Neeein - keine Angst.
Grundsätzlich alles bene. Tutto bene sogar. So bene wie schon lange nicht mehr.
Ich steh kurz vor den Ferien, Katerchen blüht in seiner Lehre auf und ist totalst zufrieden, es ist Wochenende und die Sonne scheint.
Ich mutiere - wie oft an freien Tagen - zur Haus-/Putz-/Wasch-/Bügel-/Einkauf- und was sonst noch so gefragt ist -Frau. Kater ist kegeln mit seinem Verein.
Was mir grad eben klar geworden ist: Ich weiss jetzt, warum Elektroinstallateur ein gut bezahlter Beruf ist. Ich muss literweise Waschmittel einkaufen gehen! :-)
Wenn ich mir nämlich den "Katerschen-Wäscheberg" so anschaue ... tja ... da muss ich dann nicht noch auf die Terrasse mir Eiger, Mönch und Jungfrau reinziehen. Ich hab sowas jetzt hausintern! :-)
Das soll aber keinesfalls eine Klage sein - toll dass er endlich Arbeit hat. Arbeit, die ihm so unendlich gut gefällt.
Wenn ich da so an seine Bürozeiten zurückdenke ... autsch. Da war nix mit Freude, da war oftmals nur Belastung und Unzufriedenheit. Ich höre ihn noch oft sagen: "Da kommst Du am Morgen ins Büro, ackerst den ganzen Tag wie blöd - und am Abend ist für Keinen erkennbar, WAS Du alles getan hat". Und jetzt, jetzt heisst es: "Da kommst Du am Morgen auf die Baustelle / zum Kunden / in die Firma ... was auch immer ... ackerst den ganzen Tag ... und am Abend kann ICH und ALLE ANDEREN sehen, WAS ich alles getan habe". Dies macht ihn zutiefst zufrieden. Und er freut sich einen Ast ab über jeden blauen Fleck, die schmerzende Kniescheibe, die Schürfungen usw.
Er nennt sich selber jetzt schmunzelnd: "Narben-Kater" :-)
Jaja, so ein Beruf ist was anderes, als in Anzug und Kravatte auf dem Bürostuhl zu sitzen. Nicht, dass der eine Beruf weniger anstrengend ist als der andere - einfach auf eine ganz andere Art und Weise.
Aber Kater braucht DIESE Weise die er jetzt hat.
Mit Narben, Schweiss und eben haufenweise Wäsche.
Und ich wasche sie mit einem Lächeln.
Wahrheit!
Zurück zum Thema - weswegen ich schreien will, das ist weil:
Selten genug komme ich dazu, auf meinen Freundeblogs einen Kommentar zu hinterlassen. Lesen tue ich fast immer - aber mit dem Schreiben ist das einfach so eine zeitliche Sache. Und weil ich eben zunehmend besser auf mich und mein Zeitmanagement achte, bleibt das oft auf der Strecke. Sobald es Tage à mindestens 36 Stunden zu kaufen gibt, wird sich dies ändern.
Ich weiss von vielen BlogschreiberInnen, dass sie dies auch so hinnehmen. Dafür danke ich. Viele davon sehen sich selber oft genug in Zeitnöten es Allen recht machen zu können - wollen tun sie eigentlich Alle. Schade, wenn man dann wegen schlechtem Gewissen den Blog gänzlich aufgibt. Und das passiert leider in letzter Zeit in der Bloggerlandschaft häufiger als erwartet. Viele schöne Blogs sind genau an dem "Problem gescheitert". Man möchte doch ... hat aber die Zeit nicht ... kommt unter Druck. Gibt auf. So schade!!!!
An dieser Stelle möchte ich sagen: Jedes einzelne Wort von euch freut mich. Es freut mich aber einfach grundsätzlich, das IHR DA seid. Ob mit oder ohne Wort. Ihr lest, nehmt Anteil. Der Eine mehr, die Andere Weniger. Ist doch gut so. Wenn ihr schreibt ist das toll! Aber wenn ich keine Zeit habt, dass macht das gaaaaar - aber wirklich gaaaaaar nichts. Die Verbindungen, die Gedanken, die geschenkte Zeit des Lesens ... sie ist spürbar. Was wollen wir mehr?
Für mich stimmt es. So oder so oder so.
Damit ich dies mal gesagt habe.
Ab und zu probiere ich dann aber, DOCH mal was zu hinterlassen.
In letzter Zeit bleibt es aber oft beim Versuch.
Weil ... und jetzt muss ich mal kurz ausrasten ... diese "*%?!£+WortSicherheitsErkennung zur Bestätigung des Blogkommentars, dass ICH es bin und kein ANDERER, einfach oftmals unleserlich ist. Kürzlich habe ich 6! (in Worten SECHS) Anläufe genommen, meinen Kommentar zu hinterlassen und lautere Absichten zu bestätigen. Bei Anlauf SIEBEN habe ich mir ziemlich laut gesagt, dass die mich da mal können - sozusagen sogar kreuzweise und nacheinander - wie immer es auch beliebt - ICH aber jetzt einen Punkt setze und es mir leid tut, keinen Kommentar hinterlassen zu können.
Obschon gewollt.
Ich habe oftmals 10x Spam pro Woche auf meinem Blog. Manchmal viel weniger. Manchmal viel mehr. Dann ist das halt so. Aber wer bei mir einem Kommentar hinterlassen will, der soll nicht noch "Arbeit" damit haben. Ich schätze jeden einzelnen Buchstaben zu sehr, da setze ich dann lieber Häklein hinter den SPAM-Kommentaren und lasse sie ins Nirwana verschwinden. Das macht keine grosse Arbeit. Unterdessen ärgert es mich nicht mal mehr. Das ist halt so. Man kann nicht immer alles haben.
Und wenn ich was ändern würde, dann allerhöchstens, dass ich die Kommentare freischalte.
Wenn es wenigstens eine Worterkennung wäre, die einigermassen leserlich ist! Und - NEIN - es liegt nicht an der vergessenen Lesebrille. :-). Zu allem Übel ist es ja nicht nur das Wort - Zahlen gilt es auch noch einzutippen. Einmal ist gut.
Nächsten muss man sicherlich noch eine DNA-Probe vorab einschicken um kommentieren zu können.
Sich sicherheitstechnisch durchchecken lassen. Vielleicht noch kurz ein Einblick in die Krankenakte?
Neee - das macht einem einfach nur das Leben und Kommentieren schwer.
Und alles was Irgendwas schwerer macht als nötig, das ist nicht das Meine.
Darum schreie ich jetzt.
Kurz, aber laut.
Wer mitschreien will, darf dies gerne tun. Hier braucht Keiner und Niemand sich worterkenntlich zu identifizieren. Man kann einfach nach Lust und Laune mitschreien. So wie einem die Tastatur gewachsen ist.
So, nun geht es mir besser.
Und jetzt:
KREEEEEEEEEEEEEEEEEIIIIIIISSSCHHHHHHHH!
Samstag, 8. September 2012
Freitag, 7. September 2012
DER FRÜHE VOGEL KANN MICH MAL!
Es dauert noch genau 142 Stunden und ein paar zerquetschte Minuten, bis mein Flieger nach Rhodos startet. Ich seeeehne diesen Moment so sehr herbei!
Denn an jedem Tag um 05.00h kommen mir beim Weckergebimmel ganz doll schlimme Fluchwörter in den Sinn. Bis ich dann endlich all meine Knochen neben dem Bett versammelt habe ... dauert es.
Mann!
Der nächste Knackpunkt dann um 05.15h: Keiner flösst mir Kaffe ein. Muss ich selber machen! Ganz alleine selber.
Wie ich mit schier noch geschlossenen Augen nach Bern in die Garage komme - ein Rätsel!
Kämen die Ferien nicht ... es käme sicherlich der Tag, an welchem ich in Pijama und Bettsocken ins Büro komme.
Von wegen "der frühe Vogel fängt den Wurm ... !". Pffffffff!
Wer will denn schon Wurm zum Frühstück?!? Also meinereiner nicht.
Ich will Ruhe. Nicht endende Unendlichkeiten von Ruhe. X Tonnen Ruhe! Ganze Lastwagen voller Ruhe. Mit einem Anhänger gefüllt mit blossem, barem, nacktem Nixtun. Einem Jumbojet knallvoll mit nixtuender Ruhe. Tausend Badewannen überlaufend mit Zeit für mich ...
.... welch Wonne!
Horizonte voll strahlender Sommersonne.
Ewigkeiten voller Erholung.
Ein Kosmos Rhodos ganz für mich und alle die ich lieb habe.
Und Meer. Noch mehr Meer. Viel mehr Meer!
*SCHWELG*
Es ist Freitag. Und in 3 Stunden habe ich wohlverdienten Feierabend.
Selbst das Wetter hier denkt bereits an Rhodos - es ist einer der wohl letzten Sommertage. So schön!
Ganz anders als die letzten Tage - da sah man nicht mal die Gesichter ... nur Regenschirme in allen Variationen
Heute sind die Menschen guter Laune, winken durch Showroomfenster in unsere Garage und pfeiffen mit den Vögelchen um die Wette.
Ah!
Da wären wir wieder beim frühen Vogel.
Dem mit dem Wurm.
Pffffff!
Mein Motto demnächst:
DER SPÄTE VOGEL GENIESST ZAZIKI! :-)
.
Denn an jedem Tag um 05.00h kommen mir beim Weckergebimmel ganz doll schlimme Fluchwörter in den Sinn. Bis ich dann endlich all meine Knochen neben dem Bett versammelt habe ... dauert es.
Mann!
Der nächste Knackpunkt dann um 05.15h: Keiner flösst mir Kaffe ein. Muss ich selber machen! Ganz alleine selber.
Wie ich mit schier noch geschlossenen Augen nach Bern in die Garage komme - ein Rätsel!
Kämen die Ferien nicht ... es käme sicherlich der Tag, an welchem ich in Pijama und Bettsocken ins Büro komme.
Von wegen "der frühe Vogel fängt den Wurm ... !". Pffffffff!
Wer will denn schon Wurm zum Frühstück?!? Also meinereiner nicht.
Ich will Ruhe. Nicht endende Unendlichkeiten von Ruhe. X Tonnen Ruhe! Ganze Lastwagen voller Ruhe. Mit einem Anhänger gefüllt mit blossem, barem, nacktem Nixtun. Einem Jumbojet knallvoll mit nixtuender Ruhe. Tausend Badewannen überlaufend mit Zeit für mich ...
