Donnerstag, 11. März 2010

ADIO HEISST NICHT EINFACH "TSCHÜSS"...

Vielleicht - liebe LeserInnen, erinnert ihr euch ja noch, ich habe Anfang Februar hier über meine Freunde aus Dosten berichtet. Von Kostas und seiner Familie, "meinem" Griechen, seinem wirklich einmaligen Restaurant mit dem aussergewöhnlichen Flair für das Besondere.
http://sternenzaubers.blogspot.com/2010/02/2-stunden-ferien-bei-kostas.html

Kostas und die Menschen da sind für mich nicht irgendwer - und haben in meinem Leben Bedeutung.
Heute habe ich eine Mail von Kostas erhalten. Nachrichten, die mich gleichzeitig traurig wie glücklich machen. Worte, welche mich sehr berühren.
Er teilt mir persönlich mit, dass am 14. März 2010 das Restaurant KOSTAS seine Tore schliesst, weil die ganze Familie nach langen Jahren in Deutschland, in Dorsten, gen das griechische Heimatland zurück siedelt.

Schon nach seinem ersten Satz standen mir die Tränen in den Augen und ich schloss sie um besser fühlen zu können. Wenn ich die Augen zu mache, dann kommen die Bilder, die Erinnerungen. Familie Kostas hat meine letzten 7 Jahre miterlebt, sehr nahe.
Sie waren sozusagen dabei, als damals die Beziehung mit meinem Exfreund begann und haben all die Höhen und Tiefen aus der Nähe betrachtet, sogar das offizielle Abschiedsessen fand bei Kostas statt. Diese Zeit ist lange her und davon geblieben ist mir Kostas und seine Familie.
Meine Griechen standen immer wie Blumen am Lebensweg. Bunte, duftende, schöne Blumen.

Und als ich endlich den richtigen Weg für mich gefunden hatte, auf die Zielgerade einbog, da waren sie auch da und freuten sich mit, lebten mit. Es sind kluge Menschen, die ihre Gefühle zu vermitteln wissen - auch ohne Worte. Vielleicht gerade deswegen so intensiv. Freunde machen das so.
Und als hätten mein Schatz und ich es tief in uns erahnt ... als der letzte Deutschlandbesuch stattfand, haben wir uns trotz Mammutprogramm am letzten Abend noch auf den Weg gemacht, wollten uns von Kostas verwöhnen lassen, ihn wieder mal sehen. Bei ihm zu Hause sein.


Es war ein Genuss, ein Erlebnis. Und nicht "nur'" das Essen!
Bestimmt nicht das letzte Mal - aber es sollte das letzte Mal in Dorsten gewesen sein.


Am Sonntag also schliesst sich der Kreis. Und irgendwie ist es richtig so. Rund.
Jedes Ding hat seine Zeit. Mein Lebenszug ist im richtigen Bahnhof eingefahren und ich durfte am Ziel meiner Träume aussteigen. Ich habe meinen Platz gefunden, dort wo ich mich gut, wohl, beschützt fühle. Wo mein Ich sich nach allen Seiten entfalten kann, wo ich mein Sein bunt anmalen darf. Neben mir der wunderbarste Mann, der mir die Freiheit der Farben lässt. Und mit malt. Wir malen auf uns zu - jeden Tag, immer neu und immer wieder. Er ergänzt mein Bild. Durch ihn erst ist es stimmig und passt. Unser Bild vom WIR.

Kostas und seiner Familie geht es nun ebenso. Ihr Herz spricht griechisch und sie machen das Richtige. Auch wenn es mich im Augenblicke traurig macht sie so fern zu wissen. Entscheide fürs Leben zu treffen ist manchmal ganz schön schwer. Kostet viel an Substanz, an Gedanken, Tränen. Doch ist man erst mal auf dem Weg - mit dem Ziele vor Augen und dem Wissen dass es richtig so ist - dann setzt dies Energien frei, eröffnet neue Wege, wache Blicke gen Himmel zu den Sternen und macht dem Glück die Pforten weit auf.
Und tief in Seele und Herz dieses gute Gefühl: ANGEKOMMEN.

Lieber Kostas, liebe Maria, liebe Jessica und wie ihr Alle heisst - ich bin jetzt gerade 763 km weg von euch. Trotzdem werdet ihr in diesem Augenblick meine ehrliche Mitfreude fühlen können, meine Umarmung und mein Lächeln zumindest erahnen. Auch wenn ich die Tränen am weg blinzeln bin. Ich bin glücklich für euch dass es geklappt hat, ihr heim könnt, euer Traum in Erfüllung geht.
Wir verlieren uns nicht aus den Augen, nicht aus dem Sinn, nicht aus den Gefühlen. Ihre seid ein Teil meines Herzens und ich bin glücklich, ein Teil von euch sein zu dürfen. Danke für alles, was ich mit euch erleben durfte. Ihr seid wunderbare Menschen. Mein Schatz und ich wünschen euch alles erdenklich Gute, das Beste! Glück möge stets euer Wegbegleiter sein.
Tja, dann müssen wir halt irgendwann mal mehr als 763km fahren, um bei euch sein zu dürfen. Aber ich verspreche hier hoch und heilig: wir werden es tun!
In diesem Sinne und von ganzem Herzen:

Adio ist Griechisch heisst nicht einfach Tschüss.
ADIO HEISST AUF WIEDERSEHEN!

Mittwoch, 10. März 2010

PLAY-OFF-FIEBER ... IM WAHRSTEN SINNE DES WORTES

Ihr kennt die schnaufende, prustende, hechelnde Lokomotive Emma aus "Jim Knopf"?
Ihr wisst auch, wie ein Hund mit hängenden, blutunterlaufenen Augenlidern aussieht?
Ihr wisst bestimmt, welch Töne ein völlig verrostetes Gartentor von sich gibt?
Jetzt noch ... stellt euch dazu einen völlig überhitzten, rot glühenden, pfeifenden Dampfkessel vor.
Und eine Nacktschnecke mit glibbriger Schleimspur.

Addiert diese 5 Dinge zu einem imaginären Gesamtbild, kopiert anschliessend mein Konterfei rein ... und ihr habt den Momentanzustand von Sternenzauber.
Kurz gesagt: Sternenzauber ist schlimm erkältet, seit ein paar Tagen.

