Freitag, 22. Januar 2010

VERSCHLAFEN! ZUM GLÜCK?

Jetzt bitte keine falschen Rückschlüsse ziehen - es ist bestimmt nicht passiert, weil wir seit Neustem diesen herrlichen Sternenhimmel beim Einschlafen an die Decke projizieren. Mittlerweilen sind wir davon zwar nicht nicht weniger begeistert als am ersten Abend - aber wir gaffen nicht mehr 3 Stunden lang dem Geschehen zu. Zugegebenermassen blinzeln wir sicherlich noch jede Nacht ein paar Minuten in die Sterne, warten die ersten 3 Sternschnuppen ab und schlafen dann glückselig ein.
An dem liegt es also nicht.

Dass ich verschlafe, ist mir in meinem ganzen Leben bisher nur 3x passiert. An die beiden anderen Male erinnere ich mich deshalb noch so genau, weil mir dadurch wohl das Leben gerettet wurde. Wenn ich davon erzähle, kriege ich auch heute noch immer sofort Hühnerhaut und es wird mir irgendwie anders ... und auch wenn ich gerne hier meine Spässe mache, die Pointen mit Pfeffer jeweils noch nachwürze und meiner schriftstellerischen Freiheit zuweilen Auslaufmöglichkeiten biete - was ich euch jetzt erzähle, ich genau so passiert.

Das erste Mal habe ich am 02. August 1980 verschlafen. Ich war damals mit 2 Freunden auf der wunderschönen Insel Capri in den Ferien. Der Tag der Abreise war gekommen. Nie vorher hatte ich den Wecker überhört, doch an diesem 02.08.1980 wurde ich erst wach, als meine Freunde schier die Hotel-Türe eintraten. Es war der Grund, weswegen wir unser Tragflächenboot (welches uns nach Neapel rüber bringen sollte) verpassten und somit auch den Zug in die Schweiz.
Mit ein paar Stunden Verspätung fuhren wir dann der Schweiz entgegen.

Meine Erinnerung daran ist noch derart frisch - wie ich dann vom Bahnhof in Chiasso aus meine Eltern angerufen habe, sie informieren wollte, dass ich 4 Stunden später ankommen werde - und erst eine grosse Stille herrschte, welche dann von Schreien und Schluchzen abgelöst wurde. Der Grund: Unser ursprünglich gebuchter Zug wurde damals in Bologna von Terroristen in die Luft gesprengt. Auf WIKIPEDIA habe ich darüber unter anderem folgende Zeilen gefunden:
"Eine in einem abgestellten Koffer versteckte Zeitbombe detonierte um 10:25 Uhr in Bahnhof von Bologna. Der Sprengsatz bestand aus TNT und T4. Die Explosion zerstörte einen Großteil des Hauptgebäudes und den Ancona-Chiasso-Zug, der auf Gleis 1 wartete. Die Explosion war kilometerweit zu hören. Das Dach des Wartesaals brach über den wartenden Fahrgästen und dem Zug zusammen, was die Zahl der Todesopfer massiv erhöht. 85 Menschen wurden getötet - über 200 schwer verletzt."
Welch Glück ich damals hatte ...