.... welch Wonne!
Horizonte voll strahlender Sommersonne.
Ewigkeiten voller Erholung.
Ein Kosmos Rhodos ganz für mich und alle die ich lieb habe.
Und Meer. Noch mehr Meer. Viel mehr Meer!
*SCHWELG*
Es ist Freitag. Und in 3 Stunden habe ich wohlverdienten Feierabend.
Selbst das Wetter hier denkt bereits an Rhodos - es ist einer der wohl letzten Sommertage. So schön!
Ganz anders als die letzten Tage - da sah man nicht mal die Gesichter ... nur Regenschirme in allen Variationen
Heute sind die Menschen guter Laune, winken durch Showroomfenster in unsere Garage und pfeiffen mit den Vögelchen um die Wette.
Ah!
Da wären wir wieder beim frühen Vogel.
Dem mit dem Wurm.
Pffffff!
Mein Motto demnächst:
DER SPÄTE VOGEL GENIESST ZAZIKI! :-)
.
Dienstag, 4. September 2012
VER-SCHREIBER
Herrlich!
Was habe ich heute Morgen gelacht, als ich unserem Bürocompi in der Früh Leben einhauchte.
Da reiht sich ja bekanntlich dann jeweils Mail an Mail, Meldung an Meldung.
Zumeist die Eine unwichtiger als die Andere.
Ach was solls - dafür habe ich ja diese wundervolle Taste, womit man alles ... simsalabim ... zum Verschwinden bringen kann.
Meist werf ich einen kurzen Blick drauf ... um sicher zu gehen, dass ich kein Kundenschreiben ins Nirwane schicke. Dies wäre dann peinlich und dem Garagen-Geschäfte nicht förderlich. Aber bei Betreffs wie "Penisverlängung" und dergleichen gehen ich in berechtige Vorannahme, dass es sich um keine Ersatzteilbestellung handelt. Ebenso "Voll-geile Brustimplantate zu Superkonditionen" - das hat wohl was mit Tuning zu tun, aber nicht dieses Tuning, welches wir hier in der Garage anbieten.
Heute war dann aber als Betreff bloss eine Bestellnummer zu lesen. Ergo kurz angeklickt und kurz gelesen. Hat sich gelohnt. Sehr gelacht!
Der kurzen Lesezeit langer Sinn: Es ging ... wir so oft ... um Viagra. Ich persönlich benütze das eher weniger. Ich mag keinen steifen Nacken kriegen. Jedenfalls haben sich die Herren und Damen besagter Online-Apotheke in ihrem "Werbeschreiben" gleich selber geoutet. Der Text war ebenso prägnant wie entlarvend:
"Hol Dir die Monatspackung gleich dort, wo man weiss, wo das Problem sitzt".
Klare Ansage.
Da weiss man Bescheid.
SAG ICH JA SCHON LANGE!
Was habe ich heute Morgen gelacht, als ich unserem Bürocompi in der Früh Leben einhauchte.
Da reiht sich ja bekanntlich dann jeweils Mail an Mail, Meldung an Meldung.
Zumeist die Eine unwichtiger als die Andere.
Ach was solls - dafür habe ich ja diese wundervolle Taste, womit man alles ... simsalabim ... zum Verschwinden bringen kann.
Meist werf ich einen kurzen Blick drauf ... um sicher zu gehen, dass ich kein Kundenschreiben ins Nirwane schicke. Dies wäre dann peinlich und dem Garagen-Geschäfte nicht förderlich. Aber bei Betreffs wie "Penisverlängung" und dergleichen gehen ich in berechtige Vorannahme, dass es sich um keine Ersatzteilbestellung handelt. Ebenso "Voll-geile Brustimplantate zu Superkonditionen" - das hat wohl was mit Tuning zu tun, aber nicht dieses Tuning, welches wir hier in der Garage anbieten.
Heute war dann aber als Betreff bloss eine Bestellnummer zu lesen. Ergo kurz angeklickt und kurz gelesen. Hat sich gelohnt. Sehr gelacht!
Der kurzen Lesezeit langer Sinn: Es ging ... wir so oft ... um Viagra. Ich persönlich benütze das eher weniger. Ich mag keinen steifen Nacken kriegen. Jedenfalls haben sich die Herren und Damen besagter Online-Apotheke in ihrem "Werbeschreiben" gleich selber geoutet. Der Text war ebenso prägnant wie entlarvend:
"Hol Dir die Monatspackung gleich dort, wo man weiss, wo das Problem sitzt".
Klare Ansage.
Da weiss man Bescheid.
SAG ICH JA SCHON LANGE!
Samstag, 1. September 2012
EINE BLAMAGE / UNE HONTE / UMA VERGONHA
Mann Mann Mann Leute ... ich bin mal wieder live und unplugged in das Fettnäpfchen reingehüpft.
Mich förmlich drin gesuhlt.
Mit Anlauf und Hurrrraaaaaaaaaaaaaaa!
Das ging so:
Mein lieber Freund Raphael hat ja seit weit mehr als einem Jahr seine Angebetete in Brasilien stationiert. Und ich meinte damals mit Deutschland, ich würde ne Fernbeziehung führen!
Aber Brasilien ist noch grad zwei Strassen weiter ... und umso mehr freute ich mich für die Beiden, als sie endlich nach langem Warten und Bangen und tausendunddrei Behördengängen das Visum für ein Studium in der Schweiz bekommen hat.
Yessssss!
Nun ist seine Allerobermegaliebste also seit 3 Wochen in der Schweiz. Und Raphael zieht demnächst in ihre Nähe - so mittig zwischen ihrer Studienstadt und seinen Arbeitsort Bern. Mal für ne gewisse Zeit, er studiert jetzt nämlich auch noch. Und so in 2 Jahren wird dann weitergeplant. Jedenfalls haben sie sich, sind glücklich und zufrieden. Welche Wonne! Ich mags den Beiden so gönnen. Sososososososo.
Jedenfalls führte der Anlass des Umzuges nun dazu, dass Raphy ein paar meiner Zügelkartons ausleihen wollte. Er schrieb mir kurzerhand heute morgen eine SMS - in Stile von: "Komme gleich vorbei und hol Kartons".
Und hätte ich das Handy oben in der Küche bei mir gehabt, ich hätte mich sofort unter die Dusche geschmissen, mich adrett angezogen und tageslichttauglich gemacht. Schliesslich soll Beatrix bei unserem ersten Zusammentreffen einen 1A Eindruck von mir bekommen. Logo!
Aaaaaaaber da ich mein Handy zwecks Aufladung unten im Schlafzimmer hängen hatte ... las ich seine SMS nicht. Autsch. Der / die geneigte LeserIn weiss, was jetzt kommt.
Es bimmelte an der Türe. Raphy samt Herzblatt standen vor der Türe.
Er - glücklich lächelnd, fertig angezogen, adrett von Sohle bis Scheitel.
Sie - eine wunderhübsche Bella, glücklich lächelnd, fertig angezogen, adrett von Sohne bis Scheitel.
Ich - an ein geplatztes Kissen erinnernd, schamvoll und verlegen lächelnd, in rosa Plüsch-Bettsocken mit Schlaf-Jogging-Anzug und (weil kalt) mit alter Strickjacke. Gerade eben hatte mir ein Kaffee das Leben gerettet und mit den Tag eröffnet. Gerade eben.
Stellt euch mein Ich vor. In schlimmsten Farben. Dann packt nochmals 50% Verschlimmerung drauf. Ja, jetzt genau habt ihr in etwa das Bild, welches ich jämmerlicherweise abgab.
Ich habe keinen blassen Dunst, nicht die allerleistete Ahnung, welcher Volldepp den Ausdruck "ungeschminkte Schönheit" geprägt hat. Jedenfalls geht dieser Ausdruck in einem solch kritischen Momenten kilometerweit an einem (MIR) vorbei!!!!
Die Haare auf Sturm, der Gesamteindruck chaotisch. Was muss dieses junge, hoffnungsvolle, noch ans Gute glaubende Brasil-Mädchen von diesem ersten Eindruck wohl gehalten haben?
Den Kater werd ich übrigens bei Gelegenheit killen. Mehrfach!
Der hat nämlich die Türe aufgemacht! Und statt dass er gesagt hat, dass das arme arme arme Fränzi mit hochansteckendem NoRo-Virus das Bett hütet und keinesfalls zur Türe kommen kann, rief er unbedarft: "Fräääääääänzi, Schaaaaaaatz ... komm mal! Besuch für Diiiiiich!".
Da das Brasil-Girl sich mit mir auf französisch verständigen konnte, habe ich dann - händeringend und meinen guten Ruf retten wollend - mit so Floskeln wie "normalerweise", "unter normalen Umständen", "ansonsten" und dergleichen um mich geworfen. Auf französisch.
Ich hoffe, sie hat verstanden. Ich hoffe, sie hat mir geglaubt und ich krieg nochmals ne Chance mich zu beweisen.
Raphael und der Kater haben sich kaputt gelacht.
Die arme Beatrix jedenfalls war einigermassen erstaunt ob den eher ungewöhnlichen Schweizerfrauen um die 50zig. Und ich, ich bin blamiert bis auf die Knochen.
Hätte ich mich wenigstens so verhalten, dann hätte es vielleicht nicht diesen katastrophalen Eindruck hinterlassen wie jetzt ... weil ... ich hab nämlich mitgelacht. Am lautesten von Allen.
Stellt euch das vor.
Ein blondes, geplatzes, sich vor Lachen schüttelndes, chaotisches, Jogging-Kissen-Fränzi.
Boahhh!
BEATRIX - KRIEG ICH NE NEUE CHANCE?
BITTEEEE!
:-)
Mich förmlich drin gesuhlt.
Mit Anlauf und Hurrrraaaaaaaaaaaaaaa!
Das ging so:
Mein lieber Freund Raphael hat ja seit weit mehr als einem Jahr seine Angebetete in Brasilien stationiert. Und ich meinte damals mit Deutschland, ich würde ne Fernbeziehung führen!
Aber Brasilien ist noch grad zwei Strassen weiter ... und umso mehr freute ich mich für die Beiden, als sie endlich nach langem Warten und Bangen und tausendunddrei Behördengängen das Visum für ein Studium in der Schweiz bekommen hat.
Yessssss!
