Die Euros sind gewechselt, der Koffer gepackt, die Laune besser denn je.
Es ist soweit - wir gehen auf Deutschland Tournee.
Und ... das ist auch nötig! Sowas von nötig! Ich habe es gerade heute morgen wieder gedacht - in all den 4 Schränken und den 2 Garderobeständern .... nix zum Anziehen da. Na ja, schon. Aber eben doch nicht das, was meine Seele jetzt so dringend braucht. Und mein Herz. Meine Wohlfühlstimmung.
Kennst Du dieses Gefühl? Es beginnt schon bei der Unterwäsche ... heute ist mir zum Beispiel nach Seide auf der Haut. Wenn ich schon auf Reisen gehe, dann aber wohlfühlig, schick und up to date. Nirgendwo in meinem Schrank findet sich jetzt gerade DIE Farbnuance "aubergine" - leicht ins Lila abdriftend. Nirgendwo - auch wenn ich noch so suche!
Geht gaaaar nicht.
Das gleiche Spielchen bei den Jeans, dem Pulli, dem Schal, dem Schmuck, den Schuhen, der Tasche.
Panik macht sich breit.
Ich brauche eine kleidertechnische Rundumerneuerung. Mit den entsprehenden Accessoires. Verständlich - oder?
Verstehst Du mich? Und Du? Du auch nicht? Du da drüben? Du vielleicht...? Haaaallllooooo - versteht mich denn hier niemand?
Na ja, dann werde ich darauf warten, bis eine Frau diese kleine, feine, meine Geschichte liest. :-)
Mein Liebster weiss schon immer ganz genau, was wir jeweils des Samstags in Deutschland tun. Shoppen. Also - nicht dass man(n) mein Notwendigkeit-Shoppen jetzt mit dem üblichen, profanen Lust-Shoppen verwechselt. Es ist was ganz anderes - weil Bedarf.
Wir werden morgen Nachmittag erst mal die Ratinger Innenstadt beglücken. Es hat da so eine kleine Boutique - Vitrinchen heisst sie. Die gefällt mir ganz besonders gut, weil die Kleidergrössen ausschliesslich mit M, L, und XL angegeben werden. Und bei diesem Stretch-T-Shirt letzthin, da bin ich passgenau in M reingeflutscht. Und wenn ich den Jeansknopf aufgemacht hab, hat sich das Hüftgold-Röllchen im Übergang von der Hüfte zur Taille auch nicht sooooooo abgezeichnet. Ich hab dann aber trotzdem L genommen.
Sind die Kaufverhandlungen im Vitrinchen erfolgreich abgeschlossen, geht es 20m weiter rechts in die Boutique Bijoux. Modeschmuck in allen Farben, Formen, Materialien. So muss es im Paradies aussehen! Und es ist erstaunlich - Katerchen ist auch immer wieder total verwundert - ich bin da äusserst talentiert stets neue Teile zu finden, die mich und meine Garderobe optimalst ergänzen. Es ist wie ein kleines Wunder ....
Und ich mag Wunder.
Stehe ich dann mal da, dekoriert wie ein Weihnachtbäumchen, lustwandle ich weiter zu "Nanu-Nana" - da gibt es Handschuhe, Schals und Taschen. Und Dekomaterial. Doch dieses Thema - Deko - ist derart umfangreich und geschichtenträchtig, dass ich ihm später mal eine separate Story widmen werde.
Hat mich mein Allerliebster endlich erfolgreich da rausgelotst (ich sehe ihn vor meinem inneren Augen sich den Schweiss von der Stirn wischen...), machen wir uns auf grosse Fahrt nach Oberhausen.
Oberhausen liegt ca. 20 Min. (ohne Stau...) von Ratingen weg. Es ist dieser Moment, wo ich - die ich ansonsten die Ruhe selber bin, meistens - leicht nervös werde. In Gedanken nochmals meine Kleiderschränke und Bedürfnisse durchgehe, augenrollend und Schultern zuckend die Euros zähle, den Kontostand checke ... und strahlend meine Kreditkarte küsse.
Wir gehen nämlich zum Outlet-Shop meines bevorzugten Kleidergeschäftes.
Rein wissenschaftlich gesehen, passiert dann Folgendes: Es werden Neurotransmitter ausgeschüttet.
Soooo sachlich, wie das nun aber tönt, ist es keinesfalls. Ich würde es eher so beschreiben: Während mein Dopanin das Serotonin zu einem heissen Samba auffordert, tanzen die Oxytocine extatisch zuckend in mir. Noradrenalin verliert völligst die Contenance und flirtet hemmungslos mit den anwesenden Endorphinen. Unterdessen spielt Phenethylamin Luftgitarre, jumpt wildgeworden durch die Adern, ist völlig von der Rolle.
Ich nenne es kurz: Glück. Mir geht es gut! Prima! Super!
Wegen der vergleichbaren Wirkung von Rauschgiften werden Glückshormone auch als körpereigene Drogen oder endogene Drogen bezeichnet - habe gegoogelt und mich schlau gemacht.
Wen wundert es da also, dass mir - die ich völlig zugedröhnt bin und dieses irre Glitzern im Blick habe - alleine schon nur das Wort LAGERVERKAUF Kribbeln im ganzen Körper verursacht. Attackeeeeeeeeeee!!!!!
Um von diesem Trip runterzukommen hilft nur noch: Sich schleunigst in den Laden begeben und die Objekte der Begierde näher begutachten. Und siehe da - kaum sieht man sich mit den neuen Kleidern in Spiegel, legt sich die Aufregung ein bisschen, samtiges Gefühl legt sich um die geschundenen Nerven, der Puls normalisiert sich und alles ist gut.
Peace.
Wetten, dass ich morgen Abend dem besten aller Männer die neue Seidenunterwäsche in der Farbe "aubergine" - leicht ins Lila abdriftend - vorführen kann...? Wetten?
Freitag, 13. November 2009
Donnerstag, 12. November 2009
CURRYWURST, POMMES UND DOPPELT MAYO
Es gibt wenige Dinge welche mein Schatz wirklich vermisst seit er in der Schweiz lebt - mal abgesehen von seiner Familie, den Freunden und dem wunderschönen Marktplatz in Ratingen.
Aber etwas gibt es, worauf er sich immer wieder unheimlich freut, sobald wir uns in Richtung grossen Kanton aufmachen:
Die kleinen Fressbüdchen.
Wenn mein Kater diesen Blick hat - diesen gaaaanz bestimmten Blick, dann will er entweder: den heissesten Kuss den er von mir kriegen kann - oder Currywurst mit einer grossen Portion Pommes und doppelt Mayo.
Die Geschichte hat vor fast 45 Jahren im schönen Städtchen Ratingen bei Düsseldorf ihren Anfang genommen. Klein-Katerchen war vergleichbar mit der italienischen Art von Katern - spindeldürr, drahtig, eher klein und dauernd auf der Jagd nach Essen. Er wuchs heran, mampfend. Die Strassen von Deutschland unterscheiden sich da wirklich sehr zu den unserigen.
Schatz verputze in seinem Leben auf dem Weg von zu Hause bis zur Schule, zur Uni, zur Bank, zum Arbeitsplatz: ungezählte Portionen der eben erwähnten Currywurst mit Beilage - Insiderausdruck: Manta-Schale, oder für Eilige CPM (Currywurst, Pommes, Mayo), zur Abwechslung gelüstete ihn Zwiebelfleisch, Gulasch, Grünkohleintopf mit Mett, alles schnell vom kleinen Büdchen an der Ecke. Natürlich durfte es auch mal der Chinese mit seiner Rührpfanne sein - oder sehr empfehlenswert: der Grieche und sein Gyros mit viel Zwiebeln und Zaziki, die obligaten Pommes. Und für einen Schaschlikspiess, bei dem das Fleisch so locker-mürbe bereits alleine beim Anblick in die Sosse fällt - er gäbe schier sein Leben.
Wahlweise der Türke oben an der Strasse, mit lecker Döner (mit oder ohne scharf), Lamacun, Börek, Salat. Und wenn es ganz deutsch zu- und hergehen soll, dann sind da immer noch die knackigen Thüringer-, Nürnberger- oder Rostbratwürschen. Oder lieber das halbe Grillhähnchen, der rassig gewürzte Schenkel dieses Tierchen? Nicht zu vergessen die Frikadellen in X Ausführungen, die da zum Beispiel heissen: Jägerfrikadelle, Zigeunerfrikadelle, Curryfrikadelle undundund.
Die Pizza mit doppelt Käse um Mitternacht hätte ich beinahe vergessen!
Dazu ein eiskaltes Bierchen. Oder Cola. Gummibärchen hat es zu Hause genug...
Doch der Kerl blieb ein Spargel! Mit dieser gemeinen - uns XL-Models verwehrten - Lizenz zum (Fr)essen. Er genoss und lebte diese Tatsache ausgiebigst in den Strassen von Deutschland.
Blieb dabei immer der Schluck warmes Wasser in der Kurve, blieb ein "Jüngelchen" und war bis mit weit über 20 gezwungen, noch stets den Ausweis vorzeigen, wollte er sich mal "Der weisse Hai 2" im Kino anschauen.
Mit 40 muss er auf ominöse Art und Weise diese Lizenz mitsamt dem Spargel-Gen verloren haben. Unwiederbringlich. Und wurde was er heute ist ... mein wunderschöner, strammer Kater mit Bäuchlein. Noch kein Mann gab mir dieses weiche, kuschelige Gefühl wenn ich meinen Kopf auf ihn bettete. Ich liebe diesen Mann und seine Konturen. Es passt zu ihm. Und wie!
Ohne Schalk und doppelten Boden - er ist der schönste Mann, für mich sowieso!
Morgen Abend müsstest Du meinen Schätzu mal sehen - wie er durch die Gassen und Gässchen Ratingen's spaziert, seine Nase immer schnuppernd im Wind, die nächste Bude könnte schliesslich gleich um die Ecke sein!
Er wird mich mit schmachtenden Augen anschauen, mit diesem Blick aus Puderzuckeraugen garniert mit Sternenglitzerstäubchen auf den Wimpern, das pure Sehnen. Und fragen - mit diesem verruchten, rauchigen Timbre in der Stimme: "Schatz ... weiss Du was ich jetzt will - jetzt gleich?"
Ich, als erfahrende Frau, werde ihn durch meinen dichten Wimpernkranz von unten lasziv anschauen - mit meinem mir eigenen Lockblick, werde ein bisschen die Lippen schürzen, sie mit der Zungenspitze kurz befeuchten - ohne den Blick von ihm zu wenden, versteht sich - und sagen - ebenso rauchig und timbriert wie er vorhin: "...aber klar doch....", ziehe ihn genau in dem Moment zu mir, in dem er sagen wird:
"Du machst mich glücklich!" - dann laut und deutlich dem Mann am Stand hinter mir zurufend: "1 Currywurst mit viel Sosse, 1 grosse Portion Pommes und doppelt Mayo"!
2 x. Bitte!
Nachtrag 13.56h: Mein Katerli hat drum gebeten, doch bitte nicht die feinen Backfische, Fischbrötchen, Rollmöpse, geräucherten Aale und Konsorten zu vergessen......
Aber etwas gibt es, worauf er sich immer wieder unheimlich freut, sobald wir uns in Richtung grossen Kanton aufmachen:
Die kleinen Fressbüdchen.
Wenn mein Kater diesen Blick hat - diesen gaaaanz bestimmten Blick, dann will er entweder: den heissesten Kuss den er von mir kriegen kann - oder Currywurst mit einer grossen Portion Pommes und doppelt Mayo.
Die Geschichte hat vor fast 45 Jahren im schönen Städtchen Ratingen bei Düsseldorf ihren Anfang genommen. Klein-Katerchen war vergleichbar mit der italienischen Art von Katern - spindeldürr, drahtig, eher klein und dauernd auf der Jagd nach Essen. Er wuchs heran, mampfend. Die Strassen von Deutschland unterscheiden sich da wirklich sehr zu den unserigen.
Schatz verputze in seinem Leben auf dem Weg von zu Hause bis zur Schule, zur Uni, zur Bank, zum Arbeitsplatz: ungezählte Portionen der eben erwähnten Currywurst mit Beilage - Insiderausdruck: Manta-Schale, oder für Eilige CPM (Currywurst, Pommes, Mayo), zur Abwechslung gelüstete ihn Zwiebelfleisch, Gulasch, Grünkohleintopf mit Mett, alles schnell vom kleinen Büdchen an der Ecke. Natürlich durfte es auch mal der Chinese mit seiner Rührpfanne sein - oder sehr empfehlenswert: der Grieche und sein Gyros mit viel Zwiebeln und Zaziki, die obligaten Pommes. Und für einen Schaschlikspiess, bei dem das Fleisch so locker-mürbe bereits alleine beim Anblick in die Sosse fällt - er gäbe schier sein Leben.
Wahlweise der Türke oben an der Strasse, mit lecker Döner (mit oder ohne scharf), Lamacun, Börek, Salat. Und wenn es ganz deutsch zu- und hergehen soll, dann sind da immer noch die knackigen Thüringer-, Nürnberger- oder Rostbratwürschen. Oder lieber das halbe Grillhähnchen, der rassig gewürzte Schenkel dieses Tierchen? Nicht zu vergessen die Frikadellen in X Ausführungen, die da zum Beispiel heissen: Jägerfrikadelle, Zigeunerfrikadelle, Curryfrikadelle undundund.
Die Pizza mit doppelt Käse um Mitternacht hätte ich beinahe vergessen!
Dazu ein eiskaltes Bierchen. Oder Cola. Gummibärchen hat es zu Hause genug...
Doch der Kerl blieb ein Spargel! Mit dieser gemeinen - uns XL-Models verwehrten - Lizenz zum (Fr)essen. Er genoss und lebte diese Tatsache ausgiebigst in den Strassen von Deutschland.