Und das jetzt - jetzt wo "meine" Zeit gekommen ist. Die Play-Off-Zeit. Ergo hockeymässig emotionaler, sportlicher und überhaupt und sowieso Ausnahmezustand. Vergleichbar mit Schwangerschaftswehen im Anfangsstadium. Jetzt geht's nämlich los!
Viele Monate, Wochen habe ich mit meinem SCB die Qualifikationsphase durchlebt, bin mit ihm sozusagen schwanger gegangen. Nun spielen wir uns gerade in die finale Phase.
Viele wehe Stunden mit Geschrei, Hochs und Tiefs, Verzweiflung, Freude liegen noch vor mir und meinen Mitfiebernden. Bis wir endlich das Kinde ... sprich: den Pokal ... im Arme wiegen dürfen.
Hockeyfieber ist angesagt. Momentan sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Startschuss war gestern Abend. Und wo war ich...? Zu Hause! Auf der Couch! Ein Bild des Jammers, bemitleidenswert im engeren Sinne. Ehrlich. Gestern tat ich mir selber leid.
Dick eingemummelt in Pyjama und Hüttenfinken. Das Spielershirt an mir, um den Hals das SCB-Halstuch und darüber ausgebreitet die niegelnagelneue SCB-Decke, welche mir verdankenwerterweise geschenkt wurde - an dieser Stelle ein grosses MERCI an Herrn Lüthi.
Sie gibt herrlich warm, auch im Herzen. Der SCB-Seele sowieso.

So sass ich also da, Sohn Max daneben - wir teilten uns die Decke. Er ist nämlich auch krank, Norovirus. Geteiltes Leid ist halbes Leid und Freude verdoppelt sich. Und Freude, die hatten wir wahrlich, trotz der unglücklichen Virenkonstellationen und nicht wirklich optimalen Rahmenbedingen.
Kürzlich habe ich von unserem neuen Bluewin-TV-HDTV-Super-Wahnsinns-Anschluss berichtet, welcher mich in technischer Bedienbarkeitsanforderungshinsicht an meine Grenzen bringt - zeitweise darüber hinaus. Aber das Ding hat auch seine guten Seiten, muss ich zugeben. Man kann Sendungen mieten! Dadurch hatten wir nämlich gestern die Gelegenheit, uns den Match zumindest am Fernsehen live anzusehen.
Das hat meinen Abend zwar nicht gerettet, aber ihn zumindest erträglich gemacht.

So bestaunte ich also von der ersten Matchsekunde an das Feuerwerk meines SCBern mit ganz viel "WIR WOLLEN!", gemischt mit "JEDER FÜR JEDEN" und dekoriert mit "JETZT GILT ES!". Mhhh ... ein Augenschmaus und Honig für die in den letzten Jahren lädierte, aufgeschürfte, schmerzende SCB-Play-Off-Seele!
Inmitten von Bergen Papiertaschentüchern, Eukalyptus-Dämpfen und fiebersenkenden Mitteln prosteten Sohn Max und ich uns bei jedem Goal unserer Jungs zu. Er mit magenschonendem, leckerem Kamillen- / Fencheltee ungesüsst und ich mit einer bronchialverträglichen, schleimhautabschwellenden, schweisstreibenden Teemischung aus der Apotheke, ebenfalls ungezuckert.
Was uns am Fernsehen geboten wurde, ersetzte nämlich die zuckerige Süsse. Mein Ich rumste bei jedem fertig gemachten Check förmlich mit dem Gegner in Bande - herrlich! Und ich war der Puck, der freudig juchzend im Netz des Gegners zappelte. Ich jagte mit meinen Mannen übers Spielfeld und war der rasende Puls eines Jeden. Mitfühlen. Mitleben. Mitfreuen.
Es tat so gut. Rundum gut.


Je länger der Match dauerte, umso besser wurde meine Laune. Ich gehe davon aus, dass dies wirklich alleine auf die kämpferische, gute Leistung meines SCB zurückzuführen ist - und es kein rosarotes Medikamentenflash war! Triofan (Nase), Algifor (Fieber/Gliederschmerzen), Neo-Angin (Halsweh) und Grippostad (gegen alles) sind momentan enge Verbündete meiner Gesundheit.


Die Euphorie des ersten Sieges über den HC Lugano muss bis heute Morgen angehalten haben, sie trieb mich aus dem Bette und zur Arbeit.

Die schlechte Nachricht: Jetzt ist Ende Feuer. Flasche leer. Ich muss ins Bett.
Und Tschüss.
Die gute Nachricht: Heute ist nicht aller Tage. Ich komm wieder.

KEINE FRAGE!

Montag, 8. März 2010

VOLLE TASCHEN!

Männer sind anders. Frauen auch.
Dass ein Mann andere Prioritäten als eine Frau hat, ist ihm nicht zu verübeln. Es ist nun mal so. Insbesondere was Haushalt und dergleichen betrifft. Aber so lange die familieninternen Abstimmungen keine Grabenkämpfe nach sich ziehen, sollten alle Beteiligten stets kompromissbereit sein und sich auch mit kleinen Schritten aufeinander zu glücklich schätzen. Meine ich.

Aber ein Lächeln, dass darf uns die männliche Ansicht durchaus schenken. Ich sage bewusst schenken, nicht kosten!
Aus eigenerer Erfahrung. Ehrliches Herz-Lächeln unterscheidet sich nämlich insofern vom gezwungenen Gute-Miene-zum-bösen-Spiel-Lächeln, als dass man den Anderen umarmen und dabei nicht erwürgen möchte.

Darf ich kurz mal von meinen samstäglichen Waschküchenabenteuern erzählen? Mein Schatz ist ja schlimm erkältet, habe ich schon mal erwähnt. Wirklich, er ist ein Schatten seiner selbst. Hinterlässt einen bemitleidenswerten Eindruck.
Für mich als Hausfrau hinterlassen nebst ihm auch seine Papiertaschentücher bleibenden Eindruck ...


... insbesondere, wenn sie in Hosentaschen und dergleichen verbleiben. Es geht nicht um die Schuldfrage im Detail - schliesslich weiss ich spätestens seit ich Kinder habe, dass Taschen vor Abmarsch in die Waschküche stets zu kontrollieren sind.
Eventuell sich darin befindliche lebende Frösche, Regenwürmer und Schnecken werden dies zu schätzen wissen. Von bunten Bonbons und alten Kaugummis ganz zu schweigen.
Ich weiss von was ich schreibe!

Ich vermelde an dieser Stelle mit gesenktem Haupte, dass ich die Taschen am Samstag NICHT kontrolliert habe. Und die Papiertaschentücher sich während des Waschprozesses in ihre 100'000'000-Fusselchen-Bestandteile aufgelöst, sich auf der ganzen Wäsche verteilt und mir wesentliche Mehrarbeit verursacht haben.
Besonders mein schwarzer Nicki-Hausanzug sieht aus .... unbeschreiblich. Wie ein Panther im Schneegestöber. Nur schlimmer ... viel schlimmer. Das reissen selbst die schönen Swarovsky-Steinchen nicht mehr raus. Damit gewinne ich nun keinen Schönheitspreis mehr. Vielleicht nach mehrmaligem Waschen. Aber auch nur dann, vielleicht.
Der ganze Waschküchenboden sah übrigens aus wie nach einem Schneesturm - was umfangreiche Putzarbeiten nach sich zog. Mensch!

