Freitag, 13. Januar 2012

KEIN 0815 BLÖKE-SCHAF

Meine lieben Leserinnen und Leser, Freunde, Bekannte, Verwandte, Zugewandte - hallo Welt!
Ich muss euch heute eine Geschichte erzählen, Ja, ich MUSS. Wollen will ich auch ... aber müssen auf jeden Fall. Denn ich bin in Hochform.
Finde ich.

Doch bevor ich loslege, euch von blökenden Schafen, Mörderwellen, Anti-Stromlinienförmigkeit und dergleichen berichte, begrüsse ich ganz sehr herzlich den neuen Stern im Geschichtenhimmel: HERR OTER. Ich freue mich überaus purzelbaumschlagend, dass Du hierher gefunden hast. HERZLICH WILLKOMMEN in meiner kleinen, feinen Welt der Verbalakrobatik, der schönen, traurigen, aufwühlenden und lustigen Geschichten meines manchmal wilden, chaotischen - aber total spannenden - Lebens. Fühle Dich wohl, habe Spass!
Schön bist Du da.

Und nun zu den blökenden Schafen, Mörderwellen und dergleichen:
Mit meinem letzten Post habe ich nicht nur viele viele Reaktionen in der Bloggerwelt hervorgerufen - ich hab auch die Aerzteschaft aufgeschreckt. Wie ihr wisst, habe ich mich beklagt über das was ich passiv nenne. Und hab dem Doc meines Kater's doch mit einem gewissen Elan ein paar happige Gefühlsworte zwecks Anhörung und Sortierung vor die Füsse geschmissen.
Nicht ganz ohne Hintergedanken - ja Herr Doc, ich gebe dies hier öffentlich zu - habe ich ihm in besagter Mail (siehe letzten Post) die Adresse meines Sternenzauberblogs mitgeschickt.
Man kann dem Herrn Doc nachsagen was man will ... aber er ist ein kluger Mann. Hat das Ende meines Fadens aufgenommen, hat sich eingeklickt und las. Was er da las, liess ihn ... sagen wir es mal so ... die Sicherungen der Impulskontrolle kurz mal durchknallen und ich kriege eine Mail der gewaschenen Art.
Also keineswegs böse - aber doch überaus empört und verärgert. Therapieabbruch mit Kater.
Mit so einer unmöglichen Kater-Gattin, der Frau Sternenzauber, geht das nicht weiter.

Ok. So weit, so gut. Ich und der Kater haben das zur Kenntnis genommen und mal eine Nacht darüber geschlafen. Bis gestern Morgen. Und dann - dann habe ich mich hingesetzt und dem Herrn Doc eine lange Mail geschrieben. So von wegen, dass wir Angehörige nicht wie der Petersilienstengel auf dem Tagesmenü sind (...wird ja meist weggelegt...) und so Sachen. Ich hab ihn eingeladen, ein paar Meter in meinen Schuhen zu gehen, mit mir zusammen einen neuen Blickwinkel auf die Angelegenheit zu suchen. Und zu finden.

Nun ja, gefunden haben wir uns jetzt nicht wirklich im engeren Sinne - aber, wir haben uns angenähert. Ich mich vielleicht etwas mehr an ihn, denn er an mich. Aber ich zolle ihm wirklich grossen Respekt für den gestrigen Tag: er hat sich mehrfach in Form von Mails, offenen Worten, Erklärungen und auch gewissen Empörungen über das fadengerade Herausforderverhalten des Sternenzauber-Fränzi's auf mich eingelassen.
Wir gingen zusammen in den verbaltechnischen In-Figth - brauchten nicht mal harte Bandagen und die "Schläge" blieben zu jeder Zeit stets über der Gürterlinie.
Ich sage euch - am Ende des Tages habe ich den Doc richtig in mein Herz geschlossen, wir haben uns gegenseitig (sorry Herr Doc - falls Sie gerade mal wieder hier mitlesen, was mich übrigens ausserordentlich freut! Ehrlich!) auf hohem Niveau ausgekotzt. Endlich war der Mann spürbar für mich. War viel mehr Mensch denn Doc - und somit sehr ehrlich, offen, direkt. Die Fronten sind endlich geklärt.
Das mag ich, so kann man zusammen arbeiten.
Das war stark von Ihnen, Doc. Echt stark! Das meine ich jetzt wirklich so!

Zusammen arbeiten werden wir zwar nicht mehr, ich denke, dass ist auch gut so. Wahrscheinlich würden wir einander ab und zu mal wieder auf die Füsse treten (was ich persönlich durchaus nicht negativ empfinde) - Reibung ist gut - allerdings Aufreibung nicht. Nicht jeder mag das in der Art und Weise ab wie ich.
Das kann ich gut verstehen.

Übrigens: All die Medis werden jetzt mal abgesetzt, wir wollen doch mal sehen, wo der "Original-Kater" geblieben ist und wie es dem unterdessen so geht. Und jetzt ist der Weg auch frei für eine neue, vielleicht andere, vielleicht bessere Form und Art die Kater-Probleme anzugehen. Mit neuen Menschen.
Am Wochenende setzen wir uns zusammen - Katerchen und ich - und stellen einen Masterplan auf. So richtig seriös. Und dann suchen wir uns das passende Team.
Und wisst ihr was - DAS WIRD KLAPPEN!

Ich konstatiere: Fränzi Sternenzauber ist ein Aerzteschreck. Entweder lieben sie mich - oder sie scheuen mich. Gerne und mit einem Lächeln auf den Stockzähnen erinnere ich mich an Herrn Sowieso - er betreute den Kater während mehrerer Monate bei seinem ersten wie beim zweiten stationären Aufenthalt.
Grundsätzlich kamen wir ganz gut klar, zuweilen schimmerte aber schon durch, dass er es manchmal nicht sooo genau wusste, wie ich denn einzuschätzen sei:  irre-witzig (mit Schwergewicht auf irre) oder latent-gefährlich (mit Schwergewicht auf gefährlich) - oder nur einfach nur actio libera in causa, sed non libera in actu (Handlung, bei deren Verursachung (in causa) der Täter noch freiverantwortlich handelte, nicht mehr aber bei der (späteren) Ausführung selbst (in actu).) :-)
Damals, als ich ihm sagte: "Herr Doc - wir brechen diese Übung zwischen Weisskittel versus Grünschnabel jetzt mal ab, treffen uns dafür das nächste Mal im Kaffee und reden wie 2 ganz normale Menschen zusammen. Ich zahl den Kaffee dann auch".
Er sagte damals zwar zu - aber getroffen haben wir uns nie mehr. Schade, ich hab den echt gerne gemocht.
Kurzum: manchmal komme ich den Herren und Damen Doc's doch ein bisschen schräg rüber.

