Dienstag, 2. Februar 2010

EIN MANN - (K)EIN WORT

Es passierte letzten Samstagmorgen. Mein Schatz war noch völlig genudelt von der anstrengenden Freitagsfahrt nach Düsseldorf. Bei jenseitigen Strassenverhältnissen. Und zudem war unser Samstag dicht gedrängt mit Terminen. Volles Programm.

Ein Wochenende mit Weckergeläute zu beginnen, ist nicht die beste Voraussetzung für geruhsame Stunden ...

Nach viel zu kurzer Nachtruhe, die wie gesagt brüsk abgebrochen werden musste, schnell frühstücken im Hotel - weiter zum Schwiegerelterntermin - weiter auf Shoppingtour in die Innenstadt (ich kaufe dort immer dieses tolle, seidenweiche, feinduftende, schön verzierte, angenehme 5-lagige Klopapier. DAS und NUR DAS darf es sein!) - weiter zum Outlet nach Oberhausen, um danach gleich gen Köln zu düsen. Freunde besuchen. Dies alles bei äusserst grenzwertigem Wetter.

Während so ein proppenvoller Tag meinem Ich entgegenkommt (zudem ich auch nur Passagier bin und mich von A nach B schaukeln lasse), bricht bei Katerli der Stress voll durch. In Gedanken schnallt er sich einen imaginären Patronengurt um, überprüft die Magnum 47 mm auf ihre Funktion und duldet keine weiteren Irritationen.

Ich bin da irgendwie ganz anders gestrickt als er.
Klimpern meine Äugelein aus lauter Müdigkeit, liegen meine Nerven blank oder lässt mich Stress Haare und Seele sträuben - dann brauche ich Ansprache. Plauderstunden. Diskussionen.


Ganz anders mein Katerli-Schatz. Er wird ruhig - sehr sehr ruhig. Und fordert Ruhe ein.


Da ich die Frau der Worte bin und mir das stumme Leiden meines Herzallerliebsten zutiefst im Herzen weh tut, frage ich ihn ganz liebevoll, ganz sachte und in gedrosselter Lautstärke: "Scha-a-a-atz, alles ok bei Dir?"

Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Geht es Dir gut?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Also nicht gut?!?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Und warum geht es Dir nicht gut?"
Er: "Es geht mir ja gut!"
Ich: "Und warum sagst Du denn nichts?"
Er: "Weil mir ein Augenblick Ruhe gut tut".
Ich: "Dann soll ich also jetzt nichts mehr sagen?!?"
Er: "Doch, schon. Klar darfst was sagen".
Ich: "Ja aber wenn Du dann nur Mmmmm sagst, ist das kein Gespräch".
Er: "Ich habe auch nicht gesagt, dass ich ein Gespräch will. Momentan täte mir Ruhe gut. Aber Du darfst ruhig reden".
Ich: "Das macht dann aber keinen Spass. Dann schweige ich halt".
Er: *AUFSCHNAUF*

10 Sekunden Pause.

Ich: (Leicht entnervt) "... und von was soll ich jetzt schweigen?"
Ich: "Also wir könnten zum Beispiel von heute Abend schweigen - ich freue mich schon tierisch auf den Besuch in Köln!"
Ich: "Oder ich könnte auch ganz still sein zum Thema Sonntag Abend. Gehen wir zum Griechen essen?"
Er: "Mmmmmm. Mal sehen."
Ich: "Komm sag was. Sprich mit mir. Ich will Dich doch nur auf andere Gedanken bringen und machen, dass Du lächelst. Siehst Du, es wirkt schon, Du lächelst!"
Er: "Ich zeige die Zähne, das ist was ganz anderes. Ich WILL jetzt nicht lächeln".
Ich: "Ach komm ... Du siehst so süss aus wenn Du lächelst. Lächle mal! Bitte!"

Er schaut mich an. Was für ein Blick! AUA!
Ich: "Ok, Du brauchst nicht zu lächeln. Ist ja gut. Ich sag nichts mehr."
Er atmet hörbar auf.

2 Minuten später:
Ich: "Schaaaatz - sind wir bald da?"
Er: (Zwischen den Zähnen raus zischend) "JA!".


Endlich angekommen - vor dem Kleiderladen meiner Wahl - verabschieden wir uns.
Er: "soll ich mit rein?"
Ich: "Also nein aber auch! Diese Zeit habe ich lieber ganz für mich!".
Er: "Klar, kein Problem - viel Spass. Ich geh dann mal kurz in die Innenstadt!".

MANCHMAL BRAUCHT FRAU EINFACH IHRE RUHE!
LOGISCH - ODER?

Montag, 1. Februar 2010

2 STUNDEN FERIEN BEI KOSTAS!

Es gibt ein Fleckchen Erde in Deutschland, das ist mein ganz persönliches Stück Griechenland. Ein Stück Heimat, ein Stück zu Hause. Ich finde es bei Kostas und seiner Familie in Dorsten, in "meinem" griechischen Restaurant.


Vielleicht sollte ich euch erst mal die Basics dazu erzählen - dann werdet ihr verstehen:
Vor einiger Zeit hatte ich eine Liaison zu einem Mann aus eben dieser Stadt Dorsten (vor der Love-Story mit Katerli). 2-wöchentlich, manchmal sogar wöchentlich, verbrachte ich das Wochenende in diesem Ort mitten im Ruhrpott. Und den einen Abend davon bei Kostas. So sicher wie das Amen in der Kirche!
Bei Kostas feiert man Geburtstag, Wiedersehen, Namenstag, Abschiede, jede Art von Feiertag - und gibt es mal keinen Grund zum Feiern, so ist alleine die Tatsache - den Abend bei Kostas zu zelebrieren - Grund genug, dann halt eben dies zu feiern.

Kostas und seine Frau, das Personal - es sind alles Menschen, die man lieben MUSS. Da kommt man nicht drum herum. Es sind Freunde die unter die Haut gehen, weil sie liebevoll, aufmerksam, herzlich und die wunderbarsten Gastgeber sind, die man sich nur wünschen kann. Wenn diese Familie einem Willkommen heisst, so ist es nicht nur eine Floskel - oh nein - es ist genau so gemeint. Das ist spürbar, in jeder noch so unscheinbaren Kleinigkeit.
Nach den ersten 1sten Besuch war man sich schon sehr sympathisch, beim 2ten Mal kannte man sich bereits beim Namen, nach dem dritten Besuch stand das Glas mit dem lieblichen, gekühlten Weisswein Imiglikos schon bei meinem Platz auf dem Tisch hinten links in der Ecke. Und all die unzähligen anderen Male war es einfach immer pure Freude, gegenseitig. Das Persönliche immer ganz wichtig.