Als wäre all dies nicht genug, verrichtete ich diese Arbeiten in meinen knallrosa Plüschpuschen. ... Der/die geneigte LeserIn weiss was jetzt kommt ...! Ich ging anschliessend hoch in die Wohnung, schlurfte über Parkette, Plattenböden, Teppiche und verteilte somit die an den Puschen hängenden Fusselchen schön gleichmässig über die ganze Wohnung.
Schätzu und ich sassen grad einvernehmlich auf der Couch, als ich die Bescherung bemerkte, die Luft scharf einzog und meinem Schrecken entsprechend Laut gab: "Jesses Gott! Schau mal! Neeeeiinnnn!"
Mein Katerli - verschnupft und durchgenudelt wie er war, warf einen kurzen Blick Richtung Desaster und fragte mich allen Ernstes: "Bewegt es sich?".
Ich schüttelte stumm entsetzt verneinend den Kopf ... worauf er sich erleichtert und entspannt in die Kissen zurücklehnte, sanft lächelte, die Nase schnäuzte, das besagte Papiertaschentuch in die Trainerhosentasche verstaute und den Fall als minder prioritär abtat.

Ich hatte genau 2 Möglichkeiten: Lachen oder Ärgern.

Habe mich meinem Naturell entsprechend für Möglichkeit 1 entschieden. Geholfen hat mir dieser Entscheid insofern, als dass meine Laune eine gute blieb, Katerli und ich harmonisch im Einklang waren.
In Bezug auf die Viren und Bakterien wurde meine lebensbejahende Art aber keineswegs belohnt - im Gegenteil. Sie stürzen sich mit Hurra-Geschrei auf mich!

Ich niese. Andauernd. Die Nase ist rot und läuft. Fieber habe ich auch.


Die Taschen sind voll.

BIS ZUM RAND VOLL MIT PAPIERNASTÜCHERN!

Sonntag, 7. März 2010

ICH BIN VON DER VENUS - HDTV VOM MARS!

HDTV.
4 einfache Lettern für eine komplizierte Sache.
Menschen wie mein Katerli grinsen jetzt von einem Ohr zum anderen. Menschen wie ich schütteln mir in stiller Verbundenheit die Hand. Wortlos. Menschen wie ich brauchen keine 4 Lettern. Schon gar keine wie HDTV.

Aber nun mal schön der Reihe nach. Mein Schätzeli ist ja bekannterweise ein herzdefinierter Direktimport aus dem grossen Kanton. Mittlerweile der bessere und bodenständigere Schweizer, als ich es je sein werde. Dieses Jahr, zum Beispiel, will er einem Schwingfest beiwohnen und einmal zumindest probieren einen Nouss durchs Felde zu jagen - was so viel heisst wie ... er will Hornussen gehen.
Weder das Eine noch das Andere kann ich in meiner Vita aufweisen.
Ich glaube sagen zu dürfen, es vermisst abgesehen von seiner Familie und einigen Freunden nicht viel. Vielleicht noch die kleine Kneipe um die Ecke und Currywurst mit Pommes, doppelt Mayo. Und die dritten Programme der deutschen Sender - da werden einem noch regionale Infos vermittelt, kleine Perlen der Fernsehunterhaltung geboren - werbefrei, dafür noch angenehm bauchbedeckt.

Ansonsten fühlt er sich pudelwohl. Viel besser als in den deutschen Landen.

Familie und Freunde werden regelmässig besucht, bei dieser Gelegenheit auch Currywurst gegessen, mit allem drum und dran.
Betreffend die dritten Programme haben wir uns selbstredend lösungsorientiert verhalten. Früher wurde die einem via Kabel frei Haus geliefert, heute holen findige Menschen sich diese über die Telefonleitung. Liess ich mich von meinem Katerli aufklären.
Swisscom wurde zu Rate gezogen, neuer Vertrag abgeschlossen und dann begann diese Odyssee mit dieser gelben Abholeinladung von der Post.

"Schicken Sie ihren Mann um das Paket abzuholen. Am besten mit dem Auto!" ... riet mir der nette Herr von der Swisscom. "Das Ding wiegt über 10 kg - Männersache".
Ich stand dieser Operation HDTV + megaschnelles Internet + Telefon-Flatrate sowieso ein wenig skeptisch gegenüber. Im Gegensatz zu meinem Liebsten bin ich

A) technisch eine Lusche sondergleichen
B) froh, die EINE Fernbedienung anleitungs- und unfallfrei benutzen zu können
C) jemand, der es ohne Fernseher aushalten könnte. Mit Ausnahmen.

Dann stand also plötzlich diese 10kg Riesenschachtel bei uns in der Diele. Schätzu mit glänzenden Äugelein daneben. Er ist der totale Technikfreak, jeder Neuerung gegenüber aufgeschlossen, dem Fortschritte stets entgegeneilend, alles freudig, lustvoll und erfolgreich ausprobierend. Nicht, dass er dies alles grenzenlos nutzt. Aber alleine der Gedanke - es tun zu können, wenn man wollen würde - macht ihn zu einem zufriedenen Menschen.

Angesichts all der Betriebsanleitungen, 100'000 Kabel ... ich korrigiere: 200'000 Kabel in allen möglichen Farben, 1 WLan-Router, 1 TV-Box, 2 Verbindungskits zum drahtlosen Fernsehempfang, 1 neue Fernbedienung in der Grösse eines Doppelbettes - kriegte ich echt Schnappatmung.
Gerade eben kam ich einigermassen mit der meiner alten Fernbedienung klar und jetzt das!
Katerli installierte lustvoll und voller Tatendrang - ich war lustlose Gehilfin im Erfüllen der Wünsche wie "...ich brauch mal den Schraubenzieher...", "...gib mir bitte mal das graue Kabel...", "...drück mal auf den roten Knopf... - neeeeein, den anderen roten!...".
Der sogenannte Fortschritt überholte mich mal wieder mit Siebenmeilenstiefeln.

Das mit dem Internet sei echt cool, findet Schätzu. Superschnell. Er lächelt seither sogar im Schlafe.
Gratistelefonie hätte ich mal haben sollen, als die Kinder in der Pubertät waren - und ich in der Trennungsphase!
Der Fixbetrag jetzt ist zwar praktisch und bezüglich Budgetplanung 1A - aber so richtig profitieren können werde ich davon wohl nicht.

Und dann sassen wir vor der besagten Flimmer-Kiste. Das brillante HDTV-Bild betrachtend. Ich fand es eher neblig, auch mit Lesebrille. Augenreiben brachte ebenfalls nichts. Ein Experte hat mich allerdings - zu meiner Entlastung - letzten Mittwoch aufgeklärt, dass bei HDTV der Vordergrund gestochen scharf ist, dafür der Hintergrund darunter leide. Alles könne man ja nicht haben. Gut gut.