Nun ist seine Allerobermegaliebste also seit 3 Wochen in der Schweiz. Und Raphael zieht demnächst in ihre Nähe - so mittig zwischen ihrer Studienstadt und seinen Arbeitsort Bern. Mal für ne gewisse Zeit, er studiert jetzt nämlich auch noch. Und so in 2 Jahren wird dann weitergeplant. Jedenfalls haben sie sich, sind glücklich und zufrieden. Welche Wonne! Ich mags den Beiden so gönnen. Sososososososo.
Jedenfalls führte der Anlass des Umzuges nun dazu, dass Raphy ein paar meiner Zügelkartons ausleihen wollte. Er schrieb mir kurzerhand heute morgen eine SMS - in Stile von: "Komme gleich vorbei und hol Kartons".
Und hätte ich das Handy oben in der Küche bei mir gehabt, ich hätte mich sofort unter die Dusche geschmissen, mich adrett angezogen und tageslichttauglich gemacht. Schliesslich soll Beatrix bei unserem ersten Zusammentreffen einen 1A Eindruck von mir bekommen. Logo!
Aaaaaaaber da ich mein Handy zwecks Aufladung unten im Schlafzimmer hängen hatte ... las ich seine SMS nicht. Autsch. Der / die geneigte LeserIn weiss, was jetzt kommt.
Es bimmelte an der Türe. Raphy samt Herzblatt standen vor der Türe.
Er - glücklich lächelnd, fertig angezogen, adrett von Sohle bis Scheitel.
Sie - eine wunderhübsche Bella, glücklich lächelnd, fertig angezogen, adrett von Sohne bis Scheitel.
Ich - an ein geplatztes Kissen erinnernd, schamvoll und verlegen lächelnd, in rosa Plüsch-Bettsocken mit Schlaf-Jogging-Anzug und (weil kalt) mit alter Strickjacke. Gerade eben hatte mir ein Kaffee das Leben gerettet und mit den Tag eröffnet. Gerade eben.
Stellt euch mein Ich vor. In schlimmsten Farben. Dann packt nochmals 50% Verschlimmerung drauf. Ja, jetzt genau habt ihr in etwa das Bild, welches ich jämmerlicherweise abgab.
Ich habe keinen blassen Dunst, nicht die allerleistete Ahnung, welcher Volldepp den Ausdruck "ungeschminkte Schönheit" geprägt hat. Jedenfalls geht dieser Ausdruck in einem solch kritischen Momenten kilometerweit an einem (MIR) vorbei!!!!
Die Haare auf Sturm, der Gesamteindruck chaotisch. Was muss dieses junge, hoffnungsvolle, noch ans Gute glaubende Brasil-Mädchen von diesem ersten Eindruck wohl gehalten haben?
Den Kater werd ich übrigens bei Gelegenheit killen. Mehrfach!
Der hat nämlich die Türe aufgemacht! Und statt dass er gesagt hat, dass das arme arme arme Fränzi mit hochansteckendem NoRo-Virus das Bett hütet und keinesfalls zur Türe kommen kann, rief er unbedarft: "Fräääääääänzi, Schaaaaaaatz ... komm mal! Besuch für Diiiiiich!".
Da das Brasil-Girl sich mit mir auf französisch verständigen konnte, habe ich dann - händeringend und meinen guten Ruf retten wollend - mit so Floskeln wie "normalerweise", "unter normalen Umständen", "ansonsten" und dergleichen um mich geworfen. Auf französisch.
Ich hoffe, sie hat verstanden. Ich hoffe, sie hat mir geglaubt und ich krieg nochmals ne Chance mich zu beweisen.
Raphael und der Kater haben sich kaputt gelacht.
Die arme Beatrix jedenfalls war einigermassen erstaunt ob den eher ungewöhnlichen Schweizerfrauen um die 50zig. Und ich, ich bin blamiert bis auf die Knochen.
Hätte ich mich wenigstens so verhalten, dann hätte es vielleicht nicht diesen katastrophalen Eindruck hinterlassen wie jetzt ... weil ... ich hab nämlich mitgelacht. Am lautesten von Allen.
Stellt euch das vor.
Ein blondes, geplatzes, sich vor Lachen schüttelndes, chaotisches, Jogging-Kissen-Fränzi.
Boahhh!
BEATRIX - KRIEG ICH NE NEUE CHANCE?
BITTEEEE!
:-)
Freitag, 31. August 2012
FLIP-FLOPS UND DAUNENJACKE
Heute ist genau dieser Tag.
Der Tag, welcher den Herbst begrüsst und dem Sommer mit einer Träne im Knopfloch verabschiedet.
Ich mag diesen Tag nicht besonders.
Während ich heute Morgen, mit leichtem Wehgefühl und sinnierend, die Realität - wenn auch ungern - in die Gedanken meiner Kleiderwahl miteinbeziehend, vor dem Kleiderschrank stand ... scheinen andere Menschen Regen und Temperatursturz völligst zu ignorieren oder, das Gegenteil, überzubewerten.
War das ein herrlich Bildchen kurz nach 06.00h auf dem Bahnsteig in Thun! Mir und meinem lieben Freund Raphael wurde auffallend augenscheinlich des Sommers Zerfall vor Augen geführt. Während unser (ewig und 3 Tage) belächelter Fuss-Frischluftfanatiker wie eh und je (ab April bis November) mit blossen, nackten, dreckigen Füssen das Perron gemässigten Schrittes durchpflügte.
Wissen sollte man vielleicht, dass es grad eben mal 10 Grad kühl war und strömender Regen den Boden eindrücklich durchnässte.
Ich stupste Raphael mit dem Ellbogen in die Seite und meinte mittellaut: "Na ja ... das ist die eine Seite. Die andere Seite hat Du vorhin gerade verpasst, eine junge Dame in Daunenjacke, Kappe, Schal und Stiefeln....". Raphael kicherte ebenfalls mittellaut. Wir wollen ja nicht auffallen.
Sind wir aber trotzdem. Mitten ins Kichern platzen nämlich diese Worte von seitlich links hinter uns: "Meinen Sie etwa mich?".
Raphael probierte die Situation zu retten - (während ich erbeer-dunkelrot errötend und etwas verloren in der Gegend rumstand, erfolglos mein Grinsen zu dämmen versuchend( - indem er sagte: "Öhhhm, sie haben ja da an den Ärmeln oben einen Reissverschluss und können die Jacke zum Gilet umbauen. Ist also völlig ok".
Wir sind dann ganz ganz schnell zum ganz ganz anderen Ende des Zuges gepilgert.
Vorbei an Halbschuhen, dicken und dünnen, gefütterten und ungefütterten, gummigen und ledernen Stiefeln, Stiefeletten. Im Kontrastprogramm Flip-Flops, Ballerinas oder eben barfuss.
Zwischen dünnen Spaghettiträgertops und baumwollenen Shirts, Pullovern, Jacken in allen möglichen Ausführungen - von Woll- über Leder- zuzr Daunenjacke.
Ein junger Mann hatte sogar Handschuhe an. Er schien aber aus dem tiefsten Schwarzafrika kommend und ist somit entschuldigt.
Ich sitze nun im Büro und hab den Ventilator weit weg gestellt. Ich trage T-Shirt mit Wolljacke drüber. Und lange Hosen. Keine Flip Flops mehr.
Während am Dienstag noch schier Gefahr für Hitzschlag und Brandblasen bestand, habe ich mir gestern Abend vor dem Fernseher die dicke Decke über die Füsse gelegt.
Tztztztztztz...
Ich vermisse den Sommer schon jetzt.
Woooooobei ... liebe Menschen ... habe ich schon erwähnt, dass ich Mitte September Rhodos noch einen Besuch abstatte? Grad eben gebucht. Und jetzt flippe ich vor lauter Freude rum wie ein Vollgummiball. 2 Wochen heisse Sonne, Sand und Meer. Lecker Zaziki und so. Freunde. Viiiiiele Freunde! Gute Laune, Freude.
Ich werde wieder mit einem traktorähnlichen Quad die Insel unsicher machen, mich 14 Tage dauerfreuen und finden, dass das Leben sowas von lebenswert, herrlich und glücklich ist!
Auch wenn der Kater zu Hause bleibt ... schliesslich hat er grad eben seine Lehre begonnen ... diese Ferien hab ich nötig, verdient und der Kater unterstützt mich darin mehr als sehr.
Das ist mein Lohn für die lange, schwere Zeit.
ERGO MEINE WAHL IN 13 TAGEN:
FLIP FLOPS!! :-)
JUHUUUUU!
Der Tag, welcher den Herbst begrüsst und dem Sommer mit einer Träne im Knopfloch verabschiedet.
Ich mag diesen Tag nicht besonders.
Während ich heute Morgen, mit leichtem Wehgefühl und sinnierend, die Realität - wenn auch ungern - in die Gedanken meiner Kleiderwahl miteinbeziehend, vor dem Kleiderschrank stand ... scheinen andere Menschen Regen und Temperatursturz völligst zu ignorieren oder, das Gegenteil, überzubewerten.
War das ein herrlich Bildchen kurz nach 06.00h auf dem Bahnsteig in Thun! Mir und meinem lieben Freund Raphael wurde auffallend augenscheinlich des Sommers Zerfall vor Augen geführt. Während unser (ewig und 3 Tage) belächelter Fuss-Frischluftfanatiker wie eh und je (ab April bis November) mit blossen, nackten, dreckigen Füssen das Perron gemässigten Schrittes durchpflügte.
Wissen sollte man vielleicht, dass es grad eben mal 10 Grad kühl war und strömender Regen den Boden eindrücklich durchnässte.
Ich stupste Raphael mit dem Ellbogen in die Seite und meinte mittellaut: "Na ja ... das ist die eine Seite. Die andere Seite hat Du vorhin gerade verpasst, eine junge Dame in Daunenjacke, Kappe, Schal und Stiefeln....". Raphael kicherte ebenfalls mittellaut. Wir wollen ja nicht auffallen.
Sind wir aber trotzdem. Mitten ins Kichern platzen nämlich diese Worte von seitlich links hinter uns: "Meinen Sie etwa mich?".
Raphael probierte die Situation zu retten - (während ich erbeer-dunkelrot errötend und etwas verloren in der Gegend rumstand, erfolglos mein Grinsen zu dämmen versuchend( - indem er sagte: "Öhhhm, sie haben ja da an den Ärmeln oben einen Reissverschluss und können die Jacke zum Gilet umbauen. Ist also völlig ok".
