Friert ihr auch so jämmerlich wie ich?
Hätte ich nicht schon blaue Augen - ich hätte sie spätestens jetzt, wegen dieser Affenkälte.
Zugegeben, ich bin ein extra-weiches Weichei. Ein Gfrörli der Sonderklasse. Aber was da draussen grad eben abgeht, ist meinen Weich- und anderen Teilen nicht eben zuträglich!
Erschwerender Umstand: Sohn Max macht sich heute Abend auf gen Süden, nach Spanien. Ins Trainingslager. 2 Wochen lang so was wie Frühling. Er hat mir gestern Abend vermittelt, dass es sooooo warm da auch nicht sei, um die 14 - 18 Grad, im letzten Jahr sei das Thermometer über 20 Grad geklettert. Dazu hat er gelächelt.
Für mein Empfinden sozusagen eiskalt gegrinst ...!
Nun ja, ich will mal nicht so sein - es sei ihm gegönnt.
Darf ich heute meinen Frust von gestern Abend loswerden? Wärt ihr so lieb, mir für einen Augenblick Platz zwischen euren warmen Gedanken zu gewähren?
Bitte! Danke!!
Es war nämlich so ... nachdem ich gegen 18.00h drei Schritte aus der Türe "meiner" Firma gemacht hatte, rutschte auf der eisigen Unterlage unter dem Schnee das linke Bein gen Tramhaltestelle, das rechte Bein zurück Richtung Türe. Resultat: Einer jener Ausfallschritte in Extremis, welcher diesen stechenden Schmerz zwischen Oberschenkel-Innenmuskulatur und Adduktoren zur Folge hat. Tat grausam weh und ich schlich anschliessend nur noch.
Infolge Schienenvereisung hatte mein Tram Verspätung. Ich stand da, ich wartete und fror.
Weil irgendeine Elektronik der Türverriegelung auf Grund der Kälte den Geist aufgegeben hatte, fiel mein Zug aus - der nächste war dann dafür doppelt gefüllt. Die Menschen stauten sich sozusagen selbst in den Gepäckhalterungen! Man stand nicht nur in den Gängen, nein, sogar zwischen den sitzenden Reisenden mittig in den Bänken. Meine rechte Wange drückte gegen eine kratzige Wolljacke, die linke Wange wurde von der Schimanski-Jacke eines Kettenrauchers gestreichelt. Irgendwie war’s unangenehm - aber immerhin ... warm!
Ich träumte vor mich hin von heissen Bädern, kuscheligen Betten, Kerzenschein und Jägertee. Mit viel Jäger drin. Riecht grauslig, ist grauslig - aber gibt warm. Endlich dann beim Zielbahnhof angekommen, hiess es rausflitzen und hurtig auf den Bus sprinten. Die Schneeflocken wirbelten um mich herum und die Bise schlich unter die Kleider. Leute - ich hatte Gänsehaut ... sah ganzkörpermässig in etwa so aus wie das Gesäuge einer Muttersau!
Da war es 18.45h. Eigentlich hätte der Bus bereits da sein müssen.
War nicht so - dafür traf ich meinen Freund Thomas an. Thomas ist mir immer eine reine Wärmequelle. In jeder Hinsicht. Ich bin ihm dafür stets Grund für ein Lächeln ... insbesondere gestern ... weil nach 10 Minuten auf den Bus warten, die Spitzen meiner streichholzkurzen Blondpracht gefroren waren, sich wie Hölzchen knicken liessen - und in ihrer Starre so verblieben! Er machte sich natürlich einen Scherz daraus, mein spitzenmässiges Styling zu ruinieren. Nach seiner "Behandlung" sah ich aus wie ein Igel nach einer Frontalkollission mit einem LKW.
Der Gesamteindruck meiner Person widerspiegelte das Empfinden. Ich war geknickt, ich fror, ich war müde und wollte nach Hause. Heim! An die Wärme! Mit mir standen mittlerweile unzählige Gleichdenkende an den diversen Bushhaltestellen vor dem Bahnhof - und nix ging mehr. Der Verkehr stand still infolge Glätte. Die Busse steckten mitten drin.
Nach einer halben Stunde und der Erschöpfung meiner Geduld, machte ich mich zu Fuss auf den Weg. Ich hatte keine andere Wahl. Den Schal wickelte ich mir um den Kopf, über die Ohren, den Mund, die Nase ... und verfluchte den Moment am Morgen, als ich darauf verzichtet hatte, Handschuhe einzupacken. Jetzt kriegte ich die Quittung dafür!
Meinen Gewaltmarsch möchte ich wie folgt beschreiben: Latsch, Rutsch, Knirsch, Knall, Humpel, Latsch, Latsch. Damit ist eigentlich alles Wesentliche gesagt. Ausser noch: Dieser Weg war mit Heldentaten meinerseits gesäumt.
Ich habe in der Kälte der Nacht: 2 x einem Velofahrer auf die Beine geholfen, 1 Pflaster auf einen blutenden Finger geklebt, meine 2 letzten "ohne-Dich-ist-alles-doof"-Papiertaschentücher verschenkt, habe 1ner alten Frau die Tasche bis zur Haustüre getragen, 1nem Mann mit Krücken über die Strasse geholfen und 2 Katzen im warmen Hauseingang Einlass gewährt.
Was Robin Hood für die Menschen in den Wäldern des Sherwood Forrest, das war ich ergo gestern Abend in den Strassen meiner Stadt. Nennt mich Robinette - oder so.
Nach einer halben Stunde hatte ich mich dann endlich bis vor die Haustüre gekämpft, hab die Stiefel ausgezogen und in die Ecke gedonnert - und genoss minutenlang einfach nur das Stehen auf dem warmen Parkett. Fussbodenheizung sei Dank! Ein heisser Latte und das noch heissere Sinne-Bad von Weleda halfen dann meinem zugefrorenen Ich wieder auf die mittlerweile warmen Füsse.
Als mein Schätzu-Katerli dann auch in der Türe stand, war meine kleine Welt wieder in Ordnung. Und voller Wärme.
Beim Kaffee heute morgen lief im Radio der Song "Ice ice Baby", dabei überzog sich meine Haut erneut mit Gänsepelle - ich fühlte mich persönlich angesprochen. Und beschloss sofort, euch davon zu erzählen - was ich hiermit getan habe.
Leute, danke fürs Zuhören und Platz machen.
Ich schicke euch liebe Herzgrüsse und ganz viel an Wärme. Innerlich und Äusserlich.
Und nicht vergessen ...
... ZIEHT EUCH WARM AN!
Donnerstag, 11. Februar 2010
Mittwoch, 10. Februar 2010
WOFÜR SIND HÜRDEN DA?
Heute ist mir nach an der Oberfläche kratzen - sogar nach noch tiefer schürfen.
Vielleicht liegt es am Wetter. Am kalten Winter. Vielleicht aber auch an dem Telefonat von vorhin.
Ein älterer Herr rief an, stellte sich vor, erzählte mir in ein paar knackigen, prägnanten Sätzen von seinem Leben, seiner Arbeit und anschliessenden Arbeitslosigkeit. Er fragte nach einer freien Stelle.
Leider musste ich ihm sagen, dass weder eine entsprechende Stelle vakant ist, noch demnächst vakant wird.
Es tut mir leid.
Aber statt dass er - wie so manch Anderer - die Stimme senkte, sich kleinlaut verabschiedete, sagte er mit fester Stimme: "Wissen Sie was, liebe Frau Sternenzauber, ich werde jetzt einfach so lange weiter telefonieren bis irgendwo meine Arbeitskraft gefragt ist. Ich werde mit den Menschen sprechen, werde kämpfen und werde letztendlich ganz sicher gewinnen. Hürden sind nämlich da, um genommen zu werden. Danke fürs Zuhören und einen wunderschönen Tag wünsche ich Ihnen noch, alles Liebe für Sie!"
Dieser Mann hat meinen Respekt.
Seit er mir diesen Satz gesagt hat, geht mir so vieles durch den Kopf, die Seele und das Herz.
Eingefallen dabei ist mir sofort meine Ex-Schwiegerfamilie. Nebst dem plötzlichen und völlig unerwarteten Verlust von Mann und Familie, damals, nach 25 Jahren Ehe - war es für mich etwas vom Schmerzlichsten, dass ich nie auch nur wieder einen Ton von meinen Schwiegereltern, meinem Schwager und seiner Frau gehört habe. Auf meine verwunderte Nachfrage hin erklärte mir mein Ex-Mann " ... die haben Dich nie gerne gehabt ... ".
Das war heftig. Das ist heftig, immer noch. Man gab mir das gute Gefühl, liess mich im Glauben. Doch tief Drinnen war weder Gefühl noch Glauben für und an mich.
Mir sind ehrliche Distanz und klare Ansagen wesentlich lieber als unehrliche Nähe und Heuchelei. Von daher hätte ich mir sehr gewünscht, sie hätten irgendwann mal den Mut gehabt diese Hürde zu nehmen, es mir zu sagen.
Eingefallen dazu ist mir der kleine Junge. Aus der Zeit, in der ich an Schulen in der Gewaltprävention gearbeitet habe. Er war Gewaltopfer eines massiven Übergriffs in der Schule geworden. Seine Eltern setzten sich ein - für ihren Sohn, gegen die Gewalt. Ein Hürdenlauf sondergleichen!
Unter vermeintlicher Mithilfe der Schulleitung, der LehrerInnen. Bis sich 1 Jahr später aufgrund eines Zeitungsartikels das Schulamt der Stadt bei diesen Eltern meldete und um Aufklärung bat. Erst da wurde bekannt, dass das Schulhaus - "zur Wahrung des guten Rufes" - Einsatz, Mitarbeit vorgetäuscht hatte, alles unter den Teppich gewischt wurde.
Der Mut fehlte, diese Hürde der Offenlegung zu nehmen. Einmal mehr.
Zwangsweise wurde dies nachgeholt und eine schweizweite Kampagne "Gemeinsam gegen Gewalt" nahm ihren Anfang.
Soviel war drin, als endlich die Hürde genommen wurde!
Eingefallen ist mir das Paar aus dem Freundeskreis, welches Probleme als solche zwar realisiert - sie aber nicht verbalisiert und somit totschweigt. Sich gegenseitig keine Chance gibt diese zu lösen, zusammen. Sie wohnen zusammen, sie essen zusammen, sie leben zusammen, sie schweigen zusammen.
Sie sind wütend, auf den Anderen, auf sich selber. Eine lähmende, eine blockierende Wut, weil sie isoliert wird. Dabei ist Wut reine Energie, die sich nutzen lässt. Eingebracht in Diskussionen, Klärungen, Gespräche, Handeln, ist sie der Schlüssel zum Guten. Wut die man mit sich rumträgt, mit der man schlafen geht - die einem nicht träumen lässt, sie wendet sich gegen Einem selber und frisst auf. Sie ist destruktiv, in jeder Hinsicht.
Wut ist eines der Gegenteile von Mut.
Besser, man nimmt die Hürde. Legt offen.
Eingefallen ist mir der Mann, mit man nicht streiten konnte. Er hat dann einfach "zugemacht". Mauer drum rum und fertig. Schweigen, Trotzen. Aus der irrigen Annahme, Streit bedeute das in Frage stellen von Liebe. Lieber offene Wunden hinterlassen, bis diese Abszesse bilden. Offene Fragen, die irgendwann mal keine Antworten mehr zulassen.
Dabei wendet sich fast alles zum Guten, hat man erst mal die eine Hürde über die Mauer geschafft.
"Hürden sind da um genommen zu werden".
Dieser Satz hallt in mir. Ich bin glücklich, ihn heute gehört zu haben.
Hürden nehmen heisst nichts anderes als Verantwortung übernehmen.
Hürden nehmen heisst übersetzt: Ich will! Und ich kann!
Hürden nehmen ist pures Selbstvertrauen.
Hürden nehmen ist glauben können. An sich und Andere.
Hürden nehmen ist Mut haben.
Hürden nehmen ist Kraft haben Anlauf zu nehmen.
Hürden nehmen ist immer der erste, richtige, wichtige Schritt.
Darum - was immer euch auch passiert:
NICHT STILL HALTEN - SPRINGEN!
Vielleicht liegt es am Wetter. Am kalten Winter. Vielleicht aber auch an dem Telefonat von vorhin.
Ein älterer Herr rief an, stellte sich vor, erzählte mir in ein paar knackigen, prägnanten Sätzen von seinem Leben, seiner Arbeit und anschliessenden Arbeitslosigkeit. Er fragte nach einer freien Stelle.
Leider musste ich ihm sagen, dass weder eine entsprechende Stelle vakant ist, noch demnächst vakant wird.
Es tut mir leid.
Aber statt dass er - wie so manch Anderer - die Stimme senkte, sich kleinlaut verabschiedete, sagte er mit fester Stimme: "Wissen Sie was, liebe Frau Sternenzauber, ich werde jetzt einfach so lange weiter telefonieren bis irgendwo meine Arbeitskraft gefragt ist. Ich werde mit den Menschen sprechen, werde kämpfen und werde letztendlich ganz sicher gewinnen. Hürden sind nämlich da, um genommen zu werden. Danke fürs Zuhören und einen wunderschönen Tag wünsche ich Ihnen noch, alles Liebe für Sie!"
Dieser Mann hat meinen Respekt.
Seit er mir diesen Satz gesagt hat, geht mir so vieles durch den Kopf, die Seele und das Herz.
Eingefallen dabei ist mir sofort meine Ex-Schwiegerfamilie. Nebst dem plötzlichen und völlig unerwarteten Verlust von Mann und Familie, damals, nach 25 Jahren Ehe - war es für mich etwas vom Schmerzlichsten, dass ich nie auch nur wieder einen Ton von meinen Schwiegereltern, meinem Schwager und seiner Frau gehört habe. Auf meine verwunderte Nachfrage hin erklärte mir mein Ex-Mann " ... die haben Dich nie gerne gehabt ... ".
Das war heftig. Das ist heftig, immer noch. Man gab mir das gute Gefühl, liess mich im Glauben. Doch tief Drinnen war weder Gefühl noch Glauben für und an mich.
Mir sind ehrliche Distanz und klare Ansagen wesentlich lieber als unehrliche Nähe und Heuchelei. Von daher hätte ich mir sehr gewünscht, sie hätten irgendwann mal den Mut gehabt diese Hürde zu nehmen, es mir zu sagen.
Eingefallen dazu ist mir der kleine Junge. Aus der Zeit, in der ich an Schulen in der Gewaltprävention gearbeitet habe. Er war Gewaltopfer eines massiven Übergriffs in der Schule geworden. Seine Eltern setzten sich ein - für ihren Sohn, gegen die Gewalt. Ein Hürdenlauf sondergleichen!
Unter vermeintlicher Mithilfe der Schulleitung, der LehrerInnen. Bis sich 1 Jahr später aufgrund eines Zeitungsartikels das Schulamt der Stadt bei diesen Eltern meldete und um Aufklärung bat. Erst da wurde bekannt, dass das Schulhaus - "zur Wahrung des guten Rufes" - Einsatz, Mitarbeit vorgetäuscht hatte, alles unter den Teppich gewischt wurde.