Dass mag daran liegen, dass ich eben kein 0815 Blöke-Schaf bin - und einfach mal mit der Herde trottet. Ich bin auch alles andere als stromlinienförmig - und ich schwimme gerne gegen den Strom - wenn ich es denn für sinnvoll und angemessen halte. Glaubt mir, das macht stark.
Ich hinterfrage - ich nehm nicht einfach entgegen. Und wenn ich der Meinung bin, dass etwas schief läuft, dann sage ich das auch. Und wenn es wirklich schief läuft - dann kämpfe ich dagegen an. Der Blog (ich liiiiiebe meinen Blog und seine LeserInnen) ist unterdessen auch ein unverzichtbares Instrument für mich geworden. Er hat doch eine gewisse Aussagekraft, die nicht unbemerkt bleibt. Das wage ich heute im Positiven auszunutzen. Ich würde jetzt nie jemanden namentlich bloss stellen - aber auf Misstände, Dinge die der Nahbetrachtung bedürfen, auf relevante Tatsachen, da steh ich mit meinem Namen ein, wage es zu sagen, zu schreiben ...und oft genug erwächst daraus eine Diskussion. Die stets Gutes in sich birgt.
Nur im zusammen reden, nur im sich miteinander auseinandersetzen kommt man weiter.
Siehe den aktuellen Fall.
Der Doc hat sich beim Kater für das Eine oder Andere entschuldigt - dass war es doch wert. Oder?

Ich hab das hart lernen müssen - meine liebe Sybille hat mir mal vor langer Zeit von der Mörderwelle in Hawaii erzählt. Von den Menschen, welche es wagen sie zu bezwingen. Dass sie Gefahren in sich birgt, dass man sich ganz langsam an sie heran tasten muss, sie respektieren muss, Mut haben muss, sie erfahren muss ... und vom Gefühl, sie zu bezwingen. Keine Angst mehr vor ihr zu haben - Spass daran zu haben, mit dem gebührenden Resepkt mit ihr umzugehen lernen.
Dass man das lernen kann.
Sie hat es mich gelehrt - und lehrt es mich immer wieder. Immer noch. Immer neu. Lehrt mich, dass alles was ich brauche, ich in mir drin habe. Aber es aktivieren muss, selber dafür verantwortlich bin. "Ride the wave" - das ist ihre Botschaft. Und ich ride. Manchmal haut es mich kopfüber böse in den Sand und ich habe Schürfungen an Herz und Seele. Flächendeckend. Dann humple ich wieder zu ihr hin und sie pflegt die Wunden. Schickt mich dann wieder raus ins Meer ... "ride the wave, Fränzi Sternenzauber!"
Im übrigen gibt es nebst Sybill noch andere, wunderbare, hilfreiche Menschen in meinen Leben ... DANKE euch allen.
Ich geb nicht auf, ich geb nie auf - ich such sie immer wieder, diese Mörderwelle. Und reite sie. Mit jedem Mal ein bisschen besser.

Meine Hausärztin legte mir gestern ans Herz, doch eine Praxis zu eröffnen. Wieder in meinem alten Beruf ... meiner Berufung ... zu arbeiten. Lebenshilfe, ganz lebensnah. Sie findet mich irgendwie richtig gut ... und sagte es genau so: "Ihr Wesen und ihr Charakter haben was von Frühling. Sie sind als Mensch ein Versprechen, dass es wieder Sommer wird. Lassen Sie andere Menschen daran teilhaben.".
Ihre Worte haben bei mir so einiges in Gang gesetzt. Und heute ... heute bin ich voller Tatendrang. Und wer weiss - das Leben hat noch so vieles mit mir vor. Ich bin gespannt was wird.
Oh wie leb ich gerne!

RIDE THE WAVE!

Dienstag, 10. Januar 2012

EINE FRAGE DER (AUS)SICHT

Erst mal möchte ich mich herzlich bedanken für all die anteilnehmenden, liebevollen, herzlichen, ratenden, verständnisvollen Reaktionen auf meinen gestrigen Blogbeitrag.
Es hat sich gut angefühlt, so gut. Macht stark und macht Mut.
Ich geb euch 100 Punkte von 100 Punkten. Ihr seid was ihr immer wart - einfach grossartig!
Danke.

Gestern Abend, es traf sich gut, hatte ich nach 4 Wochen (Festtags-)Pause wieder mal Treffen in der Angehörigen-Selbsthilfegruppe. Wir sind in allem einander tiefherzlich zugewandte Freunde geworden - da hat jeder seinen festen Platz mit Garantie auf offene Ohren, Verständnis und guten Rat. Wir verstehen uns ohne Erklärung, das ist ja das Schöne an Selbsthilfegruppen. Jeder weiss aus eigener Erfahrung, wovon die Rede ist und wie es sich anfühlt.
Aber wer jetzt meint, dass so ein Abend eine ruhige, eher sogar bedrückende, jammernde, verzweifelte Art Klagemauer ist ... weit gefehlt. Was haben wir auch gestern wieder gelacht! Dieses grenzenlose Vertrauen ineinander, diese besondere Offenheit - sie lässt uns sein wie und was wir sind: starke, fröhliche, humorvolle Menschen, die den Weg zueinander und somit auch die Antworten auf ganz viele Fragen gefunden haben und immer weiter suchen werden.
Unsere Gruppe haben wir übrigens auf den Namen WEITERKOMMEN getauft. Und das tun wir auch, jedes Mal.

Zudem hat mich die Natur mit einem sehr funktionalen System ausgerichtet. Wenn mir die eine Sicht auf die Dinge Bauchschmerzen bereitet - dann laufe ich so lange um den Stein des Anstosses rum, bis ich diese eine Sicht auf die Dinge finde, welche "Bearbeitung" zulässt. Welche mich wach und aufmerksam hält, welche mir die Möglichkeit der Aktion schenkt.
Nur immer reagieren, das mag ich nicht. Aktiv sein, am liebsten proaktiv - so laufe ich zur Hochform auf.