Menschlich blieb nie ein Wunsch offen - in essenstechnischer Hinsicht aber genau so wenig! Welch kulinarische Gelüste man immer auch hatte - sie wurden erfüllt. Ich lernte Quietschkäse kennen .... oh, eine Delikatesse sondergleichen. Wie er richtig heisst, dieser Quietschkäse, das weiss ich heute noch nicht. Aber ich könnte mich da reinlegen - so fein! Er steht nie auf der Karte, aber wenn Kostas ihn hat, krieg ich davon.

Kostas Küche ist überhaupt und sowieso der Knaller! Ich liebe allgemein die griechische Küche - aber seine, die vergöttere ich. Er ist besser als gut. Kocht mit Können, Wissen, Liebe und diesem besonderen Engagement, welches man hat oder nicht hat. Kostas Gerichte lassen einem völlig vergessen, dass man irgendwo im Ruhrpott sitzt - für einen langen Moment ist man in einer griechischen Taverne mit Blick aufs Meer. Der warme Wind streichelt die Seele, die himmlischen Düfte aus der Küche lassen erahnen, warum sich die Götter Griechenland als Heimat ausgesucht haben. Ferien - dieses gute Gefühl vermag der Besuch bei ihm zu vermitteln. 2 Stunden Ferien bei Kostas.
Wie habe ich das vermisst! So oft daran gedacht ...

Bis gestern Abend. Obschon wir an diesem Wochenende an die 2´000km rumgegondelt sind - und mein armer Schatz wirklich und zu Recht die Nase von Auto fahren gestrichen voll hatte - erfüllte er mir doch den Wunsch, endlich wieder mal Ferien bei Kostas zu machen. Das rechne ich ihm übrigens hoch an. 
An dieser Stelle: MERCI SCHATZ! Du hast mir damit mehr als nur eine Riesenfreude gemacht!

Seit die Beziehung von damals respektvoll, aber definitiv ad acta gelegt wurde, war ich nicht mehr da - und ich hatte wirklich grosses Heimweh nach Kostas, nach seiner Familie, den beiden Frauen die mit Charme und Lächeln servieren, nach den Feriengefühlen da und seinem leckeren Essen. Kostas ist nicht irgendein Grieche. Er ist für mich DER GRIECHE! Meiner.
Seit gestern auch der meines Schätzus.

Um 18.00h hab ich da angerufen, wollte mich vergewissern, dass "mein Grieche" geöffnet hat, da ist. Seine Freude mich zu hören - alleine schon nur am Telefon - stand der Meinen in keiner Weise hinten an. Welch warmes, schönes Gefühl! "Natürlich sind wir da - komm, bring Deinen Mann mit. Ihr kriegt den kleinen Tisch hinten in der Ecke! Bis gleich - wir freuen uns!". Ab da zählte ich die Minuten. 60km weiter und 40 Minuten später war es dann endlich soweit.
Die Wiedersehensfreude gross! Er, seine Familie, das Personal - sie haben uns verwöhnt, in jeder Hinsicht. Spürbar, in jeder Faser. Besonders im Herzen. Und natürlich im Genuss, den Sinnen. 
Als Vorspeise haben wir uns seine unnachahmlichen Paprikas vom Grill gegönnt, eingelegt in diesem speziellen Balsamiko-Olivenöl-Honig-Knoblauch-Sud mit frischer Petersilie. Und diesen würzig-süssen roten Zwiebelringen obendrauf. Lauwarm ... ein Gedicht! Dazu Fladenbrot mit griechischen Kräutern. Mhhhh! Als Hauptgang den legendärer Sorbas-Teller mit ausgewählten Spezialitäten für mich, mein Liebster gönnte sich die Nikos-Pfanne mit Filetspitzen in Metaxasosse, überbacken.
Sich ein Gericht auszuwählen ist der einzige Haken an diesem Restaurant. Kostas hat die diversesten, herrlichsten Dinge im Angebot - und es ist ein Unding, die Qual der Wahl zu haben. Ach Leute....!


Wir haben genossen, haben geschlemmt. Und sind anschliessend noch mit einem Dessert überrascht worden.
Katerli war genau so begeistert wie ich - es war exzellent und er liess dies auch verlauten. So ein Kompliment wurde in der Küche natürlich gerne gehört.

Ja - und dann war Abschied angesagt. Keiner für immer, soviel ist klar. Im Sommer wieder, spätestens dann, ganz bestimmt.
Und wenn ich das schreibe - ihr Lieben - hab ich bereits wieder Heimweh nach euch!

Bis bald! Und bleibt gesund! Wir freuen uns schon heute auf das nächste Mal! 

EFCHARISTO POLI KOSTAS! JÁSSAS! ADIO!
DANKE KOSTAS! TSCHÜSS IHR LIEBEN! ADE!

Sonntag, 31. Januar 2010

FRAU HOLLE - GO HOME!

Was für ein aufregendes Wochenende! In jeder Hinsicht!

Ich habe so viel zu erzählen. Von Freunden, der Familie, Erlebnissen, von Köln und Kneipen, Wiedersehensfreuden und schlaflosen Nächten. Eines nach dem andern. Heute ist das Wetter dran - und daraus resultierende Turbulenzen, Konsequenzen.

Die Hinfahrt am Freitag war nicht ohne - der Winter hier in Deutschland ist ungewohnt heftig (wir Alpenvolk sind uns dies ja gewohnt) und wie die Deutschen auf den Winter reagieren auch. Die ersten 300km flutschten wunschgemäss und ich musste zu Schatzes Freude auch nur 1x aufs Klo. Er mag diese Pinkelpausen nicht - irgendwie unterbreche ich damit stets den Lauf, den er grad hat. Aber sobald ich dann bei jeder Bodenwelle Augenwasser kriege, MUSS es einfach sein!

Nach diesen lockeren ersten Kilometern begann dann aber das Schneetreiben - und die Warnmeldungen am Radio proportional auch. Das sind immer diese Momente, wo ich mein Temperament zügeln und Ruhe an den Tag legen muss, zum ruhenden Pol mutiere - weil Katerli zusehends in die Ausnahmesituation "Fahren unter schwierigen Verhältnissen" gerät. Nicht wegen ihm selber - er (und da muss ich ihm echt ein grosses Kompliment machen) kann es. Ein guter Fahrer mit viel Um- und Voraussicht, mit dem Reaktionsvermögen einer Raubkatze ... aber dem Nervenkostüm eines verletzten Tyrannosaurus Rex, der sich in die Enge getrieben fühlt.