Wir sind dann ganz ganz schnell zum ganz ganz anderen Ende des Zuges gepilgert.
Vorbei an Halbschuhen, dicken und dünnen, gefütterten und ungefütterten, gummigen und ledernen Stiefeln, Stiefeletten. Im Kontrastprogramm Flip-Flops, Ballerinas oder eben barfuss.
Zwischen dünnen Spaghettiträgertops und baumwollenen Shirts, Pullovern, Jacken in allen möglichen Ausführungen - von Woll- über Leder- zuzr Daunenjacke.
Ein junger Mann hatte sogar Handschuhe an. Er schien aber aus dem tiefsten Schwarzafrika kommend und ist somit entschuldigt.
Ich sitze nun im Büro und hab den Ventilator weit weg gestellt. Ich trage T-Shirt mit Wolljacke drüber. Und lange Hosen. Keine Flip Flops mehr.
Während am Dienstag noch schier Gefahr für Hitzschlag und Brandblasen bestand, habe ich mir gestern Abend vor dem Fernseher die dicke Decke über die Füsse gelegt.
Tztztztztztz...
Ich vermisse den Sommer schon jetzt.
Woooooobei ... liebe Menschen ... habe ich schon erwähnt, dass ich Mitte September Rhodos noch einen Besuch abstatte? Grad eben gebucht. Und jetzt flippe ich vor lauter Freude rum wie ein Vollgummiball. 2 Wochen heisse Sonne, Sand und Meer. Lecker Zaziki und so. Freunde. Viiiiiele Freunde! Gute Laune, Freude.
Ich werde wieder mit einem traktorähnlichen Quad die Insel unsicher machen, mich 14 Tage dauerfreuen und finden, dass das Leben sowas von lebenswert, herrlich und glücklich ist!
Auch wenn der Kater zu Hause bleibt ... schliesslich hat er grad eben seine Lehre begonnen ... diese Ferien hab ich nötig, verdient und der Kater unterstützt mich darin mehr als sehr.
Das ist mein Lohn für die lange, schwere Zeit.
ERGO MEINE WAHL IN 13 TAGEN:
FLIP FLOPS!! :-)
JUHUUUUU!
Dienstag, 28. August 2012
FALLS ICH DEMNÄCHST ZU ZWITSCHERN BEGINNE ...
... dann macht euch bloss keine Sorgen.
Es ist bloss deswegen:
Gestern war mir ja - infolge Nichtbeachten grundlegendster Ernährungsgrundlagen- mauskatzschwindlig und mein zirkuläres Kreislaufsystem ging in die Knie. Und ich mit ihm.
Schwesterchen-Freundin Lydia holte mich dank Fernwartung aus dem entfernten good old Tschörmeny und mittels Traubenzucker, Schoggi, Espressi und Bewegung wieder aus dem Reich der schon fast Toten zurück.
Deshalb beschloss ich, per sofort gesünder zu leben.
Jedenfalls am frühen Morgen.
Früher - noch vor Katers Einzug in die Schweizer Alpen - frühstückte ich jeden Morgen sehr bewusst. Ein Hauch von Flocken biologisch angebauten Getreides, ungespritzte Früchte, hier ein paar Körner, da ein paar Samen. Florian (Kind Nummer 2, Spitzensportler und entsprechender Gesundheitsfanatiker) war mir an solch frühen Morgen Vorbild wie Leithammel. Ich lernte Getreidesorten durch ihn kennen, von welchen ich in weit über 40 Jahren nicht mal erahnt hatte, dass es sie überhaupt gab.
Und er, der Flo, knapp über 20 Winter hat er gesehen, verfügt über dieses Wissen.
*SCHÄM*.
Und dann kam eines schönen Tages der Tschörmeny-Kater ins Berner Oberland. Ausser einem grossen Schluck Kaffee verbat er sich frühmorgens jedwelche Dinge oraler Natur. Also Essen und Worte. Was mir natürlich kontrovers zu meinem Lebensstil ganz schräg einfuhr.
Stumm und alleine am Frühstückstische zu hocken und sich Flocken mit Früchten und dergleichen samt fälliger Worte einzuverleiben ... das ging dann irgendwie gar nicht.
Vom frühmorgendlichen Essen konnte ich mich dann irgendwann trennen. Spätenstens dann, als Sohn Florian flügge wurde und sich mit seiner Verlobten eine eigene Wohnung nahm. Mich Mami mit der Träne im Augenwinkel und dem weissen Taschentuch hinterherwinkend in die zweite Lebenshälfte entliess. Oder ich ihn. Oder so. Wie auch immer.
Hach. Manchmal fehlt mir mein Bub. :-). Er war immer so herrlich vernünftig. Ist es übrigens heute noch.
Das mit dem frühmorgendlichen Plaudern, dies habe ich übrigens zumindest zu dosieren versucht. Mich Katerchen solidarisch gezeigt und nicht grad jeden Tag den Anschein gemacht, als hätte ich einen Clown gefressen.
So weit - so gut. Mittlerweilen sind ja einige Sommer und Winter ins Land gezogen. Die Lage hat sich geändert. Kater plaudert unterdessen ab 05.00h mehr als ich - die weitere Geschichte wird euch diese Tatsache sternenklar vor Augen führen.
Und ich, ich frühstücke seit heute Morgen wieder. Habe mir gestern das gesündeste alles gesunden Brote gekauft. Lauter Körner und bio und so. Kaut sich zwar etwas sehr trocken - aber das Gefühl war gut. Irgendwie so gesund. So voller Ballaststoffe. So verdauungsfördernd. So ernährungskompetent.
Und während ich munter vor mich hin kaute, Vitamine und Mineralstoffe ungeschreddert in mich aufnahm, sagt doch der Kater mit breitem Grinsen: "Oh! Das habe ich früher auch mal gekannt. So Körnerzeugs. Damals hiess das aber noch TRILL und war wegen seiner JodS11-Körnchen bekannt. Na ja ... meine 2 Kanarienvögel sind trotzdem früh gestorben."
Suuuper ... !
Auf ein munteres, langes Vogelleben ...
"ZWITSCHERZWITSCHER ..."!
Es ist bloss deswegen:
Gestern war mir ja - infolge Nichtbeachten grundlegendster Ernährungsgrundlagen- mauskatzschwindlig und mein zirkuläres Kreislaufsystem ging in die Knie. Und ich mit ihm.
Schwesterchen-Freundin Lydia holte mich dank Fernwartung aus dem entfernten good old Tschörmeny und mittels Traubenzucker, Schoggi, Espressi und Bewegung wieder aus dem Reich der schon fast Toten zurück.
Deshalb beschloss ich, per sofort gesünder zu leben.
Jedenfalls am frühen Morgen.
Früher - noch vor Katers Einzug in die Schweizer Alpen - frühstückte ich jeden Morgen sehr bewusst. Ein Hauch von Flocken biologisch angebauten Getreides, ungespritzte Früchte, hier ein paar Körner, da ein paar Samen. Florian (Kind Nummer 2, Spitzensportler und entsprechender Gesundheitsfanatiker) war mir an solch frühen Morgen Vorbild wie Leithammel. Ich lernte Getreidesorten durch ihn kennen, von welchen ich in weit über 40 Jahren nicht mal erahnt hatte, dass es sie überhaupt gab.
Und er, der Flo, knapp über 20 Winter hat er gesehen, verfügt über dieses Wissen.
*SCHÄM*.
Und dann kam eines schönen Tages der Tschörmeny-Kater ins Berner Oberland. Ausser einem grossen Schluck Kaffee verbat er sich frühmorgens jedwelche Dinge oraler Natur. Also Essen und Worte. Was mir natürlich kontrovers zu meinem Lebensstil ganz schräg einfuhr.
Stumm und alleine am Frühstückstische zu hocken und sich Flocken mit Früchten und dergleichen samt fälliger Worte einzuverleiben ... das ging dann irgendwie gar nicht.
Vom frühmorgendlichen Essen konnte ich mich dann irgendwann trennen. Spätenstens dann, als Sohn Florian flügge wurde und sich mit seiner Verlobten eine eigene Wohnung nahm. Mich Mami mit der Träne im Augenwinkel und dem weissen Taschentuch hinterherwinkend in die zweite Lebenshälfte entliess. Oder ich ihn. Oder so. Wie auch immer.
Hach. Manchmal fehlt mir mein Bub. :-). Er war immer so herrlich vernünftig. Ist es übrigens heute noch.
Das mit dem frühmorgendlichen Plaudern, dies habe ich übrigens zumindest zu dosieren versucht. Mich Katerchen solidarisch gezeigt und nicht grad jeden Tag den Anschein gemacht, als hätte ich einen Clown gefressen.
So weit - so gut. Mittlerweilen sind ja einige Sommer und Winter ins Land gezogen. Die Lage hat sich geändert. Kater plaudert unterdessen ab 05.00h mehr als ich - die weitere Geschichte wird euch diese Tatsache sternenklar vor Augen führen.
Und ich, ich frühstücke seit heute Morgen wieder. Habe mir gestern das gesündeste alles gesunden Brote gekauft. Lauter Körner und bio und so. Kaut sich zwar etwas sehr trocken - aber das Gefühl war gut. Irgendwie so gesund. So voller Ballaststoffe. So verdauungsfördernd. So ernährungskompetent.
Und während ich munter vor mich hin kaute, Vitamine und Mineralstoffe ungeschreddert in mich aufnahm, sagt doch der Kater mit breitem Grinsen: "Oh! Das habe ich früher auch mal gekannt. So Körnerzeugs. Damals hiess das aber noch TRILL und war wegen seiner JodS11-Körnchen bekannt. Na ja ... meine 2 Kanarienvögel sind trotzdem früh gestorben."
Suuuper ... !
Auf ein munteres, langes Vogelleben ...
"ZWITSCHERZWITSCHER ..."!
Montag, 27. August 2012
ES GIBT DA EIN PAAR DINGE ...
... die passen nicht zusammen.
Also auf mich bezogen.
Ich und Krieg zum Beispiel.
Ich und unehrliche Menschen zum Beispiel.
Ich und Weltuntergang.
Und dann wären noch so Dinge wie: ich und nicht A) essen und B) nicht trinken.