Mein persönlicher Stolperstein sind aber die beiden Fernbedienungen. Während Schätzeli die mit geschlossenen Augen beherrscht, muss ich immer noch meine Step-by-Step-Anleitung zur Hand nehmen. Sonst passiert mir sicher wieder das Gleiche wie letzten Freitagnachmittag. Da wollte ich nämlich bügeln. Und ich hasse bügeln! Aber am TV lief mein Film "Herr der Ringe" - so lässt sich selbst diese Tätigkeit irgendwie ertragen.
Ich kriegte das aber mit dem Ton nicht hin, trotz aller Bemühungen! Ergo musste ich ganz leise bügeln - so leise, dass ich die Dampffunktion beim Bügeleisen ausschalten musste, sonst hätte ich Frodo und Aragorn nämlich gar nicht gehört.
Leise bügeln und flach atmen hiess das Motto. Und dazu die geräuschdämmenden Hüttenfinken tragen.
Am Abend erklärte mir Katerli zum X-ten Male augenrollend die beiden Fernbedienungen: "DIESE da ist nur zum Einschalten des Fernsehers - die ANDERE zum Einschalten der TV-Box. Mit DIESER musst Du aber auch Lautstärke, Helligkeit und so regeln. Mit der ANDEREN wählst Du Programme und schaust Teletext. Willst Du aber das Bild oder den Text vergrössern, musst Du wieder mit der EINEN hantieren".

Imaginäre Räuchlein stiegen aus meinem ansonsten klugen Kopfe. Ich will nicht begreifen und mir ist keineswegs klar, wie man eine vermeintlich einfache Sache wie Fernsehen so kompliziert machen kann. Ich wette, es werden demnächst Hochschul-Kurse angeboten. Es muss so sein!
Ich - als 48jährige, durchschnittlich begabte, im Berufsleben stehende, kompetente, durchaus belastbare, integere, kommunikative, einfühlsame, innovative, aufgeschlossene, fröhliche und lebenbejahende Frau in den besten Jahren - kriege mittlerweilen depressive Anwandlungen beim Betrachten des Fernsehgerätes! HDTV hin - HDTV her!


Unterdessen habe ich die Sache ja gecheckt. Ich kann bereits selbstständig das Bild einschalten. Mit dem Ton habe ich aber immer noch meine Mühe.

OB ICH EINE SELBSTHILFEGRUPPE GRÜNDEN SOLL?

Samstag, 6. März 2010

DER DEPRESSIVE BLUMENSTRAUSS

"Stell den weg - er macht mich depressiv...!"
Diesen Satz sagte gestern Abend mein Herzallerliebster beim Anblick unseres betagten Tulpenstrausses in rosé.
Zugegeben, frisch war der Strauss nicht mehr – aber er lebte noch! Ein bisschen zumindest.


Ok, wer das Foto betrachtet, der kann vielleicht nachfühlen. Mir persönlich ist das so nicht aufgefallen. Vielleicht deshalb, weil gestern mein freier Tag war, weil ich Sonnenschein auf dem Balkon genossen habe und es mir rundum gut ging.

Ganz anders meinem Schätzu. Er ist momentan völlig überarbeitet, erkältungsbedingt fiebrig und sowas von müde. Die Nachtarbeit dieser Woche und die Planungsphase der letzten Wochen hinterlassen Spuren. Etwas anderes läuft bei ihm dafür andauernd und unaufhörlich - seine Nase. Er könnte mittlerweilen ohne Maske als "RUDOLPHE, THE REDE NOSE REINDEER" auftreten - wären eine fiebrigen Lippen nicht aufgesprungen wie die eisigen Schneeverwehungen auf dem Jungfraujoch-Gletscher. Es ist nicht wirklich seine Woche, seine Zeit. Armer Kerl!

Und zu Haue erwartet einem dann noch ein depressiver Tulpenstrauss. Prima.
Er ging sofort rüber ins Schlafzimmer, zog sich die beulige Trainerhose und das XXXL-Wohlfühl-Shirt an, schlurfte auf die Couch ... immer ein Zeichen für mich, meine Fähigkeiten als liebende Ehefrau ultimativ ins Spiel zu werfen.

Käse. Käse hilft bei ihm immer in solchen Momenten. Warum weiss ich nicht - aber mein Liebstes steht irgendwie darauf. Warmer Käse, dunkles Brot und irgendwas Süsses. In der richtigen Zusammenstellung hilft es Wunder.
Und Nährlösung für die Tulpen .
Die rettende Idee war geboren!

Warm anziehen, Giovanni starten (...für Nichtwissende: Giovanni ist meine Vespa) und los düsen. Backcamembert, Pumpernickel und Preiselbeerkonfi kaufen. Blumennahrung nicht vergessen! Gesagt. Getan.
Leider hat mich dann vor dem Einkaufszentrum ein Auto irgendwie übersehen - hat mich und Giovanni im Rückwärtsgang über den Haufen gefahren. Passiert mir selten, dass ich übersehen werde... :-)!
Ich hab einen Schreck und eine Schramme am Knie davongetragen - Giovanni hat Benzin geweint. Es mag daran liegen, dass der Arme einen Riss im Tank hat. Ich werde heute mit ihm noch zur Reparaturwerkstatt rollen müssen.

Und weil nix weiter passiert ist, befand ich den Tag bis hierhin trotzdem - oder gerade deswegen - als gelungen und setzte meinen Einkauf fort. Schliesslich hatte ich einen entkräfteten Schatz und schwächelnde Tulpen zu Hause.

Eine Stunde später:
Mein Schätzeli hatte Wohnzimmer und Küche mit Kerzen aufgehübscht, die gebackenen Camemberts dufteten auf unseren Tellern, mit frischer Petersilie überstreut. Dazu leicht gebutterte Pumpernickelscheiben und einen grosszügigen Klecks Preiselbeerkonfitüre daneben. Plus eine grosse Tasse Milchkaffee. Wir sassen entspannt am Tisch, mein geliebtes Katerli lächelte sogar - und das mit gesprungenen Lippen! Welch Erfolg.
Neben uns begannen die Tulpen so langsam ihre Köpfchen aufzurichten - als wollten sie uns grüssen, uns beim Essen zuschauen.


Die Erholung und das Wohlfühlgefühl hatten eindeutig Oberhand gewonnen.

Manchmal braucht es so wenig, um Wärme, Sonne, Lächeln zu sich einzuladen.
Aufmerksamkeit. Augenzwinkern. Liebe und Gefühl all den Dingen gegenüber die man mag.

UND ALLES BLÜHT AUF!