Also - die nette Stimme aus dem Radio verhiess, wie bereits erwähnt, nichts Gutes. Dichtes Schneetreiben, zunehmend Glatteis und schwer befahrbare Strassen ... genau auf der Strecke, auf welcher wir unterwegs waren! Wilhelmines Wischerblätter sausten in Höchstgewindigket über die Scheiben, trotzdem war die Sicht alles andere als gut. Strassenschilder und Autobahn zugeschneit. Katerchen drehte so langsam am Rad, weil unser Navi die Ankunftszeit immer weiter nach hinten korrigierte, ich drauf und dran war, Charlotte ... Susi ... Alexandra - oder wie immer die Dame im Navi heisst - meine Meinung zu geigen. Bekanntlich ist es Perle vor die Säue werfen. So kraulte ich dann halt einfach meinem Liebsten die gestäubten Nackenhäärchen und redete in monotonem Singsang beruhigend auf ihn ein. Ich bin dabei eingeschlafen.

Da war dann aber plötzlich dieses Auto, welches mit 30 km/h über die Autobahn schlich - schön mittig zwischen Spur 1 und Spur 2, wahlweise mal ein bisschen weiter rechts, dann wieder ein bisschen mehr links. Das Zähne fletschen vom Katerli hat mich dann geweckt. Als wir höllisch aufpassend neben besagtem Fahrzeug vorbei fuhren, entpuppte sich dieses Gefahrenpotential als ein alter, sehr alten Mann, der sich krampfhaft am Lenkrad anklammerte, die Nase schier vorne bei der Scheibe und wohl infolge Nachtblindheit völlig die Orientung verloren hatte.
Kaum war diese Gefahr gebannt, raste einer der ganz Grossen, Starken, mit männlich-potent-heldenhaften 150km/h im dichten Schneetreiben links neben uns vorbei. Dicht gefolgt vom nächsten Geschoss, das sich natürlich nicht abhängen lassen wollte - versteht jederman(n), oder? Die Netiquette und meine gute Erziehung verbieten es mir, weder Gestik noch Wortwahl meines ob solchen Schwachmaten nervlich äusserst irritierten Katerchens wieder zu geben.
Im Kegel des Fernlichtes sah man ein paar Minuten später ein Auto abgestürzt im Strassengraben, das zweite in Symbiose halb darauf liegend - "dumm gelaufen" quetschte Schätzu zwischen zusammengebissenen Zähnen fauchend und knurrend hervor. Ich meine gesehen zu haben, dass sein Blick leicht diabolisch angehaucht und gefährlich blitzend war. Hab sofort wieder gekrault. Die gestäubten Nackenhäärchen.


Die Radiosender wussten in den folgenden Stunden gar nicht, welche Warnmeldung zu überfrierender Glätte, Blitzeis, Schneeverwehungen, Auffahrkollisionen, Unfällen nun denn die Wichtigste sei ... Es war sehr anstrengend, auch für mich. Ich, die ich immer mitfahre, mitlenke, die imaginäre Pedalerie drücke und mich gleichzeit festhalten muss - für alle Fälle.
Als der Radiosender dann noch "Highway to hell" zum Besten gab, beschloss ich Sender zu wechseln. Na ja - Bata Illic's "Ich hab noch Sand in den Schuhen aus Hawaii" machte die Sache nicht besser. Hätte er vielleicht diesen Sand auf die Strasse gekippt, dann hätte man darüber sprechen können. aber so ... !
Wir waren einfach nur froh und dankbar, als wir Stunden später und verspätet, aber heil und gesund, Wilhelmine auf dem Hotelparkplatz zur Nachtruhe abstellen konnten.

Die so sehr verdiente Nachtruhe war dann aber von nicht allzu langer Dauer, weil noch vor 06.00h die Trottoirs hier freigeschippt werden müssen. Und die Schneeschaufeln geben ja diesen einen schreienden Laut von sich, wenn sie über den Asphalt schaben. Der Biss ins Kissen ersetzte mir böse Flüche!
Das anschliessende Frühstück und der Kurzbesuch bei den Schwiegereltern liessen aber die Strapazen bald vergessen.

Vielleicht mag es auch an der Shopping-Vorfreude gelegen haben, dass mein Elan zur Hochform auflief! Weil nämlich mein Kleiderschrank zu Hause diese stets wiederkehrende Leere aufweist - Frauen wissen, von was die Rede ist - machten wie uns auf den Weg gen Oberhausen zum Outlet-Laden meiner Wahl.


Auch diesen Weg säumten übrigens Polizei, Sanität, Fahrzeuge in allen Stadien der Auflösung. Mal auf dem Dach, mal auf der Seite, aber auch tief im Graben unten. ....!....!
Nach erfolgreicher Mission Kleiderschrank, nahmen wir die Strecke nach Kölle - zu gut Deutsch: Köln, unter die Räder. Unsere lieben Freunde, Herzmenschen, wohnen da. Und seit der Heirat auf Rhodos, den gemeinsamen Ferien, haben wir uns nicht mehr gesehen - und doll vermisst. Endlich war Wiedersehen angesagt! Davon erzähle ich dann bald auch.

Freund Ralf warnte uns aber vor den Strassenverhältnissen - worauf mein Schätzu mir verschmitzt lächelnd erklärte: "Ach weisst Du, die Rheinländer sprechen ab 2cm Neuschnee von Wetterchaos und bei 2 Schneeflocken auf 100m von dichtem Schneetreiben - wir fahren jetzt!" Gesagt, getan. War auch kein Problem, die Autobahn leergeräumt, alles prima.
Nach einem einmaligen Abend (!) - der dringender Wiederholung bedarf (ich habe zum ersten Mal eine richtige Kneipe mit der dazugehörenden Kneipenkultur erlebt) - versprach die Heimfahrt zur Rutschpartie zu werden. Es glitzerte wie ein Sternenmeer auf der Strasse! Lief aber alles gut - wie gesagt, Katerchen ist Meister seiner Fachs. Irgendwann nach Mitternacht waren wir im Bette, freuten uns auf Schlaf satt. Allerdings ohne die Rechnung mit der Schneefräse des frühen Morgens gemacht zu haben. Während Katerli noch lapidar von der Notwendigkeit infolge deutscher Rechtsprechung lamentierte, ging ich die diversen Möglichkeiten der Liquidation des Übeltäters durch. Da ich mir keine Horrorfilme anschaue und ergo keine entsprechende Ahnung - nicht mal das geringste Talent - zum Vollstrecker habe, beschloss ich es bei innerlich-üblen Beschimpfungen und der Tatsache, nach dem Aufstehen die wirklich gute Maske mit der Hyaluronsäure meinem Gesichte zu Gute kommen zu lassen, zu belassen.

Vielleicht wird ja die Versprechung wahr und es polstert die Poren, Falten, Linien tatsächlich auf. Dann sieht man mir die Kneipentour wie auch die kurze Nacht sicher nicht mehr an. 3 Tassen Kaffee und der Roll-on (auch koffeinhaltig!) gegen die Augenringe tun offensichtlich gute Dienste - ich sehe jetzt nur noch durch genudelt aus, nicht TOTAL durch genudelt.