Blieb dabei immer der Schluck warmes Wasser in der Kurve, blieb ein "Jüngelchen" und war bis mit weit über 20 gezwungen, noch stets den Ausweis vorzeigen, wollte er sich mal "Der weisse Hai 2" im Kino anschauen.
Mit 40 muss er auf ominöse Art und Weise diese Lizenz mitsamt dem Spargel-Gen verloren haben. Unwiederbringlich. Und wurde was er heute ist ... mein wunderschöner, strammer Kater mit Bäuchlein. Noch kein Mann gab mir dieses weiche, kuschelige Gefühl wenn ich meinen Kopf auf ihn bettete. Ich liebe diesen Mann und seine Konturen. Es passt zu ihm. Und wie!
Ohne Schalk und doppelten Boden - er ist der schönste Mann, für mich sowieso!
Morgen Abend müsstest Du meinen Schätzu mal sehen - wie er durch die Gassen und Gässchen Ratingen's spaziert, seine Nase immer schnuppernd im Wind, die nächste Bude könnte schliesslich gleich um die Ecke sein!
Er wird mich mit schmachtenden Augen anschauen, mit diesem Blick aus Puderzuckeraugen garniert mit Sternenglitzerstäubchen auf den Wimpern, das pure Sehnen. Und fragen - mit diesem verruchten, rauchigen Timbre in der Stimme: "Schatz ... weiss Du was ich jetzt will - jetzt gleich?"
Ich, als erfahrende Frau, werde ihn durch meinen dichten Wimpernkranz von unten lasziv anschauen - mit meinem mir eigenen Lockblick, werde ein bisschen die Lippen schürzen, sie mit der Zungenspitze kurz befeuchten - ohne den Blick von ihm zu wenden, versteht sich - und sagen - ebenso rauchig und timbriert wie er vorhin: "...aber klar doch....", ziehe ihn genau in dem Moment zu mir, in dem er sagen wird:
"Du machst mich glücklich!" - dann laut und deutlich dem Mann am Stand hinter mir zurufend: "1 Currywurst mit viel Sosse, 1 grosse Portion Pommes und doppelt Mayo"!
2 x. Bitte!
Nachtrag 13.56h: Mein Katerli hat drum gebeten, doch bitte nicht die feinen Backfische, Fischbrötchen, Rollmöpse, geräucherten Aale und Konsorten zu vergessen......
Mittwoch, 11. November 2009
DEUTSCHLAND, WIR KOMMEN!
Am Freitag ist es endlich wieder mal soweit: Familienbesuch in Deutschland!
Darauf freue ich mich immer, sehr - auch wenn die Reiserei nervt. Doch die Zeit die wir da verbringen, ist ganz besondere Zeit.
Meine Schwiegerfamilie, Freunde, Bekannte ... ich hab sie lieb.
Am Donnerstag Abend werden wir dann also unsere 7 Sachen packen, meine Habseligkeiten kommen in den kleinen schwarzen Koffer mit den silbernen Sternen drauf ... die ich mit Leucht-Glitzer-Glimmer-Stift selber draufgemalt habe ... Träumerle, ich.
Und am Freitag laden wir unsere Wilhelmine voll (für Noch-Nicht-Insider: Wilhelmine ist unsere grande dame, ein Mazda 626, schon gesetzteren Alters - aber noch immer rassig!) - und ab geht es, Richtung Düsseldorf.
Mein Schätzeli hat früher das Wort "raschmöglichst" doch sehr wörtlich genommen - mit unserem Wilhelminchen ist das nicht empfehlenswert. Nicht, dass sie nicht könnte - und wie sie kann! Bis 180 km/h hat er sie gedrückt - und da war noch Luft gen oben - sie hat geheult. Ich meinerseits hatte Angst, dass mir die Radkappen um die Ohren fliegen, der Keilriemen reisst, Lack zu bröckeln beginnt und es das Dach lupft. Seither gondeln wir mit Wilhelminchen- und Sternenzauber-verträglichen 120 km/h über die Strassen Deutschlands. Besser so.
Ich bin gewissermassen eine Angsthäsin auf der Strasse - eine ungeliebte Beifahrerin. Er sagt: Schisserin! Ab 130 km/h beginne ich nämlich die nichtexistente Bremse zu drücken, verstrebe mich mit Händen und Füssen am Chassis, halte mich an allen möglichen Dingen fest. Mein Blick wird leicht glasig, Atmung und Puls bedenklich schnell, Haare gesträubt, die Haut überzieht sich mit roten Flecken.
Und wehe, ein Auto drückt sich - für mich völligst unerwartet - gefühlte 1,368 cm vor unsere Wilhelmine ... dann schreie ich! Laut! Spitz! ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHHHH!
Uiiiiii ... der ansonsten lammfrommste, gutgelaunteste, liebenswerteste und gutmütigste Schatz aller Schätzelis mutiert augenblicklich zu einer Furie. Ich werde mit dem bösesten aller bösen Blicke bombardiert - er greift sich ans Herz und bezichtigt mich allen Ernstes, sein baldiges Ableben zu forcieren. Seine weichen, so schön geschwungenen Lippen sind nur noch als bleicher Strich sichtbar...
Da heisst es dann aber für mich: OBACHT STERNENZAUBER! Ich bin für 5 Minuten mucksmäuschenstill, atme nur ganz flach und tue so, als sei ich gar nicht da. Jetzt bloss nichts riskieren! Ein falsches Wort - und ich mach ab der nächsten Autobahnraststätte Autostop! Sind 5 Minuten um, räuspere ich mich unaufdringlich. Wenn er DANN nicht durch die Nase schnaubt, lege ich probehalber mit der mir angeborenen Sanftmut meine Hand zärtlichst auf seinen Oberschenkel, streichle ganz sachte und frag mit Säuselstimme und Schmachtblick: "Scha-a-a-a-a-a-a-atz - geht es Dir gu-u-u-ut?"
Wenn er sagt: "Weib Du!" - und seine Hand auf die Meine legt, ist alles wieder paletti und Kater liebt sein Weib. Bleibt es aber still, zieh ich ganz schnell die Hand zurück und starte erst nach weiteren 5 Minuten einen Versöhnungsversuch. Dann ist wieder gut - und ich geb mir eine Heidenmühe NICHT mehr zu schreien. Höchstens im Notfall...
Kommen wir ohne Staus durch (...ich höre in meinem inneren Ohr meinen Schatz bitter-höhnisch lachen...), schaffen wir die Strecke in ca. 7 Std. ER möchte am liebsten in einem Ruck durchfahren - ICH brauche mindestens 2x einen latte macchiato ... und 3x ein Klo. Kaffee ist wassertreibend.
Irgendwann ist es dann aber vollbracht, wir parken vor unserem wunderschönen, kleinen Hotel. Uff! Geschafft!
Endlich wieder meine "neue" Familie umarmen - ich mag sie. Nein, ich liebe sie. Sie sind besonders, sie sind gerade heraus, sie sind herzlich, sie sind ehrlich. Sie haben mich liebevoll aufgenommen und wir schätzen uns gegenseitig.
Sie - meine Schwiegermami - backt die besten Waffeln der Welt und kann so wunderbar Geschichten erzählen! Und er - mein Schwiegerpaps - bei ihm lächelt mein Herz stets ganz besonders. Auch wegen ihm und für ihn schreibe ich diese meine Geschichten, weil ich weiss, dass er sie gerne liest. Es ist schön, wenn er lacht.
Meinen Schwiegereltern habe ich vieles zu verdanken - das Beste (zusammen mit meinen Kindern) sowieso: Ihn, meinen Schatz. Haben sie echt gut hinbekommen! MERCI!
Ach Du, ich hätte Dir so viel zu erzählen - von den Menschen die ich da kennengelernt habe. Von meinen Shoppingabenteuern. Von Currywurst und Schaschlik. Vom deftigen Rheinländer-Charme und heftigen Ruhrpott-Storys.
Doch dazu morgen mehr...
Wir lesen uns. Hier.
Gleicher Ort, gleiche Zeit.
Bist Du dabei?
Darauf freue ich mich immer, sehr - auch wenn die Reiserei nervt. Doch die Zeit die wir da verbringen, ist ganz besondere Zeit.
Meine Schwiegerfamilie, Freunde, Bekannte ... ich hab sie lieb.
Am Donnerstag Abend werden wir dann also unsere 7 Sachen packen, meine Habseligkeiten kommen in den kleinen schwarzen Koffer mit den silbernen Sternen drauf ... die ich mit Leucht-Glitzer-Glimmer-Stift selber draufgemalt habe ... Träumerle, ich.
Und am Freitag laden wir unsere Wilhelmine voll (für Noch-Nicht-Insider: Wilhelmine ist unsere grande dame, ein Mazda 626, schon gesetzteren Alters - aber noch immer rassig!) - und ab geht es, Richtung Düsseldorf.
Mein Schätzeli hat früher das Wort "raschmöglichst" doch sehr wörtlich genommen - mit unserem Wilhelminchen ist das nicht empfehlenswert. Nicht, dass sie nicht könnte - und wie sie kann! Bis 180 km/h hat er sie gedrückt - und da war noch Luft gen oben - sie hat geheult. Ich meinerseits hatte Angst, dass mir die Radkappen um die Ohren fliegen, der Keilriemen reisst, Lack zu bröckeln beginnt und es das Dach lupft. Seither gondeln wir mit Wilhelminchen- und Sternenzauber-verträglichen 120 km/h über die Strassen Deutschlands. Besser so.
Ich bin gewissermassen eine Angsthäsin auf der Strasse - eine ungeliebte Beifahrerin. Er sagt: Schisserin! Ab 130 km/h beginne ich nämlich die nichtexistente Bremse zu drücken, verstrebe mich mit Händen und Füssen am Chassis, halte mich an allen möglichen Dingen fest. Mein Blick wird leicht glasig, Atmung und Puls bedenklich schnell, Haare gesträubt, die Haut überzieht sich mit roten Flecken.
Und wehe, ein Auto drückt sich - für mich völligst unerwartet - gefühlte 1,368 cm vor unsere Wilhelmine ... dann schreie ich! Laut! Spitz! ÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄÄHHHHHHHHH!
Uiiiiii ... der ansonsten lammfrommste, gutgelaunteste, liebenswerteste und gutmütigste Schatz aller Schätzelis mutiert augenblicklich zu einer Furie. Ich werde mit dem bösesten aller bösen Blicke bombardiert - er greift sich ans Herz und bezichtigt mich allen Ernstes, sein baldiges Ableben zu forcieren. Seine weichen, so schön geschwungenen Lippen sind nur noch als bleicher Strich sichtbar...
Da heisst es dann aber für mich: OBACHT STERNENZAUBER! Ich bin für 5 Minuten mucksmäuschenstill, atme nur ganz flach und tue so, als sei ich gar nicht da. Jetzt bloss nichts riskieren! Ein falsches Wort - und ich mach ab der nächsten Autobahnraststätte Autostop! Sind 5 Minuten um, räuspere ich mich unaufdringlich. Wenn er DANN nicht durch die Nase schnaubt, lege ich probehalber mit der mir angeborenen Sanftmut meine Hand zärtlichst auf seinen Oberschenkel, streichle ganz sachte und frag mit Säuselstimme und Schmachtblick: "Scha-a-a-a-a-a-a-atz - geht es Dir gu-u-u-ut?"
Wenn er sagt: "Weib Du!" - und seine Hand auf die Meine legt, ist alles wieder paletti und Kater liebt sein Weib. Bleibt es aber still, zieh ich ganz schnell die Hand zurück und starte erst nach weiteren 5 Minuten einen Versöhnungsversuch. Dann ist wieder gut - und ich geb mir eine Heidenmühe NICHT mehr zu schreien. Höchstens im Notfall...
Kommen wir ohne Staus durch (...ich höre in meinem inneren Ohr meinen Schatz bitter-höhnisch lachen...), schaffen wir die Strecke in ca. 7 Std. ER möchte am liebsten in einem Ruck durchfahren - ICH brauche mindestens 2x einen latte macchiato ... und 3x ein Klo. Kaffee ist wassertreibend.
Irgendwann ist es dann aber vollbracht, wir parken vor unserem wunderschönen, kleinen Hotel. Uff! Geschafft!
Endlich wieder meine "neue" Familie umarmen - ich mag sie. Nein, ich liebe sie. Sie sind besonders, sie sind gerade heraus, sie sind herzlich, sie sind ehrlich. Sie haben mich liebevoll aufgenommen und wir schätzen uns gegenseitig.
Sie - meine Schwiegermami - backt die besten Waffeln der Welt und kann so wunderbar Geschichten erzählen! Und er - mein Schwiegerpaps - bei ihm lächelt mein Herz stets ganz besonders. Auch wegen ihm und für ihn schreibe ich diese meine Geschichten, weil ich weiss, dass er sie gerne liest. Es ist schön, wenn er lacht.
Meinen Schwiegereltern habe ich vieles zu verdanken - das Beste (zusammen mit meinen Kindern) sowieso: Ihn, meinen Schatz. Haben sie echt gut hinbekommen! MERCI!
Ach Du, ich hätte Dir so viel zu erzählen - von den Menschen die ich da kennengelernt habe. Von meinen Shoppingabenteuern. Von Currywurst und Schaschlik. Vom deftigen Rheinländer-Charme und heftigen Ruhrpott-Storys.
Doch dazu morgen mehr...
Wir lesen uns. Hier.
Gleicher Ort, gleiche Zeit.
Bist Du dabei?
Dienstag, 10. November 2009
NOVEMBERTAGE
Ich habe gestern ein schönes, ein wichtiges Gespräch geführt - mit einem lieben Freund.
Danke Dir.
Er hat mir erzählt von den Novembertagen. Von der Melancholie dieser Zeit. Die Tonlage seiner Stimme schwebte bei dieser Beschreibung wie ein rot gefärbtes Blatt, das vom Baum - getragen vom Winde - langsam zu Boden gleitet.
