Samstag, 10. Juli 2010

DER PREIS IST SCHWEISS

Langsam.
So ist mein Losungswort für heute.

Ich will mich ja gar nicht beklagen - lange genug habe ich die Sonne beschworen. Nun ist sie da. Sowas von! Dachwohnungen mit Decken-Fensterausblick zum Himmel haben ihren Reiz. Aber im Sommer sind sie heiss, einfach nur heiss.

Mein Compimensch hat mir davon abgeraten, Wasser und Computer - in welcher Art auch immer - sich begegnen zu lassen. Dito der Handyverkäufer diese Woche "hüten Sie sich bloss vor Wasserschäden - die sind von der Garantie nicht gedeckt!". Haha. Lustig.
Während meine feuchten Finger beim Schreiben schier an der Tastatur kleben bleiben, tröpfeln in regelmässigen Abständen kleine Schweisströpfchen auf das Lackschwarz meines Compis - selbst das profane Denken über ein paar Wörtchen strengt mich an.

Und beim Telefonieren geht das nicht anders. Dann halte ich dieses Schiefertafel grosse Ding an mein schwitziges Öhrchen und es ist jeweils nur eine Frage der Zeit, wann dieses immer wärmer werdende Teil mein Ohrläppchen zum transpirieren bringt. Öhrchen flutscht dann auf dem Bildschirm rum und wenn die Stimme am anderen Ende der Leitung langsam verschwommen tönt, beende ich jeweils das Gespräch, infolge überfluteten Gehörgangs. Unglaublich!
Ich werde künftig ein Mikrofasertüchlein mitführen - damit ich mein Luxus-Phone trocknen kann. Und mein Öhrchen.

Was uns geritten hat, unseren lieben Freund Theo heute um 16.00h(!) zum Grillen einzuladen - das rechne ich dem Umstand zu, dass direkte Sonneneinstrahlung gewisse Beeinträchtigungen in Bezug auf "ich bin - also denke ich" hat.
Wenn ich dran denke, dass ich gleich in die Küche abkommandiert werde, um die leckeren heissen Toskanischen Kartöffelchen mit Rosmarin und Basilikum zuzubereiten ... UFF! Die Lammfilets auf dem glühenden Grill schön rosa mit Röstaromen gebrutzelt werden ... - zumindest der Salat ist kalt.
Das Dessert mit Vanilleeis und frischen Erdbeeren werde ich mir bei Bedarf ins Dekolleté schütten. Weil bis dahin werde nicht mehr ganz zurechnungsfähig sein. Warum? Ganz zu schweigen davon, dass die Sonne um 16.00h schonungslos auf unseren Balkon knallt ... ich wie immer den Platz beim Kücheneingang inne haben werde, die Sonnenstrahlen mir heiss in den Nacken und auf sämtliche Teile Gross-, Kleinhirn mitsamt den dazugehörigen Hirnlappen brennt...
Wen wundert es da, dass ich bin was ich bin? Dass ich dann tue was ich tue?
Herrjee!

Katerli hat den Kampf heute Mittag aufgegeben - ich hatte was von "Einkaufen" gesagt. Ich bin mir nicht sicher, ob er es noch mitbekommen hat. Ich werde demnächst sachte an seiner breiten Schulter zu ruckeln wagen. Falls ich mich dazu aufraffen kann.


Als ich mir heute Morgen das schicke, violette Shirt mit Leopardenmuster und so Volants aus diesem extrem durchsichtigen und so saugfähigen Polyesterstoff in Verbindung mit dem blickdichten Untershirt aus ichweissnichtsogenau was alles für Kunstoffgewebe angezogen habe, fand ich es einfach nur schick.
Wird Katerchen sicher gefallen.
Unterdessen kleben sowohl Volants wie auch das angenehm eingenähte Untershirt an sämtlichen Rundungen meines Körpers und modellieren Grösse 46 sehr ausgeprägt. Momentan würde ich in der Kalahari als pummeliger Bergleoparde durchgehen, so satt sitzt das Polyester mittlerweilen.
Vielleicht die Bewegungen würden verraten, dass ich das Sternenzauber-Fränzi bin - ich würde meine Bewegungen jetzt nicht unbedingt als geschmeidig, elastisch und energievoll betitelt, ganz zu schweigen davon, dass ein Leopard es bis auf eine Geschwindigkeit von bis zu 60 km/h bringt. Ganz im Gegensatz zu mir. Selbst auf dem Roller krieg ich das nicht hin.
So erinnere ich dann eher an eine Leopardenschnecke - an eine langsame Leopardenschnecke.
Zur allgemeinen Information und zwecks Entwarnung: Ich habe mir ein bauwollenes Shirt angezogen. Mir ist wohler. Viel wohler!


Und bevor ich jetzt in die Küche muss, entspanne ich mich im Nochschatten auf dem Balkon, lege die Füsse hoch und programmiere mein inneres "OMMMM" auf das Wort "Eiswürfel".


IHR AUCH?

Freitag, 9. Juli 2010

LAUSIGE GESCHICHTE!

Freunde, Freundinnen. Ich brauche eine Klagemauer.
Ich bitte innigst darum: stellt euch doch in einer Reihe auf, schön satt aneinander - damit auch jaaa keine meiner Klagen irgendwo durchrutscht.
Also ... es ist eigentlich ja bloss 1 Klage. Aber die hat es in sich.
Lust auf Frust? Dann hört mal zu:

Ihr erinnert euch bestimmt ... da erzählte ich doch vor wenigen Wochen, dass wir ENDLICH unseren grossen, schönen Balkon auch entsprechend beblumt, begemüst und bekräutert hatten. Allerdings im Wissen, dass weder der Kater-Schatz noch das Sternenzauber-Fränzi auch nur einen Hauch diebezüglicher Ahnung haben.
Uns verdorren selbst Kakteen!
Wir scheinen ein ausgesprochenes Flair für Blumen in allen Stadien des Verfalls zu haben, vornehmlich alle Brauntöne sind bei uns vertreten. Alles wächst irgendwie ... knusprig. Cross. Na ja so ähnlich jedenfalls.
Basilikum allerdings explodiert blütenförmig. Tomaten platzen noch am Strauch. Und der Rest vegetiert irgendwie vor sich hin.
Gäbe es ein Jugendamt für buntes Grünzeugs - ich wäre da als Rabenmutter verschrien und man hätte längst all die schönen Blümchen, Gemüschen und Kräuterchen zwecks Überleben fremdplatziert.

Nicht aus bösem Willen. Einfach weil .... weil ... weil ... ich weiss auch nicht. Kein Talent? Ich beschliesse jetzt einfach mal, kein Talent zu haben. Katerli schliesst sich meiner Meinung an und beansprucht dasselbe auch für sich.
Sollte ich eine Selbsthilfegruppe gründen?

Zur Selbsthilfe habe ich insofern gegriffen, als dass ich hier von meinem Defizit berichtet habe - und liebe, gutgemeinte, motivierende, relevante, absolut tolle Tipps und vor allem Mitgefühl! bekommen habe. Dies hat mir natürlich Mut gemacht. Und ich habe mir auch exorbitant Mühe gegeben und gemacht. Habe all eure Ratschläge beherzigt.
Und nun schaut mal:

Efeu hat Kinder bekommen - verbreite(r)t sich!

Kumquats essen wir von Strauch!

Die Lieschen sind äusserst fleissig

Liebstöckel und marrokanische Minze wuchern

Die violette Schönheit zeigt sich in ihrer ganzen Pracht

Und bald gibts frische Tomaten

La bella Clematis entfaltet sich wunderschön

Basilikum macht ausnahmsweise keine Blüten - und schmeckt herrlich

Der ganze Kräutergarten - ein einziges Wohwww!

Unser Freu-Fröschchen quietscht vor lauter Vergnügen!

