Dienstag, 11. Mai 2010

4 x 24 STUNDEN ZEIT!

Leute, ganze 4 Tage!
4 volle, lange Tage für mich, für uns. Welche Wohltat!

Kommt mir gerade richtig, irgendwie zapfe ich nämlich momentan von den Reserven. Geht es euch auch so?
Ob es das Wetter ist? Frühjahrsmüdigkeit? Arbeit? Was auch immer ... ich beanspruche die Handy-Weckwiederholung täglich, reize die Zeit bis aufs Äusserste aus. Und bin ich dann  e n d l i c h  mal aus dem Bette, schlurfe ich im Tempo einer Nacktschnecke den Flur entlang - um mir täglich im Spiegel das Morgengrauen vor Augen zu führen. Katerchen geht es ähnlich bis sehr gleich.
Momentan löschen wir am Abend das Licht - noch bevor im Altenheim drüben das Abendessen abgeräumt ist!


Stellt euch vor - letzten Sonntag haben wir sogar das Glockengeläute der Kirche neben uns verpasst. Glatt weg überhört! Muss ich noch mehr dazu sagen?

Tagsüber kippe ich einen Espresso nach dem anderen in mich rein, kühle die Schläfen regelmässig mit eiskaltem Wasser und stelle die Rückenlehne vom Bürostuhl auf "unbequem" - so muss ich immer schön die Balance halten und bleibe aufmerksam. Kaum ist Feierabend, sehne ich mich dem heissen Bade entgegen. Ich hab nämlich immer kalte Hände zurzeit. Es wäre geblufft, würde ich von pulsierendem Blute in mir erzählen wollen. Sirupartig windet es sich durch Venen und Adern ... genötigt vom Herzschlag. Der Blutdruck ist zugegebenermassen im Keller.

Punkto Keller: Ich sollte doch schon längst die Wäsche aus dem Trockenraum hoch holen!!! Schon mal eine Nacktschnecke Treppen steigen sehen ... ?
Und überhaupt: Der Frühlingsputz ist immer noch nicht gemacht. Ich meine den von 2009. Und gestern Abend hat sich eine Mücke im Spinnennetz an der Decke verfangen. Habe sofort den Staubsauger hervorgeholt um das Zeug weg zu machen ... bin aber sofort wieder von Stuhl geklettert - es ist erschreckend, was sich einem in der Vogelperspektive so alles offenbart. Derart genau wollte ich es doch gar nicht wissen!

Gut. Diese 4 kommenden freien Tage werde ich investieren in: Ausschlafen. Und dann aber Gas geben. Ich will: Fenster putzen, Vorhänge waschen, Balkonpflanzen setzen, die Winterwäsche in den Keller räumen, den Mief aus dem Räumen fegen, endlich Sommerdeko hervorholen und Fritzli einmotten.
Fritzli (Insider wissen Bescheid) ist unser künstlicher Weihnachtsbaum und will endlich in den grossen Plastiksack und aus der Sonne ... sollte sie sich denn wieder mal zeigen.
Diese paar Kleinigkeiten nebst dem Üblichen wären zu machen - ihr versteht. Das zeitraubende Zeugs. Abstauben. Kacheln im Badezimmer. Fugenweiss.
Und sollte mir dann langweilig werden, sind immer noch die Schuhschachteln voller Photos zum endlich mal sortieren, einkleben. Steuererklärung... ?

Überdies will ich endlich mal wieder einen Tag lang einfach nichts tun. Nichts für das Allgemeinwohl zumindest.
Sondern nur für mich! Lesen! Schreiben! Ins Aarebeizli einen Latte trinken gehen und die Zeit Zeit sein lassen! Gute Gespräch mit guten Leuten führen! Am See den Enten zuschauen! In der Sonne auf der Bank sitzen! Briefe schreiben!
Und aus gegebenem Anlass in der Apotheke meiner Wahl mich hinsichtlich eines Multivitaminpräperates beraten lassen. Vita-Sprint vielleicht ...? Alleine den Namen "VITA-SPRINT" auszusprechen bringt mich an den Rand der Erschöpfung und es sammeln sich kleine Schweisströpfchen auf meiner Denkerstirn. Herrjee!

Wenn ich mir dies alles so durchlese, reichen 4 Tage nicht.
Ich werde mich auf irgendwas beschränken müssen - in meinem jetzigen Zustand. Alles auf einmal geht nicht.
Das muss ich mir ergo nochmals genauer durch den Kopf gehen lassen.

Ich werde mir den Laptop schnappen, mich auf ein Bänkchen an die Sonne hocken ... den mitgebrachten Latte schlürfen, nachdenken und euch davon berichten.


Sobald ich eine Lösung gefunden haben.
Aber das kann dauern ... wartet also nicht auf mich.
:-)

OK?

Montag, 10. Mai 2010

ERKLÄRE MIR EINER SCHÖNHEIT!

Der vermeintlich Schönste ist nun also gekürt. Mister Schweiz 2010.

Erinnert mich immer wieder an das eindrückliche Erlebnis von vor X Jahren. Wir trafen auf einem Spaziergang im Wald einen Pfau. Ja, ein schönes Tier, wirklich. Stolzierte an uns vorbei, Kopf hoch gereckt.
Ich applaudierte ... und was tat der Pfau? Schlug sein Rad. Immer und immer wieder - wenn applaudiert wurde.
Eitles Tier. Schade ... die Schönheit ging darunter verloren.


Vielleicht vorne weg meine persönliche Beurteilung:
Schönheitswahlen finde ich in etwa so überflüssig wie Beulenpest und Cholera. Die Schlagzeilen darüber mindestens ebenso!
Nicht nur, dass ich Oberflächlichkeiten allgemein nicht besonders schätze - 08/15, auswechselbar, standardisiert, genormt, angepasst, stromlinienförmig, jasagend, sich für Geld verrenkend ... dafür werde ich mich nie begeistern können.

Ob jemand schön ist, dies will ich erst beurteilen, wenn ich ihn/sie kenne. Worte gewechselt und Aussagen gehört habe. Schönheit ist so viel mehr als auf den ersten Blick ersichtlich! Wenn ich etwas nicht mag, dann das zur Schau stellen des "Huch! Was bin ich der Burner!"

Ich mag den Individualisten, der zu sagen wagt und nicht mit dem Strom schwimmt. Mir gefallen z.B. an jedem Menschen die paar Kilos mehr, mir gefällt die neckische Zahnlücke, Sommersprossen in Hülle und Fülle, die Charakternase, Intelligenz, Eigeninitiative, Charme, Höflichkeit, die Narben und Falten welche zu Menschen - zu ihrem Leben gehören. Vermeintliche "Schönheitsfehler" sind gerade das Besondere.
Ich mag keine Six-Packs ... wer als Frau schon mal den Kopf auf so ein Muskelpaket gelegt hat - weiss das weiche, kuschelige Bäuchlein zu schätzen. Und zu geniessen. Ich will baden im herzlichsten Lachen - nicht im künstlichsten.
Und Hüllen ... Menschenhüllen, Worthüllen ... sind, wie das Wort schon sagt: Nur Drumherum und ziemlich leer.