Anyway - wir haben die Heimfahrt von heute Abend auf morgen früh verschoben. Brauchen unbedingt noch ein bisschen mehr Ruhe und Schlaf, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Ich hätte da jetzt noch diese eine Bitte:
FRAU HOLLE - LASS STECKEN!

Freitag, 29. Januar 2010

ER ZEUS - UND ICH...?

Heute Morgen wurde mir Wissen geschenkt. Mir wurden die Augen geöffnet.
Eine meiner angeheirateten Lieblingsverwandten - eine wunderbare Frau und die Tante meines Schätzus - hat die Sache in einer herrlichen Mail, ob welcher ich jetzt noch schmunzle, auf den Punkt gebracht:

Sie hat dem Katerli zu seinem Geburtstag gratuliert und vermerkt, dass ihr ob meinen äusserst wohlwollenden Beschreibungen hinsichtlich meinem Herzallerliebsten seine Affinität zu Rhodos / Griechenland allgemein klar geworden ist: Zeus MUSS sein Göttervater sein.
Das heisst: der Ursprung meines Katerlis liegt in dieser dominant-gütigen Figur und prägenden Gestalt der Griechischen Mythologie.


Diese Theorie gilt es für mich als unscheinbare, angeheiratete, rotbackige Alpen-Heidi erst mal zu verdauen!
Ich bin mir nicht sicher, ob der Duft von Alpenrosen dagegen anstinken kann...! Ich befürchte nein.
Meine Persönlichkeit fühlt sich ob dieser Tatsachen geplättet. Herrjeee!
Hab ich das Wesen des Katerlis wirklich so zum Ausdrucke gebracht? Ich sollte nicht immer diese pinkfarbenen Pillen mit dem lächelnden Delphin darauf schlucken. Und vielleicht mit meinem Latte Macchiato-Konsum etwas sorgfältiger umgehen. Ich scheine ja mit den Lorbeerkränzen förmlich um mich geworfen zu haben!

Zugegeben, Katerli hat, was bisher Keiner hatte. Und davon hat er ganz viel! Mhhh!
Aber in direkten Ahnenlinie mit Zeus...? Nun ja, Zeus ist sowohl der Göttervater, wie auch der Gott des Himmels - UND der Gott des Donners, der Blitze. Ok. Wir kommen der Sache näher. Einen Schuss Eros hat er auch intus. Früh am Morgen, kurz nach dem Aufstehen, erinnert er aber auch an diese einäugigen Zyklopen. An Hephaistos - den Gott der Vulkane - wenn sein Temperament Oberhand kriegt. An gemütlichen Abenden nenne ich ihn auch gerne Dionysos (römischer Name: Bacchus).

Ich muss zugeben - Schätzu's Lieblingstante hat im Ansatz durchaus recht. Ob es nun wirklich Zeus ist, dies werden weitere interfamiliäre Diskussionen an den Tag bringen müssen. Aber die Laufrichtung stimmt.

Aber wo ein Zeus ist - muss doch auch das weiblich-göttliche Pendant zu finden sein! Ich muss mich und meine Persönlichkeit doch auch irgendwo eingeben können! So habe ich denn mal geschaut, welch Göttin meinen Namen trägt - im übertragenen Sinne. Aber ich fand da vor allem Göttinnen, deren Jungfräulichkeit ihr Markenzeichen ist. Da muss ich passen. Mein Blick geht beschämt zu Boden. Da bin ich durch. Die Tatsachen sprechen für sich und gegen mich.

Bliebe also noch Persephone, Königin der Unterwelt. Ja prima...! Dann weiche ich doch lieber auf Hebe aus - sie ist die Mundschenkin der anderen Götter, reicht würdevoll Nektar und Ambrosia. Ja, das kommt hin. Auch wenn es jetzt nicht Nektar und Ambrosia, sondern Schinkenbrötchen mit Remouladensosse, Tomate, Gurke und dazu ein kühles Bier ist...
Diese Situation ist mir irgendwie vertraut.
Abstand nehme ich von Medusa, dieser Dame mit den Schlangen auf dem Kopf. Ich bin kurzhaarig.

Zu des Zeus' Nachkommen - wie immer liebevoll Katerli genannt - möchte ich noch anfügen, dass ja gestern sein 46er Geburtstag gefeiert wurde. Nach dem herrlichen Essen zockelten wir pappsatt und müde in das Parkhaus, bereit zur Heimfahrt. Unser Auto Wilhelmine stand auf Parkdeck 3B. Schätzu drückte im Lift aber auf Etage 4. Auf meinen fragenden Blick hin erklärte er sich folgendermassen: "Ich bin jetzt 46. Von Etage 3 müsste ich zu 3b hochlaufen. Von Etage 4 kann ich abwärts gehen."
Soviel zu den Zeus’schen Ambitionen!

Oh! Ich hab da bei Wikipedia eben was Interessantes entdeckt! Da gibt es eine ganz tolle Frau. Ein Hingucker sondergleichen. Sie ist die Göttin der Liebe, der Schönheit und der sinnlichen Begierde.
Wenn ich die Lesebrille nicht trage, so meine ich, gewisse Ähnlichkeiten im Profil ersehen zu können. Man soll ja nicht kleinlich sein. Lassen war das Penibel sein heute mal aussen vor. Grosszügigkeit ist angesagt, an einem Tage wie diesem.


Nennt mich doch ab heute der Einfachheit halber:
APHRODITE :-)

Donnerstag, 28. Januar 2010

HEUTE WIRD GEFEIERT!

Heute ist ein guter Tag!
Heute habe ich weiss Gott einige Gründe zum Feiern:



Erstens
habe ich 4 Tickets für das U2-Konzert am 11.09.2010 ergattern können. Da wir zu dieser Zeit auf Rhodos weilen, also leider nicht in den Genuss dieses musikalischen Leckerbissens kommen werden - dafür in den Genuss vieler anderer leckerer Bissen und dergleichen - gehen die Ticket an meinen lieben Freund Thomas. Wir leisten uns gegenseitig in jeder Lebenssituation Schützenhilfe. Und ich freue mich über seine Freude!
Irgendwie habe ich den Dreh jetzt raus, wie man erfolgreich und legal über Ticketcorner zu dem Gewünschten kommt. Ziemlich zeitaufwändig - aber äusserst Erfolg versprechend.


