sack, sondern stehen auf, sagen es laut!
Geben uns zu erkennen. Für Laura. Und gegen die Gewalt und Ignoranz.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie wichtig - wie unabdingbar wichtig dieses Gefühl für den Betroffenen ist, auf Unterstützung und Verständnis zu stossen. Rückhalt zu bekommen. Boden.
Helfen kann man auch im Kleinen. Es wäre toll, wenn wir hier zusammen ein Zeichen setzen können.

ALSO - HELFEN WIR HIER!
DANKE!

Donnerstag, 13. Januar 2011

WEGEN ZU GESCHLOSSEN

Letzte Woche habe ich es angekündigt ... seit ein paar Tagen sind wir in der Verwirklichung begriffen - und heute wird in die Realität umgesetzt: ES WIRD AUSGEMISTET.

Das ganze "alte" Gästezimmer im Rumpelkammerfeeling mitsamt Compi-Ecke, Fernsehecke und vollgestopftem Schrank, den alten Teppich, die Häkelvorhänge  ... in die Abfallgrube! Wir haben kistenweise, säckeweise unser Leben entrümpelt, entschlacken unser Sein bis auf den Rest EINES Compis und EINES Fernsehers, alles was man eventuell noch gebrauchen kann (hahaha...mein Part, ich gebe es zu...) wird gnadenlos entsorgt.


Alte Schuhe, alte Kleider - ach, ihr kennt das ja sicher ... und tschüss!
Erstaunlich, was sich auch im Arzneischrank so alles findet, welches Jenseitsdatum hat.
Und wer braucht 2 Bügeleisen und 2 Bügelbretter - wo wir jetzt doch eine Bügelfrau haben?
Die 3-jährige Sonnencrème bürgt einzig und alleine für Müffelgeruch. Da ist nix mehr mit Schutzfaktor wasauchimmer.
Weg!

Irgendwie sehr befreiend! Auch wenn der Abschied von so einigen Stücken aus vergangenen Tagen Kopfschmerzen bereitet. Aber: je mehr man entsorgt, um so mehr kriegt man Lust auf "Luft", auf "Platz haben", auf "Nimmerwiedersehen" mit z.B. dem alten Badeanzug, dessen Elastanteil auch nicht mehr hält, was er mal versprochen hat - und die die Winterstiefel, die beim Parisbesuch irreparablen Schaden infolge Megamatsch erlitten haben.
Und tschüsssss!

Deshalb ist bei der Familie Sternenzauber heute WEGEN ZU GESCHLOSSEN.
Morgen Abend gehts dann zu IKEA das neue Änteriöör ordern - schliesslich ist der letzte Tag KNUT. Geliefert werden soll nächste Woche.

Während sich die Schweisstropfen auf meiner Denkerstirn sammeln, wundere ich mich selber über meinen Mut all das zum Teil Liebgewonnene einfach so ins Nirwana zu schicken.
Aber ...

WAS SEIN MUSS, MUSS SEIN!

Mittwoch, 12. Januar 2011

CHICKEN OLD FASHION

Ich liebe den Chinesen bei uns vorne an der Ecke!
Und nicht nur ich habe ihn - beziehungsweise seine Gerichte - zum (f)ressen gerne.
Keiner macht das Szechuan wie er.

So ergibt es sich halt des öfteren, dass ich kurz vor Mittag rüber in die Werkstatt gehe, mein Sprechorgan auf Phonlautstärke "unüberhörbar" stelle und frage: "Wer will was vom Chinesen - ich geh holen?".
"Poulet Szechuan für mich!" "Ich nehm süss-sauer!" "Für mich bitte gebratene Nudeln!" "Also ich entscheide mich für Saté". Unser Jüngster nimmt immer und immer und nochmals immer Flühlingslollen mit viel Scharf.

Jedenfalls haben wir vorgestern am Mittag wieder mal chinesisch geschlemmt. Und seither halten wir Diät. Nicht weil wir wollen, sondern weil die Magen-Darm-Befindlichkeit es uns diktiert. Na ja, eigentlich war das Essen wir immer, bis auf das Hühnerfleisch. Das war irgendwie .... irgendwie ... old fashion eben. Es muss sich in unserem Falle um sogenannte Methusalem-Hühner gehandelt haben. Also Hühner, welche den Zenit ihres Lebens um Dekaden überschritten hatten. Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass das eine oder andere Huhn in regelmässigen Abständen mittels Herzmassage und Defibrillator wiederbelebt wurde. Vielleicht waren sogar Gehhilfen im Spiel - wer weiss es schon? Herzschrittmacher?


Anders können wir uns die aussergewöhnliche Winterstiefel-Sohlen-Beschaffenheit hinsichtlich spürbar erschwerter kautechnischer Vorgänge wie auch empfindungsmässigen Nasal-Disharmonien nicht erklären.
Das verarbeitete Hühnerfleisch hatte die Konsistenz von pappartigem Antikorodalspezialrillenprofilblech - und es schmeckte auch so.
Normalerweise verputzen wir unsere Portionen bis zum letzten Fitzelchen ratzekal. Kein Reiskorn bleibt übrig. Und das wir die Styroporschachtel nicht noch auslecken ist bloss eine Frage der Höflichkeit und gegenseitigen Rücksichtnahme. Aber vorgestern gabelten wir ziellos im Essen rum, schoben von links nach rechts und wieder nach links, schnupperten zweifelnd am Gebotenen, sahen uns vielsagend an und mümmelten diskret vor uns hin.
Ich habe erst mal alle Bambussprossen raus gefischt, dann die Zwiebel- und Lauchstückchen gesucht, anschliessend die Reiskörnchen raus gepuhlt. 1, 2 Stückchen Fleisch habe ich mir dann trotzdem genehmigt ... vielleicht war ja alles nur Einbildung? Nee - war es nicht. Das Fleisch war diesmal bäääh!
Sagten wir alle.
Und allesamt liessen wir es nach der Kostprobe links liegen. Besser so.


Alleine diese 2 Stückchen Old-Fashion-Federträgerinnen verursachten dieses leichte bis mittelschwere Beklemmung im Magen. Uns Allen war ein bisschen flau. Mehr oder weniger.
Jedenfalls nahmen wir gestern Mittag Abstand vom Chinesen. Lieber ein Joghurt. Und ein Stückchen Brot. Dazu Kamillentee. Gegen Abend ging es uns besser. Merklich - wir hatten sogar den Mut zu Kaffee!
Aber heute - heute haben wir wieder richtig Appetit und kein Bauchgrimmen mehr.
Vielleicht Cannelloni vom Italiener? Döner vom Türken? Risotto aus der Konserve von der MIGROS?
Jedenfalls ... nix asiatisches.

Ach, das ist auch immer so eine Sache mit den alten Hühnern.
Schwer verdaulich. Zuweilen.

Apropos alte Hühner ... da kommt mir gerade in den Sinn ... ich geh morgen zum Frisör!

*FREU!*

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