Das zweite Mal habe ich am 21. Mai 1985 verschlafen. Wir wohnten zu dieser Zeit in Worb und ich fuhr jeden Tag mit dem berühmten blauen Bähnli nach Bern. An diesem Tag aber - ich weiss nicht warum - erwachte ich erst gegen 08.00h. Der Schreck war gross, weil ich genau an diesem Tag Protokollführerin einer wichtigen Sitzung war und es mir glattweg nicht leisten konnte, die ganzen Bosse warten zu lassen. Also schnell ein Taxi ordern und ab nach Bern, ohne Umweg in mein Büro direkt zum Sitzungszimmer. In der Mittagspause suchte ich dann mein Büro auf und fand unzählige Rückrufbitten meiner Mutter, von Freunden, meinem damaligen Mann. Ob diesem Ansturm ein wenig irritiert, rief ich die erste Nummer auf der Liste an. Er läutete nur kurz - und schon hatte ich meine völlig aufgelöste Freundin am Telefon ... "Du lebst! Wir hatte alle derart Angst um Dich". Auf meine verblüffte Rückfrage erzählte sie mir, dass die Bahn Richtung Bern mit dem entgegenkommenden Zug frontal zusammengestossen sei und meine 3 anderen Freundinnen, mit welchen ich jeden Morgen gen Bern fuhr, ums Leben gekommen seien. Man hätte pausenlos und vergeblich versucht mich zu erreichen.
Welch Glück ich damals hatte ...

Der meiner Person zugeteilte Schutzengel scheint mir auf jeden Fall sehr zugetan zu sein. Ein zuverlässigeres, cleveres und vorausblickendes Wesen. Und sollte er / sie hier mitlesen: DANKE!



Heute Morgen war es also dann das dritte Mal.



Ich erwachte um 06.00h ob meinem Traum - ich träumte, ich hätte verschlafen. Schreckte auf und merkte, dass es Wirklichkeit war. Die einzelnen Fragmente meines Ich zusammen sammelnd, gab es Katzenwäsche und einen Kaffee - und dann düsten wir schon mit Wilhelmine (unserem Auto) Richtung Bern. Ich kam rechtzeitig, sogar zu früh, im Büro an.

Nun ist es Mittag und ich bin noch immer nicht zur optimalen Tagesform aufgelaufen. Heute musste ich diesen speziellen Stift gegen Augenringe verwenden - und Wangenrouge für den frischen Eindruck. Zum Glück hauen die bunten Farben meiner Kleider den heute eher blassen Eindruck raus. Und mein Koffeinkonsum treibt zu Höchstleistungen an - selbst wenn ich mich so nicht anfühle. Jede Nacktschnecke hat mehr "Pfupf" als ich.

Ich renne mir schon den ganzen Tag hinterher - und werde mich wohl heute auch nicht mehr einholen. Jä nu!
Freue mich auf den Sternenhimmel am Abend und das Ausschlafen morgen früh.
Und das mit dem Verschlafen ...

... WER WEISS, WOFÜR DAS HEUTE GUT WAR!

Donnerstag, 21. Januar 2010

ICH LASS SCHON MAL AUTOGRAMMKARTEN DRUCKEN!

Meine lieben LeserInnen.
Es ist noch früh am Morgen. Eigentlich zu früh um sich an den Compi zu setzen und zu schreiben. Aber es kann die letzte Möglichkeit heute sein! Wer weiss, vielleicht werde ich ab dem heutigen Tage nicht mehr so oft hier präsent sein können. Nur noch, wenn ich nicht gerade gebucht bin. Oder zwischen den Autogrammstunden. Im Flieger zu den Metropolen von Mode, Schönheit und Film.

Es kann nämlich sein, dass heute meine offensichtlichen Vorzüge ins richtige Licht gerückt werden und ich der neue Star auf DEN Laufstegen der Welt bin. Ich walke dann cat. Flaniere auf roten Teppichen. Der neue Stern am Himmel der Schönen und Reichen. So oder ähnlich stelle ich es mir vor.
Wowwh!



Ich will das Geheimnis jetzt lüften - heute haben wir Drehtag in der Firma. Wir sind nämlich nicht nur eine Garage wie tausend andere auch - nein, wir bauen auch Doppelpedale ein. Wisst ihr, so Dinge, welche Fahrlehrer brauchen um den Schüler wie auch das Umfeld anlässlich der Fahrstunden vor grösserem Unheil zu bewahren. Um abgewürgte Motoren auf gut befahrenen Knotenpunkten - vorzugsweise mittig Kreuzungen - wieder in Gang zu bringen. Und dergleichen mehr.
Unser handwerkliches Können wollen wir in Europa im Allgemeinen und in der Schweiz im Besonderen bekannt machen, deshalb drehen wir heute diesen Film. Der wird auf YouTube, Yahoo, im MSN, bei MyVideo und weiss der Kuckuck auf welchen Videoportalen noch zu sehen sein.