Ich mag Menschen, die nicht fragen müssen ... "bin ich schön?" ... sondern solche, die diese Frage mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Charisma beantworten - ohne Worte.

Die Gazetten sind heute wieder mal reichlich mit Material zum neuen Mister Schweiz gefüllt - für mich stets aufs Neue erstaunlich. Ist das Interesse daran wirklich so gross - oder bin ich wirklich so ganz anders?
Ich sass heute in einem 4er Abteil im Zug, kriegte von 3 jungen Männern neben mir die Diskussion darüber mit. Daraus war zu entnehmen:

Der neue Mister Schweiz 2010 und ich haben Parallelen:
- Wir schminken uns Beide.
- Wir haben Beide noch keinen Führerschein.
- Wir kämpfen in der gleichen Gewichtsklasse - zugegebenermassen ist er 1m 92cm gross. Herkules nennen sie ihn. Mich nicht.

Es gibt aber auch Dinge, die uns auf alle Fälle unterscheiden:
- Ich habe keine Ballermannqualitäten. Zumindest nicht so, wie er sie interpretiert.
- Ich tanze relativ selten - sozusagen nie - auf Tresen und entblösse dazu den gutgebauten Oberkörper.
- Ich kiffe nicht. Habe noch nie! Er anscheinend auch nicht mehr (seine Aussage).
- Ihm winkt eine halbe Million Gage ... mir winkt höchstens der Polizist, wenn ich vor der Schule wieder mal schneller als mit 30 km/h durchfahre ...
- Er macht Kung-Fu. Ich Haushalt.
- Er spielt Klavier. Ich habe schon im Blockflötenunterricht jämmerlich versagt.
- Notlügen erlaubt er sich. Ich bleibe lieber bei der Wahrheit.
- Er hat einen "dunklen, süssen" Wuschelkopf (O-Ton: "Meine Frisur hat vielleicht den Unterschied gemacht!"). Sooo strohblond bin ich nicht!
- Er ist relativ zahm. Ich - effektiv nicht!
- Mister CH ist Single. Aha.


Dem Herrn ... wie heisst er schon wieder? ... möchte ich einfach all meine Jörgs, Raphaels, Marküsser, Peters, Heinzes, Werners, Alains, Kurts, Luciens, Manuels, Olivers, Michaels, Andreasses, Maurizios, Stefans, Thomässer, Christians, Marcs, Florians, Mischas, Jonasses und und und aus meiner kleinen Welt entgegenstellen. Das sind MEINE wahren Schönheiten. Jeder Einzelne für sich eine Schönheit. Weil ich sie lieb habe.

Das musste ich einfach mal gesagt haben!

Zum Abschluss und zur Untermalung meiner Worte, erlaube ich mir, Worte von Khalil Gibran (danke!) auszuleihen:

"Schönheit
Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen,
verleihen dem Gesicht Schönheit und Anmut,
selbst wenn diese seelischen Geheimnisse schmerzlich und leidvoll sind.
Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen, was in ihrem Innern vorgeht,
entbehren jeglicher Schönheit, selbst wenn ihre äußeren Formen vollkommen symmetrisch und harmonisch sind.
Ebenso wie Gläser unsere Lippen nur anziehen,
wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurch schimmert."


ES IST ALLES GESAGT

Sonntag, 9. Mai 2010

MUTTERTAG MAL ANDERS ...

Meinen Gedanken zum Muttertag habe ich ja in der dieser Woche bereits Luft gemacht.
Dass ich diesen Tag nicht mag - und warum nicht.

Gestern aber, da habe ich trotzdem ein Muttertags-Geschenk bekommen. Der etwas anderen Art ...

... es übernahm die Regie der heutigen Geschichte und ich möchte euch das Geschehen nicht vorenthalten.

Sohn Max hatte gestern mal wieder eines seiner vielen Bike-Rennen.
Ein wichtiges, die EM in Haifa steht bevor. Und seine Chancen auf einen Startplatz stehen gar nicht schlecht.


Bereits beim ersten Anstieg - kurz nah dem Start - riss die Kette am Bike, das Bein schnellte nach vorne und Max verletzte sich am Schalthebel. Sein Knie sieht nicht wirklich gut aus und er kann kaum gehen ...


Im Ambulanzfahrzeug konnte zumindest diagnostiziert werden, dass es wohl keine schlimmere Verletzung ist.
Glück gehabt!
Wir probieren nun also mit herkömmlichen Mitteln den Schmerzen, der Schwellung, der Prellung zu Leibe zu rücken.
Und hoffen, dass es bald besser wird.


Gerade vorhin hat Max gesagt, dass er sein Knie schon 3cm weiter beugen könne als gestern ...
Immerhin.
Auch wenn jetzt der Weltcupstart in Offenbach gefährdet ist - Hauptsache, Max ist nicht Schlimmeres passiert!
Er sieht das genauso.

Herzlichen Dank ...!

AN WEN AUCH IMMER

Samstag, 8. Mai 2010

AUF DAS "DARUNTER" KOMMT ES AN!

Ihr irrt, wenn ihr jetzt meint, dass ich mich in die schlüpfrige Studie unterwäschebezogener Detailbetrachter einbringen will.
Weit gefehlt!
Mit dem "darunter" meine ich das, was unter der Hülle des jeweiligen Menschen steckt.

Das was bleibt, wenn die Seele das Wort ergreift. Das was ein Herz offenbart, welches sich schutzlos dem Betrachter zeigt. Das was die Moral des Einzelnen bei Lichte betrachtet zu erzählen sich getraut. Das was die Gefühle, offen und spürbar gemacht, zu fühlen wagen.

Ich schaue den Menschen gerne ins Gesicht, forsche in ihren Augen, studiere ihre Gestik, höre ihre Worte … noch viel mehr, was sich zwischen den Zeilen findet - und probiere zu verstehen. Den ganzen Menschen. Nicht nur den, den er mir zeigt.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass er meist so viel mehr ist als das, was er mir zutraut! Mein Interesse gilt in erster Linie dem Sein und nicht dem Schein.
Deshalb vielleicht - nein, nicht nur vielleicht - verabscheue ich Lügen, Halbwahrheiten, Verschweigen, Verstecken.

Mein Leben hat Stützpfeiler, auf die ich mich in jeder Situation verlasse: Offenheit, Ehrlichkeit, Wahrheit und Wirklichkeit. Zuverlässige Bindungen und Verbindungen unter Menschen.
Das hat ganz viele Vorteile - und ein paar wesentliche Nachteile.
Davon und was ich darüber denke, das möchte ich euch heute erzählen.