Aktiv nenne ich zum Beispiel meine lange Mail an des Kater's Psychiater, in welcher ich aus Sicht meiner Person, die nah, ganz nah dabei ist, die momentane Lage schilderte. Detailliert. Ich würd es mal so nennen: ein ausgewachsener Hilferuf.
Passiv nenn ich den Herrn Psychiater, der sich keinen Deut darum kümmerte. Sich weder bei mir noch bei seinem Patienten meldet, den Hilferuf zwar gelesen hat - aber ignoriert.
Schwach, Doc ...gaaaaanz schwach!
Den Typ nehm ich mir noch zur Brust - versprochen ... ich hab immerhin Körbchengrösse C!! Und mache mich in der Ärztewelt mal wieder unbeliebt. Aber bei ihm hab ich sowieso verspielt, als ich letzthin wagte nach einem Hoffnungsschimmer zu fragen. "Sie brauchen keine Hoffnung" - dies war seine Reaktion.
Ich schätze immer sehr, wenn Menschen wie er wissen, was ich brauche. Das nenn ich Empathie der ausgereiften Art.
Herr Doktor - was genau ist Ihre Aufgabe?

Um den Herrn Doktor werde ich auch kreisen, um den passenden Blickwinkel auf ihn richten zu können. Ich werde ihn grossräumig umrunden. Sehr grosszügig grossräumig.
Und meinen Blick schweifen lassen auf andere Möglichkeiten. Sie finden.

Zum Glück habe ICH Menschen an meiner Seite, die interessiert daran sind, an meiner Seite zu gehen. An unserer Seite. Ja, zugegeben, die sind wesentlich unbequemer - die verschreiben nicht Medikamente bis zum Abwinken. Die fragen, die antworten, die reden, die fordern mich heraus. Mich, mein Wissen, mein Verstehen und meinen Lerneifer.

Womit ich wieder beim gestrigen Post bin und den Abschluss der heutigen Zeilen gerne so machen würde:
Der Kater hat und hatte es in seinem Leben zu oft mit Menschen zu tun, welche ihm beim Sprung in die Tiefe zusahen, noch immer zusehen, bedauernd den Kopf schütteln und mit den Schultern zucken. Dies, während sie sich schon abgewandt haben.

Ich habe Menschen, die trauen mir den Sprung in die Tiefe zu, die geben mir das Rüstzeug zum Flügelbau mit, halten mich an Seilen, brüllen mir laut Durchhalteparolen entgegen, liegen bäuchlings am Rande des Kraters vom Lebenseinschlag und strecken mir alles entgegen, was sie für hilfreich halten.
Das ist ganz schön viel. Und schenkt mir Möglichkeiten.

Der grosse Unterschied: ich lebe und werde erlebt, ich spüre die Stürme, ich trotze den Wogen und dem Wind, ich brülle zurück, ich bin laut - selbst wenn ich leise bin, ich bin unangenehm, ich bin unangepasst. Ich bin ich und traue es mir zu.
Auch wenn ich manchmal müde bin und nicht mehr mag - ich kann darauf wetten, dass es trotzdem weitergeht. Weil mir auf dem Weg nach unten Flügel wachsen. Mit der gleichen Bestimmtheit, wie dass es nach einer dunklen Nacht wieder Tag wird.

Der Kater hingegen - er wird verwaltet. Von Ärzten, Medikamenten, Situationen. Flügel wachsen lassen? Die brach man ihm bereits in der Kindheit. Und zwar so nachhaltig, dass er nie mehr die Kraft hatte, es auf einen zweiten Versuch ankommen zu lassen.
Trotzdem wird er lernen müssen, sich Flügel wachsen zu lassen ... und ihnen zu vertrauen, dass sie tragen. Fliegen lernen. Soweit die Flügel tragen.

Ich nehm ihn täglich mit auf die Reise, zumindest in der Vorstellung. Und erzähle ihm vom beflügelnden Erlebnis, die richtige, passende, heilende Sichtweise auf Blockaden, Barrikaden und vermeintlich unüberwindliche Hürden zu suchen und zu finden.

Das wird klappen. Irgendwann.

HOFFENTLICH BALD!

Montag, 9. Januar 2012

LEISE GEDANKEN

Es ist momentan leise, hier in meiner Ecke der Bloggerwelt.
Nicht unbedingt weil ich das so will ... im Gegenteil, ich möchte was ganz Anderes. Ich möchte schreiben - euch schreiben, mit Buchstaben toben, mit Wörtern schmeissen, mit Sätzen bauen.
Und laut lachen.
Ja, das möchte ich.
So gerne.

Dass nicht immer alles so ist, wie man es möchte - dies kennen wir Alle. Man nennt es Leben.
Manchmal zwingt mich das Leben mein Augenmerk fast ausschliesslich auf den Kater zu richten. Und wenn so eine Zeit da ist, wird es automatisch leise.
Weil ich darum kämpfen muss, dass es nicht still wird.

Kraft kostet es, unglaublich viel Kraft, an der Seite eines Menschen mit schweren Depressionen, mitten in einer existenziellen Lebenskrise, zu sein. Es tut Not, das Leben des Menschen den man liebt, sich mit auf die Schultern zu packen. Auf Schultern, die eh schon vieles tragen müssen. So gut es eben möglich ist.
So viel, dass dem Anderen nicht alles weggenommen wird.
So viel, dass man sich nicht zu viel aufbürdet.
Die Grenze ist schier übergangslos. Von Auge nicht zu erkennen - und selbst das Gefühl täuscht einem da manchmal. Das Wollen spiegelt mehr Kraft vor als da ist.
Aber man trägt mit. Weil man manchmal auch nicht anders kann. Und weil es wichtig ist. Weil man liebt.
Nicht weil man das will - einfach, weil es nicht anders geht. Weil sich nichts zwingen lässt.
Und weil ich noch kann.

Was tun, wenn ein Mensch die Sonne nicht mehr sieht? Und selbst wenn er sie sieht, sich sicher ist, dass diese nicht für ihn scheint?
Was tun, wenn ein Mensch nicht mehr daran glaubt, eine Chance auf Arbeit zu kriegen?
Was tun, wenn ein Mensch selbst gute Freunde nicht mehr an sich heran lässt?
Was tun, wenn ein Mensch keine Worte mehr findet und nur noch still ist?
Was tun, wenn ein Mensch keinen Grund mehr zum Lachen findet?
Was tun, wenn ein Mensch nicht mehr an das Wort Glück glaubt?
Und schon gar nicht mehr an sich selber?

Zu viel erlebt.
Zu viel Schmerz.
Zu viele Enttäuschungen.

Das ist ein Problem. Ein Riesenriesenriesenproblem.
Dem ich mit meinem ganzen ICH entgegen trete. Dem ich meine Hoffnungen in dem Weg werfe, meinen unwiderruflichen Glauben an das Gute, an das Glück und an schützende Dinge zwischen Himmel und Erde.
Dem ich mit Tränen in den Augen und einem JETZT-ERST-RECHT-LACHEN den Weg versperre.
Dem ich mit all der Kraft, welche ich aufzubringen vermag, mich entgegenstelle.
Ich rede dagegen an. Und flirte mit dem Glück.
Ich kämpfe dagegen an. Und bitte alle guten Kräfte sich auf unsere Seite zu stellen.
Meine Wut über diese Situation wandelt sich in Willen. Willen, nicht aufzugeben. Nie aufzugeben!
Vor allem aber ... ich glaube daran, dass wieder andere Zeiten kommen.
Da habe ich dem Kater etwas voraus ... meinen Glauben, dieses unerschütterliche Grundgefühl: Es wird!