Freitag, 5. März 2010

VOM BALLKLEID, DAS ICH NIE BESASS

"Pepsi..?"
So meine Frage gestern Abend, als ich diesen Mann mit den mir immer noch so bekannten, vertrauten, sympathischen Gesichtszügen sah.
"Sternenzauber!" - sagte er.
Genau zweier Worte bedurfte es, 35 Jahre in 1er Sekunde hinter uns zu lassen. Erstaunlich.

Pepsi war der Sunnyboy unserer Klasse. Ich der Klassenclown. Zusammen waren wir ein unschlagbares Team. Verbandelt als Freunde noch lange über die Schulzeit hinaus. Und gestern trafen wir uns einfach so vor der PostFinance-Arena - auf dem Wege zum Hockeymatch.

"Du hast noch immer Dein Stehplatzabo?". Klar hatte er es. Schon als 11jähriger versprach er vor versammelter Gemeinde, dass er nie und nimmer zu diesen Snobisten gehören werde, welche sich kurz vor Matchbeginn auf den reservierten Platz ins Stadion setzen. Für ihn waren das noch nie die richtigen Fans. Gestern allerdings, da liess er zumindest durchblicken, dass er - je mehr Jahre ins Land gingen - diese Variante des Matchbesuchs nicht mehr derart rigoros ablehne.

So oder so - es war schön und tat gut, Pepsi wieder mal gesehen zu haben.

Ich weiss nicht ob es euch auch so geht, aber solche Begegnungen stöbern ganz selbstständig in meinen Erinnerungen, öffnen eine der unendlich vielen Schubladen von Erlebtem, breiten den Inhalt imaginär auf dem Küchentisch aus und erlauben Rückblicke in längst vergessen gemeinte Zeiten, lassen Emotionen von damals hochleben, sich mit einem liebevollen Blick beschauen. Und einem Lächeln.

Mein Schätzeli war ja gestern Abend mit dabei - und der Moment erlaubte mir, diesen Blick zurück mit ihm zu teilen. Wie schön. Schliesslich ist er erst vor ein paar Jahren in mein Leben getreten. Er weiss vieles, aber längst noch nicht alles.
Ein Grund mehr, den Erinnerungen die Schleusen zu öffnen.

Und während wir gestern Abend im Restaurant sassen und zusammen vor dem Match das Abendessen genossen ... wandelte ich gedanklich mit Schätzu an der Hand zurück in meine Schulzeit.
Für uns gab es damals in der 8ten und 9ten Klasse was ganz Wichtiges: Tanzschule. Das war Gesetz. Wir waren wild darauf Walzer, Samba, Rumba, Cha-Cha-Cha, Tango und wie sie alle heissen zu erlernen. Und an den grossen Abschlussball zu gehen. Wir waren 14, sowas von erwachsen und voller Tatendrang. Als ganze Klasse hatten wir uns geschlossen für die damals angesagteste Tanzschule in Bern angemeldet. Ehrensache.


Wie gut erinnere ich mich noch an meine erste Tanzstunde! Stunden vorher stand ich im Bad, werkelte mit den für mich damals völlig unbekannten Dingen wie Make-Up, Wimperntusche und dergleichen rum. Die halblangen Haare hatte ich mir auf Lockenwickler aufgedreht. Ich wollte schön sein! An diesem Abend eine Lady sein, durch und durch.
Meine braune Stoffhose hatte eine richtig scharfe Bügelfalte und der Wollpulli in gelb / orange / braun total angesagt. Und schwarze Lackschuhe. Die Mireille Mathieu-Frisur fand ich lässig, habe sie entsprechend auch mit Haarlack einbetoniert - kein Orkan der Welt hätte mir ein Härchen krümmen können. Mamis korallenroter Lippenstift biss sich mit dem orange im Pulli, ihr braunes Make-Up gab mir mehr als nur ein Flair von Südseebräune und die zum ersten Mal getuschten Wimpern waren dunkelschwarz verklebt.
Ich sehe noch heute den bleichen Farbton um die Nase meiner Mama - sie ist BEINAHE in Ohnmacht gefallen!
Wenn ich mir die Fotos von damals anschaue, dann staune ich bewundernd über ihr Stehvermögen.

Ich aber gefiel mir wahnsinnig gut. Voll trendy. So richtig erwachsen sah ich aus. Mindestens wie 18! Und Jean-Pierre fand das auch. Jean-Pierre war nämlich der Junge, welcher mich zum ersten Walzer aufgeforderte. Mir ist nie mehr ein Mann so galant auf den Füssen rumgetrampelt wie er. Ehrlich. Jean-Pierre war für mich damals der Inbegriff von Mann. Schwarze Hose, schwarzes Hemd und darüber so ein Wollgilet mit Zopfmuster, schwarze Fliege. Der Seitenscheitel schön akkurat. Und nicht ganz so schwitzig nassen Händen wie die Anderen.

Jean Pierre und ich tanzten gemeinsam durch die nächsten Stunden - wir schwebten wie auf Wolken und seine Verbeugung bei der Aufforderung zum Tanze wurde von Mal zu Mal enthusiastischer. Dass wir zusammen an den Abschlussball gehen würden, das war eine klare Sache. Er war schon drauf und dran nach einem passenden Anzug zu suchen, als uns das Datum des Abschlussballs mitgeteilt wurde: Samstag, der 22. Februar 1975.

Genau an diesem Tage war der Match SCB - La Chaux de Fonds. Und es ging um den Meistertitel.
Ich habe mein noch nicht gekauftes Ballkleid in die Ecke gepfeffert ...


... die ersten Schuhe mit richtigen Absätzen zurück in den Schrank gestellt - mich dafür an besagtem 22.02.1975 in die SCB-Montur gestürzt und einen grandiosen SCB-Meistertitel gefeiert.
Verloren habe ich dabei aber Jean-Pierre, der mit der langweiligen Therese an den Ball ging und sich nie mehr vor mir verbeugte - weil er mich anschliessend auch nie wieder zum Tanze aufgefordert hat.

Die folgenden 2 Tanzkurse in Rock`n Roll habe ich dann mit Pepsi besucht. Wenn ich an unsere legendären Grätschsprünge denke ... sensationell! Mit Pepsi gab es nie Terminkollisonen. Zusammen an den Kurs - zusammen an die SCB-Matchs.
Was waren wir für ein tolles Gespann!

Das mit den Grätschsprüngen - ich glaube, das lassen wir in der Zukunft besser.
Aber mal wieder gemeinsam an einen Match ...

... DAS KÖNNTE PASSEN!

Donnerstag, 4. März 2010

TERMINE - IMMER DIESE TERMINE!!

Es ist bloss ein paar Tage her, seit ich euch von der bevorstehenden Tupperparty berichtet habe (http://sternenzaubers.blogspot.com/2010/02/heute-schon-ge-tuppert.html).
Erinnert ihr euch? Und gestern Abend war nun dieser besagte Event.

