Heute hat mir mein Cou-Cousin ein Uraltfoto geschickt. Darauf bin ich, meine Schwester, Cou-Cousin und seine kleine Schwester zu sehen.
Unglaublich - dieses Bild ist an die 43 Jahre alt ... und in dem Moment, als ich es betrachtete, kamen die Erinnerungen dieses Abends. Ich weiss alles noch so genau, als wäre es erst gestern gewesen. Vielleicht deshalb noch so gut, weil ich stinke sauer war und den Grossen den Abend verderben wollte. Die hatten sich das nämlich so gedacht, dass wir Kinder abgefüttert und beizeiten dem Sandmann zum Frasse vorgeworfen werden sollten. Während es sich die Erwachsenen gut gehen lassen, lecker Essen geniessen.
Und wäre ich dann nicht halt doch eingeschlafen, ich hätte wirklich und wahrhaftig Radau gemacht.
Aber eben...
Und kaum ist diese kleine Erinnerungsschleuse geöffnet, fluten so viele kleine und grosse Erinnerungen in mein Ich. Erstaunlich, was alles noch da ist.
Gerade mal 3 Jahre lang war ich bei meinen Eltern Prinzessin gewesen ... und nun war da plötzlich dieser winzige Schreihals, der sämtliche Aufmerksamkeiten von mir weglenkte. Ich heckte Gegenmassnahmen aus:
Packte meine "neue" Schwester aus dem Kinderbettchen, schleppte sie aus dem 5ten Stockwerk runter auf die Strasse und wollte sie für Fr. 5.-- an den Mann / die Frau bringen. Meine Eltern haben mich auf frischer Tat ertappt und ich habe seither stets ein ungutes Gefühl, wenn ich den Begriff "Teppichklopfer" höre... Mein Hintern schmerzt selbst in der Erinnerung!
Und was meine Schwester anbetrifft - ich glaube, das nimmt sie mir heute noch übel... habe auch dieses Jahr keine Weihnachtskarte bekommen. Tja.
Nachdem meine Eltern mit dem Kinderarzt Rücksprache gehalten hatten, kaufte man mir eine Puppe und wollte mich so schonend an das kleine Wesen und das Leben als Nr. 2 gewöhnen. Gab mir die Aufgabe, mich mit der Puppe zu beschäftigen, zu spielen, sie anzuziehen, zu pflegen. Ich wollte aber keine Puppe, sondern den gelben Bagger! Und eine Cowboyausrüstung! Mit Colt! Keiner verstand mich! Also spielte ich dieses blöde Spiel mit und machte weisungsgemäss alles nach, was meine Mutter mit Schwesterchen anstellte. Das Nägel schneiden gelang mir nicht sonderlich - da ich wohl feinmotorisch wortwörtlich noch in den Kinderschuhen steckte - ich schnitt der armen Puppe die Finger ab. Da war dann aber Land unter! Mutter in Tränen aufgelöst dem Kinderarzt meine unterschwelligen Aggressionen gegen Schwesterchen in grellsten Farben schildernd, befand der, dass ich wohl doch einem Kinderpsychologen vorgeführt werden müsste.
Zum Glück kam es nicht soweit, weil irgendein einfühlsamer Mensch meine Eltern aufklärte und sie von der irrwitzigen Idee abbrachten, dass ich ein sadistisches Killerkind sein könnte, sondern nur eine eifersüchtige, unbeholfene Erstgeborene, welche sich mit dieser Situation erst mal arrangieren musste.
Ich habe darauf hin den Bagger doch noch gekriegt und durfte für längere Zeit zu Oma und Opa in die Ferien. Als ich wieder nach Hause kam, hatte sich mein Kleinkinder-Selbstbewusstsein soweit erholt, dass ich die Nebenbuhlerin neben mir akzeptierte.
Meiner Mutter machte aber alsbald zu schaffen, dass ich mir eines ihrer leeren Tablettenröhrchen aus dem Abfall fischte, mit der Kinderschere aus Zeitungspapier kleine, runde Tabletten ausschnitt und bei jedem Schrei von Schwesterchen mir einen solchen Papierschnipsel genehmigte ...
Aber alles in allen sei ich immer ein sehr fröhliches und lustiges Kind gewesen. :-)
Schon recht früh habe ich zudem meine finanzielle Lage bedacht. Im zarten Alter zwischen 4 und 5 machte ich folgende Geschäfte:
Für 10 Rappen habe ich eine Schnecke pur verspeist, 20 Rappen kostete die gleiche Vorstellung inkl. Schneckenhäuschen. Würmer gab es für 15 Rappen und die Verspeisung der Wurm-Erdhügelchen war gegen Aufpreis von 5 Rappen zu haben.
Als meine Eltern diese Nebeneinkünfte mitkriegten, schickten Sie mich zur Ablenkung in die rhythmische Frühgymnastik und schenkten mir Kater Max. Endlich kriegte ich auch meine Cowboyausrüstung MIT Colt, sowie sonntägliches Ponyreiten. Ab da war ich dann zufrieden. Kaum konnte meine Schwester auf eigenen Füssen stehen, war sie Mitglied meiner Bande. So durfte ich sie zumindest ab und zu mal offiziell an den Marterpfahl fesseln.
Mir fällt gerade auf:
ICH HABE SCHON LANGE NICHTS MEHR VON IHR GEHÖRT!
Montag, 11. Januar 2010
Sonntag, 10. Januar 2010
MEINE (UN)HEIMLICHE LEIDENSCHAFT...
Es gibt da in meinem Leben was. Etwas, dem ich verfallen bin. Meinen Schätzu ausgeschlossen, der läuft ausser Konkurrenz und ist nicht zu toppen. Aber gleich nach ihm kommt ... einkaufen bei IKEA.
Herrlich, wunderbar, toll! Es ist nicht so, dass ich nur zu IKEA gehe, wenn ich etwas brauche. Ich gehe auch liebend gerne zu IKEA um zu schauen, ob ich was brauchen könnte. Und - es findet sich immer was.
Mein Schatz begleitet mich gerne bei meiner Pirsch durch die originellen Wohnwelten, vorausgesetzt: Wir gehen vorab ins Restaurant dort Fleischbällchen essen, es ist nicht Samstag und kein Ausverkauf. Bei diesem letzten Satz hat mein Herzallerliebster sein Veto eingelegt und meinte, was die Fleischbällchen anbelangt, sei ich die mindestens ebenso treibende Kraft - wenn nicht noch die treibendere. Und das ich dies doch bitte anfügen möge. Was ich hiermit grinsend und mich auf die nächste Portion freuend getan habe. Gestern war Samstag UND Ausverkauf - aber er muss wohl unsagbare Gelüste nach den zugegebenermassen leckeren Fleischbällchen gehabt haben. Und so fuhren wir so gegen 14.00h Schleife um Schleife auf der Suche nach einem freien Parkplatz.
Irgendwann schafften es dann auch wir und kaperten mit tausenden anderer Süchtigen den Riesenladen.
Da das Restaurant gleich am Anfang der (Tor-)Tour gelegen ist - übrigens ein genialer Schachzug ohne gleichen, kauft es sich doch satt und zufrieden wesentlich grosszügiger - führte uns der erste Gang also an die Esstheke. Als das Gewünschte heiss dampfend endlich auf unserem Rollwägelchen lag, konnte mit der Platzsuche begonnen werde. Dies erwies sich wesentlich schwieriger als die Suche nach dem Parkplatz ... doch das Schicksal hatte irgendwann ein Einsehen mit uns und gewährte uns Unterschlupf zwischen tobenden Kindern, schreienden Babys, überforderten Müttern, entnervten Vätern und schwangeren Paaren - denen dies alles nichts auszumachen schien. Jaja, mit 25 sieht man vieles zum Glück noch ganz anders.
Über Lautsprecher wurde gerade verkündet, dass Frau Sabine Meier-Müller doch ihre Aline bitte baldmöglichst im Kinderparadies abholen möge - die Kleine hätte sich in den bunten Bällen eingebuddelt, schreie wie am Spiess und sei auch nur deshalb zu orten gewesen. Sie wolle von niemand anderem als Mami ausgegraben werden.
Über Lautsprecher wurde gerade verkündet, dass Frau Sabine Meier-Müller doch ihre Aline bitte baldmöglichst im Kinderparadies abholen möge - die Kleine hätte sich in den bunten Bällen eingebuddelt, schreie wie am Spiess und sei auch nur deshalb zu orten gewesen. Sie wolle von niemand anderem als Mami ausgegraben werden.
Na gut - das Essen war kurz gesagt jetzt nicht sooo entspannend wie auch schon. Wir haben uns den Kaffee geschenkt und machten wir uns gleich ans Werk und auf den Weg. Kurz noch beim Klo vorbei - da musste man auch nur 5 Minuten anstehen. Aber bringt sowas eine gestandene Frau wie mich aus der Ruhe...? Neeein! Wir hatten ja jede Menge Zeit und ich wusste ja, was wir brauchten: 4 rote Frottiertücher gross, dito klein. 4 schwarze Frottiertücher gross, dito klein. 1 Duschvorhang in Rot (den orderten wir er in der zweiten Runde durch die Regale und ein angesichts der Massen an Menschen sichtlich überforderter Kater meinte knurrend und vielsagend ... "da sieht man dann das Blut nicht so...", was immer er mir damit auch sagen wollte). Dann stand auf dem Einkaufszettel noch: Teelichter jede Menge, Kerzen in allen Formen und Farben zwischen hell rosa und dunkelviolett. Zudem das gefährliche Wort DEKO. Deko kann alles sein. Angefangen von dem lustigen Türvorleger bis hin zur neuen Couchgarnitur. Dies nur zur Information an alle, welche noch nie mit ihrer Partnerin bei IKEA einkaufen waren.
Gut gut. Ich hatte satte Fr. 200.-- budgetiert - mein Herzblatt schaute mich an als hätte er gerade ein Fahndungsplakat mit meinem Konterfei entdeckt. "Schpinnsch?!?!?!". Auf solche Fragen antworte ich aus Prinzip - und aus Erfahrung - nicht. Die folgenden Stunden sollten mir nämlich Recht geben: Wir fanden nämlich die kleinen Kistchen aus Bambus für nur 0.95 Rappen so toll, dass wir gleich 8 mitnahmen. Ein paar neue Kerzenständer durften auch nicht fehlen. Dazu noch der supergrosse Wok und das coole japanische Messer, 10 neue Küchentücher im Waffelmuster, 1 Riesen-Bodenvase mit Inhalt der sich in weissen und schwarzen Kringelholzstöcke manifestierte. Anders kann ich es nicht beschreiben, deshalb ist hier ein Foto zu sehen:
So Dinge wie die kleine violette Lampe, Servietten, Gästepantoffeln usw. zähle ich jetzt nicht noch extra auf. Auch all die Weihnachtsartikel, die man gestern schier umsonst kriegte. Gekostet hat es knapp über Fr. 300.-- und ich bin immer noch auf der Suche nach Platz für die Dinge. Aber es sieht gut aus, soviel ist sicher. Und ich habe fast nicht gesabbert.
Mit ein bisschen Kraft, Phantasie und den geeigneten Fluchwörtern, liess sich auch alles in unser Wilhelminchen prima verstauen. Dass das grosse Bild mir im Nacken piekste und bei einer Auffahrkollision wohl die Ursache eines Genickbruches gewesen wäre, erwähne ich hier nur am Rande. Aber keine Angst - es ist nochmals alles gut gegangen. Und nachdem wir mit der Blechlawine quer durch die Einkaufsmeile von Kirchberg geschoben worden waren, endlich die Autobahnauffahrt gen Bern erspähnten, wurde dann auch mein Katerli-Schatz wieder umgänglicher.
Übrigens: die Bambuskistchen sind einfach individuell einsetzbar, supertoll und so praktisch. Ich glaube, ich brauche nochmals 6 von denen. Habe es vorhin meineM Schatz ganz sachte beigebracht. Er hat nach einem Tee gefragt und nimmt momentan ein Entspannungsbad. Komisch, er hat die Türe zum Bad abgeschlossen....!?
WER KOMMT MIT?
Freitag, 8. Januar 2010
MEIN SCHATZ - DER ROCKER!
Gestern habe ich euch über mein Erlebnis im Zusammenhang mit der um sich greifenden Geiz-ist-geil-Mentalität erzählt. Weil es mir sowas von gegen den Strich geht.
Und auf was treffe ich heute? Auf Abzocker. Auf Geldgeile. Auf Profitgier.
Irgendwas läuft hier falsch!
Mir stellt sich heute echt die Frage, ob Abzocker nur ein Portemonnaie haben? Und - wie es sich lebt, so ganz ohne Gewissen? Mit Mangel an Intelligenz - denn Intelligenz beinhaltet meiner Erachtens auch sowas wie Integrität, Verantwortung, Ehrlichkeit.