Keine Angst - ich gebe mir Mühe mit meinen Kräften zu haushalten. Und nicht selber auch noch dem Riesenproblem zum Opfer zu fallen. Ich bin mittlerweilen nicht mehr sooo blauäugig und auch ein wenig geübter in Sachen Krisenmanagement.
Hab Werkzeuge in meiner Seele, meinem Wissen, meinem Tun und Schutzmechanismen entwickelt.

Und ... vor allem: ich habe Freunde. Wir haben Freunde.
Mein soziales Netz ist eng gewebt und ich brech da nicht durch. Sie halten mich - und ihn. Auch wenn er das momentan nicht wahr nehmen kann.
Danke.

Deshalb, ihr lieben Menschen in der Bloggerwelt: ich bin nicht weg. Ich bin nur leise.
Die lauten Töne - doch doch, sie sind auch noch da und brechen immer mal wieder durch - aber ich bin leise um mich zu schonen, um Kraft, Energien, Gedanken zu sparen - um sie weiterschenken zu können.
Ich muss momentan erfindersich sein. Und ich bin es!
Ich geb nicht auf. Nein, nie.

Weil ich nicht alleine bin.
Weil ich daran glaube.
Weil es sich lohnt.

Tja, manchmal muss man einfach springen ... und sich auf dem Weg nach unten ...

... FLÜGEL WACHSEN LASSEN!

Donnerstag, 5. Januar 2012

FESTHALTEN!

Gestern bereits waren die Warnmeldungen betreffend ANDREA zu hören.
Dieses stürmische Weib will heute die Schweiz und den Rest Welt drumherum heimsuchen.

So bin ich denn heute Morgen noch vor 05.00h nicht vom Wecker, sondern von Andreas Geheule wach geworden. Die blies bereits kräftig um die Villa Kunterbunt - und ich, die ich unser Daheim doch so gerne mit Deko herausputze, hörte er klirren, rascheln, klopfen und poltern.
Und als die schöne, orange Teelichtlaterne ... sie wohnte rechts neben der Terrassentüre beim Schlafzimmer ... sich in geschätzte 1'000 Splitterscherben auflöste, da war ich vollends im Tage angekommen.

Wieder einmal war ich also in Schlüpper, Shirt und Jeansjacke - an den Füssen die viel zu grossen Kater-Gummistiefel - im Dunkel des anbrechenden Tages rund ums Haus unterwegs, zwecks Sicherung flatternder, fliegender, klirrender, klopfenden und so weiter Gegenstände.
Bei solchen Aktionen hoffe ich immer, dass kein Nachbar / keine Nachbarin mich erspäht. Die kennen mich ja noch nicht wirklich ... und könnten eventuell falsche Schlüsse daraus ziehen. Also ... so ganz falsche Schlüsse.
Nach meiner kürzlichen, spektakulären und aufsehenerregenden "ich-bin-tapfer-und-schlag-den-Räuber-in-die-Flucht" -Aktion bin ich bekannt wie eine bunte Hündin. Und mein wahrer Charakter, der glitzerne Stern meines eigentlichen Ich's, der Kern ... der weiche, warme ... der kam so gar nicht zur Geltung.
(Der Räuber stellte sich ja dann bekanntlich als das kleine, junge, schwarze Kätzchen heraus, welche so ein bisschen im Schuppen rumhüpfte.)

Eher zur Geltung kam der anzunehmend sehr mürbe Kern meiner paar Gehirnzellen. Welche - der Situation zufolge - an einer Hand abzuzählen sind. Aus eventueller Sicht eventueller Nachbarn.

Ich sehe, mir bleibt am nächsten Wochenende nix andere übrige, als endlich persönlich vorstellig zu werden und HALLO - ich bin die Neue hier! zu sagen. Vielleicht kann ich ja in Richtung Ehrenrettung meines Rufes noch was fixen.
Falls mir jemand die Türe öffnet. Es besteht Hoffnung. Und ich eingelassen werde.
On verra! Man wird sehen!

Was ich noch sagen wollte - in der Villa Kunterbunt bleiben heute die Fensterläden geschlossen. Sicherheitshalber. Bereits auf dem Gang zum Bus um 06.00h drückte mich eine Windböe von der linken Wegseite auf die rechte Wegseite. Und das will was heissen - ich bin ja kein Federchen. Gehe eher in Richtung Feder. Also so ne ganz grosse, bauschige, wuchtige Feder. Ich glaube, eine Archaeopteryx-Feder käme der Sachlage nahe.
Archaeopteryx .. ach wisst ihr schon, dass ist dieses riesige Flugsauriervieh aus früheren Zeiten.

Passt einfach gut auf euch auf heute - auf euer Hab und Gut. Der Wind rupft wild an allem was nicht niet und nagelfest ist.
So oder so ... trotz allem ...


... SCHÖNEN TAG!

Mittwoch, 4. Januar 2012

KASTRIERTE ELOQUENZ

Das tut nicht weh - keine Bange.
Nur die Tatsache an und für sich hat geschmerzt.
Die Erkenntnis der sprachlichen Unvollkommenheit.

Also, es ist ja nun mal so, dass ich Sprache, Worte nutze, mich möglichst unmöglich - und trotzdem verständlich - auszudrücken. Wortkreationen zu gestalten und andere Menschen mit von mir erfunden Wortkapriolen zu erreichen, zu berühren, zu umarmen (...und manchmal auch zu hauen...), das liiiiebe ich.
Zungenbrecherische Worte sind mir Herausforderung, jedes "neue", noch unbekannte Wort sauge ich atemlos auf, lasse es in mir wirken, zerpfücke es, zerreibe es, schmecke es, trinke es, esse es - geniesse es. Verstehe ich was nicht, will ich es sofort wissen.
Wikipedia ist mein Zeuge.

Und so verfüge ich im Laufe meiner paar Jahre über einen ansehnlichen Wortschatz, mit dem sich wunderbarst spielen lässt. Zum Leidwesen vieler Menschen in meiner Umgebung ... und hoffentlich zur Freude des einen oder anderen Lesers.
Mir macht es solchen Spass, dieses verbale Jonglieren auf dem Hochseil.