Während dieses Gespräch wie ein munterer Bach dahin plätscherte, füllte sich die eine Waagschale des Novembers mit den Eindrücken der Dunkelheit - die da ist, wenn wir am Morgen aus dem Hause gehen und wieder, wenn wir am Abend nach Hause kommen. Regen legten wir in diese Schale, Regen ... der sich - je länger der November dauert - mit Schnee vermischt.
Ich hatte die Menschen in "meinem" Zug um halb 7 vor Augen und im Sinn ... nicht wirklich gesprächig, in sich gekehrt. Sie gähnen - so oft und so heftig, dass sich schier die Plomben zählen lassen.
Wintermäntel, Schals, Mützen, Stiefel - dunkle Farben. Und es ist viel ruhiger als sonst.
Die junge Frau am Fenster, sie schaut zu wie die Tropfen auf der Scheibe Wege zeichnen.
Ich dachte auch daran, dass ich unseren Balkon so langsam winterfest machen sollte - die Wurzeln des Olivenbaumes zu seinem Schutze gut einpacke - in diese Bubble-Folie, die ich so gerne mag. Auf die Luftbläschen drücken und es knallen lassen.
Ich müsste die pinkige Tischdecke draussen jetzt dann endlich rein nehmen und sie bis zum nächsten Frühling verstauen. Und den Grill gut zudecken ... er erinnert an die vielen schönen Sommerabende auf dem Balkon. Mein Schatz und ich. Mit Freunden. Mit den Kindern. Schön war es.
Wie oft sassen wir bis Mitternacht draussen - satt und zufrieden - vom feinen Lammfilet, herrlichen Kartoffelgratin, den frischen Salaten und vor allem - den guten Gesprächen. Noch die letzten Schlucke Wein zusammen geniessend.
Der erste, gemeinsame Sommer mit ihm, meinem Liebsten. Ein Sommer ohne Abschiede. Was war das schön...
Und ob dieses November-Rückblickes machte sich in mir dieses Gefühl breit, diesem meinem Leben zu Dank verpflichtet zu sein.
Deshalb mache ich HEUTE und JETZT einen Schritt weiter rüber - zur anderen, noch leeren Waagschale. Als Gegengewicht zu des Novembers Schwermut möchte ich reinlegen:
Die bunte Blätterpracht von gold bis violett. Ich möchte Dich dazu verführen, 100gr. heisse, duftende Marroni zu kaufen, Dir die klammen Finger daran zu wärmen - die Marronis zu schälen und zu geniessen. Hol Dir Kerzen - viele, farbige, wohlduftende. Und spüre am Abend ihre Wärme. Probiere Dich durch Teesorten aus Ländern die jetzt Sommer haben, gib nicht einfach einen Würfel Zucker rein, gönne Dir den Luxus von braunen Kandiszuckersticks. Das ist feinster Kandiszucker der an einem Holzstäbchen kristallisiert ist, braun deshalb, weil unter Zugabe von Karamellzucker.
Schenke Dir einen Nachmittag im Bücherladen - setzt Dich da in den tiefsten, weichsten Sessel und vergiss die Zeit.
Gönne Dir ein Suppenkochbuch, lad Freunde ein - geht auf den Markt, holt Kürbisse und Kräuter - und dann kocht. Kocht zusammen, habt Spass, lacht, erzählt euch Geschichten vom Sommer und esst die feine Suppe - mit Sahneschaumhäubchen oben drauf - und viel Schnittlauch darüber.
.
Und am ungemütlichsten aller November-Gammel-Sonntage schreibe einem lieben Menschen einen lieben Brief. Keine Mail und keine SMS - nein, einen richtigen Brief. Du wirst daran Freude haben - und vor allem Freude machen!
Hast Du den Brief dann zur Post gebracht, lass Dir ein Bad ein - gib Mandelöl hinein, Rosenöl und ein paar Tropfen Honig, verwöhne Dich und Deine Sinne. Geniesse es, wie feinduftender Schaum auf der Haut prickelt, schliess Deine Augen und träume Dich wohin Du willst. Träume kennen weder Zeit noch Raum noch Grenzen.
Ich wüsste noch viel mehr, was trübe Novembertage bunt machen könnte. Du auch?
All diese guten Gedanken - und mein Lächeln - lege ich in diese Waagschale, die mir zu leicht vorkam.
Nun - so scheint es - hält es sich die Waage.
Und mir ist, als wäre es im Raum schön warm geworden.
Ich hoffe, bei Dir auch.
Danke Dir.
Er hat mir erzählt von den Novembertagen. Von der Melancholie dieser Zeit. Die Tonlage seiner Stimme schwebte bei dieser Beschreibung wie ein rot gefärbtes Blatt, das vom Baum - getragen vom Winde - langsam zu Boden gleitet.
Während dieses Gespräch wie ein munterer Bach dahin plätscherte, füllte sich die eine Waagschale des Novembers mit den Eindrücken der Dunkelheit - die da ist, wenn wir am Morgen aus dem Hause gehen und wieder, wenn wir am Abend nach Hause kommen. Regen legten wir in diese Schale, Regen ... der sich - je länger der November dauert - mit Schnee vermischt.
Ich hatte die Menschen in "meinem" Zug um halb 7 vor Augen und im Sinn ... nicht wirklich gesprächig, in sich gekehrt. Sie gähnen - so oft und so heftig, dass sich schier die Plomben zählen lassen.
Wintermäntel, Schals, Mützen, Stiefel - dunkle Farben. Und es ist viel ruhiger als sonst.
Die junge Frau am Fenster, sie schaut zu wie die Tropfen auf der Scheibe Wege zeichnen.
Ich dachte auch daran, dass ich unseren Balkon so langsam winterfest machen sollte - die Wurzeln des Olivenbaumes zu seinem Schutze gut einpacke - in diese Bubble-Folie, die ich so gerne mag. Auf die Luftbläschen drücken und es knallen lassen.
Ich müsste die pinkige Tischdecke draussen jetzt dann endlich rein nehmen und sie bis zum nächsten Frühling verstauen. Und den Grill gut zudecken ... er erinnert an die vielen schönen Sommerabende auf dem Balkon. Mein Schatz und ich. Mit Freunden. Mit den Kindern. Schön war es.
Wie oft sassen wir bis Mitternacht draussen - satt und zufrieden - vom feinen Lammfilet, herrlichen Kartoffelgratin, den frischen Salaten und vor allem - den guten Gesprächen. Noch die letzten Schlucke Wein zusammen geniessend.
Der erste, gemeinsame Sommer mit ihm, meinem Liebsten. Ein Sommer ohne Abschiede. Was war das schön...
Und ob dieses November-Rückblickes machte sich in mir dieses Gefühl breit, diesem meinem Leben zu Dank verpflichtet zu sein.
Deshalb mache ich HEUTE und JETZT einen Schritt weiter rüber - zur anderen, noch leeren Waagschale. Als Gegengewicht zu des Novembers Schwermut möchte ich reinlegen:
Die bunte Blätterpracht von gold bis violett. Ich möchte Dich dazu verführen, 100gr. heisse, duftende Marroni zu kaufen, Dir die klammen Finger daran zu wärmen - die Marronis zu schälen und zu geniessen. Hol Dir Kerzen - viele, farbige, wohlduftende. Und spüre am Abend ihre Wärme. Probiere Dich durch Teesorten aus Ländern die jetzt Sommer haben, gib nicht einfach einen Würfel Zucker rein, gönne Dir den Luxus von braunen Kandiszuckersticks. Das ist feinster Kandiszucker der an einem Holzstäbchen kristallisiert ist, braun deshalb, weil unter Zugabe von Karamellzucker.
Schenke Dir einen Nachmittag im Bücherladen - setzt Dich da in den tiefsten, weichsten Sessel und vergiss die Zeit.
Gönne Dir ein Suppenkochbuch, lad Freunde ein - geht auf den Markt, holt Kürbisse und Kräuter - und dann kocht. Kocht zusammen, habt Spass, lacht, erzählt euch Geschichten vom Sommer und esst die feine Suppe - mit Sahneschaumhäubchen oben drauf - und viel Schnittlauch darüber.
.
Und am ungemütlichsten aller November-Gammel-Sonntage schreibe einem lieben Menschen einen lieben Brief. Keine Mail und keine SMS - nein, einen richtigen Brief. Du wirst daran Freude haben - und vor allem Freude machen!
Hast Du den Brief dann zur Post gebracht, lass Dir ein Bad ein - gib Mandelöl hinein, Rosenöl und ein paar Tropfen Honig, verwöhne Dich und Deine Sinne. Geniesse es, wie feinduftender Schaum auf der Haut prickelt, schliess Deine Augen und träume Dich wohin Du willst. Träume kennen weder Zeit noch Raum noch Grenzen.
Ich wüsste noch viel mehr, was trübe Novembertage bunt machen könnte. Du auch?
All diese guten Gedanken - und mein Lächeln - lege ich in diese Waagschale, die mir zu leicht vorkam.
Nun - so scheint es - hält es sich die Waage.
Und mir ist, als wäre es im Raum schön warm geworden.
Ich hoffe, bei Dir auch.
Samstag, 7. November 2009
STERNENZAUBER GOES TAMIFLU
Gestern Abend schon - dieses leichte Frösteln. Und keine Lust auf Kaffee. Bedenklich.
Die Woche war streng, ich hab viel erledigt und wenig geschlafen. Darauf schob ich meine Müdigkeit.
Eine grosse Portion Schlaf mit ohne Wecker - und ich bin wieder die Alte. Moment. Also ... will sagen, ich bin so gut wie neu. Ist halt ein bisschen der Charakter des November´s - sagt man, viele Leute klagen über Müdigkeit. Warum soll es Sternenzauber nicht zumindest für ein paar Stunden auch so gehen?
Ergo ergab ich mich gestern Abend meiner Schlappheit, schlief den Schlaf der Gerechten und erwachte heute morgen voller .... Nichttatendrang.
Alleine die Augenlider zu lupfen empfand ich als Anstrengung. Katerchen brachte mir einen Kaffee ans Bett - und der schmeckte nicht. Ich liess ihn kalt werden. Kalter Kaffee macht schön. Mein Blick vorhin in den Spiegel hat mich daran erinnert, dass er immer noch unangetastet auf dem Nachttisch steht.
Mein Kater litt noch bis gegen halb 12 mit mir im Bett, hüpfte dann aber wie eine Sprungfeder raus und ging Frühstück zubereiten. Die Nummer mit der Sprungfeder hab ich auch probiert, bin aber kläglich am Bettrand gescheitert. Kraftlos ist noch masslos übertrieben. Na ja - immerhin habe ich es aber dann doch zumindest bis zum Computer hin geschafft. Mails lesen und ins Facebook schauen. Freunde treffen ist immer gut wenn es einem schlecht geht - und auf Facebook trifft man immer jemanden. Bloss heute nicht. Einen Kraftakt habe ich dann aber vollbracht, ich bin der Gruppe "Richtige Frauen haben Kurven und richtige Männer wissen das" beigetreten. Immerhin.
Während mein Kater schon wacker ins das neu eröffnete Einkaufszentrum stiefelte, quälte ich mich unter die Dusche. Das Wasser erst schön heiss - und zum Abschluss kalt. Das bringt den trägsten Kreislauf in Schuss und macht fit. Normalerweise. Ich hab einfach nur fürchterlich kalt gekriegt und mich ins warme Bett verkrümelt. Oh dieses erhabene Gefühl - sich in die weichen Kissen sinken zu lassen, die Augen geschlossen zu halten und nur atmen zu müssen. Mhhhh.
Nach einer halben Stunde befand ich aber, dass ich SO meinem Schatz nicht unter die Augen treten will. Er kennt mich ansonsten als Energiebündel welches kaum zu bremsen ist. Diesen guten Eindruck soll er auch künftig haben - also: LOS!
Alleine das Wort LOS liess mir den kalten Schweiss ausbrechen. Aber zumindest mal in den hier im Blog bereits legendären quitschgelben Bademantel und die ebenso bekannten knallrosa Schluppen schlüpfen - das macht doch schon ein ganz anderes Bild!
Ich habe mal nachgelesen: Gelb vermittelt das Gefühl vom Schwerelosigkeit, Heiterkeit, Behaglichkeit und Wärme. Rosa wirkt mädchenhaft, süss und weckt den Beschützerinstinkt.
Also bei Katerchen hatte das Erscheinungsbild meiner Wenigkeit nun folgende Wirkung: Er schaute mich an wie ein Bus, liess die 2 Taschen fallen, sagte *UMHIMMELSWILLEN* und - "Du hast auch schon mal sexier ausgesehen" und "habt ihr in der Schweiz auch so eine Art Notfallarzt?".
Das bisschen Kraft in mir hat sich dann somit auch gleich ins All pulverisiert, mit dem letzten Rest von Energie hab ich mich ins Bett fallen lassen - und mein Liebster hat mir eine Orange gebracht. Sauber geschält, fruchtig und süss. Fein. Hätte ich bloss nicht vorhin noch die Zähne geputzt gehabt. Wääääähh! Aber ich bin ja hart im Nehmen, habe nichts gesagt und tapfer alles runtergeschluckt. Vitamin C ist jetzt wichtig!
Gerade eben habe ich mich doch noch in richtige Kleider gestürzt - und war wirklich Willens, zumindest mit dem Staubsauger durch die Wohnung zu schleichen.
Wurde aber mit strengen Worten des Meisters zurück ins Bett - wahlweise Couch - zitiert. Und: er will mir keinen Kuss geben. Und gerade JETZT hätte ich seinen Kuss nötig. Jetzt, wo es bergab geht.