Menschen, welche irgendwann meinen Weg kreuzen, sich als Bekannte, Freunde, Familie auf mich einlassen - sie merken bald einmal, dass ich genau die bin, für die ich mich gebe. Ich sage nie Ja wenn ich Nein meine, ich vertrete mich und meine Person so wie ich eben bin ... und nicht, wie ich gerne gesehen werden möchte. Keinem notwenigen Konflikt gehe ich aus dem Weg – sich miteinander auf gute Weise auseinandersetzen, es bringt uns immer weiter!
Ich beherrsche das Spiel der gezinkten Karten nicht, will das gar nie lernen. Wenn ich jemanden lieb habe, dann zuverlässig, verlässlich und ersichtlich. Ich sage es mit vielen Worten, zeige es mit vielen Taten und lebe es an jedem Tag meines Leben.
Schenke Vertrauen im Überfluss und sehe mich grundsätzlich nicht dazu veranlasst, Schutzfunktionen in mein Ich, mein Leben einzubauen. Ich gehe grundsätzlich vom Guten aus.


Mag ich jemanden nicht, dann sah ich mich noch nie versucht, irgendwas vorzuspielen. Auch da gibt es kein Sonntagsgesicht und so tun als ob - ich bin ich. Und bleibe es. Ich mach nicht passend, was nicht passend ist. Es erspart mir und meinem Gegenüber viel Unangenehmes. Manchmal gilt es halt, Gegebenes einfach zu akzeptieren. Das ist gut so. Und entspannt.
Kann mich jemand gar nicht ab, so bin dankbar und voller Respekt, ist man ehrlich mit mir. Dafür könnte ich dann diesen Jemand schon fast wieder mögen. :-).
Meine Menschen wissen stets, woran sie mit mir sind und womit sie rechnen können. Womit nicht. Es gibt keine Geheimnisse um mich.
Ich scheue bei Niemandem die Aufdeckung von Geheimnissen. Auf mich ist Verlass, wenn es darum geht in Abgründe zu schauen ... und die Arbeit, sich aus ihnen heraus zu arbeiten.
Ich gehe aber dort, wo es keinen Sinne mehr macht.
Und dort wo ich gehe, gehe ich ohne offene Fragen zurück zu lassen.

In meinem ganzen Wesen gibt es aber einen grossen, gravierenden Denkfehler - den ich aber nie korrigiert haben möchte:
Ich erwarte von meinem Gegenüber nie etwas Böses. Ich gebe ihm/ihr Kredit und gehe davon aus, dass man mich so behandelt, wie ich ihn oder sie behandle.
Nicht viele - aber stets Menschen, die mir wichtig waren und bei denen ich keinen doppelten Boden vermutet habe, liessen und lassen mich für meinen Denkfehler einen hohen Preis bezahlen. Weil ich weder Aktion noch Reaktion je berechne, reche ich nie und zu keiner Zeit mit so was. Stehe dann mit vielen Fragezeichen und Enttäuschung vor Tatsachen, die sich gegen mich richten.
Das sind sehr schmerzhafte Erfahrungen für mich. Mein Ich wird dann gegen mich selber verwendet, das macht mir Mühe.
Ja, ich bin berechenbar. Dies lässt Spielraum. Schade, wer es zu seinen/ihren Gunsten ausnützt.

Trotzdem, ich begebe mich bewusst und gewollt stets auf die persönliche Ebene mit meinem Gegenüber. Lade ein in mich und freue mich über jede ehrliche Gegeneinladung. Bin neugierig auf andere Menschen.
Ich würde es nie anders wollen - Hinterhalte eingerechnet.


Denn was unter dem Strich bleibt, der Saldo des ganz Persönlichen, des Guten, des Wesentlichen ... ist so hoch im PLUS, dass ich mich nie im Leben vor irgendwas oder irgendwem verstecke, mir persönlich Möglichkeiten, Chancen und Positives nehme.

Ich plädiere für:
Leben ohne Maske.
Kulissen gehören ins Theater.
Für "so bin ich" - mit all meinen guten UND meinen schlechten Seiten.
Ich will Ehrlichkeit - auch wenn sie weh tun kann. Nie aber so, wie eine entdeckte Lüge.
Das Pure, das was bleibt wenn das Schmückende und Schöngeredete weg ist - DAS ist zu beurteilen.
Mut. Mut haben, sich selber zu sein.
Ich will gesehen werden wie ich bin - und nicht, wie ich gerne gesehen werden möchte. Dann haben die Menschen um mich herum auch Möglichkeiten ... und die Wahl.

Was immer in meinem Leben passiert und noch passieren wird.
Trotzdem - oder noch viel mehr ... deswegen.

ICH BLEIBE MICH!

Freitag, 7. Mai 2010

ES BLEIBT JA UNTER UNS!

Unbedingt. Es ist wirklich dringend. Ich brauche neue Jeans!

Nein, nicht einfach so, weil ich zu den 99 anderen Paar Jeans noch 10 weitere ordern will. Bitteeeee ... was denkt ihr denn von mir?!


Ich habe schlicht, ergreifend und spürbar einige Kilos verloren. Ungeplant. Ich habe nicht wirklich einen Plan wieso. Genauso wenig wie ich mir jeweils erklären kann, warum ich den anbetungswürdigen Stretchanteil beanspruche.
Ist so, weil ist so. Punkt. Fertig.

Darüber bin ich selbstverständlich nicht traurig, ich habe immer noch genügend Reserven - so ist es ja nicht. Aber wie jedes Ding, so hat selbst die an und für sich erfreuliche Tatsache des Gewichtsverlustes 2 Seiten. Die Rückseite besagter Medaille da wäre:

Diese Woche habe ich jeden Tag neue Jeans angezogen - solche, welche ich schon bei 95 Grad in der Maschine durch georgelt habe. Solche ohne Stretchanteil. Solche, die zuhinterst im Schrank lagen. Gepasst hat keine mehr! Immer dasselbe: Sobald ich die Treppen runter steige, rutscht das indigoblaue Beinkleid mir in die Kniekehlen! Blöd, wenn man im 2. Stock wohnt, ohne Lift. Unangenehm, wenn man im Transit Bahnhof - Arbeitsplatz stets den Daumen in der Gurtschlaufe eingehakt haben und gegen die Erdanziehungskraft ankämpfen muss, damit ich meine Unterwäsche-Kollektion nicht öffentlich zugänglich mache.