Seit vor ein paar Tagen die Drehterminbestätigung geschickt wurde, das Storyboard bekannt und somit der genaue Ablauf publik ist, bin ich ganz hibbelig. Ich habe mich in die Thematik der Produktion voll eingegeben, weiss alles darüber und den Inhalt kenne ich auswendig. Bin völligst vertraut mit der Crew, dem Szenenbeschrieb, der Location und sehe den Clip vor meinem inneren Auge bereits die Charts der besten Werbefilme 2010 stürmen.
Und mich, als Neuentdeckung, bei der Übergabe des Oscars für die beste Newcomerin des Jahres. Beste Nebendarstellerin. Und sollte ich die Karre während der Dreharbeiten an die Wand fahren, reicht es eventuell auch noch für in die Kategorie Comedy.
Meine Spannung ist gross, wie sich so ein kometenhafter Aufstieg zu den Who is Who anfühlen wird.
Anyway - ich bin bereit für diese Herausforderung. Sie möge kommen. Ich bin da!

Die Kernkompetenz unseres Unternehmens weiss ich mit Lächeln und Charme zu vermitteln, ebenso wie ich Keywords locker einflechten werde. Habe das Zeug dazu, mit den Gegebenheiten am Set förmlich zu spielen. Werde mit grossen Augen hingebungsvoll in die HDV-Kamera schauen, aufmerksam ins Mikrophon sprechen und die Crew zu bezaubern wissen. Visuelle und informative Highlights setzen.

Natürlich habe ich mich auf meinen grossen Auftritt vorbereitet, ich beginne vor unten nach oben: kultige Stiefel wie man es von mir gewohnt ist, lässige Jeans - um die Hüften kaschierend, ob nötig oder nicht, der schwarze Pulli mit der neckischen Raffung seitlich, darüber eine Jeansweste, welche mir diesen leicht verwegenen Touch verleiht. Sehr trendig das Halstuch in den Farben schwarz, lila, violett. Der Schmuck selbstredend farblich darauf abgestimmt.
Make-up wie gehabt stilvoll und ansprechend. Heute hab ich den teuren Dior-Lippenstift genommen. Aber hallo! Da lasse ich mich nicht lumpen, nicht an so einem Tag.
Ein Tag, der die Wende bedeutet.

Leute - ich kann mich jetzt leider nicht länger hier aufhalten, ich muss in die Maske und noch ein paar Stimmübungen machen. Das Kamerateam steht vor der Türe, es ist so weit - VORHANG AUF!

6 Stunden später:
Ich war gut. Richtig gut. Hat der Mann welcher die Kabel trägt auch gesagt. Es ist ein klein wenig anders gelaufen, als ich es mir vorgestellt hatte. Meine Entfaltungsmöglichkeiten waren stark beschnitten, da die Maximumlänge des Clips 60 Sekunden beträgt. Sagt mir - welche Frau soll sich in dieser Zeit optimal präsentieren können?!? Die wollten eh immer nur diese Doppelpedalerie filmen. Meine Vorzüge kann man gar nicht richtig sehen. Ich finde, der heutige Dreh wurde weder meinem Können noch meiner Ausstrahlung wirklich gerecht. Der zuständige Produzent gab mir gar nicht die Möglichkeit mein Potential ins Spiel zu bringen! Als gäbe es nichts Interessanteres als die Fahrschulpedale ... !