UND NUN DAS! LÄUSE!


HILFEEEEEEEEEEE!

Donnerstag, 8. Juli 2010

PÖBLIK WIUING IN THUN / SCHWEIZ

Irgendwie tat er mir zuletzt richtig leid.
Mein deutscher Schätzu-Kater liess die zuckersüssen Öhrchen sowas von hängen. War sehr einsilbig. Und alles andere als glücklich.
Ich werde ganz schön ackern müssen, damit seine Mundwinkel sich wieder gen Himmel bewegen.

So war das gestern Abend:

Da war also er, mein Schätzu - und mit ihm noch viele andere Deutschlandfans

Und dann war auch er da - und mit ihn noch viele andere Spanienfans

Den Abend haben wir im kleinen Gartenrestaurant eingeläutet - mit Blick auf den Rathausplatz und die Leinwand

Der Himmel über Thun war ganz blau


Das Thuner Schloss majestätisch


Der Rathausplatz voller Menschen


Logenplätze mit Gänsehaut-Effekt

Ganz Thun war ein Wohnzimmer - überall Fernseher, überall Menschen

Die Stimmung war toll!

Spanien hat letztendlich gewonnen, 1 : 0. Gratulation! Eine Superleistung, muss man sagen.
All meinen deutschen Freunden und Freundinnen möchte ich sagen:
Jedes Märchen hat ein Happy-End. Irgendwann. Die Deutschen haben ein sensationelles Tournier gespielt!
Deshalb geht der Traum weiter.
Und in Thun ... dreht sich das Riesenrad wie jeden Tag.

Macht es wie wir ... ab ins Café von gestern Abend, zusammen nochmals Café trinken und über das Erlebte plaudern. Sich freuen.
Auf Samstag. Kleines Finale
Und Sonntag. Finale.


Ich wünsche allen Menschen einen wunderbaren Tag.
Lächelt. Und freut euch des Lebens.
Die Sonne ist da, es ist herrlich warm.
Und die Welt dreht sich weiter.

EIN GUTER TAG!

Mittwoch, 7. Juli 2010

DRAMA UM HENRY

Ich bin eine Handy-Freaköse.
Akut. Ohne mein Handy renn ich nirgendswo rum, es ist die Nabelschnur zu meinen Kindern, die Herzarterie zu meinem Schätzu, der seidene Bändel zu meinen Freunden und Freundinnen, ist mein Wecker, meine Agenda, mein Fotoalbum. Ohne mein Handy ... bin ich da überhaupt wer?
SMS schreibe ich täglich viele - kann das ohne hinzusehen, einfach so, mit der rechten Hand. Während ich mit links telefoniere, mich unterhalte, arbeite - was auch immer, koche, kurz: die Welt neu erfinde.

Vergesse ich das Handy mal zu Hause, was selten - sehr selten vorkommt, dann ist mir, als hätte ich z.B. vergessen mir Unterwäsche anzuziehen. Als hätte ich die Tagescrème noch getupft auf dem Gesicht, als würde mein Leben sich in seine Bestandteile auflösen.
Mein Handy gehört zu mir wie mein Herzschlag.

Welch Schreck, wenn frau bemerkt, dass es mit dem Handy so langsam zu Ende geht. Es in den letzten Zügen liegt, der A und andere Buchstaben mindestens 4 x gedrückt werden müssen, damit sie auf dem Display erscheinen. Immer häufiger alles schwarz und stumm bleibt. Das kommt einer Katastrophe gleich! Nabelschnur weg, Herzarterie verstopft, Bändel gekappt! HILFE!
Gestern Morgen war es dann soweit. Henry - mein altes Handy - ging auf seinen letzten Weg.
Und ich, ich machte mich schweren Herzens auf den Weg zu meinem Handyanbieter. Mit einem kleinen Tränchen im rechten Augenwinkel - Henry war etwas vom Treusten was es gab - nun ist er nicht mehr.
Und ich ersetzte ihn schnöde. Aber ... es musste sein.


Die Leute da im Handyshop kennen mich. Ich bin die, welche keine Ahnung von gar nix hat, was Handys und solch Zeug anbetrifft. Ich brauche Anleitung und Unterrichtsstunden, damit ich nur so ein bisschen klar komme. Mit den Jahren lerne ich dann jeweils mein neues Handy kennen, lieben, schätzen. Lerne Neues dazu, kann es schon ganz autonom bedienen. Und kaum ist der Moment gekommen, wo mich die Handyshopleute von der Leine lassen - "Sie kommen jetzt alleine klar, oder?", fängt das Ding an zu schwächeln und ist technisch bereits derart überholt, dass ich ein Neues brauche. Mit neuer Technologie. Neuen Featchers (Fiiiitschers!). Neues Applikationen (Äpps!).

Dann stehe ich jeweils da, ein Häuflein Elend. Vor dem grossen Regal der Handys aus neuster Generation. und habe die Qual die Wahl. Komischerweise haben dann plötzlich alle Berater Pause, Ferien, Noro-Virus und andere ansteckende Krankheiten.
Bis auf den Einen. Er hat wohl die Wette verloren und musste mich bedienen. Der arme Kerl - er tat mir selber leid und ich habe mich auch sofort entschuldigt dass es mich gibt. Er hat gequält gelächelt - also eigentlich hat er nur schmerzhaft sein Gesicht verzogen. Aber mein positives Wesen hat es als Lächeln gewertet.

Er hat mir dann erklärt. Und vorgeführt. In die Hand gegeben. Mir die geniale Bildqualität beschrieben. Ich habe gestern gelernt: Ausser Blutentnahme und sofortiger Analyse der Daten, kann ein Handy heute alles. Bloss: Es ist eine Unmöglichkeit, das Tastaturfeld (Tatsch Skriiin) mit den Nägeln zu bedienen! Und wie bitte soll ich mit meinen Patschhändchen die Miniquadrate treffsicher betupfen? Jesses Gott!
Es gibt ja keine neuen Handys mehr mit normalen Tasten ("ach wissen Sie - lassen sie bloss die Finger von solch Antiquitäten - bis in einem Jahr wird das völlig vom Markt sein - Sie müssen sich jetzt umgewöhnen!"), die neuen Nabelschnüre haben nur so einen nackten Bildschirm, der anscheinend auf warme Haut reagiert - und ansonsten den Dienst verweigert.

Ein I-Phone wollte er mir verkaufen. Ich wusste nicht mal, wie ich das pflastersteingrosse Ding in nur eine Hand nehmen muss. Viel zu gross. Und lässt sich auf keinen Fall in der Busentasche verstauen - sonst hängt alles!! Also ... ihr wisst schon.
Habe ich keine Busentasche, dann verstaue ich das Handy schon mal im BH. Selbst mit Cup C hat man keine Chance. Bei Doppel-F sähe es vielleicht anders aus. Aber wegen einem Handy mache ich jetzt ganz bestimmt kein busenspezifisches Update. Sicher nicht!

In meiner Verzweiflung sah ich dann dieses wunderschöne Handy - SAMSUNG irgendwas. Sah toll aus, Bestnoten im Test, leicht, schmal, silbern - eine Augenweide. Und gar nicht so riesig. Na ja, auch nix für die Busentasche und BH - aber immerhin, die Handtasche wird dann nicht gleich so schwer, als hätte man ein Kilo Kartoffeln dabei.
Aber dann die Ernüchterung ... das Tastenfeld ist aus meiner Sicht höchsten für Baby mit Neugeborenenfingerchen bedienbar! Und selbst hier würde ich aus Optimierungsgründen vorschlagen, dass das Kindchen aus der Neugeborenenabteilung bevorzugt wird. Je kleiner, je besser - zumindest in diesem Fall.
Mit meinen Nägeln und dann noch ohne Lesebrille - ein Ding der Unmöglichkeit.