Der Mut fehlte, diese Hürde der Offenlegung zu nehmen. Einmal mehr.
Zwangsweise wurde dies nachgeholt und eine schweizweite Kampagne "Gemeinsam gegen Gewalt" nahm ihren Anfang.
Soviel war drin, als endlich die Hürde genommen wurde!
Eingefallen ist mir das Paar aus dem Freundeskreis, welches Probleme als solche zwar realisiert - sie aber nicht verbalisiert und somit totschweigt. Sich gegenseitig keine Chance gibt diese zu lösen, zusammen. Sie wohnen zusammen, sie essen zusammen, sie leben zusammen, sie schweigen zusammen.
Sie sind wütend, auf den Anderen, auf sich selber. Eine lähmende, eine blockierende Wut, weil sie isoliert wird. Dabei ist Wut reine Energie, die sich nutzen lässt. Eingebracht in Diskussionen, Klärungen, Gespräche, Handeln, ist sie der Schlüssel zum Guten. Wut die man mit sich rumträgt, mit der man schlafen geht - die einem nicht träumen lässt, sie wendet sich gegen Einem selber und frisst auf. Sie ist destruktiv, in jeder Hinsicht.
Wut ist eines der Gegenteile von Mut.
Besser, man nimmt die Hürde. Legt offen.
Eingefallen ist mir der Mann, mit man nicht streiten konnte. Er hat dann einfach "zugemacht". Mauer drum rum und fertig. Schweigen, Trotzen. Aus der irrigen Annahme, Streit bedeute das in Frage stellen von Liebe. Lieber offene Wunden hinterlassen, bis diese Abszesse bilden. Offene Fragen, die irgendwann mal keine Antworten mehr zulassen.
Dabei wendet sich fast alles zum Guten, hat man erst mal die eine Hürde über die Mauer geschafft.
"Hürden sind da um genommen zu werden".
Dieser Satz hallt in mir. Ich bin glücklich, ihn heute gehört zu haben.
Hürden nehmen heisst nichts anderes als Verantwortung übernehmen.
Hürden nehmen heisst übersetzt: Ich will! Und ich kann!
Hürden nehmen ist pures Selbstvertrauen.
Hürden nehmen ist glauben können. An sich und Andere.
Hürden nehmen ist Mut haben.
Hürden nehmen ist Kraft haben Anlauf zu nehmen.
Hürden nehmen ist immer der erste, richtige, wichtige Schritt.
Darum - was immer euch auch passiert:
NICHT STILL HALTEN - SPRINGEN!
Dienstag, 9. Februar 2010
STERNENZAUBER MACHT FORTSCHRITTE!
Auf die Gefahr hin, dass ihr Alle euch vor Lachen am Boden wälzt, mit dem Finger auf mich zeigt und alsbald 4 nette, weissgekittelte Herren an meiner Türe schellen, beruhigend auf mich einreden, mir diesen langärmligen Pulli mit den gaaaanz langen Ärmeln anziehen (so lange, dass man sie hinter dem Rücken verknoten kann) und mich in die nächste Klinik mitnehmen, oute ich mich hier und jetzt als: Empfangsscheinbuch-Einzahlerin am Postschalter.
Mein Schatz hat schon immer die Augen verdreht - ich musste nur jeweils meinen Packen an Rechnung hervorkramen, die Einzahlungsscheine mit Namen, Adresse und entsprechendem Betrag ausfüllen und all das ins gelbe Büchlein übertragen. Dann mit der Rechenmaschine schön Posten für Posten zusammenzählen.
Am nächsten freien Tag habe ich mir dann die Zeit genommen, erst mal zur Bank zu pilgern. Da lange anstehen, mir den benötigten Betrag auszahlen lassen, ihn (den Betrag) vorne in den BH stopfen. Dies als reine Vorsichtsmassnahme, frau weiss ja nie, welch dreister Räuber die Transaktion gerade mit unlauteren Absichten beobachtet hat, mir um die Hausecke auflauert, den Schirm über meine kunstvoll gestylte Haarpracht haut, mir das Geld klaut und das Weite sucht.
Ok - ich gebe es zu, wer derart kriminelle Absichten hat, wird sich auch nicht davor scheuen, mir ins Dekolleté zu langen um zu dem zu kommen, was er haben will: Mein Geld.
Nun gut. Mal davon abgesehen, dass alles glatt läuft, ich Herrin und Hüterin meines Geldes bin und bleibe - steht auf meinem Plane dann der sofortige Abmarsch zur nächsten Postfiliale. Dort heisst es: Ticket ziehen. Meist steht auf der Anzeigetafel bei den Schaltern: "Wartezeit 12 Minuten" - oder ähnlich. So warte ich mir dann die Beine in den Bauch, in der Hoffnung, endlich mein Geld abliefern zu dürfen. Dürfen ist jetzt vielleicht nicht das richtige Wort. Oder der falsche Moment. Ich darf müssen. Oder muss dürfen. Irgendwas in der Art.
Ich habe es gerade probiert.
Korrektur:
E-Banking ist wesentlich einfachen.
MIR FEHLEN 10 ZENTIMETER !!!
Ich bin noch vor der alten Garde.
Mein Schatz hat schon immer die Augen verdreht - ich musste nur jeweils meinen Packen an Rechnung hervorkramen, die Einzahlungsscheine mit Namen, Adresse und entsprechendem Betrag ausfüllen und all das ins gelbe Büchlein übertragen. Dann mit der Rechenmaschine schön Posten für Posten zusammenzählen.
Am nächsten freien Tag habe ich mir dann die Zeit genommen, erst mal zur Bank zu pilgern. Da lange anstehen, mir den benötigten Betrag auszahlen lassen, ihn (den Betrag) vorne in den BH stopfen. Dies als reine Vorsichtsmassnahme, frau weiss ja nie, welch dreister Räuber die Transaktion gerade mit unlauteren Absichten beobachtet hat, mir um die Hausecke auflauert, den Schirm über meine kunstvoll gestylte Haarpracht haut, mir das Geld klaut und das Weite sucht.
Ok - ich gebe es zu, wer derart kriminelle Absichten hat, wird sich auch nicht davor scheuen, mir ins Dekolleté zu langen um zu dem zu kommen, was er haben will: Mein Geld.
Nun gut. Mal davon abgesehen, dass alles glatt läuft, ich Herrin und Hüterin meines Geldes bin und bleibe - steht auf meinem Plane dann der sofortige Abmarsch zur nächsten Postfiliale. Dort heisst es: Ticket ziehen. Meist steht auf der Anzeigetafel bei den Schaltern: "Wartezeit 12 Minuten" - oder ähnlich. So warte ich mir dann die Beine in den Bauch, in der Hoffnung, endlich mein Geld abliefern zu dürfen. Dürfen ist jetzt vielleicht nicht das richtige Wort. Oder der falsche Moment. Ich darf müssen. Oder muss dürfen. Irgendwas in der Art.
Anyway - irgendwann leuchtet dann mal meine Nummer auf, ich begebe mich zur netten Dame, strecke ihr mein Einzahlungsbüchlein entgegen, darin eingeklemmt hoffentlich alle Einzahlungsscheine. Die nette Dame schleust meine Papiere durch irgend so einen Scanner - schaut mich dann herausfordernd an und fragt: "haben Sie alles zusammengezählt??"
In diesem Augenblick wird mir dann manchmal ein bisschen anders - weil ich zwar die Beträge schön säuberlich zusammengezählt habe. Das Blatt mit der Zahl liegt zu Hause auf dem Küchentisch. In dieser Sache bin ich mir immer ganz sicher.
Ab da ist die nette Dame dann jeweils nicht mehr sooo nett wie vorher, weil Sie alles nochmals zusammenzählen muss und die Wartezeit an der Tafel bereit 14 Minuten anzeigt. Dumm gelaufen, Sternenzauber.
Kleinlaut - ganz entgegen meiner Art - blättere ich dann die gewünschten Noten hin. Tut immer so weh. Aber eben ... Dann werde ich noch gefragt ob ich ein Benissimo-Los kaufen würde, ob ich über die neuste Spendenaktionen informiert sei, ob ich schon eine Vignette am Auto habe und letztendlich noch abschliessend, wie ich das Rückgeld haben möchte ... klein oder gross.
All das passiert auf diese Art und Weise im allerbesten Fall. Ein anderer, authentischer Fall sieht folgendermassen aus: Ich komme mit dem Geld aus der Bank und will eigentlich nullkommanix zu Post. Auf dem Weg dahin komme ich aber an diesem tollen Bücherladen vorbei, an dem supergenialen Laden mit den trendy Lederhandtaschen, an der Parfümerie wo es schon draussen so unwiderstehlich duftet ...
Ihr wisst, was ich jetzt schrieben will? Der Versuchungen sind so viele! Und man hätte doch das Geld grad flüssig. Also nicht wirklich. Und schon gar nicht tatsächlich.
Es ist passiert, dass ich dann nochmals zur Bank gehen musste um Nachschlag zu holen. Damit die halbzeitnette Dame (bis zur Abfragung des Totalbetrages, ihr wisst...) zumindest halbzeitig nett bleibt! Und ich meinen Verbindlichkeiten nachhaltig seriös entsprechen kann.
Ende Dezember wickelte ich dieses ganze Brimborium an einem Tag mit Regen, Schnee und Eiseskälte ab. Die Aktion hat mich 2 Stunden gekostet und jede Menge Ärger, weil meine alten Stiefel nicht mehr dicht waren und die Füsse entsprechend nass, kalt und klamm.
In diesem Augenblick habe ich mich zum ersten Mal daran erinnert, wie entspannt mein Katerli jeweils seine Zahlungen in den Compi tippt und 10 Minuten später erholt und zufrieden (insofern man nach Zahlungen solche Worte wie entspannt und zufrieden ohne tränenerstickte Stimme sagen kann), im Wohnzimmer wieder auftaucht.
Und ich, ICH, die ich mir geschworen hatte, nie und nimmer E-Banking zu machen, habe still, heimlich und leise mir dies freischalten lassen. Still und heimlich in einem unbeobachteten Moment reingeschnuppert, Zahlungen erledigt. Schnell. Mit ohne nasse Füsse. Ohne Zusammengezähle. Ohne mittelprächtig nette Schalterdame. Ohne Anstehen. Zack-Bumm.
BOAHHH - was war ich stolz. Was bin ich immer noch stolz! Und erleichtert ob dieses Zeitgewinnes! Meines Entwicklungspotentials! Meines Mutes!
Nun ja, Schätzu hat es zur Kenntnis genommen und anerkennend genickt, hat "eeendlich!" gesagt. Ich hätte da schon ein bisschen was anderes erwartet. So in der Art, wie ich meine Kinder belohnt habe, als sie das erste Mal nicht in die Windeln gemacht haben, sondern auf den Pott geklettert sind.
Aber das darf man wahrscheinlich mit 48 Jahren nicht mehr im gleichen Masse erwarten. Immerhin, er fand es gut.
Nun ja, so gebe ich denn eine weit über 30jährige Gewohnheit auf und bin nun eine Userin des E-Bääänkings. Freue mich sozusagen schon auf die nächsten Zahlungen - welche ich im Handumdrehen nun zu erledigen weiss.
Das Ganze hat meinem Ego gut getan. Es war im übertragenen Sinne, wie diese Übung, wo man mit durchgestreckten Knien sich beugt und mit den Fingerspitzen den Boden berührt. Ganz lässig.
In diesem Augenblick wird mir dann manchmal ein bisschen anders - weil ich zwar die Beträge schön säuberlich zusammengezählt habe. Das Blatt mit der Zahl liegt zu Hause auf dem Küchentisch. In dieser Sache bin ich mir immer ganz sicher.
Ab da ist die nette Dame dann jeweils nicht mehr sooo nett wie vorher, weil Sie alles nochmals zusammenzählen muss und die Wartezeit an der Tafel bereit 14 Minuten anzeigt. Dumm gelaufen, Sternenzauber.
Kleinlaut - ganz entgegen meiner Art - blättere ich dann die gewünschten Noten hin. Tut immer so weh. Aber eben ... Dann werde ich noch gefragt ob ich ein Benissimo-Los kaufen würde, ob ich über die neuste Spendenaktionen informiert sei, ob ich schon eine Vignette am Auto habe und letztendlich noch abschliessend, wie ich das Rückgeld haben möchte ... klein oder gross.
All das passiert auf diese Art und Weise im allerbesten Fall. Ein anderer, authentischer Fall sieht folgendermassen aus: Ich komme mit dem Geld aus der Bank und will eigentlich nullkommanix zu Post. Auf dem Weg dahin komme ich aber an diesem tollen Bücherladen vorbei, an dem supergenialen Laden mit den trendy Lederhandtaschen, an der Parfümerie wo es schon draussen so unwiderstehlich duftet ...
Ihr wisst, was ich jetzt schrieben will? Der Versuchungen sind so viele! Und man hätte doch das Geld grad flüssig. Also nicht wirklich. Und schon gar nicht tatsächlich.
Es ist passiert, dass ich dann nochmals zur Bank gehen musste um Nachschlag zu holen. Damit die halbzeitnette Dame (bis zur Abfragung des Totalbetrages, ihr wisst...) zumindest halbzeitig nett bleibt! Und ich meinen Verbindlichkeiten nachhaltig seriös entsprechen kann.
Ende Dezember wickelte ich dieses ganze Brimborium an einem Tag mit Regen, Schnee und Eiseskälte ab. Die Aktion hat mich 2 Stunden gekostet und jede Menge Ärger, weil meine alten Stiefel nicht mehr dicht waren und die Füsse entsprechend nass, kalt und klamm.
In diesem Augenblick habe ich mich zum ersten Mal daran erinnert, wie entspannt mein Katerli jeweils seine Zahlungen in den Compi tippt und 10 Minuten später erholt und zufrieden (insofern man nach Zahlungen solche Worte wie entspannt und zufrieden ohne tränenerstickte Stimme sagen kann), im Wohnzimmer wieder auftaucht.
Und ich, ICH, die ich mir geschworen hatte, nie und nimmer E-Banking zu machen, habe still, heimlich und leise mir dies freischalten lassen. Still und heimlich in einem unbeobachteten Moment reingeschnuppert, Zahlungen erledigt. Schnell. Mit ohne nasse Füsse. Ohne Zusammengezähle. Ohne mittelprächtig nette Schalterdame. Ohne Anstehen. Zack-Bumm.
BOAHHH - was war ich stolz. Was bin ich immer noch stolz! Und erleichtert ob dieses Zeitgewinnes! Meines Entwicklungspotentials! Meines Mutes!
Nun ja, Schätzu hat es zur Kenntnis genommen und anerkennend genickt, hat "eeendlich!" gesagt. Ich hätte da schon ein bisschen was anderes erwartet. So in der Art, wie ich meine Kinder belohnt habe, als sie das erste Mal nicht in die Windeln gemacht haben, sondern auf den Pott geklettert sind.