Ganz bestimmt war er gestern. Es MUSS gestern gewesen sein - so steht es überall: in meiner Agenda, in unserem Familienplaner, im Organizer meines Handys - mit Wichtigkeit "hoch" und Tonsignal! Ich habe es meinem Schätzeli gesagt und mich bei meiner Familie für diesen Abend abgemeldet.
Meine Gastgeberin - die "Vis-à-vis-Weisskerzenfrau" - auf sie freute ich mich unbändig.


Gestern Abend hatte ich so richtig Lust auf tuppern, auf coole Stunden in einer lustigen Runde. Genau solches hatte ich nämlich auch nötig. Meine Woche schlaucht mich momentan mehr als mir lieb ist - der Compiabsturz kostet mich Nerven, Stunden, Arbeit - die Entzugserscheinungen infolge Abwesenheit meines Liebsten bringen mich hormonell völlig durcheinander und ich bin drauf und dran fremde Männer zu küssen!
Fleissige MitleserInnen wissen zudem: falscher Zug vorgestern, zwickende Jeans gestern.

Jetzt mal ehrlich: was hilft einer derart vom Leben gezeichneten, leicht hysterischen, (ferien-)reifen Frau besser als eine Weiberrunde?
Gut, Ayurveda hilft vielleicht auch. Fussreflexzonenmassage. Und Kaffee trinken gehen mit Thomas, meinem lieben Freund mit den treuen Bernhardineraugen - er macht die schönsten Komplimente. Ein SCB-Match mit vielen Toren für die richtige Mannschaft.
Ein Abend mit meinem Katerli.
Aber infolge Ermangelung all des Erwähnten, finde ich - wie gesagt - Weiberabende sehr entspannend.

Fast wäre es passiert, dass ich hätte absagen müssen - die Arbeit. Was ich selbstverständlich schon mal als Vorwarnung der Frau mit den weissen Kerzen gemailt habe. Selbstredend war es mir jedoch eine Selbstverständlichkeit, die Ärmel nach hinten zu krempeln und alle Sternenzauberkräfte zu sammeln. Zum Glück konnte ich mit meinem persönlichen Effort das Unvermeidliche abwenden und mir ein Zeitfenster schaffen. Uff! Mit Siebenmeilenstiefeln ging es dem Bahnhof entgegen - den Bus Nr. 103 wollte ich auf keinen Fall verpassen.
Ich kooommmmeeeeee....!

So war ich also sozusagen gerade im Begriff den Türöffnerknopf am Bus zu drücken, als mein Handy zu trällern begann.
Ich meldete mich: "Hier Sternenzauber!" Sie, die Weisskerzenfrau: "Oh! Zum Glück erreiche ich Dich noch. Habe gerade Deine Mail gelesen. Komm bitte um Himmels Willen heute Abend NICHT!" Ich: "Hä"? Sie: "Also Du kannst schon kommen - nur bin ich leider nicht zu Hause. Die Tupperparty ist nämlich erst am nächsten Mittwoch"! Ich: "Hä"? Sie ... lachend ... "per Zufall hab ich Deine Mail noch gelesen. Du hast wohl irgendwie mit den Terminen was durcheinander gebracht". Ich: "Hä"?

So oder zumindest ganz ähnlich verlief das Gespräch. Ich schwöre!

Langer Rede kurzer Sinn: Ich hatte zu viel Abend. Infolge ... tja ... terminlicher Inkompetenz. Meinerseits - ich muss es leider zugeben.
Wobei - so sicher bin ich mir ja gar nicht wirklich. Kann es - zum Beispiel - nicht sein, dass die liebe Frau mit den weissen Kerzen derart von einer eventuellen Absage meiner Person betroffen, untröstlich war ... sie kurzerhand die anderen Frauen ausgeladen hat und neu die Party für den nächsten Mittwoch ansetzte? Weil sie mich unbedingt dabei haben will? Ist das jetzt ein bisschen überheblich? Kann das nicht sein? Nein...? Wirklich nicht ... ?


Ok. Das war deutlich.

Mein Coucousin hat dann noch eine SMS nachgeschoben, mit etwa der Aussage, dass die Terminproblematik doch ein prima Thema für meinen Blog wäre und sich wunderbar in die Fauxpas´s meiner Woche einreihen würde.

Wie kommt er bloss auf so was..?!

Letztendlich hat die ganze Sache aber ein gutes, ein ausgesprochen gutes Ende genommen: Mein Schätzu ist nämlich infolge erkältungsbedingtem Fieber völlig ausserplanmässig um 19.00h nach Hause gekommen! Wie schön!
Also - nicht dass er krank ist ... dass wir uns wieder mal sahen. Nicht schlafend.
Endlich hatten wir mal wieder einen Abend zusammen! Nur für uns! Halleluja!

Nun geht es mir wieder besser. Viel besser!
Allgemein. Und hormonell auch.

UND ÜBERHAUPT UND SOWIESO! :-)

Mittwoch, 3. März 2010

HILFE - MEINE JEANS KNEIFEN!

05.30h ist zu früh um mir Gedanken zu machen. Viel zu früh.

Mit genau diesen Worten habe ich meine seelischen Sorgenfalten heute Morgen innerlich glatt gebügelt. Ich war gerade frisch geduscht, wunderbar parfümiert und voller Tatendrang, als ich meine Jeans anzog. Nichts Böses ahnend.
Was passiert? Die kneifen! Ganz schlimm sogar!

Ich ging gedanklich die letzten Mahlzeiten durch und ortete den Grund des Unheils in den herrlichen Spaghetti Bolognese vom Sonntag. Mit reichlich Parmesan. Eine andere kulinarische Entgleisung ist mir nicht bekannt.
Obschon ... Pasta mit Tomatensosse ist jetzt keine wirkliche Entgleisung in diesem Sinne - oder? Nun gut, das Fleisch - es war aber reines Rindfleisch. Und der Parmesan, ach, kleinlich sein sollen Andere. Ich nicht!

Was war sonst noch - lasst mich mal überlegen ... Berner Butterzopf, aber im Mass. Bündnerfleisch ... nicht verwerflich. Joghurt ... kein Problem. 1 Körbchen Erdbeeren, die ersten in dieser noch nicht eröffneten Saison (hat mir mein Schätzu mitgebracht - mhhhh!) ... gesund! Die paar Latte übers Wochenende können es auch nicht gewesen sein. Ansonsten habe ich nur Mineralwasser getrunken.
Also, bitte, wo war jetzt dieses immense Fehlverhalten, welches meine Jeans schrumpfen liess?

Echt, manchmal ist es zum Verzweifeln. Ob es sich um Wassereinlagerungen handelt? Zu salzig gegessen? Hormonschwankungen? Ja klar - mein Katerli und ich sehen uns diese Woche infolge seiner ausserordentlichen Nachtarbeit nicht, da krieg ich schon mal Hormonschwankungen! Er fehlt mir!
Aber deswegen kneifen Jeans doch nicht dermassen!?