Aber immerhin - in einer Einstellung ist kurz mal mein linker Stiefel zu sehen. Aus meiner Sicht eine richtig gelungene Szene mit viel Aussagekraft. An Dramatik kaum zu übertreffen ... wie ich diesen Fuss elegant auf das Kupplungspedal drücke. Wahnsinn! So viel an sichtbar gemachtem Gefühl, welches ich hierbei an den Tag lege, ich verblüffe mich immer wieder selber!
Wir haben 10 Anläufe gebraucht, bis wir diesen Part im Kasten hatten. Eine Schlüsselszene muss ja auch bis ins kleinste Detail stimmen. Meine Rede!



Mein Patenkind hat mich für nächste Woche zum Märchentheater der 1./2. Klasse der Dorfschule eingeladen. Sie spielt die Seiltänzerin. Sollte jemand krank werden - wer weiss ...

... VIELLEICHT WINKT DA MEINE GROSSE CHANCE!

Dienstag, 19. Januar 2010

STERNENZAUBERS SCHLAFLOSE STERNEN-NACHT ...

Gestern wusste ich zu berichten, dass mein Schatz mir einen Sternenhimmel schenkt. Mit Musik. Sozusagen also vertonte Sterne.

Ich komme nicht darum herum, euch die Abenteuer der gestrigen Nacht zu erzählen. Obschon ich grausam müde bin ... aber soviel muss sein. Soviel bin ich euch schuldig.
Somit hier Part 2 der Geschichte. Sozusagen ... the dark side of the moon :-).

Mein Liebster kam also gestern mit dem neuen Sternenhimmel nach Hause. Ich konnte es auch kaum abwarten, dass er dies Ding montierte. Habe mich enorm zurückgenommen in meiner Neugierde und bin erst ins verdunkelte Schlafzimmer rüber marschiert nachdem Katerli mich ganz aufgeregt rief "... chumm cho luege ...!"

BOAAAAH! WAHNSINN! So eine geniale Sache! Vom Anblick völlig beeindruckt und schier geblendet, legte ich mich schon mal probehalber mittig auf das grosse Bett und genoss, was mir hier geboten wurde. Wahlweise können wir originalgetreue Abbildungen diverser Himmelsabschnitte an Decke und Wand zaubern. Riesige Sterne, grosse Sterne, mittelgrosse Sterne, kleine Sterne, winzige Sterne. Das Sternenbild dreht ganz langsam, kaum sichtbar fürs Auge - und das allertollste an der Sache: Immer mal wieder zieht eine sehr reale Sternschnuppe mit glitzerndem Schweif am Himmel entlang ... und verschwindet meist hinter der grossen Kugellampe aus Pergament von IKEA.

Ein Anblick wie für mich gemacht. Ich werde künftig diese Sternschnuppen zum Anlass meiner Wünsche nehmen - schliesslich heisst es, dass diese in Erfüllung gehen, verrät man nix. Und ich werde auch nix verraten. Aber wünschen kann ich nun jeden Abend - so cool!
Als wäre dies nicht genug, hat Schätzu auch noch schnell schnell eine CD mit dieser von mir beschriebenen Chill-out-Music gebrannt. Extra für mich. Dass ich es gestern Abend gar nicht abwarten konnte ins Bett zu schlüpfen, ist wohl klar!

Schon um 21.00h war ich bettfein, das Reinigungsprogramm der Zähne extra säuberlich zur Feier des Tages mit Zahnseide abgerundet, einen Hauch vom guten Parfum als Auftakt zu einer einmaligen Sternen-Nacht aufgelegt - und schon konnte es losgehen.

Einschlafen unter leuchtenden Sternen. Alleine die Vorstellung, der Gedanke ... mhhh! Dieser Anblick der Sterne soll das schnelle Einschlafen und den tiefen Schlaf fördern. Dazu mit sphärischer Musik durch alle Sinne floaten - mehr an Schlafluxus geht nicht.
Allerdings: das mit dem schnell Einschlafen hat überhaupt nicht funktioniert!