In den Zirkus wollte ich schon immer. Das war meine Welt!
Hochseil. Fand ich klasse. Aber ab Grösse 44 wird das technisch schwierig, um nicht zu sagen: unmöglich - zumindest für das Seil. Und die tragenden Teile. Und das Sicherheitsnetz. Sieht sehr uncool aus, mit fast 90kg Lebendgewicht durch das Maschengeflecht zu klatschen. Unschön. Wirklich.
Deshalb habe ich mich schon als Kind, in weiser Voraussicht (man nannte mich damals schon Pummelchen) auf's Jonglieren verlegt. Doch auch da - Pustekuchen. Ich schonggliere in etwa so gut wie ein Elch Samba tanzt. Deshalb wohl war meine Mutter in den 70ziger Jahren eine der ersten Schweizer Hausfrauen mit Spülmaschine. Und wir hatten viel Tupper. Unzerbrechliches Tupper.

Gut - es blieb dann ergo nur noch der Clown.
Der bin ich wahrlich geworden. Manchmal ein wenig mit dem Hang zur Tragik. Aber das sagt man den Clowns ja nach. Sie sind mindestens so ernst und tiefgründig wie sie laut und fröhlich sind. Und weil es so viele "normale" Clowns gibt, habe ich mich zur clownesken, polyvalenten Verbalakrobatin mit pointierter Eloquenz entwickelt.
Falls grad jetzt Keine/r weiss, was das heissen soll: ich auch nicht, aber es tönt unglaublich intellektuell. Oder?

Fremdwörter mag ich. Sehr sogar.
Und immer wieder treffe auf neue. Schlage dann gleich bei Wikipedia nach und nehme es in mein Sprachverständnis auf. Bei vielen erahne ich ... kann die Eselsbrücke machen. Und bin dann ganz stolz, wenn meine Ableitung den Nagel auf den Kopf trifft. Oder zumindest nicht grob daneben.

Doch heute, heute Morgen, hat mich die liebe und kluge Dodo (HIER IHR BLOG) völligst verblüfft. Meine vermeintliche Eloquenz (Sprachfertigkeit) wurde innert Sekundenfrist kastriert (nett gesagt: beraubt) - nämlich ihrer expobitanten (ausserordentlichen) Multi-Funktionalität (Gebrauchstauglichkeit).
Das Wort, welches mich auch vermeintlich sicheren Geleisen warf, heisst:

RESILIENZ

Ich habe es mindestens 5 x gelesen. Von vorne nach hinten und ungekehrt. Habe es gedreht - im Geiste, im Kopf und der Mundhöhle - und gewendet. Resultat: Nada. Nix. Rien. Niente.
Also wieder WIKIPEDIA gefragt. Überaus interessante Antwort gekriegt:
Resilienz (v. lat. resilire ‚zurückspringen‘ ‚abprallen‘, deutsch etwa Widerstandsfähigkeit) ist die Fähigkeit, Krisen durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen zu meistern und als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Mit dem Konstrukt Resilienz verwandt sind Salutogenese, Hardiness, Coping und Autopoiesis. Diese Konzepte gehen in Krisensituationen von alternativen Sichtweisen aus.
Was bei mir schon wieder Fragen aufwarf: Salutogenese? Hardiness?
Kastration zum Zweiten.

Nun gut, wenigsten weiss ich jetzt, was Resilienz heisst. Ich erinnere mich noch gut an meine Kindheit, da hiess das Wort Stehaufmännchen und sah in etwa so aus:




Na ja - ich habe diese Niederlage unterdessen verkraftet.
Kann damit leben. Im Gegenteil ... jetzt weiss ich wieder was mehr!
Welch Glückspilz!

Was bin ich doch  ...


... RESILIENT!

Dienstag, 3. Januar 2012

ICH BIN EINE SCHARFE BRAUT!

Total heiss!
Schier unerträglich heiss! Und so scharf!
Um nicht zu sagen: zuviel des Guten.

12.00h. Heute.
Eigentlich hatte ich gar keinen Hunger. Aber alle alle alle pendeln zum Futtertrog im Pausenräumchen. Ich Herdentier mit ihnen. Fäbu hat was mit dabei - ein Sandwich von zu Hause und Beizeugs. Mänu arbeitet heute ausser Haus, Oli ebenso. Michi ist in den Ferien und Rizvi sättigt sich bei Mama.
Bleibt da nur noch der Res, hat hat wie ich nix mit.

Während ich mit Katerli noch einen Mittagsplausch am Telefon hielt, ging Res schon mal vor und orderte sich Pizza. Ich war der festen Meinung, es heute bei einem Salat von der Bäckerei vorne an der Ecke bewenden zu lassen - am Abend gibt es nämlich Rühreibrote mit viel Schnittlauch, also eine eher deftige Sache. Da die Masse meiner Taille gegen 2 ausgeprägt deftige Mahlzeiten pro Tag sprechen ... eben Salat.

Den Kater noch telefonmässig ans Ohr geklemmt, spazierte ich plaudern der Bäckerei zu. Die hat wegen zu geschlossen. Blöd! Na ja, dann eben weiter im Takt ... immer noch mit Kater plaudernd ... zum Inder rüber. Da gibt es feinen Reis mit Gemüse. Legt sich also auch nicht gleich sichtbar im Bauchbereich fest. Latsch, latsch, latsch. Der geneigte Leser, die werte Leserin weiss was jetzt kommt: Ebenfalls wegen zu geschlossen.
Hallllooooo! WIR haben ja auch die Garage geöffnet. Leute! Nixtun ist passé. Oder machen die etwa in verschäfter Form bei meinem "LÉGER-Programm" mit?

Ok ... ok ... dann halt rüber zur Pizzeria Stelle del Lago, sagte mir mein Verstand - aber nein, keine Pizza. Immer noch mit Kater plaudernd ... (ich weiss, es gehört sich nicht, aber er hat das heute nötig) ... "ciao, sag mal, was kannst du mir innert Minutenfrist machen, was nicht grad so arg wie Pizza ist?". Er: "Döner?". Ich, im Wissen, dass diese Döner sehr "light" sind, also viel viel Gemüse und ganz ganz wenig Fleisch. Dafür auch nie scharf, auch wenn man extrascharf bestellt: "Ok, mach mir bitte einen Döner, extrascharf".

Während ich immer noch Blablabla mache mit Kater, drückt er mir 3 Minuten später den Döner in das Pfötchen, will nicht mal Geld dafür ("... für Dich, Weihnachten ..."), ich danke höflich und mache mich vom Acker.

