Dienstag, 18. Dezember 2012

OHREN-MOBBING!

Ich gehe davon aus, dass meine Öhrchen zerfranst, zerfleddert an mir runterhängen, nur noch in Erinnerung an ehemals wohlgeformte Ohrmuscheln erinnern.
Sozusagen Fetzen ihrer selbst.
Ich hoffe, mein Gehörgang hat keine irreparablen Schäden davon getragen ...
Dies ist passiert am Sonntag, dem 16.12.2012, ca. zwischen 12.30h - 13.50h.
Tatort Nähe Bern.

Ich hatte Schule, Prüfung - und wie jeden Sonntag, wenn Schule statt Relaxen auf dem Plan steht, gingen wir essen.
So viel gönnt man sich dann doch. Auch an einem Schultag.
So geschehen auch letzten Sonntag.

Leider hatten wir keine Plätze reserviert ... und wir hätten zudem besser auf die Mimik und den Blick des uns "einwesenden" Kellners achten müssen. Unbedingt! Er hat, wenn auch auf den ersten Blick wertefrei, gefragt ... ja geradezu gewarnt: "... falls es Ihnen nichts ausmacht dass da ... *hüstel* ... Musik ist, hätte ich Ihnen noch einen Tisch hinten im Saal".
Musik? Supi!
Macht uns doch nix aus!
Im Gegenteil.
Schunkelschunkel ...
Haben wir gedacht ...

Zum Schutze seiner Persönlichkeit und auch zum Schutze des ansonsten richtig guten Restaurants, nenne ich keine Namen. Auch wenn dies in Hinblick auf Warnung dringen von Nöten wäre - zumindest was die Hauptperson des Desasters betrifft.
Und ich zudem liebend gerne das Restaurant empfehlen würde ... die Pizzen und die Lasagna sind einfach göttlich! Überhaupt und sowieso: Essen und Bedienung 1A!

Jedenfalls trabten wir munter hinter dem Kellner in den kleinen Saal - nichts Böses denkend. Ausser vielleicht, dass man so ein wenig den jaulenden Hund bedauerte. Arme Kreatur! Der musste irgendwo draussen seit Stunden in Schneeregen und Kälte angebunden sein. So schrecklich sein Heulen, sein Jaulen, sein Jammern!
Im Saal angekommen mussten wir dann aber feststellen, dass der elendiglich gequält schreiende 4-Beiner ein 2-Beiner war. Genauer gesagt: ein 1-Mann-Orchester. Mit Hammondorgel, einer jämmerlich trötenden Trompete, einer ganz unerhört miesen Stimme, dem schrecklichst-möglichen Repertoire, übelst daneben liegendem Humor ... und das alles in einer nicht zu übertreffenden Lautstärke.

Die anwesenden Damen und Herren, aus den wohl umliegenden Altersheimen zum Weihnachtsbrunch zusammengetrommelt ... geschätzt handelt es sich um um die Gruppe: "Hurra wir leben noch - 90+" ... sassen ziemlich anteilnahmslos auf ihren Stühlen und bröckelten die weichen Brötchen in den wohl mittlerweilen lauwarmen Milchkaffee.
Es ist davon auszugehen, dass die Anwesenden samt und sonders sämtliche Hörgeräte ausgeschaltet hatten.
Anders ist die nicht-existente Anteilnahme ... Empörung ... nicht zu erklären.

Während bei uns also der Salat serviert wurde, jodelte der Chaosbruder die Holzwürmer aus dem Dielenboden, anschliessende sah man sich anlässlich der Witzerunde zum Fremdschämen veranlasst. Während die Hammondorgel ein ziemlich talentfreies Grossorchester darzustellen versuchte, trällerte er "Songs" - angefangen von Peter Reber via Peter Alexander bis hin zu Bill Ramsey und dem angesichts schlimmster stimmlicher Verhunzung zutiefst zu bemittleidenden Frank Sinatra.
Als der Hauptgang serviert wurde, wurden wir uns der aufsteigenden Übelkeit bewusst. Norovirus schlossen wir aus - es KONNTE nur der *hüstel* "Künstler" sein ...
Der Mozarella zerfloss nicht angesichts des Pizzaofenhitze - NEIN - ganz bestimmt vor lauter Selbstmitleid!

So schnell haben wir noch nie gegessen - und das schier den Nachmittag über bleibende Pfeiffen in unseren Ohren verlor sich zum Glück gegen Abend.

Also Leute, falls ihr irgendwann, irgendwo einen Mann um die 60zig mit augenkrebsverursachendem Hemd (blaude Karos) Töne von sich geben hört ... denkt an meine Worte ...

FLIEHT IHR MENSCHEN ... FLIIIIIIEHT!!!


Kommentare:

Dodo hat gesagt…

Oh je, ja... das war hart an der Grenze des Erträglichen. Nicht dass sich der Mann nicht Mühe gegeben hätte, aber schon nur das Publikum anzusehen verursachte Bauchschmerzen. Da wären mir auch nur solch klägliche Töne entschwunden, hätte ich dort spielen müssen.
Herrlich beschrieben, Fränzi!

Dodo hat gesagt…

Oh je, ja... das war hart an der Grenze des Erträglichen. Nicht dass sich der Mann nicht Mühe gegeben hätte, aber schon nur das Publikum anzusehen verursachte Bauchschmerzen. Da wären mir auch nur solch klägliche Töne entschwunden, hätte ich dort spielen müssen.
Herrlich beschrieben, Fränzi!

alice hat gesagt…

also ich gehöre ja bereits zu dieser Kategorie Menschen (-90+).....da bin ich aber froh, nicht in eurer Gegend zu wohnen und ich mir das nicht anhören muss. Denn, wenn du es sagst, dass das so schlimm war, will ich dir glauben :-)

Ich hoffe, die spielen nicht plötzlich hier in unserem Lieblingsrestaurant!!!

Ich schick dir liebe Grüessli, ALice


PS: ich hab dir eine Nachricht auf FB geschickt!!! Hast sie leider noch nicht entdeckt.



Leovi hat gesagt…

Beautiful. I wish you a Merry Christmas and a New Year full of joy with your loved ones. Leovi.

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