Anstatt dass mein Katerli und ich uns ins dunkle Hell fallen liessen und so langsam in den Schlaf rüber gedämmert wären, stierten wie völlig bezaubert ob des uns gebotenen Spektakels Decke und Wände an, welche mit diesen wundervollen Sternen überzogen waren. "Oh - schau - da! So eine grosse Sternschnuppe! Wünsch Dir was!". "Wowwh, das ist ja der Hammer ... das Bild des grossen Bären, da, gleich über uns!!" "Unglaublich, da huscht der Jupitermond über den Spiegel an der Wand ... so schön!".

In dieser Weise ging das die ganze Zeit über. Wir bestaunten diese andere Welt, welche uns da so frei Haus geboten wurde. Kamen gar nicht aus den OHHHHHH's und AHHHHHH's heraus. Den Timer hatten wir auf 1 Stunde gestellt ... weil wir da eigentlich schon längst eingeschlafen sein wollten. 2-mal haben wir verlängert. Rechnet selbst! Haben wir beiden Bekloppten doch sage und schreibe 3 Stunden in die Sterne gegafft, waren ob dieser Freude völlig aufgedreht und zu allem anderen bereit uns in den Schlaf leuchten zu lassen. Wir sind, und das ist seit gestern Abend klar, ausserordentlich begeisterungsfähig!

Kurz vor Mitternacht begann ich dann doch zu schwächeln, die Augenlider flatterten und so langsam war ich an der Grenze zum Schlaf. Hätte Schatz nicht genau jeweils in diesem Moment dolle meine Hand gedrückt, mich in die Seite gestossen und jauchzende Entzückenslaute von sich gegeben - was mich meinerseits natürlich augenblicklich wieder in den Wachzustand versetzt hat.
Jaja, mein Katerli ...

Irgendwann legte ich dann mein Veto ein "Katerrrr, jetzt wird geschlafen! Wir müssen morgen wieder um 05.00h aus dem Bett hüpfen!". Katerli erzählte noch was von schnurzpiepegal und war im gleichen Momente dem Weltgeschehen entrückt.
Zurück blieb eine Sternenzauberfrau, welche aber bald ihrem Liebsten in die Welt der Träume nachrückte.

Katerli hat heute Morgen stark an die Gestalten im Thriller-Video von Michael Jackson erinnert. Ihr wisst schon, die, welche um Mitternacht aus den Gräbern krabbeln ... wääähhh! Aber nach der Dusche war er wieder der Alte. Im wahrsten Sinne des Wortes. Um 07.00h konnte er dann auch in ganzen Sätzen sprechen.


Schon wieder freue ich mich auf heute Abend, auf unseren Sternenhimmel. Ich hoffe, ich kann die Dunkelheit abwarten ... zum Glück dunkelt es früh ein. Ich bin sooo müde ....

... GÄHHHHN!


Montag, 18. Januar 2010

EIN STERNENHIMMEL FÜR STERNENZAUBER!


Soll keiner sagen, dass 45-jährige Männer eingefahren sind. Ich habe gestern Abend das pure Gegenteil bewiesen bekommen. Katerchen verblüfft mich immer wieder!
Eigentlich bin ja ICH die mit den Ideen. ICH bin die, welche neue Dinge ins Rollen bringt. Ich werfe manchmal altgediente Sachen über Bord, einfach nur, um neue, unbekannte, ungewohnte an Bord zu holen. Althergebrachtes ersetzt, von jetzt auf gleich.
Mit mir ist es nicht immer ganz einfach - kaum hat sich Mann an was gewöhnt, muss er schon wieder umdenken.