Hier die Erklärung, warum ich diese Frage in den Raum stelle:
Mein Schätzeli ist kein junger Hüpfer mehr. Aber er ist jung genug.
Sogar so jung, dass es sich die Show von AC/DC im Stade de Suisse auf jeden Fall reinziehen will. So richtig abrocken bis die Knochen knirschen und die Ohren schlackern.
Er ist ein Hardrockfan durch und durch, seit jeher und für immer. Ich bin ganz sicher - in seinem Testament wird stehen, dass man anlässlich seiner Abdankung (die bitte noch laaaaange auf sich warten möge!) "HIGHWAY TO HELL" spielen solle, ganz laut. Er will sich bis zur Himmelspforte sounden lassen, aber so richtig. Im Takte der Trommelwirbel anklopfen und hoffen, Einlass zu bekommen.
Sollten alle Stricke reissen, findet man ihn dann halt beim Barbecue-Grill, hinten links, Himmel 1tes Untergeschoss. Oder so.
Mit meinen Freunden hat er im letzten Jahr das Metallica-Festival in Jonschwil besucht. Seither sind es auch seine Freunde, gute Freunde. Ich habe mir sagen lassen, dass mein Liebster Meister im Luftgitarrespielen ist - den Bierbecher während des heldenhaften Auftrittes jeweils einfach in den Mund klemmt und wie ein Derwisch sein unsichtbares Instrument bearbeitet.
Dass der Inhalt des Bechers sich mit jedem erfolgreich gespielten Accord über Shirt und Jeans gleichmässig und ebenso grosszügig verteilt, ist dem Guru der metallischen Klänge ziemlich nebensächlich.
Ein Bild für Götter muss es gewesen sein. Schade, dass ich es verpasst habe. Ich selbst mag ja diese Musik durchaus auch - ab und zu. Bei einem Sieg meiner Lieblings-Hockeymannschaft, zum Beispiel. Oder um Wut zu vertonen. Energien loszuwerden. Sich zu powern. Beim Klo putzen. Hemden bügeln. Hardrock ist vielseitig einsetzbar. Mir allerdings bimmelt es bald mal in den Ohren. Ich mag es nicht so gerne sehr laut. Und nicht über 3 Stunden.
Ganz im Gegensatz zu meinem Katerli, der hat irgendwie Hornhaut an den Ohrläppchen und kennt keine Dezibel-Schmerzgrenze. Er kann es stundenlang so richtig krachen lassen, kriegt davon nicht genug. Seine 45 Jahre verpulverisieren sich dann im Orbit und Katerli jumpt mit den jungen Jungs um die Wette. Da kennt es gar nichts - und das ist gut so!
Und nun also die Meldung, dass AC/DC Bern einen hardrockmässigen Besuch abstatten! Katerchen war völlig aus dem Häuschen und von den Socken. Die Jungs in "meiner" Garage auch - und so habe ich dann für meinen Schätzu ein Ticket mit geordert, das ist schliesslich ein Event der Sonderklasse und ein Leckerbissen für jeden echten Fan. Soll er sich ruhig einen Abend lang die Seele aus dem Leib rocken - ich helf ihm dann schon wieder auf die Beine.
Doch leider ...
... unser Freund war einer der Ersten beim Ticket Corner. Aber Pusteblume! Keine Tickets. Und das nach 11 Minuten. Dafür kursieren seit genau 08.00h auch schon die ersten Angebote in den Ticketbörsen - ab Fr. 650.-- aufwärts, jetzt sind sie sogar schon bei 1'200.-- angekommen. Einige Wenige haben wieder mal das grosse Geschäft gewittert, riechen das Geld ...
Moral ist, was man selber hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Mein Schatz und seine Freunde werden mit Bestimmtheit keines dieser Tickets erstehen. Zum Glück!
Ich habe ihm jetzt für das Festival in Jonschwil ein Ticket geschenkt - die Truppe hat umdisponiert. Und immerhin wird er da wieder mit Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax, also den grossen 4 der Trash-Metall-Szene - mitrocken können.
Motörhead und Heaven and Hell runden das Programm ab und mein Katerli wird fix und alle sein, wenn er nach Hause kommt. Wiederum 3 Tage von Mega-Muskelkater geplagt werden und schwören, sich das nächste Mal altersgemäss zu benehmen.
Bloss nicht, Schätzeli! Es ist gut so. ROCK DEINEN HIGHWAY TO HELL!
Und den Abzockern kann ich nur raten und wünschen:
GO TO HELL - AND STAY THERE!
Und auf was treffe ich heute? Auf Abzocker. Auf Geldgeile. Auf Profitgier.
Irgendwas läuft hier falsch!
Mir stellt sich heute echt die Frage, ob Abzocker nur ein Portemonnaie haben? Und - wie es sich lebt, so ganz ohne Gewissen? Mit Mangel an Intelligenz - denn Intelligenz beinhaltet meiner Erachtens auch sowas wie Integrität, Verantwortung, Ehrlichkeit.
Hier die Erklärung, warum ich diese Frage in den Raum stelle:
Mein Schätzeli ist kein junger Hüpfer mehr. Aber er ist jung genug.
Sogar so jung, dass es sich die Show von AC/DC im Stade de Suisse auf jeden Fall reinziehen will. So richtig abrocken bis die Knochen knirschen und die Ohren schlackern.
Er ist ein Hardrockfan durch und durch, seit jeher und für immer. Ich bin ganz sicher - in seinem Testament wird stehen, dass man anlässlich seiner Abdankung (die bitte noch laaaaange auf sich warten möge!) "HIGHWAY TO HELL" spielen solle, ganz laut. Er will sich bis zur Himmelspforte sounden lassen, aber so richtig. Im Takte der Trommelwirbel anklopfen und hoffen, Einlass zu bekommen.
Sollten alle Stricke reissen, findet man ihn dann halt beim Barbecue-Grill, hinten links, Himmel 1tes Untergeschoss. Oder so.
Mit meinen Freunden hat er im letzten Jahr das Metallica-Festival in Jonschwil besucht. Seither sind es auch seine Freunde, gute Freunde. Ich habe mir sagen lassen, dass mein Liebster Meister im Luftgitarrespielen ist - den Bierbecher während des heldenhaften Auftrittes jeweils einfach in den Mund klemmt und wie ein Derwisch sein unsichtbares Instrument bearbeitet.
Dass der Inhalt des Bechers sich mit jedem erfolgreich gespielten Accord über Shirt und Jeans gleichmässig und ebenso grosszügig verteilt, ist dem Guru der metallischen Klänge ziemlich nebensächlich.
Ein Bild für Götter muss es gewesen sein. Schade, dass ich es verpasst habe. Ich selbst mag ja diese Musik durchaus auch - ab und zu. Bei einem Sieg meiner Lieblings-Hockeymannschaft, zum Beispiel. Oder um Wut zu vertonen. Energien loszuwerden. Sich zu powern. Beim Klo putzen. Hemden bügeln. Hardrock ist vielseitig einsetzbar. Mir allerdings bimmelt es bald mal in den Ohren. Ich mag es nicht so gerne sehr laut. Und nicht über 3 Stunden.
Ganz im Gegensatz zu meinem Katerli, der hat irgendwie Hornhaut an den Ohrläppchen und kennt keine Dezibel-Schmerzgrenze. Er kann es stundenlang so richtig krachen lassen, kriegt davon nicht genug. Seine 45 Jahre verpulverisieren sich dann im Orbit und Katerli jumpt mit den jungen Jungs um die Wette. Da kennt es gar nichts - und das ist gut so!
Und nun also die Meldung, dass AC/DC Bern einen hardrockmässigen Besuch abstatten! Katerchen war völlig aus dem Häuschen und von den Socken. Die Jungs in "meiner" Garage auch - und so habe ich dann für meinen Schätzu ein Ticket mit geordert, das ist schliesslich ein Event der Sonderklasse und ein Leckerbissen für jeden echten Fan. Soll er sich ruhig einen Abend lang die Seele aus dem Leib rocken - ich helf ihm dann schon wieder auf die Beine.
Doch leider ...
... unser Freund war einer der Ersten beim Ticket Corner. Aber Pusteblume! Keine Tickets. Und das nach 11 Minuten. Dafür kursieren seit genau 08.00h auch schon die ersten Angebote in den Ticketbörsen - ab Fr. 650.-- aufwärts, jetzt sind sie sogar schon bei 1'200.-- angekommen. Einige Wenige haben wieder mal das grosse Geschäft gewittert, riechen das Geld ...
Moral ist, was man selber hat. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
Mein Schatz und seine Freunde werden mit Bestimmtheit keines dieser Tickets erstehen. Zum Glück!
Ich habe ihm jetzt für das Festival in Jonschwil ein Ticket geschenkt - die Truppe hat umdisponiert. Und immerhin wird er da wieder mit Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax, also den grossen 4 der Trash-Metall-Szene - mitrocken können.
Motörhead und Heaven and Hell runden das Programm ab und mein Katerli wird fix und alle sein, wenn er nach Hause kommt. Wiederum 3 Tage von Mega-Muskelkater geplagt werden und schwören, sich das nächste Mal altersgemäss zu benehmen.
Bloss nicht, Schätzeli! Es ist gut so. ROCK DEINEN HIGHWAY TO HELL!
Und den Abzockern kann ich nur raten und wünschen:
GO TO HELL - AND STAY THERE!
Donnerstag, 7. Januar 2010
GEIZ IST GAGA - UND MACHT ARM
Grotesk.
Anders weiss ich sie nicht zu benennen, diese Situation gestern.
In Bern kenne ich einen wundervollen Blumenladen. Wenn ich DAS Besondere will, dann gehe ich dorthin. Die Ausstellung der bunten Blumen, Pflanzen aller Arten, Sträusse und Accessoires ... eine Augenweide, ein sinnliches Erlebnis.
Die Floristinnen verstehen ihr Handwerk, beraten gerne und sind dazu noch überaus freundlich. Man fühlt sich wohl. Also stets ein Grund, sich und seinen Lieben was Schönes zu gönnen. Und sei es nur eine einzelne von den ganz speziellen "grünen" Rosen, welche ich in dieser Qualität, Farbe und Langlebigkeit nur da finde.
Diese Rose à Fr. 7.-- wird mir mit der genau gleichen Sorgfalt eingepackt und verdankt, wie der opulente Blumenstrauss für Fr. 80.--.
Und selbst wenn ich nur mal eine Nase voll Rosenduft schnuppern will, einfach so weil mir danach ist - darf ich das jederzeit gerne tun und werde so freundlich wie immer behandelt.
Die Blüten sind stets frisch - darauf wird besonders geachtet. Nie kriegt man gestrige Ware.
Aber weggeworfen wird trotzdem nichts! Die Blumen werden da derart liebevoll behandelt, dass man aus den Schönheiten von gestern kleine Sträusschen für heute zusammenstellt und sie den Kunden verschenkt. Man wird gefragt, ob man gerne zusätzlich was möchte - und wenn ja, darf man auswählen. Ich hab schon Rosensträusse mit nach Hause nehmen dürfen ... so unsagbar schön!
"Weil wir die Blumen lieben - und gerne Freude machen", wurde mir gesagt - auf meine Fragen, warum sie das tun.
Ich freue mich jedesmal riesig! Nicht alleine über das Geschenk an und für sich, sondern über die Haltung, die Moral und den Respekt den Dingen gegenüber.
Gestern war ich wieder da. Wenn man die Türe öffnet, bimmelt irgendwo im Hintergrund ein helles Glöckchen und heisst einem schon mal Willkommen. Die Verkäuferin blickt vom Blumen binden auf, lacht herzlich und grüsst, fragt nach den Wünschen. "Ich schaue mich erst mal ein wenig um", so meine Antwort.
Ich liebe es, durch den Laden zu schlendern, die verschiedenen Düfte wahr zu nehmen, samtige Blütenblätter in den spektakulärsten Farben zu bestaunen, mir Ideen für Arrangements zu holen. Wer ausgefallene und nicht alltägliche Dekostücke sucht, der ist hier richtig.
Meine Suche nach einem besonderen Teil dauerte auch nicht lange und ich ging zur Kasse, wollte bezahlen. "Darf ich Ihnen noch ein paar Blumen mitgeben, sie sind von gestern - wir haben diese grossen Strelitzien, ich pack Ihnen 3 Stück ein, ok?" Oh! Aber gerne! Mein Dank und meine Freude waren ehrlich und kamen aus dem Herzen. Es ist ein aufrichtiges Geben und Nehmen.