Aber das darf man wahrscheinlich mit 48 Jahren nicht mehr im gleichen Masse erwarten. Immerhin, er fand es gut.
Nun ja, so gebe ich denn eine weit über 30jährige Gewohnheit auf und bin nun eine Userin des E-Bääänkings. Freue mich sozusagen schon auf die nächsten Zahlungen - welche ich im Handumdrehen nun zu erledigen weiss.
Das Ganze hat meinem Ego gut getan. Es war im übertragenen Sinne, wie diese Übung, wo man mit durchgestreckten Knien sich beugt und mit den Fingerspitzen den Boden berührt. Ganz lässig.
Ich habe es gerade probiert.
Korrektur:
E-Banking ist wesentlich einfachen.
MIR FEHLEN 10 ZENTIMETER !!!
Montag, 8. Februar 2010
VON KLEINEN FEHLERN UND KLEINEN HEXEN
Heute Morgen habe ich eine ganz liebe Mail von einer ganz lieben Freundin erhalten - danke!
Und dann stand darin plötzlich dieser eine Satz, welcher das Loch unter meinem glänzenden, frisch polierten Ego gähnend weit aufriss und ich ... FLUTSCH ... kurzerhand darin versunken bin. Ihr wollte wissen, was in diesem Satz stand?
Der Satz lautete: "was heisst chleofig"?
Ok - ich kann nachvollziehen, das jetzt nicht jede/r LeserIn schreckensgeweitete Augen hat, der Mund sich nicht zu einem stummen Schrei verzieht, gelähmt vor lauter Entsetzten niemand die Hände schützend vors Gesicht hält. Ich kann das wirklich verstehen.
Aber für wackere Schreiberlinge wie Meinereiner heisst so ein Satz klipp und klar und gnadenlos: "Sternenzaubermädchen, Du hast wieder mal böööse tastenmässig danebengehauen. Fehler! Und tausende literarisch Interessierter haben es gelesen, haben es selbstverständlich bemerkt, unisono die Augen verdreht. Die Welt weiss jetzt, dass Du kein Genie bist!"
Ich muss gestehen, im ersten Moment war ich versucht, meiner lieben Freundin Kathy das Wort CHLOEFIG zu erklären. Glaubt jaaaa nicht, dazu würde mir die Phantasie fehlen! An dem liegt es nicht, ich hätte auf ein Fingerschnippen mindestens ein Dutzend Erklärungen, Erläuterungen zu meiner Wortkreation parat. So was sauge ich mir in Sekundenschnelle aus den Fingers. Ehrlich.
Aber wo wir doch gerade beim Worte EHRLICH sind, so will ich es auch sein - und bleiben. Ich wollte meiner Freundin ein chlepfiges Müntschi (hochdeutsch sinngemäss: Knall-Kuss) schicken. Aber meine Finger scheinen sich wieder mal auf der Tastatur verheddert zu haben ... und schon war es passiert.
Und ich habe nicht mal eine Entschuldigung, eine Ausrede vorzubringen! Es ist so!
Dabei gebe ich mir wirklich und wahrhaftig grösste Mühe, meine Texte fehlerfrei auf Papier, bzw. Bildschirm, zu bannen. Aber irgendwie scheint mir das nicht zu gelingen. Das Fehlerteufelchen steckt im Detail - und nicht mal mein geliebtes Korrekturprogramm, so scheint es, kennt sämtliche Details.
Die Texte schreibe ich unter der Woche vornehmlich in der Zeit vor der Arbeit, in meinen Pausen, über Mittag. Selten am Abend, da bin ich glattweg zu müde und dann hagelt es Fehler! Ich weiss selbst 10 Minuten vor Schreibbeginn noch nicht, über was ich berichten werde. Aber ich weiss es sofort, wenn ich dann in meinem Blog bin, die leere Seite vor mir habe.
Ab da beginnen meine Intuitionen zu rotieren, meine Phantasien schlagen Purzelbäume, der Humor legt einen lupenreinen 3fach-Axel an den Tag und die Gefühle mutieren zu einem Feuerwerk. So kommt dann letztendlich ein Text zustande, mein Text.
Die Finger rasen über die Tastatur. Was im Herzen, meinen Gedanken, Gefühlen und Anliegen entspringt, fliesst via Hirn in die Finger und verteilt sich wie Kriechöl auf der Tastatur. Manchmal komme ich gar nicht nach mit Tippen. Die Worte purzeln zwischen Kichern und Ernsthaftigkeit rum, wollen gesagt, geschrieben werden. Jetzt gleich, sofort, ohne Aufschub.
Herrliche Satzskulpturen ringen mit ausgefeilten Wortkreationen um die Wette. Manchmal muss ich Wörter erfinden, um zu sagen, was ich meine. In der Hoffnung, auf verständige Menschen zu stossen. Aktion und Reaktion, Handeln und Wirkung bedenkend.
Es muss schnell gehen. Schnellschnell sogar! Sonst könnte sich der eine oder andere noch ungeschrieben Satz gen Irgendwo verabschieden. Auf Nimmerwiederdenken. Das fände ich schade.
Zuletzt, das Resumé meines literarischen Ergusses betrachtend, fühlend ... bin ich dann für einen Moment herrlich erschöpft. Atme tief durch wie nach einem Mehrkampf. Einem gut gelungenen Mehrkampf. Oder einem herrlichen Schäferstündchen. Lehne mich zurück und würde mir eine Zigarette gönnen. Würde ich denn rauchen. Tue ich aber zum Glück nicht.
Anstelle dessen, lese ich das eben Verfasste 4x durch. Jage es durchs Korrekturprogramm. Schicke es anschliessend meinem Katerli zur Begutachtung. Im Wissen, das andere liebe Geister es letztendlich auch noch Korrektur lesen werden.
Dann ist die Stunde der Geburt eines neuen Sterns am Geschichtenhimmel gekommen. Fühlt sich gut an, glaubt es mir. Alles meine Kinder - im übertragenen Sinne. Nix wirklich aus der Luft gegriffenes, zum grössten Teil wahrheitsgetreu ... wenn auch manchmal gnadenlos ausgeschmückt. Aber das ist meine herrliche Freiheit und ich geniesse sie, lutsche sie aus, schwelge darin. Und bin glücklich, einfach nur glücklich.
Eine halbe Stunde nach Einstellen des neuen Textes vergrabe ich mich nochmals darin. Und ... GOPFRIDSCHTUTZ ... finde irgendwo wieder mal ein Wort wie "chloefig" - ein fingertechnischer Ausrutscher. Oder das DAS hat 2 S. Statt IE steht nur I, dafür ist ein H zuviel, Komma an der falschen Stelle. *GRUMMEL*
Manchmal meine ich zu erahnen, dass es so ein kleines, bösartiges, hinterlistiges Fehlerhexchen gibt, welches meine Texte auf den Kopf stellt und mir Fallen stellt. Manchmal dünkt es mich sogar, ihr Gekicher zu vernehmen...!
Irgendwann erwische ich dieses kleine, feiste, dreiste Wesen. Ganz bestimmt! Und bis dahin die Bitte: Wenn ihr einen Fehler im Text findet, so wisst ihr jetzt warum. Das Fehlerhexchen ist schuld! Nicht ich!
Danke für euer Verständnis und die Nachsicht!
EIN CHLOEFIGES MÜNTSCHI EUCH ALLEN!
Und dann stand darin plötzlich dieser eine Satz, welcher das Loch unter meinem glänzenden, frisch polierten Ego gähnend weit aufriss und ich ... FLUTSCH ... kurzerhand darin versunken bin. Ihr wollte wissen, was in diesem Satz stand?
Der Satz lautete: "was heisst chleofig"?
Ok - ich kann nachvollziehen, das jetzt nicht jede/r LeserIn schreckensgeweitete Augen hat, der Mund sich nicht zu einem stummen Schrei verzieht, gelähmt vor lauter Entsetzten niemand die Hände schützend vors Gesicht hält. Ich kann das wirklich verstehen.
Aber für wackere Schreiberlinge wie Meinereiner heisst so ein Satz klipp und klar und gnadenlos: "Sternenzaubermädchen, Du hast wieder mal böööse tastenmässig danebengehauen. Fehler! Und tausende literarisch Interessierter haben es gelesen, haben es selbstverständlich bemerkt, unisono die Augen verdreht. Die Welt weiss jetzt, dass Du kein Genie bist!"
Ich muss gestehen, im ersten Moment war ich versucht, meiner lieben Freundin Kathy das Wort CHLOEFIG zu erklären. Glaubt jaaaa nicht, dazu würde mir die Phantasie fehlen! An dem liegt es nicht, ich hätte auf ein Fingerschnippen mindestens ein Dutzend Erklärungen, Erläuterungen zu meiner Wortkreation parat. So was sauge ich mir in Sekundenschnelle aus den Fingers. Ehrlich.
Aber wo wir doch gerade beim Worte EHRLICH sind, so will ich es auch sein - und bleiben. Ich wollte meiner Freundin ein chlepfiges Müntschi (hochdeutsch sinngemäss: Knall-Kuss) schicken. Aber meine Finger scheinen sich wieder mal auf der Tastatur verheddert zu haben ... und schon war es passiert.
Und ich habe nicht mal eine Entschuldigung, eine Ausrede vorzubringen! Es ist so!
Dabei gebe ich mir wirklich und wahrhaftig grösste Mühe, meine Texte fehlerfrei auf Papier, bzw. Bildschirm, zu bannen. Aber irgendwie scheint mir das nicht zu gelingen. Das Fehlerteufelchen steckt im Detail - und nicht mal mein geliebtes Korrekturprogramm, so scheint es, kennt sämtliche Details.
Die Texte schreibe ich unter der Woche vornehmlich in der Zeit vor der Arbeit, in meinen Pausen, über Mittag. Selten am Abend, da bin ich glattweg zu müde und dann hagelt es Fehler! Ich weiss selbst 10 Minuten vor Schreibbeginn noch nicht, über was ich berichten werde. Aber ich weiss es sofort, wenn ich dann in meinem Blog bin, die leere Seite vor mir habe.
Ab da beginnen meine Intuitionen zu rotieren, meine Phantasien schlagen Purzelbäume, der Humor legt einen lupenreinen 3fach-Axel an den Tag und die Gefühle mutieren zu einem Feuerwerk. So kommt dann letztendlich ein Text zustande, mein Text.
Die Finger rasen über die Tastatur. Was im Herzen, meinen Gedanken, Gefühlen und Anliegen entspringt, fliesst via Hirn in die Finger und verteilt sich wie Kriechöl auf der Tastatur. Manchmal komme ich gar nicht nach mit Tippen. Die Worte purzeln zwischen Kichern und Ernsthaftigkeit rum, wollen gesagt, geschrieben werden. Jetzt gleich, sofort, ohne Aufschub.
Herrliche Satzskulpturen ringen mit ausgefeilten Wortkreationen um die Wette. Manchmal muss ich Wörter erfinden, um zu sagen, was ich meine. In der Hoffnung, auf verständige Menschen zu stossen. Aktion und Reaktion, Handeln und Wirkung bedenkend.
Es muss schnell gehen. Schnellschnell sogar! Sonst könnte sich der eine oder andere noch ungeschrieben Satz gen Irgendwo verabschieden. Auf Nimmerwiederdenken. Das fände ich schade.
Zuletzt, das Resumé meines literarischen Ergusses betrachtend, fühlend ... bin ich dann für einen Moment herrlich erschöpft. Atme tief durch wie nach einem Mehrkampf. Einem gut gelungenen Mehrkampf. Oder einem herrlichen Schäferstündchen. Lehne mich zurück und würde mir eine Zigarette gönnen. Würde ich denn rauchen. Tue ich aber zum Glück nicht.
Anstelle dessen, lese ich das eben Verfasste 4x durch. Jage es durchs Korrekturprogramm. Schicke es anschliessend meinem Katerli zur Begutachtung. Im Wissen, das andere liebe Geister es letztendlich auch noch Korrektur lesen werden.
Dann ist die Stunde der Geburt eines neuen Sterns am Geschichtenhimmel gekommen. Fühlt sich gut an, glaubt es mir. Alles meine Kinder - im übertragenen Sinne. Nix wirklich aus der Luft gegriffenes, zum grössten Teil wahrheitsgetreu ... wenn auch manchmal gnadenlos ausgeschmückt. Aber das ist meine herrliche Freiheit und ich geniesse sie, lutsche sie aus, schwelge darin. Und bin glücklich, einfach nur glücklich.
Eine halbe Stunde nach Einstellen des neuen Textes vergrabe ich mich nochmals darin. Und ... GOPFRIDSCHTUTZ ... finde irgendwo wieder mal ein Wort wie "chloefig" - ein fingertechnischer Ausrutscher. Oder das DAS hat 2 S. Statt IE steht nur I, dafür ist ein H zuviel, Komma an der falschen Stelle. *GRUMMEL*
Manchmal meine ich zu erahnen, dass es so ein kleines, bösartiges, hinterlistiges Fehlerhexchen gibt, welches meine Texte auf den Kopf stellt und mir Fallen stellt. Manchmal dünkt es mich sogar, ihr Gekicher zu vernehmen...!
Danke für euer Verständnis und die Nachsicht!
EIN CHLOEFIGES MÜNTSCHI EUCH ALLEN!
Sonntag, 7. Februar 2010
EIN HARDCORE-SAMSTAG BIS ZUM ABWINKEN
Wie komme ich bloss darauf, dass der Dezember ein stressiger Monat war?
Woher kommt meine Einbildung, der Januar hätte mich so richtig gefordert?
Kommt wohl daher, weil ich noch nicht wusste, was der Februar alles für mich parat hält! Viel Arbeit, jedes einzelne Wochenende verplant. Und jetzt habe ich auch noch die Steuerformulare zum Ausfüllen im Briefkasten gefunden.
Mir ist flau.
Es ist sicherlich nicht nur darum - in mir regt sich Frühling. Und wenn frau das Wort Frühling hört, hängt sie, gewohnheitsmässig, gleich das Wort -Putz hinten an.
Zurzeit habe ich enorm Lust, mich von Altlasten zu befreien. Ich habe z.B. mindestens 12 Kataloge der Wintermode 09/10, zum Teil noch in Ihren Cellophanhüllen. Und *HILFE* die Frühlingsmode-Neuheiten-Aussichten-Sonder-Special- Kataloge flattern bereits wieder rein!! Ich habe da so einen Schrank, der ist für Dinge reserviert, die ich nicht wegwerfen will, die mich interessieren, die ich noch brauchen kann, die ganz wichtig sind. Der Rezept von Betty Bossi zum Beispiel, den Bericht wie man die Fettverbrennung im Ruhezustand ankurbelt oder das Tütchen mit der Waschmittelprobe.