Während der Verkäufer sich verstohlen die Schweisstropfen von der Stirn tupfte, avisierte ich das nächste Objekt der Begierde an.
Wieder ein Nokia. Nokia ist immer gut. Nokia ist für Leute wie mich - "dubelisicher" sagen wir hier in der schönen Schweiz. Was so viel heisst, als dass solche Geräte auch für Menschen mit ... ähhh ... begrenzten technischen Fähigkeiten (schön formuliert!) zu empfehlen sind. Das Tastaturfeld ist zwar auch winzig, aber es ist zumindest in seiner Winzigkeit maximal gross. Und dann kann man das Gerät auch noch vertikal drehen - und so wird alles noch ein Mü grösser.
Ich bin jetzt stolze Besitzerin von Henry 7. Und der Verzweiflung nahe!


Dürfte ich nicht momentan am Morgen ausschlafen - ich würde verpennen! Die Weckfunktion habe ich nämlich noch nicht gefunden. Und der Skandal um meine erste SMS zieht Kreise. Die erste SMS wollte ich nämlich meinem Katerli-Schatz schicken - NUR IHM - und formulierte einen pfeffrig-herzlichen Text, der NUR für ihn gedacht war.
Irgendwie habe ich wieder fehlmanipuliert und das "Mein heissgeliebter Schatz ...." usw.) wurde an mehr als die Hälfte meiner gespeicherten Kontakte geschickt. Mein Chef hat sich darüber gefreut. Und auch der Zivilstandsbeamte aus Lindos auf Rhodos (er hat uns letzten September getraut) war hell begeistert. Mein Schätzu allerdings hat die SMS nicht bekommen.
Ich weiss jetzt aber auch nicht wirklich wieso.

Hatte ich früher 10 Sekunden um eine 3seitige SMS zu verfassen, habe ich jetzt 10 Minuten für einen einzigen Satz. Bin ich dann endlich fertig, drücke ich bestimmt die falsche Taste und verwerfe das ganze Geschreibsel! Gestern habe ich dann mal die FACEBOOK-Funktion unter kundiger Anleitung ausprobiert- fragt mich nicht wie das geht ....! Allerdings prangt jetzt auf meiner FACEBOOK-Seite ein Bild vom Schätzu, darunter steht: Ich. Weil ich das "Ich"-Album ausgewählt habe. Sagte man mir.

Momentan ist also mein Blutkreislauf sozusagen unterbrochen. Das mit der Nabelschnur, der Herzarterie und den Bändeln muss langsam wieder aufgebaut werden. Muss gleich auch noch wieder mal zum Handyshop ... hab da noch ein paar Fragen ...!
Man sagte mir, dass ich in 3 Monaten mein neues Mobilteil nicht wieder hergeben würde. Bis dahin aber leiden werde. Dies ginge auch übrigens nicht nur Technik-Idioten wie mir so. Und durchaus auch jüngeren Menschenkindern. Sagt mein Sohn.
Ich glaube aber, dass hat mein Sohn nur aus purem Mitleid gesagt.
Er mag mich wohl. Irgendwie.

Einzig das beruhigt mich: Zwischen Thun und Bern, schön mittig, liegt Münsingen. Und die haben dort in der Klinik eine gut funktionierende Abteilung mit intensiv-psychologischer Betreuung.
Wenn das so weiter geht ... lasse ich mir das Handy dort vor Ort erklären.

BESSER SO – FÜR ALLE BETEILIGTEN!

Dienstag, 6. Juli 2010

HEISSGELIEBT UND SO RÄUDIG

Meine lieben BlogfreundInnen
Ab heute darf ich wieder - zumindest 50% - arbeiten. "Süüferli" hat der Arzt berndeutsch gesagt, sachte ... sachte...
Ja, das werde ich. Versprochen. Gut aufpassen und zu mir schauen. Aber ich bin sehr glücklich und froh, wieder in meine "Garagenfamilien" zurückkehren zu dürfen.
Damit der erste Tag heute ganz ruhig anlaufen kann und ich mein Bauchspeicheldrüschen auch schön sachte (ich halte meine Versprechen), zuvorkommend und unaufgeregt behandle, gibts heute wieder Eingemachtes vom letzten Jahr, kurz vor Weihnachten. Herrlich sag ich euch!
Ich wünsche euch Allen einen wunderschönen Tag - wollte nochmals sagen, dass ihr mit WICHTIG und WESENTLICH seid, all eure lieben und liebevollen Wünsche, Worte und Taten wesentlich für meine Gesundheit waren und sind.
DANKE!
Eure Franziska Sternenzauber

DIE GESCHICHTE VON BETHLI
Bethli heisst wohl eigentlich Elsbeth. Oder Elisabeth? So genau weiss ich es nicht und es tut ja auch nicht wirklich was zur Sache.

Diese kleine Geschichte heute ist von gestern. Um genauer zu sein: Wir - mein Schätzu und ich - haben sie auf der Fahrt ab Bern nach Hause erleben dürfen.
Bekannterweise zelebrierten wir ja gestern einen Tiefkühltag am Weihnachtsmarkt in Freiburg i.B. Und vieles andere mehr ....
Müde und durchgefroren waren wir dann doch froh, den warmen Zug in Basel zu besteigen, den Kopf zurückzulehnen, die Augen zu schliessen und uns nach Hause fahren zu lassen. Kaum Menschen im Abteil - herrlich. Wir hatten unsere Ruhe.
Diese Herrlichkeit hatte aber nur bis Bern Bestand. Da wurde der Zug von Menschenmassen richtiggehend überfallen. So machten dann auch wir die Plätze neben uns frei, stapelten unsere Taschen über und unter uns, wollten die Augen gerade wieder zumachen als ... sich ein Paar zu uns setzte. Höflich, freundliche Menschen. Gut gelaunt und munter plaudernd. Die Frau setzte gerade zum Monologe an, erzählte dem Manne - es muss ein Freund von ihr gewesen sein - ob sie ihm denn schon berichtet hätte, dass eine neue Katze bei ihr eingezogen sei? Er zuckte unwissend mit den Schultern, schüttelte den Kopf . .. "nein, nicht dass ich wüsste...".

Und schon spürte ich den Knuff in meine Seite. "Wissen Sie, ich habe eine neue Katze - Bethli heisst sie - ein räudiges Vieh! Die Hässlichste die ich je hatte. Unmöglich, unansehnlich - schlimm. Ein wunderbares Katzenwesen!"
Diese Frau war mir - uns - von erstem Momente an sympathisch. Gerade heraus, äusserst humorvoll, herzlich und alles andere als schüchtern. Es hatte also gerade mal einen Satz von ihr gebraucht, sie ins Herz zu schliessen. Mein Schätzu lächelte von einem Ohr zum anderen, ich gluckste kichernd vor mich hin. War gespannt, was jetzt noch kommen werde. Und es kam vieles - eine herrliche Story, welche ich den LeserInnen hier keinesfalls vorenthalten möchte:

Um jetzt nicht immer von "der Frau" oder "der Dame" zu sprechen - so taufe ich sie jetzt einfach mal Heidi Tobler. Sie sah danach aus. Eine aufgeschlossene, lebenserfahrende und kluge Frau um die 50zig. Die weiss was sie will - und vor allem weiss, was sie nicht will.
Ihren Ausagen gemäss wollte sie eigentlich einen 10kg schweren, 70cm langen, jungen, schönen, vollfelligen, autarken, gesunden, vor Kraft strotzenden Monster-Kampfkater mit Gemüt, dem Hang zur Faulheit, Häuslichkeit und Sinn fürs Revier.
Genau so hat sie ihren Wunsch in den diversen Tierheimen und Katzenauffangstationen auch formuliert. Ihr Aufruf traf dann auch voll ins Schwarze: "Ja Frau Tobler, genau solche Exemplare haben wir hier. Kommen Sie doch vorbei und wählen Sie aus!"
Frau Tobler machte sich sofort auf dem Weg ins Katzenheim, hat sich die diversen Kandidaten angeschaut, auf sich wirken lassen. Allesamt hoheitliche Tiere, kugelrund, katertechnisch vollkommen, leicht hochnäsig und gaben ihr klar zu verstehen, dass sie es ja mal mit ihr als Büchsenöffnerin und Fellkraulerin probieren würden. Eventuell. Kater müsse noch schauen. Egomanen allesamt!
Die Tierheimleiterin war gerade daran, die Charakteren der Einzelnen Mitbewerber zu beschreiben als das Telefon schellte. Sie drückte Frau Tobler ein Häufchen Elend an Katze in den Arm "halten Sie mal kurz", eilte ans Telefon ....