Hätte ich nicht immer noch kommuniziert, dann wäre es mir aufgefallen: Viel viel Fleisch und wenig Gemüse. Ganz anders als sonst. Ich hätte wachsam sein müssen! Aber abgelenkt vom Gespräche, biss ich herzhaft in das gerollte Irgendwas - so genau weiss man ja nie, was da drin ist. Und genau deshalb steht das bei mir auch so gut wie nie auf der Speisekarte.
Und während ich so kaue, beginnt es zu brennen.
In mir drin.
Die Schleimhäute von Mundinnenhöhle, Rachen, Hals, Speiseröhre, Magen schreien laut auf und schwellen nullkommanix an. Und ich brenne. Ich verbrenne!



Während mir die Tränen in die Augen schossen, ich Feuer spuckte und komische Geräusche machte, bot Fäbu mir geistesgegenwärtig sein Cola an, welches ich wasserfallartig in mich rein schüttete ... was bekanntlich die Wirkung hat, dass es nach 5 Sekunden vermeintlicher Löschzeit nur noch mehr brennt. Überalllllllll!
Nicht dass ich mir dessen nicht bewusst war - aber mein Hirn muss in Flammen gestanden sein! Nur so erkläre ich mir meine Reaktion.

Jedenfalls hatte ich danach keine Konversation mehr mit Katerli, ich hechelte nur still vor mich hin. Bedauert vom Rest der Welt - zumindest von Res, meinem Seniorchef und Fäbu, meinem Werkstattkollegen. Der Rest des Trupps wird erfahrungsgemäss spätestens morgen von meinem Desaster erfahren.
Es dürfte lustig werden.

Jedenfalls war ich nach ca. 15 Minuten abgekühlt. Ein Glas Milch half ... ein bisschen. Den Döner extrascharf warf ich weit weit weg. Dann lieber Hunger!
Res bot mir liebenswerterweise einen Viertel seiner Pizza an. Spinatpizza, ganz ohne scharf. Danke Res!

Des Rätsels Lösung: ein neuer Koch. Der unter Döner viel Fleisch und wenig Gemüse versteht. Dafür aber unter extrascharf eben extrascharf.
Meine Prognose: Er wird nicht lange da arbeiten.

Mir ist jetzt heiss, ich habe Schluckauf und Magenbrennen. Ich bin - und das ist für einmal nicht übertrieben - eine selten scharfe Braut ...


... EXTRA-SCHARF! ...

Montag, 2. Januar 2012

LASST UNS ZUSAMMEN GEMÜTLICHKEIT LEBEN!

Nicht nur wir - auch die Villa Kunterbunt hat sich in den letzten Tagen erholt.
Von den Strapazen der letzten Wochen ... ja Monate.

Für andere Menschen mag das Einrichten, das Auspacken, das Dekorieren usw. so richtig in Arbeit ausarten - für mich ist es Erholung. Und ein Spaziergang meiner Sinne. Das fröhliche Spiel mit den Farben, Formen und Materialen eine Herausforderung der aufbauenden Art.
Wenn ich sehe wie was wird ... aus meiner Phantasie heraus, aus meinen Gedanken geboren, vollendet mit den Händen - und ja, mit Hammer, Nägeln, Bohrer, Schweiss und Helfershelfern ... dann fühlt sich das in mir drin einfach nur saugut an. Wahnsinnig saugut sogar!
All die Energie welche ich da rein stecke, kommt dann tausendfach zurück.
Unter dem Strich in den schwer roten Zahlen!

Die unten rote, oben auberginenfarbene Diele kennt ihr ja, die beige-rote Küche und die grünen Bäder mit grünen Klodeckeln auch, im violetten Wohnzimmer und der blauen Essecke habt ihr ja sozusagen bereits Platz genommen und selbst in unser leidenschaftlich divers-rotes Schlafzimmer durftet ihr einen Blick werfen.
Das Büro, hier schreibe ich gerade, ist übrigens blau und wird demnächst auch auf den Blog-Laufsteg im Geschichtenhimmel geschickt.

Doch heute, heute will unbedingt das Musikzimmer/die Bibliotheke eure Aufmerksamkeit.
Diesen Raum habe ich mit besonderer Sorgfalt und Aufmerksamkeit geplant und hergerichtet. Er ist vor allem Kater's Refugium. Seine Ruhezone - wo er nach Lust und Laune (und wenn es sein muss auch um Mitternacht) sein Didgeridoo spielen kann. Laut Musik hören kann.
Dieser Raum soll ihm Kraft geben und ihn seine Mitte finden lassen. Deshalb habe ich ihn auch in warmem Orange / Terracotta gestaltet. Warum gerade ORANGE?



Farbe Orange: Freude, Lebhaftigkeit, Spaß, Lebensbejahung, Ausgelassenheit, …

Die Farbe Orange
Orange ist bekannt als Kraftspender nach physischer oder seelischer Erschöpfung. Es repräsentiert vitale Stärke und Aktivität. Die Wärme dieser Farbe hebt unweigerlich die Stimmung: Orange ist die Farbe der Freude, des Lustigen, der Geselligkeit. Sie hebt Geborgenheit, Gemütlichkeit und emotionale Wärme hervor. Pessimismus, Depression und Antriebsarmut werden verblüffend positiv beeinflusst. Orange lockert und aktiviert jeden, der im grauen Gewohnheitsalltag erstarrt ist. Wegen seiner umfassend anregenden Wirkung, wird die Farbe Orange in der Farbtherapie auch zur Stärkung des Immunsystems und zur Aktivierung der körpereigenen Abwehrkräfte eingesetzt. (Quelle: www.innovative-eyewear.de)
Orange gehört wie Rot und Gelb, zu den warmen Farben. Es symbolisiert Optimismus und Lebensfreude und wirkt aufbauend, kräftigend, positiv und in jeder Weise gesundheitsfördernd. Es fordert uns auf, den Moment zu leben und etwas "fließen" lassen zu können. Der Appetit wird gefördert und die Verdauung angeregt. Auf der seelisch-geistigen Ebene, fördert Orange das Vertrauen und die Lust am Leben. Die Sinne können sich entfalten, Aufgeschlossenheit und Zusammenhalt stellen sich ein. Orange hilft, das Bedürfnis nach Genuss und Sinnlichkeit anzunehmen und zu leben. Orange ist die Farbe der Kinder und aller, die sich jugendlich und vitalfühlen. Helles Orange bedeutet Fröhlichkeit, Kreativität.