Aber in meiner Prioritätenliste hat das alles noch keinen gebührenden Platz gefunden haben - infolge Zeitmangel. Schlicht und ergreifend.
Diesen Schrank befand ich gestern als übervoll und habe mal ausgemistet. Zum Glück ist Sohn Max ein starker junger Mann und hat all die mit Altpapier und dergleichen gefüllten MIGROS-Tüten nach vorne zum Container geschleppt. Irgendwie mag ich Kinder. Besonders wenn sie keine Windeln mehr brauchen, selbstständig essen können (... was aber auch seine Nachteile hat, unser leerer Kühlschrank könnte da Geschichten erzählen ...) und gewisse Dinge verhandelbar sind.
Manchmal, ich muss es zu meinem Leidwesen gestehen, handle ich wie die deutsche Regierung im Moment " ... ich wasch Dir die dreckige Wäsche und Du trägst dafür den Müll runter ... ". So in etwa. Geschäft gegen Geschäft. Eine Hand beschmutzt die andere - oder so.
Was ich eigentlich sagen wollte - der gestrige Tag war bis zum Kragen mit Terminen, Arbeit (anfallender und gesuchter) vollgepfercht. Und plötzlich war Abend. Verdientermassen und endlich! Füsse hoch, alle 4re von mir strecken. Flasche leer, sozusagen. Müüüde. Gääähn.
Kraft sammeln für den letzten Kraftakt an diesem Abend: Fernbedienung betätigen.
Aber was sahen unsere müden Augen: Wir hatten die Wahl zwischen Filmen, bei denen wir den Dialog bereits mitsprechen können oder geistigen Höhenflügen der Sonderklasse wie DSDS. Hätten wir weiter gesucht, wären wir bestimmt noch auf einem Heimatfilm oder eine lüpfligen Folklore-Sendung mit Florian Silber-Irgendwas gestossen. Mein Schätzeli hatte dann die wegweisende Idee, sich im Internet beraten zu lassen. Typ des Tages: MASTER AND COMMANDER. Ein Kriegsfilm aus der Zeit von Napoleon. Insofern für mich wirklich auch von Interesse, weil ich (und das entspringt ausnahmsweise nicht meiner künstlerischen Freiheit) Herrn Napoleon Bonaparte in meiner Ahnenlinie vorzuweisen habe. Ist nicht gerade eine Auszeichnung. Mein Ur-Ur-Ur-Ur-Irgendwer ist er, mehr habe ich leider noch nicht herausgefunden.
Wikipedia - mein bevorzugter Ratgeber - schreibt zu dem Filme folgendes: "Im Mittelpunkt stehen neben dem Zweikampf der Kriegsschiffe und den verschiedenen Persönlichkeiten Aubreys und Maturins das raue Leben auf See, der Mikrokosmos auf dem Schiff und der Kampf des Individuums gegen die Naturgewalten".
Meine geneigten LeserInnen merken sofort: nix mit Charme, Liebe, Freude, Friede, Eierkuchen. Nö! Ein sicher durchaus guter Film, er hat auch mehrere Auszeichnungen erhalten, aber für meinen Begriff und in meiner gestrigen Verfassung nicht gerade das, was ich als erheiternd, aufbauend und stimmungsausgleichend benennen würde.
Aber trotzdem - ich habe erst mal gute Miene zum bösen Spiele gemacht und wir haben geschaut. Aber den Magen hat es mir dann gelupft, als der Schiffarzt die Mannschaft aufforderte, mehr Sand auf den Boden zu streuen, weil die Menschen dauernd auf dem Blute, welches in Strömen floss, ausrutschten. Und als dann dem Kind noch der Arm amputiert werden musste - habe ich Reissaus genommen. Mit war k....übel!
Katerli und ich haben uns dann nach 3 1/2 Minuten Grenzabsteckung dafür entschieden, eine DVD einzulegen. Etwas, das unser beider Gemüte streichelt, das entspannt und lustig ist. Wir haben uns für 12 Episoden "SHAUN DAS SCHAF" entschieden.
Und - es war eine gute Wahl. Wir haben uns gekugelt vor Lachen, wir haben ob des feinsinnigen Humores geschmunzelt, die Ideen der Macher dieses Werkes sind glatt weg genial. Für kleine UND grosse Kinder jeden Alters gedacht. Herrlich.
Als Sohn Max gegen 22.30h nach Hause kam und sah, was die lieben Alten sich da eben reinziehen, hat er sich wohl das Seine dabei gedacht und ist kopfschüttelnd in sein Zimmer abgerauscht. Heute Morgen ist er noch vor 07.00h aus dem Hause gegangen. Vordergründig, weil er snöben wolle. Ich aber hege den Verdacht, dass er uns und unsere geistige Gesundheit manchmal nicht differenziert einzuordnen weiss.
Armer Junge.
Ich habe auf jeden Fall herrlich geschlafen, mein Schätzeli auch. Mussten nicht Schäflein zählen.
Sind munter und fit erwacht. Ich habe mir sogar vorgenommen, die Bügelwäsche zu erledigen.
Liebe Menschen da draussen - ihr entschuldigt mich nun. Ich muss los, nach drüben.
Gleich kommt eine meiner sonntäglichen Lieblingssendungen: "DIE SENDUNG MIT DER MAUS".
ICH WÜNSCHE EINEN SCHÖNEN, RUHIGEN, ERHOLSAMEN SONNTAG!
Woher kommt meine Einbildung, der Januar hätte mich so richtig gefordert?
Kommt wohl daher, weil ich noch nicht wusste, was der Februar alles für mich parat hält! Viel Arbeit, jedes einzelne Wochenende verplant. Und jetzt habe ich auch noch die Steuerformulare zum Ausfüllen im Briefkasten gefunden.
Mir ist flau.
Es ist sicherlich nicht nur darum - in mir regt sich Frühling. Und wenn frau das Wort Frühling hört, hängt sie, gewohnheitsmässig, gleich das Wort -Putz hinten an.
Zurzeit habe ich enorm Lust, mich von Altlasten zu befreien. Ich habe z.B. mindestens 12 Kataloge der Wintermode 09/10, zum Teil noch in Ihren Cellophanhüllen. Und *HILFE* die Frühlingsmode-Neuheiten-Aussichten-Sonder-Special- Kataloge flattern bereits wieder rein!! Ich habe da so einen Schrank, der ist für Dinge reserviert, die ich nicht wegwerfen will, die mich interessieren, die ich noch brauchen kann, die ganz wichtig sind. Der Rezept von Betty Bossi zum Beispiel, den Bericht wie man die Fettverbrennung im Ruhezustand ankurbelt oder das Tütchen mit der Waschmittelprobe.
Aber in meiner Prioritätenliste hat das alles noch keinen gebührenden Platz gefunden haben - infolge Zeitmangel. Schlicht und ergreifend.
Diesen Schrank befand ich gestern als übervoll und habe mal ausgemistet. Zum Glück ist Sohn Max ein starker junger Mann und hat all die mit Altpapier und dergleichen gefüllten MIGROS-Tüten nach vorne zum Container geschleppt. Irgendwie mag ich Kinder. Besonders wenn sie keine Windeln mehr brauchen, selbstständig essen können (... was aber auch seine Nachteile hat, unser leerer Kühlschrank könnte da Geschichten erzählen ...) und gewisse Dinge verhandelbar sind.
Manchmal, ich muss es zu meinem Leidwesen gestehen, handle ich wie die deutsche Regierung im Moment " ... ich wasch Dir die dreckige Wäsche und Du trägst dafür den Müll runter ... ". So in etwa. Geschäft gegen Geschäft. Eine Hand beschmutzt die andere - oder so.
Was ich eigentlich sagen wollte - der gestrige Tag war bis zum Kragen mit Terminen, Arbeit (anfallender und gesuchter) vollgepfercht. Und plötzlich war Abend. Verdientermassen und endlich! Füsse hoch, alle 4re von mir strecken. Flasche leer, sozusagen. Müüüde. Gääähn.
Kraft sammeln für den letzten Kraftakt an diesem Abend: Fernbedienung betätigen.
Aber was sahen unsere müden Augen: Wir hatten die Wahl zwischen Filmen, bei denen wir den Dialog bereits mitsprechen können oder geistigen Höhenflügen der Sonderklasse wie DSDS. Hätten wir weiter gesucht, wären wir bestimmt noch auf einem Heimatfilm oder eine lüpfligen Folklore-Sendung mit Florian Silber-Irgendwas gestossen. Mein Schätzeli hatte dann die wegweisende Idee, sich im Internet beraten zu lassen. Typ des Tages: MASTER AND COMMANDER. Ein Kriegsfilm aus der Zeit von Napoleon. Insofern für mich wirklich auch von Interesse, weil ich (und das entspringt ausnahmsweise nicht meiner künstlerischen Freiheit) Herrn Napoleon Bonaparte in meiner Ahnenlinie vorzuweisen habe. Ist nicht gerade eine Auszeichnung. Mein Ur-Ur-Ur-Ur-Irgendwer ist er, mehr habe ich leider noch nicht herausgefunden.
Wikipedia - mein bevorzugter Ratgeber - schreibt zu dem Filme folgendes: "Im Mittelpunkt stehen neben dem Zweikampf der Kriegsschiffe und den verschiedenen Persönlichkeiten Aubreys und Maturins das raue Leben auf See, der Mikrokosmos auf dem Schiff und der Kampf des Individuums gegen die Naturgewalten".
Meine geneigten LeserInnen merken sofort: nix mit Charme, Liebe, Freude, Friede, Eierkuchen. Nö! Ein sicher durchaus guter Film, er hat auch mehrere Auszeichnungen erhalten, aber für meinen Begriff und in meiner gestrigen Verfassung nicht gerade das, was ich als erheiternd, aufbauend und stimmungsausgleichend benennen würde.
Aber trotzdem - ich habe erst mal gute Miene zum bösen Spiele gemacht und wir haben geschaut. Aber den Magen hat es mir dann gelupft, als der Schiffarzt die Mannschaft aufforderte, mehr Sand auf den Boden zu streuen, weil die Menschen dauernd auf dem Blute, welches in Strömen floss, ausrutschten. Und als dann dem Kind noch der Arm amputiert werden musste - habe ich Reissaus genommen. Mit war k....übel!
Katerli und ich haben uns dann nach 3 1/2 Minuten Grenzabsteckung dafür entschieden, eine DVD einzulegen. Etwas, das unser beider Gemüte streichelt, das entspannt und lustig ist. Wir haben uns für 12 Episoden "SHAUN DAS SCHAF" entschieden.
Und - es war eine gute Wahl. Wir haben uns gekugelt vor Lachen, wir haben ob des feinsinnigen Humores geschmunzelt, die Ideen der Macher dieses Werkes sind glatt weg genial. Für kleine UND grosse Kinder jeden Alters gedacht. Herrlich.
Als Sohn Max gegen 22.30h nach Hause kam und sah, was die lieben Alten sich da eben reinziehen, hat er sich wohl das Seine dabei gedacht und ist kopfschüttelnd in sein Zimmer abgerauscht. Heute Morgen ist er noch vor 07.00h aus dem Hause gegangen. Vordergründig, weil er snöben wolle. Ich aber hege den Verdacht, dass er uns und unsere geistige Gesundheit manchmal nicht differenziert einzuordnen weiss.
Armer Junge.
Ich habe auf jeden Fall herrlich geschlafen, mein Schätzeli auch. Mussten nicht Schäflein zählen.
Sind munter und fit erwacht. Ich habe mir sogar vorgenommen, die Bügelwäsche zu erledigen.
Liebe Menschen da draussen - ihr entschuldigt mich nun. Ich muss los, nach drüben.
Gleich kommt eine meiner sonntäglichen Lieblingssendungen: "DIE SENDUNG MIT DER MAUS".
ICH WÜNSCHE EINEN SCHÖNEN, RUHIGEN, ERHOLSAMEN SONNTAG!
Freitag, 5. Februar 2010
STARS MIT ZAHNLÜCKEN
Gestern Abend war es endlich soweit. Wie bereits angekündigt, war ich geladene Gästin des Theaterspiels "König Severins Tochter haut ab", ein Märchenspiel der 1. / 2. Klasse eines kleinen Dörfchens weitab von allem. Mein Patenmädchen Sabrina hatte mich dazu mittels Flyer offiziell eingeladen - und es war mir sowohl Selbstverständlichkeit wie auch Ehre, diesem Event beizuwohnen.
So machten Chef und ich uns dann beizeiten und noch vor Feierabend auf den Weg nach Hause, um Sabrina (sie ist seine Tochter, mein Gottemeitschi) vor ihrem grossen Auftritt noch glücksbringend über die Schulter zu spucken. Wir haben es aber dabei bewenden lassen, ihr schulterklopfend viel Glück zu wünschen - denn ihre kleine Schwester Elena hätte uns das mit dem Spucken abgeschaut und zu unser aller Leidwesen sofort nachgemacht ... sie ist ein kleiner Wirbelwind, ein Luusmeitschi der Sonderklasse.
Zu Hause angekommen, trafen wir auf eine hibbelige Sabrina und eine nicht minder hibbelige Mama. Oma als ruhender Pol zwischen den nervengepreizten Parteien. Oh ... wie kenne ich das nur zu gut aus der Schulzeit meiner Jungs ...
Mäxchen war damals (!) ein derart ruhiges Kind, dass seine erste, grosse, tragenden Rolle die Darstellung als Baumstamm war. Ohne Text - versteht sich von alleine. Wie habe ich damals - aufgeregt und stolz zugleich - ihm das Rindenkostüm angezogen und die Baumkrone in Form einer stil-entarteten Badekappe mit grünen Kabelsträngen und Pappeblättern aufgesetzt. Mäxchen war der schönste, tollste und wundervollste Baumstamm ever. Das unterschreibe ich noch heute ohne Wimpernzucken!
Nun gut - Sabrina und Mama gingen von dannen, wir Fussvolk blieben zurück um noch auf Sabrinas Götti mitsamt Anhang zu warten. Kurz nach 18.00h machten wir uns dann auch auf den Weg ins Schulhaus - da, wo das Grossereignis stattfand. An Bauernhöfen, wiederkäuenden Kühen, Feldern vorbei, auf Strässchen mit Schotter und Schleichwegen zwischen Bäumen und Sträuchern, erreichten wir das kleine, herzige Schulhaus.
Drinnen waren die Akteure schon lautstark zu erahnen. Die Lehrerin probierte einigermassen Ruhe und Gelassenheit in die Reihen der kommenden Stars zu bringen - putzte Nasen, schminkte die Seiltänzerin, den Tanztrupp und das Zirkuspersonal, Hofpersonal bekam Häubchen auf und man stopfte den Pulli des kleinen Jungen aus, der dann den Cola-bauchigen König zu spielen hatte.
Herrlich war es, diesem Ameisenhaufen-ähnlichen Gewusel von enthusiastischen Kinder-Ameisen und angespannten Mama- / Papa-Ameisen zuzuschauen.