Zweitens
werden heute Abend die Koffer gepackt. Ein Wochenende im Lande meines Schatzes steht bevor. Und ein Treffen mit Herzfreunden. Sie waren mit uns, als auf Rhodos Hochzeit gefeiert wurde. Ganz nah bei uns. Wiedersehen zu feiern und sie in die Arme zu schliessen ... wie schön wird das!
Endlich auch wieder mal Schätzus Familie sehen! Und hemmungslos im Outlet shoppen! Currywurst mit Pommes essen. Im "Jägerstübchen" ... mhhh! Freund Toto auf einen Kaffee im "Kleinen Prinzen" treffen. Mein Schatz wird seine alten Kegelfreunde sehen - und 2 Matchs lang so manche Kugeln hoffentlich erfolgreich schubsen.
Die Zeit wird im Flug vorbeigehen. Leider.

Drittens
geht es mir besser. Gestern Mittag warf ich im übertragenen Sinne das Handtuch und bewegte mich schonend gen zu Hause. Meine Innereien fuhren Achterbahn. Habe den ganzen Nachmittag fiebrig verschlafen - um dann am Abend fast gesund wieder zu erwachen. Katerli brachte mir Suppe und eine Gute-Besserungs-Rose mit nach Hause.
Welch derart umsorgter Frau würde es da nicht besser gehen?

Viertens und Wichtigstens
ist die Tatsache, dass mein Schätzu heute Geburtstag hat! Er wird junge 46 Jahre alt. HAPPY BIRTHDAY KATERLI! Ich wünsche Dir einen exporbitant-genial-guten-wunderbar-herrlich-sensationell-grandios-superbe-göttlich-herrlich-glorios-magisch-schönen Tag. Es ist DEIN Tag, geniesse ihn!


Wenn es die Stabilität meines momentan äusserst sensiblen Magen-Darm-Traktes zulässt, werden wir uns heute Abend den lukullischen Genüssen eines mongolischen Barbecues hingeben. Mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Die da wären: Bauchweh infolge zuviel weil so lecker, raumgreifende Duftirritationen auf Grund von exzessivem Knoblauchkonsum, Dauergrinsen weil die Abende beim Mongolen einfach speziell schön sind. Brutal rapides Ende des Dauergrinsens, wenn "am Morgen danach" das Orakel der Waage befragt wird.
Am besten, wir lassen das! (Dieser letzte Satz bezieht sich ausschliesslich und alleine auf die Befragung der Waage!) :-)

Dem Chef de service habe ich den Grund der heutigen Feier schon mitgeteilt - und so kriegt mein Katerli noch ein leckeres Dessert zum Abschluss eines einmaligen Tages.
Irgendwie ... passt heute alles!

LET'S ROCK THIS DAY!

Mittwoch, 27. Januar 2010

SHE'S A LADY!

Nun kriegt mal unsere Wilhelmine eine Geschichte.

Sie ist knapp über zwanzig Jahre alt. In edlem Rot gehalten - wenn auch mittlerweilen in der Farbe abgeschossen. Sie hat eine Delle auf der rechten Seite und die Klimaanlage hat Anfang Sommer 09 ihren letzten Hauch getan.

Und nun - nun lässt sich auch das vordere Fenster beim Fahrer nicht mehr öffnen. Beziehungsweise ... öffnen könnte man das Fenster theoretisch. Bloss mit dem wieder schliessen, da könnte es Probleme geben. Heute war unser Minchen beim Doc in des Chefs Werkstatt. Diagnose: Fensterhebermotor futschikato. Und den auszuwechseln würde mehr kosten, als ich vor 1 1/2 Jahren für Wilhelmine bezahlt habe.

Eigentlich wäre jetzt die logische Schlussfolgerung, dass es dies gewesen sei und Minchen dem Verwerter zuzuführen ist. Der Zahnriemen müsste nämlich jeden Augenblick auch noch gewechselt werden, im Rahmen eines grossen Services. Und dann war da noch die Rede von Radlager, Manschetten, Auspuffmittelrohr. Das wird teuer, mein Portemonnaie tränt.

Im übertragen-menschlichen Sinne hat Wilhelmine akut Cellulitis-Dellen und Falten, der Kreislauf ist auch nicht mehr der Beste, sie hat einen Hang zum Suff (12 Liter auf 100km, fährt man denn über 140 km/h) und hetzt man sie, kommt sie arg ins Schnaufen und röhrt bronchial. Von der Optimierung mittels Schönheits OPs wollen wir jetzt gar nicht reden, so oberflächlich sind wir nämlich nicht - oder?

Wir - und damit meine ich Schätzu und mich - wir sind alles andere als oberflächlich! Wir haben richtige Gefühle für unser Minchen! Während meine Mannen in der Werkstatt unser Goldstückchen mehr mitleidig denn alles andere belächeln, haben wir Beiden ein Herz für sie. Sie ist eine Lady durch und durch. Selbst wenn ein bisschen der Lack ab ist. Sie ist schnittig und hat Charme. Für ihr Alter trotz allem gut im Schuss. Und eine treue Wegbegleiterin auf so vielen Fahrten. In 2 Tagen starten wir wieder gen Deutschland. Mit Wilhelmine. Ihr gefallen diese langen Fahrten! Da muckt sie in keiner Art und Weise, schnurrt vor sich hin, ruckelt kein bisschen (im Gegensatz zu Kurzstrecken), ist durch und durch zuverlässig. Mein Schatz fühlt sich wohl sie zu fahren - mich lässt sie im Beifahrersitz herrlich schlafen. Und der Kofferraum ist so geräumig, dass selbst ich ausgedehnte Shoppingtüren problemlos unternehmen kann. Sie hat erlebt, wie Schatz und ich zusammengezogen sind, war unsere Hochzeitskutsche und wird mich im Frühling 2010 fahren lernen.

Sie gehört sozusagen zur Familie. Wir mögen sie. Gerne sogar. Ihr solltet sie mal sehen ... mit ihrem Schiebedach ... dieses coole, 2türige Coupé. Sie hat was ...!
Was sie hat, nennt man Ausstrahlung. Charisma.



Und nun das Ding mit der Fensterscheibe. Echt blöd. Jeder Andere ausser meinem Kater hätte sich von Minchen verabschiedet. Sofortige Trennung. Aber er, er nimmt in Kauf, dass nun beim Fenstermotor der Stecker gezogen wurde - das Fenster also nicht mehr bewegt werden kann - und wir nun fortan mit geschlossener Wilhelmine fahren. Zumindest linksseitig. Er, der zu meinem Mittelohr-Entzündungs-Leidwesen liebend gerne mit offenem Fenster fährt, den Ellbogen raushängen und sich den Fahrtwind um die Nase fächeln lässt. Er hat beschlossen, in Parkhäusern und bei Polizeikontrollen nun eben auszusteigen.