Während ich zahlte und das Rückgeld ins Portemonnaie fummelte, legte neben mir ein älteres, edel angezogenes Ehepaar ein kleines Teelicht-Glas auf die Theke und der Herr sagte schon mal im Vorfeld ziemlich forsch:"Aber wir kriegen auch noch Blumen geschenkt - oder?". Die Blumenfrau war sichtlich erstaunt ob dieser Forderung, antworte aber freundlich, dass dies doch selbstverständlich sei.
Der Mann wandte sich anschliessend seiner Frau zu und meinte: "Dann bringen wir doch der Frau Müller aus dem 1. Stock und Ihrer Freundin auch so ein Sträusschen mit. Die werden sich bestimmt freuen!". Drehte sich wieder zur Theke um und forderte: "Ich nehme 3 solche Sträusse!". Seine Frau war noch ein paar Jahre älter als er, unter der dicken Schminke ein verhärmtes Gesicht und die Mundwinkel nach unten gezogen. Sie stupste ihn mit dem Ellbogen an und flüsterte viel zu laut: "Du Hans, wir haben aber gar keine Frau Müller im Haus...?!".
Diese Absicht des "Herrn" war nun also im Laden klar - bloss ihm war das völlig egal. Die Unterlippe geschürzt, breitbeinig dastehend, viel Platz für sich beanspruchend, aus den stechenden Augen diese Geiz-ist-geil-Mentalität blitzend - kein Sympathieträger. Nein!
Das Paar verliess noch vor mir den Laden, ihnen folgten kopfschüttelnd Blicke und verständnisloses Schulterzucken. Diese Leute - und ich sage hier ganz bewusst LEUTE (im Gegensatz zu Menschen, von denen es weniger gibt) - sind meiner Meinung nach arm. Sehr arm. Nicht im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Sondern im Herzen, im Geist und in der Seele.
Grosse Worte ich weiss. Ich wage sie trotzdem in voller Überzeugung auszusprechen, aufzuschreiben. Was mich dazu berechtigt? Das Wissen, dass diese Menschen sich diebisch darüber freuen, was umsonst gekriegt zu haben. sogar die 3-fache Menge. Die Wertschätzung des Geizes. Und Geiz kennt keine wahre Freude. Er ist und bleibt kleingeistig.
ICH - ICH FREUE MICH ÜBER UND AN DEN BLUMEN.
DANKE!
Anders weiss ich sie nicht zu benennen, diese Situation gestern.
In Bern kenne ich einen wundervollen Blumenladen. Wenn ich DAS Besondere will, dann gehe ich dorthin. Die Ausstellung der bunten Blumen, Pflanzen aller Arten, Sträusse und Accessoires ... eine Augenweide, ein sinnliches Erlebnis.
Die Floristinnen verstehen ihr Handwerk, beraten gerne und sind dazu noch überaus freundlich. Man fühlt sich wohl. Also stets ein Grund, sich und seinen Lieben was Schönes zu gönnen. Und sei es nur eine einzelne von den ganz speziellen "grünen" Rosen, welche ich in dieser Qualität, Farbe und Langlebigkeit nur da finde.
Diese Rose à Fr. 7.-- wird mir mit der genau gleichen Sorgfalt eingepackt und verdankt, wie der opulente Blumenstrauss für Fr. 80.--.
Und selbst wenn ich nur mal eine Nase voll Rosenduft schnuppern will, einfach so weil mir danach ist - darf ich das jederzeit gerne tun und werde so freundlich wie immer behandelt.
Die Blüten sind stets frisch - darauf wird besonders geachtet. Nie kriegt man gestrige Ware.
Aber weggeworfen wird trotzdem nichts! Die Blumen werden da derart liebevoll behandelt, dass man aus den Schönheiten von gestern kleine Sträusschen für heute zusammenstellt und sie den Kunden verschenkt. Man wird gefragt, ob man gerne zusätzlich was möchte - und wenn ja, darf man auswählen. Ich hab schon Rosensträusse mit nach Hause nehmen dürfen ... so unsagbar schön!
"Weil wir die Blumen lieben - und gerne Freude machen", wurde mir gesagt - auf meine Fragen, warum sie das tun.
Ich freue mich jedesmal riesig! Nicht alleine über das Geschenk an und für sich, sondern über die Haltung, die Moral und den Respekt den Dingen gegenüber.
Gestern war ich wieder da. Wenn man die Türe öffnet, bimmelt irgendwo im Hintergrund ein helles Glöckchen und heisst einem schon mal Willkommen. Die Verkäuferin blickt vom Blumen binden auf, lacht herzlich und grüsst, fragt nach den Wünschen. "Ich schaue mich erst mal ein wenig um", so meine Antwort.
Ich liebe es, durch den Laden zu schlendern, die verschiedenen Düfte wahr zu nehmen, samtige Blütenblätter in den spektakulärsten Farben zu bestaunen, mir Ideen für Arrangements zu holen. Wer ausgefallene und nicht alltägliche Dekostücke sucht, der ist hier richtig.
Meine Suche nach einem besonderen Teil dauerte auch nicht lange und ich ging zur Kasse, wollte bezahlen. "Darf ich Ihnen noch ein paar Blumen mitgeben, sie sind von gestern - wir haben diese grossen Strelitzien, ich pack Ihnen 3 Stück ein, ok?" Oh! Aber gerne! Mein Dank und meine Freude waren ehrlich und kamen aus dem Herzen. Es ist ein aufrichtiges Geben und Nehmen.
Während ich zahlte und das Rückgeld ins Portemonnaie fummelte, legte neben mir ein älteres, edel angezogenes Ehepaar ein kleines Teelicht-Glas auf die Theke und der Herr sagte schon mal im Vorfeld ziemlich forsch:"Aber wir kriegen auch noch Blumen geschenkt - oder?". Die Blumenfrau war sichtlich erstaunt ob dieser Forderung, antworte aber freundlich, dass dies doch selbstverständlich sei.
Der Mann wandte sich anschliessend seiner Frau zu und meinte: "Dann bringen wir doch der Frau Müller aus dem 1. Stock und Ihrer Freundin auch so ein Sträusschen mit. Die werden sich bestimmt freuen!". Drehte sich wieder zur Theke um und forderte: "Ich nehme 3 solche Sträusse!". Seine Frau war noch ein paar Jahre älter als er, unter der dicken Schminke ein verhärmtes Gesicht und die Mundwinkel nach unten gezogen. Sie stupste ihn mit dem Ellbogen an und flüsterte viel zu laut: "Du Hans, wir haben aber gar keine Frau Müller im Haus...?!".
Diese Absicht des "Herrn" war nun also im Laden klar - bloss ihm war das völlig egal. Die Unterlippe geschürzt, breitbeinig dastehend, viel Platz für sich beanspruchend, aus den stechenden Augen diese Geiz-ist-geil-Mentalität blitzend - kein Sympathieträger. Nein!
Das Paar verliess noch vor mir den Laden, ihnen folgten kopfschüttelnd Blicke und verständnisloses Schulterzucken. Diese Leute - und ich sage hier ganz bewusst LEUTE (im Gegensatz zu Menschen, von denen es weniger gibt) - sind meiner Meinung nach arm. Sehr arm. Nicht im Sinne der Wirtschaftlichkeit. Sondern im Herzen, im Geist und in der Seele.
Grosse Worte ich weiss. Ich wage sie trotzdem in voller Überzeugung auszusprechen, aufzuschreiben. Was mich dazu berechtigt? Das Wissen, dass diese Menschen sich diebisch darüber freuen, was umsonst gekriegt zu haben. sogar die 3-fache Menge. Die Wertschätzung des Geizes. Und Geiz kennt keine wahre Freude. Er ist und bleibt kleingeistig.
ICH - ICH FREUE MICH ÜBER UND AN DEN BLUMEN.
DANKE!
Mittwoch, 6. Januar 2010
TSCHULDIGUNG!
Heute hat mein Freund Thomas Geburtstag. Er wird 25 Jahre alt.
Ein besonderer Tag, weil ein besonderer Freund. Auf diesem Wege gratuliere ich Dir schon mal ganz herzlich, mein Lieber!
Weisst Du noch - damals, vor etwa 8 Jahren? Es war ein Wintertag wie dieser. Massig Schnee soweit das Auge reichte, es schneite ununterbrochen was das Zeug hielt und wir beiden Schönen hatten uns auf einen feinen Happen inklusive Geburtstagstrunk verabredet. Ich erinnere mich so genau ... das Geflöckel gefiel uns so gut, deshalb nahmen wir nicht den Bus sondern stiefelten per pedes zu unserem Lieblings-Restaurant.
Wie die Schneemänner kamen wir da an, ein paar Schneebälle flogen hin und her und ich versprach Dir, dass Du auf dem Nachhauseweg noch viel mehr davon von mir kriegen wirst.
Und was ich verspreche, das halte ich auch.
Dummerweise habe ich damals unterschätzt, dass Du doch ein paar Jährchen jünger bist als ich ... geschätzte 23 ... und mindestens so frech wie ich. Auf Deine vehemente Gegenwehr war ich damals nicht vorbereitet. Leider.
Nachdem wir also lecker gegessen, das Weltgeschehen besprochen und auf Dein neues Lebensjahr angestossen hatten, machten wir uns auf den Heimweg durch das Schneegestöber. Man sah kaum die eigene Hand vor Augen, nur eine weisse, weiche, kalte Wand. Bizarr sah das aus - ich habe die Bilder, die Situation, das Gefühl von damals selbst heute noch vor Augen und im Gefühl. Alles war dick verschneit, glitzernd - Märchenwelten.
Wenn gesprochen wurde, schluckte die glitzerndweisse Pracht schier unsere Worte. Es herrschte diese ganz besondere Ruhe. Spät war es, kaum mehr Menschen unterwegs - und wir alberten übermütig rum wie die kleinen Kinder.
Schön war es. Und hätte auch so schön bleiben können - wäre mein Versprechen an Dich nicht gewesen: Dich so richtig dolle einzudecken mit Schneebällen, Dich in den nächsten Schneehaufen zu schubsen, einzubuddeln und Dich den Winter rundum spüren lassen.
Welch Teufelchen mich damals wohl geritten haben muss? Mein Schutzengel war jedenfalls mit der ihm gestellten Aufgabe hilflos überfordert - er muss damals zurück ins Retaurant geflogen, nein, geflüchtet sein um sich Mut anzutrinken.
Und dabei ein Gläschen zuviel erwischt haben. Ja, genau, so muss es gewesen sein!
Anders kann ich es mir nicht erklären was dann passiert ist ...
Heitere Schlachtrufe lachend und johlend im Sinne von: " ... so mein Kleiner, jetzt zeig ich Dir mal wie Schneebaden geht - und zu was so eine Sternenzauberfrau im Stande ist - zieh Dich warm an und leg die Ohren an ... !" stürzte ich, die Hände voller Schnee und den Kopf voller Blödsinn, auf meinen Freund zu. Das letzte Wort konnte ich schon nicht mehr aussprechen, der liebe Thomas hatte mir nämlich einen Schneeball mitten ins Lautorgan gedrückt.
Doch das war nur der Anfang meines Martyriums. Ich kam sowas von unter die Räder. Leute, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen!
Thomas ist ein überaus intelligenter, höflicher, liebe- und gefühlvoller, freundlicher, anteilnehmender, hilfsbereiter, überlegter, gutmütiger Mensch. Ebenso lebenslustig, spontan und vor allem verspielt wie ein Welpe. Diese letzten Tatsachen muss ich damals sowas von ausgeblendet haben.
Es kam mir erst wieder in die schneeverstopften, nassen, kalten Sinne, nachdem ich mich mit viel Mühe und Not aus und von den Schneemassen befreit hatte, welche über, in, um mich waren. Ich hatte an Stellen Schnee, von denen ich vorher nicht mal wusste das ich Stellen hatte! Unglaublich! Und wer den Schaden hat, der braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen ... Thomas kriegte sich kaum mehr ein und kringelte sich vor Lachen.
Na ja, ich hätte es seiner Stelle zugegebenermassen nicht anders gemacht.
Autsch, meine Ego hatte einen argen Dämpfer abbekommen.
Allerdings - ICH wäre nicht ICH, hätte ich da jetzt einfach klein beigeben. Neinneinnein! Ich rannte los und versteckte mich hinter einem grossen Baum. Freute mich schon tierisch auf die Rache, welche gleich folgen würde. Lächelnd und voller Vorfreude auf die "Snow-Show" hörte ich schon seine Schritte im Schnee.
Das Momentum war auf meiner Seite - selbst er würde von meinem Überraschungsangriff total überrumpelt sein und Gegenwehr kaum möglich, soviel war mir klar. Der Schneefall war so dicht - er konnte unmöglich gesehen haben, wo mein Versteck ist.
KNIRSCH ... KNIRSCH ... KNIRSCH ... die Schritte kamen näher und näher. Ich in Absprung- und Angriffposition. Dann ging es los! Mit Kriegsgeschrei, Gekicher und Karacho stürzte ich auf meinen Widersacher, sprang ihn förmlich an und stiess ihn in den nächsten Schneehaufen, überdeckte ihn kiloweise mit Schnee, amüsierte mich dabei königlich.
Genau bis zu dem Moment, als dieser Schneemann mit einer total fremden und gefährlich lauten Zornesstimme mich nach meiner (sagen wir er mal so) geistigen Befindlichkeit befragte. Dann sagte er Tiernamen und andere Ausdrücke, welche ich hier jetzt nicht unbedingt wiederholen möchte. Sie waren nicht wirklich nett und weit weg von der Kategorie Komplimente und Liebesworte.
Mir schwante was. Lieber Gott, bitte nicht ...! Als ich meinen Freund Thomas an der Hausecke weiter vorne hemmungslos lachend erblickte, war mir alles klar. Siedend heiss stieg eine nicht näher definiert sein wollende Erkenntnis in mir hoch und ich habe mir ein grosses, tiefes, schwarzes Loch gewünscht. Ganz gross. Ganz tief. Und ganz schwarz!! Bitte!
Mir blieb dann nur noch, dem unüberhörbar tobenden Herrn aus dem Schnee zu helfen. Ihm pro forma mit fahrigen Bewegungen den Schnee von den durchnässten Kleidern zu wischen, Entschuldigungen zu stammeln und dann Fersengeld zu geben. Ich weiss, das war meinerseits nicht heldenhaft - man könnte sogar feige dazu sagen.
Aber angesichts dieser wirklich oberpeinliche Situation ... möge man mich verstehen, mir vergeben. Und diese Geschichte bloss niemandem weiterzuerzählen!
Eigentlich habe ich Thomas geschworen, dass er dafür irgendwann büssen werde. Sobald mal wieder so richtig deftig Schnee liegt. Wie heute.
Aber unter gesagt:
ICH WERDE MICH HÜTEN!
Ein besonderer Tag, weil ein besonderer Freund. Auf diesem Wege gratuliere ich Dir schon mal ganz herzlich, mein Lieber!
Weisst Du noch - damals, vor etwa 8 Jahren? Es war ein Wintertag wie dieser. Massig Schnee soweit das Auge reichte, es schneite ununterbrochen was das Zeug hielt und wir beiden Schönen hatten uns auf einen feinen Happen inklusive Geburtstagstrunk verabredet. Ich erinnere mich so genau ... das Geflöckel gefiel uns so gut, deshalb nahmen wir nicht den Bus sondern stiefelten per pedes zu unserem Lieblings-Restaurant.
Wie die Schneemänner kamen wir da an, ein paar Schneebälle flogen hin und her und ich versprach Dir, dass Du auf dem Nachhauseweg noch viel mehr davon von mir kriegen wirst.
Und was ich verspreche, das halte ich auch.
Dummerweise habe ich damals unterschätzt, dass Du doch ein paar Jährchen jünger bist als ich ... geschätzte 23 ... und mindestens so frech wie ich. Auf Deine vehemente Gegenwehr war ich damals nicht vorbereitet. Leider.
Nachdem wir also lecker gegessen, das Weltgeschehen besprochen und auf Dein neues Lebensjahr angestossen hatten, machten wir uns auf den Heimweg durch das Schneegestöber. Man sah kaum die eigene Hand vor Augen, nur eine weisse, weiche, kalte Wand. Bizarr sah das aus - ich habe die Bilder, die Situation, das Gefühl von damals selbst heute noch vor Augen und im Gefühl. Alles war dick verschneit, glitzernd - Märchenwelten.
Wenn gesprochen wurde, schluckte die glitzerndweisse Pracht schier unsere Worte. Es herrschte diese ganz besondere Ruhe. Spät war es, kaum mehr Menschen unterwegs - und wir alberten übermütig rum wie die kleinen Kinder.
Schön war es. Und hätte auch so schön bleiben können - wäre mein Versprechen an Dich nicht gewesen: Dich so richtig dolle einzudecken mit Schneebällen, Dich in den nächsten Schneehaufen zu schubsen, einzubuddeln und Dich den Winter rundum spüren lassen.
Welch Teufelchen mich damals wohl geritten haben muss? Mein Schutzengel war jedenfalls mit der ihm gestellten Aufgabe hilflos überfordert - er muss damals zurück ins Retaurant geflogen, nein, geflüchtet sein um sich Mut anzutrinken.
Und dabei ein Gläschen zuviel erwischt haben. Ja, genau, so muss es gewesen sein!
Anders kann ich es mir nicht erklären was dann passiert ist ...
Heitere Schlachtrufe lachend und johlend im Sinne von: " ... so mein Kleiner, jetzt zeig ich Dir mal wie Schneebaden geht - und zu was so eine Sternenzauberfrau im Stande ist - zieh Dich warm an und leg die Ohren an ... !" stürzte ich, die Hände voller Schnee und den Kopf voller Blödsinn, auf meinen Freund zu. Das letzte Wort konnte ich schon nicht mehr aussprechen, der liebe Thomas hatte mir nämlich einen Schneeball mitten ins Lautorgan gedrückt.
Doch das war nur der Anfang meines Martyriums. Ich kam sowas von unter die Räder. Leute, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen!
Thomas ist ein überaus intelligenter, höflicher, liebe- und gefühlvoller, freundlicher, anteilnehmender, hilfsbereiter, überlegter, gutmütiger Mensch. Ebenso lebenslustig, spontan und vor allem verspielt wie ein Welpe. Diese letzten Tatsachen muss ich damals sowas von ausgeblendet haben.
Es kam mir erst wieder in die schneeverstopften, nassen, kalten Sinne, nachdem ich mich mit viel Mühe und Not aus und von den Schneemassen befreit hatte, welche über, in, um mich waren. Ich hatte an Stellen Schnee, von denen ich vorher nicht mal wusste das ich Stellen hatte! Unglaublich! Und wer den Schaden hat, der braucht bekanntlich für den Spott nicht zu sorgen ... Thomas kriegte sich kaum mehr ein und kringelte sich vor Lachen.
Na ja, ich hätte es seiner Stelle zugegebenermassen nicht anders gemacht.
Autsch, meine Ego hatte einen argen Dämpfer abbekommen.
Allerdings - ICH wäre nicht ICH, hätte ich da jetzt einfach klein beigeben. Neinneinnein! Ich rannte los und versteckte mich hinter einem grossen Baum. Freute mich schon tierisch auf die Rache, welche gleich folgen würde. Lächelnd und voller Vorfreude auf die "Snow-Show" hörte ich schon seine Schritte im Schnee.
Das Momentum war auf meiner Seite - selbst er würde von meinem Überraschungsangriff total überrumpelt sein und Gegenwehr kaum möglich, soviel war mir klar. Der Schneefall war so dicht - er konnte unmöglich gesehen haben, wo mein Versteck ist.
KNIRSCH ... KNIRSCH ... KNIRSCH ... die Schritte kamen näher und näher. Ich in Absprung- und Angriffposition. Dann ging es los! Mit Kriegsgeschrei, Gekicher und Karacho stürzte ich auf meinen Widersacher, sprang ihn förmlich an und stiess ihn in den nächsten Schneehaufen, überdeckte ihn kiloweise mit Schnee, amüsierte mich dabei königlich.
Genau bis zu dem Moment, als dieser Schneemann mit einer total fremden und gefährlich lauten Zornesstimme mich nach meiner (sagen wir er mal so) geistigen Befindlichkeit befragte. Dann sagte er Tiernamen und andere Ausdrücke, welche ich hier jetzt nicht unbedingt wiederholen möchte. Sie waren nicht wirklich nett und weit weg von der Kategorie Komplimente und Liebesworte.
Mir schwante was. Lieber Gott, bitte nicht ...! Als ich meinen Freund Thomas an der Hausecke weiter vorne hemmungslos lachend erblickte, war mir alles klar. Siedend heiss stieg eine nicht näher definiert sein wollende Erkenntnis in mir hoch und ich habe mir ein grosses, tiefes, schwarzes Loch gewünscht. Ganz gross. Ganz tief. Und ganz schwarz!! Bitte!
Mir blieb dann nur noch, dem unüberhörbar tobenden Herrn aus dem Schnee zu helfen. Ihm pro forma mit fahrigen Bewegungen den Schnee von den durchnässten Kleidern zu wischen, Entschuldigungen zu stammeln und dann Fersengeld zu geben. Ich weiss, das war meinerseits nicht heldenhaft - man könnte sogar feige dazu sagen.
Aber angesichts dieser wirklich oberpeinliche Situation ... möge man mich verstehen, mir vergeben. Und diese Geschichte bloss niemandem weiterzuerzählen!
Eigentlich habe ich Thomas geschworen, dass er dafür irgendwann büssen werde. Sobald mal wieder so richtig deftig Schnee liegt. Wie heute.
Aber unter gesagt:
ICH WERDE MICH HÜTEN!
Dienstag, 5. Januar 2010
PSST!
Es ist nie, nie ein gutes Zeichen, wenn unser Schönwetter-ICE 06.33h nicht von Perron 3, sondern von Perron 2 abfährt. Als die Anzeigetafel uns heute Morgen einen Perronwechsel anzeigte, meinte ich lapidar zu Schätzu: "... und wenn jetzt noch die Zugkompositionen verändert sind, dann hilft nur noch beten".
Ich hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, als Frau Bahnhofausruferin vermeldete: "Wir möchten die Reisenden des ICE nach Berlin via Bern, Basel darauf hinweisen, dass heute ausnahmsweise die 2. Klasse in Sektor C und D, die 1. Klasse in Sektor A und B zu finden ist". Prima - diese Ausnahme hatten wir gestern auch schon, inklusive Ausfall des Triebwagens, ergo Ersatzzug.
Allerdings hatten wir gestern das unverhoffte Glück, gut positioniert zu sein und als Erste einsteigen zu dürfen. Wir Beiden haben dann auch die letzten 2 Plätze in Beschlag genommen und gut war.
Diese Glückssträhne riss leider heute ab.
Als der ICE nämlich endlich bremste, war die linke Einsteigemöglichkeit ebensoweit entfernt wie die rechte. Das heisst übersetzt: Stehen bis Bern. Bitte nicht! Nicht um 06.33 am Morgen früh!
So haben wir uns dann halt der Polonaise angeschlossen, welche von Waggon zu Waggon tingelte um nach freien Plätzen Ausschau zu halten. Nach Wagen 3 wollte ich aufgeben, Katerli war aber nicht wirklich freudig gestimmt ob dieser neuerlichen In- und Umdisposition, so dass er glattweg auf einen Sitzplatz bestand.
Der Schaffner versteckte sich zwar in einer Ecke, Schätzu spürte ihn aber trotzdem auf und knurrte seine Frage nach Platz durch die Zähne mitten ins verschreckte Gesicht. "Weiter vorne müssten Sie eigentlich noch den einen oder anderen Platz finden..." kam als Antwort.
Latsch. Latsch. Latsch. Und siehe da: Wir kamen wahrlich zu Abteilen, welche noch Sitzgelegenheiten anzubieten hatten.
Aber - es war hier so still, so dunkel, so ungemütlich! Mich erinnerte es stark an Gruselkabinett.
Irgendwie morbid, diese Ausstrahlung. Die Menschen hingen still in Ihren Sitzen, Augen meist geschlossen, alle in Ihrer Aura weit über 90 Jahre alt - auch wenn sie teilweise bloss wie 30, 40 ausschauten ... erstaunlich. Hätte ich nicht das schier unsichtbare Heben des Brustkorbes bemerkt - ich hätte gewettet, dass es sich um einen Leichentransport handelt.
An jeder dieser Abteiltüren war ein grosses Piktogramm angebracht welches einen Kopf zeigt, einen Finger vor den Mund gedrückt und somit zum absoluten Stillschweigen verdonnert - und darauf stand zusätzlich: PSST! Abenso ein Piktogramm mit durchgestrichenem Handy.
Nicht zu vergessen 6 x an der Türe, gross geschrieben, RUHEABTEIL.
Mir war nicht wohl - aber die beiden freien Sitzplatz lächelten uns an und so traten wir denn ein, in das schweigende Dunkel. "Guten Morgen - ist da noch frei?". Erzürnte Blicke der drei ca. 35jährigen Greise. Augenrollendes Nicken und das Handzeichen sich jetzt endlich hinzusetzen und langsam zu sterben.
Weil der heutige Tag so voller Schnee und Kälte und Kälte ist, hatte ich meine Bärenfellmütze und die dicke Eisbärenjacke angezogen - das Angorafell-Halstuch und die naturwollenen Handschuhe dazu, zumindest hat sich meine Kleidung so angefühlt - denn in diesem lockeren Klima des angenehmen Miteinanders (HAHAHA!) habe ich mich nicht getraut, mich meiner Schutzkleidung zu entledigen.Es hätte zu nachhaltigen Irritationen geführt! Man stelle sich das vor!!
So sassen wir denn da und transpirierten leise vor uns hin. Schatz begutachtete im Scheine des Restlichtes aus dem Gang die Pendlerzeitung und erfrechte sich dann auch noch jeweils die Seiten zu wenden. Die pure Empörung ob dieses ungeheuren Lärmes wurde stumm über uns ausgeschüttet!
Ich atmete so flach es ging und wagte nur einmal kurz, Katerli liebevoll über den Arm zu streicheln. Diese Streichelbewegung meiner Hand schabte über seine Wildlederjacke und dröhnte in der Stille wie blöd. Ich zuckte selber zusammen.
In meiner Verzweiflung suchte ich den Blick meines Herzallerliebsten. Darauf achtend, möglichst die Augenlider nicht zu bewegen und im schlimmsten Falle dann mittels Wimpernschlag einen ungewollt exorbitanten Luftzug zu verursachen. Unsere Mitreisenden hätten das nicht goutiert. Geht ja gar nicht!
Endlich angekommen, sagte ich ohne lange zu überlegen: "Tschüss und einen schönen Tag noch". Hätten Blicke töten können - ihr hättet nie mehr von mir gelesen!
Die heutige Fahrt nach Bern erschien mir ob der Rahmenbedingungen unendlich lange. Und sie trug nicht gerade dazu bei, den Tag pfeiffend und gut gelaunt in Angriff zu nehmen. Meine persönliche Frustrationstoleranzgrenze ist wirklich in schwinderlerregender Höhe angesiedelt - und während andere schon längst am Rad drehen, bin ich die Ruhe selber.
Schlechte Laune ist mir ein Fremdwort.
Aber es bedurfte heute Morgen dann eines grosses Gipfelis inklusive Latte, das herzliche Lächeln meiner Lieblingsverkäuferin sowie das fröhliche Gewusel im Glatz-Beck, um mein inneres Gleichgewicht wieder zu finden.
Ich werde künftig den Waggon der lebenden Mumien weiträumig zu umgehen wissen. Lieber stehend das Leben geniessen. Ein Liedchen auf den Lippen und ein Lächeln im Gesicht.
CARPE DIEM
Ich hatte den Satz noch nicht ausgesprochen, als Frau Bahnhofausruferin vermeldete: "Wir möchten die Reisenden des ICE nach Berlin via Bern, Basel darauf hinweisen, dass heute ausnahmsweise die 2. Klasse in Sektor C und D, die 1. Klasse in Sektor A und B zu finden ist". Prima - diese Ausnahme hatten wir gestern auch schon, inklusive Ausfall des Triebwagens, ergo Ersatzzug.
Allerdings hatten wir gestern das unverhoffte Glück, gut positioniert zu sein und als Erste einsteigen zu dürfen. Wir Beiden haben dann auch die letzten 2 Plätze in Beschlag genommen und gut war.
Diese Glückssträhne riss leider heute ab.
Als der ICE nämlich endlich bremste, war die linke Einsteigemöglichkeit ebensoweit entfernt wie die rechte. Das heisst übersetzt: Stehen bis Bern. Bitte nicht! Nicht um 06.33 am Morgen früh!
So haben wir uns dann halt der Polonaise angeschlossen, welche von Waggon zu Waggon tingelte um nach freien Plätzen Ausschau zu halten. Nach Wagen 3 wollte ich aufgeben, Katerli war aber nicht wirklich freudig gestimmt ob dieser neuerlichen In- und Umdisposition, so dass er glattweg auf einen Sitzplatz bestand.
Der Schaffner versteckte sich zwar in einer Ecke, Schätzu spürte ihn aber trotzdem auf und knurrte seine Frage nach Platz durch die Zähne mitten ins verschreckte Gesicht. "Weiter vorne müssten Sie eigentlich noch den einen oder anderen Platz finden..." kam als Antwort.
Latsch. Latsch. Latsch. Und siehe da: Wir kamen wahrlich zu Abteilen, welche noch Sitzgelegenheiten anzubieten hatten.
Aber - es war hier so still, so dunkel, so ungemütlich! Mich erinnerte es stark an Gruselkabinett.
Irgendwie morbid, diese Ausstrahlung. Die Menschen hingen still in Ihren Sitzen, Augen meist geschlossen, alle in Ihrer Aura weit über 90 Jahre alt - auch wenn sie teilweise bloss wie 30, 40 ausschauten ... erstaunlich. Hätte ich nicht das schier unsichtbare Heben des Brustkorbes bemerkt - ich hätte gewettet, dass es sich um einen Leichentransport handelt.
An jeder dieser Abteiltüren war ein grosses Piktogramm angebracht welches einen Kopf zeigt, einen Finger vor den Mund gedrückt und somit zum absoluten Stillschweigen verdonnert - und darauf stand zusätzlich: PSST! Abenso ein Piktogramm mit durchgestrichenem Handy.
Nicht zu vergessen 6 x an der Türe, gross geschrieben, RUHEABTEIL.
Mir war nicht wohl - aber die beiden freien Sitzplatz lächelten uns an und so traten wir denn ein, in das schweigende Dunkel. "Guten Morgen - ist da noch frei?". Erzürnte Blicke der drei ca. 35jährigen Greise. Augenrollendes Nicken und das Handzeichen sich jetzt endlich hinzusetzen und langsam zu sterben.
Weil der heutige Tag so voller Schnee und Kälte und Kälte ist, hatte ich meine Bärenfellmütze und die dicke Eisbärenjacke angezogen - das Angorafell-Halstuch und die naturwollenen Handschuhe dazu, zumindest hat sich meine Kleidung so angefühlt - denn in diesem lockeren Klima des angenehmen Miteinanders (HAHAHA!) habe ich mich nicht getraut, mich meiner Schutzkleidung zu entledigen.Es hätte zu nachhaltigen Irritationen geführt! Man stelle sich das vor!!
So sassen wir denn da und transpirierten leise vor uns hin. Schatz begutachtete im Scheine des Restlichtes aus dem Gang die Pendlerzeitung und erfrechte sich dann auch noch jeweils die Seiten zu wenden. Die pure Empörung ob dieses ungeheuren Lärmes wurde stumm über uns ausgeschüttet!
Ich atmete so flach es ging und wagte nur einmal kurz, Katerli liebevoll über den Arm zu streicheln. Diese Streichelbewegung meiner Hand schabte über seine Wildlederjacke und dröhnte in der Stille wie blöd. Ich zuckte selber zusammen.
In meiner Verzweiflung suchte ich den Blick meines Herzallerliebsten. Darauf achtend, möglichst die Augenlider nicht zu bewegen und im schlimmsten Falle dann mittels Wimpernschlag einen ungewollt exorbitanten Luftzug zu verursachen. Unsere Mitreisenden hätten das nicht goutiert. Geht ja gar nicht!
Endlich angekommen, sagte ich ohne lange zu überlegen: "Tschüss und einen schönen Tag noch". Hätten Blicke töten können - ihr hättet nie mehr von mir gelesen!
Die heutige Fahrt nach Bern erschien mir ob der Rahmenbedingungen unendlich lange. Und sie trug nicht gerade dazu bei, den Tag pfeiffend und gut gelaunt in Angriff zu nehmen. Meine persönliche Frustrationstoleranzgrenze ist wirklich in schwinderlerregender Höhe angesiedelt - und während andere schon längst am Rad drehen, bin ich die Ruhe selber.
Schlechte Laune ist mir ein Fremdwort.
Aber es bedurfte heute Morgen dann eines grosses Gipfelis inklusive Latte, das herzliche Lächeln meiner Lieblingsverkäuferin sowie das fröhliche Gewusel im Glatz-Beck, um mein inneres Gleichgewicht wieder zu finden.
Ich werde künftig den Waggon der lebenden Mumien weiträumig zu umgehen wissen. Lieber stehend das Leben geniessen. Ein Liedchen auf den Lippen und ein Lächeln im Gesicht.
CARPE DIEM
Montag, 4. Januar 2010
VON ENT- UND SONSTIGEN SPANNUNGEN
Ich war gestern Abend müde, aber so richtig. Und schaute total entspannt dem heutigen ersten Arbeitstage entgegen - wieder zurück in "meiner" Garage, ich freute ich auf die Menschen da. Auf die Arbeit - auch wenn es happig werden wird. Der Januar hat es durchaus in sich! Mich stresst das aber nicht.
Es ging dann schon steil auf Mitternacht zu, als ich meinen Schätzu sanft aber energisch Richtung Bett schubsen wollte. Zumindest verbal.
Habe ihm liebevoll gesäuselt, dass der Wecker am morgen früh jeweils wieder um 04.50h dieses äusserst unangenehme Geräusch von sich gibt. Das Laute. Das sich Wiedefrholende. Das Erbarmungslose.
Ich hob bei diesen Worten warnend meine Stimme an, verbunden mit einschläferndem Singsang.
Katerchen schüttelte aber mindestens so energisch seinen prächtigen Löwenkopf und winkte stirnrunzelnd ab "ach neeee, weisst Du, mein Schlaf-Rhythmus ist so völlig durcheinander - ich KANN jetzt einfach noch nicht schlafen. Und überhaupt: erinnere mich nicht!".
Kann ich ja verstehen - die Festtage verleiten uns Alle stets zum verschwenderischen Umgang mit Zeit, Schlaf, Strukturen und dem Hang zum laissez-faire.
Ausspannen tut einem ja auch gut, ist wichtig. Wer viel arbeitet braucht auch mal Zeit seine Batterie wieder zu laden. Schliesslich sind wir nicht mehr 20zig .... diese Erkenntnis tut mal mehr, mal weniger weh. In diesem Falle eher mehr.
Also - Schätzu wusste, dass er nicht einschlafen könne. Er habe ja die letzten Nächte bis weit in die Tage kommen lassen, sei schlafgesättigt und überhaupt.
Aber nicht nur das - nein!
Er erklärte im Brustton der Überzeugung, dass er nicht nur auf keinen Fall einschlafen könne, sondern an Schlaf im Allgemeinen sowieso und im Speziellen umsomehr nicht zu denken sei. Sein Kopf beschäftige sich schon mit der Arbeit von morgen, was denn wohl alles auf ihn zukommen werde, all die Berge an Aufgaben nach solchen Feiertagen - gerade in der Logistikbranche in extremis spürbar.
Er war also - ganz im Gegensatz zu mir - völlig unentspannt.
Ich betrachtete ihn mit einem Anflug von warmer Fürsorge, tat er mir doch schier ein bisschen leid. Sein Gesichtausdruck war eher angespannt, er bekam jede Minute Fernseh-Sendezeit mit - ohne irgendwelche ... ähhhm ... Meditationen.
Weil sowohl aber mein Geist wie auch mein Körper förmlich nach Schlaf schrien, streichelte ich ihm beruhigend lächelnd über den Kopf, küsste ihn weich auf seine Lippen, sagte dazu: "Also, Du wundervoller Mann. Ich geh jetzt schon mal das Bett anwärmen. Ich kann kaum mehr die Augen offenhalten. Es wäre schön, wenn auch Du bald rüber kommst. Irgendwann wirst auch Du bestimmt Deinen Schlaf finden. Du musst ja morgen fit und ausgeruht sein".
Katerli lächelte süss-säuerlich und meinte, nur noch den Kriminalfall mit Inspektor Barneby auf ZDF lösen zu müssen - dann werde er gleich nachrücken. Gut so.
Während ich das Bett schon mal kuschelfein und einschlaftauglich vorwärmte, ihm die Kissen nochmals aufschüttelte und von diesem besonderen Schlafelexier aus dem BODY-SHOP (Deep Sleep Dreamy Pillow & Body Mist) auf seiner Seite ebenso grosszügig wie grossflächig versprühte, hatte ich doch alle Mühe wach zu bleiben.
Da - endlich! Ich hörte seine Schritte. "Meine Schöne, ich bin so knallwach - werde bestimmt kein Auge zu machen können. Blöd". Ich meinerseits ermunterte ihn mit meinem Lächeln, machte die Arme weit auf und lud ihn in die wohlige Wärme des Bettes ein.
Mehr Müssen als Wollen lag in seiner Bewegung, als er zu mir rückte und seinen Kopf auf meine Schulter legte. Ich wollte ihn gerade umarmen - er lag vielleicht 3 Sekunden neben mir - als sein Kopf sich richtig schwer an meine Wange schmiegte ... und Katerli herrlich schnörchelnd in Rekordzeit eingeschlafen war. Ich konnte es kaum glauben!
Nun denn - eigentlich ja prima so. Genau so wie es sein sollte. Aber eben, er lag grad so ungünstig auf meinem rechten Schlüsselbein. Nach 5 Minuten schmerzte das. Sehr. Dazu pustete er mir immer ins Ohr. Unleise.
Nach einer weiteren Viertelstunde tat mir die ganze rechte Seite weh, mein Liegeposition war jetzt nicht gerade sehr entspannend und optional vebesserungswürdig. Und erst dieser dauernde Luftzug im Ohr! Menno!
Ohne ruckartige Bewegungen zu machen ... Katerli bloss schlafen lassen! ... wand ich mich gaaaaanz langsam neben ihm weg. Er aber mag meine Wärme - und rückte sofort nach, legte mir den Arm quer über den Kopf, quetschte meine Nase heftig nach links. An relaxtes Atmen war nicht mehr zu denken. Nach weiteren 5 Minuten Schnappatmung hatte ich es dann doch noch geschafft und mich befreit.
Allerdings drehte mein Kreislauf jetzt wieder auf Hochtouren und ich lag noch lange wach. Ich schätze, dass ich irgendwann kurz nach halb 2 dann endlich in den Schlaf fand. Doch eigentlich nur um eine Schlaufe durch die Wolken zu ziehen und noch vor 4 wieder wach zu sein. Weil mir die Arbeiten des Tages die Gehirnwindungen ausbeulten und ich im Geiste die Tagesplanung vornahm.
Muss ich erwähnen, dass ich meinen Herzbuben erst nach dem 3 Weckergeläute soweit hatte, dass er in ganzen Sätze sprechen konnte...?
Na ja - es sei ihm gegönnt!
LEUTE - ES BLEIBT SPANNEND!
Es ging dann schon steil auf Mitternacht zu, als ich meinen Schätzu sanft aber energisch Richtung Bett schubsen wollte. Zumindest verbal.
Habe ihm liebevoll gesäuselt, dass der Wecker am morgen früh jeweils wieder um 04.50h dieses äusserst unangenehme Geräusch von sich gibt. Das Laute. Das sich Wiedefrholende. Das Erbarmungslose.
Ich hob bei diesen Worten warnend meine Stimme an, verbunden mit einschläferndem Singsang.
Katerchen schüttelte aber mindestens so energisch seinen prächtigen Löwenkopf und winkte stirnrunzelnd ab "ach neeee, weisst Du, mein Schlaf-Rhythmus ist so völlig durcheinander - ich KANN jetzt einfach noch nicht schlafen. Und überhaupt: erinnere mich nicht!".
Kann ich ja verstehen - die Festtage verleiten uns Alle stets zum verschwenderischen Umgang mit Zeit, Schlaf, Strukturen und dem Hang zum laissez-faire.
Ausspannen tut einem ja auch gut, ist wichtig. Wer viel arbeitet braucht auch mal Zeit seine Batterie wieder zu laden. Schliesslich sind wir nicht mehr 20zig .... diese Erkenntnis tut mal mehr, mal weniger weh. In diesem Falle eher mehr.
Also - Schätzu wusste, dass er nicht einschlafen könne. Er habe ja die letzten Nächte bis weit in die Tage kommen lassen, sei schlafgesättigt und überhaupt.
Aber nicht nur das - nein!
Er erklärte im Brustton der Überzeugung, dass er nicht nur auf keinen Fall einschlafen könne, sondern an Schlaf im Allgemeinen sowieso und im Speziellen umsomehr nicht zu denken sei. Sein Kopf beschäftige sich schon mit der Arbeit von morgen, was denn wohl alles auf ihn zukommen werde, all die Berge an Aufgaben nach solchen Feiertagen - gerade in der Logistikbranche in extremis spürbar.
Er war also - ganz im Gegensatz zu mir - völlig unentspannt.
Ich betrachtete ihn mit einem Anflug von warmer Fürsorge, tat er mir doch schier ein bisschen leid. Sein Gesichtausdruck war eher angespannt, er bekam jede Minute Fernseh-Sendezeit mit - ohne irgendwelche ... ähhhm ... Meditationen.
Weil sowohl aber mein Geist wie auch mein Körper förmlich nach Schlaf schrien, streichelte ich ihm beruhigend lächelnd über den Kopf, küsste ihn weich auf seine Lippen, sagte dazu: "Also, Du wundervoller Mann. Ich geh jetzt schon mal das Bett anwärmen. Ich kann kaum mehr die Augen offenhalten. Es wäre schön, wenn auch Du bald rüber kommst. Irgendwann wirst auch Du bestimmt Deinen Schlaf finden. Du musst ja morgen fit und ausgeruht sein".
Katerli lächelte süss-säuerlich und meinte, nur noch den Kriminalfall mit Inspektor Barneby auf ZDF lösen zu müssen - dann werde er gleich nachrücken. Gut so.
Während ich das Bett schon mal kuschelfein und einschlaftauglich vorwärmte, ihm die Kissen nochmals aufschüttelte und von diesem besonderen Schlafelexier aus dem BODY-SHOP (Deep Sleep Dreamy Pillow & Body Mist) auf seiner Seite ebenso grosszügig wie grossflächig versprühte, hatte ich doch alle Mühe wach zu bleiben.
Da - endlich! Ich hörte seine Schritte. "Meine Schöne, ich bin so knallwach - werde bestimmt kein Auge zu machen können. Blöd". Ich meinerseits ermunterte ihn mit meinem Lächeln, machte die Arme weit auf und lud ihn in die wohlige Wärme des Bettes ein.
Mehr Müssen als Wollen lag in seiner Bewegung, als er zu mir rückte und seinen Kopf auf meine Schulter legte. Ich wollte ihn gerade umarmen - er lag vielleicht 3 Sekunden neben mir - als sein Kopf sich richtig schwer an meine Wange schmiegte ... und Katerli herrlich schnörchelnd in Rekordzeit eingeschlafen war. Ich konnte es kaum glauben!
Nach einer weiteren Viertelstunde tat mir die ganze rechte Seite weh, mein Liegeposition war jetzt nicht gerade sehr entspannend und optional vebesserungswürdig. Und erst dieser dauernde Luftzug im Ohr! Menno!
Ohne ruckartige Bewegungen zu machen ... Katerli bloss schlafen lassen! ... wand ich mich gaaaaanz langsam neben ihm weg. Er aber mag meine Wärme - und rückte sofort nach, legte mir den Arm quer über den Kopf, quetschte meine Nase heftig nach links. An relaxtes Atmen war nicht mehr zu denken. Nach weiteren 5 Minuten Schnappatmung hatte ich es dann doch noch geschafft und mich befreit.
Allerdings drehte mein Kreislauf jetzt wieder auf Hochtouren und ich lag noch lange wach. Ich schätze, dass ich irgendwann kurz nach halb 2 dann endlich in den Schlaf fand. Doch eigentlich nur um eine Schlaufe durch die Wolken zu ziehen und noch vor 4 wieder wach zu sein. Weil mir die Arbeiten des Tages die Gehirnwindungen ausbeulten und ich im Geiste die Tagesplanung vornahm.
Muss ich erwähnen, dass ich meinen Herzbuben erst nach dem 3 Weckergeläute soweit hatte, dass er in ganzen Sätze sprechen konnte...?
Na ja - es sei ihm gegönnt!
LEUTE - ES BLEIBT SPANNEND!
Sonntag, 3. Januar 2010
HIMMELSTERNEN!!
Nun ist es also soweit. Der Deutsche erklärt mir das Berndeutsch. Ich fasse es nicht.
Angefangen hat es so: Ich habe nun schon des öfteren einen tollen Song am Radio gehört "Himmuschtärne - Schtärnehimmu", so singt ein Mann mit wunderschöner Stimme, durch und durch berndeutschem Dialekt. Die Stimme kam mir schon irgendwie bekannt vor, aber ich als Bernerin kenne nun mal nicht nur einen Berner und deshalb konnte es so manche Stimme sein.
Dieser Song hat einen hohen Schmelzfaktor!
Ich sinnierte vor mich und fragte mich halblaut, wer den wohl dieses Lied singt. Summte dazu leise die Melodie vor mich hin und suchte in den hintersten Gehirnwindungen nach der Identität dieser Stimme, welche mir doch soooo bekannt erschien.
Katerli spaziert in diesem Momente neben mir durch, erhascht die Worte, den fragen Blick und einen Teil der Melodie - "oh, Ueli Schmezer - toller Song!".
Waaaaas Ueli Schmezer? Wie will DER denn DAS wissen? Kaum mal eben in der Schweiz, Direktimport aus Deutschland - und jetzt sowas.
"Katerrrrli, Ueli Schmezer ist der Moderator vom Kassensturz im Schweizer Fernsehen - ok, ich gebe es ja zu, ab und an singt er Lieder vom Mani Matter, dem leider verstorbenen Berner Mundart-Liedermacher. Ja, ein paar andere Songs auch noch. Und für Kinder was, glaube ich. Wir sahen Ueli Schmezer auch schon an Hockeymatchs in Bern. Aber alles andere ist an den Haaren herbeigezogen. Und von wo wolltest gerade DU das wissen? ICH bin hier die Bernerin und wenn es so wäre wie Du sagst, dann wüsste ich es auch." Basta. Basta hoch 3 sogar!
Während ich diese Worte empört von mir gab, googelt ich wie wild nach Himmuschtärne. Himmu Schtärne. Schtärne + Himmu. Und mehr. Gefunden habe ich: Nicht, nix, nada, nothing!
Schätzu nimmt mir den Laptop lässig, sachte und geduldig aus der Hand, gibt kurz mal "Himu Stärne" plus "Ueli Schmezer" ein und hält mir ... - und nicht mal irgendwie besserwisserisch - das Resultat vor die Augen. Ganz liebevoll, tut er das. Ohne Lälälä, ohne mich auszulachen, so völlig undeutsch. Es ist zum Haare raufen!
Sagt völligst unsarkastisch: "Du musst es nur RICHTIG berndeutsch schreiben, dann findest Du es problemlos, meine Schöne".
Wollte ich das alles überhaupt wissen?
Ok - meine Schöne lasse ich gelten ohne es zu hinterfragen, den Rest überprüfe ich gnadenlos.Sofort. So ein Schwindel!
Die Überprüfung ergibt natürlich - ihr ahnt es Alle: Der Song heisst Himustärne, Stärnehimu (wird geschrieben: Himustärnehimu) und ist, jawoll, von Ueli Schmezer. Sicherheitshalber habe ich dann noch den Tontest gemacht. Hätte ja sein können .... war aber nicht.
Sieg für Katerli nach totalem K.O. meinerseits.
"Ach meine Schöne. Diese Stimme kennt man aus Fernsehen und Radio. Ein Berner weiss Bescheid.". DAS hätte er sich alledings sparen können. Kommt hierher, kommt in die Schweiz ... kein Mensch hat bisher angezweifelt, dass er ein Ur-Berner ist. Nö! Höchstens wird er mal gefragt aus welcher Region. Aber dass er ein Deutscher ist, das glauben die Leute einem ja gar nicht.
Es kommt sogar vor, dass er mir den einen oder anderen Ausdruck vor meinem Innenohr auseinanderpflückt und mich mit dem originalen Berndeutsch-Ausdruck korrigiert. Soweit ist es nun gekommen. Er sagt öfter "iuu" (ja) als ich, er flucht bereits intuitiv auf Berndeutsch und mischt jede Diskussion mit derart urchigen Wörtern des berndeutschen Wortschatzes auf, dass selbst ich schon googeln musste.
Irgendwie stimmt da was nicht, wenn mir der Deutsche die Bedeutung eines ur-bernerischen Wortes erklären muss. Mir! Der Bernerin mit 48 Jahren und 48 Tagen Erfahrung in dieser Sprache!
Na ja, eigentlich bin ich ziemlich stolz auf ihn. Ich grummle ja nur so ein wenig pro forma vor mich hin - meine Würde muss ich ja irgendwie wahren. Oder? Ist genial, wie Katerli sich dem Leben, den Menschen und den Bernern insbesondere hier angepasst hat. In einer Art, die so manchen Berner vor Neid platzen liesse. Wüsste er denn, dass mein Schatz Deutscher ist. Aber eben - wie will man es wissen...?!
Ihm macht es das Leben hier natürlich um vieles leichter.
Aber jetzt muss ich trotzdem meine Wunden lecken gehen.
Ihr entschuldigt.
STÄRNE-HIMU!