Das ausgiebige Beschauen führte dazu, dass wir ein bisschen spät in den Singsaal kamen und dadurch die besten Plätze bereits belegt waren - so nahmen wir Platz in Reihe 6. Ich hatte wieder mal dieses abartige Glück, hinter einem Hünen von Mann sitzen zu kommen. Als wäre das alleine nicht schon genug an Strafe, balancierte er seinen kleinen Sohn Janosch stehend auf den Knien. So kam ich in den Genuss, Janoschs Rückfront detailliert zu begutachten. Die Bühne vorne konnte ich leise erahnen.
Das Glück verlässt mich in solchen Momenten regelmässig. Gehe ich ins Kino, sitzt stets der grösste Mann vor mir. Grundsätzlich gewinne ich an Wettbewerben nie irgendwas. Sollte es aber trotzdem mal der Fall sein, so sind es Dinge wie 10 Rollen Klopapier mit meiner Namensprägung, goldfarben - oder den Nylon-Seesack in dezentem Matschgrün von Kamillosan - hat Sohn Moritz kurzerhand unter erzürntem Protestgeschrei im zarten Kindergartenalter zerfetzt, weil ich ihm den als Turnbeutel andrehen wollte. Mea culpa.
Nun denn. Die Lichter gingen aus (... und sofort begannen die kleinen Geschwister der schaupielenden Garde nach dem Nuckel zu krähen ...), die Show konnte beginnen. Spot an! Auf der Bühne standen sie nun, die Erst- und Zweitklässler in den diversesten Grössenausprägungen, ins ungewohnte Scheinwerferlicht blinzelnd, lächelnd in sämtlichen Varianten des Zahnwechsels. Ein Bild für Götter!
Die einen lächelten als würden sie jetzt gleich für den OSCAR nominiert, andere deuteten scheu ein Lächeln an, der Bub dort hinten grinste von einem Ohr zum anderen und das kleine Mädchen vorne links verzog ängstlich den Mund in Richtung "lächle mal!".
Das Theaterstück war wirklich liebevoll mit den Kindern einstudiert und der Lehrerin gebührt meine volle Hochachtung, jedes der Kinder hatte seinen Part und grossen Auftritt. Der König war einen guten Kopf kleiner als sein ihm angetrautes Weibe, welche zeitweise ein wenig gelangweilt an ihrem Rocke rumzupfelte und die Deko begutachtete. Die Prinzessin überragte Alle bei weitem und führte ein (drehbuchbedingt) loses Mundwerk - diese beiden Dinge kenne ich aber bereits von meinen Kindern und war darüber ergo nicht weiter irritiert.
Der Raubkatzendompteur hatte einen Heidenspass, die kleine Peitsche auf den Hosenboden der armen Tier-Akteure zu hauen. Zudem waren diese insofern sowieso geplagt, als dass die gefährlichen Löwen und Tiger genau diese Monster-Tier-Pantoffeln als Verkleidung um den Kopf geschnallt hatten, welche bei mir neben dem Bett stehen. Mein Zwerchfell machte wieder mal die La-Ola-Welle! Während der Clown bei der Tanzeinlage seine rote Nase verlor, musste dem König einmal noch der Text souffliert werden - ansonsten verlief diese Vorstellung normal herrlich-chaotisch, wie Schulvorstellungen eben so laufen.
Die Eltern knipsen sich die Finger lahm, Grosseltern filmten was das Zeug hielt und überhaupt - sämtliche Angehörigen beäugten, bewunderten den familieninternen Star auf herzlichste Art und Weise.
Fragt man mich nach der Meinung, so ist völlig klar, dass "meine" Sabrina weitaus das meiste Talent auf die Bretter, welche die Welt bedeuten, gelegt hat. Als Seiltänzerin war sie unnachahmlich gut. Soviel steht fest.
Nach der Vorstellung - bei Kaffee und Kuchen - tobten König, Königin und Prinzessin mit den Tigern, Löwen, den Hofangestellten und sämtlichen anderen Darstellern durch die Gänge des idyllischen Schulhauses. Irgendwann gab es dann bei Sabrina auch noch heisse Tränen, weil der König ihr ein Bein gestellt hatte und sie so was von auf die Nase flog. Das arme Kind war kaum mehr zu beruhigen und die Schminke der Augen vermischte dann mit dem Lippenstift, als die junge Dame mit dem Unterarm ihre Tränen wegputzte.
10 Minuten später war Versöhnung und 1 weitere Minute später spielte man schon wieder in friedlicher Eintracht zusammen.
WENN ES DOCH AUF DER WELT NUR IMMER SO WÄRE!
So machten Chef und ich uns dann beizeiten und noch vor Feierabend auf den Weg nach Hause, um Sabrina (sie ist seine Tochter, mein Gottemeitschi) vor ihrem grossen Auftritt noch glücksbringend über die Schulter zu spucken. Wir haben es aber dabei bewenden lassen, ihr schulterklopfend viel Glück zu wünschen - denn ihre kleine Schwester Elena hätte uns das mit dem Spucken abgeschaut und zu unser aller Leidwesen sofort nachgemacht ... sie ist ein kleiner Wirbelwind, ein Luusmeitschi der Sonderklasse.
Zu Hause angekommen, trafen wir auf eine hibbelige Sabrina und eine nicht minder hibbelige Mama. Oma als ruhender Pol zwischen den nervengepreizten Parteien. Oh ... wie kenne ich das nur zu gut aus der Schulzeit meiner Jungs ...
Mäxchen war damals (!) ein derart ruhiges Kind, dass seine erste, grosse, tragenden Rolle die Darstellung als Baumstamm war. Ohne Text - versteht sich von alleine. Wie habe ich damals - aufgeregt und stolz zugleich - ihm das Rindenkostüm angezogen und die Baumkrone in Form einer stil-entarteten Badekappe mit grünen Kabelsträngen und Pappeblättern aufgesetzt. Mäxchen war der schönste, tollste und wundervollste Baumstamm ever. Das unterschreibe ich noch heute ohne Wimpernzucken!
Nun gut - Sabrina und Mama gingen von dannen, wir Fussvolk blieben zurück um noch auf Sabrinas Götti mitsamt Anhang zu warten. Kurz nach 18.00h machten wir uns dann auch auf den Weg ins Schulhaus - da, wo das Grossereignis stattfand. An Bauernhöfen, wiederkäuenden Kühen, Feldern vorbei, auf Strässchen mit Schotter und Schleichwegen zwischen Bäumen und Sträuchern, erreichten wir das kleine, herzige Schulhaus.
Drinnen waren die Akteure schon lautstark zu erahnen. Die Lehrerin probierte einigermassen Ruhe und Gelassenheit in die Reihen der kommenden Stars zu bringen - putzte Nasen, schminkte die Seiltänzerin, den Tanztrupp und das Zirkuspersonal, Hofpersonal bekam Häubchen auf und man stopfte den Pulli des kleinen Jungen aus, der dann den Cola-bauchigen König zu spielen hatte.
Herrlich war es, diesem Ameisenhaufen-ähnlichen Gewusel von enthusiastischen Kinder-Ameisen und angespannten Mama- / Papa-Ameisen zuzuschauen.
Das ausgiebige Beschauen führte dazu, dass wir ein bisschen spät in den Singsaal kamen und dadurch die besten Plätze bereits belegt waren - so nahmen wir Platz in Reihe 6. Ich hatte wieder mal dieses abartige Glück, hinter einem Hünen von Mann sitzen zu kommen. Als wäre das alleine nicht schon genug an Strafe, balancierte er seinen kleinen Sohn Janosch stehend auf den Knien. So kam ich in den Genuss, Janoschs Rückfront detailliert zu begutachten. Die Bühne vorne konnte ich leise erahnen.
Das Glück verlässt mich in solchen Momenten regelmässig. Gehe ich ins Kino, sitzt stets der grösste Mann vor mir. Grundsätzlich gewinne ich an Wettbewerben nie irgendwas. Sollte es aber trotzdem mal der Fall sein, so sind es Dinge wie 10 Rollen Klopapier mit meiner Namensprägung, goldfarben - oder den Nylon-Seesack in dezentem Matschgrün von Kamillosan - hat Sohn Moritz kurzerhand unter erzürntem Protestgeschrei im zarten Kindergartenalter zerfetzt, weil ich ihm den als Turnbeutel andrehen wollte. Mea culpa.
Nun denn. Die Lichter gingen aus (... und sofort begannen die kleinen Geschwister der schaupielenden Garde nach dem Nuckel zu krähen ...), die Show konnte beginnen. Spot an! Auf der Bühne standen sie nun, die Erst- und Zweitklässler in den diversesten Grössenausprägungen, ins ungewohnte Scheinwerferlicht blinzelnd, lächelnd in sämtlichen Varianten des Zahnwechsels. Ein Bild für Götter!
Die einen lächelten als würden sie jetzt gleich für den OSCAR nominiert, andere deuteten scheu ein Lächeln an, der Bub dort hinten grinste von einem Ohr zum anderen und das kleine Mädchen vorne links verzog ängstlich den Mund in Richtung "lächle mal!".
Das Theaterstück war wirklich liebevoll mit den Kindern einstudiert und der Lehrerin gebührt meine volle Hochachtung, jedes der Kinder hatte seinen Part und grossen Auftritt. Der König war einen guten Kopf kleiner als sein ihm angetrautes Weibe, welche zeitweise ein wenig gelangweilt an ihrem Rocke rumzupfelte und die Deko begutachtete. Die Prinzessin überragte Alle bei weitem und führte ein (drehbuchbedingt) loses Mundwerk - diese beiden Dinge kenne ich aber bereits von meinen Kindern und war darüber ergo nicht weiter irritiert.
Der Raubkatzendompteur hatte einen Heidenspass, die kleine Peitsche auf den Hosenboden der armen Tier-Akteure zu hauen. Zudem waren diese insofern sowieso geplagt, als dass die gefährlichen Löwen und Tiger genau diese Monster-Tier-Pantoffeln als Verkleidung um den Kopf geschnallt hatten, welche bei mir neben dem Bett stehen. Mein Zwerchfell machte wieder mal die La-Ola-Welle! Während der Clown bei der Tanzeinlage seine rote Nase verlor, musste dem König einmal noch der Text souffliert werden - ansonsten verlief diese Vorstellung normal herrlich-chaotisch, wie Schulvorstellungen eben so laufen.
Die Eltern knipsen sich die Finger lahm, Grosseltern filmten was das Zeug hielt und überhaupt - sämtliche Angehörigen beäugten, bewunderten den familieninternen Star auf herzlichste Art und Weise.
Fragt man mich nach der Meinung, so ist völlig klar, dass "meine" Sabrina weitaus das meiste Talent auf die Bretter, welche die Welt bedeuten, gelegt hat. Als Seiltänzerin war sie unnachahmlich gut. Soviel steht fest.
Nach der Vorstellung - bei Kaffee und Kuchen - tobten König, Königin und Prinzessin mit den Tigern, Löwen, den Hofangestellten und sämtlichen anderen Darstellern durch die Gänge des idyllischen Schulhauses. Irgendwann gab es dann bei Sabrina auch noch heisse Tränen, weil der König ihr ein Bein gestellt hatte und sie so was von auf die Nase flog. Das arme Kind war kaum mehr zu beruhigen und die Schminke der Augen vermischte dann mit dem Lippenstift, als die junge Dame mit dem Unterarm ihre Tränen wegputzte.
10 Minuten später war Versöhnung und 1 weitere Minute später spielte man schon wieder in friedlicher Eintracht zusammen.
WENN ES DOCH AUF DER WELT NUR IMMER SO WÄRE!
Donnerstag, 4. Februar 2010
ICH HAB SOLCHE LUST DARAUF!
Auch ich habe meine ganz wilde Seite. Würde man mir gar nicht geben - oder? Ich als durch und durch bodenständige Frau im mittleren Alter, Mutter zweier Söhne, verheiratet mit dem verrücktesten Mann der Welt und Hüterin der Familienharmonie.
Zugegeben, wer mich ein bisschen näher kennt, der wird sagen, dass der Welt verrücktester Mann sein passendes Pendant in Form der verrücktesten Frau gefunden hat.
Und ja, ich gebe es zu, letztes Jahr habe ich die Steuererklärung zu spät abgegeben. Ok - wir hatten 4x im 2009 den Pizzaservice vor der Türe. Olàlà bin ich auch nicht abgeneigt.
Aber sonst ... trotz all meiner phantastischen Spinnereien - ich bin so was von seriös!
Bis auf die Dienstage / Samstage und Sonntage. Je nach dem. Fertig mit Harmonie, Haushalt, Halleluja. Dann ist nämlich Hockeymatch in Bern. Und ich möchte mich hier und jetzt als den grössten SCB-Fan ever outen. Auf die Gefahr hin, den einen oder anderen Leser zu verlieren. Ich weiss, dass ich unter meinen treuesten LeserInnen einen Davos-Fan habe und mehrere ZSC-Freaks, ich habe mir sagen lassen, dass sogar eine Fribourgerin ab und zu mal Gast ist. Persönlich mag ich diese Menschen ja unbeschreiblich gerne. Freunde sind es. Aber eben - sie tragen das falsche Fanshirt und jubeln in den total verkehrten Momenten!
Ich werde irgendwann ein paar ernste Worte mit denen reden müssen...! Ja, das muss ich tun.
Wisst ihr, mein Vater war am 15.11.1961 im Stadion in Bern am Hockeymatch, als durch den quakigen Lautsprecher die Durchsage kam: "WICHTIGE MITTEILUNG: HERR HANS STERNENZAUBER IST VOR EINIGEN MINUTEN VATER EINER STERNENZAUBERHAFTEN TOCHTER GEWORDEN - DAS TEAM GRATULIERT!".
Ich wurde also in den ersten Minuten meines Daseins bereits auf Glatteis vorgeführt, wenn auch nur verbal. Es muss mir wegweisend gewesen sein, denn ziemlich genau 6 Jahre später nahm Paps mich mit an meinen ersten Match. Und ich war begeistert! Ab diesem Moment hatte der Schlittschuh Club Bern einen Fan mehr. Einen treuen.
All die Jahre - und mittlerweile sind es 42 - pilgere ich in unseren Tempel. Emotionslose Menschen sprachen früher vom Allmendstadion, heute von der Post-Finance-Arena. Schwangerschaftsbedingte Unterbrüche gab es und auch eine phasenweise Abstinenz infolge Scheidungs-Finanz-Krise. Aber vorher, dazwischen und seither war und bin ich da. Meistens.
Während der Schulzeit mit der ganzen Klasse ab 15.00h - also X Stunden vor dem eigentlichen Event - wartete ich schon an meinem Stammplatz auf der grossen Stehrampe. Habe mir mit anderen Fans die Beine in den Bauch gestanden und jedwelcher Kälte getrotzt. Selbst das Klo verkniff man sich, sonst ging nämlich der gute Platz ganz vorne flöten.
