Mittwoch, 17. Februar 2010

DAS FENSTER ZUM HIMMEL

Es gibt die leisen Momente.
Sie sind mir nicht weniger eindrücklich als die lauten, turbulenten, fröhlichen Augenblicke.

Wer öfter hier in meinem Blog zu Gaste ist, wer persönlich mit mir zu tun hat - der bekommt manchmal den Eindruck, dass mein Leben aus Lachen, Lieben, gerne Arbeiten, Steppen, Shoppen, Halleluia und Holdrio besteht. Diesen Eindruck scheine ich immer wieder zu hinterlassen.
Dass meine Welt pinkfarben ist, ich auf Wolken wandle, Probleme mit links und kleine Wunder mit rechts erledige. Dass mir nichts unmöglich ist und Wunder schier alltäglich. Nichts mich aus der Bahn wirft, gute Laune Programm ist. Dass meine Ideen mir nicht ausgehen, Antworten auf so viele Fragen parat sind, Kraft eine unerschöpfliche Quelle in mir ist.

Ein guter Teil davon stimmt auch. Aber eben, nur ein Teil.

"Du bist halt irgendwie anders" - wie oft höre ich das. "Du hast mehr Kraft als andere", "Du bist halt Sternenzauber - aus einer anderen Welt".
Bin ich das wirklich? Meinst Du?
An das alles denke ich manchmal, wenn ich in der Wohnung auf der Couch sitze und durch mein Fenster zum Himmel
die Sterne betrachte. Meinen Tag, die Erlebnisse, Revue passieren lasse.

Mein Fenster zum Himmel. Es ist mitten in der hohen Decke des Wohnzimmers. Wie ein Trapez aus Glas gibt es dem Blick freie Sicht nach oben. Für mich ein herrlicher Ausblick! Wenn ich des Nachts alle Lichte lösche, kann ich wie beschrieben die Sterne sehen. Kann träumen, Gedanken nach oben schicken - und Grüsse. Sterne sind mir lieb, sind mir teuer. Wertvolle kleine Diamanten für Alle. Sie kosten nur einen Blick und klein bisschen Aufmerksamkeit. Hat man das Glück und sieht eine Sternschnuppe ihren Glitzerschimmerschweif über das Dunkel des Himmels ziehen, darf man sich was wünschen. Ich will jetzt nicht versprechen, dass jeder Wunsch erfüllt wird. Aber immerhin ... die Chance besteht. Und Chancen hat man immer dort, wo Hoffnungen sind. So hoffe ich denn.


Wenn es regnet, dann klopfen die Tropfen wie ein Singsang auf diese Scheiben. Bin ich müde, dann höre ich dem Tropfenlied zu, werde ganz still und ruhig - und schlafe manchmal sogar auf der Couch ein. Bin ich munter, dann ist es mir eine Freude dem Tropfenspiel zuzuschauen. Wie kleine Perlen, die sich sammeln und als grosse Perle über die Scheibe kullern. Wie sie glitzern, wenn die Sonne nach dem Regen ihre Aufwartung macht! Schön. Ein grauer Regentag? Oder doch eher silbern?

Manchmal schauen Raben in die Wohnung. Frech, ganz aufmerksam und voller Neugierde. Man kann hören, wie sie mit ihren kleinen Krallen über das Glas trippeln. Es schenkt mir immer wieder ein Lächeln. Manchmal gehe ich dann nach oben, auf die Dachterrasse - und füttere diese schwarzen Gesellen. Sie danken es ihrerseits mit Gekrächze. Ich gehe davon aus, dass es freudig ist.

Bei Schnee hat mein Fenster eine Haube, sieht von oben aus wie Sahne auf einem Eisbecher. Dann fühlt man sich wie unter einer schützenden Haube. Die Geräusche von aussen sind gedämpft, so wie auch das Licht, welches nur noch matt durchscheint. Kommt die Wärme, rutscht dann irgendwann diese ganze Schneematte runter, gibt Blick und Licht wieder frei.


Ich kann bei Gewitter den Blitzen zuschauen. Zählen, wie weit der Donner entfernt ist. Kann den Wind erahnen, wenn Wolken über mein Fenster schweben.

Kann der Sonne, ihren Strahlen, bei gutem Wetter Einlass gewähren, im Zentrum der Wohnung. Sie dankt es mit Helligkeit, Wärme, Licht.
Der Pessimist würde jetzt in die Sonne blinzeln und sagen: "Kenn ich - dann sieht man, dass die Scheiben wieder mal geputzt werden müssten. Den Staub auf dem Fernsehmöbel. Die Krümel auf dem Teppich".
Ich fühle, wie gut es tut, diese Wärme auf der Haut. Das Licht in der dunkelsten Ecke. Gutelaune-Gefühle als Geschenk vom Himmel. Merci!

Mein Fenster zum Himmel ist einer der Gründe, warum es mir gut geht. Es sind doch oft nicht die grossen Dinge im Leben, welche unser Glück ausmachen. Auch, aber nicht ausschliesslich. Es sind die Nischen, welche wir uns schaffen. Die vielen kleinen "Tut-mit-gut-Momente". Der Sonnenstrahl hier, der helle Stern oben - und selbst einer dieser kleinen, glitzernden Regentropfen kann es sein. Ein Augenblick in Ruhe.

Was ich letztendlich sagen möchte:
Ich bin nicht stärker als Andere ... aber ich weiss, wo ich Kraft tanken kann.
Ich bin auch nicht anders als Andere ... aber ich getraue mich, stets mich zu sein.
Ich bin nicht glücklicher als Andere ... aber ich weiss, dass das Glück in mir wohnt. Und dass viele kleine Glücke zusammen auch ein grosses Glück ergeben.
Ich habe nicht mehr und nicht weniger Grund zum Lachen als Andere ... aber ich weiss, dass mit ein wenig Aufmerksamkeit dem Leben gegenüber und dem Augenblinzeln im richtigen Moment, die Fröhlichkeit Wegbegleiter wird.
Meine Welt ist nicht farbiger als Deine ... aber ich weiss wo ich hinschauen muss, um mir Farbe ins Leben zu holen.
Und wenn das nicht hilft, hol ich mir den Regenbogen vom Himmel und male meine Welt bunt an.

Jeder Mensch kann sie finden, diese Fenster zum Himmel. Jede Sache die Gefühle in einem weckt, kann so ein Fenster sein. Menschen, Dinge, Orte, Erlebnisse. Alles was man schätzt und respektiert.

Stelle Sinne und Gefühle auf ON. Augen auf! Ohren auf! Arme weit!

DANN GEHT AUCH DAS FENSTER IM HERZEN AUF.

UND DU WIRST LÄCHELN!

Kommentare:

Té la mà Maria - Reus hat gesagt…

very good blog, congratulations
regard from Reus Catalonia
thank you

Sternenzaubers Geschichtenhimmel hat gesagt…

Thank you!

Many greets from Swizterland.
And my smile for you!

Sternenzauber

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