Allerdings bei Teil B müsste ich noch die wichtige Einschränkung machen, dass mit "trinken" alles ohne Promille gemeint ist. Sobald es auch nur ein Fitzelchen von diesem Zeugs drin hat, dann aber Holla die Waldfee!
Vielleicht - bevor ich zur heutigen Hauptgeschichte komme - noch kurz die Nebengeschichte von letzter Woche. Grundsätzlich gibt es bei uns im Hause VILLA KUNTERBUNT keinen Alkohol. Na ja ... vielleicht mal meine Sommerflasche IMIGLIKOS. Irgendwann muss ich dann mal 2, 3 Freunde einladen, die sich überwinden können, mit mir meinen Lieblingswein (sprich: den einzigen Wein den ich gerne trinke, da wie süsses Brausewasser) zu verköstigen. Alleine genossen käme es ansonsten zu Problematiken, die da wären: Gesänge auf dem Tisch so gut wie stehend (mit Hauptaugenmerkt auf das "so gut wie" - Tabledance NICHT ausgeschlossen), Pöbeleien in der Thuner Innenstadt und dergleichen. Entern der Thuner Seeflotte und ähnliches.
Jedenfalls findet sich aus dem und anderen Gründen KEIN Alkohol bei uns in der Bude. Auch nur alkoholfreies Bier. Aldi hat da im Sommer so ein ganz leichtes, süssliches, helles Sommerbier im Angebot. Ladylike. Das gemischt mit Grapefruitsaft (1 Drittel Bier - 2 Drittel Saft) .... an einem heissen Sommerabend eisgekühlt genossen ... mmmhhh! Da bin selbst ich ein Freud des - wie erwähnt alkoholfreien - Bieres geworden.
Und da es letzte Woche so dermassen unglaublich heiss war, mixte ich mir vor dem zu Bette gehen - also schier schon im Halbschlaf - meinen Sommertrunk. Zwecks innerer Abkühlung.
Doch kaum hatte ich ein Glas davon intus, wurde mir heiss. So furchtbar unendlich wahnsinnig heiss. Und ich begann aus allen Poren zu transpirieren und dergleichen. Übelst Leute - üüübelst! Dann pulsierte plötzlich mein Puls so komisch im Kreise, mein Herz hüpfte ganz ungewohnt bis zum Halszäpfchen und überhaupt hatte ich das Gefühl, ich sei auf See mitten in einem Sturm.
Der Fussboden war wellig. Und dieses Pfeiffen im Ohr nicht von dieser Welt.
Trotzdem war es lustig. Zumindest muss es so ausgesehen haben - ich kicherte andauernd.
Katerchen machte sich Sorgen um sein triebhaftes Weibe, welches ganz doll feste um seine Gunst buhlte. Sich ihm förmlich an den Hals schmiss.
Des Rätsels Lösung: Anstatt meines süssen Aldi-Bieres ohne Umdrehungen, hatte ich die letzte Flasche vom "Besucherbier" (wenn wir Gäste haben, kaufen wir denen auch mal das normale Bier) erwischt und ein paar Schlucke davon erwischt.
Ging gaaaar nicht. Nie mehr ....!
Und hier jetzt die Überleitung zu eben. Zum Heute. Zum Hier und Jetzt.
Mein freier Tag. Nach 3 Wochen Trubel und tausend Dingen zu tun endlich mal die Zeit der Ruhe, sprich: des Hausputzes. So stand ich denn heute Morgen auch beizeiten auf, putzte, wienerte, saugte, polierte, enstorgte, kaufte ein, gab Wasser, schmiss weg ... kurz gesagt: Ich brachte die VILLA KUNTERBUNT auf Hochglanz.
Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aus Erfahrung und meinem geistigen Schatz: Wenn es so heiss ist, man tausend Dinge auf einmal tut, dann sollte man auch mal Pause machen. Was trinken. Und was essen. Schon vor 3 Wochen wollte sich mein Kreislauf schier geschlagen geben, als ich Besagtes mit Nichtbeachtung strafte.
Meine liebe Freundin Lydia weiss da immer was zu tun ist und fernwartet mich.
Traubenzucker, Cola, Schoggi, Espresso und Kreislauftropfen sind ihre Muntermacher. Und obschon mir dann jeweils speiübel ist, muss ich wegen Tante Freundin Lydia trotzdem auf den Beinen bleiben und mich jaaaaa nicht hinlegen.
Heute Nachmittag war es dann wieder mal soweit. Gegen 15.00h war mir flau. 5 Minuten später noch flauer. So nahm das seinen Lauf. Bis Tante Freundin Lydia mich per SMS wieder mal erwischte und ich endlich jemanden zum Jammern fand. "Mir ist schlecht. Und schwindelig. Ich sterbe. Und ja, ich bin wieder mal selber schuld".
Tante Freundin Lydia hat mich dann natürlich ultimo aus der Waagrechten auf dem Bette gescheucht ... Programm Traubenzucker, Cola, Schoggi, Espresso und Kreislauftropfen war angesagt. Sie kennt sich da auch aus - also mit dem Programm wie mit mir und weiss genau, was zu tun ist.
Habe mich - beidseitig an den Wänden hochangelnd - in den 1. Stock geschleppt und hab mir dann alles Süsse was ich in die Finger kriegen konnte gekrallt. Wäre der Kater da gewesen - er wäre jetzt auch bereits verdaut. Jedenfalls ging dann nach 10 Minuten das Telefon. Als würde ich in so einer Situation zum Telefon torkeln und plaudern wollen! Neneneneeeee!
Dann ging aber auch gleich mein Handy. Tante Freundin Lydia. Die mich bereits im Abgang zu den Himmelpforten erahnte- ich konnte sie aber beruhigen. Als würde ich einfach so vor mich hinsterben ohne Bescheid zu sagen! Aber nein aber auch! Sobald ich mein irdisches Wirken an den Nagel hänge, werde ich mich logischerweise sofort und als erstes bei Tante Freundin Lydia abmelden. Und bei euch! Ist doch Ehrensache!
Mein Handy habe ich ja immer dabei. ;-)
Dank Traubenzucker & Co. habe ich die Lebensflaute aber nun erst mal wieder belebt und mich auch sogleich an den Compi gestürzt - euch mein neustes Abenteuer zu erzählen.
Und meinen gestrigen "Neuanfang" betreffend wollte ich auch noch was sagen: IHR SEID DIE ALLERBESTEN! Danke!
IHR SEHT - ALLES WIEDER OK!
Also auf mich bezogen.
Ich und Krieg zum Beispiel.
Ich und unehrliche Menschen zum Beispiel.
Ich und Weltuntergang.
Und dann wären noch so Dinge wie: ich und nicht A) essen und B) nicht trinken.
Allerdings bei Teil B müsste ich noch die wichtige Einschränkung machen, dass mit "trinken" alles ohne Promille gemeint ist. Sobald es auch nur ein Fitzelchen von diesem Zeugs drin hat, dann aber Holla die Waldfee!
Vielleicht - bevor ich zur heutigen Hauptgeschichte komme - noch kurz die Nebengeschichte von letzter Woche. Grundsätzlich gibt es bei uns im Hause VILLA KUNTERBUNT keinen Alkohol. Na ja ... vielleicht mal meine Sommerflasche IMIGLIKOS. Irgendwann muss ich dann mal 2, 3 Freunde einladen, die sich überwinden können, mit mir meinen Lieblingswein (sprich: den einzigen Wein den ich gerne trinke, da wie süsses Brausewasser) zu verköstigen. Alleine genossen käme es ansonsten zu Problematiken, die da wären: Gesänge auf dem Tisch so gut wie stehend (mit Hauptaugenmerkt auf das "so gut wie" - Tabledance NICHT ausgeschlossen), Pöbeleien in der Thuner Innenstadt und dergleichen. Entern der Thuner Seeflotte und ähnliches.
Jedenfalls findet sich aus dem und anderen Gründen KEIN Alkohol bei uns in der Bude. Auch nur alkoholfreies Bier. Aldi hat da im Sommer so ein ganz leichtes, süssliches, helles Sommerbier im Angebot. Ladylike. Das gemischt mit Grapefruitsaft (1 Drittel Bier - 2 Drittel Saft) .... an einem heissen Sommerabend eisgekühlt genossen ... mmmhhh! Da bin selbst ich ein Freud des - wie erwähnt alkoholfreien - Bieres geworden.
Und da es letzte Woche so dermassen unglaublich heiss war, mixte ich mir vor dem zu Bette gehen - also schier schon im Halbschlaf - meinen Sommertrunk. Zwecks innerer Abkühlung.
Doch kaum hatte ich ein Glas davon intus, wurde mir heiss. So furchtbar unendlich wahnsinnig heiss. Und ich begann aus allen Poren zu transpirieren und dergleichen. Übelst Leute - üüübelst! Dann pulsierte plötzlich mein Puls so komisch im Kreise, mein Herz hüpfte ganz ungewohnt bis zum Halszäpfchen und überhaupt hatte ich das Gefühl, ich sei auf See mitten in einem Sturm.
Der Fussboden war wellig. Und dieses Pfeiffen im Ohr nicht von dieser Welt.
Trotzdem war es lustig. Zumindest muss es so ausgesehen haben - ich kicherte andauernd.
Katerchen machte sich Sorgen um sein triebhaftes Weibe, welches ganz doll feste um seine Gunst buhlte. Sich ihm förmlich an den Hals schmiss.
Des Rätsels Lösung: Anstatt meines süssen Aldi-Bieres ohne Umdrehungen, hatte ich die letzte Flasche vom "Besucherbier" (wenn wir Gäste haben, kaufen wir denen auch mal das normale Bier) erwischt und ein paar Schlucke davon erwischt.
Ging gaaaar nicht. Nie mehr ....!
Und hier jetzt die Überleitung zu eben. Zum Heute. Zum Hier und Jetzt.
Mein freier Tag. Nach 3 Wochen Trubel und tausend Dingen zu tun endlich mal die Zeit der Ruhe, sprich: des Hausputzes. So stand ich denn heute Morgen auch beizeiten auf, putzte, wienerte, saugte, polierte, enstorgte, kaufte ein, gab Wasser, schmiss weg ... kurz gesagt: Ich brachte die VILLA KUNTERBUNT auf Hochglanz.