Er, mein Allerliebster, hat mich eines besseren belehrt! Gestern Abend. Katerchen hat schon beizeiten vor dem Fernseher wieder sehr regelmässig geatmet und mit geschlossenen Augen meditiert. Intensiv meditiert. Und so kam es, dass wir relativ früh zu Bette gingen. Auf dem Weg ins Schlafzimmer machten wir noch einen Abstecher an den Computer ... "Du musst Dir unbedingt was anhören, ich bin gespannt, was Du dazu meinst" ... worauf ich meine Öhrchen spitzte und die Töne förmlich einsog. Wunderschöne Musik kam mir da aus dem Compi entgegen - Musik zum Chillen. Auf Deutsch: Alle 4re von strecken und geniessen, entspannen. Dem sagen aber nur wir mit Jahrgang 1961 und älter noch entspannen und geniessen. Heute chillt oder relaxed man und ist anschliessend voll easy drauf. Echt cool!

Aber ich musst wirklich zugeben, diese Floating-Music macht das Versprechen wahr, sie wirkt wie sie tönt ... man treibt warm eingebettet auf einer musikalischen Wolke vom Sonnental zur Glücksspitze, gleitet sorgenlos über Meere, Erdteile, quer durch den Orbit oder wo immer die Lust auf Entschweben einem eben dann hin treibt ...  um Stunden später von der Glückseligkeit persönlich geküsst und mit Energien aller Arten positiv aufgeladen sozusagen neu geboren zu werden. Ja, in etwa so fühlt es sich an.
Ich kannte diese Musik zwar schon, aber mein Schatz hat sie mir gestern Abend trotzdem neu eröffnet. Irgendwie.



Während ich darüber sinnierend schon mal Wärme aufs Laken brachte, rutschte Katerli auf meine Seite, nahm mich in den Arm und meinte schnurrend: "Wie würde Dir ein Sternenhimmel gefallen? Ich hab da so einen Projektor entdeckt, welcher des Nachts einen Sternenhimmel auf Decke und Wände zaubert . Wunderschön. Du wirst es mögen, dazu die Musik von eben. Anstatt den Fernseher anzustellen. Wir sitzen zu viel vor dem Kasten und hören zu wenig Musik. Das täte uns doch bestimmt gut, wäre schön. Diese besondere Stimmung und wir zusammen. Das kommt gut - was denkst Du?"




Fragt der Mann was ICH dazu denke!!!! Ich hätte, bevor er das sagte, schwören können, dass er der meistgeliebte Mann auf Gottes schöner Erde ist. Zumindest meistens. Nach diesem, seinem Satz muss ich mich aber hinsichtlich der Intensität korrigieren - auch wenn es mir nicht möglich scheint - ich hab mich glatt weg nochmals ein Stück heftiger in dieses wundervoll-männlich-herrlich-romantisch-einfühlsame Wesen verliebt. Sein Punktekonto hab ich sofort nach oben korrigiert und mir scheint, ich lieb den jetzt noch einen Tacken heftiger.
Er ist ein Kater durch und durch. So ein Kater hat einfach ein Gespür für Bedürfnisse - selbst wenn man selber noch nichts davon weiss.
Seit gestern Abend weiss ich nämlich, dass ich GENAU so was schon lange wollte! Und es eine wunderbare Art und Weise ist, zusammen Zeit zu verbringen. Sich auf die gleiche Wolke betten und floaten, durch Raum und Zeit.

Heute Mittag hat er mir eine SMS geschrieben "hab Deinen Sternenhimmel gekauft - ich freue mich auf heute Abend". Welch Wonne! Ich hab das Handy geküsst! Und bin in der Stube rumgetanzt vor Freude!

Hätte mich dieser Mann nicht schon geheiratet - ich hätte spätestens gestern Abend darauf bestanden.
Wer (s)einer Frau einen Sternenhimmel und vertonte Zeit schenkt, sich Gedanken macht und solche Ideen hat - den sollte man nie mehr gehen lassen.

ICH LIEBE IHN (AUCH) DAFÜR!



Sonntag, 17. Januar 2010

ER IST SO FURCHTBAR SCHRECKHAFT!