Selbst das Hinsetzen hat so seine Tücken ... sitzt nämlich die Jeans nicht schön satt und rutscht hinten weg, dann hat der oder die Betreffende mit dem sogenannten "Sparschweinchen-Effekt" zu kämpfen. Sparschweinchen-Effekt? Wie soll ich nun diesen, von mir so benannten Ausdruck niveauvoll erklären...?
Lasst es mich so sagen: Setzt sich jemand auf einen Stuhl, dessen Jeans bei der Hinsetzbewegung über die Hüfte runter rutscht, dann beschert dies einem unfreiwilligen Zuschauer einen nicht wirklich zu empfehlenden Einblick in Dinge, die doch eher persönlicher Natur sind. Ein Lächeln huscht einem dann trotzdem über die Lippen, weil man unweigerlich an ein Sparschweinchen denken muss.
Ich hoffe, ich habe mich gepflegt - aber klar ausgedrückt. Capito?

Nur einmal, ein einziges Mal, da habe ich Jeans erwischt, die ich irgendwann in einem sehr schwachen Moment erstanden habe. Grösse 42, allerdings Stretch. Aber hinten auf den Taschen waren so tolle Bling-Bling-Steinchen aufgeklebt. Seitlich auch. Eine geniale Jeans! Meine Jeans! Ich habe sie damals einfach mal erstanden und mitgenommen. Hinsichtlich schlankerer Zeiten. Wer weiss.
Die habe ich gestern Abend probehalber mal angezogen. Bei Jeans ist ja schon viel gewonnen, kann man sie selbstständig und ohne Schuhlöffel anziehen - soweit hat da ja auch alles prima gepasst. Als ich den Knopf zumachen wollte, killte ich schon mal den Nagel am Mittelfinger der linken Hand. Es war aber auch ein Krampf diesen Knopf zuzumachen! Immerhin, ich habe es aus eigener Kraft geschafft.
Jedoch der Reissverschluss sträubte sich vehement. Erst dachte ich, es liegt am Reissverschluss. Musste dann aber ehrlicherweise zugeben, dass es das neckische Röllchen unter dem Bauchnabel war, welches sich wortwörtlich quer stellte. Da ich eine Frau der Tat bin und mich keineswegs sofort geschlagen gebe, habe ich mich stecken gerade rücklings aufs Bett fallen lassen. So weit - so gut.
Unter Inanspruchnahme all meine Kräfte, quälte ich den armen Reissverschluss letztendlich doch noch in die von mir gewünschte Position. Da lag ich also nun. Wie ein Käfer hilflos auf dem Rücken. Mit inexistenter Zwerchfellatmung. Alles andere war unmöglich. Doch ... wie jetzt aufstehen? Ich fühlte mich leicht indisponiert. An normales Aufstehen - und somit gekrümmte Position - war nicht zu denken. So rutschte ich sachte seitlich von Bett runter auf die Knie, stellte mich auf die Beine und stand dann endlich. Eingeengt, äusserst eingeengt! Aber ... ich stand!

Ich stakste langsam nach vorne zum Spiegel. Mit Betonung auf LANGSAM - meine Atmung durfte ich ja nicht allzu sehr forcieren. Der Blick in den Spiegel verriet mir, dass ich vielleicht mit dem Tragen dieser besonderen Jeans noch warten sollte. Meine Augäpfel glupschten nämlich beängstigend im hochroten Gesicht, die Nasenflügel blähten sich unaufhörlich und mir war schwindlig.
Fazit: Wir reden in 5kg wieder darüber.
Soviel zu Calvin (zu) Klein!


Dies wollte ich nur kurz erzählt haben - ihr Alle gehört ja mittlerweilen schier fast zur Familie.

So gesehen bleibt ja alles ....

... UNTER UNS. ODER?

Donnerstag, 6. Mai 2010

MUTTERTAGS-ALLERGIE

Ohne irgendeinem Menschen - schon gar keiner Mutter - das Fest der Mütter madig machen zu wollen:
Ich persönlich entwickle von Jahr zu Jahr grössere Aversionen diesem Feiertag gegenüber.

Mein Bauchgefühl sagt ganz klar: NEIN! Meist kann ich mich darauf verlassen. Und so habe ich mal gegoogelt - man sollte ja nicht Dinge in der Luft zerfetzen, nur so aus dem Gefühl heraus. Zu einem vertretbaren Entscheid gehört auch Basiswissen. Das habe ich mir mittels meiner Lieblingsenzyklopädie WIKIPEDIA angeeignet ... und siehe da, mein Bauchgefühl hat so Unrecht nicht!
Ich konnte nachlesen, dass die Begründerin des heutigen Muttertages, Anna Marie Jarvis, mit der steigenden Verbreitung und Kommerzialisierung sich von der ganzen Muttertags-Bewegung abwandte und zeitlebens erfolglos für die Abschaffung dieses "Feiertages" gekämpft hat.
Mittlerweilen ist der Kommerz nämlich soweit, dass einzig Weihnachten die Umsätze des Muttertagsgeschäftes übertrifft. Dies ist mit Bestimmtheit nicht der Sinn der Sache.

Dabei war der Grundgedanke wirklich gut gemeint.


Nicht falsch verstehen - ich setze mich ganz klar für Mütter (Frauen im Allgemeinen) ein. Die Rolle der Frau sowohl in der Familie, der Partnerschaft wie auch der Gesellschaft kann gar nicht ernst genug genommen und respektiert werden. So ein lapidarer Blumenaufrufs- inkl. Restaurantbesuchs-Tag mit dem obligaten Frühstück ans Bett, setzt aber weder ein Zeichen, noch kommt es in irgendeiner Art dem Ursprungsgedanken von Anna Marie Jarvis nahe.

Mich erinnert das alles sehr an Abgeltung - und eine Mutter ... oder besser ich definiere dies personenbezogen: ICH will nicht abgegolten werden. Für ein Jahr. Ein Jahr hat 365 Tage - und das sind Tage voller Leben. Mal gut, mal toll, mal geht gar nicht und dann wieder besser. An all den Tagen, an jedem Einzelnen, wünschte und erwarte ich im Namen der Mütter / Frauen Respekt.
Nicht Friede, Freude, Eierkuchen ... aber Respekt. Und das vor allem an den weniger guten Tagen.
Ich hege gegen den Frieden, gegen Freuden und Eierkuchen kein Unbehagen - Gott behüte, ganz bestimmt nicht! Ist es so, dann soll man das geniessen, in vollen Zügen. Dann läuft aber auch alles optimal und die kleine oder grosse Familienwelt ist im Einklang.
Aber das Leben hat so ganz andere Regeln, manchmal. Schreibt manchmal Geschichten, die wir Mütter / Frauen anders geschrieben haben möchten ... würde man uns fragen.

Doch ... Leben fragt nicht, Leben lebt. Das ist weder negativ noch positiv gemeint - es ist die Realität. Und ich wünsche mir von den Meinen, dass an jedem Tag, an guten und weniger guten (an diesen vielleicht erst recht), der/die Einzelne nicht untergeht. Anerkennung bekommt. So oder so.