... und eigentlich hier beginnt auch die Geschichte. Frau Toblers Augen ruhten noch auf den gestanden Katern, als sich das unsagbar hässliche Häufchen Katze in ihrem Arm regte, maunzte und sie verliebt anschaute. Knappe 2kg Katze. Ein grobes, stuppiges Fell das an einen alten, buntcheckigen Flickenteppich undefinierbarer Farbe erinnerte. Der Schwanz abgefahren - da war nur noch ein Stummel. Das Gesicht - so beschrieb es Frau Tobler - voller Flecken. Auf den ersten Blick meine man, das Ding habe Katzenseuche. Beim zweiten Hinschauen verwirft man diesen Gedanken und meint zu wissen, dass Katze einfach nur irgendwo kopfsvoran in den Dreck gefallen ist und zu faul zum putzen gewesen sei. Erst bei genauem Hinsehen entpuppen sich diese Flecken im Gesicht als ... Flecken im Gesicht. Ist so, weil ist so. Katze sieht einfach so aus.



Frau Tobler stand also da, mit dem Bündel WÄÄÄHHH im Arm. "Bist Du aber eine potthässliche Katze!". Die Antwort war ein Schnurren und ein quietschiges MIAU.
"Dich will bestimmt niemand - so wie Du riechst und aussiehst - nein danke!" *NOCHLAUTERSCHNURRRRRRRRRRR* *MIAUUUUUUUUUU*.

Unterdessen kam die Frau vom Tierheim zurück. "So, für welchen Kater haben sie sich entschieden?" - und schaute sich in der Reihe der gelangweilt aus dem Felle schauenden Kater um. Frau Tobler musste nicht lange überlegen und zeigte auf das schnurrende Fellpaket in ihrem Arm. "Die hier!"
Das genaue Gegenteil von dem, was Heidi Tobler an und für sich avisiert hatte.

Kam also mit 2kg Katze nach Hause - und gestand sich immer wieder aufs Neue ein: Boaah - so ein räudiges Vieh!

Schaute man aber Heidi Tobler beim Erzählen in die Augen, dann sah man dieses heisse Funkeln von Zuneigung, von tiefster Zuneigung. Wie sie davon sprach, dass sie doch eigentlich einen autarken Monster-Kater gewollt hätte, bei dem ihr die Beine infolge seines Gewichtes einschlafen - und sie nun halt eine ober-unschöne Katze hätte, bei der ihr die Arme einschlafen, weil diese immer gestreichelt werden wolle.
"Bethli hat nun schon zwei kg zugenommen - aber in die Breite. Die wird immer klein und mickrig bleiben. Habe ihr nun für 500.-- Fr. eine Katzentüre auf Mass machen lassen. Da muss ich langsam aufpassen, dass Bethli da noch durchpasst. Phuuuu - ist das ein räudiges Vieh...!"

Wir haben Tränen gelacht ob ihren Katzengeschichten. Wie sie dann noch weiter ausführte, dass sie in einem eigentlich so wunderschönen Quartier wohnen täte ... so schön ... bis auf Bethli eben. Die sei kein Anblick .... so räudig. So eine tolle Katze! Der freche Siamkater, welcher ansonsten immer unberechtigterweise Heimrecht im Quartier eingefordert hätte, der tauche nun nicht mehr auf. Bethli würde für Ruhe sorgen. Der brauche man auch nur einmal zu pfeiffen - und sie käme angeschossen wie ein Pfeil. Schnurrend, mauzend, flattierend.

Und dass mit Bethli fix abgemacht war, sich das Bad, die Couch und das Bett zu teilen. Das Wohnzimmer und überhaupt - eigentlich alles. Ausser: "Der Küchentisch - der gehört allein mir!!". Bethli sah das aber nicht so, annektierte die eine Hälfte, legte sich der Länge nach hin und lässt sich da seither auch nicht verjagen. Ok ... "ab da teilen wir auch den Küchentisch".
"Wissen Sie" sagte Heidi Tobler beim Aussteigen "Bethli ist die erste Katze, die mich ausgewählt hat. Alle anderen waren arrogant, eitel und faul. Bethli ist eine Freundin durch und durch. Ein räudiges Vieh - ich liebe sie!"

Ich wünschte ihr, ihrer Familie und Bethli noch frohe Weihnachten und ein gutes neues 2010.
Und seither hoffe ich, sie nochmals anzutreffen.
Ich möchte mehr wissen und sie kennenlernen:

HEIDI TOBLER UND BETHLI

Montag, 5. Juli 2010

JULIETTE IN SEENOT!

Können Marienkäferchen schwimmen? So genau weiss ich das nicht. Ich tendiere zu nein.
Aber dass Juliette, "mein" Glückskäferkind, zumindest nicht wasserfest ist - dies weiss ich mit Sicherheit seit gestern.

Ihr erinnert euch an vorletzte Woche? Als ich damals ohne Absicht und bösen Willen Juliette, das kleine Marienkäferkind, erst K.O. geschlagen, anschliessend wiederbelebt und als krönenden Abschluss wieder der Sonne entgegen geschickt habe.
Ich habe oft noch an die Kleine gedacht.

Meine heutige Geschichte nahm den Anfang von Samstag auf Sonntag. Da hat es nämlich geregnet wie aus Kübel! Es donnerte, blitzte - ein Riesengewitter. Unsere Balkonpflanzen wurden reichlichst begossen und ich somit entfiel das tägliche Wässern. Trotzdem hab ich meinen Pflanzenkindern samt und sonders ein Besüchlein abgestattet, ihnen freudigst fürs bunte Blühen gedankt, die ersten grünen Tomaten ganz stolz beguckt und die knallrosa Clematis von allen Seiten fotografiert. Wenn schon mal was blüht ....!

Gleich neben der Clematis steht auf dem Boden ein noch unbenutzter, kleiner, blauer Keramiktopf. Ich hab da noch nie reingeguckt - aus unerfindlichen Gründen verirrte sich mein Blick, blieb an dem Keramiktöpfchen hängen - und ich äugte ganz aufmerksam rein.
Halb voll mit Regenwasser ... und darin trieb wie ein kleines, rotes Miniinselchen - JULIETTE!
Ich erkannte sie sofort wieder - und ich bitte an dieser Stelle, dass mir diese Illusion erhalten bleibt - Freunde erkennt man ohne Worte und auf den ersten Blick. Immer.


Ich schrie erst mal laut nach meinem Schätzu "bring ein Taschentuch - sofort! - sie ertrinkt!", schickte ein Stossgebet gen Himmel und fischte das getupfte Käferkind mit dem Zeigefinger aus den kalten Nass, hielt sie in das Warm der Sonne und überlegte fieberhaft, wie ich das Wasser auf ihren Lungen kriege soll. Ehrlich.