Wir haben beschlossen, Minchen unter der Motohaube so gut es eben geht fahrtüchtig zu halten. Sie soll ihren neuen Zahnriemen kriegen. Einen neuen Geber- und Nehmerzylinder hat sie schon zu Weihnachten bekommen. Wilhelmine rutscht bestimmt nochmals durch die nächste, baldige Prüfung im Strassenverkehrsamt.

So eine Lady schmeisst man nicht einfach zum alten Eisen.
Auch wenn sie Ecken und Kanten und Beulen  hat ...
... UNSERE WILHELMINE LEBT WEITER!

Dienstag, 26. Januar 2010

VON KLEINEN VIREN UND KLEINEN WUNDERN

Mir ist schlecht. Und deshalb heute auch eine echte kurze Kurzgeschichte.

Heute ist mir schon den ganzen Tag nicht so, wie es einem sein sollte - mir ist übel. Von der übelsten Sorte. Und seitdem ich weiss, dass meine Kollegin mit argem Magen-Darm-Infekt flach liegt, ist mir sogar speiübel. Chef 1 klagt ebenfalls über "sehr flau im Magen", Chef 2 hat Bauchschmerzen. So gesehen bewege ich mich in guter Gesellschaft.
Zuviel Arbeit habe ich momentan um die Ohren, als dass ich jetzt einfach mal einen Ruhetag hätte einlegen können. Und solange ich nicht schier in die Knie - bzw. aufs Klo gezwungen werde, bleibe ich auf dem Bürostuhl sitzen. Ich kann ja schnell rennen. Noch ...



Ich habe also den Tag hinter mich gebracht, so gut es eben ging. Wahrscheinlich habe ich schon bessere Tage gehabt und meine Ausstrahlung erinnert an einen toten Esel. Zumindest EIN Kompliment konnte ich einheimsen: "Wenn Du so kreidebleich bist, kommt das Blau Deiner Augen so richtig schön zur Geltung". Danke!
Mein Job hat den Vorteil, dass ich sitzen kann. Mal mehr, mal weniger. Heute mehr. Zum Glück fanden sich nicht viele Kunden ein und die Jungs in der Werkstatt drüben nahmen mir auch so einiges ab. Manchmal waren die Bauchkrämpfe echt heftig - ich kugelte mich zusammen wie ein untergewichtiges Igelkind im Winterschlaf. Autsch.
"Tut es sehr weh ...?" - nö, nur wenn ich ganz doll lache ...!

Trotzdem, ich möchte diesem Tag etwas Gutes abgewinnen. Nein, nicht nur etwas.

Aufgrund der Tatsache, dass es heute unwahrscheinlich kalt war, durfte ich ein kleines, unscheinbares - aber desto trotz nicht weniger spektakuläres Wunder erleben. Es war heute Nachmittag, als einer der Mechaniker zu mir ins Büro rüber kam und erzählte, dass eines der Autos draussen mit unzähligen kleinen Sternen übersät sei.
Sterne - das ist bekanntlich das Wort, welches meine ganze Sympathie hat. Und so ging ich mit ihm auf den Vorplatz raus. Ein bisschen frische Luft kann ja nicht schaden, hab ich mir gesagt. Stand vor den Wagen und ... kam aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Da waren richtige, kleine, silberne, 6-zackige Schneekristallsterne. Überall auf dem Fahrzeug. Es sah aus wie ein Kunstwerk. Dadurch, dass der Wagen dunkelviolett-schwarz ist, sah man diese kleinen Schönheiten in ihrer ganzen Pracht.
In dieser Ausprägung der Details habe ich sowas noch nie vorher gesehen. So schön!
Es tat mir gut. Und tut es immer noch.



Bald danach machte ich mich auf den Weg nach Hause. War froh, als ich endlich den heimischen Bahnhof erreichte. Schnell schnell nach Hause. Und was finde ich da? Die Tickets von AC/DC lagen im Briefkasten!!! Super! Katerchen wird sich freuen!

Na ja - Chef Nr. 1 wird heute Abend die Bakterien in Whisky ersäufen - das soll prima helfen. Ich werde mich an Kamillentee halten, folge ich nämlich dem Chef-Tip, laufe ich Gefahr, heute Abend hemmungslos randalierend in der Innenstadt aufgegriffen zu werden. Deshalb leg ich mich jetzt besser ins Bett. Und kuriere mich.

GUTE NACHT - UND BLEIBT GESUND!

Montag, 25. Januar 2010

IST ALLES OK MIT IHM?

Es passierte letzten Samstag.

Der Wochenendeinkauf war erledigt, keine grösseren anstehenden Arbeiten die noch erledigt werden mussten, die Stimmung gelöst, heiter und grundlegend wochenendmässig gut.
Die Aussichten auf einen spannenden Hockeymatch am Abend und einen ruhigen Sonntag war Honig für unsere Seelen. Herrlich.

Umso mehr verwunderte ich mich, welch Töne ich plötzlich aus dem Computerzimmer hörte. Vorhin sass da doch eben noch mein Schatz...?
Wie soll ich die Töne beschreiben? Etwas zwischen lautstarker Teenie-Party, Schlägerei zweier sich rivalisierenden Rockerbanden und Katastrophenalarm bei Erdbebenalarm Wert Richterskala 10! Ich habe mir wirklich Sorgen gemacht.
Bin sofort aufgesprungen und zum Compizimmer gehetzt - um eventuelle erste Hilfe leisten zu können.

Die auch wirklich nötig war - auf den ersten Blick. Mein Katerli hing in Zuckungen begriffen halb über dem Stuhl, halb über dem Pult. Seine Arme gestikulierten unkoordiniert in der Gegend rum - ähnliche Bilder sieht man jeweils bei den Strangulationsopfern in Krimis. Auch sein Gesichtsausdruck verhiess nichts Gutes!
Herzinfarkt? Epileptischer Anfall? Hat er ungewollt irgendwelche psychedelischen Drogen in den Kaffee am Morgen gemixt gekriegt und ist nun voll auf einem Horrortrip?



Ich repetierte kurz, was ich im Nothelferkurs über die lebensrettenden Sofortmassnahmen gelernt hatte: Bereit zur cardio-pulmonalen Reanimation. Agieren nach dem Ampel-Schema: Schauen - Denken - Handeln.
Habe also erst mal geschaut und das eben Dokumentierte erblickt. Erschreckend war es!
Dann habe ich gedacht: Was passiert hier gerade mit meinem armen Katerli? Diese Frage warf ich unterschwellig hysterisch und mit erhöhtem Stimmvolumen in den Raum!
Worauf mein Liebster sofort zu zucken aufhörte, sich mir zuwandte, mit leicht irrem Blicke und dezent sabbernd meinem Intellekt eröffnete: "So geil ... "Reign in Blood" von SLAYER ... so geil!"
Gemäss dem erlernten Ampel-Schema Punkt 3 habe ich sofort gehandelt: Türe zu gemacht, Kopf verständnislos geschüttelt und ihn für temporär verrückt erklärt.