Meine drei Jungs (Moritz / Max und Katerli), ihr lest das, ich weiss es. Deshalb hier ganz öffentlich meine Bitte - welche ihr ja eigentlich kennt:
Lasst euch an diesem Tage bloss nicht bei mir mit sündhaft teuren Blumen blicken. An jedem anderen Tage ja, aber nicht am Tage, wenn Mütter wie Tiere im Zoo unter optimalen Bedingungen gehalten werden - für 24 Stunden. Lasst uns weiträumig die vollgepferchten Restaurants mit all ihren Spezial-Muttertags-Menüs umrunden. Wir essen ein ander Mal ganz gemütlich zusammen. An irgendeinem Tag - wenn wir Lust haben und nicht an dem benannten, vorgeschriebenen.

Liebe Söhne, denkt an mich, schreibt ab und zu mal eine SMS, telefoniert mit mir, lacht mit mir, diskutiert mit mir, gebt mir Platz und Raum in eurem Leben, euren Herzen - an möglichst jedem Tag des Jahres. All die Jahre. Und wenn wir Zoff haben, dann setzt euch fair mit mir auseinander. Stets.
Wenn aus euch glückliche, zufriedene, ehrliche, aufrichtige und zuversichtliche Männer geworden sind, dann habe ich, was ich immer wollte. Das dem so ist, dies sehe ich zwischen den Tagen zweier Muttertage. Dazu braucht ich keinen Muttertag, ihr auch nicht.

Ich will nicht die Ausstellmutter im Schutzgehege des Mai-Muttertags-Tages sein.
Ich bin die "Mitten-im-Leben-Frau-und-Mutter", die gerne etwas mehr gibt - und die gerne etwas mehr möchte.
Vom Leben. Und überhaupt.
Die hart dafür arbeitet - in jeder Beziehung.

Anspruchsvoll? Vielleicht. Ja, wahrscheinlich sogar. Manchmal zumindest ganz bestimmt.


UND ICH MEINE - ZU RECHT!

Mittwoch, 5. Mai 2010

BITTE GANZ SANFT, FRAU SCHNEIDER!

Würde ich meine Bloggeschichten jeweils vorlesen müssen - dann wäre zumindest heute hier ausser betretener Stille nichts zu hören.
Nicht, weil ich nichts zu sagen hätte ... weil ich nicht kann!

Ich hatte heute nämlich meinen halbjährlichen Dentalhygiene-Termin. Diese neuzeitliche Foltermethode soll gewährleisten, dass ich auch im hohen Alten mit meinen eigenen Kauleisten noch kraftvoll zubeissen kann. Aber welch Höllenqualen ich da jeweils erleide ...
Was Zahnarzttermine anbetrifft, so bin ich nicht nur nicht mutig, ich bin zugegebenermassen unmutig! Man könnte es schon schier als feige benennen. Heute Morgen, zum Beispiel, habe ich nach draussen geschaut und den Regen bemerkt. Nicht dass ich eine Naturkatastrophe heraufbeschwören möchte - aber wäre dieser Regen jetzt in sintflutartige Wassergüsse ausgeartet, die Geleise der Bahnstrecke zwischen Thun und Bern unterspült worden, sämtliche Zugangsstrassen in die Hauptstadt gesperrt - ich wäre nicht wahnsinnig traurig gewesen. Es wäre aus meiner Sicht zu verkraften gewesen.

Dem war aber nicht so, alle Züge fuhren fahrplanmässig und gegen 11.00h fand ich mich ergo auf dem Behandlungstuhl meiner Dentalhygienikerin, Frau Schneider, wieder. Frau Schneider ist eine ganz Liebe, wirklich. Sie lächelt freundlich, macht sogar Spässe, fragt immer wieder nach dem Wohlbefinden. Dies meist dann, wenn die Knöchel meiner in die Lehnen gekrallten Finger hellweiss hervorstechen und meine Augäpfel sichtlich pulsieren.
Meine Antwort darauf ist immer wieder die gleiche: "GRMPFTTKDJGH!!!". Weil ... mehr geht nicht, hat man 2 Marterinstrumente mitsamt Händen im Mund.
Dass sie mich anlächelt, sehe ich nur an ihren Augen und den kleinen Fältchen auf der Stirn, der Rest des Gesichtes wird ja mit einem Schutze verdeckt. Der Höflichkeit halber probiere ich dann jeweils zurück zu lächeln - mit geringem Erfolg, aus gegebenem Anlass.
Meine Pein beginnt ja schon eine Stunde vor dem Termin. Ich putze mir die Zähne so gründlich, als müsste der ganze Zahnschmelz weg. Dann wird gezahnseidelt bis zum Anschlag, Depp ich. Ich will ja einen guten, gepflegten Eindruck hinterlassen! Gründlichst gurgeln, den Hauchtest in die hohle Hand machen und anschliessend die ganze Aktion für tauglich befinden.
Heute war ich mal wieder zu früh da. "Es dauert noch ein paar Minuten" - so die Zahnarztgehilfin. "Ach kein Problem ... also ... wir können auch einen neuen Termin vereinbaren ... in 150 Jahren ...?" so ich. Sie grinste und schickte mich ins Wartezimmer.

Hocke ich dann eingeschüchtert im Wartezimmer, ist jedes noch so leise Türquitschen Qual. Ich weiss was gleich um die Ecke kommt ... Frau Schneider!
"Guten Tag Frau Sternenzauber!", sagt sie dann jeweils, mit ihrem nettesten Lächeln. Ich quetsche grade mal eben ein "Ein guter Tag ist anders - aber Hallo Frau Schneider" zwischen den zusammengepressten Zähne durch. Wäge nochmals die Möglichkeit der Flucht ab und ergebe mich dann gezwungenermassen der Situation.

Sie:"Liegen Sie bequem?" Ich: "Mmmm". Sie. "Soll ich den Radio einschalten?" Ich: "Ja, dann hört man meine Schmerzschreie nicht so". Sie: "Dann wollen wir mal". Ich: "Wir?"
Sie: "Na, haben Sie immer regelmässig geputzt und auch jeden Tag Zahnseide benutzt?" - und wieder lächelt sie. Ich: "Jawoll, ich putze jeden Tag gründlich die Zähne. 1x in der Woche sogar mit dem hässlich-grausigen Fluorgel - wäääh" und zeige die Zähne. Sie: "....und Zahnseide..."? Ich: "J ......ein. Also schon, aber nicht immer. Ein bisschen weniger als häufig. Sozusagen unhäufig. Ok - ich gebs ja zu - 3x in der Woche".
Sie: "Aha".


Ich weiss jetzt nicht zu deuten, ob das jeweils ein positives oder negatives Aha ist. Sie hat aber dazu gelächelt. Ich glaube, sie mag mich.
Manchmal frage ich mich, ob Dentalhygienikerinnen - so freundlich und ausgeglichen sie auch immer scheinen mögen - nicht tief in sich ein unterschwelliges, unterdrücktes Problem mit Mitmenschen haben. Leichten Hang zu Aggressionen. Und so. Wer weiss ... ?