Angezogen war man mit einem selbst gestrickten rot/gelb/schwarzen Pulli, der legendären Jeansjacke mit SCB-farblich assortierten Wollfransen - selbstverständlich vollgepappt mit Stickern, einem kratzigen Stirnband, kratzigen Pulswärmern, SCB-Moonboots und viel Enthusiasmus der Sache gegenüber. Dies reichte, um die Welt um sich herum zu vergessen. Stundenlange Fangesänge und Torgejubel raubten mir regelmässig Sinne und Stimme. Herrlich...
Stundenlang draussen warten um ein Autogramm von seinem Star zu erhaschen. Ehrensache. Ich habe heute noch zu Hause Zeitungsartikel mit meinem Konterfei drauf - und aus den 90er Jahren TV-Mitschnitte von Matchs - und ich mitten drin. Am jubeln, mich freuen, heulen, Interviews geben ... je nach dem. Wild genug um aufzufallen.
Verrückte Zeiten. Wunderbare Zeiten.
Die Jahre sind auch in dieser Hinsicht nicht spurlos an der Sternenzaubers Fanverhalten vorüber gegangen. Mittlerweilen lege ich mir schon am Mittag die wärmende Mohair-extra-super-Antikälte-Unterwäsche parat, schlüpfe in dicke Wollsocken, leg in die Stiefel noch diese unverzichtbaren Wärmebeutel (... welche ich mir bei argen Minustemperaturen sogar in den BH stopfe - wärmt das Herz und die Seele!), lege Wert auf Handschuhe, Mütze, Schal und eine dicke Jacke. Heute eher farblich assortiert zu den Kleidern, dem Nagellack und entsprechendem Schmuck. Tja.
Aber ich habe mir zumindest fest vorgenommen, auf die Play-offs hin eine originale SCB-Decke mit Emblem und allem drum und dran zu kaufen. Das Sitzkissen habe ich schon. Trotzdem friere ich jeweils jämmerlich! Vielleicht sollte ich 2 Decken kaufen ... ? Ich konstatiere: die Resistenz der Jugend ist dahin.
Um die Wärme noch zusätzlich von Innen zu forcieren, finden Schätzu und ich uns pünktlich 1 Stunde vor Matchbeginn im Stadionrestaurant ein, einverleiben uns das herrliche Fondue, welches bis in die Haarspitzen Hitze abgibt. Und kaum mache ich dann einen Schritt in die Kälte raus, verpufft dieser Effekt - dumm gelaufen! Man sollte sich das Zeug in die Schuhe füllen können!
Heute kenne ich auch nicht mehr alle Eckdaten der aktuellen Spielergarde - während ich früher vom Geburtsdatum bis hin zur Schuhgrösse über alles orientiert war. Die Spieler wechseln heute manchmal schneller den Verein, als ich mir ihren Namen merken kann. Beim Torjubel schiele ich dann immer auf die grossen Stadionmonitore - dann kann selbst ich den Namen des Schützen mit der Meute laut skandieren, er wird ja heutzutage eingeblendet. Kleine Glücke.
Heiser schreie ich mich auch nicht mehr dermassen. Zumindest bis zu den Play-offs nicht. Die Saison ist dermassen lang geworden gegen früher.
Genau hier an dieser Stelle sind wir beim Casus Knaxus ... the Play offs.
Lieber SCB, liebe Spieler: Ich will endlich wieder mal Play-offs von Anfang bis Ende durchjubeln können! Nicht schon in den 1/4-Finals in Bausch und Bogen gegen Fribourg oder andere Unterdogs rausfliegen. Spätestens im Halbfinal sang- und klanglos untergehen. Ich wünsche mir, dass wir nicht nur - wie all die letzten Jahre und dieses Jahr auch - Qualifikationssieger sind. Damit kann ich mir nichts kaufen, gar nichts! Das macht nicht satt!
Ich will nochmals die Emotionen eines Finals spüren, will gar nicht mehr fühlen ob es jetzt Sommer oder Winter ist, will meine alte Jeansjacke mit den abscheulichen Wollfransen aus dem Keller holen und kurz vor Matchende klatschend auf meinem Sitzplatz oben stehen. Klatschen, bis die Hände kribbeln.
Ich will Spielfieber spüren, mir zwischen 2 Dritteln aus lauter Begeisterung das Gesicht in den SCB-Farben bemalen. Ich will wieder mal so richtig doll Freudentränen vergiessen können. Schampusflaschenkorken knallen lassen und feiern bis es Morgen wird.
Dann kann es durchaus sein, dass ich nochmals für Autogramme draussen in der Kälte warte, egal wie lange. Ich will dieses bestimmte Herzblut im SCB pulsieren sehn. Tobende Mengen, Freudentaumel, Meisterfeier.
WE WILL LIGHT THE FIRE!
NA, MEIN LIEBER SCB - AUCH SO LUST DARAUF WIE ICH?
Zugegeben, wer mich ein bisschen näher kennt, der wird sagen, dass der Welt verrücktester Mann sein passendes Pendant in Form der verrücktesten Frau gefunden hat.
Und ja, ich gebe es zu, letztes Jahr habe ich die Steuererklärung zu spät abgegeben. Ok - wir hatten 4x im 2009 den Pizzaservice vor der Türe. Olàlà bin ich auch nicht abgeneigt.
Aber sonst ... trotz all meiner phantastischen Spinnereien - ich bin so was von seriös!
Bis auf die Dienstage / Samstage und Sonntage. Je nach dem. Fertig mit Harmonie, Haushalt, Halleluja. Dann ist nämlich Hockeymatch in Bern. Und ich möchte mich hier und jetzt als den grössten SCB-Fan ever outen. Auf die Gefahr hin, den einen oder anderen Leser zu verlieren. Ich weiss, dass ich unter meinen treuesten LeserInnen einen Davos-Fan habe und mehrere ZSC-Freaks, ich habe mir sagen lassen, dass sogar eine Fribourgerin ab und zu mal Gast ist. Persönlich mag ich diese Menschen ja unbeschreiblich gerne. Freunde sind es. Aber eben - sie tragen das falsche Fanshirt und jubeln in den total verkehrten Momenten!
Ich werde irgendwann ein paar ernste Worte mit denen reden müssen...! Ja, das muss ich tun.
Wisst ihr, mein Vater war am 15.11.1961 im Stadion in Bern am Hockeymatch, als durch den quakigen Lautsprecher die Durchsage kam: "WICHTIGE MITTEILUNG: HERR HANS STERNENZAUBER IST VOR EINIGEN MINUTEN VATER EINER STERNENZAUBERHAFTEN TOCHTER GEWORDEN - DAS TEAM GRATULIERT!".
Ich wurde also in den ersten Minuten meines Daseins bereits auf Glatteis vorgeführt, wenn auch nur verbal. Es muss mir wegweisend gewesen sein, denn ziemlich genau 6 Jahre später nahm Paps mich mit an meinen ersten Match. Und ich war begeistert! Ab diesem Moment hatte der Schlittschuh Club Bern einen Fan mehr. Einen treuen.
All die Jahre - und mittlerweile sind es 42 - pilgere ich in unseren Tempel. Emotionslose Menschen sprachen früher vom Allmendstadion, heute von der Post-Finance-Arena. Schwangerschaftsbedingte Unterbrüche gab es und auch eine phasenweise Abstinenz infolge Scheidungs-Finanz-Krise. Aber vorher, dazwischen und seither war und bin ich da. Meistens.
Während der Schulzeit mit der ganzen Klasse ab 15.00h - also X Stunden vor dem eigentlichen Event - wartete ich schon an meinem Stammplatz auf der grossen Stehrampe. Habe mir mit anderen Fans die Beine in den Bauch gestanden und jedwelcher Kälte getrotzt. Selbst das Klo verkniff man sich, sonst ging nämlich der gute Platz ganz vorne flöten.
Angezogen war man mit einem selbst gestrickten rot/gelb/schwarzen Pulli, der legendären Jeansjacke mit SCB-farblich assortierten Wollfransen - selbstverständlich vollgepappt mit Stickern, einem kratzigen Stirnband, kratzigen Pulswärmern, SCB-Moonboots und viel Enthusiasmus der Sache gegenüber. Dies reichte, um die Welt um sich herum zu vergessen. Stundenlange Fangesänge und Torgejubel raubten mir regelmässig Sinne und Stimme. Herrlich...
Stundenlang draussen warten um ein Autogramm von seinem Star zu erhaschen. Ehrensache. Ich habe heute noch zu Hause Zeitungsartikel mit meinem Konterfei drauf - und aus den 90er Jahren TV-Mitschnitte von Matchs - und ich mitten drin. Am jubeln, mich freuen, heulen, Interviews geben ... je nach dem. Wild genug um aufzufallen.
Verrückte Zeiten. Wunderbare Zeiten.
Die Jahre sind auch in dieser Hinsicht nicht spurlos an der Sternenzaubers Fanverhalten vorüber gegangen. Mittlerweilen lege ich mir schon am Mittag die wärmende Mohair-extra-super-Antikälte-Unterwäsche parat, schlüpfe in dicke Wollsocken, leg in die Stiefel noch diese unverzichtbaren Wärmebeutel (... welche ich mir bei argen Minustemperaturen sogar in den BH stopfe - wärmt das Herz und die Seele!), lege Wert auf Handschuhe, Mütze, Schal und eine dicke Jacke. Heute eher farblich assortiert zu den Kleidern, dem Nagellack und entsprechendem Schmuck. Tja.
Aber ich habe mir zumindest fest vorgenommen, auf die Play-offs hin eine originale SCB-Decke mit Emblem und allem drum und dran zu kaufen. Das Sitzkissen habe ich schon. Trotzdem friere ich jeweils jämmerlich! Vielleicht sollte ich 2 Decken kaufen ... ? Ich konstatiere: die Resistenz der Jugend ist dahin.
Um die Wärme noch zusätzlich von Innen zu forcieren, finden Schätzu und ich uns pünktlich 1 Stunde vor Matchbeginn im Stadionrestaurant ein, einverleiben uns das herrliche Fondue, welches bis in die Haarspitzen Hitze abgibt. Und kaum mache ich dann einen Schritt in die Kälte raus, verpufft dieser Effekt - dumm gelaufen! Man sollte sich das Zeug in die Schuhe füllen können!
Heute kenne ich auch nicht mehr alle Eckdaten der aktuellen Spielergarde - während ich früher vom Geburtsdatum bis hin zur Schuhgrösse über alles orientiert war. Die Spieler wechseln heute manchmal schneller den Verein, als ich mir ihren Namen merken kann. Beim Torjubel schiele ich dann immer auf die grossen Stadionmonitore - dann kann selbst ich den Namen des Schützen mit der Meute laut skandieren, er wird ja heutzutage eingeblendet. Kleine Glücke.
Heiser schreie ich mich auch nicht mehr dermassen. Zumindest bis zu den Play-offs nicht. Die Saison ist dermassen lang geworden gegen früher.
Genau hier an dieser Stelle sind wir beim Casus Knaxus ... the Play offs.
Lieber SCB, liebe Spieler: Ich will endlich wieder mal Play-offs von Anfang bis Ende durchjubeln können! Nicht schon in den 1/4-Finals in Bausch und Bogen gegen Fribourg oder andere Unterdogs rausfliegen. Spätestens im Halbfinal sang- und klanglos untergehen. Ich wünsche mir, dass wir nicht nur - wie all die letzten Jahre und dieses Jahr auch - Qualifikationssieger sind. Damit kann ich mir nichts kaufen, gar nichts! Das macht nicht satt!
Ich will nochmals die Emotionen eines Finals spüren, will gar nicht mehr fühlen ob es jetzt Sommer oder Winter ist, will meine alte Jeansjacke mit den abscheulichen Wollfransen aus dem Keller holen und kurz vor Matchende klatschend auf meinem Sitzplatz oben stehen. Klatschen, bis die Hände kribbeln.
Ich will Spielfieber spüren, mir zwischen 2 Dritteln aus lauter Begeisterung das Gesicht in den SCB-Farben bemalen. Ich will wieder mal so richtig doll Freudentränen vergiessen können. Schampusflaschenkorken knallen lassen und feiern bis es Morgen wird.
Dann kann es durchaus sein, dass ich nochmals für Autogramme draussen in der Kälte warte, egal wie lange. Ich will dieses bestimmte Herzblut im SCB pulsieren sehn. Tobende Mengen, Freudentaumel, Meisterfeier.
WE WILL LIGHT THE FIRE!
NA, MEIN LIEBER SCB - AUCH SO LUST DARAUF WIE ICH?
Mittwoch, 3. Februar 2010
LIKÖRGETRÄNKTE FAMILIEN-INTERNAS
Angefangen hat alles mit der leeren Druckerpatrone.
Schwiegerpaps wollte einen Brief ausdrucken - aber der Drucker streikte. Dies, nachdem seine Blässe in letzter Zeit immer deutlicher wurde. Gemeint ist die Blässe der Druckerzeugnisse.
Leider war unserer Suche nach einer neuen Druckerpatronen auf die Schnelle kein Erfolg beschieden - und so kamen wir unverrichteter Dinge vom Einkauf zurück. Schwiegerpaps bedauerte dies ausserordentlich, hätte er doch kürzlich einen wichtigen Brief bereits im Kasten gehabt, den nicht ausdrucken können, musste das Ganze auf der guten, alten Schreibmaschine nochmals tippen. Und wer, so wie ich, früher mal Schreibmaschine geschrieben hat, der weiss um die Nöte und Sorgen! Ist da mal ein Fehler drin, dann ist er drin. Nix mit kurz mal korrigieren - ausser vielleicht, man hat noch diese guten, alten Tipp-Ex Korrekturstreifen. Oder noch schlimmer Tipp-Ex flüssig. Sieht nicht wirklich gut aus ...
Und hat man beim 20zigsten Anlauf den Brief endlich soweit fehlerlos hingekriegt, dann verheddert sich bestimmt beim letzten Satz, wahlweise der Grussformel, das Farbband. Oder Farbband ist alle. Genau so ging es ihm nämlich.
Das sind diese Situationen im Leben ... sie lassen einem bereits im Anfangsstadium scheitern, während mit den Nerven schon längst Ende Feuer ist!
Indes wir über seine Erzählungen schmunzelten, warf mein Schatz in die Runde, dass er doch solche Briefe an Ämter künftig per Mail schicken solle. O-Ton Schwiegerpaps: "Was per Mail? Wie soll denn DAS gehen?!?"
An dieser Stelle müsste ich vielleicht erwähnen, dass in unserer Familie genau solche Fragen fast ausnahmslos zu interfamiliären Eruptionen führen. Ich kenne das. Alleine schon nur die Feststellung: "Du, Schatz, mit dem Compi stimmt was nicht - kannst Du mal kommen..?" kann an schlechten Tagen der Startschuss zu Diskussionen wie: "Ich hab nichts gemacht!!". "Sag ich ja auch gar nicht, ich wollte nur wissen, was hier los ist!?!" "Aber Du sagst das in einem Ton, als hätte ich was gemacht!" "Nein, stimmt gar nicht, ich will doch nur wissen ...."