Ich habe mir dann aber doch meine Gedanken zu diesem interdisziplinären Zwischenfall gemacht, schliesslich bin ich seine Frau und für das seelisches Gleichgewicht mitverantwortlich. Geht es ihm nicht gut? Midlife-Crisis? Testosteron-Schock? Erhöhtes Aggressionspotential? Kann ich mit ihm am Abend gefahrlos an den Hockey-Match gehen oder zettelt er eine Schlägerei an? Hat er doch was mit dem Herzen?
Falls nein - was haben SLAYER was ich nicht hab?!?

Ich bin dann zum Schluss gekommen, mir erst mal einen Latte zu brauen - so was beruhigt meine Nerven ungemein. Vielleicht könnte ich mit meinem Schätzeli ja einen Yoga-Kurs besuchen, soll Wunder wirken und dabei helfen, die innere Mitte zu finden. Oder doch eher abstraktes Malen? Klöppeln? Origami für Anfänger?

Noch während ich in Gedanken die Liste der Möglichkeiten durch ging, kam Katerchen fröhlich pfeifend, mit dem Leben und sich im Reinen, zufrieden und ausgeglichen aus dem Compizimmer gedackelt. "Geil ... einfach geil..."! Sein Grinsen fing unter dem Ohrläppchen des linken Ohres an und endete auf der anderen Gesichtshälfte unter dem Ohrläppchen des rechten Ohres.

Es war also davon auszugehen, dass physisch und psychisch soweit alles mit ihm ok war. *AUFSCHNAUF*
Kleine Jungs, grosse Jungs. Wo ist der Unterschied? Ich lächelte.

Er blinzelte mir zu und meinte: "Vielleicht besser, dass Du nicht ans Metallica-Konzert mit kommst".
GENAU DAS DENKE ICH AUCH! :-)

Sonntag, 24. Januar 2010

LIEBE IST LACHEN!

Besonders an den Wochenenden kommen diese Gedanken.
Wahrscheinlich, weil man mehr Zeit hat - und sich diese dann auch nimmt - öfter als während der Woche. Die Woche, welche uns stets viel an Arbeit und Einsatz abverlangt. Ich mag auch die Tage der Woche, sehr sogar. Weil ich Teil von etwas bin, weil ich vieles bewegen, erarbeiten, umsetzen kann.
Aber wenn der Feierabend da ist, freue ich mich auf die Stunden des Abends - um die Zeit mit meinem Schatz zu geniessen.

Gestern Morgen, als ich genau in dem Moment die Augen aufschlug, als Katerli mit meiner grossen Kaffeetasse durch die Türe des Schlafzimmers trat, mich grinsend anschaute und schelmisch meinte: "Du sieht wieder hinreissend aus" ... wohl wissend, dass die verwuschelten Haare in rechten Winkel von meinem Kopf abstehen, meine Äugelein noch klein sind und das Schlafshirt nur minim aufreizend.
Er geht einkaufen und bringt mir - unaufgefordert - ein Körbchen dieser sündhaft teuren Himbeeren mit, weil er weiss, dass ich sie liebe. Er streichelt mir kurz über den Kopf, einfach so. Und nimmt oft meine Hand.
So geht es durch den ganzen Tag, so geht es durch all die Tage. Und er schafft es stets wieder aufs Neue, mir dieses schokoladensüsse Gefühl in die Seele zu zaubern. Diese Ruhe in mir, wenn ich zurücklehne und ihn anschaue. Wohlfühlgefühle, weil es ihn gibt. Das Empfinden welches an Wissen grenzt, dass mir nichts Schlimmes passieren kann.

Dann frage ich mich manchmal: was genau ist es, dass ich so besonders an ihm finde? Warum er? Was hat er, was Keiner vor ihm hatte? Was ich sonst nirgendwo in der Kombination erlebe?
Er ist ein wunderschöner Mann, ohne Frage. Aber das ist es nicht. Seine bergseeblauen Augen - nein, auch sie nicht. So wenig wie sein seidenweicher Lockenschopf. Dass er unkonventionell und noch sehr jung im Wesen ist, ja es gefällt mir, aber auch das ist nicht der Grund. Ob es seine unendliche Gefühlswelt ist, die Emotionen welche er an den Tag legen kann, seine Bereitschaft sich auf so vieles einzulassen, das Wollen und Können meinen Jungs ein zuverlässiger Lebensbaustein zu sein, die wirklich ausserordentliche Intelligenz welche mich immer wieder verblüfft, seine Phantasien und der Ideenreichtum, die grosse Empathie für das Drumherum? Dass er meine Träume teilt und wir gleiche Ziele haben? Ich kann mich auf ihn verlassen und ihm vertrauen. 

Und erst wie er küsst...!

Von allem ein bisschen, bestimmt. Für mich ganz wichtig. Er beeindruckt mich mit ganz vielen Dingen. Doch das Wichtigste für mich: Sein Humor und dass er mich immer wieder zum Lachen bringt. Nicht mit flachen Sprüchen - ab und zu auch mit solchen - aber vor allem sein Humor in Bezug auf sich selber und auf mich, auf uns. Seine Ansinnen, sich und Anderen Momente mit Lächeln und einer guten Portion Witz zu verschönern, zu verbessern, im besten Fall zu retten ... und ab und zu grundlegend zu vermasseln, was ich irgendwie besonders mag - es beruht dann meist auf Nichtverstehen des Ungesagten. Und festigt das Band zwischen uns. Weil wir uns verstehen.

Sein Geheimnis ist dieses Augenzwinkern einer verpatzten Situation gegenüber. Er kann mit einem Satz völlig Verfahrenes entschärfen und lösbar machen. Er getraut sich, in einer grossen Menschenmenge mittels lautem Lachen sich schier wegzuwerfen. Sein Humor hat die absolute Fähigkeit, mit meinem Humor Pingpong zu spielen. Wir werfen uns im übertragenen Sinne die Wortbälle zu, verstehen alles was zwischen den Worten und Zeilen steht, können uns wundervoll amüsieren, wenn wir die Einzigen sind. Dann ganz besonders.
Irgendwie haben wir eine Geheimsprache - ohne sie je vereinbart zu haben. Diese Geheimsprache beruht zudem nicht alleine auf Worten, nein, sie findet sich in Blicken, Gesten, der Ausdrucksform, unserem Umgehen miteinander. 