Orange als Farbe, findet sich in den europäischen Gemälden des Mittelalters, weder als Symbol- noch als Kleiderfarbe. Anders in Asien, im Buddhismus ist Orange die Farbe der höchsten Stufe der menschlichenErleuchtung. Entsprechend sind die Gewänder der buddhistischen Mönche Orange.
Besonders in Indien, hat die Farbe Orange einen außergewöhnlich hohen Stellenwert. Die Ursache ist die Hautfarbe des indischen Menschen. Während in den weißhäutigen Kulturen die Farbe Weiß idealisiert wird, obwohl die Hautfarbe keinesfalls ein strahlendes Weiß ist, idealisieren die indischen Menschen ihre Hautfarbe in Safrangelb. Dazu sollte man noch wissen, dass die typischen indischen Orangetöne bei uns als Gelbtöne bezeichnet werden.

Positive Assoziationen mit der Farbe Orange:

das Lustige, das Vergnügen, die Geselligkeit, der Genuss, die Energie, die Aktivität, die Wärme, das Modische, der Wandel.Diese gut gemachte Erklärung habe ich übrigens hier gefunden:  http://www.lichtkreis.at/html/Wissenswelten/Welt_der_Farben/wirkung-farbe-orange.htm 


Aber nur reden - das gilt nicht. Gerne zeige ich euch das Resultat vieler, vieler schöner Stunden "Geburt":

Sogar eine gemütliche Kaffeeecke habe ich eingerichtet - das passende Eck-Möbel (siehe Bild oben) ... wo wohl? Bei Ricardo!! ... gefunden, dito Kaffeemaschine, dito Minikühlschrank, superpassend ins Möbel ... so kann Kater spielen, lesen, Musik hören und sich einen Kaffee machen, ohne gleich in die Küche hochgehen zu müssen. Ich finde es gelungen!



Und falls diss jetzt Jemandem sooo gut gefallen hat bei uns, dann besteht auch die Möglichkeit uns mal zu besuchen - denn ... das Gästezimmer ist auch so gut wie fertig. Noch ein bisschen Deko rein, einen frischen Blumenstrauss, eine Lampe an die Decke - und fertig ist die Gemütlichkeit!
Ich gestatte euch exklusiv schon mal einen Blick durch den Türspalt:

Ich glaube, hier fühlen sich Gäste wohl!

So, ihr Lieben.
Und nun muss ich noch ein bisschen einen auf Büro machen. Ab morgen ist die Herrlichkeit des Rumlümmelns fertig. Und in etwa 2 Stunden will ich dann nochmals ganz bewusst die Füsse hochlegen, viele Kerzen anzünden und in Büchern stöbern.

Mir geht es gut.

UND EUCH?





Sonntag, 1. Januar 2012

LÉGER

Willkommen im 2012!
So finden wir uns hier also wieder - im ersten Tag dieses neuen Jahres.
Ich les in meinen Freunde-Blogs und es fällt auf, dass sich ganz vieles um die Entschleunigung dreht. Nirgendswo habe ich gelesen, dass das neue Jahr noch verplanter, vollgepfropfter, gefüllter werden solle - nein, mann und frau besinnt sich vermehrt auf das Wesentliche: nämlich auf das ICH.
Und das finde ich gut!
Aber so richtig gut!

Ja, tue ich wirklich. Gerade ich - die eigentlich 365 Tage im Jahr ... wie es meine Freundin die Malerin immer so schön benennt ... im tiefroten Bereiche laufe. Auch ich werde mir das immer bewusster und gehe entsprechend damit um. Dies habe ich im letzten Jahr bereits begonnen, Weihnachten habe ich entsprechend gestaltet und dito Silvester.
Nun gut, die umtriebige Nudel werde ich wohl immer bleiben - falls ich nicht demnächst im Lotto eine Million gewinne, werde ich jeden Tag um 05.00h aufstehen müssen und und kurz vor 19.00h nach Hause kommen. Und alles andere - die schönen und die schweren Dinge des Lebens müssen darum herum verteilt werden. So ist nun mal mein Leben. Und mein Berocca-Boost-Konsum entsprechend.
Zudem - momentan lasten auch sozusagen 2 Leben auf mir - und bis der Kater auf einen neuen Weg gefunden hat, die Chance dafür bekommt, wieder Freude am Leben und am Sein hat - werde ich viele Dinge entweder alleine oder für 2 erledigen müssen. Auch das sich freuen ... und DAS fällt mir am schwersten.

Ich begrüsse jeden Tag sehr bewusst, freundlich und respektvoll. Nach jeder Nacht folgt zuverlässig ein Tag. Das weiss ich zu schätzen. Darauf kann ich mich verlassen. Und auf viele viele wirklich gute Freunde, liebe Menschen in meinem / unserem Leben.
Sehe aber auch, bekomme es hautnah mit, wie andere Menschen die kein so stabiles ICH haben, sich oft nur der Nacht bewusst sind und der Helle des Tages gar nicht mehr vertrauen. Vertrauen können. Das was ich täglich als Chance sehe, ihnen tägliche Last und Bürde ist. Schier untragbar und schon gar nix, auf das man sich freut.
Deshalb - die Entschleunigung, die Ruhe - ist mir eine grosse Herausforderung, der ich mich gerne stelle. Ich spüre bereits erste Knospen daraus spriessen. Ich kann mir aus den wenigen verbleibenden, freien Momenten mittlerweile solche gönnen, die aus lauter Nixtun-Sachen bestehen. Das tut gut.

Silvester / Neujahr ... da habe ich oft grosse Partys geschmissen, war unterwegs - von hier nach da nach da nach da. Gestern Abend war das aber so:

Ein paar leckere Zutaten ... 


Die Hauptakteure: Raclette mit Kartöffelchen und Kerzenlicht, schöne Musik ...

... anschliessend Folge 1 und Folge 2 von MADAGASKAR gucken.
Ganz gemütlich vor dem Fernseher, eingekuschelt in weiche Decken und irgendwie bequem ineinander verwinkelt

Das Ende von Teil 2 habe ich dann anscheinen verpennt - Katerli weckte mich 10 Minuten vor Mitternacht, öffnete den "Chlepfmoscht" ohne Atü (Knallsprudel ohne Alkohol), erschoss mich per Ende 2011 noch schier mit dem explosionsartig entweichenden Korken ... und schon hörten wir Draussen die Glocken zum neuen Jahr bimmeln. 
Prosit Neujahr!

Gegen 02.00h hatten wir es dann endgültig gesehen und verkrochen uns zufrieden in unsere Kojen. 
Heute gegen 10.00h weckte mich der Kater, indem er mir gefühlt stundenlang ins Gesicht blies. Als ich dann endlich den Ausgang der Nacht fand und so langsam schlaftrunken durch das Tor des neuen Tages wankte, gerade eben mal die Kraft aufbrachte das linke Augenlid kaum merklich zu lupfen, fragte er: "Bist du auch schon wach?"
Da ich so frisch aus dem Schlafe entflohen noch nicht kraftvoll zuschlagen kann, beliess ich es bei einem schiefen Lächeln - schliesslich machte der duftende Kaffee so manches wieder gut. :-)

Der Morgen begann ... gemütlich - bei Gipfeli und noch einem Kaffee und duftenden Rosen und wieder Kerzenschein.