Ich legte meine Juliette auf das Tempotüchlein, tupfte sie ganz sachte trocken, hauchte warmen Atem in ihre Richtung und flehte sie an zu atmen - ein und aus und ein und aus. "Mädchen, Dich habe ich ganz bestimmt nicht vor ein paar Tagen ins Leben zurück geholt, damit Du mir heute hier ertrinkst! So geht das nicht! Huste mal, schnäuze Dich, schüttel Dir das Wasser aus den Ohren - beweg Dich endlich, bitteeeeee!!"
Und wenn ich euch jetzt erzähle, dass sich auf dem Tempotuch kleine feuchte Flecken zeigten, so ist das weder meinem Wunschdenken noch den kleinen, künstlerischen Freiheiten zuzuordnen. Es war so. Ob sie vielleicht meine Worte gehört hat? Wasser ausgespuckt hat? Jedenfalls war es fast wie beim letzten Mal - plötzlich ruckelten ihre Zwergenbeinchen und sie wankte ein wenig orientierungslos vom Tempo auf meinen Finger. Da verweilte sie die nächsten paar Minuten, putze sich, streckte sich, erholte sich.

Ich sah ihr mit grossen Augen, noch grösserem Herz und viel viel Interesse zu. Mir war, als fühle sie sich wohl bei mir. Nach einer ganzen Weile erklärte Juliette sich damit einverstanden, dass ich sie auf eines der Efeublätter setzten konnte.


Dort breitete sie ihre fein maserierten Flügelchen aus, liess sie trocknen und muss wohl dabei vor lauter Erschöpfung eingeschlafen sein. Jedenfalls sass sie die nächste Stunde da, besuchte dann das eine, dann das andere Efeublatt, übte immer wieder das Fliegen an Ort, faltete ihr Fluggerät aber immer wieder zusammen und blieb Gast bis am Abend.

Hätte unserer Juliette so gerne etwas zum futtern angeboten - wir hatten grad Poulet und Grillkäse auf dem Feuer, Fenchel-Gurken-Peperonisalat und warmes Brot auf dem Tisch ... aber ich liess mich belehren, dass Marienkäferchen Dinge wie Blattläuse und dergleichen bevorzugen. Damit hätte ich schon oft dienen können, diesen Sommer ausnahmsweise noch nicht! Für uns besser, für Juliette war leider Diät angesagt. Na ja, ihre runden Konturen liessen erahnen, dass sie trotzdem keines Hungertodes sterben würde.

Irgendwann man muss dann Juliette wohl beschlossen haben, dass auch das letzte Tröpfchen Regenwasser in ihren kleinen Kniekehlen getrocknet sei, kein Nass mehr in den Flügelfältchen und unter dem getupften Kleidchen.

Wenn Glückskäferchen ADIEU sagen können, dann hat Juliette dies getan. Sie hat wie in Zeitlupe ihre beiden Panzerhälftelchen abgespreizt, mir deutlich das Zeichen zum READY AND GO gegeben, Zeit sie nochmals zu fotografieren - und flog ein weiteres Mal im Sonnenlicht davon und ins Maisfeld rüber.
Ich Sentimentalitärsbombe hab weiss Gott verstohlen ein Tränchen aus dem Augenwinkel gewischt, ihr laut TSCHÜÜÜÜÜSS nachgerufen - und PASS GUT AUF DICH AUF.


Alle leeren Töpfchen habe ich übrigens noch gestern Abend umgedreht. Falls es wieder regnen sollte.
Damit Juliette beim nächsten Besuch nicht wieder absäuft.

GUT SO?

Sonntag, 4. Juli 2010

LÖSE ICH MICH JETZT AUF?

Wenn man krank ist, dann hat man zu viel Zeit.
Zumindest ich beginne dann, sämtlich Gesundheitsratgeber zu durchforsten, lese die Apotheken-Umschau, den Drogisten-Stern und erfinde die Welt neu.
Bilde mich im Schnellkursus und autodidaktisch zu akademischen Titeln, will schliesslich wissen um was es geht.
Ich verbeisse mich dann genüsslichst in Befunde und Diagnosen, Operationstechniken und Präventionskampagnen. Und gut schauen, was für neue Wundermedikamente es gibt, Therapieformen aller Art und Hilfsmittel jeder Sorte sind das Objekt meiner Begierde.
Meine "Lächeln für Anfänger"-Geschichte von Vorgestern habt ihr genau diesem Syndrom zu verdanken.
Die heutige Geschichte reiht sich lückenlos dazu.

Ist ja nicht so, dass ich während meiner Intensivstudien nur auf überflüssige Lächelhilfen treffe - ab und zu entdecke ich wirklich was Interessantes. Genau das sagte ich mir diese Woche, als ich die Werbung contra fussige Hornhaut und pro Babypopohautfüsse (was für ein Wort!) sah.

Hat man mal Zeit - hat man auch Probleme. Nie fallen einem nämlich die stoppeligen Beine so sehr auf, wie wenn man sich tagsüber zwischen Seidenlaken räkelt. Nie stört die Hornhaut mehr, als wenn man sich stundenlang aus Langweile und in horizontaler Lage die Füsse beguckt.
Etwas Gutes übrigens allerdings hat die Bettlägerigkeit aber auch - und das will ich jetzt mal deutlichst schreiben: Wenn ich auf dem Rücken liege und ganz flach atme, dann habe ich kein einziges Röllchen am Bauch, so fast flach ... erstaunlich.

Zurück aber zur Apotheken-Umschau in Verbindung mit der erwähnten Fusspflege. Da gibt es doch neu so eine Art mit Gel gefüllte Plastik-Söckchen, welche frau erst mal oben aufschneiden soll, dann reinschlüpfen tut und anschliessend die Füsschen in diesem suppigen Matsch eine halbe Stunde marinieren muss.

Damit hat es begonnen ...

... Dessous für die Füsse ...

... macht einen schlanken Fuss ...

Dann warten. Ein paar Tage. Sagt die Werbung.
Und weil ich doch ein zu viel an Stunden und ein zu wenig an in übertragenen Sinne gefühltem Babypopo an den Füssen habe, liess ich mir diese Söckchen bringen.

Nicht dass ich gewollte hätte - behüte NEIN! - es war mein Naturell, welches mich förmlich zwang, am gleichen Abend noch besockt, fussmariniert, vorfreudig Fussball zu schauen, meine Füsse hochzulegen und alles auf die Karte *seidenzarte Weichheit* zu setzen.
Leute! Das Zeug hat gekribbelt, als würde ich in einem Whirlpool auf dem gelochten Boden stehend die Bläschen unter meinen Füsschen platzen lassen. Nach dem Kribbeln hat es gejuckt. Nach dem Gejucke kam das Gebrenne.
Aber - ich habe die halbe Stunde durchgehalten. Ich tapferes Mädchen, ich. Der Hang zu weich und geschmeidig war stärker als der Verstand.
Wer schön sein will muss leiden - und das gilt nun mal halt auch für die Treter! Jawoll! Wenn's hilft! Und zudem bin ich kein Weichei – ich bin eine hornhautharte Lady, das ist ja der springende Punkt! Ich bin voll taff. Ich bin total cool. Und manchmal habe ich einen Touch von Wahnsinn an mir.
Ach, das wisst ihr ja schon.

Nun denn. Nach einer halben Stunde bin ich ins Bad gewankt ... wankt ihr mal in gelgefüllten Plastiksocken ins Bad! Ein Eiertanz! Weil - da flutscht man dann so drin rum, hat keinen Halt. Und kein Halt macht sich auf Parkett nicht gut. Und wäre die rustikale Eichenkommode in der Diele nicht gewesen, ich hätte einen doppelten Rittberger mit gestreckter Dreifachschraube wortwörtlich aufs Parkett gelegt. So habe ich dann nur in Fallen den einen Messing-Griff mit dem mir eigenen Hüftschwung weggemurkst und mir eine farbenfröhliche Flanke eingehandelt.
Farbe ist immer gut. Eigentlich. Oder? Und der Lila-Ton ... er geht leicht ins Bläuliche ... kommt gut. Die Hüfte schmerzt nur unwesentlich. Und wenn ich nicht lache, dann fast gar nicht.
Also Leute - haltet ein mit dem Gelächter. Benehmt euch. Still.