Angefangen hat es so: Ich habe nun schon des öfteren einen tollen Song am Radio gehört "Himmuschtärne - Schtärnehimmu", so singt ein Mann mit wunderschöner Stimme, durch und durch berndeutschem Dialekt. Die Stimme kam mir schon irgendwie bekannt vor, aber ich als Bernerin kenne nun mal nicht nur einen Berner und deshalb konnte es so manche Stimme sein.
Dieser Song hat einen hohen Schmelzfaktor!
Ich sinnierte vor mich und fragte mich halblaut, wer den wohl dieses Lied singt. Summte dazu leise die Melodie vor mich hin und suchte in den hintersten Gehirnwindungen nach der Identität dieser Stimme, welche mir doch soooo bekannt erschien.
Katerli spaziert in diesem Momente neben mir durch, erhascht die Worte, den fragen Blick und einen Teil der Melodie - "oh, Ueli Schmezer - toller Song!".
Waaaaas Ueli Schmezer? Wie will DER denn DAS wissen? Kaum mal eben in der Schweiz, Direktimport aus Deutschland - und jetzt sowas.
"Katerrrrli, Ueli Schmezer ist der Moderator vom Kassensturz im Schweizer Fernsehen - ok, ich gebe es ja zu, ab und an singt er Lieder vom Mani Matter, dem leider verstorbenen Berner Mundart-Liedermacher. Ja, ein paar andere Songs auch noch. Und für Kinder was, glaube ich. Wir sahen Ueli Schmezer auch schon an Hockeymatchs in Bern. Aber alles andere ist an den Haaren herbeigezogen. Und von wo wolltest gerade DU das wissen? ICH bin hier die Bernerin und wenn es so wäre wie Du sagst, dann wüsste ich es auch." Basta. Basta hoch 3 sogar!
Während ich diese Worte empört von mir gab, googelt ich wie wild nach Himmuschtärne. Himmu Schtärne. Schtärne + Himmu. Und mehr. Gefunden habe ich: Nicht, nix, nada, nothing!
Schätzu nimmt mir den Laptop lässig, sachte und geduldig aus der Hand, gibt kurz mal "Himu Stärne" plus "Ueli Schmezer" ein und hält mir ... - und nicht mal irgendwie besserwisserisch - das Resultat vor die Augen. Ganz liebevoll, tut er das. Ohne Lälälä, ohne mich auszulachen, so völlig undeutsch. Es ist zum Haare raufen!
Sagt völligst unsarkastisch: "Du musst es nur RICHTIG berndeutsch schreiben, dann findest Du es problemlos, meine Schöne".
Wollte ich das alles überhaupt wissen?
Ok - meine Schöne lasse ich gelten ohne es zu hinterfragen, den Rest überprüfe ich gnadenlos.Sofort. So ein Schwindel!
Die Überprüfung ergibt natürlich - ihr ahnt es Alle: Der Song heisst Himustärne, Stärnehimu (wird geschrieben: Himustärnehimu) und ist, jawoll, von Ueli Schmezer. Sicherheitshalber habe ich dann noch den Tontest gemacht. Hätte ja sein können .... war aber nicht.
Sieg für Katerli nach totalem K.O. meinerseits.
"Ach meine Schöne. Diese Stimme kennt man aus Fernsehen und Radio. Ein Berner weiss Bescheid.". DAS hätte er sich alledings sparen können. Kommt hierher, kommt in die Schweiz ... kein Mensch hat bisher angezweifelt, dass er ein Ur-Berner ist. Nö! Höchstens wird er mal gefragt aus welcher Region. Aber dass er ein Deutscher ist, das glauben die Leute einem ja gar nicht.
Es kommt sogar vor, dass er mir den einen oder anderen Ausdruck vor meinem Innenohr auseinanderpflückt und mich mit dem originalen Berndeutsch-Ausdruck korrigiert. Soweit ist es nun gekommen. Er sagt öfter "iuu" (ja) als ich, er flucht bereits intuitiv auf Berndeutsch und mischt jede Diskussion mit derart urchigen Wörtern des berndeutschen Wortschatzes auf, dass selbst ich schon googeln musste.
Irgendwie stimmt da was nicht, wenn mir der Deutsche die Bedeutung eines ur-bernerischen Wortes erklären muss. Mir! Der Bernerin mit 48 Jahren und 48 Tagen Erfahrung in dieser Sprache!
Na ja, eigentlich bin ich ziemlich stolz auf ihn. Ich grummle ja nur so ein wenig pro forma vor mich hin - meine Würde muss ich ja irgendwie wahren. Oder? Ist genial, wie Katerli sich dem Leben, den Menschen und den Bernern insbesondere hier angepasst hat. In einer Art, die so manchen Berner vor Neid platzen liesse. Wüsste er denn, dass mein Schatz Deutscher ist. Aber eben - wie will man es wissen...?!
Ihm macht es das Leben hier natürlich um vieles leichter.
Aber jetzt muss ich trotzdem meine Wunden lecken gehen.
Ihr entschuldigt.
STÄRNE-HIMU!
Samstag, 2. Januar 2010
JA / NEIN / VIELLEICHT
Ich habe viele Facebook-Bekanntschaften. Ihr auch?
Auch heute wieder bekam ich die Meldung, dass ein verloren geglaubter Freund mich im Freundefinder eingab, fand und mir anschliessend eine Nachricht sandte, ob ich ihn als Freund (wieder) in mein Leben aufnehmen würde. Selbstverständlich habe ich diese liebevolle Anfrage nicht ignoriert, sondern akzeptiert.
So einfach geht das.
Ebenso das Gespräch, welches ich kürzlich im Zug mitbekam. Da hat ein internetkundiger junger Mensch wohl seinem nicht so sehr kundigen Opa am Handy erklärt: "Also, ich habe jetzt einen Account bei Facebook für Dich gelöst. Account ... Account ... ach weisst Du, dass ist sowas wie ein Schlüssel, damit Du bei Facebook rein kannst. Ja, genau, da kannst Du jetzt rein. Da treffen wir uns dann. Und ich habe Dir auch eine Anfrage gesandt, ob Du mein Freund sein willst. Nein, ich weiss schon, ich bin Dein Enkel, aber auf Facebook musst Du mir Freund sagen. Da kann man nicht Enkel, Onkel, Opa, Eltern oder so was anklicken, nur Freunde. Und wenn Du Kontakt zu mir haben willst, dann klicke jetzt einfach auf Freund akzeptieren. Super Opi, jetzt sind wir Freunde!"
So schnell geht das.
Man mag von dieser Facebook-Geschichte halten was man will - und Kritik in dieser Sache ist nicht unwichtig. Ich habe sogar im WWW einen Anbieter gefunden, der vermittelt gegen die geringe Gebühr von nur 177 US-Dollar 1'000 Facebook-"Freunde" ...
Soweit sollte man es nicht kommen lassen - aber von Tante Grete bis hin zu dem bereits bei der Geburt angemeldeten Hansli finden sich in meinen Freunden auch so einige. Es gibt da Leute, die schreiben alle paar Minuten jeden Pieps aus ihrem Leben rein. Und eigentlich interessiert es mich überhaupt nicht, dass bei Gustav momentan rote Geschirrspültücher in der Küche hängen oder dass Vreni zeitgleich im Estrich den Koffer holt.
Aber: ich habe z.B. meinen CouCousin wieder gefunden, seine Familie dadurch kennengelernt. Sie würden mir heute fehlen, dass kann ich mit Fug und Recht behaupten. Ich wurde von Menschen gefunden, die mein Leben nun wieder bereichern. Wir haben Verbindung. Was wir daraus machen, liegt an uns selber. Alleine diese Möglichkeit zu haben, finde ich zumindest sehr wertvoll.
Dass diese Facebook-Freundesgeschichte einem durchaus den einen oder anderen lustigen Augenblick beschert ... es gibt Schlimmeres.
Meine "Opa-willst-Du-mein-Freund-werden-Geschichte" verlieh meinen Erinnerungen Flügel und mehr:
Da hat sich in meinem Bauch nämlich wieder dieser herrliche Kribbeln gemeldet, dieses bestimmte Kribbeln, bei dem ich dann gleich loslachen muss. Erinnerte mich diese Situation doch an das wunderbare Erlebnis, welches ich vor über den Daumen gepeilten 40 Jahren in der zweiten Klasse erleben durfte. Da lag nämlich nach der grossen Pause auf meinem Pult ein Zettel. Darauf stand: Ich will mit Dir gehen. Willst Du mit mir gehen? Mache ein Kreuz bei der Antwort: JA / NEIN / VIELLEICHT / NACH DEN FERIEN. Gib den Zettel dann in der nächsten Pause Heinz und er gibt ihn mir. Gruss von Rolf.
Ich war zwar auch im zarten Alter von fast 8 Jahren geschmeichelt, aber alles andere als darauf erpicht mit einem Buben - wähhh - so was ähnliches wie eine Freundschaft einzugehen. Ich habe dann NEIN angekreuzt und ihm unten auf dem Zettel hingekritzelt, dass er aber dafür in meine Bande aufgenommen werde. Wenn er denn wolle.
Er hat mir damals als Ersatzbruder (ich hatte leider nie einen und wer eine Bande leitet, der braucht auch einen grösseren Bruder als Beschützer) noch einige gute Dienste geleistet, hat den Peter Weber mal ganz doll verkloppt, weil der mich immer wegen meiner Sommersprossen gehänselt hat. Rolf musste 2 x das Kindergartenjahr machen und war deshalb 1 Jahr älter als wir Anderen - und vor allem: grösser. Dieses Argument kam dann auch beim Peter Weber an.
Als ich Rolf mit 25 durch einen Zufall wieder begegnete, wäre ich gerne auf seine Anfrage aus der zweiten Klasse zurückgekommen. Aber wie das Leben so spielt - jemand vor mir hatte bereits JA angekreuzt. Pech gehabt. That's life.
Was haben wir uns ob diesen JA/NEIN/VIELLEICHT-Zettelchen anlässlich der ersten paar Klassentreffen amüsiert. Und jetzt ... jetzt ist es genau wieder so weit. Wir schreiben uns gegenseitig auf Facebook an und fragen, ob er oder sie Freund werden wolle.
Kürzlich kriegte ich sogar die Meldung von Rolf, ob ich denn wolle.
Ich habe gekichert - und auf AKZEPTIEREN geklickt.
Es gibt Dinge, die bleiben für immer.
WENN AUCH NEU VERPACKT
Auch heute wieder bekam ich die Meldung, dass ein verloren geglaubter Freund mich im Freundefinder eingab, fand und mir anschliessend eine Nachricht sandte, ob ich ihn als Freund (wieder) in mein Leben aufnehmen würde. Selbstverständlich habe ich diese liebevolle Anfrage nicht ignoriert, sondern akzeptiert.
So einfach geht das.
Ebenso das Gespräch, welches ich kürzlich im Zug mitbekam. Da hat ein internetkundiger junger Mensch wohl seinem nicht so sehr kundigen Opa am Handy erklärt: "Also, ich habe jetzt einen Account bei Facebook für Dich gelöst. Account ... Account ... ach weisst Du, dass ist sowas wie ein Schlüssel, damit Du bei Facebook rein kannst. Ja, genau, da kannst Du jetzt rein. Da treffen wir uns dann. Und ich habe Dir auch eine Anfrage gesandt, ob Du mein Freund sein willst. Nein, ich weiss schon, ich bin Dein Enkel, aber auf Facebook musst Du mir Freund sagen. Da kann man nicht Enkel, Onkel, Opa, Eltern oder so was anklicken, nur Freunde. Und wenn Du Kontakt zu mir haben willst, dann klicke jetzt einfach auf Freund akzeptieren. Super Opi, jetzt sind wir Freunde!"
So schnell geht das.
Man mag von dieser Facebook-Geschichte halten was man will - und Kritik in dieser Sache ist nicht unwichtig. Ich habe sogar im WWW einen Anbieter gefunden, der vermittelt gegen die geringe Gebühr von nur 177 US-Dollar 1'000 Facebook-"Freunde" ...
Soweit sollte man es nicht kommen lassen - aber von Tante Grete bis hin zu dem bereits bei der Geburt angemeldeten Hansli finden sich in meinen Freunden auch so einige. Es gibt da Leute, die schreiben alle paar Minuten jeden Pieps aus ihrem Leben rein. Und eigentlich interessiert es mich überhaupt nicht, dass bei Gustav momentan rote Geschirrspültücher in der Küche hängen oder dass Vreni zeitgleich im Estrich den Koffer holt.