Man beachte die Einhaltung meiner neuen Lebensregel: LÉGER
Daran könnte ich mich echt gewöhnen! Will ich auch!

Sich so richtig was "vorzunehmen" - das mag ich nicht. Und falls doch nötig, so brauche ich dazu weder Silvester noch Neujahr. Dazu habe ich in jeder Sekunde meines Lebens die Möglichkeit. Deshalb will ich das, was ich hoffe tun zu können, auch nicht als Vorsatz für das neue Jahr verstanden wissen.
Das wär ja dann schon wieder ein gewissen Druck. Etwas, dass es zu erfüllen gilt. Und ich mag keinen Druck! Beziehungsweise: davon habe ich bereits genug.

Deshalb schicke ich es als Wunsch für mich in den Himmel, zu den Sternen, meinen Schutzengeln, den Menschen in meinem Umfeld ... also so ALLEN die mit mir zu tun haben: Falls ich also mal nicht grad so auf Zack bin, nicht erreichbar oder auf eine SMS nicht innert Minutenfrist reagiere - dann kann das nämlich daran liegen, dass ich alles probiere ein wenig ...

... LÉGER zu nehmen!


FÜHLT SICH GUT AN!

Samstag, 31. Dezember 2011

STERNENSTAUB UND SO ...


Ich wünsche Dir ...

... dieses besondere Innehalten am letzten Tag des Jahres. 
Einen Blick über die Schulter zurück auf das was war.
An den schönen Dingen - an denen erfreue Dich noch einmal. 
Die weniger guten Momente ... versöhne Dich mit ihnen. 
Und dann lasse sie los.

Blick nach vorne, auf das was sein kann. Sein könnte.
Und hoffe - nein, glaube daran, dass Deine Wünsche, Träume und Hoffnungen in Erfüllung gehen.

Hier hast Du Sternenstaub ... für die kleinen Wunder.
Und einen Engel, der Dein Glück bewacht - die grossen und die kleinen Glücke.



"LASSE ES NICHT ZU, DASS DU JEMANDEM BEGEGNEST, DER NICHT NACH DER BEGEGNUNG MIT DIR EIN BISSCHEN GLÜCKLICHER IST"
Mutter Teresa


Ich habe gestern sowohl dieses wunderschöne Bild wie auch diesen eindrücklichen Leitsatz von einer lieber Freundin bekommen. Ja, Freundin. Ich ging damals, vor gut 1 1/2 Jahren in grösster Not zu ihr um nach Hilfe zu fragen. Sie schenkte mir Hilfe zur Selbsthilfe. Und ihre Freundschaft.
(Sybill Taylor / PraxisAtelier ANSTIFTUNG ZUM GLÜCKLICHSEIN /Coaching-Beratung-Therapie)

Um so mehr freut es mich, dass sie zugestimmt hat, dass ich heute Bild und Wort euch weiterschenken darf.

Ich wünsche Dir und Dir und Dir ... euch ALLEN und all denen die ihr liebt, von ganzem Herzen einen guten Rutsch ins 2012. Liebe, Gutes, Glück, Gesundheit, Frieden.
Es wird ein gutes Jahr, ein richtig gutes - dessen bin ich sicher.

Ich freue mich darauf ... sehr ..
.


... MIT EUCH ZUSAMMEN!

Freitag, 30. Dezember 2011

DER JEDEN-TAG-MANN

Jeden Arbeitstage sehe ich ihn.
Wie ich, steigt er in Thun in den Zug - wie ich, steigt er in Bern aus.
Wie ich, nimmt er das Tram Nr. 3 bis Haltestelle Hasler.

Die paar Schritte zur Garage gehen wir meist hintereinander - in letzter Zeit öfter mal nebeneinander.
Seit er mich bei grausigem Hudelwetter unter seinen Schirm genommen hat, damit ich nicht tropfnass im Büro ankomme.
Seither grüssen wir uns jeden Morgen, wünschen uns einen schönen Tag. Er hat diesen angenehmen Dialekt aus dem Bündnerland, ich mag das.

Keine Ahnung wo er arbeitet, jedenfalls trennen sich unsere Arbeitswege jeweils bei "meiner" Garagentür.
Herr Jeden-Tag-Mann ist nicht viel grösser als ich, etwa in meinem Alter und hat stets ein Lächeln auf den Lippen, macht einen rundum freundlichen, sympathischen Eindruck.
Vielleicht auch, weil er so ein "Bäremani-Typ" ist. Sieht so ein bisschen aus wie Knut, der Eisbär. Nur eben als Mensch. Knuffig, weich, lieb.

Heute morgen am Bahnhof Bern ... ich hantierte grad an meinem Regenschrim und probierte standhaft gegen das unmögliche Schnee-Regen-Eiskalt-mir-ins-ins-Gesicht-Geblase anzukämpfen - ziemlich erfolglos übrigens - meine Fransen hingen wie zu lange gekochte Spaghettis in die Augen, die Mascara vermischte sich mit Make-Up und Lippenstiftfarbe.

Da stand er plötzlich neben mir, der Herr Jeden-Tag-Mann, streckte mir die Hand entgegen. "Ich wünsche Ihnen ein gutes, ein glückliches und schönes neues Jahr! So oft freue ich mich über Ihr buntes Wesen, ihre fröhliche Art - es ist schön, Sie als Weggefährtin im Alltag zu haben".
Drückte mir dazu die Hand, lachte mich an.
Ich war baff.

Um Freude zu haben, Freude zu machen, braucht es so wenig. Ein paar ehrliche, freundliche Worte - und trotz Minustemperaturen und Schnee-Regen-Gestöber hat man schön warm. So herrlich wohlig ums Herz wird einem.

Auch wenn ich heute fast in der noch zu erledigenden Arbeit versinke ... das KANN nur ein toller Tag werden. Diese wenigen Worte tragen durch viele Stunden.
Sollten wir Alle uns merken und öfter mal einem anderen Menschen so ein Geschenk machen.
Es kostet nix und ist trotzdem unbezahlbar.
Danke, Herr Jeden-Tag-Mann, der Tag hätte heute nicht besser beginnen können. Sie haben mir eine Riesenfreude gemacht.

Ich muss ganz dringend dran denken ...

... IHN NÄCHSTE WOCHE NACH SEINEM NAMEN ZU FRAGEN

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails