Mittwoch, 24. März 2010

DAS LEBEN IST WIE EINE SCHACHTEL PRALINEN ...

...man weiss nie, was man kriegt.

Diesen mehr als klugen Satz sagt Tom Hanks gleich am Anfang meines Lieblingsfilmes "Forrest Gump". Und wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, ist diese Aussage - welche eigentlich so lockig-flockig-leicht daher kommt - richtig, wichtig, gewichtig, hat Boden.
Ich könnte, möchte, wollte am liebstem kurz mal die wesentlichen Lebensbereiche hinsichtlich der Pralinensorten abchecken. Aber dafür habe ich ja die nächsten ... sagen wir mal 40 Jahre ... noch Zeit.

Heute beschränke ich mich auf das Thema, welches momentan den Takt meinem Herzen vorgibt, meine Gedanken beherrscht - Eishockey. Das kalte Eis ist es, welches zur Zeit mein Blut kochen lässt und mein Gemüte erhitzt.
Ich bin heiss auf Eis!

Falls es irgendwer in meinem persönlichen Dunstkreise noch nicht mitbekommen hat, dann hier die freudige Nachricht: "Mein" SCBern ist mit einer guten, soliden Leistungen 4:0 gegen den HC Lugano durch den Viertelsfinal geflutscht. Gut gemacht, SCB!
An dieser Stelle meine lieben Grüsse in die Sonnenstube der Schweiz und ein gutgemeintes "schöne Ferien".

Um den Bogen zu den Pralinen nun wieder zu spannen, vorneweg die Info bezüglich meines Geschmacks: Ich bin keine Süsse! Meine Lieblingspraline wäre eigentlich - würde es sie denn geben - geräucherter Lachs mit Meerrettichsahneschaum. In diese Richtung. Pikant. Scharf. Vielleicht noch verfeinert mit Kapern.
Ach ja, ich bin eigen.

Da es sowas aber nur in meinen Wunschträumen gibt (oder? Ich kenne nur Senfpralinen ....), versöhne ich mich mit dem Süss der Schokolade und vergleiche jetzt mal den SCB damit. Für mich ist dieser Club die Krönung der Chocolatierskunst. Eine Praline mit einer Aussenschicht aus knackiger Milchschokolade mit einer Ahnung von Chili, das Innere nussig - mit Stückchen, ein Hauch von Likör, nicht ganz so süss - und einem Pistazienkern in der Mitte. Hat man erst mal die verführerische, crispe Hülle durchbissen, erwarten einem Schicht für Schicht Überraschungen. Immer aufs Neue "Ahhh!" und "Ohhh!" und "Wowhh!".
Und manchmal, es kann vorkommen, verschluckt man sich daran - kommt aus dem Husten gar nicht mehr raus. Aber probiert trotzdem immer wieder, immer aufs Neue. Einmal davon genascht, lässt einem dieser Geschmack nicht mehr los. Nie mehr.
Eine Faszinations-Praline, von Hand als Einzelstück gefertigt.


Unser erster Gegner war diese dunkle Schokolade mit den kleinen Spitzen. Angenehme Nougatfüllung. Am besten in den Mund schieben, lutschen - und das gute Stück löst sich auf in seine Bestandteile auf. Durchschnitt. Erinnert weder an Spektakel, noch an Aussergewöhnliches. Essen - und gut ist.
Es war nicht immer so, aber dieses Mal schon.

Ich persönlich mag kein Marzipan. Ein Gemisch aus zu viel Zucker, Puderzucker und blanchierten, geschälten Mandeln. Eine zähe Masse zum Plomben ziehen, nebst süss bis zum Abwinken mit wenig Eigengeschmack und noch weniger Feuchtigkeit. Eine spröde, klebrige Angelegenheit. Und zum grossen Glück ist gestern Abend meine Marzipan-Pralinen-Mannschaft rausgekippt.
Keine Häme hier und böse Worte, aber auch keineswegs Bedauern. Weg ist weg. Kann uns nicht mehr schaden - kann nicht mehr schwer im Magen liegen.

Warten tut uns nun eine runde Sache: Der EHC Kloten. Im übertragenen Sinne eine Praline mit Tradition und Play-Off-Geschichte. Durchaus eine süsse, dennoch kräftige Sache mit grosser, knackiger Nuss in der Mitte. Die gilt es erst mal zu Beissen. Ein charaktervolles Stück, dessen Geschmack sich erst so richtig entfaltet, wenn man es im Munde hat. Nie sollte man es einfach runterschlucken wollen - es kann sonst in der Speiseröhre hängen bleiben und böse Erstickungsanfälle hervorrufen. Zudem ist da auch reichlich Hochprozentiges drin - also gut aufpassen, dass einem davon nicht schwindlig wird.
Empfehlenswert wäre, diese Flieger-Praline gut zu kauen. Aber so richtig! Und wenn die Masse im Munde schön weich, homogen und angenehm formbar geworden ist, dann erst ans Schlucken denken. Erst dann.
Der EHC-Kloten ist keine "von-der-Hand-in-den-Mund"-Praline. Da könnte einem sonst ganz schnell übel werden.

Weiter will ich jetzt gar nicht in der Tiefe der Pralinenschachtel des Schweizer Hockeys rumwühlen. Von Aussen sieht so vieles gut, irgendwie lecker aus. Aber wie es halt im Leben so ist: auf die Füllung kommt es an! Ob sie schmeckt. Nachhaltig im Abgang ist. Lust auf mehr weckt.
Und falls nicht, dass man sie trotzdem irgendwie runter kriegt. Ghoue oder gschtoche!


In diesem Sinne:
Guten, grossen Bärenhunger und ...

... GEGESSEN WIRD, WAS AUF DEN TISCH KOMMT!

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