Ich weiss wirklich nicht, warum er so ein Drama daraus macht. Keine Ahnung, weshalb er so reagiert.
Küssen will er mich auch nicht.

Ich muss vielleicht dazu erklären, dass ich heute- während die taffen Mannen aus dem Weltcup in Wengen um den Slalomsieg fighteten - mich meiner äusseren Ausstrahlung gewidmet habe. Schönheits-Optimierung. Was bitteschön ist daran verwerflich?

Damit angefangen habe ich ja eigentlich schon gestern Abend. Während mein Katerli-Schatz sich dem Weihnachtsfeste seiner Firma hingab, hütete ich die Wohnung und genoss, mit Taschentüchern bewaffnet, den NEMO-Film. Keiner war in der Wohnung und ich hatte also die schier einmalige Gelegenheit, ein exorbitantes Schönheitsprogramm zu starten.

Erst mal habe ich mich gepeelt - von Hals bis Fuss, das Gesicht war für Sonntag reserviert - mit diesem herrlichen Erdbeer-Mohnsamengemisch, nur Nemo war Zeuge. Prima, wenn man während der Einwirkzeit gleichzeitig dann die Füsse in den Ingwer-Salzwasser-Lavendelsud und die Hände in die Schüssel mit Olivenöl tunken kann. Ich war sozusagen äusserst lecker ganzkörpergedippt. Später noch einbalsamieren mit der Hyper-Super-Dooper-Körpercrème ... herrlich! Danach fühlte ich mich wahrheitsgemäss wie neu geboren. Zumindest was die Haut in der Kniekehle anbetraf - sowas von streichelweich!
Katerchen kam dann irgendwann mal gegen Mitternacht heim und bekam von meinen Bemühungen um seine anerkennende Gunst kaum was mit.
Dafür heute dann umso mehr. Und hier beginnt ja auch das eigentlich Drama...

... gerade hatte heute Julien Lizeroux seine Fahrt in Angriff genommen. Katerchen lag noch etwas schwächelnd in horizontaler Lage auf der Couch - als ich, das Gesicht peelend, neben ihm Platz nahm. Er schaute sich kurz ob meiner Tätigkeiten um und befand diese wohl zu jenem Zeitpunkt als ungefährlich. War es ja auch. Für ihn hat es höchstens komisch ausgesehen, wie ich beidhändig mit je Mittel- und Zeigefinger das teure, unsichtbare Zeug in sämtliche Zugänglichkeiten der Gesichtshaut einmassierte. Die Crème besteht aus Extrakten von hochwertigsten Ingredienzien sowie gemahlener Sandrose. Bevor ich damals schier unter Tränen mein Portemonnaie zückte, habe ich mich vergewisst, dass Sandrosen entgegen der landläufigen Meinung NICHT aus Kamel-Urin entstehen...! Ich ackere bestimmt 3 Arbeitstage für dieses Zeug! Aber wenns hilft ...! Hat, wie geschildert, keinen erhöhten Erschreckungsfaktor, da weder farbig, noch eigenwillig duftend. Einem unbedarften Manne dürfte es nicht mal auffallen. Katerchen zumindest meinte wohl, ich würde mir noch den Restsand vom Sandmännchen aus den Augenwinkeln streicheln.

Während dann der Zurbriggen Silvan seine Schussfahrt in Angriff nahm und Katerchen jede Kurve sichtlich mitfuhr, war ich in der Pflegestufe 2 angelangt. Die Maske.