Nun sind also ein paar Tage vergangen. Ich hatte die Aktion schon fast vergessen. Und jetzt - jetzt befinde ich mich in der Auflösung! Tatsächlich! Eine sich häutende Schlange ist nichts dagegen. Meine Füsse verlieren an Material, ich wiege jeden Tag weniger! Das glaubt ihr nicht. Die Haut lässt sich in Streifen abziehen und darunter kommt babyrosa, weiche, zarte, glänzende und äusserst empfindliche Haut zum Vorschein.


Ich wandle wie an einem Strand spitzer, kleiner, fieser, mieser Kiesel, durchmixt mit Scherben!
Bloss die Seidenweichferse nicht allzu sehr belasten - bloss die gut durchbluteten Soft-Fussballen nicht allzu sehr belasten - geschweige denn die nackten, neugeborenenweichen Zehen! Autsch.

Man kann jetzt nicht wirklich behaupten, dass ich einer Werbelüge aufgesessen bin.
Ich habe genau das gekriegt, was im Prospekt versprochen wurde: Babypopoweiche Füsschen.
Aber jetzt mal unter uns: will man das? Wenn ja, sollte man auch die logische Konsequenz daraus bedenken - und sich statt Schuhe Pampers um die Füsse wickeln!

Ich - Frau Prof. Dr. von und zu Sternenzauber, ich werde jetzt wieder die Füsse hoch legen und warten, bis Gras über die Sache gewachsen ist.
Ähhhhm ... Haut wollte ich sagen.
So ein bisschen Hornhaut. Auf Füssen und Seele.

ABER NUR EIN BISSCHEN!

Samstag, 3. Juli 2010

ACH MAAAAAAM!!

Meine lieben BlogfreundInnen
Habe gerade wieder einen anstrengenden Arzttermin hinter mir - deshalb gibts heute wieder was aus der Vorratskammer. Weil ich mich ausruhen muss.
Danke immer wieder und immer neu für all die liebevollen Kommentare, Mail und und und.
Ich habe noch nicht ganz die Kraft alles zu beantworten - im Moment. Das wird aber jeden Tag ein bisschen besser gehen. Aber ich lese, ich sauge es förmlich in mich auf. Und es tut gut! DANKE.
Wünsche euch allen einen superschönen Samstag,
Mein Herz lächelt, wenn es an euch denkt.


MUTTER!

Meiner Mutter gebe ich hier im Sternenzauber-Blog keinen fiktiven Namen. Ich nenne sie einfach Mutter - oder Mam. Wenn sie dann mal weiss, dass ich über sie schreibe - und zu gegebener Zeit werde ich ihr dies selbstverständlich auch erzählen - sie wird erst mal lächeln und nicht viel dazu sagen.
Am selben Abend aber noch wird sie mich anrufen und fragen, ob ich nicht ihre Telefonnummer veröffentlichen würde und sie hätte auch schon ein gut gelungenes Bild rausgesucht ... für alle Fälle.

Sie ist speziell.

Wenn man sie so sieht ... ein zierliches Persönchen - Typ Reh, um die 70zig - rüstig, vital und mitten im Leben stehend. Nicht immer war das so, gerade gesundheitlich wurde sie schon arg gebeutelt - Tuberkulose, Rückenoperationen, Herzoperationen und mehr, wir haben uns oft grosse Sorgen um sie machen müssen. So zart und zerbrechlich wie sie war ... wie sie ist - und trotzdem: mindestens so stark und robust halt eben auch. Gut so!
Sie wird immer lebensfreudiger und mutiger - und aufmüpfiger. Mehr davon später...
Vor 1 Monat ist sie mit ihrem Freund (89) zusammengezogen - "nur platonisch, weisst Du". Und lächelt dazu.

Ich glaube - nein, ich bin mir sicher - sie war es, die mir Schalk, Augenzwinkern und Humor in die Wiege gelegt hat. Je älter sie wird, umso mehr kommen diese Eigenschaften in ihr zum Tragen. Sie ist unmöglich! Aber man kann ihr nicht böse sein - im Gegenteil - gerade das macht sie so sympathisch. Dieses verrückte Weib....!

Wer hier schon öfter mitgelesen hat und mich kennt, der weiss, dass ich lange Jahre eine Fernbeziehung Deutschland - Schweiz führte. Natürlich blieb da nicht aus, dass meine Mutter eingeladen wurde, das schöne Ruhrgebiet auch mal zu besuchen. Und damit begann die Story:

"Mutter, Du wartest um 06.30h auf Perron 2 beim Aufzug. Mein Zug kommt um 06.15h an, ich eile dann gleich zu Dir und wir fahren zusammen nach Zürich-Kloten". All das hab ich ihr natürlich genauestens aufgeschrieben. Nun gut. Bis zu diesem Morgen hat sie mich dann fast jeden Tag ganz nervös 3x bis 4x angerufen, um sich nach den genauen Details des wie, wo, wann zu erkundigen ("Kind, ich bis so aufgeregt!").

Der besagte Tag war nun gekommen, wir hatten uns per SMS auch schon mindestens 5 mal gegenseitig nochmals die Zeiten versichert - alles lief gut. Bis auf dass mein Zug nach Bern eine kleine technische Panne hatte und ich entsprechend spät da ankam. Wie vom leibhaftigen Teufel gehetzt raste ich quer durch die Bahnhofshalle gen Perron 2, der Zug nach Zürich-Kloten hatte meinen Zug abgewartet. Das hiess aber auch: sofort einsteigen. Ich rannte in Richtung Aufzug, sah sie stehen. Den hüpfenden Koffer in meiner Linken hinter mir nachziehend - mit der Rechten winkte ich wie verrückt und gab Zeichen, sie soll einsteigen.
S O F O R T. Ich schrie aus Leibeskräfte: "Maaaaaaaaaaam - steig in den Zuuuuuuuug!!!". Gab entsprechende Zeichen, gestikulierte wie wild.
Endlich bemerke sie mich - winkte freudig und aufgeregt zurück - machte aber keinerlei Anstalten in den Zug zu steigen. MAM!
Sie hört ein bisschen schlecht und meinte zudem einfach, dass ich mich so riesig auf sie freuen würde. Mir blieb nur noch übrig, mit meinem Koffer die Zugtüre zu blockieren, was ich dann auch tat - in tatsächlich letzter Sekunde zog ich sie in einem Ruck mitsamt ihrer Reisetasche in den Zug, welcher dann auch gleich losdüste. Uff. Während ich japste und nach Luft rang wie ein verendender Koi-Karpfen, freute sie sich wie eine Schneekönigin, dass alles so gut klappt.

Was der Schaffner zu mir gesagt hat, möchte ich hier nicht 1:1 wiederholen. Sagen wir es mal so: er konnte unsere Freude und Erleichterung nicht teilen.
Na gut. Nach 10 Minuten war auch ich wieder ansprechbar und wir lachten gemeinsam über das eben Erlebte.

Endlich an Flughafen Kloten angekommen, ging es mit Mutter durch die Personenkontrolle - hat prima geklappt. Sie hat dem Pass-Kontroll-Menschen weder unanständige Witze erzählt, noch mit ihm geflirtet. Natürlich haben wir beiden Hübschen uns standepede zum DUTY-FREE aufgemacht ... ich habe meine Affinität zu Parfums und dergleichen nicht gestohlen! Allerdings muss ich ihr noch klar machen, dass man nicht 10 Parfums gleichzeitig an sich ausprobieren sollte ...
Nun denn, nach getanem Besuch in meinem Lieblings-Laden haben wir uns dann zu Gate E aufgemacht. Ich musste sie regelrecht hinter mir nachziehen - es gab doch so viel Schönes zu bewundern ...
Ob ich auch mal so werde?