Wenn ich dann zuhöre, wie die diversen Meissel, Ahlen, Feilen und dergleichen über meine Zahnreihen schmirgeln, dann bin ich versuchter Meinung, mein Mund sei eine Tropfsteinhöhle. Frau Schneider schabt, pickelt, kratzt. Um dann irgendwann nach 45 Minuten zu vermelden: "Geschafft - spülen"!
Was für ein Moment! Ab da geht es mir jeweils rasant besser. Ich lache mit blitzeblanken Beisserchen Frau Schneider an, bedanke mich für die liebevolle, fürsorgliche Behandlung und schwebe aufgehübscht aus der Praxis.
Natürlich unter Mitnahme des nächsten Folter-Termins. Wer schön sein will muss leiden. Punkt.
Und ... na ja ... so schlimm war es ja eigentlich doch nicht. Am Resultat gemessen.

Als Mittagessen gab es kühlenden Joghurt-Drink. Am Abend werde ich es mit einer warmen Suppe probieren. Meine oralen Äusserungen betreffend die öffentlichen Kundgebungen bezüglich meiner Person, werden sich heute Nachmittag auf das Notwendigste beschränken. Besonders die Zischlaute schmerzen. Müsste ich mich mit "Frau Sternenzauber" melden, würde ich heute Nachmittag zu "Ernenauber" mutieren. Zum grossen Glück heisse ich aber viel unkomplizierter und völlig ungezischt. Es müsste ergo machbar sein.

Vielleicht ... vielleicht ... kann ich morgen schon wieder schmerzfrei küssen.

ICH HOFFE ES!

Dienstag, 4. Mai 2010

DAS HAT ER LEIDER NICHT VON MIR!

Nein, wirklich nicht. Leider.
Darauf wäre ich nämlich wirklich stolz.

Er ist ein bisschen anders, alles andere als O815:
ER kann mit Musik und Tönen: ICH werde immer mit einer Krähe auf dem Misthaufen verglichen. Völlig unmusikalisch. Auch wenn ich liebend gerne dazu tanze, pfeiffend durch das Leben gehe und eine der Lautesten am Hockeymatch bin.
ER kann mit Chaos: ICH ... nein bitte bloss nicht! Um Himmels Willen! Wenn die Küche mal nicht gemacht ist, dann ist dies so zu verstehen, dass mein Innenleben gerade - im übertragenen Sinne - einen Wasserrohrbruch erlitten hat.
ER geht Pfade, die mehr als verschlungen sind. Mir teilweise verschlossen bleiben. Jä nu: ICH gehe auch gerne Wege die nicht ausgetrampelt sind - aber ich muss mein Ziel kennen. Und dann geht’s los. Bei ihm ist meist der Weg das Ziel. Oder auch nicht.
Und ER kann zeichnen - und wie er das kann! ICH dagegen kritzle. Zeichne so gut wie ich singe.

Genau von diesen, seinen Zeichenkünsten will ich euch heute erzählen.

Es ist so: während mein ältester Sohn Moritz mal eben so ein paar Zeichnungen der Güteklasse "SUPER" aus dem Handgelenk schüttelt, hänge ich ... den Farbstift krampfhaft umklammernd ... in völligster Hochkonzentration vor dem Blatt Papier. Die Zungenspitze seitlich raushängend wie ein Chihuahua nach einem 100m Sprint. Flach atmend. Und megastolz, wenn denn das Werke zur Bestaunung veröffentlicht werden kann.

Das stolze Meisterlächeln gefriert mir aber im Nullkommanix, wenn dann die Menge - das Gesamtwerk bestaunend - fragt, wie alt mein Grosskind denn schon sei und seine ersten Versuche mit Papier und Farbstiften doch recht vielsprechend seien.
Hallloooo - so schlimm ist das doch gar nicht, das Bild! Hallloooo - ich bin noch keine Oma!
Und während ich gesenkten Kopfes aus der Situation schleiche, piksen die Splitter meines am Boden zerstörten Selbstvertrauens arge in meine Fusssohlen.

Moritz hat übrigens schon ganz früh mit Zeichen begonnen - sein erstes grosses Meisterwerk prangte in Knallrot an den Fliesen, Fugen des Badezimmers und war gemalt mit dem sündhaft teuren Lippenstift, den ich mir mühevoll zusammen gespart hatte.
Später hat er Wände bemalt - seine und nicht seine, sich selber, andere. Am liebsten mit wasserfesten Filzstiften. Später mit Farbspray.
Als Konsequenz daraus haben wir die Privathaftpflichtversicherung OHNE Selbstbehalt abgeschlossen.

Während ich bei Serienbriefen Muffensausen kriege und im täglichen Kampf mit WORD, EXCEL und all den anderen Programmen stehe, den Dingen zwischen Himmel und Erde auf Knien danke, wenn ich ohne fremde Hilfe eingeschobene Texte zentrieren, Bilder einfügen und Lohnlisten selbstrechnend erstellend kann - erstellt Moritz mal eben, schnellschnell, ein Bild von mir. Richtig schön, total cool. Mit Wowwhhh-Effekt. Schaut mal:



Moritz komponiert auf dem Compi Bilder, wie ein Liedermacher seinen Hit.
Zeichnet wunderbarste Dinge, präsentiert richtige Kunstwerke.
Künstler. Lebenskünstler.
Wie gesagt, er hat es leider nicht von mir.
Mir bleibt - nebst Staunen und Freude daran haben - nur zu sagen, voller Achtung:

BRAVO - UND ... DANKE!

Sonntag, 2. Mai 2010

WAS SOLL ICH DENN MIT 13 LITERN NIVEA-CRÈME?

Ich mag, wenn ich mir gefalle.
Ich liebe es, wenn man mich gerne riechen kann. Im wahrsten Sinne des Wortes - und im übertragenen übrigens auch.
Mich einen Tag lang nicht zu pflegen ... das ist fast so schlimm wie einen Tag lang nicht lachen.

Geht gar nicht.

Gestern Morgen holte ich mit der Zeigefingerkuppe der rechten Hand das letzte Restchen Tagescrème aus dem hellblauen Glastöpfchen, tüpfelte es mir auf Stirne, Nase, Wangen, Kinn - und klopfte es mir dann sachte, liebevoll und mit weichen Streichelbewegungen ins Gesicht.
Um die Augen kommt dann das ganz besondere Anti-Knitter-Augenringbekämpfendes-Abschwellgel. Macht den klaren Blick und einen schlanken Fuss. Doch ... herrjeeeemineeee! Der Spender spuckte nur so kleine Tröpfchen des begehrten Fluides aus!