Überall tut alles weh, ich bibbere vor innerer Kälte - während ER die Balkontüre weit aufmacht ... "es ist heiss hier drinnen...". Punkto Hitze: Ja, die spüre ich nun trotz allem so langsam auch. Sie kriecht mir über die den Rücken hoch - und da tut auch schon alles weh, jeder Muskel, jeder Knochen. Du wirst lachen - der weiche Chefsessel vor dem Compi ist im Augenblick der Platz, wo ich mich noch am Wohlsten fühle. Meine geschundenen Knochen sitzen da irgendwie gut. Im Moment.
Deshalb habe ich die Gunst der Stunde genutzt, Dir hier mein Nöte mitzuteilen. Ich bin halt ein mitteilsamer Mensch.
Und mir scheint - es geht mir schon ein wenig besser.
Das ist das Schöne an Freunden die Zuhören.
Danke.
Die Woche war streng, ich hab viel erledigt und wenig geschlafen. Darauf schob ich meine Müdigkeit.
Eine grosse Portion Schlaf mit ohne Wecker - und ich bin wieder die Alte. Moment. Also ... will sagen, ich bin so gut wie neu. Ist halt ein bisschen der Charakter des November´s - sagt man, viele Leute klagen über Müdigkeit. Warum soll es Sternenzauber nicht zumindest für ein paar Stunden auch so gehen?
Ergo ergab ich mich gestern Abend meiner Schlappheit, schlief den Schlaf der Gerechten und erwachte heute morgen voller .... Nichttatendrang.
Alleine die Augenlider zu lupfen empfand ich als Anstrengung. Katerchen brachte mir einen Kaffee ans Bett - und der schmeckte nicht. Ich liess ihn kalt werden. Kalter Kaffee macht schön. Mein Blick vorhin in den Spiegel hat mich daran erinnert, dass er immer noch unangetastet auf dem Nachttisch steht.
Mein Kater litt noch bis gegen halb 12 mit mir im Bett, hüpfte dann aber wie eine Sprungfeder raus und ging Frühstück zubereiten. Die Nummer mit der Sprungfeder hab ich auch probiert, bin aber kläglich am Bettrand gescheitert. Kraftlos ist noch masslos übertrieben. Na ja - immerhin habe ich es aber dann doch zumindest bis zum Computer hin geschafft. Mails lesen und ins Facebook schauen. Freunde treffen ist immer gut wenn es einem schlecht geht - und auf Facebook trifft man immer jemanden. Bloss heute nicht. Einen Kraftakt habe ich dann aber vollbracht, ich bin der Gruppe "Richtige Frauen haben Kurven und richtige Männer wissen das" beigetreten. Immerhin.
Während mein Kater schon wacker ins das neu eröffnete Einkaufszentrum stiefelte, quälte ich mich unter die Dusche. Das Wasser erst schön heiss - und zum Abschluss kalt. Das bringt den trägsten Kreislauf in Schuss und macht fit. Normalerweise. Ich hab einfach nur fürchterlich kalt gekriegt und mich ins warme Bett verkrümelt. Oh dieses erhabene Gefühl - sich in die weichen Kissen sinken zu lassen, die Augen geschlossen zu halten und nur atmen zu müssen. Mhhhh.
Nach einer halben Stunde befand ich aber, dass ich SO meinem Schatz nicht unter die Augen treten will. Er kennt mich ansonsten als Energiebündel welches kaum zu bremsen ist. Diesen guten Eindruck soll er auch künftig haben - also: LOS!
Alleine das Wort LOS liess mir den kalten Schweiss ausbrechen. Aber zumindest mal in den hier im Blog bereits legendären quitschgelben Bademantel und die ebenso bekannten knallrosa Schluppen schlüpfen - das macht doch schon ein ganz anderes Bild!
Ich habe mal nachgelesen: Gelb vermittelt das Gefühl vom Schwerelosigkeit, Heiterkeit, Behaglichkeit und Wärme. Rosa wirkt mädchenhaft, süss und weckt den Beschützerinstinkt.
Also bei Katerchen hatte das Erscheinungsbild meiner Wenigkeit nun folgende Wirkung: Er schaute mich an wie ein Bus, liess die 2 Taschen fallen, sagte *UMHIMMELSWILLEN* und - "Du hast auch schon mal sexier ausgesehen" und "habt ihr in der Schweiz auch so eine Art Notfallarzt?".
Das bisschen Kraft in mir hat sich dann somit auch gleich ins All pulverisiert, mit dem letzten Rest von Energie hab ich mich ins Bett fallen lassen - und mein Liebster hat mir eine Orange gebracht. Sauber geschält, fruchtig und süss. Fein. Hätte ich bloss nicht vorhin noch die Zähne geputzt gehabt. Wääääähh! Aber ich bin ja hart im Nehmen, habe nichts gesagt und tapfer alles runtergeschluckt. Vitamin C ist jetzt wichtig!
Gerade eben habe ich mich doch noch in richtige Kleider gestürzt - und war wirklich Willens, zumindest mit dem Staubsauger durch die Wohnung zu schleichen.
Wurde aber mit strengen Worten des Meisters zurück ins Bett - wahlweise Couch - zitiert. Und: er will mir keinen Kuss geben. Und gerade JETZT hätte ich seinen Kuss nötig. Jetzt, wo es bergab geht.
Überall tut alles weh, ich bibbere vor innerer Kälte - während ER die Balkontüre weit aufmacht ... "es ist heiss hier drinnen...". Punkto Hitze: Ja, die spüre ich nun trotz allem so langsam auch. Sie kriecht mir über die den Rücken hoch - und da tut auch schon alles weh, jeder Muskel, jeder Knochen. Du wirst lachen - der weiche Chefsessel vor dem Compi ist im Augenblick der Platz, wo ich mich noch am Wohlsten fühle. Meine geschundenen Knochen sitzen da irgendwie gut. Im Moment.
Deshalb habe ich die Gunst der Stunde genutzt, Dir hier mein Nöte mitzuteilen. Ich bin halt ein mitteilsamer Mensch.
Und mir scheint - es geht mir schon ein wenig besser.
Das ist das Schöne an Freunden die Zuhören.
Danke.
Freitag, 6. November 2009
VERLIEBT - VERLOBT - VERHEIRATET
Das mit dem Verlieben war in meinem Falle vergleichbar mit einem glücksbringenden Tsunami.
Der Heiratsantrag und die Verlobung geschahen völligst unerwartet und - es war ein Herzbeben! Diesem Thema werde ich hier bestimmt noch eine Geschichte widmen.
Und die Heirat war ... , ach, sie war .... lass mir bitte hierzu noch die Zeit nach Worten zu suchen, welche dieser Gefühle würdig sind. Auch davon werde ich berichten, versprochen.
Seit dem 09.09.2009 sind wir nun also verheiratet. Griechenland weiss das. Die Schweiz ahnt es. Deutschland vermutet es.
Wir sind sozusagen immer noch im Heiratsprozess drin. Irgendwie ... kompliziert. Irgendwie ... schön.
Es gibt bekanntlich Dinge, die dauern ein bisschen länger als andere.
Seit der weltbeste Mann und ich beschlossen haben, sämtliche kommenden Tage und Nächte, spätere Kukidentvorräte, Pensionskassengelder, Rheumasalben sowie andere Freuden und Sorgen zusammen zu teilen, ist uns dies doch sehr bewusst geworden.
Wichtige Details am Rande: Ich bin eine geschiedene NON-EU Schweizer Alpenrose - dieser Umstand wird noch dadurch erschwert, dass ich meinen ledigen Namen wieder angenommen habe. Mein Schatz ist lediger EU-Deutscher, unsere Heirat fand auf Rhodos / Griechenland statt.
Ein bürokratischer Giftcocktail! Eine bilatere Zeitbombe! Staatenübergreifendes Konfliktpotential!
Hat man denn mal die Liste der zu besorgenden Dokumente in Händen, setzt man sich am besten kurz mal hin, atmet tief durch und vertraut darauf, dass die Beziehung bereits entsprechend gefestigt und krisenfest ist.
Die Schweiz braucht Dokumente .... welche mittels Apostille beglaubigt werden müssen, damit die deutschen Behörden ihrerseits Dokumente ausstellen können, welche wiederum für die Schweiz beglaubigt werden müssen. Ist man mal soweit - was einem Blut, Schweiss, Geduld und zuweilen schier den Verstand kostet - sind unterdessen gute 8 Wochen ins Land gegangen.
Der glückliche Moment - sein Leben von Geburtsurkunde an bis zum Ehefähigkeitszeugnis in Händen zu halten, der dauert nur kurz. Denn besser ist es, im gestreckten Galopp zur Post zu rennen und den ganzen beglaubigten Stapel an Dokumenten mittels TNT Kuriersendung mega-ultra-subito nach Rhodos zu schicken.
Kommt dann die erlösende Mail, dass alles heil und gut angekommen ist, beginnt die Maschinerie auf Rhodos zu rotieren. Alles muss nun übersetzt, von Notaren beglaubigt und an X Stellen weitergeleitet werden. Ich werde den Moment nie vergessen, als wir den Bescheid bekamen: "Alles ok - Papiere komplett - wir erwarten euch am 09.09.2009 in Lindos zur Trauung".
Und wer jetzt meint, mit der Heirat hat es sich dann ... der irrt.
Am 10.09.2009 geht die Geschichte dann nämlich auch schon wieder weiter! Wir lustwandelten dann an besagtem Tage als Ehepaar ins Bürgermeisteramt nach Lindos und mein Mann (mich überzieht immer noch Gänsehaut, wenn ich MEIN MANN schreibe... - vor Freude, versteht sich!) unterschrieb und besiegelte im dortigen Heiratsregister unsere Heirat, welche somit in Griechenland Rechtsgültigkeit erlangte.
Zu vermerken gäbe es vielleicht noch, dass ich nicht zu unterschreiben brauchte. Auf meine diesbezügliche Frage wurde mir lächeln erklärt "Du, Frau Sternenzauber, gehörst jetzt dem Manne".
Randbemerkung: Ihm gehöre ich gerne :-).
Weiter im Text: Die Unterlagen aus Rhodos wurden anschliessend für Schweiz und Deutschland übersetzt. Und vom Notar auf dieser herrlichen Insel beglaubigt. Das ist prima, den die Schweizer Botschaft in Athen musste nun bedient werden. Mit sämtlichen Papieren.
Leute, ich kenne die zuständigen Leute auf den diversen Zivilstandesämtern in der Schweiz, Deutschland und Rhodos unterdessen persönlich - es haben sich sogar Freundschaften gebildet. Ich kenne die Büroöffnungszeiten, die Tarife, die Formularnummern. Weck mich in der Nacht, frag danach - und ich antworte Dir wie aus der Pistole geschossen!
Ist dann vermeintlich alles im Kasten - fehlt blöderweise *HIMMERHERRGOTTNOCHMAL* doch noch des Katerchens Geburtsurkunde - mit Apostille versteht sich, Kopie reicht nicht. Muss nochmals neu angefordert werden. Und wer in Deutschland schon mal Dokumente angefordert hat....
Nach einem Schreikrampf, schlimmen Flüchen von denen ich nicht mal wusste das ich sie kenne - geschweige den auszusprechen wage, weiteren 20 Mails und 5 Wochen später .....
..... fanden wir gestern im Briefkasten das nötige Dokument! Wir sind sofort in unser Lieblingsrestaurant los gezogen und haben einen drauf gemacht!
"So ein Tag, so wunderschööön wie heute ... so ein Tag, der sollte nie vergehn....!" *SCHUNKEL*.
Wohl genau in diesen Minuten wird auf Rhodos das letzte benötigte Papier per Boten zugestellt (ich beobachte das Ganze mittels Status-Meldung im Internet!)
Und dann ... ja dann sind wir nächste Woche auch für die Schweiz und Deutschland offiziell ein Paar! Welch erhabener Moment!
Und bis dahin geniessen wir die wilde Zeit zwischen den Welten von "Sozusagenverheiratet" und "NunistallesunterDachundFach".
Ihn zu heiraten - das hat nun also Wochen gedauert.
Ihn zu lieben - das wird ein Leben lang dauern!
Dessen wage ich mir sicher zu sein.
Der Heiratsantrag und die Verlobung geschahen völligst unerwartet und - es war ein Herzbeben! Diesem Thema werde ich hier bestimmt noch eine Geschichte widmen.
Und die Heirat war ... , ach, sie war .... lass mir bitte hierzu noch die Zeit nach Worten zu suchen, welche dieser Gefühle würdig sind. Auch davon werde ich berichten, versprochen.
Seit dem 09.09.2009 sind wir nun also verheiratet. Griechenland weiss das. Die Schweiz ahnt es. Deutschland vermutet es.
Wir sind sozusagen immer noch im Heiratsprozess drin. Irgendwie ... kompliziert. Irgendwie ... schön.
Es gibt bekanntlich Dinge, die dauern ein bisschen länger als andere.
Seit der weltbeste Mann und ich beschlossen haben, sämtliche kommenden Tage und Nächte, spätere Kukidentvorräte, Pensionskassengelder, Rheumasalben sowie andere Freuden und Sorgen zusammen zu teilen, ist uns dies doch sehr bewusst geworden.
Wichtige Details am Rande: Ich bin eine geschiedene NON-EU Schweizer Alpenrose - dieser Umstand wird noch dadurch erschwert, dass ich meinen ledigen Namen wieder angenommen habe. Mein Schatz ist lediger EU-Deutscher, unsere Heirat fand auf Rhodos / Griechenland statt.
Ein bürokratischer Giftcocktail! Eine bilatere Zeitbombe! Staatenübergreifendes Konfliktpotential!
Hat man denn mal die Liste der zu besorgenden Dokumente in Händen, setzt man sich am besten kurz mal hin, atmet tief durch und vertraut darauf, dass die Beziehung bereits entsprechend gefestigt und krisenfest ist.
Die Schweiz braucht Dokumente .... welche mittels Apostille beglaubigt werden müssen, damit die deutschen Behörden ihrerseits Dokumente ausstellen können, welche wiederum für die Schweiz beglaubigt werden müssen. Ist man mal soweit - was einem Blut, Schweiss, Geduld und zuweilen schier den Verstand kostet - sind unterdessen gute 8 Wochen ins Land gegangen.