Frust infolge Kilos schiebe ich nun wirklich nie. Höchstens damals, als ich aus Versehen die Jeanshose meines Sohnes erwischte und das Ding nicht mal über die Knie ziehen konnte. Da hatte ich einen Adrenalinschub inklusive Schweissausbruch. Zugegeben. Ansonsten bin ich XL - und das sehr relaxed.

Trotzdem - das Gefühl heute Morgen nervte.
Und so schnell nervt mich nun wirklich nichts! Ich ärgere mich höchstens dann, wenn ich das Übel kenne, es sozusagen verursache. Kürzlich zum Beispiel, da habe ich den Pappbecher gleich neben die Tastatur hingestellt. Und die wackelige Handtasche dazu. Habe mir noch dabei gedacht, dass dies jetzt unklug sei - falls nämlich die Handtasche kippt, der heisse Kaffee über die Tasten klatscht! Ich war noch nicht fertig mit denken, als es geschah.
Oder ... meine angeklebten Nägel. Frau weiss ganz genau, dass man damit keine Cola-Dose öffnen sollte. Der Nagel knallt dann nämlich in hohem Bogen weg. Man nimmt dann besser irgendwas zur Hand und drückt die Lasche hoch. Ich weiss das - hilft aber nichts. Ich tue es trotzdem. Natürlich passiert dies immer an irgendeinem Event. Nicht etwa zu Hause, wo frau Ersatznägel und Leim hat. Nein. Ausser Haus - nur!
Ihr versteht meine Nöte?

Habe mir dann noch einen Latte gemacht - soviel war ich mir schuldig an einem Morgen wie heute. Nach so einem Schreck. Wollte mich damit an den Tisch setzen ... AUTSCH! Jetzt hatte ich aber genug. So viel kann man an einem Wochenende gar nicht zunehmen, dass es dermassen zwickt.
Und vor allem: derart punktuell links und rechts, Hüfthöhe. Die Situation gebot es förmlich, meine Hose nochmals aufzumachen und auszuziehen. So konnte ich unmöglich zur Arbeit gehen!

Gesagt, getan. Und was fand (s)ich?
Sohn Max hatte die Wäsche von der Leine gepflückt, im Eiltempo - davon ist auszugehen. Sonst hätte er nämlich die hölzernen Wäscheklammern von der Hose genommen. Und diese hätten mich dann nicht gekniffen.
Kleine Ursache - grosse Wirkung.


Aber ich bin ihm nicht böse. Nicht in diesem Fall.
Manchmal ist man einfach nur froh, wenn ein vermeintliches Problem sich in Luft auflöst. Oder?

Schaaaatz ....

.... KOCHST DU AM WOCHENENDE WAS FEINES?

Dienstag, 2. März 2010

NÄCHSTER HALT ... OLTEN!

Heute ist es mir beinahe wieder passiert. Aber nur beinahe. Gerade noch rechtzeitig habe ich es bemerkt.
Ansonsten wäre ich wieder via Olten nach nach Hause gefahren. Und das sind alles in allem doch letztendlich 3 Stunden mehr als normal.

Es mag heute daran gelegen haben, dass mein Computerprogramm abgestürzt ist. Jeder, der mit so ner Maschine arbeitet, weiss was das bedeutet. Ich mag gar nicht daran denken ...!
Untätig im Büro rumsitzen ist auch nicht mein Ding und Sternenzauber ohne Computer ist wie Fondue ohne Brot. Geht nicht. Und so habe ich meinen freien Donnerstagnachmittag gegen einen freien Nachmittag heute getauscht. Nicht mit Begeisterung, eher aus der Not heraus.
Meine Gedanken müssen entsprechend bei meiner Arbeit gewesen sein, als ich wieder mal den falschen Bahnsteig erwischte. Ich setzte mich einfach in den Zug rein und hielt es der Situation gemäss angebracht, die Augen zu schliessen, tief Luft zu holen und langsam auf 5 zu zählen.

Bei 3 hörte ich die Ansage: "Die SBB begrüssen Sie im Intercity nach Basel. Nächster Halt: Olten!" Ich wie von der Tarantel gestochen hoch vom Sitz, Sprint durch den Gang, raus aus dem Zug.
Es war schon mal anders ....

... vor gar nicht allzu langer Zeit. Ein Freitagabend - ich fix und alle, froh endlich gleich am Bahnhof meinen Liebsten zu treffen, mit ihm nach Hause zu gondeln, Wochenende einläuten. Ich studierte auf dem Weg zum Perron bereits am Wochenendeinkauf rum, plante in Gedanken einen Kinoabend am Samstag und Champagner-Bett-Frühstück am Sonntag. Das Frühstück verwarf ich gleich wieder ... zumindest die Bett-Variante. da hat mein Katerli irgendwie keinen heissen Draht für. Das sei kompliziert, überall würden dann Krümel piksen und überhaupt - den Schampus schütte man auch aus.
Mann vielleicht - Sternenzauber nicht. Die findet Frühstück im Bett höchst romantisch und sehr sinnlich. Na ja, frühstücken wir halt unromantisch am Küchentisch - ich bin ja zu Kompromissen bereit.

Hätte ich vielleicht genau diese Gedankengänge nicht durchwandert, wäre mir aufgefallen, dass der Fahrplanwechsel auch einen Perronwechsel mit sich gebracht hatte. 3 statt 5. Die Macht der Gewohnheit und der Herdentrieb, spülten mich mit der Gruppe schnatternder Teenies die Treppe runter. Oh! Der Zug war schon da! Ungewohnt - aber super. Dann konnte ich mir ja schon mal schöne Freitag-Feierabend-Plätze für meinen Schatz und mich raus suchen. War ja noch alles frei. In aller Ruhe enterte ich das vorderste Viererabteil, machte mich breit und lang, atmete tief durch und genoss den Moment. Schätzu musste ja jetzt gleich kommen.

So langsam füllte sich der Zug - bloss mein Herzblatt war nirgends zu erblicken. Ok. Kennt frau ja. Der hat vielleicht seinen Zug nicht erwischt und kommt eine halbe Stunde später. Warten wir mal ab. Dann kam die Durchsage: "Die SBB begrüssen Sie im Intercity nach Basel. Nächster Halt: Olten". Ich grinste still vor mich hin. Falsche Ansage - der Eine oder Andere wird jetzt bestimmt panisch raus hüpfen. Gut, hat man so viel Bahnerfahrung wie ich und kennt solche Situationen aus dem FF. Einfach sitzen bleiben - das Ganze löst sich gleich als Irrtum auf.