Eigentlich hätte ich es wissen müssen, aus Erfahrung und meinem geistigen Schatz: Wenn es so heiss ist, man tausend Dinge auf einmal tut, dann sollte man auch mal Pause machen. Was trinken. Und was essen. Schon vor 3 Wochen wollte sich mein Kreislauf schier geschlagen geben, als ich Besagtes mit Nichtbeachtung strafte.
Meine liebe Freundin Lydia weiss da immer was zu tun ist und fernwartet mich.
Traubenzucker, Cola, Schoggi, Espresso und Kreislauftropfen sind ihre Muntermacher. Und obschon mir dann jeweils speiübel ist, muss ich wegen Tante Freundin Lydia trotzdem auf den Beinen bleiben und mich jaaaaa nicht hinlegen.
Heute Nachmittag war es dann wieder mal soweit. Gegen 15.00h war mir flau. 5 Minuten später noch flauer. So nahm das seinen Lauf. Bis Tante Freundin Lydia mich per SMS wieder mal erwischte und ich endlich jemanden zum Jammern fand. "Mir ist schlecht. Und schwindelig. Ich sterbe. Und ja, ich bin wieder mal selber schuld".
Tante Freundin Lydia hat mich dann natürlich ultimo aus der Waagrechten auf dem Bette gescheucht ... Programm Traubenzucker, Cola, Schoggi, Espresso und Kreislauftropfen war angesagt. Sie kennt sich da auch aus - also mit dem Programm wie mit mir und weiss genau, was zu tun ist.
Habe mich - beidseitig an den Wänden hochangelnd - in den 1. Stock geschleppt und hab mir dann alles Süsse was ich in die Finger kriegen konnte gekrallt. Wäre der Kater da gewesen - er wäre jetzt auch bereits verdaut. Jedenfalls ging dann nach 10 Minuten das Telefon. Als würde ich in so einer Situation zum Telefon torkeln und plaudern wollen! Neneneneeeee!
Dann ging aber auch gleich mein Handy. Tante Freundin Lydia. Die mich bereits im Abgang zu den Himmelpforten erahnte- ich konnte sie aber beruhigen. Als würde ich einfach so vor mich hinsterben ohne Bescheid zu sagen! Aber nein aber auch! Sobald ich mein irdisches Wirken an den Nagel hänge, werde ich mich logischerweise sofort und als erstes bei Tante Freundin Lydia abmelden. Und bei euch! Ist doch Ehrensache!
Mein Handy habe ich ja immer dabei. ;-)
Dank Traubenzucker & Co. habe ich die Lebensflaute aber nun erst mal wieder belebt und mich auch sogleich an den Compi gestürzt - euch mein neustes Abenteuer zu erzählen.
Und meinen gestrigen "Neuanfang" betreffend wollte ich auch noch was sagen: IHR SEID DIE ALLERBESTEN! Danke!
IHR SEHT - ALLES WIEDER OK!
Sonntag, 26. August 2012
ES HAT SPINNWEBEN AN DER TASTATUR ...
Spinnweben an der Tastatur!
Weiss Gott ... wirklich ... wahrhaftig - geht gaaaar nicht!
Also putzen, entstauben, polieren.
Da wäre ich also wieder. Puls geht normal, Herzschlag dito, weder erhöhte Blutdruckwerte noch aussergewöhnliche andere Werte. Es ist alles normal.
Und genau HIER wären wir beim Kernpunkt auch bereits angekommen.
Normalität.
Der Ausgangspunkt durchschnittlich aufregenden Dasein. Die Quelle der Unspektakularität. Stinknormal eben. Aber alles andere als langweilig. Einfach das, was ich Monate ... ach, was sag ich ... Jahre nicht mehr hatte. Wir nicht mehr hatten. Genau DAS haben wir jetzt wieder.
Und: wir müssen uns regelrecht daran gewöhnen.
Dass Wunder, Engel und Konsorten uns 1 Sekunde vor dem Höllenritt in den abgründigsten Abgrund aller abgründigen Abgründe gerettet haben und uns seither mit nahezu täglich neuen, schönen, farbigen und frohen Dringen erfreuen - wir müssen es erst wieder lernen. Wie das ist.
Nach Jahren der Sorgen, des Kampfes, des Hoffens und Bangens, der manchmal ohnmächtigen Wut und des Ausgeliefert seins .... ist es jetzt einfach wie auf einem ruhigen Fluss an einem schönen Sommertag. Und nie im Leben hätten wir uns träumen lassen, dass dieses Ankommen im normalen Leben wieder gelernt werden muss.
Es war mir die letzten 3 Wochen unmöglich, mehr als das zu tun, was getan werden musste. Alleine das war schon genug. Es ist schier nicht erklärbar ... ich probiere es trotzdem:
Der Kater und ich lagen per Ende Juli wie Schwerverletzte auf der Strasse des Lebens. Der Lebenssaft floss aus uns und es war absehbar, wann der letzte Tropfen, die letzte Energie, im Dreck der Strasse versickert. Da war nicht mehr viel Leben in uns. Die Zeit des Kampfes hatte uns allesallesalles gekostet. Das kann ich heute sagen.
Da lagen wir dann also. Noch 3 Tropfen Blut in uns. Der drittletzte Tropfen kullerte aus uns heraus ... der zweitletzte Tropfen ... der allerletzte sammelte sich - und dann kam aus dem Nichts die Rettung, hängte uns an den Tropf, füllte uns mit frischem Blute, neuen Leben, kostbarer Energie.
Schenkte uns ein neues Leben - welches seither unser eigenes, grosses Wunder ist und bleibt.
Man möchte meinen, dass man dann aufspringt, jubelt und losrennt. Mitten rein in dieses bunte, pralle Leben, in dem einfach alles gut ist. Das tut man auch, ihr Lieben. Aber ganz sachte tut man es. Man ist noch so schwach. Man tastet sich vor, man glaubt noch nicht, man kann nicht schlafen - vor lauter Freude. Träumt noch von früher und beim Erwachen muss man sich täglich aufs Neue klar machen: Du bist wirklich angekommen im guten Leben.
Die letzten 2 Jahr sitzen uns noch dermassen im Nacken, klammern sich noch dermassen unter der Haut fest - wir brauchen Zeit, es zu greifen - dieses neue Leben. Es zu BEgreifen.
Ich wusste nicht - ich ahnte nicht mal - was uns dies alles an Substanz gekostet hat.
Ihr Lieben! Es geht uns so gut! So unendlich gut! Was vorher in der Abwärtsspirale uns zusetzte, baut uns nun in einer rasanten Aufwärtsspirale wieder auf. Es ist genau wie vorher - nur eben genau umgekehrt. Vorher haben wir schier Tag und Nacht gearbeitet, mussten uns gegenseitig stützen und anspornen, haben alles gegeben ... und nichts schien zu fruchten. Und seit das JA von Katers neuer Firma kam, gehts umgekehrt diesen Weg. Klar, auch jetzt müssen wir arbeiten an den Dingen die erreicht werden wollen. Aber in Ruhe, mit Rückenwind und Sicherheit. Und plötzlich tun sich an jeder Ecke neue Türen und Fenster auf. Plötzlich geht es so leicht ... wie durch warme Butter.
Das Leben hat uns in seiner ganzen Grösse und Fülle wieder. Und alles ist so viel einfacher geworden. Normal eben.
Wir können es noch immer nicht fassen. Machen es uns immer wieder bewusst. Lachen bis uns die Tränen die Wangen runterkugeln - und sind unfassbar glücklich und zufrieden.
Natürlich ist die Zeit seither nicht still gestanden. Der Kater hat seine Lehre als Elektroinstallateur begonnen. Es macht ihm Riesenfreude, es hat tolle Kollegen und sensationelle Chefs. Ich war auch schon eingeladen da, zum Grillfest mit der ganzen Bude. Wahnsinn ... die haben mich aufgenommen wie sie den Kater aufgenommen haben. Mit offenen Armen, offenen Herzen und offenen Gedanken.
Zu Hause ist man. Endlich zu Hause.
Ich habe einen topmotivierten, endlos zufriedenen, glücklichen, lachenden Kater an meiner Seite. Es gelingen ihm täglich mehr Dinge. Das Selbstvertrauen ist zurück und mit ihm das Selbstwertgefühl. Und ich darf endlich ganz viel von der belastenden Verantwortung für so Vieles abgeben. Ich fühle mich so erleichtert.
Aber eben auch noch unendlich müde. Immer noch. Und ich geb mir auch Zeit der Regeneration. Das alles hat Spuren hinterlassen. Aber: ich pack das.
Demnächst plan ich Ferien - meine Bauchspeicheldrüse und meine Pfeiffrisches Drüsenfieber müssen diesmal gar nicht anklopfen - ich regle das diesmal ohne Warnzeichen von Aussen.
Da ich nicht geschrieben habe hier im Blog, wisst ihr auch noch gar nicht, dass unterdessen unser Feriengast Fabienne - sie hatte damals das Wochenende in der Villa Kunterbunt ersteigert - hier war. Es war sooo super. Bericht folgt.
Dann hatte ich Zwischenprüfungen in meiner neuen Ausbildung. Hab ganz doll viel gelernt dafür. Ich glaube, es hat geklappt :-). Kenne zwar die Note noch nicht, aber das Bauchgefühl sagt "OK!". :-). Bericht folgt.
Gestern war dann noch Apero, Flussfahrt und Grillabend mit meiner Garage. Toll war's! Bericht folgt.
Es folgen ab jetzt wieder viele neue Geschichten. Mit neuem Elan und ohne die Angst im Nacken. Vielleicht noch nicht täglich, das wäre mir zu viel, kann ich noch nicht. Aber 2, 3 mal die Woche. Es gibt doch so viel Schönes, Lustiges, Wichtiges, Erzählenswertes! Ich will es mit euch teilen.
Seid ihr wieder mit im Schiff?
Heute beginnt meine Zukunft.
Das Lebensboot sticht in See ... auf zu neuen Ufern!
SO COOL!
Weiss Gott ... wirklich ... wahrhaftig - geht gaaaar nicht!
Also putzen, entstauben, polieren.
Da wäre ich also wieder. Puls geht normal, Herzschlag dito, weder erhöhte Blutdruckwerte noch aussergewöhnliche andere Werte. Es ist alles normal.
Und genau HIER wären wir beim Kernpunkt auch bereits angekommen.
Normalität.