Der glückliche Moment - sein Leben von Geburtsurkunde an bis zum Ehefähigkeitszeugnis in Händen zu halten, der dauert nur kurz. Denn besser ist es, im gestreckten Galopp zur Post zu rennen und den ganzen beglaubigten Stapel an Dokumenten mittels TNT Kuriersendung mega-ultra-subito nach Rhodos zu schicken.
Kommt dann die erlösende Mail, dass alles heil und gut angekommen ist, beginnt die Maschinerie auf Rhodos zu rotieren. Alles muss nun übersetzt, von Notaren beglaubigt und an X Stellen weitergeleitet werden. Ich werde den Moment nie vergessen, als wir den Bescheid bekamen: "Alles ok - Papiere komplett - wir erwarten euch am 09.09.2009 in Lindos zur Trauung".
Und wer jetzt meint, mit der Heirat hat es sich dann ... der irrt.
Am 10.09.2009 geht die Geschichte dann nämlich auch schon wieder weiter! Wir lustwandelten dann an besagtem Tage als Ehepaar ins Bürgermeisteramt nach Lindos und mein Mann (mich überzieht immer noch Gänsehaut, wenn ich MEIN MANN schreibe... - vor Freude, versteht sich!) unterschrieb und besiegelte im dortigen Heiratsregister unsere Heirat, welche somit in Griechenland Rechtsgültigkeit erlangte.
Zu vermerken gäbe es vielleicht noch, dass ich nicht zu unterschreiben brauchte. Auf meine diesbezügliche Frage wurde mir lächeln erklärt "Du, Frau Sternenzauber, gehörst jetzt dem Manne".
Randbemerkung: Ihm gehöre ich gerne :-).
Weiter im Text: Die Unterlagen aus Rhodos wurden anschliessend für Schweiz und Deutschland übersetzt. Und vom Notar auf dieser herrlichen Insel beglaubigt. Das ist prima, den die Schweizer Botschaft in Athen musste nun bedient werden. Mit sämtlichen Papieren.
Leute, ich kenne die zuständigen Leute auf den diversen Zivilstandesämtern in der Schweiz, Deutschland und Rhodos unterdessen persönlich - es haben sich sogar Freundschaften gebildet. Ich kenne die Büroöffnungszeiten, die Tarife, die Formularnummern. Weck mich in der Nacht, frag danach - und ich antworte Dir wie aus der Pistole geschossen!
Ist dann vermeintlich alles im Kasten - fehlt blöderweise *HIMMERHERRGOTTNOCHMAL* doch noch des Katerchens Geburtsurkunde - mit Apostille versteht sich, Kopie reicht nicht. Muss nochmals neu angefordert werden. Und wer in Deutschland schon mal Dokumente angefordert hat....
Nach einem Schreikrampf, schlimmen Flüchen von denen ich nicht mal wusste das ich sie kenne - geschweige den auszusprechen wage, weiteren 20 Mails und 5 Wochen später .....
..... fanden wir gestern im Briefkasten das nötige Dokument! Wir sind sofort in unser Lieblingsrestaurant los gezogen und haben einen drauf gemacht!
"So ein Tag, so wunderschööön wie heute ... so ein Tag, der sollte nie vergehn....!" *SCHUNKEL*.
Wohl genau in diesen Minuten wird auf Rhodos das letzte benötigte Papier per Boten zugestellt (ich beobachte das Ganze mittels Status-Meldung im Internet!)
Und dann ... ja dann sind wir nächste Woche auch für die Schweiz und Deutschland offiziell ein Paar! Welch erhabener Moment!
Und bis dahin geniessen wir die wilde Zeit zwischen den Welten von "Sozusagenverheiratet" und "NunistallesunterDachundFach".
Ihn zu heiraten - das hat nun also Wochen gedauert.
Ihn zu lieben - das wird ein Leben lang dauern!
Dessen wage ich mir sicher zu sein.
Donnerstag, 5. November 2009
VON WEGEN EITEL!
Was kann ich denn dafür, dass mein Schätzeli gestern Abend früher nach Hause kam? Normalerweise schubst er seine Kugeln jeweils des Mitttwochs bis gegen 22.00h auf der Bahn rum. Und ich - ich gönne mir in dieser Zeit den ultimativen Wohlfühl-Schönheits-Wellness-Entspannungs-Aufpeppungs-Abend.
Erst mal mariniere ich solange in einem entschlackenden, straffenden, bindegewebeverträglichen und selbstverständlich feuchtigkeitspendenden Maharadscha-Bad, bis meine Fingerspitzen zu schrumpeln beginnen. Wohlduftende Blütenextrake glätten meine Seele, die Oberschenkel und Hüften. Gut so.
Bin ich dann erst mal in dieser Feelgood-Stimmung, dann gehts aber rund. Bei Grösse 46 heisst die Rundumbehandlung nicht nur so - sie ist es auch!
Nachdem ich also den Fluten entstiegen bin, wird meine Haarpracht einbalsamiert - die Pampe ist knallrot, garantiert mir aber dafür einen Seideneffekt mit Depotwirkung. Wunderbar sag ich da nur. Herrlich.
Auf die Zähne wird nun dieses ekelhaft riechende, klebrige Zahnweissgel aufgetragen - wer schön sein will, muss leiden.
Kaum stehe ich dann also im quitschgelben Bademantel, den roten Haaren und den schneeweissen Zähnen da, wird meine Gesichthaut mittels einer Art Schleifpapier babypopofein gemacht - um mir dann den Luxus einer sündhaft teuren Maske aus diesem hochkarätigen 3-Phasenprogramm mit dem Hauch Blattgold zu gönnen. Die Maske ist grün, die Goldpartikel schimmern punktuell dekorativ.
Ist dies alles soweit geschafft, klemme ich mir anschliessend Wattepuschel in diversen Regenbogenfarben zwischend die Zehen und lackiere die Nägel. Das Tüpfelchen auf des Sternenzaubers i.
So drapiere ich mich dann also mitsamt all dieser Farbenpracht aufs Bett, höre dazu schöne Musik, mache begleitend Beckenbodenmuskeltraining und lasse wirken.
Nach 10 Minuten reizt das Zahngel die Schleimhaut, der Haarbalsam ist soweit eingetrocknet dass ich an einen Igel erinnere - und gesichtsmaskenmässig ist das Stadium erreicht, wo bloss nichts mittels eines Lächelns irritiert werden darf ... weil das Ganze sonst zu bröckeln beginnt. Und glaube es mir - das ist nicht unbedingt ein Schritt in Richtung Stärkung des Selbstvertrauens...
Genau in diesem delikaten, persönlichen, intimen Moment - dreht sich der Schlüssel im Schloss und mein Herr und Gebieter tritt ein.
Meine wie seine Schreckensschreie lagen laut Schätzung der herbeigeeilten Nachbarn an der Grenze des Toleranzwertes.
Und dann sagte mein Schatz den verhängnisvollen Satz: "Frau, Du bist eitel!".
Bin ich üüüüüüberhaupt nicht. Bloss auf Optimierung und Ausschöpfung der Möglichkeiten - die da noch sind - bedacht. Das ist alles. Von wegen eitel!!!!
Als wir heute Morgen mit dem Roller wie gewohnt zum Bahnhof fuhren, musste ich - natürlich - nach dem Ausziehen des Helmes meine Frisur wieder richten. Mein Schatz sah grinsend zu und sagte: "Eitel!". Ich lächelte ihn vergebend an, küsste ihn - und legte neuen Lippenstift auf.
Während der ICE auf dem Perron einfuhr, habe ich in den spiegelnden Fenstern meine farbigen Haarfransen mit den Fingerspitzen nochmals nachgerichtet, mir zugelächelt - und darüber sinniert, wie mein Katerli bloss auf sowas kommt .... ich und eitel! PFFFF!
Erst mal mariniere ich solange in einem entschlackenden, straffenden, bindegewebeverträglichen und selbstverständlich feuchtigkeitspendenden Maharadscha-Bad, bis meine Fingerspitzen zu schrumpeln beginnen. Wohlduftende Blütenextrake glätten meine Seele, die Oberschenkel und Hüften. Gut so.
Bin ich dann erst mal in dieser Feelgood-Stimmung, dann gehts aber rund. Bei Grösse 46 heisst die Rundumbehandlung nicht nur so - sie ist es auch!
Nachdem ich also den Fluten entstiegen bin, wird meine Haarpracht einbalsamiert - die Pampe ist knallrot, garantiert mir aber dafür einen Seideneffekt mit Depotwirkung. Wunderbar sag ich da nur. Herrlich.
Auf die Zähne wird nun dieses ekelhaft riechende, klebrige Zahnweissgel aufgetragen - wer schön sein will, muss leiden.
Kaum stehe ich dann also im quitschgelben Bademantel, den roten Haaren und den schneeweissen Zähnen da, wird meine Gesichthaut mittels einer Art Schleifpapier babypopofein gemacht - um mir dann den Luxus einer sündhaft teuren Maske aus diesem hochkarätigen 3-Phasenprogramm mit dem Hauch Blattgold zu gönnen. Die Maske ist grün, die Goldpartikel schimmern punktuell dekorativ.
Ist dies alles soweit geschafft, klemme ich mir anschliessend Wattepuschel in diversen Regenbogenfarben zwischend die Zehen und lackiere die Nägel. Das Tüpfelchen auf des Sternenzaubers i.
So drapiere ich mich dann also mitsamt all dieser Farbenpracht aufs Bett, höre dazu schöne Musik, mache begleitend Beckenbodenmuskeltraining und lasse wirken.
Nach 10 Minuten reizt das Zahngel die Schleimhaut, der Haarbalsam ist soweit eingetrocknet dass ich an einen Igel erinnere - und gesichtsmaskenmässig ist das Stadium erreicht, wo bloss nichts mittels eines Lächelns irritiert werden darf ... weil das Ganze sonst zu bröckeln beginnt. Und glaube es mir - das ist nicht unbedingt ein Schritt in Richtung Stärkung des Selbstvertrauens...
Genau in diesem delikaten, persönlichen, intimen Moment - dreht sich der Schlüssel im Schloss und mein Herr und Gebieter tritt ein.
Meine wie seine Schreckensschreie lagen laut Schätzung der herbeigeeilten Nachbarn an der Grenze des Toleranzwertes.
Und dann sagte mein Schatz den verhängnisvollen Satz: "Frau, Du bist eitel!".
Bin ich üüüüüüberhaupt nicht. Bloss auf Optimierung und Ausschöpfung der Möglichkeiten - die da noch sind - bedacht. Das ist alles. Von wegen eitel!!!!
Als wir heute Morgen mit dem Roller wie gewohnt zum Bahnhof fuhren, musste ich - natürlich - nach dem Ausziehen des Helmes meine Frisur wieder richten. Mein Schatz sah grinsend zu und sagte: "Eitel!". Ich lächelte ihn vergebend an, küsste ihn - und legte neuen Lippenstift auf.
Während der ICE auf dem Perron einfuhr, habe ich in den spiegelnden Fenstern meine farbigen Haarfransen mit den Fingerspitzen nochmals nachgerichtet, mir zugelächelt - und darüber sinniert, wie mein Katerli bloss auf sowas kommt .... ich und eitel! PFFFF!
Mittwoch, 4. November 2009
ICH GESTEHE
Meine Tat ist verjährt - glaube ich wenigstens. Deshalb wage ich auch, Dir davon zu erzählen. Ich tue das aber unter dem Siegel der Verschwiegenheit, flüstere es Dir leise ins Ohr. Also ... PSSSST. Nicht weitersagen!
Vorneweg: Ich würde es jederzeit wieder tun!
Es war einmal ... vor vielen, vielen Jahren. Sohn Moritz war in der Landschulwoche - diese fand unter dem Motto "INDIANER" statt. Der Lehrer von Moritz suchte noch händeringend nach guten Seelen - und so meldete ich mich, nebst 2 anderen Müttern, voller Tatendrang als Hilfssheriff.
Die Kinder hatten uns dann auch bald Namen gegeben: ich wurde getauft auf Häuptling "Schwingende Kelle" - somit muss ich das nähere Einsatzgebiet nicht weiter definieren - oder?
Häuptling "Rollender Donner" hiess der Lehrer, Häuptling "Adlerauge" das arme Wesen welches die Nachtruhe zu überwachen hatte und Häuptling "Geier-Kralle" war die Mutter, der die Finanzen unterstanden.
Also - der Tag der Abreise ins Lager war gekommen:
In einer Eltern-Autokarawane fuhren wir zu unserem damaligen Landschulheim. Ein altes, gemütliche Holzhaus, viel Land drum herum. Bei 24 SchülerInnen ideal. Es durfte also wild rumgetobt und nach Herzenslust gespielt werden.
Und - ich durfte bei den Liedern mitsingen. Erst mal. Wer mich einmal singen gehört hat, der weiss, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist und die Abgeschiedenheit des Hauses meinem Nichttalent entgegen kam.
Schon die Lehrerin in der ersten Klasse sagte bemitleidend zu mir: "Du tönst wie eine kleine Krähe auf dem Misthaufen".
Später habe ich mich zur "grossen Krähe auf dem Misthaufen" weiterentwickelt - und es ist nie besser geworden. Musikalisches Talent habe ich bis zum heutigen Tage nicht bewiesen - aber trotzdem viel Enthusiasmus und Begeisterung. Mein fehlendes Talent mache ich aber problemslos mit der Lautstärke wett - noch heute. Ich schmettere die Töne nur so um mich!
"Rollender Donner" knallte mir nach der ersten Singprobe mit entsetzensgeweiteten Augen ein Tamburin in die Hände und wies mich an, mich künftig darauf zu beschränken. Ooooooooooch!!