Dann endlich, wir waren bei der Gepäckkontrolle angelangt. Dieses Thema hatten wir in diesem Blog schon mal ("Ich, Air Berlin und die Liebe"). Mehrfach hatte ich sie darauf hingewiesen, welche, wie und wieviel Flüssigkeiten man mitnehmen darf. Dummerweise hatte ich sie nicht informiert, dass man keine Scheren mit 30cm langer Klinge mit in den Flieger nehmen darf.... Doch lies selber:

Ich war schon durch die Schleuse - und nur mein Bügel-BH gab Laut. Was jeweils schnell zu eruieren ist - und gut. Meine Mutter kam gleich hinter mir: "TUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUT". Sie blieb ganz gelassen und erklärte der Dame: "Ach, das sind sicher bloss meine künstlichen Herzklappen". Von wegen! Ihre Reisetasche war eben durchs Röntgengerät durchgeschleust worden, als der Mann am Bildschirm förmlich hochschnellte und meine Mutter mit bösem Blick zu sich hin beorderte: "Und was soll DAS?" Ich wagte einen scheuen Blick auf den Bildschirm und was ich sah, lies mich eine Spur bleicher werden .... eine Riesenschere! Super Mam, gut gemacht. Sie machte natürlich das Gleiche wie es mir in solchen Momenten immer passiert - sie begann haltlos zu lachen. Und dann kam noch der verhängnisvolle Spruch des Tages: "Ich attackiere Menschen nur, wenn ich meine Medikamente nicht genommen habe" - habe ich schon gesagt, dass meine Mami gelegentlich einen sehr seltsamen Humor hat? So richtig schwarz, aber wirklich pechschwarz!
Während der Beamte 2 Polizisten heranwinkte, probierte ich zu vermitteln: "Das ist meine Mutter - die ist 70zig und das harmloseste Menschenkind auf Gottes schöner Erde - bloss hat sie zuweilen einen skurrilen Humor". Der eine Polizist entgegnete mir mit strengem Blicke: "Gerade die so harmlos und auf Oma getrimmt Aussehenden, sind oft die Schlimmsten" - und der meinte das echt so.
Während sie meine Mam nun abführten - ein Polizist zu beiden Seiten, hatte mich die Situationskomik dann auch überrollt und ich lachte mich schlapp. So typisch! Wieder mal Mutter und ihr Humor. Kein Fettnäpfchen zu klein für sie. Und für mich.

Nach ca. 20 Minuten hatte ich sie dann da rausgepaukt - sie hat schweren Herzens ihre Schere abgegeben ("...die hatte ich aber sicher 20 Jahre lang, meine beste Schere..."), hat sich für den Fauxpas entschuldigt und wir erreichten noch grade so eben pünktlich den Flieger nach Düsseldorf.

3 Tage lang haben wir über diese Episode gelacht, sie erzählt - und standen dann am Sonntag Abend wieder bei der Gepäckkontrolle - diesmal in Düsseldorf am Flughafen. Und wieder piepst meine Mutter - und es waren die Herzklappen. Aber - und das bereitete mir wesentlich mehr Sorgen - der Beamte am Band bei der Gepäckröntgenstation hatte schon wieder diesem Blick ... sah meine Mutter an und winkte dem Polizisten. NEIN!
Man nahm uns zur Seite und sie wiesen meine Mutter an, die Tasche auszupacken. Sie leistete der Aufforderung auch ohne Widerrede Folge - ich hab sie auch dementsprechend mahnend angeschaut. Und was packt meine Mutter da aus....? 500gr. Leberwurst am Stück. "Was bitte ist das?", wurden wir gefragt. "Leberwurst" - sagte meinen Mam "ganz herrliche, sie ist von der Metzgerei Müller und von Hand gemacht - wollen sie mal probieren?".
Ich kann hier nicht die ganze Geschichte erzählen - nur so viel: Die Leberwurst hätte auch Plasticsprengstoff sein können, wurde uns erklärt - worauf meiner Mam natürlich nix besseres als der Spruch einfiel: "Ja, die knallt ganz schön". Und wieder lernten wir eine Polizeistation von Innen kennen.

Demnächst will sie wieder mal mitfliegen - und die Eltern von meinem Schatz besuchen.
Ok - aber nur unter strengsten Auflagen meinerseits.

SOVIEL IST SICHER!

Freitag, 2. Juli 2010

LÄCHELN FÜR ANFÄNGER

Man sagt so allgemein - alles was passiert, hat seinen Sinn.
Und nehmen wir jetzt einfach mal an, dass mein Akut-Nicht-Lustig-Zustand - sprich meine Bauchspeicheldrüsenkapriolen - dazu da war, mir das Instrument für die heutige Bloggeschichte in die Hand geben wollte. Man soll schliesslich immer an das Gute glauben!
Und hätte ich mich nicht schmerzverzerrt in die nächste Apotheke gerobbt, hätte die nette Dame hinter dem Tresen mir nicht nebst Medikamenten und guten Ratschlägen so ein Apothekenheftli in die zittrigen Hände gedrückt ... ich wäre für immer ahnungslos geblieben, wüsste nicht, dass es eine Lächelhilfe gibt. Ein Trainingsgerät!
Ihr glaubt mir nicht - bitte, schaut selber:


Dann legt man das Ding ein, so:


Das Gerät an und für sich, ob es wirkt: Keine Ahnung. Aber das Gute an dem .... ? ...  ist - man muss es nicht mal kaufen, damit es wirkt! Bildchen anschauen genügt und schon bricht der mit einer Spontansprengung zu vergleichende Erheiterungseffekt schonungslos durch. Die Mundwinkel rasen ungebremst nach oben, knallen ungehindert links und rechts an die Ohrläppchenunterseite und verbreiten eine doch äusserst fröhliche Stimmung.

Sind die Mundwinkel auch erst mal in dieser optimalen Freu-Position, scheint die Meldung der Ohrläppchensensoren in etwa dieser Art zu funktionieren: "Hallo, Ohrläppchen an Zwerchfell: Du wirst gerade gereizt! Lachstatus erreicht. Bitte um sofortige Weiterleitung der nachfolgenden Meldung in den ganzen Sternenzauberkörper: schütteln, lachen, wiehern, Lachtränenentwicklung, unkontrollierte Grunzlaute, höchste Ansteckungsgefahr für alle umstehenden Personen. Es wird um völlige Entladung sämtlicher positiven Schwingungen gebeten - und um deren Vermehrung".

Da steht die Sternenzauberkinderfrau dann also da, die Tüte voller Hammermedikamente und mit Gedanken in der Weise von "Erdbestattung oder Ascheregen?" - schüttelt sich bei dem Gedanken, von Würmchen durchgekaut zu werden, findet aber auch Hitze in der Variante zu schweisstreibend - sieht diese Anleitung zum Lachen und entscheidet sich spontan fürs Weitermachen ... dieses Gerät ist sensationell!