Der Ausgangspunkt durchschnittlich aufregenden Dasein. Die Quelle der Unspektakularität. Stinknormal eben. Aber alles andere als langweilig. Einfach das, was ich Monate ... ach, was sag ich ... Jahre nicht mehr hatte. Wir nicht mehr hatten. Genau DAS haben wir jetzt wieder.
Und: wir müssen uns regelrecht daran gewöhnen.
Dass Wunder, Engel und Konsorten uns 1 Sekunde vor dem Höllenritt in den abgründigsten Abgrund aller abgründigen Abgründe gerettet haben und uns seither mit nahezu täglich neuen, schönen, farbigen und frohen Dringen erfreuen - wir müssen es erst wieder lernen. Wie das ist.
Nach Jahren der Sorgen, des Kampfes, des Hoffens und Bangens, der manchmal ohnmächtigen Wut und des Ausgeliefert seins .... ist es jetzt einfach wie auf einem ruhigen Fluss an einem schönen Sommertag. Und nie im Leben hätten wir uns träumen lassen, dass dieses Ankommen im normalen Leben wieder gelernt werden muss.
Es war mir die letzten 3 Wochen unmöglich, mehr als das zu tun, was getan werden musste. Alleine das war schon genug. Es ist schier nicht erklärbar ... ich probiere es trotzdem:
Der Kater und ich lagen per Ende Juli wie Schwerverletzte auf der Strasse des Lebens. Der Lebenssaft floss aus uns und es war absehbar, wann der letzte Tropfen, die letzte Energie, im Dreck der Strasse versickert. Da war nicht mehr viel Leben in uns. Die Zeit des Kampfes hatte uns allesallesalles gekostet. Das kann ich heute sagen.
Da lagen wir dann also. Noch 3 Tropfen Blut in uns. Der drittletzte Tropfen kullerte aus uns heraus ... der zweitletzte Tropfen ... der allerletzte sammelte sich - und dann kam aus dem Nichts die Rettung, hängte uns an den Tropf, füllte uns mit frischem Blute, neuen Leben, kostbarer Energie.
Schenkte uns ein neues Leben - welches seither unser eigenes, grosses Wunder ist und bleibt.
Man möchte meinen, dass man dann aufspringt, jubelt und losrennt. Mitten rein in dieses bunte, pralle Leben, in dem einfach alles gut ist. Das tut man auch, ihr Lieben. Aber ganz sachte tut man es. Man ist noch so schwach. Man tastet sich vor, man glaubt noch nicht, man kann nicht schlafen - vor lauter Freude. Träumt noch von früher und beim Erwachen muss man sich täglich aufs Neue klar machen: Du bist wirklich angekommen im guten Leben.
Die letzten 2 Jahr sitzen uns noch dermassen im Nacken, klammern sich noch dermassen unter der Haut fest - wir brauchen Zeit, es zu greifen - dieses neue Leben. Es zu BEgreifen.
Ich wusste nicht - ich ahnte nicht mal - was uns dies alles an Substanz gekostet hat.
Ihr Lieben! Es geht uns so gut! So unendlich gut! Was vorher in der Abwärtsspirale uns zusetzte, baut uns nun in einer rasanten Aufwärtsspirale wieder auf. Es ist genau wie vorher - nur eben genau umgekehrt. Vorher haben wir schier Tag und Nacht gearbeitet, mussten uns gegenseitig stützen und anspornen, haben alles gegeben ... und nichts schien zu fruchten. Und seit das JA von Katers neuer Firma kam, gehts umgekehrt diesen Weg. Klar, auch jetzt müssen wir arbeiten an den Dingen die erreicht werden wollen. Aber in Ruhe, mit Rückenwind und Sicherheit. Und plötzlich tun sich an jeder Ecke neue Türen und Fenster auf. Plötzlich geht es so leicht ... wie durch warme Butter.
Das Leben hat uns in seiner ganzen Grösse und Fülle wieder. Und alles ist so viel einfacher geworden. Normal eben.
Wir können es noch immer nicht fassen. Machen es uns immer wieder bewusst. Lachen bis uns die Tränen die Wangen runterkugeln - und sind unfassbar glücklich und zufrieden.
Natürlich ist die Zeit seither nicht still gestanden. Der Kater hat seine Lehre als Elektroinstallateur begonnen. Es macht ihm Riesenfreude, es hat tolle Kollegen und sensationelle Chefs. Ich war auch schon eingeladen da, zum Grillfest mit der ganzen Bude. Wahnsinn ... die haben mich aufgenommen wie sie den Kater aufgenommen haben. Mit offenen Armen, offenen Herzen und offenen Gedanken.
Zu Hause ist man. Endlich zu Hause.
Ich habe einen topmotivierten, endlos zufriedenen, glücklichen, lachenden Kater an meiner Seite. Es gelingen ihm täglich mehr Dinge. Das Selbstvertrauen ist zurück und mit ihm das Selbstwertgefühl. Und ich darf endlich ganz viel von der belastenden Verantwortung für so Vieles abgeben. Ich fühle mich so erleichtert.
Aber eben auch noch unendlich müde. Immer noch. Und ich geb mir auch Zeit der Regeneration. Das alles hat Spuren hinterlassen. Aber: ich pack das.
Demnächst plan ich Ferien - meine Bauchspeicheldrüse und meine Pfeiffrisches Drüsenfieber müssen diesmal gar nicht anklopfen - ich regle das diesmal ohne Warnzeichen von Aussen.
Da ich nicht geschrieben habe hier im Blog, wisst ihr auch noch gar nicht, dass unterdessen unser Feriengast Fabienne - sie hatte damals das Wochenende in der Villa Kunterbunt ersteigert - hier war. Es war sooo super. Bericht folgt.
Dann hatte ich Zwischenprüfungen in meiner neuen Ausbildung. Hab ganz doll viel gelernt dafür. Ich glaube, es hat geklappt :-). Kenne zwar die Note noch nicht, aber das Bauchgefühl sagt "OK!". :-). Bericht folgt.
Gestern war dann noch Apero, Flussfahrt und Grillabend mit meiner Garage. Toll war's! Bericht folgt.
Es folgen ab jetzt wieder viele neue Geschichten. Mit neuem Elan und ohne die Angst im Nacken. Vielleicht noch nicht täglich, das wäre mir zu viel, kann ich noch nicht. Aber 2, 3 mal die Woche. Es gibt doch so viel Schönes, Lustiges, Wichtiges, Erzählenswertes! Ich will es mit euch teilen.
Seid ihr wieder mit im Schiff?
Heute beginnt meine Zukunft.
Das Lebensboot sticht in See ... auf zu neuen Ufern!
SO COOL!
Donnerstag, 2. August 2012
EIN BLICK SAGT MEHR ALS TAUSEND WORTE
Der erste Tag eines neuen Lebens.
Der erste Tag seines neuen Lebens.
Der erste Tag meines neuen Lebens.
DER ERSTE TAG UNSERES NEUEN LEBENS!
Freitag, 27. Juli 2012
WUNDER, ENGEL UND KONSORTEN ... GOOD JOB!
Ihr Lieben
Wie oft in den letzten 2 Jahren habe ich mir vorgestellt, dass es "ZOOOIINNNGGGG" macht - und wir hätten wieder ein ganz stinknormales Leben. Gewisse Dinge eine Selbstverständlichkeit: Arbeit, gebraucht werden, Wertschätzung, Lob, Bestätigung, Hoffnung, Zukunft für den Kater.
Dass mein Leben so gut gelingt - dies war nicht immer nur ein Glück. Es hat dem Kater oftmals vor Augen geführt, was ihm vermeintlich nicht gelingen wollte.
Klar, ich und Du und Du und Du auch - ganz viele Menschen haben dem Kater immer wieder versucht, all das und mehr zu vermitteln. Und wir haben das auch ganz gut gemacht. Aber ganz tief in ihm halt doch immer dieser sich selbst eingeredete Makel des "zu wenig Wert seins", des "ich mach eh immer alles falsch", "ich genüge nicht, bin nicht gut genug".
Gewohnte und leider auf ihre Art "bewährte" Muster aus seinem alten Leben.
Ohne euch, ohne gute Freunde,ohne meine Garage, ohne die VILLA KUNTERBUNT, ohne Rhodos, ohne meine neue Ausbildung - wir hätten es nicht gepackt.
Die letzten Wochen waren Hölle.
Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. So viel Kraft hat das gekostet, so viele Gedanken. Es wurde von Tag zu Tag schwieriger. Und als dann letzte Woche die letzten Chancen einfach so im Nirwana zerborsten - da hatte selbst ich Mühe an das Wunder zu glauben.
Wenn nach 2 Jahren und bei letztendlich weit über 1'000 Bewerbungen immer nur ein NEIN kommt - wenn überhaupt - man zuletzt in einer Gärtnerei noch richtig gehend ausgelacht wird ("...waaaas - SIE in Ihrem Alter wollen noch ne Lehre machen ... FORGET IT!"), dann muss man sich gezwungenermassen damit befassen "was wäre wenn ...".
Damit wollte ich mich nie im Leben beschäftigen, mit dem worst case szenario. Dafür bin ich nicht der Mensch. Meine Ausbildung hat mir viel geholfen, mich selber aufzufangen und immer wieder Blickpunkt zu wechseln - was mir neue Möglichkeiten auf Hoffnung gab. Aber dem Kater das klar zu machen, wurde mit jeder Absage schwieriger.
Darum mein öffentlicher Aufruf an Wunder, Engel und Konsorten die letzte Woche. Wir hatten nur noch ein paar Tage ... das Wunder musste sich beeilen und sofort aus den Sommerferien zur Notwunderung antreten!
VERGANGENHEIT!
Seit diesem Tag, seit diesem Aufruf ging es täglich besser. Jeden Tag passierte eine Kleinigkeit, eine grössere Kleinigkeit oder sogar eine Grossigkeit. Die sind echt alle aus den Ferien gekommen - die Wunder, die Engel und Konsorten.
Letzten Donnerstag der von mir schier erzwungene Anruf an die Firma in Thun. Der Kater wollte nicht mehr - der Kater konnte nicht mehr. Mir zu liebe hat er es doch getan. "Noch diesen Anruf, dann ist fertig. Ich habe keine Kraft mehr, es ist mir unmöglich noch einmal enttäuscht zu werden. Ich bin am Ende".