Die Kinder allerdings - die wussten meine diesbezüglichen Bemühungen durchaus zu schätzen. Warum hätten sie mich denn sonst in jeder freien Minute in das Wäldchen nebenan geschleppt und sich gewünscht: "Bitte, sing nochmal"!?
Ich fand, dass ich stets heitere, lachende und gutgelaunte Kinder um mich herum hatte...
Nun denn - beim Gutenachtlied für die Kinder durfte ich aber zumindest - leise - mitsummen. Das Wohl der Kinder lag uns schliesslich am Herzen und eventuellen Entwicklungsstörungen oder Kollateralschäden jedwelcher Art musste vorgebeugt werden. Ich nahm mich sehr zurück.
So habe ich mich dann jeweils vor das Haus hinaus verkrümelt, ein paar ruhige Minuten mir ... und den Kindern ... gegönnt.
Bereits am ersten Abend gesellte sich ein kleines, herziges Kätzchen zu mir. Es war dermassen ausgehungert, dass es den Abfall nach essbaren Resten durchwühlte, Salat und Teebeutel frass. So kochte ich ab diesem Abend nicht nur für die Kinder - sondern auch für Betty, so tauften die Kinder und ich das Kätzchen.
Es war fortan treuer Begleiter einer jeden Exkursion - avancierte zum Hauskätzchen und war der Liebling Aller.
Bis am Tage 3 die Bauersfrau vom weit entfernten Hof vor der Türe stand. "Ist die Katze hier?" fragte sie böse. Wir nickten. Sie kam ungebeten ins Haus, packte das kleine Tier im Nacken, schüttelte es kräftig und posaunte alles andere als liebenswert: "Dieses Biest ist das Spielzeug unserer Kinder - wehe, ihr lockt es nochmals weg!" Sagte es und stelzte von dannen - unsere Betty am Kragen vor sich hintragend, auf das kleine Tier einschimpfend.
Betty war ja nicht doof - büxte aus und sass 2 Stunden später wieder bei uns miauend vor dem Haus. Die Bauersfrau allerdings fast zeitgleich.... ihre Tonlage entbehrte aber, im Gegensatz zu Betty, jeglicher Wiedersehensfreude.
Am nächsten Tag spazierten wir an besagten Hofe vorbei - und sahen, dass die Tiere allesamt weder gehegt noch gepflegt wurden. Die Kinder hatten Betty in eine kleine Transportkiste eingesperrt - wohl, damit sie nicht wieder abhaut.
Da keimte in mir der Plan der Pläne.... Betty muss da weg! Und so sammelte ich all meine kriminellen Energien in mir und nahm die Entführung von Betty in Angriff!
Weil ich damals noch kein Handy besass, schlich ich mich in der nächsten Nacht in das 3km entfernte Dorf, telefonierte im Scheine des Vollmondes so lange, bis ich für Betty einen Platz gefunden hatte und schlich mich genauso leise wieder zurück ins Haus.
Am nächsten Morgen weihte ich Häupling "Geier-Kralle" in meine Geheimnisse ein und fand in ihr die perfekte Komplizin!
Es war der letzte Tag im Lager - und wir bereiteten den Kindern ein Abschluss-Essen. Dafür mussten wir ja Einkaufen gehen. Und durfte das Auto von "Rollendem Donner" benutzen ... auch benötigt man zu so einem Grosseinkauf die ganz grossen Einkaufstaschen.
Und in einer dieser Taschen war ... Betty - welche "Geier-Kralle" und ich in einer spektakulären Stürmungsaktion mit Ablenkungsmanövern, nach allen Regeln des Gangstertums gekidnappt hatten.
Wir düsten auf den COOP-Parkplatz im Dorf, dort wartete unsere Mittelsfrau, die Betty - unter verschwörerischem Blicke über die dunkle Sonnenbrille hinweg - in Empfang nahm. Das schreiende Bündel Tasche wechselte wortlos aus unserem Auto in das andere.
Alles in allem war es eine komplikationsreiche Entführung - nur soviel: Unsere Mittelsfrau hat dann leider beim Restaurant Bären in OberXY mit dem Objekt unserer Entführung gewartet, während die Zielperson beim Restaurant Bären in NiederXY wartete. Wie gesagt - Handy war damals noch nicht.
Viele bange, laute und übel riechende Stunden später (Details erspare ich uns...), konnte die "Mission Betty" dann endlich als Erfolg vermeldet werden!
Am Montag früh - noch vor Schulbeginn - schellte bei uns zu Hause das Telefon sturm. Häuptling "Rollender Donner" fragte mich eindringlich: "Kann es sein, dass Du, meine liebe Sternenzauber, was damit zu hast, dass ich um 06.00h ein erzürntes Telefonat der Bauernfamilie Müller kriege???!!!???". Seine Stimme klang irgendwie ... gepresst. "Guten Morgen lieber rollender Donner. Öhm. Ich habe sowas von keine Ahnung wovon Du sprichst....ich gehe davon aus, dass das Kätzchen von einem Fuchs geschnappt wurde. Der Wald ist ja so nah." Ich hörte gurgelnde Laute, ein ersticktes Lachen ... und viele gute Wünsche für den Tag.
Gestanden habe die Tat anlässlich des gemeinsamen Leiter-Nachtessen 3 Wochen später. Ich erntete Applaus.
A) Betty ist heute eine alte Katzendame und geniesst ihr Leben in vollen Zügen
B) Die Lagerzeit war rundum so genial, dass ich 2 Jahre später mit demselben Lehrer und ebenso grosser Begeisterung - aber diesmal mit Sohn Max - ein Comeback gab
C) Rollender Donner und ich sind seit diesem besagten Telefonat
beste Freunde
Vorneweg: Ich würde es jederzeit wieder tun!
Es war einmal ... vor vielen, vielen Jahren. Sohn Moritz war in der Landschulwoche - diese fand unter dem Motto "INDIANER" statt. Der Lehrer von Moritz suchte noch händeringend nach guten Seelen - und so meldete ich mich, nebst 2 anderen Müttern, voller Tatendrang als Hilfssheriff.
Die Kinder hatten uns dann auch bald Namen gegeben: ich wurde getauft auf Häuptling "Schwingende Kelle" - somit muss ich das nähere Einsatzgebiet nicht weiter definieren - oder?
Häuptling "Rollender Donner" hiess der Lehrer, Häuptling "Adlerauge" das arme Wesen welches die Nachtruhe zu überwachen hatte und Häuptling "Geier-Kralle" war die Mutter, der die Finanzen unterstanden.
Also - der Tag der Abreise ins Lager war gekommen:
In einer Eltern-Autokarawane fuhren wir zu unserem damaligen Landschulheim. Ein altes, gemütliche Holzhaus, viel Land drum herum. Bei 24 SchülerInnen ideal. Es durfte also wild rumgetobt und nach Herzenslust gespielt werden.
Und - ich durfte bei den Liedern mitsingen. Erst mal. Wer mich einmal singen gehört hat, der weiss, dass dies keine Selbstverständlichkeit ist und die Abgeschiedenheit des Hauses meinem Nichttalent entgegen kam.
Schon die Lehrerin in der ersten Klasse sagte bemitleidend zu mir: "Du tönst wie eine kleine Krähe auf dem Misthaufen".
Später habe ich mich zur "grossen Krähe auf dem Misthaufen" weiterentwickelt - und es ist nie besser geworden. Musikalisches Talent habe ich bis zum heutigen Tage nicht bewiesen - aber trotzdem viel Enthusiasmus und Begeisterung. Mein fehlendes Talent mache ich aber problemslos mit der Lautstärke wett - noch heute. Ich schmettere die Töne nur so um mich!
"Rollender Donner" knallte mir nach der ersten Singprobe mit entsetzensgeweiteten Augen ein Tamburin in die Hände und wies mich an, mich künftig darauf zu beschränken. Ooooooooooch!!
Die Kinder allerdings - die wussten meine diesbezüglichen Bemühungen durchaus zu schätzen. Warum hätten sie mich denn sonst in jeder freien Minute in das Wäldchen nebenan geschleppt und sich gewünscht: "Bitte, sing nochmal"!?
Ich fand, dass ich stets heitere, lachende und gutgelaunte Kinder um mich herum hatte...
Nun denn - beim Gutenachtlied für die Kinder durfte ich aber zumindest - leise - mitsummen. Das Wohl der Kinder lag uns schliesslich am Herzen und eventuellen Entwicklungsstörungen oder Kollateralschäden jedwelcher Art musste vorgebeugt werden. Ich nahm mich sehr zurück.
So habe ich mich dann jeweils vor das Haus hinaus verkrümelt, ein paar ruhige Minuten mir ... und den Kindern ... gegönnt.
Bereits am ersten Abend gesellte sich ein kleines, herziges Kätzchen zu mir. Es war dermassen ausgehungert, dass es den Abfall nach essbaren Resten durchwühlte, Salat und Teebeutel frass. So kochte ich ab diesem Abend nicht nur für die Kinder - sondern auch für Betty, so tauften die Kinder und ich das Kätzchen.
Es war fortan treuer Begleiter einer jeden Exkursion - avancierte zum Hauskätzchen und war der Liebling Aller.
Bis am Tage 3 die Bauersfrau vom weit entfernten Hof vor der Türe stand. "Ist die Katze hier?" fragte sie böse. Wir nickten. Sie kam ungebeten ins Haus, packte das kleine Tier im Nacken, schüttelte es kräftig und posaunte alles andere als liebenswert: "Dieses Biest ist das Spielzeug unserer Kinder - wehe, ihr lockt es nochmals weg!" Sagte es und stelzte von dannen - unsere Betty am Kragen vor sich hintragend, auf das kleine Tier einschimpfend.
Betty war ja nicht doof - büxte aus und sass 2 Stunden später wieder bei uns miauend vor dem Haus. Die Bauersfrau allerdings fast zeitgleich.... ihre Tonlage entbehrte aber, im Gegensatz zu Betty, jeglicher Wiedersehensfreude.
Am nächsten Tag spazierten wir an besagten Hofe vorbei - und sahen, dass die Tiere allesamt weder gehegt noch gepflegt wurden. Die Kinder hatten Betty in eine kleine Transportkiste eingesperrt - wohl, damit sie nicht wieder abhaut.
Da keimte in mir der Plan der Pläne.... Betty muss da weg! Und so sammelte ich all meine kriminellen Energien in mir und nahm die Entführung von Betty in Angriff!
Weil ich damals noch kein Handy besass, schlich ich mich in der nächsten Nacht in das 3km entfernte Dorf, telefonierte im Scheine des Vollmondes so lange, bis ich für Betty einen Platz gefunden hatte und schlich mich genauso leise wieder zurück ins Haus.
Am nächsten Morgen weihte ich Häupling "Geier-Kralle" in meine Geheimnisse ein und fand in ihr die perfekte Komplizin!
Es war der letzte Tag im Lager - und wir bereiteten den Kindern ein Abschluss-Essen. Dafür mussten wir ja Einkaufen gehen. Und durfte das Auto von "Rollendem Donner" benutzen ... auch benötigt man zu so einem Grosseinkauf die ganz grossen Einkaufstaschen.
Und in einer dieser Taschen war ... Betty - welche "Geier-Kralle" und ich in einer spektakulären Stürmungsaktion mit Ablenkungsmanövern, nach allen Regeln des Gangstertums gekidnappt hatten.
Wir düsten auf den COOP-Parkplatz im Dorf, dort wartete unsere Mittelsfrau, die Betty - unter verschwörerischem Blicke über die dunkle Sonnenbrille hinweg - in Empfang nahm. Das schreiende Bündel Tasche wechselte wortlos aus unserem Auto in das andere.
Alles in allem war es eine komplikationsreiche Entführung - nur soviel: Unsere Mittelsfrau hat dann leider beim Restaurant Bären in OberXY mit dem Objekt unserer Entführung gewartet, während die Zielperson beim Restaurant Bären in NiederXY wartete. Wie gesagt - Handy war damals noch nicht.
Viele bange, laute und übel riechende Stunden später (Details erspare ich uns...), konnte die "Mission Betty" dann endlich als Erfolg vermeldet werden!
Am Montag früh - noch vor Schulbeginn - schellte bei uns zu Hause das Telefon sturm. Häuptling "Rollender Donner" fragte mich eindringlich: "Kann es sein, dass Du, meine liebe Sternenzauber, was damit zu hast, dass ich um 06.00h ein erzürntes Telefonat der Bauernfamilie Müller kriege???!!!???". Seine Stimme klang irgendwie ... gepresst. "Guten Morgen lieber rollender Donner. Öhm. Ich habe sowas von keine Ahnung wovon Du sprichst....ich gehe davon aus, dass das Kätzchen von einem Fuchs geschnappt wurde. Der Wald ist ja so nah." Ich hörte gurgelnde Laute, ein ersticktes Lachen ... und viele gute Wünsche für den Tag.
Gestanden habe die Tat anlässlich des gemeinsamen Leiter-Nachtessen 3 Wochen später. Ich erntete Applaus.
A) Betty ist heute eine alte Katzendame und geniesst ihr Leben in vollen Zügen
B) Die Lagerzeit war rundum so genial, dass ich 2 Jahre später mit demselben Lehrer und ebenso grosser Begeisterung - aber diesmal mit Sohn Max - ein Comeback gab
C) Rollender Donner und ich sind seit diesem besagten Telefonat
beste Freunde
Montag, 2. November 2009
WIR HABEN UNS GETRENNT
Ja, gestern Abend ist es nun wirklich passiert. Mein herzallerliebster Schatz und ich haben uns getrennt. Für ganze 2 Stunden. Kennst Du das Buch "Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus"? Ich möchte diesem Statement folgende These hinzufügen: "Männer sind von BummBumm-City, Frauen von Tempo-Zentrum".