Aber: ich habe z.B. meinen CouCousin wieder gefunden, seine Familie dadurch kennengelernt. Sie würden mir heute fehlen, dass kann ich mit Fug und Recht behaupten. Ich wurde von Menschen gefunden, die mein Leben nun wieder bereichern. Wir haben Verbindung. Was wir daraus machen, liegt an uns selber. Alleine diese Möglichkeit zu haben, finde ich zumindest sehr wertvoll.
Dass diese Facebook-Freundesgeschichte einem durchaus den einen oder anderen lustigen Augenblick beschert ... es gibt Schlimmeres.
Meine "Opa-willst-Du-mein-Freund-werden-Geschichte" verlieh meinen Erinnerungen Flügel und mehr:
Da hat sich in meinem Bauch nämlich wieder dieser herrliche Kribbeln gemeldet, dieses bestimmte Kribbeln, bei dem ich dann gleich loslachen muss. Erinnerte mich diese Situation doch an das wunderbare Erlebnis, welches ich vor über den Daumen gepeilten 40 Jahren in der zweiten Klasse erleben durfte. Da lag nämlich nach der grossen Pause auf meinem Pult ein Zettel. Darauf stand: Ich will mit Dir gehen. Willst Du mit mir gehen? Mache ein Kreuz bei der Antwort: JA / NEIN / VIELLEICHT / NACH DEN FERIEN. Gib den Zettel dann in der nächsten Pause Heinz und er gibt ihn mir. Gruss von Rolf.
Ich war zwar auch im zarten Alter von fast 8 Jahren geschmeichelt, aber alles andere als darauf erpicht mit einem Buben - wähhh - so was ähnliches wie eine Freundschaft einzugehen. Ich habe dann NEIN angekreuzt und ihm unten auf dem Zettel hingekritzelt, dass er aber dafür in meine Bande aufgenommen werde. Wenn er denn wolle.
Er hat mir damals als Ersatzbruder (ich hatte leider nie einen und wer eine Bande leitet, der braucht auch einen grösseren Bruder als Beschützer) noch einige gute Dienste geleistet, hat den Peter Weber mal ganz doll verkloppt, weil der mich immer wegen meiner Sommersprossen gehänselt hat. Rolf musste 2 x das Kindergartenjahr machen und war deshalb 1 Jahr älter als wir Anderen - und vor allem: grösser. Dieses Argument kam dann auch beim Peter Weber an.
Als ich Rolf mit 25 durch einen Zufall wieder begegnete, wäre ich gerne auf seine Anfrage aus der zweiten Klasse zurückgekommen. Aber wie das Leben so spielt - jemand vor mir hatte bereits JA angekreuzt. Pech gehabt. That's life.
Was haben wir uns ob diesen JA/NEIN/VIELLEICHT-Zettelchen anlässlich der ersten paar Klassentreffen amüsiert. Und jetzt ... jetzt ist es genau wieder so weit. Wir schreiben uns gegenseitig auf Facebook an und fragen, ob er oder sie Freund werden wolle.
Kürzlich kriegte ich sogar die Meldung von Rolf, ob ich denn wolle.
Ich habe gekichert - und auf AKZEPTIEREN geklickt.
Es gibt Dinge, die bleiben für immer.
WENN AUCH NEU VERPACKT
Freitag, 1. Januar 2010
ABSICHTSERKLÄRUNGEN UND ANDERE MÄRCHEN
Mein Schätzeli liebt die Märchen "3 Nüsse für Aschenbrödel" und "Wir räumen den Keller auf".
Eigentlich wollte ich ja heute eine Schreibpause einlegen, mir eine Pause gönnen - mir ist nach Schreibstau. Nur so Dinge wie "In 80 Tagen um die Welt", irgendeinen guten Hitchcock und höchstenfalls noch "Herr der Ringe", könnten mich aus der Reserve locken.
Aber da sich die Ereignisse hier schier überschlagen, sehe ich mich gezwungen zu schreiben. Andere Menschen machen eine Urschrei-Therapie, gehen Bäume umarmen oder kloppen Boxsäcke.
Ich schreibe.
Moritz ist heute Mittag ein wenig konsterniert von dem gestrigen Silvesterabend nach Hause gekommen. Er und seine Freundin haben aber auch immer Pech ... stundenlanges Anstehen vor einer In-Disco, sich freuen auf einen tollen Abend ...und dann - als Vorderste in der Reihe stehend - die Meldung, die Bude sei voll und man wünsche noch einen guten Rutsch. Ojee. Und das jetzt zum zweiten Mal hintereinander. Dies war der allgemeinen Neujahrsstimmung nicht unbedingt zuträglich und irgendwie ... ach ja ... sein einziger trainingsfreier Tag heute läuft nicht wie erhofft.
Mein geliebtes Katerli kränkelt ja seit Tagen mehr schlecht als recht in der Gegend rum und bat mich gestern mit belegter, krächzender Stimme allen Ernstes - zum Fieberzustand kann ich keine Angaben machen, da nicht gemessen - ihm die Watte aus dem Kopf zu nehmen. Ich habe ihn dann schlafen lassen. Am Alkohol kann es nicht gelegen haben, da wir uns je ein Gläschen vom griechischen Imiglikos und einen Schluck süssen Litchee-Sekt gönnten, mehr nicht.
Ach, meine armen Männer ...
So wollte ich sie denn ob der Katerstimmung ein bisschen zu Aktivitäten animieren. Kino? Nö! Solbad? Nö! Spielenachmittag? Nö! "Nach was habt ihr denn Lust?" "Irgendwas machen einfach...."
"Oh! Männer! Ich hab da ne prima Idee! Denkt mal 3 Stockwerke tiefer .... was ist da .... ?".". Verstandnisloses Kopfschütteln. "Der Keller! Ihr wolltet doch schon lange mal Ordnung schaffen. Wäre heute nicht der Tag der Tage?
Gute Vorsätze muss man umsetzen. Jetzt.
Ok, ich gebe es zu. Ich habe in ein Wespennest gestochen. Wir haben nämlich einen Riesenkeller. Und der ist bis zur Decke hin vollgestopft. Mit allen möglichen Dingen ... da liegen noch Kisten mit Babykleidern meiner heute über 20-jährigen Söhne. Erinnerungen aus dem Leben. In Fachkreisen nennt man es kurz und bündig Unordnung.
Überdies dient dieser Keller meinem sportiven Sohne auch noch als Veloraum für seine 4 Bikes, als Werkstatt, als Ersatzteillager, als Trainingsraum.
Dieser Keller war also bereits eine Katastrophe, noch bevor mein Katerli hier Einzug hielt. Seit er aber Einzug hielt, ist es eine Katastrophe grösseren Ausmasses. Und ich höre fast wöchentlich die Absichtserklärung der Beiden, diesem Durcheinander Einhalt zu gebieten und rigoros aufzuräumen.
Doch zurück zu meiner Aufforderung, der Absichtserklärung Taten folgen zu lassen. ENDLICH!
Schätzu gähnt erst noch fertig, bevor er mir zitierte, was der liebe Dieter Nuhr (seines Zeichens ein ausgezeichneter Komiker) zu betreffender Angelegenheit gesagt hat:
Phase 1) - Man beschliesst den Keller aufzuräumen. Das nennt man Absichtserklärung und diese kann Jahre dauern.
Phase 2) - Die Sache konkretisiert sich. Man begibt sich zumindest schon mal nach unten und schaut sich um. Die tellergrossen Spinnen grüssen mittlerweilen freundlich.
Phase 3) - Die Ratten kommen nach oben und beschweren sich ob dem Chaos.
Mein Sohn und sein Komplize in Person meines Schätzus haben nun also beschlossen, Phase 1 die Möglichkeit zu geben sich zu manifestieren, dem Bewusstsein die Chance der Annäherung an dieses Thema zu ermöglichen. Phase 1 birgt schier unerschöpfliches Entwicklungspotential in sich. Sagen meine Männer.
Die Beiden haben nun gemeinsam verkündet, diesen Nachmittag heute dem Sporte zu widmen. Was für sich zu tun.
Sie sitzen vor der Flimmerkiste und schauen sich das Neujahrsspringen an.
MEINE MÄRCHENPRINZEN ...!
Eigentlich wollte ich ja heute eine Schreibpause einlegen, mir eine Pause gönnen - mir ist nach Schreibstau. Nur so Dinge wie "In 80 Tagen um die Welt", irgendeinen guten Hitchcock und höchstenfalls noch "Herr der Ringe", könnten mich aus der Reserve locken.
Aber da sich die Ereignisse hier schier überschlagen, sehe ich mich gezwungen zu schreiben. Andere Menschen machen eine Urschrei-Therapie, gehen Bäume umarmen oder kloppen Boxsäcke.
Ich schreibe.
Moritz ist heute Mittag ein wenig konsterniert von dem gestrigen Silvesterabend nach Hause gekommen. Er und seine Freundin haben aber auch immer Pech ... stundenlanges Anstehen vor einer In-Disco, sich freuen auf einen tollen Abend ...und dann - als Vorderste in der Reihe stehend - die Meldung, die Bude sei voll und man wünsche noch einen guten Rutsch. Ojee. Und das jetzt zum zweiten Mal hintereinander. Dies war der allgemeinen Neujahrsstimmung nicht unbedingt zuträglich und irgendwie ... ach ja ... sein einziger trainingsfreier Tag heute läuft nicht wie erhofft.
Mein geliebtes Katerli kränkelt ja seit Tagen mehr schlecht als recht in der Gegend rum und bat mich gestern mit belegter, krächzender Stimme allen Ernstes - zum Fieberzustand kann ich keine Angaben machen, da nicht gemessen - ihm die Watte aus dem Kopf zu nehmen. Ich habe ihn dann schlafen lassen. Am Alkohol kann es nicht gelegen haben, da wir uns je ein Gläschen vom griechischen Imiglikos und einen Schluck süssen Litchee-Sekt gönnten, mehr nicht.
Ach, meine armen Männer ...
So wollte ich sie denn ob der Katerstimmung ein bisschen zu Aktivitäten animieren. Kino? Nö! Solbad? Nö! Spielenachmittag? Nö! "Nach was habt ihr denn Lust?" "Irgendwas machen einfach...."
"Oh! Männer! Ich hab da ne prima Idee! Denkt mal 3 Stockwerke tiefer .... was ist da .... ?".". Verstandnisloses Kopfschütteln. "Der Keller! Ihr wolltet doch schon lange mal Ordnung schaffen. Wäre heute nicht der Tag der Tage?
Gute Vorsätze muss man umsetzen. Jetzt.
Ok, ich gebe es zu. Ich habe in ein Wespennest gestochen. Wir haben nämlich einen Riesenkeller. Und der ist bis zur Decke hin vollgestopft. Mit allen möglichen Dingen ... da liegen noch Kisten mit Babykleidern meiner heute über 20-jährigen Söhne. Erinnerungen aus dem Leben. In Fachkreisen nennt man es kurz und bündig Unordnung.
Überdies dient dieser Keller meinem sportiven Sohne auch noch als Veloraum für seine 4 Bikes, als Werkstatt, als Ersatzteillager, als Trainingsraum.
Dieser Keller war also bereits eine Katastrophe, noch bevor mein Katerli hier Einzug hielt. Seit er aber Einzug hielt, ist es eine Katastrophe grösseren Ausmasses. Und ich höre fast wöchentlich die Absichtserklärung der Beiden, diesem Durcheinander Einhalt zu gebieten und rigoros aufzuräumen.
Doch zurück zu meiner Aufforderung, der Absichtserklärung Taten folgen zu lassen. ENDLICH!
Schätzu gähnt erst noch fertig, bevor er mir zitierte, was der liebe Dieter Nuhr (seines Zeichens ein ausgezeichneter Komiker) zu betreffender Angelegenheit gesagt hat:
Phase 1) - Man beschliesst den Keller aufzuräumen. Das nennt man Absichtserklärung und diese kann Jahre dauern.
Phase 2) - Die Sache konkretisiert sich. Man begibt sich zumindest schon mal nach unten und schaut sich um. Die tellergrossen Spinnen grüssen mittlerweilen freundlich.
Phase 3) - Die Ratten kommen nach oben und beschweren sich ob dem Chaos.
Mein Sohn und sein Komplize in Person meines Schätzus haben nun also beschlossen, Phase 1 die Möglichkeit zu geben sich zu manifestieren, dem Bewusstsein die Chance der Annäherung an dieses Thema zu ermöglichen. Phase 1 birgt schier unerschöpfliches Entwicklungspotential in sich. Sagen meine Männer.
Die Beiden haben nun gemeinsam verkündet, diesen Nachmittag heute dem Sporte zu widmen. Was für sich zu tun.
Sie sitzen vor der Flimmerkiste und schauen sich das Neujahrsspringen an.
MEINE MÄRCHENPRINZEN ...!
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