Diese 2 Tatsachen gipfelte in der Erkenntnis, dass ich mich schnurstracks in Richtung Stadt und da in Richtung Parfumerie Marionnaud aufmachen muss. Aber dalli!! Portemonnaie nicht vergessen.
Katerchen schloss sich unwissend dieser Pilgerfahrt in den Laden der Frauenträume an. Ich glaube - nein ich befürchte - er hat wirklich und wahrhaftig gedacht, dass ich einfach nur eine Crème einkaufen will. Und schnell mal Augengel.
Weit gefehlt. Das ist kein Einkauf - das ist eine Zeremonie!

Eine Frau geht nicht in eine Parfumerie. Sie schwebt. Sie lustwandelt.
Die automatische Schiebetüre eröffnet mir jedes Mal mein ganz persönliches Schlaraffenland. Ich trete ein, in diese wunderbare Welt der Düfte. Der Lippenstift-, Lidschatten-, Wimpern-, Brauen- und was auch immer Farben. Der Püderchen, Pülverchen, Tiegelchen, Tübchen, Crèmes, Gels, Flacons, Spender. Und alles verspricht Schönheit pur. Und da ich ein Mensch voller Vertrauen bin, glaube ich dies alles gerne auch.

Zugegeben - nach 48 Jahren Degustation der möglichen und unmöglichen Möglichkeiten, des ganzen Variantenreichtums, habe ich mittlerweilen die WIRKLICHEN Favoriten gefunden. Die Bringer. Die Burner. Produkte, die zumindest annähernd das erfüllen, was sie versprechen.
Einen einzigen Haken hat die Sache jedoch: Das Zeug lässt sich finanziell schier mit hochkarätigen Diamanten aufwiegen! Augengel ist also schon deshalb von so guter Qualität, weil es die anschliessend von Tränen verquollenen Augen (passiert stets, wenn der Blick auf die Gesamtsumme des Kassenzettels und die Leere des Geldbeutels fällt) wieder einigermassen aufpeppen muss!

Ich war nun also am Orte des Geschens und stellte ich mich erwartungsfroh vor das Regal mit den Produkten meiner Wahl. Diese Aktion hat jeweils Signalwirkung für das Personal. Irgendwie stehen die nie so schnell neben mir, wenn ich beim Niedrigpreissegment-Regal suche.
So auch gestern - kaum hatte ich meine Lesebrillchen auf die Nasenspitze gesetzt, als schon eine sehr nette Dame mich aufs freundlichste begrüsste und fragte, ob ich Hautpflegeprodukte suche. Auf meine lächelnde Antwort "sieht man mir das an?" war sie erst ein wenig verwirrt, wertete dann aber meine Bemerkung genau so wie ich sie gemeint hatte: humorvoll und augenzwinkernd.

Selbstverständlich musste ich mir erst mal alle Neuerungen im Detail erklären lassen. Ich liebe das! Sie informierte mich auch sehr eingehend und voller Wissen über die Wirkung des neuen Serums, dass ich über dem Tagesserum und unter jeder Crème benutzen kann. Am besten als Kur gebrauche - "Frühlingskur" - mein anschliessendes Kichern war darauf bezogen, weil wir in unserer Garage genau diesen Ausdruck auch gebrauchen, bloss meinen wir die Niveaukontrolle des diversen Flüssigkeiten, Unterbodenreinigung und Tests alles sicherheitsrelevanten Teile :-).
Aha. Muss ich mir merken.
Anschliessend hatte ich ergo mal wieder die Qual der Wahl ... nehme ich was für den Feuchtigkeitshaushalt der Haut, will ich entknittern, soll meine Haut ewig jung bleiben, ist mir nach straffer, modellierter und feiner Haustruktur?
Also - ehrlich gesagt - mir ist nach all dem!

Und da kommt dann die nette, etwas verschüchterte Dame wieder ins Spiel. Schaut mich durchdringend an ... und meint dann: "Falten haben sie nicht. Ihre Haut ist auch schön durchfeuchtet. Nehmen wir doch für die Augen das Gel welches alles kann (Capture totale) und fürs Gesicht die modellierende Sculpt-Linie".
 *SCHLUCK*.
Ok - ich wollte es ja so!


Während der ganzen Geschichte steht der männliche Mann neben mir, beäugt das Schaupiel mit schreckensgeweiteten, ungläubigen Augen, hat einen völlig verstörten, ungläubigen Gesichtsausdruck und muss nach Nennung des Preises beider Artikel gestützt werden.

Die Frau - also ich - nehme unterdessen freudstrahlend das silberne Armband in Empfang, welches ab einem Einkauf von Fr. 100.00 mit in die luxuriöse Tüte gepackt wird, erfreut sich ob des Mini-Necessaires mit Inhalt präferierter Marke als zusätzliches Geschenk und findet es einfach genial, dass zusätzlich noch Mini-Pröbchen diverse Parfums, neuartiger Crèmes und dergleichen das Präsentkörbchen füllen. Danke!
Der stumm neben mir stehende Mann mit dem bleichen Antlitz kriegt immerhin auch eine Parfumprobe in die zitternde Hand gedrückt. Das "Dankeschön" deutet er nur an, es bleibt ihm im Halse stecken.

Irgendwie fühlte ich mich schon beim Verlassen der Schönheits-Oase verjüngt. Mein Schritt war extrem federnd - und so leicht. Mir war nach sofort heimfahren und Wellness-Nachmittag mit Allem.
Regentage haben durchaus auch ihr Gutes!
Während wir so zum Roller schlenderten ... ich hüpfend mit einem Hauch schweben ... schlurfte der Vertreter des Mannenvolkes staksig neben mir her. Blieb plötzlich stehen und sah mir etwas irritiert in die Augen: "Hör mal", sagte er heiser, "hör mal, weisst Du eigentlich, dass Du jetzt für insgesamt 65 Milliliter "Elixier" genau gleich viel Geld ausgegeben hast, wie wenn Du Dir 13 Liter Nivea-Crème gekauft hättest?".


Um Himmels willen! Was soll ich mit 13 Liter Nivea-Crème?? Da müsste ich ja mindestens 156 1/2 Jahre alt werden, um dem Zeug den Garaus zu machen! Bittteeeeee!! Und das erst noch voller Falten und völlig unmodelliert und mit verquollenen Augen! Geht gar nicht!
Mannnnn!
Bevor wir auf den Roller stiegen, bin ich noch schnell in den Buchladen verschwunden. Hab der Buchhändlerin mein Anliegen geschildert, das empfohlene Buch gekauft und werde jetzt gleich mit Lesen loslegen.
Man sagte mir, es würde so einiges erklären.

Wie es heisst wollt ihr wissen?

"MÄNNER SIND VOM MARS - FRAUEN VON DER VENUS"

Samstag, 1. Mai 2010

VERGNÜGUNGEN IN LUFTIGER HÖHE

Wie machen die das bloss?