Nix verstehn? Das geht so:
Der bester aller Männer umsorgte mich schon den ganzen Sonntag Spät-Nachmittag mit allem, was ich gerne mag: Latte macchiato, Komplimente, Küsschen, Streicheleinheiten, Lächeln. Las mir jeden Wunsch von den sonntagsfaulen Äugelein ab, brachte sogar unaufgefordert den Müll runter.
Er streichelte mir durchs Haar, während ich in der "Lindenstrasse" mitlebte um mich anschliessend bei Kai Pflaume durch "NUR DIE LIEBE ZÄHLT" zu schluchzen.
Dies alles tat mein Schatz für mich, obschon ich ihm im schwarzen Housedress mit den schönen Swarovski-Blingbling-Steinchen drauf, den quitschrosa Plüsch-Schluppen und der Extrem-Bed-Look-Frisur nicht unbedingt Anlass dazu gab.
Als mein wundervoller, herzensguter, fürsorglicher und bester Schatz aller Zeiten dann auch noch erwartungsvoll, mit Glitzeraugen sagte: "Schöne, weisst Du was heute Abend im Fernsehprogramm ist...?" - da fiel ich ihm jubelnd um den Hals: "Oh Katerchen, sooo schön - finde ich mega, dass Du mit mir TITANIC schaust - ich liebe Dich!".
Irgendwie ... passte seine anschliessende Reaktion auf meine Vorfreude nicht in den gewohnten "Schätzchen-Raster". Er schaute sich leicht verlegen und intensiv im Wohnzimmer um, nestelte an seiner Jogginghose rum, zupfelte seine ungekämmten Löckchen und nuschelte leise vor sich hin : "warjetztnichtgraddaswasichmeinte...". HÄ?
Um der Geschichte die Spannung zu nehmen und meiner aus tiefstem Herzen empfundenen Empörung Luft zu machen: Neeeeeee, mein Mann wollte nicht - Hand in Hand mit mir auf dem Sofa sitzend, mir Tempotaschentücher reichend und mich in der Hoffnung unterstützend, dass die TITANIC diesmal nicht sinken möge, dass Leonardo di Caprio überlebt und sich für Kate Winslet alles zum Guten wendet - mich in meinen Wünschen auf ein Happy-End bestärken. Nein.
NEIN. Der Mann wollte schauen: STIRB LANGSAM - TEIL 4. Mit Bruce Willis. *EMPÖRUNGMEINERSEITS*
Als Hardcore-Romantikerin bekam ich sogleich Schnapp-Atmung.
Ich probierte es erst auf die samtweiche Tour: "Ach Schätzchen, so ein schöner Sonntag Abend - wir machen es uns richtig kuschelig, ich geh Dir auch noch Chips holen und ein feines, kühles Bier, ich massiere Dir den Nacken und bin überhaupt ganz lieb - und dann gucken wir gemeinsam TITANIC". JA??
Und was sagt der Mann zu einem solchen Angebot. "NÖ".
Ok - er wollte es ja nicht anders - dann kommt halt die harte Tour: "Da wir nur einen Fernseher haben und ich meinen Wunsch zuerst sagte, schauen wir TITANIC. Basta."
Ich mag nicht, wenn er so süffisant lächelt. Aber als er dann sagte: "Ich geh bei Wilma schauen", das war dann doch zu viel für mich. Prima - erst macht er mir den Abend kaputt und dann noch eine andere Frau. Meine Haut übertüpfelte sich vor lauter Aufregung wieder mit roten Punkten, meine Augen füllten sich mit Tränen. Keine 2 Monate verheiratet - und er geht schon zu dieser Wilma! Was hat die was ich nicht hab????
Schatz konnte mich dann aber innert nützlicher Frist und knapp vor dem Nervenzusammenbruch doch noch beruhigen - "Wilmaa" ist das Internet-Fernseh-Programm. Jaja, das sind die Errungenschaften von Internet. Man kann da auch Fernsehen schauen. Stirb langsam.
Er appellierte dann an sein Recht Mann zu sein, redete anschliessend mit Engelszungen auf mich ein - und dass er den Film ja gerne eigentlich mit mir - am allerliebsten mit mir - anschauen würde, er aber wisse, dass ich so Zeug nicht mag und das alles was über BAMBI hinausgeht nichts für meine schwachen Nerven ist. Er aber doch auch mal dürfe. So mit viel Action und Bummbumm und Boing und Zack.
Ach ja.
Nun gut - ich bin ja eine mitten im Leben stehende Frau der Tat - mit viel Verständnis für die Ungereimtheiten des Lebens. So auch für die Männer. Und willigte dann letztendlich einer 2-stündigen Trennung zu. Schweren Herzens.
So stieg ich also um 20.00h mit Leonardo und Kate in diesen grossen Dampfer - während sich mein Schatz zum langsam Sterben begab. Wir küssten uns in der Diele nochmals heiss und innig, sagten tschüss, winkten ... jeder ging seines Weges - ich liess mich auf dem Sofa nieder, er ging ins Zimmer mit dem PC.
Gerade wurden auf meinem Dampfer die ersten zarten Bande geknüpft - da kam Katerchen kurz zu mir zu Besuch. Bruce Willis machte Pause. Während sich vor mir schon ein Berg weisser Tempos türmten, glitzerten die Augen meines Schätzelis glücklich und zufrieden. "Wowwh - dieses Bummbumm mach total Spass - irre diese Ägschen!". Auf meine Frage, wie denn die Handlung so an und für sich sei, die Antwort: "Handlung - was Handlung?".
Ist ja schon gut, so detailliert wollte ich es doch gar nicht wissen. Er warf mir noch eine Kusshand zu - weg war er wieder.
So ging es den ganzen Abend - Schatz schien mir um ca. 40 Jahre verjüngt (er hat Jahrgang 1964), machte Fäuste und schlug imaginäre Feinde in die Flucht, ahmte die Geräusche des Treckers nach, der gerade ichweissnichtwas gnadenlos überrollt hatte, schien voller Energie und sichtlich beeindruckt ob des langsamen Sterbens.
Ich muss nicht alles verstehen - oder?
Unterdessen war ich gerade soweit, mich von Leonardo nur mit dem blauen Herzdiamanten zeichnen zu lassen - gerade da kam Katerchen satt und zufrieden hereinspaziert und schien extrem seine Mitte gefunden zu haben. Aus meiner Sicht hätte er mich jetzt mit ihm - mit Leo - noch so 10 Minuten alleine lassen können. Na ja, frau kann nicht alles haben.
So gesellte sich dann also mein Herzblatt zu mir, wir schauten uns Hand in Hand TITANIC gemeinsam zu Ende an, er tupfte mir Tränchen von der Wange, kraulte mein Haar und seufzte zufrieden. Ich auch.
Ich liebe grosse Jungs.
IHN ganz besonders!
Nix verstehn? Das geht so:
Der bester aller Männer umsorgte mich schon den ganzen Sonntag Spät-Nachmittag mit allem, was ich gerne mag: Latte macchiato, Komplimente, Küsschen, Streicheleinheiten, Lächeln. Las mir jeden Wunsch von den sonntagsfaulen Äugelein ab, brachte sogar unaufgefordert den Müll runter.
Er streichelte mir durchs Haar, während ich in der "Lindenstrasse" mitlebte um mich anschliessend bei Kai Pflaume durch "NUR DIE LIEBE ZÄHLT" zu schluchzen.
Dies alles tat mein Schatz für mich, obschon ich ihm im schwarzen Housedress mit den schönen Swarovski-Blingbling-Steinchen drauf, den quitschrosa Plüsch-Schluppen und der Extrem-Bed-Look-Frisur nicht unbedingt Anlass dazu gab.
Als mein wundervoller, herzensguter, fürsorglicher und bester Schatz aller Zeiten dann auch noch erwartungsvoll, mit Glitzeraugen sagte: "Schöne, weisst Du was heute Abend im Fernsehprogramm ist...?" - da fiel ich ihm jubelnd um den Hals: "Oh Katerchen, sooo schön - finde ich mega, dass Du mit mir TITANIC schaust - ich liebe Dich!".
Irgendwie ... passte seine anschliessende Reaktion auf meine Vorfreude nicht in den gewohnten "Schätzchen-Raster". Er schaute sich leicht verlegen und intensiv im Wohnzimmer um, nestelte an seiner Jogginghose rum, zupfelte seine ungekämmten Löckchen und nuschelte leise vor sich hin : "warjetztnichtgraddaswasichmeinte...". HÄ?
Um der Geschichte die Spannung zu nehmen und meiner aus tiefstem Herzen empfundenen Empörung Luft zu machen: Neeeeeee, mein Mann wollte nicht - Hand in Hand mit mir auf dem Sofa sitzend, mir Tempotaschentücher reichend und mich in der Hoffnung unterstützend, dass die TITANIC diesmal nicht sinken möge, dass Leonardo di Caprio überlebt und sich für Kate Winslet alles zum Guten wendet - mich in meinen Wünschen auf ein Happy-End bestärken. Nein.
NEIN. Der Mann wollte schauen: STIRB LANGSAM - TEIL 4. Mit Bruce Willis. *EMPÖRUNGMEINERSEITS*
Als Hardcore-Romantikerin bekam ich sogleich Schnapp-Atmung.
Ich probierte es erst auf die samtweiche Tour: "Ach Schätzchen, so ein schöner Sonntag Abend - wir machen es uns richtig kuschelig, ich geh Dir auch noch Chips holen und ein feines, kühles Bier, ich massiere Dir den Nacken und bin überhaupt ganz lieb - und dann gucken wir gemeinsam TITANIC". JA??
Und was sagt der Mann zu einem solchen Angebot. "NÖ".
Ok - er wollte es ja nicht anders - dann kommt halt die harte Tour: "Da wir nur einen Fernseher haben und ich meinen Wunsch zuerst sagte, schauen wir TITANIC. Basta."
Ich mag nicht, wenn er so süffisant lächelt. Aber als er dann sagte: "Ich geh bei Wilma schauen", das war dann doch zu viel für mich. Prima - erst macht er mir den Abend kaputt und dann noch eine andere Frau. Meine Haut übertüpfelte sich vor lauter Aufregung wieder mit roten Punkten, meine Augen füllten sich mit Tränen. Keine 2 Monate verheiratet - und er geht schon zu dieser Wilma! Was hat die was ich nicht hab????
Schatz konnte mich dann aber innert nützlicher Frist und knapp vor dem Nervenzusammenbruch doch noch beruhigen - "Wilmaa" ist das Internet-Fernseh-Programm. Jaja, das sind die Errungenschaften von Internet. Man kann da auch Fernsehen schauen. Stirb langsam.
Er appellierte dann an sein Recht Mann zu sein, redete anschliessend mit Engelszungen auf mich ein - und dass er den Film ja gerne eigentlich mit mir - am allerliebsten mit mir - anschauen würde, er aber wisse, dass ich so Zeug nicht mag und das alles was über BAMBI hinausgeht nichts für meine schwachen Nerven ist. Er aber doch auch mal dürfe. So mit viel Action und Bummbumm und Boing und Zack.
Ach ja.
Nun gut - ich bin ja eine mitten im Leben stehende Frau der Tat - mit viel Verständnis für die Ungereimtheiten des Lebens. So auch für die Männer. Und willigte dann letztendlich einer 2-stündigen Trennung zu. Schweren Herzens.
So stieg ich also um 20.00h mit Leonardo und Kate in diesen grossen Dampfer - während sich mein Schatz zum langsam Sterben begab. Wir küssten uns in der Diele nochmals heiss und innig, sagten tschüss, winkten ... jeder ging seines Weges - ich liess mich auf dem Sofa nieder, er ging ins Zimmer mit dem PC.
Gerade wurden auf meinem Dampfer die ersten zarten Bande geknüpft - da kam Katerchen kurz zu mir zu Besuch. Bruce Willis machte Pause. Während sich vor mir schon ein Berg weisser Tempos türmten, glitzerten die Augen meines Schätzelis glücklich und zufrieden. "Wowwh - dieses Bummbumm mach total Spass - irre diese Ägschen!". Auf meine Frage, wie denn die Handlung so an und für sich sei, die Antwort: "Handlung - was Handlung?".
Ist ja schon gut, so detailliert wollte ich es doch gar nicht wissen. Er warf mir noch eine Kusshand zu - weg war er wieder.
So ging es den ganzen Abend - Schatz schien mir um ca. 40 Jahre verjüngt (er hat Jahrgang 1964), machte Fäuste und schlug imaginäre Feinde in die Flucht, ahmte die Geräusche des Treckers nach, der gerade ichweissnichtwas gnadenlos überrollt hatte, schien voller Energie und sichtlich beeindruckt ob des langsamen Sterbens.
Ich muss nicht alles verstehen - oder?
Unterdessen war ich gerade soweit, mich von Leonardo nur mit dem blauen Herzdiamanten zeichnen zu lassen - gerade da kam Katerchen satt und zufrieden hereinspaziert und schien extrem seine Mitte gefunden zu haben. Aus meiner Sicht hätte er mich jetzt mit ihm - mit Leo - noch so 10 Minuten alleine lassen können. Na ja, frau kann nicht alles haben.
So gesellte sich dann also mein Herzblatt zu mir, wir schauten uns Hand in Hand TITANIC gemeinsam zu Ende an, er tupfte mir Tränchen von der Wange, kraulte mein Haar und seufzte zufrieden. Ich auch.
Ich liebe grosse Jungs.
IHN ganz besonders!
Sonntag, 1. November 2009
MEINE 3 MUSKETIERCHEN
Ich arbeite da, wo viele Andere gerne arbeiten möchten. In einem Familienbetrieb, der seinem Namen alle Ehre macht. Ist man mal Teil dieser Crew, gehört man eben zur Familie. Darauf bin ich sehr stolz. Es erklärt einen grossen Teil meiner Begeisterung und Freude hinsichtlich meiner Arbeit.