Der Mann am anderen Ende der Leitung, der erklärte, diese Lehrstelle sei schon vergeben - leider. Man hätte vergessen es aus der Lehrstellenbörse zu löschen. Trotzdem die Einladung zum Gespräch. Das aufkeimende Interesse. Das Angebot der Schnupperlehre. Das täglich wachsende Selbstvertrauen beim Kater - supergute Rückmeldungen.
Und dann der Anruf gestern, 17.29 stand auf meinem Compi.
KATER: "Huhuuu Schöne - bald Feierabend?"
ICH: "Ja, bin müde. War ein strenger Tag. Wie war es bei Dir?"
KATER: "Oooch - ganz gut. Habe wieder eine sehr gute Bewertung erhalten. Das macht so Spass!"
ICH: "Ich bin so stolz auf Dich! Bravo! Hoffen wir das Beste!"
KATER: "Ich geh jetzt noch einkaufen. Soll ich Brot mitbringen?"
ICH: "Ja bitte. Und vielleicht eine Melone. Danke!"
KATER: "Dann also bis gleich"
ICH: "Ja, ich freu mich auf Dich - tschüsssss!"
KATER: "Moment noch - ich wollte Dir noch was sagen. Ach Mensch ... was war das schon wieder ... vorhin hatte ich es noch im Kopf. Ah ja, jetzt erinnere ich mich, was ich sagen wollte: Ich habe eben den Lehrvertrag unterschrieben!"
Ich brachte kein Wort raus.
Geht ja nicht - heulen UND sprechen.
Genau diesen Moment hatte ich so lange in meinen Hoffnungen. Genau dieser Augenblick - wenn es ZOOIIIINGGGG macht und 99% der wirklichen Probleme sind in einer Sekunde nicht mehr existent.
Meine Garagenmenschen freuten sich mit mir - was war das in der Grädel-Bude für ein Freudengeschrei! Es hallt mir noch jetzt in den Ohren. Und ich, ich stand da. Mir war schlecht. Und ich hatte Durchfall. Ohrensausen. Herzrasen.
Ich glaube, der Kollaps war in diesem Moment nicht wirklich weit.
Wie ich nach Hause gekommen bin, weiss ich nicht.
Eigentlich wollten wir essen gehen, feiern. Doch vor lauter Herrjeeee kriegten wir keinen Bissen runter. So feierten wir beim Dönerstand und einer Flasche Rivella.
Jetzt erkenne ich den Sinn. In jedem Tag der letzten 2 Jahre. Der Krankheit, der Verzweiflung, all den Absagen, den Millionen Tränen und der Angst der letzten Tage. Es musste alles so kommen. Genau so. Die Rahmenbedingungen sind passgenau auf den Kater zugeschnitten. In dieser Firma wird er alt.
Doch davon werd ich noch berichten.
Jetzt ist der Kater stark. Stärker als je zuvor! Jetzt ist er Beispiel für so viele andere Menschen. Er hat es geschafft - und andere Menschen werde es auch schaffen.
Manchmal muss man eben halt ein klein bisschen naiv an Wunder glauben.
Der Kater tut es seit gestern.
Geschlafen haben wir nicht.
Eine der schlaflosesten Nächte überhaupt. Alles in uns pulsierte. So aufgewühlt-glücklich. Wir sind noch immer im Schwebezustand und ich muss ganz schön aufpassen, dass ich heute nicht unters Auto komme, vom Balkon falle, mich ohnmächtig freue.
Kater ist arbeiten gegangen. Sein letzter Schnuppertag. Nächste Woche beginnt die Lehre.
UNSER NEUES LEBEN HAT GESTERN ABEND UM 17.29H BEGONNEN!
Wie oft in den letzten 2 Jahren habe ich mir vorgestellt, dass es "ZOOOIINNNGGGG" macht - und wir hätten wieder ein ganz stinknormales Leben. Gewisse Dinge eine Selbstverständlichkeit: Arbeit, gebraucht werden, Wertschätzung, Lob, Bestätigung, Hoffnung, Zukunft für den Kater.
Dass mein Leben so gut gelingt - dies war nicht immer nur ein Glück. Es hat dem Kater oftmals vor Augen geführt, was ihm vermeintlich nicht gelingen wollte.
Klar, ich und Du und Du und Du auch - ganz viele Menschen haben dem Kater immer wieder versucht, all das und mehr zu vermitteln. Und wir haben das auch ganz gut gemacht. Aber ganz tief in ihm halt doch immer dieser sich selbst eingeredete Makel des "zu wenig Wert seins", des "ich mach eh immer alles falsch", "ich genüge nicht, bin nicht gut genug".
Gewohnte und leider auf ihre Art "bewährte" Muster aus seinem alten Leben.
Ohne euch, ohne gute Freunde,ohne meine Garage, ohne die VILLA KUNTERBUNT, ohne Rhodos, ohne meine neue Ausbildung - wir hätten es nicht gepackt.
Die letzten Wochen waren Hölle.
Das wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. So viel Kraft hat das gekostet, so viele Gedanken. Es wurde von Tag zu Tag schwieriger. Und als dann letzte Woche die letzten Chancen einfach so im Nirwana zerborsten - da hatte selbst ich Mühe an das Wunder zu glauben.
Wenn nach 2 Jahren und bei letztendlich weit über 1'000 Bewerbungen immer nur ein NEIN kommt - wenn überhaupt - man zuletzt in einer Gärtnerei noch richtig gehend ausgelacht wird ("...waaaas - SIE in Ihrem Alter wollen noch ne Lehre machen ... FORGET IT!"), dann muss man sich gezwungenermassen damit befassen "was wäre wenn ...".
Damit wollte ich mich nie im Leben beschäftigen, mit dem worst case szenario. Dafür bin ich nicht der Mensch. Meine Ausbildung hat mir viel geholfen, mich selber aufzufangen und immer wieder Blickpunkt zu wechseln - was mir neue Möglichkeiten auf Hoffnung gab. Aber dem Kater das klar zu machen, wurde mit jeder Absage schwieriger.
Darum mein öffentlicher Aufruf an Wunder, Engel und Konsorten die letzte Woche. Wir hatten nur noch ein paar Tage ... das Wunder musste sich beeilen und sofort aus den Sommerferien zur Notwunderung antreten!
VERGANGENHEIT!
Seit diesem Tag, seit diesem Aufruf ging es täglich besser. Jeden Tag passierte eine Kleinigkeit, eine grössere Kleinigkeit oder sogar eine Grossigkeit. Die sind echt alle aus den Ferien gekommen - die Wunder, die Engel und Konsorten.
Letzten Donnerstag der von mir schier erzwungene Anruf an die Firma in Thun. Der Kater wollte nicht mehr - der Kater konnte nicht mehr. Mir zu liebe hat er es doch getan. "Noch diesen Anruf, dann ist fertig. Ich habe keine Kraft mehr, es ist mir unmöglich noch einmal enttäuscht zu werden. Ich bin am Ende".
Der Mann am anderen Ende der Leitung, der erklärte, diese Lehrstelle sei schon vergeben - leider. Man hätte vergessen es aus der Lehrstellenbörse zu löschen. Trotzdem die Einladung zum Gespräch. Das aufkeimende Interesse. Das Angebot der Schnupperlehre. Das täglich wachsende Selbstvertrauen beim Kater - supergute Rückmeldungen.
Und dann der Anruf gestern, 17.29 stand auf meinem Compi.
KATER: "Huhuuu Schöne - bald Feierabend?"
ICH: "Ja, bin müde. War ein strenger Tag. Wie war es bei Dir?"
KATER: "Oooch - ganz gut. Habe wieder eine sehr gute Bewertung erhalten. Das macht so Spass!"
ICH: "Ich bin so stolz auf Dich! Bravo! Hoffen wir das Beste!"
KATER: "Ich geh jetzt noch einkaufen. Soll ich Brot mitbringen?"
ICH: "Ja bitte. Und vielleicht eine Melone. Danke!"
KATER: "Dann also bis gleich"
ICH: "Ja, ich freu mich auf Dich - tschüsssss!"
KATER: "Moment noch - ich wollte Dir noch was sagen. Ach Mensch ... was war das schon wieder ... vorhin hatte ich es noch im Kopf. Ah ja, jetzt erinnere ich mich, was ich sagen wollte: Ich habe eben den Lehrvertrag unterschrieben!"
Ich brachte kein Wort raus.
Geht ja nicht - heulen UND sprechen.
Genau diesen Moment hatte ich so lange in meinen Hoffnungen. Genau dieser Augenblick - wenn es ZOOIIIINGGGG macht und 99% der wirklichen Probleme sind in einer Sekunde nicht mehr existent.
Meine Garagenmenschen freuten sich mit mir - was war das in der Grädel-Bude für ein Freudengeschrei! Es hallt mir noch jetzt in den Ohren. Und ich, ich stand da. Mir war schlecht. Und ich hatte Durchfall. Ohrensausen. Herzrasen.
Ich glaube, der Kollaps war in diesem Moment nicht wirklich weit.
Wie ich nach Hause gekommen bin, weiss ich nicht.
Eigentlich wollten wir essen gehen, feiern. Doch vor lauter Herrjeeee kriegten wir keinen Bissen runter. So feierten wir beim Dönerstand und einer Flasche Rivella.
Jetzt erkenne ich den Sinn. In jedem Tag der letzten 2 Jahre. Der Krankheit, der Verzweiflung, all den Absagen, den Millionen Tränen und der Angst der letzten Tage. Es musste alles so kommen. Genau so. Die Rahmenbedingungen sind passgenau auf den Kater zugeschnitten. In dieser Firma wird er alt.
Doch davon werd ich noch berichten.
Jetzt ist der Kater stark. Stärker als je zuvor! Jetzt ist er Beispiel für so viele andere Menschen. Er hat es geschafft - und andere Menschen werde es auch schaffen.
Manchmal muss man eben halt ein klein bisschen naiv an Wunder glauben.
Der Kater tut es seit gestern.
Geschlafen haben wir nicht.
Eine der schlaflosesten Nächte überhaupt. Alles in uns pulsierte. So aufgewühlt-glücklich. Wir sind noch immer im Schwebezustand und ich muss ganz schön aufpassen, dass ich heute nicht unters Auto komme, vom Balkon falle, mich ohnmächtig freue.
Kater ist arbeiten gegangen. Sein letzter Schnuppertag. Nächste Woche beginnt die Lehre.
UNSER NEUES LEBEN HAT GESTERN ABEND UM 17.29H BEGONNEN!
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