An dieser Stelle verlässt meistens einer der Beteiligten das Zimmer. Schmollt. Fühlt sich unverstanden. Und es bedarf einiger verbaler und physischer Streicheleinheiten, um die missverstandenen Missverständnisse aus dem Raume zu schippen. Was Compi angeht, ist irgendwie die diesbezügliche Sensibilität leicht grenzwertig.
Nicht minder prekär gestaltete sich diese Situation auch diesmal. Ich sah schon Katerlis erhöhten Puls an der Halsschlagader über dem Hemdenkragen. "Hab ich Dir doch schon mal gezeigt...*AUGENROLL*!".
Schwiegerpaps verständnisloser Blick liess mich vermittelnd eingreifen: "Das haben wir im nu - wir üben. Ich schick Dir eine Mail mit HALLO - und Du schickst mir eine Mail mit HALLO zurück. Mit der Zeit kannst Du dann immer besser damit umgehen und irgendwann klappt das automatisch!. Ich schick gleich eine Mail am Dienstag auf Deinen Mail-Account. Ok?". Seine Augen wurden noch grösser, sein Blick noch fragender. "Mail-Account? Hab ich einen Mail-Account...?".
Während Schätzus Hände sich in die Tischdecke krallten, gluckste die Runde, lupfte die Schultern und dachte an die Unterrichtstunden im Mailschreiben zurück.
Schwiegermama rettete die Stimmung, indem ihr die Idee kam, dass wir uns nun Alle ein Schlückchen Schlehenlikör verdient hätten. Selbstgemachten Schlehenlikör! Holla die Waldfee!
Meine Schwiegermama ist eine total patente Frau. Sie hat aus meiner Sicht die besondere Fähigkeit der Improvisation. Hat Ideen, Phantasie und den Elan diese umzusetzen. Stets geht sie mit offenen Augen durch die Welt und findet dabei Dinge, welche andere Menschen übersehen. Eine Self-made-woman würde man in der heutigen Zeit sagen. Aus Wenig viel machen. Ich zieh den Hut, welchen ich nicht trag.
So kamen wir auch wieder am Sonntag in den Genuss der eben erwähnten Spezialität Schlehenlikör, gemäss Wikipedia Schlehenfeuer genannt!
(ZUR INFO: Der Schlehdorn, auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn oder Schwarzdorn ist ein mittelgroßer Strauch oder kleiner Baum, der zur Unterfamilie der Steinobstgewächse (Amygdaloideae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört).
An und für sich bin ich ja kein Freund der alkoholischen Freuden - irgendwie vertrag ich das Zeug enorm schlecht, mir wird schon nach einem Schlückchen ganz flau und ich fühl mich so federleicht ... und wäre da nicht dieses Blei in den Füssen, der Gummi in den Knien, wäre ich zu allen Schandtaten bereit.
Aber Schwiegermam's Likör, den wollte ich versuchen. Das lass ich mir nicht entgehen. Ein Schlückchen, ein kleines nur. Soviel muss sein. Bis jetzt hat sie mir nämlich nur herrlichste Dinge vor die Nase gesetzt, die ich allesamt gerne mochte.
Noch während ich das kleine Glas zum Munde führte, meine Lippen spitzte, ulkte Schwiegerpapa, dass so ganz sicher es nicht sei, welche Beeren da verwertet worden seien. Sie hätte diese auf einem Spaziergang in einer Fussgängerzone gepflückt, sie begutachtet, die Eckdaten (Beere mittelgross, dunkelblau, mit so einem weiss-puderigen Belag, kleiner Kern) in den Computer getippt und es gemäss dem daraus resultierenden Ergebnis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei, dass es sich um Schlehen handelt.
Da weder tote Tierchen unter dem besagten Busche lagen, noch schmerzgeplagte Menschen sich am Boden wälzten, könne man davon ausgehen, dass die Beeren ungiftig seien. Zudem hätten die Zeitungen keine diesbezüglichen Warnberichte zu vermelden gehabt - ergo keine Gefahr im Verzug.
Schwiegerpaps sagte mir mit seinem ihm eigenen Augenzwinkern, dass ich mich einfach sofort melden solle, sobald Taubheitsgefühle in den Füssen zu verspüren sind, das Zittern sich verstärken und so unnatürlich helle Punkte mit roter Umrandung meine Haut überziehen sollten, die Augen trübe werden. Bei Atemschwierigkeiten oder eventuellen Herzrhythmusstörungen solle ich Zeichen geben und mich nicht extra zu sehr anstrengen - so ein Kreislauf-Kollaps sei schneller passiert als man denkt.
Während er sich köstlich amüsierte und schmunzelnd in meine Richtung schaute, holte Schwiegermama zur Beweis-Sicherung den letzten Rest der tiefgefrorenen Beeren, welche ich mit Wohlwollen als Schlehen absegnete.
Der Likör schmeckte auf jeden Fall herrlich und mir wurde schön warm.
Weder Atemnot noch Beklemmungsgefühle, nicht mal die kleinste gesundheitliche Irritation war zu spüren. Lecker war es, einfach nur lecker.
Ich danke Dir, Schwiegermama! Gut gemacht! Richtig gut!
Und Schwiegerpaps: Ich kringle mich ob Deinem Galgenhumor. Und das mit den Mails kriegen wir auch noch hin! Versprochen!
Meine Familie ist irgendwie ... herrlich.
Was ich noch sagen wollte:
ICH HAB EUCH LIEB!
Schwiegerpaps wollte einen Brief ausdrucken - aber der Drucker streikte. Dies, nachdem seine Blässe in letzter Zeit immer deutlicher wurde. Gemeint ist die Blässe der Druckerzeugnisse.
Leider war unserer Suche nach einer neuen Druckerpatronen auf die Schnelle kein Erfolg beschieden - und so kamen wir unverrichteter Dinge vom Einkauf zurück. Schwiegerpaps bedauerte dies ausserordentlich, hätte er doch kürzlich einen wichtigen Brief bereits im Kasten gehabt, den nicht ausdrucken können, musste das Ganze auf der guten, alten Schreibmaschine nochmals tippen. Und wer, so wie ich, früher mal Schreibmaschine geschrieben hat, der weiss um die Nöte und Sorgen! Ist da mal ein Fehler drin, dann ist er drin. Nix mit kurz mal korrigieren - ausser vielleicht, man hat noch diese guten, alten Tipp-Ex Korrekturstreifen. Oder noch schlimmer Tipp-Ex flüssig. Sieht nicht wirklich gut aus ...
Und hat man beim 20zigsten Anlauf den Brief endlich soweit fehlerlos hingekriegt, dann verheddert sich bestimmt beim letzten Satz, wahlweise der Grussformel, das Farbband. Oder Farbband ist alle. Genau so ging es ihm nämlich.
Das sind diese Situationen im Leben ... sie lassen einem bereits im Anfangsstadium scheitern, während mit den Nerven schon längst Ende Feuer ist!
Indes wir über seine Erzählungen schmunzelten, warf mein Schatz in die Runde, dass er doch solche Briefe an Ämter künftig per Mail schicken solle. O-Ton Schwiegerpaps: "Was per Mail? Wie soll denn DAS gehen?!?"
An dieser Stelle müsste ich vielleicht erwähnen, dass in unserer Familie genau solche Fragen fast ausnahmslos zu interfamiliären Eruptionen führen. Ich kenne das. Alleine schon nur die Feststellung: "Du, Schatz, mit dem Compi stimmt was nicht - kannst Du mal kommen..?" kann an schlechten Tagen der Startschuss zu Diskussionen wie: "Ich hab nichts gemacht!!". "Sag ich ja auch gar nicht, ich wollte nur wissen, was hier los ist!?!" "Aber Du sagst das in einem Ton, als hätte ich was gemacht!" "Nein, stimmt gar nicht, ich will doch nur wissen ...."
An dieser Stelle verlässt meistens einer der Beteiligten das Zimmer. Schmollt. Fühlt sich unverstanden. Und es bedarf einiger verbaler und physischer Streicheleinheiten, um die missverstandenen Missverständnisse aus dem Raume zu schippen. Was Compi angeht, ist irgendwie die diesbezügliche Sensibilität leicht grenzwertig.
Nicht minder prekär gestaltete sich diese Situation auch diesmal. Ich sah schon Katerlis erhöhten Puls an der Halsschlagader über dem Hemdenkragen. "Hab ich Dir doch schon mal gezeigt...*AUGENROLL*!".
Schwiegerpaps verständnisloser Blick liess mich vermittelnd eingreifen: "Das haben wir im nu - wir üben. Ich schick Dir eine Mail mit HALLO - und Du schickst mir eine Mail mit HALLO zurück. Mit der Zeit kannst Du dann immer besser damit umgehen und irgendwann klappt das automatisch!. Ich schick gleich eine Mail am Dienstag auf Deinen Mail-Account. Ok?". Seine Augen wurden noch grösser, sein Blick noch fragender. "Mail-Account? Hab ich einen Mail-Account...?".
Während Schätzus Hände sich in die Tischdecke krallten, gluckste die Runde, lupfte die Schultern und dachte an die Unterrichtstunden im Mailschreiben zurück.
Schwiegermama rettete die Stimmung, indem ihr die Idee kam, dass wir uns nun Alle ein Schlückchen Schlehenlikör verdient hätten. Selbstgemachten Schlehenlikör! Holla die Waldfee!
Meine Schwiegermama ist eine total patente Frau. Sie hat aus meiner Sicht die besondere Fähigkeit der Improvisation. Hat Ideen, Phantasie und den Elan diese umzusetzen. Stets geht sie mit offenen Augen durch die Welt und findet dabei Dinge, welche andere Menschen übersehen. Eine Self-made-woman würde man in der heutigen Zeit sagen. Aus Wenig viel machen. Ich zieh den Hut, welchen ich nicht trag.
So kamen wir auch wieder am Sonntag in den Genuss der eben erwähnten Spezialität Schlehenlikör, gemäss Wikipedia Schlehenfeuer genannt!
(ZUR INFO: Der Schlehdorn, auch Schlehendorn, Schlehe, Heckendorn oder Schwarzdorn ist ein mittelgroßer Strauch oder kleiner Baum, der zur Unterfamilie der Steinobstgewächse (Amygdaloideae) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) gehört).
An und für sich bin ich ja kein Freund der alkoholischen Freuden - irgendwie vertrag ich das Zeug enorm schlecht, mir wird schon nach einem Schlückchen ganz flau und ich fühl mich so federleicht ... und wäre da nicht dieses Blei in den Füssen, der Gummi in den Knien, wäre ich zu allen Schandtaten bereit.
Aber Schwiegermam's Likör, den wollte ich versuchen. Das lass ich mir nicht entgehen. Ein Schlückchen, ein kleines nur. Soviel muss sein. Bis jetzt hat sie mir nämlich nur herrlichste Dinge vor die Nase gesetzt, die ich allesamt gerne mochte.
Noch während ich das kleine Glas zum Munde führte, meine Lippen spitzte, ulkte Schwiegerpapa, dass so ganz sicher es nicht sei, welche Beeren da verwertet worden seien. Sie hätte diese auf einem Spaziergang in einer Fussgängerzone gepflückt, sie begutachtet, die Eckdaten (Beere mittelgross, dunkelblau, mit so einem weiss-puderigen Belag, kleiner Kern) in den Computer getippt und es gemäss dem daraus resultierenden Ergebnis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen sei, dass es sich um Schlehen handelt.
Da weder tote Tierchen unter dem besagten Busche lagen, noch schmerzgeplagte Menschen sich am Boden wälzten, könne man davon ausgehen, dass die Beeren ungiftig seien. Zudem hätten die Zeitungen keine diesbezüglichen Warnberichte zu vermelden gehabt - ergo keine Gefahr im Verzug.
Schwiegerpaps sagte mir mit seinem ihm eigenen Augenzwinkern, dass ich mich einfach sofort melden solle, sobald Taubheitsgefühle in den Füssen zu verspüren sind, das Zittern sich verstärken und so unnatürlich helle Punkte mit roter Umrandung meine Haut überziehen sollten, die Augen trübe werden. Bei Atemschwierigkeiten oder eventuellen Herzrhythmusstörungen solle ich Zeichen geben und mich nicht extra zu sehr anstrengen - so ein Kreislauf-Kollaps sei schneller passiert als man denkt.
Während er sich köstlich amüsierte und schmunzelnd in meine Richtung schaute, holte Schwiegermama zur Beweis-Sicherung den letzten Rest der tiefgefrorenen Beeren, welche ich mit Wohlwollen als Schlehen absegnete.
Der Likör schmeckte auf jeden Fall herrlich und mir wurde schön warm.
Weder Atemnot noch Beklemmungsgefühle, nicht mal die kleinste gesundheitliche Irritation war zu spüren. Lecker war es, einfach nur lecker.
Ich danke Dir, Schwiegermama! Gut gemacht! Richtig gut!
Und Schwiegerpaps: Ich kringle mich ob Deinem Galgenhumor. Und das mit den Mails kriegen wir auch noch hin! Versprochen!
Meine Familie ist irgendwie ... herrlich.
Was ich noch sagen wollte:
ICH HAB EUCH LIEB!
Dienstag, 2. Februar 2010
EIN MANN - (K)EIN WORT
Es passierte letzten Samstagmorgen. Mein Schatz war noch völlig genudelt von der anstrengenden Freitagsfahrt nach Düsseldorf. Bei jenseitigen Strassenverhältnissen. Und zudem war unser Samstag dicht gedrängt mit Terminen. Volles Programm.
Ein Wochenende mit Weckergeläute zu beginnen, ist nicht die beste Voraussetzung für geruhsame Stunden ...
Nach viel zu kurzer Nachtruhe, die wie gesagt brüsk abgebrochen werden musste, schnell frühstücken im Hotel - weiter zum Schwiegerelterntermin - weiter auf Shoppingtour in die Innenstadt (ich kaufe dort immer dieses tolle, seidenweiche, feinduftende, schön verzierte, angenehme 5-lagige Klopapier. DAS und NUR DAS darf es sein!) - weiter zum Outlet nach Oberhausen, um danach gleich gen Köln zu düsen. Freunde besuchen. Dies alles bei äusserst grenzwertigem Wetter.
Während so ein proppenvoller Tag meinem Ich entgegenkommt (zudem ich auch nur Passagier bin und mich von A nach B schaukeln lasse), bricht bei Katerli der Stress voll durch. In Gedanken schnallt er sich einen imaginären Patronengurt um, überprüft die Magnum 47 mm auf ihre Funktion und duldet keine weiteren Irritationen.
Ich bin da irgendwie ganz anders gestrickt als er.
Klimpern meine Äugelein aus lauter Müdigkeit, liegen meine Nerven blank oder lässt mich Stress Haare und Seele sträuben - dann brauche ich Ansprache. Plauderstunden. Diskussionen.
Ganz anders mein Katerli-Schatz. Er wird ruhig - sehr sehr ruhig. Und fordert Ruhe ein.
Da ich die Frau der Worte bin und mir das stumme Leiden meines Herzallerliebsten zutiefst im Herzen weh tut, frage ich ihn ganz liebevoll, ganz sachte und in gedrosselter Lautstärke: "Scha-a-a-atz, alles ok bei Dir?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Geht es Dir gut?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Also nicht gut?!?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Und warum geht es Dir nicht gut?"
Er: "Es geht mir ja gut!"
Ich: "Und warum sagst Du denn nichts?"
Er: "Weil mir ein Augenblick Ruhe gut tut".
Ich: "Dann soll ich also jetzt nichts mehr sagen?!?"
Er: "Doch, schon. Klar darfst was sagen".
Ich: "Ja aber wenn Du dann nur Mmmmm sagst, ist das kein Gespräch".
Er: "Ich habe auch nicht gesagt, dass ich ein Gespräch will. Momentan täte mir Ruhe gut. Aber Du darfst ruhig reden".
Ich: "Das macht dann aber keinen Spass. Dann schweige ich halt".
Er: *AUFSCHNAUF*
10 Sekunden Pause.
Ich: (Leicht entnervt) "... und von was soll ich jetzt schweigen?"
Ich: "Also wir könnten zum Beispiel von heute Abend schweigen - ich freue mich schon tierisch auf den Besuch in Köln!"
Ich: "Oder ich könnte auch ganz still sein zum Thema Sonntag Abend. Gehen wir zum Griechen essen?"
Er: "Mmmmmm. Mal sehen."
Ich: "Komm sag was. Sprich mit mir. Ich will Dich doch nur auf andere Gedanken bringen und machen, dass Du lächelst. Siehst Du, es wirkt schon, Du lächelst!"
Er: "Ich zeige die Zähne, das ist was ganz anderes. Ich WILL jetzt nicht lächeln".
Ich: "Ach komm ... Du siehst so süss aus wenn Du lächelst. Lächle mal! Bitte!"
Er schaut mich an. Was für ein Blick! AUA!
Ich: "Ok, Du brauchst nicht zu lächeln. Ist ja gut. Ich sag nichts mehr."
Er atmet hörbar auf.
2 Minuten später:
Ich: "Schaaaatz - sind wir bald da?"
Er: (Zwischen den Zähnen raus zischend) "JA!".
Endlich angekommen - vor dem Kleiderladen meiner Wahl - verabschieden wir uns.
Er: "soll ich mit rein?"
Ich: "Also nein aber auch! Diese Zeit habe ich lieber ganz für mich!".
Er: "Klar, kein Problem - viel Spass. Ich geh dann mal kurz in die Innenstadt!".
MANCHMAL BRAUCHT FRAU EINFACH IHRE RUHE!
LOGISCH - ODER?
Ein Wochenende mit Weckergeläute zu beginnen, ist nicht die beste Voraussetzung für geruhsame Stunden ...
Nach viel zu kurzer Nachtruhe, die wie gesagt brüsk abgebrochen werden musste, schnell frühstücken im Hotel - weiter zum Schwiegerelterntermin - weiter auf Shoppingtour in die Innenstadt (ich kaufe dort immer dieses tolle, seidenweiche, feinduftende, schön verzierte, angenehme 5-lagige Klopapier. DAS und NUR DAS darf es sein!) - weiter zum Outlet nach Oberhausen, um danach gleich gen Köln zu düsen. Freunde besuchen. Dies alles bei äusserst grenzwertigem Wetter.
Während so ein proppenvoller Tag meinem Ich entgegenkommt (zudem ich auch nur Passagier bin und mich von A nach B schaukeln lasse), bricht bei Katerli der Stress voll durch. In Gedanken schnallt er sich einen imaginären Patronengurt um, überprüft die Magnum 47 mm auf ihre Funktion und duldet keine weiteren Irritationen.
Ich bin da irgendwie ganz anders gestrickt als er.
Klimpern meine Äugelein aus lauter Müdigkeit, liegen meine Nerven blank oder lässt mich Stress Haare und Seele sträuben - dann brauche ich Ansprache. Plauderstunden. Diskussionen.
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Geht es Dir gut?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Also nicht gut?!?"
Er: "Mmmmmmm".
Ich: "Und warum geht es Dir nicht gut?"
Er: "Es geht mir ja gut!"
Ich: "Und warum sagst Du denn nichts?"
Er: "Weil mir ein Augenblick Ruhe gut tut".
Ich: "Dann soll ich also jetzt nichts mehr sagen?!?"
Er: "Doch, schon. Klar darfst was sagen".
Ich: "Ja aber wenn Du dann nur Mmmmm sagst, ist das kein Gespräch".
Er: "Ich habe auch nicht gesagt, dass ich ein Gespräch will. Momentan täte mir Ruhe gut. Aber Du darfst ruhig reden".
Ich: "Das macht dann aber keinen Spass. Dann schweige ich halt".
Er: *AUFSCHNAUF*
10 Sekunden Pause.
Ich: (Leicht entnervt) "... und von was soll ich jetzt schweigen?"
Ich: "Also wir könnten zum Beispiel von heute Abend schweigen - ich freue mich schon tierisch auf den Besuch in Köln!"
Ich: "Oder ich könnte auch ganz still sein zum Thema Sonntag Abend. Gehen wir zum Griechen essen?"
Er: "Mmmmmm. Mal sehen."
Ich: "Komm sag was. Sprich mit mir. Ich will Dich doch nur auf andere Gedanken bringen und machen, dass Du lächelst. Siehst Du, es wirkt schon, Du lächelst!"
Er: "Ich zeige die Zähne, das ist was ganz anderes. Ich WILL jetzt nicht lächeln".
Ich: "Ach komm ... Du siehst so süss aus wenn Du lächelst. Lächle mal! Bitte!"
Er schaut mich an. Was für ein Blick! AUA!
Ich: "Ok, Du brauchst nicht zu lächeln. Ist ja gut. Ich sag nichts mehr."
Er atmet hörbar auf.
2 Minuten später:
Ich: "Schaaaatz - sind wir bald da?"
Er: (Zwischen den Zähnen raus zischend) "JA!".
Endlich angekommen - vor dem Kleiderladen meiner Wahl - verabschieden wir uns.
Er: "soll ich mit rein?"
Ich: "Also nein aber auch! Diese Zeit habe ich lieber ganz für mich!".
Er: "Klar, kein Problem - viel Spass. Ich geh dann mal kurz in die Innenstadt!".
MANCHMAL BRAUCHT FRAU EINFACH IHRE RUHE!
LOGISCH - ODER?
Montag, 1. Februar 2010
2 STUNDEN FERIEN BEI KOSTAS!
Es gibt ein Fleckchen Erde in Deutschland, das ist mein ganz persönliches Stück Griechenland. Ein Stück Heimat, ein Stück zu Hause. Ich finde es bei Kostas und seiner Familie in Dorsten, in "meinem" griechischen Restaurant.
Vielleicht sollte ich euch erst mal die Basics dazu erzählen - dann werdet ihr verstehen:
Vor einiger Zeit hatte ich eine Liaison zu einem Mann aus eben dieser Stadt Dorsten (vor der Love-Story mit Katerli). 2-wöchentlich, manchmal sogar wöchentlich, verbrachte ich das Wochenende in diesem Ort mitten im Ruhrpott. Und den einen Abend davon bei Kostas. So sicher wie das Amen in der Kirche!
Bei Kostas feiert man Geburtstag, Wiedersehen, Namenstag, Abschiede, jede Art von Feiertag - und gibt es mal keinen Grund zum Feiern, so ist alleine die Tatsache - den Abend bei Kostas zu zelebrieren - Grund genug, dann halt eben dies zu feiern.
Kostas und seine Frau, das Personal - es sind alles Menschen, die man lieben MUSS. Da kommt man nicht drum herum. Es sind Freunde die unter die Haut gehen, weil sie liebevoll, aufmerksam, herzlich und die wunderbarsten Gastgeber sind, die man sich nur wünschen kann. Wenn diese Familie einem Willkommen heisst, so ist es nicht nur eine Floskel - oh nein - es ist genau so gemeint. Das ist spürbar, in jeder noch so unscheinbaren Kleinigkeit.
Nach den ersten 1sten Besuch war man sich schon sehr sympathisch, beim 2ten Mal kannte man sich bereits beim Namen, nach dem dritten Besuch stand das Glas mit dem lieblichen, gekühlten Weisswein Imiglikos schon bei meinem Platz auf dem Tisch hinten links in der Ecke. Und all die unzähligen anderen Male war es einfach immer pure Freude, gegenseitig. Das Persönliche immer ganz wichtig.
Menschlich blieb nie ein Wunsch offen - in essenstechnischer Hinsicht aber genau so wenig! Welch kulinarische Gelüste man immer auch hatte - sie wurden erfüllt. Ich lernte Quietschkäse kennen .... oh, eine Delikatesse sondergleichen. Wie er richtig heisst, dieser Quietschkäse, das weiss ich heute noch nicht. Aber ich könnte mich da reinlegen - so fein! Er steht nie auf der Karte, aber wenn Kostas ihn hat, krieg ich davon.
Kostas Küche ist überhaupt und sowieso der Knaller! Ich liebe allgemein die griechische Küche - aber seine, die vergöttere ich. Er ist besser als gut. Kocht mit Können, Wissen, Liebe und diesem besonderen Engagement, welches man hat oder nicht hat. Kostas Gerichte lassen einem völlig vergessen, dass man irgendwo im Ruhrpott sitzt - für einen langen Moment ist man in einer griechischen Taverne mit Blick aufs Meer. Der warme Wind streichelt die Seele, die himmlischen Düfte aus der Küche lassen erahnen, warum sich die Götter Griechenland als Heimat ausgesucht haben. Ferien - dieses gute Gefühl vermag der Besuch bei ihm zu vermitteln. 2 Stunden Ferien bei Kostas.
Wie habe ich das vermisst! So oft daran gedacht ...
Bis gestern Abend. Obschon wir an diesem Wochenende an die 2´000km rumgegondelt sind - und mein armer Schatz wirklich und zu Recht die Nase von Auto fahren gestrichen voll hatte - erfüllte er mir doch den Wunsch, endlich wieder mal Ferien bei Kostas zu machen. Das rechne ich ihm übrigens hoch an.
Bis gestern Abend. Obschon wir an diesem Wochenende an die 2´000km rumgegondelt sind - und mein armer Schatz wirklich und zu Recht die Nase von Auto fahren gestrichen voll hatte - erfüllte er mir doch den Wunsch, endlich wieder mal Ferien bei Kostas zu machen. Das rechne ich ihm übrigens hoch an.
An dieser Stelle: MERCI SCHATZ! Du hast mir damit mehr als nur eine Riesenfreude gemacht!
Seit die Beziehung von damals respektvoll, aber definitiv ad acta gelegt wurde, war ich nicht mehr da - und ich hatte wirklich grosses Heimweh nach Kostas, nach seiner Familie, den beiden Frauen die mit Charme und Lächeln servieren, nach den Feriengefühlen da und seinem leckeren Essen. Kostas ist nicht irgendein Grieche. Er ist für mich DER GRIECHE! Meiner.
Seit die Beziehung von damals respektvoll, aber definitiv ad acta gelegt wurde, war ich nicht mehr da - und ich hatte wirklich grosses Heimweh nach Kostas, nach seiner Familie, den beiden Frauen die mit Charme und Lächeln servieren, nach den Feriengefühlen da und seinem leckeren Essen. Kostas ist nicht irgendein Grieche. Er ist für mich DER GRIECHE! Meiner.
Seit gestern auch der meines Schätzus.
Um 18.00h hab ich da angerufen, wollte mich vergewissern, dass "mein Grieche" geöffnet hat, da ist. Seine Freude mich zu hören - alleine schon nur am Telefon - stand der Meinen in keiner Weise hinten an. Welch warmes, schönes Gefühl! "Natürlich sind wir da - komm, bring Deinen Mann mit. Ihr kriegt den kleinen Tisch hinten in der Ecke! Bis gleich - wir freuen uns!". Ab da zählte ich die Minuten. 60km weiter und 40 Minuten später war es dann endlich soweit.
Die Wiedersehensfreude gross! Er, seine Familie, das Personal - sie haben uns verwöhnt, in jeder Hinsicht. Spürbar, in jeder Faser. Besonders im Herzen. Und natürlich im Genuss, den Sinnen.
Um 18.00h hab ich da angerufen, wollte mich vergewissern, dass "mein Grieche" geöffnet hat, da ist. Seine Freude mich zu hören - alleine schon nur am Telefon - stand der Meinen in keiner Weise hinten an. Welch warmes, schönes Gefühl! "Natürlich sind wir da - komm, bring Deinen Mann mit. Ihr kriegt den kleinen Tisch hinten in der Ecke! Bis gleich - wir freuen uns!". Ab da zählte ich die Minuten. 60km weiter und 40 Minuten später war es dann endlich soweit.
Die Wiedersehensfreude gross! Er, seine Familie, das Personal - sie haben uns verwöhnt, in jeder Hinsicht. Spürbar, in jeder Faser. Besonders im Herzen. Und natürlich im Genuss, den Sinnen.
Als Vorspeise haben wir uns seine unnachahmlichen Paprikas vom Grill gegönnt, eingelegt in diesem speziellen Balsamiko-Olivenöl-Honig-Knoblauch-Sud mit frischer Petersilie. Und diesen würzig-süssen roten Zwiebelringen obendrauf. Lauwarm ... ein Gedicht! Dazu Fladenbrot mit griechischen Kräutern. Mhhhh! Als Hauptgang den legendärer Sorbas-Teller mit ausgewählten Spezialitäten für mich, mein Liebster gönnte sich die Nikos-Pfanne mit Filetspitzen in Metaxasosse, überbacken.
Sich ein Gericht auszuwählen ist der einzige Haken an diesem Restaurant. Kostas hat die diversesten, herrlichsten Dinge im Angebot - und es ist ein Unding, die Qual der Wahl zu haben. Ach Leute....!
Sich ein Gericht auszuwählen ist der einzige Haken an diesem Restaurant. Kostas hat die diversesten, herrlichsten Dinge im Angebot - und es ist ein Unding, die Qual der Wahl zu haben. Ach Leute....!
Wir haben genossen, haben geschlemmt. Und sind anschliessend noch mit einem Dessert überrascht worden.
Katerli war genau so begeistert wie ich - es war exzellent und er liess dies auch verlauten. So ein Kompliment wurde in der Küche natürlich gerne gehört.
Ja - und dann war Abschied angesagt. Keiner für immer, soviel ist klar. Im Sommer wieder, spätestens dann, ganz bestimmt.
Und wenn ich das schreibe - ihr Lieben - hab ich bereits wieder Heimweh nach euch!
Bis bald! Und bleibt gesund! Wir freuen uns schon heute auf das nächste Mal!
EFCHARISTO POLI KOSTAS! JÁSSAS! ADIO!
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