Ich muss mich wohl fühlen, muss glücklich sein, ausgefüllt - damit ich das Beste geben kann, was ich zu geben imstande bin.
Dazu brauche ich Menschen - nicht bloss Leute. Diese Menschen habe ich gefunden. 3 davon sind...
... "meine Küken" - die Lehrlinge - auf sie habe ich ein besonderes Auge gerichtet. Der mir angeborene Glucken-Instinkt bewacht meine "Kleinen" mit liebevoller Fürsorge und einem stetig wachen Auge. Vielleicht müsste ich der Gerechtigkeit halber noch anfügen, dass die Kleinen mich im Durchschnitt um eine gute Kopflänge überragen, mitten im Leben stehende Männer sind, 18 / 24 und 25 Jahre alt und bis auf den Jüngsten mittlerweile der Lehre entwachsen.
Nicht aber meinem behütenden Augapfel-Beschützer-Blick und dem besonderen Gefühl für sie.
Sie alle möchten bestimmt nicht ihren richtigen Namen hier lesen - ich nenne sie deshalb mit schelmischem Lächeln meine 3 Muske(l)tiere - Athos, Porthos und Aramis. Jeder meiner 3 Helden hat ganz spezielle Fähigkeiten, Charakterzüge und eine ausgesprochene Persönlichkeit.
Jedem Einzelnen meiner 3 Jungs möchte ich hier eine kleine Geschichte widmen - sie sind es wert. Es sind Menschen, auf die ich mich jeden Tag freue, die mich und mein Leben bereichern, die es mit viel Humor und Menschlichkeit verstehen, mich immer aufs Neue für sie einzunehmen.
Für jeden dieser 3 würde ich ohne mit der Wimper zu zucken durchs Feuer gehen, würde mich vor sie hinstellen, für sie da sein. Wer Böses mit "meinen" Musketierchen im Sinne hat - der muss erst mal an mir vorbei.
Soviel zur Ausgangslage.
Da wo ich ganz doll warm kriege, wenn ich an ihn denke - dass ist Athos. Athos ist ein besonnener, ruhiger, zurückhaltender Mann. Er ist einer der besondersten Menschen die ich kenne - und könnte man Menschen unter Artenschutz stellen - Athos Art müsste es sein. Um es ein wenig überspitzt zu sagen: Er ist zu gut für diese Welt. Er ist der Mensch, der niemandem je ein Leid zufügen würde, keiner Sache, keinem Tierchen, keinem Menschen - und vor allem ist er der Mensch, der einem soviel Vertrauen entgegen bringt, dass auch ihm niemand je was Böses tun könnte.
Die einen würden ihn vielleicht arglos nennen , ich finde das passt nicht - er ist für mich ein kleiner Held in dieser unserer Zeit, ein Mensch der keine Stacheln, Ecken und Kanten braucht, keine Gewalt und keine bösen Worte um seine Ziele zu erreichen. Er hat Gentleman-Eigenschaften - und allein dafür macht man ihm und seinem Wesen mit einladender Geste Platz - ich bewundere ihn, schätze ihn und habe ihn wahnsinnig gern, unter anderem genau deswegen. Er ist ein Gutmensch. Und von seiner Sorte müsste es mehr geben.
Seine Witze sind legendär, irgendwie vermasselt er immer die Pointe - vergisst sie, kommt zu früh damit raus. Wenn er mich zu erschrecken versucht - dann so sachte und mit vorsorgerischer Fürsorge, dass ich mich auf keinen Fall erschrecke. Er ist stets höflich und darauf bedacht, dem Anderen nie auf die Füsse zu treten. Und sollten seinem Temperament - welches so glatt ist wie die ruhende See, einmal völlig die Pferde durchgehen, dann tut er dies mit einer Bedachtheit die seinesgleichen sucht. Statt einem dann mit Anlauf auf die Zehen zu trampelt, tippt er leise mal dran und entschuldigt sich auch gleich dafür.
Ich lach mich noch heute schlapp, wenn ich an den Tag denke, als der Fax vermeintlich Faxen machte. Und alles wegen Athos. Ich werde mich nie ganz davon erholen. Was damals war, ist heute legendär und es vergeht nicht ein Monat, wo all das nicht irgendwie irgendwann aufs Tapet kommt und wir uns gemeinsam mit Athos diesem herrlichen Momente in der Erinnerung ergeben.
Athos kam zu mir nach vorne ins Büro - "Duuuuu, Sternenzauber, könntest Du mir mal bitte helfen? Ich muss da was durchfaxen, hab so was noch nie gemacht."
Seine treuen, samtigen, unschuldigen Bernhardineraugen schauten mich an - so dass ich gleich alles stehen und liegen liess, mich dem Wunsche meines Kükens Athos zuwandte. "Klar doch, gib mal her. Wir machen das jetzt zusammen".
Beide gingen wir rüber zum Fax, ich legte das Papier oben ein, wählte die Nummer die Athos mir sagte und drücke START.
Athos sah mir voller Bewunderung zu - der Umgang mit solchen Geräten ist ihm stets ein wenig suspekt und umso mehr ist er des Lobes voll, wenn ein Anderer damit umgehen kann (während er problemlos ganze Autos in ihre Einzelteile zerlegt, repariert und wieder instand stellt - als wäre es das Normalste der Welt).
Zurück zum Fax. Wie gesagt, die Nummer war eingestellt - und es machte TUUUUT TUUUUUT TUUUUUUUUT .... dann kam das berühmte Piepszeichen, das Papier wurde durch den Fax gezogen, somit auch übermittelt - kam unten wieder raus. Alles easy - meinte ich.
Athos Blick stutzte, seine Schultern zuckten sanft und fragend, über seine Lippen kam ein: '"Ojee. Da müssen war dann halt nochmal". Sah mich gross an - "gell, Sternenzauber - kann ja mal was schief laufen".
Öhhhhhhhhm?????? Ähhhhhhhhhhh??????
Ich schaute ein bisschen verwundert zurück - "Athos, da ist alles ok, der Fax ist durch". Athos entgegnete mir darauf, leicht verunsichert und mittelschwer konsterniert: "Das Blatt ist ja aber wieder unten rausgekommen.... ?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!"
Erst da begriff ich!!!!! Mein Athos war der Meinung, dass der Kurierdienst der Faxologen das Papier ins Gerät einzieht, punktgerichtet in das komplexe Röhrensystem einschleust und mittels der berühmten FAX-Rohrpost-Kobolde zur angewählten Nummer saugt - wo das eingegebene Dokument dann auch zuverlässig ausgespuckt wird. So oder ähnlich.
Die nächsten Minuten gehörten alleine mir und meinem Lachflash. Anschliessend habe ich den ob meiner Reaktion nun doch grob irritierten Athos in die Geheimnisse der Faxologie eingeführt. Er findet das heute noch völlig unlogisch und erzählte gerade letzthin wieder begeistert von seiner Affinität zur Rohrpost - die er in seiner Bank stets aufs Neue bewundert.
Ich werde nie mehr faxen können ohne an Athos zu denken. Und zu lächeln.
Ich muss mich wohl fühlen, muss glücklich sein, ausgefüllt - damit ich das Beste geben kann, was ich zu geben imstande bin.
Dazu brauche ich Menschen - nicht bloss Leute. Diese Menschen habe ich gefunden. 3 davon sind...
... "meine Küken" - die Lehrlinge - auf sie habe ich ein besonderes Auge gerichtet. Der mir angeborene Glucken-Instinkt bewacht meine "Kleinen" mit liebevoller Fürsorge und einem stetig wachen Auge. Vielleicht müsste ich der Gerechtigkeit halber noch anfügen, dass die Kleinen mich im Durchschnitt um eine gute Kopflänge überragen, mitten im Leben stehende Männer sind, 18 / 24 und 25 Jahre alt und bis auf den Jüngsten mittlerweile der Lehre entwachsen.
Nicht aber meinem behütenden Augapfel-Beschützer-Blick und dem besonderen Gefühl für sie.
Sie alle möchten bestimmt nicht ihren richtigen Namen hier lesen - ich nenne sie deshalb mit schelmischem Lächeln meine 3 Muske(l)tiere - Athos, Porthos und Aramis. Jeder meiner 3 Helden hat ganz spezielle Fähigkeiten, Charakterzüge und eine ausgesprochene Persönlichkeit.
Jedem Einzelnen meiner 3 Jungs möchte ich hier eine kleine Geschichte widmen - sie sind es wert. Es sind Menschen, auf die ich mich jeden Tag freue, die mich und mein Leben bereichern, die es mit viel Humor und Menschlichkeit verstehen, mich immer aufs Neue für sie einzunehmen.
Für jeden dieser 3 würde ich ohne mit der Wimper zu zucken durchs Feuer gehen, würde mich vor sie hinstellen, für sie da sein. Wer Böses mit "meinen" Musketierchen im Sinne hat - der muss erst mal an mir vorbei.
Soviel zur Ausgangslage.
Da wo ich ganz doll warm kriege, wenn ich an ihn denke - dass ist Athos. Athos ist ein besonnener, ruhiger, zurückhaltender Mann. Er ist einer der besondersten Menschen die ich kenne - und könnte man Menschen unter Artenschutz stellen - Athos Art müsste es sein. Um es ein wenig überspitzt zu sagen: Er ist zu gut für diese Welt. Er ist der Mensch, der niemandem je ein Leid zufügen würde, keiner Sache, keinem Tierchen, keinem Menschen - und vor allem ist er der Mensch, der einem soviel Vertrauen entgegen bringt, dass auch ihm niemand je was Böses tun könnte.
Die einen würden ihn vielleicht arglos nennen , ich finde das passt nicht - er ist für mich ein kleiner Held in dieser unserer Zeit, ein Mensch der keine Stacheln, Ecken und Kanten braucht, keine Gewalt und keine bösen Worte um seine Ziele zu erreichen. Er hat Gentleman-Eigenschaften - und allein dafür macht man ihm und seinem Wesen mit einladender Geste Platz - ich bewundere ihn, schätze ihn und habe ihn wahnsinnig gern, unter anderem genau deswegen. Er ist ein Gutmensch. Und von seiner Sorte müsste es mehr geben.
Seine Witze sind legendär, irgendwie vermasselt er immer die Pointe - vergisst sie, kommt zu früh damit raus. Wenn er mich zu erschrecken versucht - dann so sachte und mit vorsorgerischer Fürsorge, dass ich mich auf keinen Fall erschrecke. Er ist stets höflich und darauf bedacht, dem Anderen nie auf die Füsse zu treten. Und sollten seinem Temperament - welches so glatt ist wie die ruhende See, einmal völlig die Pferde durchgehen, dann tut er dies mit einer Bedachtheit die seinesgleichen sucht. Statt einem dann mit Anlauf auf die Zehen zu trampelt, tippt er leise mal dran und entschuldigt sich auch gleich dafür.
Ich lach mich noch heute schlapp, wenn ich an den Tag denke, als der Fax vermeintlich Faxen machte. Und alles wegen Athos. Ich werde mich nie ganz davon erholen. Was damals war, ist heute legendär und es vergeht nicht ein Monat, wo all das nicht irgendwie irgendwann aufs Tapet kommt und wir uns gemeinsam mit Athos diesem herrlichen Momente in der Erinnerung ergeben.
Athos kam zu mir nach vorne ins Büro - "Duuuuu, Sternenzauber, könntest Du mir mal bitte helfen? Ich muss da was durchfaxen, hab so was noch nie gemacht."
Seine treuen, samtigen, unschuldigen Bernhardineraugen schauten mich an - so dass ich gleich alles stehen und liegen liess, mich dem Wunsche meines Kükens Athos zuwandte. "Klar doch, gib mal her. Wir machen das jetzt zusammen".
Beide gingen wir rüber zum Fax, ich legte das Papier oben ein, wählte die Nummer die Athos mir sagte und drücke START.
Athos sah mir voller Bewunderung zu - der Umgang mit solchen Geräten ist ihm stets ein wenig suspekt und umso mehr ist er des Lobes voll, wenn ein Anderer damit umgehen kann (während er problemlos ganze Autos in ihre Einzelteile zerlegt, repariert und wieder instand stellt - als wäre es das Normalste der Welt).
Zurück zum Fax. Wie gesagt, die Nummer war eingestellt - und es machte TUUUUT TUUUUUT TUUUUUUUUT .... dann kam das berühmte Piepszeichen, das Papier wurde durch den Fax gezogen, somit auch übermittelt - kam unten wieder raus. Alles easy - meinte ich.
Athos Blick stutzte, seine Schultern zuckten sanft und fragend, über seine Lippen kam ein: '"Ojee. Da müssen war dann halt nochmal". Sah mich gross an - "gell, Sternenzauber - kann ja mal was schief laufen".
Öhhhhhhhhm?????? Ähhhhhhhhhhh??????
Ich schaute ein bisschen verwundert zurück - "Athos, da ist alles ok, der Fax ist durch". Athos entgegnete mir darauf, leicht verunsichert und mittelschwer konsterniert: "Das Blatt ist ja aber wieder unten rausgekommen.... ?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!?!"
Erst da begriff ich!!!!! Mein Athos war der Meinung, dass der Kurierdienst der Faxologen das Papier ins Gerät einzieht, punktgerichtet in das komplexe Röhrensystem einschleust und mittels der berühmten FAX-Rohrpost-Kobolde zur angewählten Nummer saugt - wo das eingegebene Dokument dann auch zuverlässig ausgespuckt wird. So oder ähnlich.
Die nächsten Minuten gehörten alleine mir und meinem Lachflash. Anschliessend habe ich den ob meiner Reaktion nun doch grob irritierten Athos in die Geheimnisse der Faxologie eingeführt. Er findet das heute noch völlig unlogisch und erzählte gerade letzthin wieder begeistert von seiner Affinität zur Rohrpost - die er in seiner Bank stets aufs Neue bewundert.
Ich werde nie mehr faxen können ohne an Athos zu denken. Und zu lächeln.
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