Der Zug ruckelte an - genau 18.04h, wie immer, kein Schätzi weit und breit. "Vielleicht doch mal anrufen...?", fragte mich meine innere Stimme. Gedacht, getan.
Er nahm den Anruf auch sofort entgegen und fragte: "Hast du den Zug verpasst?". Ich: "Nö - aber Du wohl!". Er: "Hä?? Ich sitze im Zug, er fährt eben ab. 04 - wie immer". Ich: "Ja, ich weiss, ich sitze auch da. Steh mal auf - ich stehe auch auf, dann sehen wir uns".
Ich stand auf. Alleine auf weiter Flur. Der Zug, welcher gleich neben "meinem" Zug gestartet war, fuhr auf gleicher Höhe. Und da stand ein Mann. Da stand ... MEIN MANN! Wir sahen uns! Getrennt durch 2 doppelverglaste Scheiben! Auf verschiedenen Geleisen. Unterwegs in unterschiedliche Richtungen ...!

Jesses Gott! Mit schwante es langsam.


Leise Panik stieg in mir auf, meine Knie wurden butterweich, meine Stimme leicht hysterisch: "Schaaatz ... was machst Du denn da drüben??". Die Leute um mich staunten mit grossen Augen, begannen die Situation zu verstehen und grinsten, beteiligten sich mittlerweilen rege an dem Geschehen. Deshalb warf ich in die angespannte Stille des Abteils: "KANN MIR BITTE MAL JEMAND SAGEN, WOHIN DIESER ZUG FÄHRT??!!??"
Basel. Mit Zwischenhalt in Olten.


Prima. Bingo. Echt gut gelaufen!
Und so wurde eine lange Freitag-Feierabend-Fahrt daraus. Die spitzen Bemerkungen meiner 3 Männer anlässlich meinem 3 Stunden verspäteten nach Hause Kommens habe ich heldenhaft ignoriert. In Olten hatte ich nämlich auch noch den Zug gen Berner Oberland um Haaresbreite verpasst ... weil ich gemäss Berner Gemütlichkeit in Ruhe von Perron zu Perron gepilgert bin - und musste mit dem blöden, engen, unbequemen Cisalpino eine halbe Stunde später Vorlieb nehmen.
Noch heute wird mir diese Geschichte vorgehalten. Jaja, wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Aber - und wer mich kennt, der weiss das - hat aus meiner Sicht alles sein Gutes. Selbst so eine Story.
Heute kam mir diese Erfahrung nämlich sehr gelegen. Sonst wäre ich jetzt nämlich in Olten.


HAB ICH NICHT RECHT?

Montag, 1. März 2010

LADY SUNSHINE AND MISTER MOON

Es war im Sommer 1962, als dieser Hit in den Radiostationen rauf und runter gespielt wurde:

"... Lady Sunshine und Mister Moon
können gar nichts dagegen tun,
dass sie am Himmel sich niemals trafen,
denn wenn er aufsteht, dann geht sie schlafen..."

Wir haben heute den 01. März 2010 - und die Situation stellt sich für uns genau so dar.
Mein Schätzu ist Mister Moon und ich die Lady Sunshine, zumindest für die nächsten 2 Wochen. Irgendwie komisch.


Der Liebste an meiner Seite, er leitet ein wichtiges Projekt, welches in diesen Tagen seinen Abschluss findet. Dem erfolgreichen Abschluss steht heute Abend der Startschuss bevor. Und dann muss es klappen. Zu 100%. Die ersten 14 Tage bedarf es der genauen Kontrolle diversester Abläufe, die zuverlässig, Hand in Hand und bestens koordiniert zu verlaufen haben. Das Ganze findet in der Nacht statt.

Hier liegt der Hund begraben! Der Hase im Pfeffer. Stehen Wolken an Sternenzaubers ansonsten blauem Frühlingshimmel. Oder wie auch immer.
Genau deshalb werden ER und ICH die nächste Zeit zwar in der gleichen Wohnung wohnen, das gleiche Bett teilen ... aber immer dann, wenn der Andere nicht da ist. Mir ist anders als sonst. Mir war schon wohler.

Heute Morgen habe ich mich wie eine Verbrecherin kurz vor 05.00h aus dem Bette geschlichen. Hab leise geduscht, leise Kaffee gemacht, leise die Nachrichten im Radio gehört. Hab meinem Schätzi leise einen Brief geschrieben - bin leise nach hinten geschlichen und habe ihn gut sichtbar beim Büchergestell vor dem Schlafzimmer deponiert, bin leise zur Türe rausgegangen, leise die Treppen runtergeschlichen.
Irgendwann gegen Mittag wird er erwachen, aufstehen. Laut duschen, laut Kaffee machen, mir eine SMS schreiben, laut zur Türe raus gehen und nach unten schlendern - und loslegen.

Dafür wird es am Abend genau umgekehrt sein. Ich werde nach Hause fahren, die Treppen rauf steigen und dazu pfeifen. Werde in der Küche mit den Pfannen klappern, was brutzeln, werde mir rauschend ein Bad einlassen und mich zu später Stunde laut gähnend ins Bett fallen lassen.
Während sich Stunden später mein Katerli irgendwann vor meinem Aufstehen leise in die Wohnung schleichen wird, ohne Ton die Kleider irgendwo im Wohnzimmer über eine Couchlehne legt, geräuschlos sachte sich in die Federn begibt und den Träumen entgegendämmert.
Seine Träume werden sich mit meinem Aufstehen kreuzen.

Ach, ich werde die gemütlichen Abende mit meinem Schätzu vermissen. Den gemeinsamen Morgenkaffee - und selbst seine Schweigsamkeit am Morgen. Werde ihm, während er schläft, ganz früh am Morgen sachte ein Müntschi auf seine Wange hauchen. So zärtlich, dass er es höchstens wie den Flügelschlag eines Schmetterlings erahnen wird. Vielleicht wird er sogar im Schlafe lächeln, ich hoffe. Werde meine Wärme für ihn im Bett zurücklassen. Sie soll ihn an meiner Stelle umarmen.

In 2 Wochen wird Wiedersehen gefeiert. So richtig!
Ich kann eure lachenden Gesichter schier erkennen - und das leichte Kopfschütteln, den fragenden, gen Himmel gerichteten Blick. Ja, die Sternenzauberfrau ist eigen. Auch wenn sie liebt.
Besonders dann!


Aber weil jedes Ding 2 Seiten hat - und man jede Sache aus diversen Blickwinkeln betrachten kann, blase ich die Wolken am Himmel mit meinem Lachen jetzt weg. Fühle das süsse Vermissen - und bin froh dass es so ist. In all dem Alltag unseres hektischen Lebens.
Es ist schön, dass wenn ich an Dich denke, es sich so warm und weich anfühlt.
Dass meine Welt viel bunter ist, viel fröhlicher und rundum glücklich ... bist Du da.

MISTER MOON - ICH LIEBE DICH. BIS BALD!
DEINE LADY SUNSHINE

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