Ursprünglich gedacht für ein gestärktes, gefestigtes Gesicht - es nennt sich Fitness-Instrument / Gymnastikgerät. Die Gesichtszüge sollen fester und klarer werden. Beansprucht 30 Muskeln, sagt die Pöblic-Rileischen-(Werbe)-Dame dieses Unternehmens.
Das ist ... und ich kann es aus eigener Erfahrung sagen ... schwer untertrieben. Es wirkt auf wesentlich mehr Muskeln - insbesondere die Bauchgegend schmerzt anschliessend vor lauter Lachen. Ob das Gesicht fester wird? Kein Plan. Aber auf jeden Fall wirkt das Gesicht - nein, der ganze Mensch - viel fröhlicher! Netter! Freundlicher! Das Gemüt wird erhellt, die Seele entspannt, der ganze Trauerkloss positiv gestimmt.
FACIAL-FLEX-ULTRA, so heisst übrigens dieses Wunderzeug. Fr. 89.-- kostet es und Ersatzgummibänder muss man extra kaufen.
Ich finde prima - wie schon erwähnt, dass man es gar nicht kaufen muss, damit es wirkt. Bildchen anschauen und Phantasie (...entschuldigt bitte, ich weiss, heutzutage schreibt man Fantasie mit F ... so phantasielos! Mit Ph sagt dieses Wort doch einfach mehr aus!) walten lassen - und schon tritt der gewünschte Effekt ein. In Sekunden. Für Nullkommnix.

Also mir hat es geholfen. Genau deshalb habe ich die Bildchen hier eingestellt. Schlechte Laune? Schmerzen? Trübe Gedanken? Einfach Sternenzaubers Blog anklicken und den Kursus 1 in "Lächeln leicht gemacht" anwählen. Und schon klappt es auch mit dem Nachbarn.
Die Fotos sind übrigens vom Hersteller - ich habe sie bloss aus dem Heft geklaut. Ein Copyright stand nicht dabei und deshalb dachte ich, ich darf. Durfte ich doch - oder?

Euch Alle hier entlasse ich jetzt mit einem Lächeln in diesen Tag. Gebt es weiter, wo immer möglich. Gerade in den letzten Tagen habe ich es wieder erfahren und neu gelernt, aufgefrischt:
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Und - nebst Freunden wie euch ...

... LACHEN IST DIE BESTE MEDIZIN!

Donnerstag, 1. Juli 2010

UND NOCH EINE PORTION AUFGEWÄRMTES

Die gute Nachricht: Sieht aus, als würde ich noch 50 Jahre weiterschreiben können. Wenn auch mit Therapien, Medis und engmaschiger Kontrolle.
Aber immerhin! Hat das Mäuschen gesagt, als es ins Meer pinkelte! Jawoll.
Somit gibt heute nochmals Aufgewärmtes - und morgen die Geschichte, wie ich eine Methode zum "Lachen trotzdem" fand. Ihr werdet staunen.
Herzlichst und mit Dank für SMS, Mails, Kommentare - rundum alles!
MUSS ja gut werden!

Euer Sternenzauberchen im Aufstieg :-)

CURRYWURST, POMMES UND DOPPELT MAYO
Es gibt wenige Dinge welche mein Schatz wirklich vermisst seit er in der Schweiz lebt - mal abgesehen von seiner Familie, den Freunden und dem wunderschönen Marktplatz in Ratingen.
Aber etwas gibt es, worauf er sich immer wieder unheimlich freut, sobald wir uns in Richtung grossen Kanton aufmachen:
Die kleinen Fressbüdchen.

Wenn mein Kater diesen Blick hat - diesen gaaaanz bestimmten Blick, dann will er entweder: den heissesten Kuss den er von mir kriegen kann - oder Currywurst mit einer grossen Portion Pommes und doppelt Mayo.

Die Geschichte hat vor fast 45 Jahren im schönen Städtchen Ratingen bei Düsseldorf ihren Anfang genommen. Klein-Katerchen war vergleichbar mit der italienischen Art von Katern - spindeldürr, drahtig, eher klein und dauernd auf der Jagd nach Essen. Er wuchs heran, mampfend. Die Strassen von Deutschland unterscheiden sich da wirklich sehr zu den unserigen.

Schatz verputze in seinem Leben auf dem Weg von zu Hause bis zur Schule, zur Uni, zur Bank, zum Arbeitsplatz: ungezählte Portionen der eben erwähnten Currywurst mit Beilage - Insiderausdruck: Manta-Schale, oder für Eilige CPM (Currywurst, Pommes, Mayo), zur Abwechslung gelüstete ihn Zwiebelfleisch, Gulasch, Grünkohleintopf mit Mett, alles schnell vom kleinen Büdchen an der Ecke. Natürlich durfte es auch mal der Chinese mit seiner Rührpfanne sein - oder sehr empfehlenswert: der Grieche und sein Gyros mit viel Zwiebeln und Zaziki, die obligaten Pommes. Und für einen Schaschlikspiess, bei dem das Fleisch so locker-mürbe bereits alleine beim Anblick in die Sosse fällt - er gäbe schier sein Leben.
Wahlweise der Türke oben an der Strasse, mit lecker Döner (mit oder ohne scharf), Lamacun, Börek, Salat. Und wenn es ganz deutsch zu- und hergehen soll, dann sind da immer noch die knackigen Thüringer-, Nürnberger- oder Rostbratwürschen. Oder lieber das halbe Grillhähnchen, der rassig gewürzte Schenkel dieses Tierchen? Nicht zu vergessen die Frikadellen in X Ausführungen, die da zum Beispiel heissen: Jägerfrikadelle, Zigeunerfrikadelle, Curryfrikadelle undundund.
Die Pizza mit doppelt Käse um Mitternacht hätte ich beinahe vergessen!
Dazu ein eiskaltes Bierchen. Oder Cola. Gummibärchen hat es zu Hause genug...

Doch der Kerl blieb ein Spargel! Mit dieser gemeinen - uns XL-Models verwehrten - Lizenz zum (Fr)essen. Er genoss und lebte diese Tatsache ausgiebigst in den Strassen von Deutschland.
Blieb dabei immer der Schluck warmes Wasser in der Kurve, blieb ein "Jüngelchen" und war bis mit weit über 20 gezwungen, noch stets den Ausweis vorzeigen, wollte er sich mal "Der weisse Hai 2" im Kino anschauen.

Mit 40 muss er auf ominöse Art und Weise diese Lizenz mitsamt dem Spargel-Gen verloren haben. Unwiederbringlich. Und wurde was er heute ist ... mein wunderschöner, strammer Kater mit Bäuchlein. Noch kein Mann gab mir dieses weiche, kuschelige Gefühl wenn ich meinen Kopf auf ihn bettete. Ich liebe diesen Mann und seine Konturen. Es passt zu ihm. Und wie!
Ohne Schalk und doppelten Boden - er ist der schönste Mann, für mich sowieso!

Morgen Abend müsstest Du meinen Schätzu mal sehen - wie er durch die Gassen und Gässchen Ratingen's spaziert, seine Nase immer schnuppernd im Wind, die nächste Bude könnte schliesslich gleich um die Ecke sein!

Er wird mich mit schmachtenden Augen anschauen, mit diesem Blick aus Puderzuckeraugen garniert mit Sternenglitzerstäubchen auf den Wimpern, das pure Sehnen. Und fragen - mit diesem verruchten, rauchigen Timbre in der Stimme: "Schatz ... weiss Du was ich jetzt will - jetzt gleich?"
Ich, als erfahrende Frau, werde ihn durch meinen dichten Wimpernkranz von unten lasziv anschauen - mit meinem mir eigenen Lockblick, werde ein bisschen die Lippen schürzen, sie mit der Zungenspitze kurz befeuchten - ohne den Blick von ihm zu wenden, versteht sich - und sagen - ebenso rauchig und timbriert wie er vorhin: "...aber klar doch....", ziehe ihn genau in dem Moment zu mir, in dem er sagen wird:

"Du machst mich glücklich!" - dann laut und deutlich dem Mann am Stand hinter mir zurufend: "1 Currywurst mit viel Sosse, 1 grosse Portion Pommes und doppelt Mayo"!

2 x! Bitte!


Nachtrag 13.56h: Mein Katerli hat drum gebeten, doch bitte nicht die feinen Backfische, Fischbrötchen, Rollmöpse, geräucherten Aale und Konsorten zu vergessen......

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