Nicht dass ich jetzt in Verklärtheit abflachen will. Natürlich ist nicht immer nur Friede, Freude, Eierkuchen - er kann manchmal ganz schön Ketzer sein, ab lästern und grundsätzlich das Ekel raushängen lassen. Dito ich. Aber das tun wir nur in Notfällen oder wenn ein biorhytmisches Tief angesagt ist. Dann aber werden ein paar klärende Machtworte unleise auf den Küchentisch geknallt, sortiert und dieses Puzzle neu zusammengefügt.
Damit es wieder stimmig ist - wir sind schließlich Beide harmoniebedürftige Menschen.

Und irgendwann steht er dann mit einer selbstgeklauten Silberdistel - wahlweise kann es auch ein Kaktus sein - vor mir, blinzelt zerknirscht in die Gegend, beruft sich auf das Unverständnis einer sensiblen Männerseele gegenüber, beisst mir ins Ohrläppchen und sagt: "Ach Schöne, ich mag nicht mehr grantig sein. Ich bin halt auch nur ein Mann. Und ausserdem hab ich Hunger. Kochen wir?"

Dann kochen wir zusammen eines unserer 13'798 Lieblingsgerichte. Und er gibt mir als Abschluss der internen Unwetter Chili zu probieren - den er als getrocknete Tomate ausgibt. Ich spucke das Zeug aus - und er hat mir schon ein Glas Milch parat. Zum lindern der Schärfe.
Ein Geben und Nehmen, er scheut die Antwort nicht. Im Gegenteil, er wartet gespannt darauf.






Ich liebe ihn, weil er mich zum Lachen bringt. Immer wieder. Keiner so wie er.
Er macht mir das Leben leicht.

Dann ist alles wieder gut.
UND ICH LACHE.

Samstag, 23. Januar 2010

BLUE FEELINGS EINER DURCHUNDDURCH-FRAU


Es gibt Dinge, denen bleibe ich gerne treu:
Einem Mann den ich von ganzem Herzen liebe.
Einem Parfum, dessen Herznote mein ICH verkörpert.
Und meiner knallblau-ultramarin-farbenen Wimperntusche.




Und es ist immer wieder ein Schock, wenn ... der Mann abhanden kommt ... dieses spezielle Parfum, welches nur für einem kreiert wurde, so langsam aus den Regalen verschwindet ... und wenn die nette Dame in der Kosmetikabteilung mir mit mitleidigem Blick mitteilt, dass diese meine Mascara aus dem Sortiment genommen wurde. Dies sind die Momente, in denen frau im übertragenen Sinne unverhofft in Highheels auf seelischem Glatteis steht und zum emotionalen Dauerlauf aufgefordert wird.

Genau so ging es mir gestern. 

Eine Kundin lässt sich von mir detailliert über die Vorzüge dieses schnittigen Wagens in unserem Ausstellungsraum informieren, als ich bemerke, dass sie mir tief in die Augen schaut. Aber so richtig. Ihr Blick glitt förmlich unter meine Augenlider, verirrte sich inside in der eustachischen Röhre meines gepflegten Innenohrs, wanderte gemächlich durch die Nase in den Halsraum über die Stimmbänder, um hinten via Grosshirn und quer durch den vorderen Amygdalon-Hippocampus-Komplex wieder im inneren Augenwinkel des linken Auges auszutreten.
Sie hat mich nervös gemacht, ich muss es zugeben. Es ist ein komisches Gefühl, wenn einem so mittig in die Iris gestiert wird. Irgendwann mal unterbrach mich diese Dame dann und flüsterte verschwörerisch: "Sie sind richtig schön geschminkt - ist das wirklich diese besondere blaue Wimperntusche vom Gemey-Maybilline?" 

Die Federn meines geschmeichelten Bewusstseins spreizen sich weit und schimmerten im Sonnenlicht, welches gestern mal ausnahmsweise wieder durch die Schaufenster strahlte. "Ja, genau. Sie kennen die auch?" - so meine Antwort.
Diese Grande Dame - ich nenne sie so, weil sie eine ältere Dame der bernburgerischen Oberschicht darstellt und gerne auch entsprechend gewürdigt werden will - legte ihre gepflegt-manikürte rechte Hand verschwörerisch auf meinen linken Unterarm und rückte näher: "Wenn sie wüssten - seit Jahren, nein Jahrzehnten, benutze ich nichts anderes. Perfekt. Damit gebe ich meinen Augen diesen letzten Schliff. Und stellen Sie sich vor - wollte ich diese Tusche doch gestern wieder nachkaufen und nun gibt es sie nicht mehr!!!" 

Mein entsetzter Blick traf auf ihren empörten Blick. Und zum ersten Mal seit Jahren fühlten wir uns auf gleicher Ebene und tief verbunden.

Die nächsten Minuten bestanden aus Einander verstehen, sich die Sorge über die gemeinsame Mascara teilen, aus Bezugsquellenvergleichen und Zukunftsnöten - zumindest hinsichtlich unserer präferierten Kosmetika. Wir hielten uns an den Händen wie Freundinnen seit Kinderzeiten. Ihr Mann kam irgendwann mit fragendem Blicke auf uns zu. Er wurde abgewimmelt mit den Worten: "Frauengespräche!"
Mein Chef war im Übrigen äusserst erstaunt, dass diese Grande Dame, deren Ansprüche erst mal erfüllt werden müssen, völlig gelöst, scherzend und zufrieden lächelnd unsere Garage verliess. Ich habe ihm noch nicht verraten, weshalb. 

Habe ihr nämlich versprochen, dass ich uns beiden Schönen bestimmt noch irgendwo Restbestände auftun werde. Kenne da so Quellen ... zum Glück!

Um nun auf den Kern zu kommen: Heute ergatterte ich noch 9 Stück meines Ricils Volum´Express in Superdooperhyperblau. Die nette Verkäuferin wird Abklärungen für mich anstarten ob der künftigen Produktion und Verfügbarkeit, ich meinerseits aktiviere alles und jedes, um meine Wimpertusche auch weiterhin zu bekommen. Keine macht soooo blaue Augen, keine einen so verführerischen Blick und Wimpern, welche man schier mit dem Lockenstab in Form bändigen muss. Ein absolutes WOWHHH-Produkt.

Sei ich 16 Jahre alt bin, verwende ich sie. Ich vertrag sonst gar nix, kriege Augen wie ein Preisboxer, träne vor mich hin wie eine Perserkatze. Dazu noch alles total gerötet bis zu den Augenbrauen. Schlimm schlimm. Aber diese EINE, diese BLAUE, sie macht mich schön. Ohne sie fühle ich mich nackt! Sie und ich = WIR. 

Dank ihr habe ich schon viele schöne Komplimente bekommen. Und ich will weiterhin welche bekommen!  




Ich werde um sie kämpfen!
Sie lasse ich mir nicht nehmen!

SELBST WENN ICH EINE FACEBOOK-GRUPPE GRÜNDEN MUSS!

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