Echt. Man hört ja immer mal wieder davon. Ich als offene, dem weltlichen und menschlichen sehr zugewandte Person kann das ja auch durchaus nachvollziehen. Bloss ... wie gesagt, wie machen die das ... ?

Es gibt da so einen Blog von einem Manne, der wohl sehr oft in der Weltgeschichte rumfliegt. Immer auf Achse ist. Und Leute - was dem alles passiert! Jede Woche hat der Gute an irgendeinem Flughafen, in irgendeiner Flugzeugtoilette, unter irgendeiner Decke irgendeiner Fluggesellschaft exorbitant amouröse Erlebnisse, die selbst mir die Röte ins Gesicht jagen.
Himmel nochmal!

Während ich während meiner 6 Jahre dauernden, beziehungsnotwendigen Fliegerei auf durchs Band weg äusserst freundliche, hilfsbereite, nette, angenehme Flugbegleiterinnen traf, trifft der Mann auf durchs Band weg sexuell sowas von unterbeschäftiges Flugpersonal, dass er dauernd ... ähhh ... sagen wir es mal so: zur Kasse gebeten wird.
Aber ich kann das ja auch verstehen - er ist nach eigenen Angaben äusserst attraktiv, ewige knapp 30ig und hat ein paar Silberstreifen in dem wellig-lockig schwarzen Haar, dessen Locken-Ausläufer ihm manchmal so neckisch im ansprechenden Äusseren seines ebenmässiges Gesichtes, knapp vor den azurblauen Sehnsuchtsaugen, rumhüpfen.

Kaum am Flughafen angekommen, kettet ihn bereits die Dame am Helpdesk förmlich an den Tresen - dabei wollte der arme Mann doch nur die Auskunft, ob seine eben eingekauften Armani- und Bossanzüge irgendwo im Flieger entsprechend geschützt untergebracht werden können. Beim Check-In-Schalter checkt ihn, die seinem Charme bereits in der ersten Sekunde verfallene Lady, mit gierigen Augen sowas von ab, dass dem bemitleidenswerten Herrn alle Sicherungen durch knallen. Verständlich - oder?

Sich zur Passkontrolle rettend, bemüht sich selbst die ältere Dame hinter dem Pult, seinen Namen zu merken. Stammelt ihn leise - mit vor Erregung zitternden Lippen - vor sich hin. Logo. Bei der anschliessenden Personenkontrolle soll es, nach seinen eigenen Angaben, bereits zu Rangeleien gekommen sein, wer ihn denn jetzt abtasten dürfe.
Stets war es dann aber die langbeinige, blonde Dame mit Doppel-D, die ihn lasziv nach Knallpetarden untersucht hat. Und so.
Gut, er muss in diesem Zusammenhang vergessen haben, dass Männer nur von Männern gecheckt werden. Aber diesen kleinen Irrtum verzeihe ich ihm grossherzig, er muss aber auch so was durcheinander sein - so gefragt wie er ist.

Während er dann für seine Frau das teuerste Parfum im Duty-Free aussucht (unter reger Mithilfe mindestens 3er Damen unter 20), giert bereits das Kassenpersonal nach ihm und betet still, dass er doch die ihre Kasse beglücken solle. Wenn möglich noch darüber hinaus.

Vom Flieger wollen wir ja gar nicht sprechen. Das versteht sich von alleine. Ein Mann wie er ist ein gehetztes Tier. Wehrlos der Meute rolliger Weiblichkeit gegenüber. Die Flugbegleiterinnen drücken sich im engen Gang ganz nah an ihm vorbei. Lächeln ihn an. Stecken ihm Handynummern zu. Der Gang zur Toilette wird für ihn zum Spiessrutenlauf ... keine Pinkelei ohne Gegenverkehr.
Und er leidet! Er leidet so sehr, immer und stets das Objekt der Begierde zu sein.
Wie leide ich mit ihm.

Meine persönliche Persönlichkeit ist kurz davor, Minderwertigkeitskomplexe zu generieren. Ich, die ich 6 Jahre sozusagen in Fliegern gelebt habe - ich war nie, aber auch gar nie, das erotische Dessert nach dem laschen Sandwich und dem Pappbecherkaffee! Ja, die Flugbegleiter waren total sympathisch und wir haben uns auch immer angeregt unterhalten. Meist waren sie schwul, aber das mag ich ja. Sind die nettesten Männer - unter uns gesagt.
Einmal sass ein Mann neben mir, um den mich sämtliche weibliche Passagiere heiss beneidet haben. Und was haben wir gemacht? ICH habe geschlafen! Die ganzen 45 Minuten. Zugegeben, ich hatte den Kopf an seine breite Beschützerschulter gelehnt - aber auch nur (so seine Aussage nach meiner gestammelten Entschuldigung), weil ich in einem Luftloch rübergekippt sei. Bingo! Das war das Höchste der Gefühle!
Ich bin jetzt wirklich ein bisschen durcheinander Leute. Liegt es nun an mir, am Flugpersonal oder an der Tatsache, dass ich nicht schwarze Haare mir Silberschläfen habe und im Flieger nie aufs Klo gehe - weil das da so eng ist?
Ich mache mir langsam echt Gedanken. Irgendwie fliegt der Mann auch ganz andere Strecken als ich. Wahrscheinlich. Denn meine Flugbegleiterinnen waren zwar immer auch hübsch und adrett gekleidet - lange Haare aber stets hochgesteckt oder zusammengebunden. Dem genötigten Don Juan der Lüfte die Seinen haben stets Haare bis zum A...., also ich meine, ganz lange Haare, welche duftig seine Lippen umspielten, wenn sie sich über ihn beugten. Seine Flugbegleiterinnen hatten auch immer Blusen an, die mindestens 2 Nummern zu klein waren und man Angst haben musste, dass der eine Knopf absprengt und einem armen Unbeteiligten ein Auge ausschiesst.
Nein aber auch sowas.

Ich gebe mich geschlagen! Er hat mehr Sexappeal als ich.
Oder liegt es daran, dass ich bloss Kurzstrecken à 45 Minuten geflogen bin? Man abgesehen von den paar Mal, wenn wir über Düsseldorf oder Zürich kreisen mussten. Aber da wird einem ja eh übel und man denkt an nichts anderes, als das man jetzt ENDLICH runter will und ob man den Zug DOCH NOCH erreicht.

Nein, ich denke, es liegt daran, dass ich andere Menschen - und vor allem auch mich, die schönen Dinge des Lebens, Zwischenmenschlichkeiten, von der nicht so ganz flachen Seite des Lebens sehe. Nämlich mit Respekt.

Und heute das Bild vor meiner Terrasse! Unglaublich! Sex auf der Strassenlampe - in luftiger Höhe. Auch schwarz gewandet.
Erinnerte mich sehr an den Blog-Casanova.


Mit dem kleinen Unterschied:
Auf der Strassenlaterne vergnügten sich ...


... KRÄHEN!

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