Eine solche hat gegenüber dem guten Zeug von vorhin folgende Nachteile: A) Duftet nicht wirklich neutral und B) ersetzt bei jedem Raubüberfall die Roger-Staub-Maske. Wieder nahm ich Platz auf dem hinteren Teil der Couch, wunderbarst eingecrèmt. Wohl durch den für seine Nase irritierenden Duft drehte sich mein Schätzu wiederum zu mir - und schnellte im gleichen Augenblick wie vom Flitzebogen gespickt von der Couch - und kam erstaunlicherweise und zum Glück auf den Füssen zu stehen. Seine rechte Hand griff krallend zum Herzen, seine Gesicht war erst bleich, dann grün (also gar nicht so anders wie das meine auch) und die schreckensgeweiteten Augen tellergross. "Jesses Gott - kannst Du mich nicht vorwarnen?!?!?!?!?!?!!!!!" waren die einzigen Worte, die er keuchend und stossweise von sich gab. Setzte sich Halt suchend ganz ans Ende der Couch. Mein sensibles Ich knallte zeitgleich gefühlte tausend Meter aufs Parkett runter (dabei waren es nur 1.65m) und zerscherbelte in unzählige Bruchteile.



Ich wollte diese kritische Situation mit einem Kusse retten und entschärfen - aber Katerli wich aus!! Rümpfte dazu sogar noch die Nase! Ob er mich noch lieb hat?

Sichtlich geknickt schlich der Schatten von einem ehemals glanzvollen Sternenzaubermädchen nach 20 Minuten ab ins Bad um sich die Pampe vom Gesicht zu waschen. Sich fragend, ob es auch Peeling und Maske für geschundenes, zerbrechliches, sensibles Selbstbewusstsein gibt? Und ob es mal wieder so werden könnte wie früher? Mit total viel Liebe und so?

Ich ging dann ganz leise zurück ins Wohnzimmer, wo Katerchen mir strahlend und mit offenen Armen entgegenkam, mir liebevoll über die Wange streichelte und mich zärtlichst küsste. "Oh, ist ja ganz weich und fein ... mhhh!"

Wusste ich es doch!
BINGO!

Samstag, 16. Januar 2010

ICH WÄR SO GERN BERÜHMT GEWORDEN!

Gerade eben habe ich gebannt vor dem Fernseher gesessen und mir die Lauberhornabfahrt gegönnt. Schön, immer wieder schön. Und förmlich dazu gemacht, so viele Erinnerungen in mir zu wecken.

Ich war schon als ganz kleine Göre verrückt nach Skifahren. Meine Winterferien verbrachte ich regelmässig in Gstaad oder Wengen. Die Sonntage waren reserviert für die Berge und die Mittwochnachmittage für den Skikursus in Schwanden.
Immer wenn Skirennen am Fernseher gezeigt wurden, fuhren insbesondere meine Phantasien stets Bestzeiten. Ich blendete in der Übertragung jeweils den Namen der jeweiligen Siegerin aus und hörte anstelle dessen meinen Namen wenn es um Platz 1 ging. Ich war 6jährig, in meiner Vorstellung umschwärmte Podestfahrerin und übte fleissig in der kindlich-krakeligen Schrift meinen Namenszug - falls jemand ein Autogramm verlangen sollte. Stellte mir vor, dass Fans vor meinem Kindergarten auf mich warten und das Schweizer Fähnchen schwenkend laut  S T E R N E N Z A U B ER   skandieren. Ja, so sahen meine Träume damals aus.
Und sollte das nicht klappen, konnte ich ja immer noch Clown, Seiltänzerin oder Serviertochter werden. Dachte ich bei mir.

Ich war noch keine 8 Jahre alt, als ich auf alle möglichen Interview-Fragen sämtliche Antworten parat hatte. In den Zeitungen sah ich vor meinem inneren Auge die aktuellen Schlagzeilen von meinen Traumlauf und mich auf dem Podest den Pokal in die Höhe stemmend.

Nun ja, je älter ich wurde, desto klarer wurde, dass ich für die Realisation meiner Träume aktiv werden sollte. Autogramme schreiben und Interviews geben hatte ich ja geübt, jetzt ging es also nur noch ums schnell den Berg runter brettern.
Im Alter von 9 besuchte ich also den allwöchentlichen Jugend + Sport-Kurs. Da wurden wir dann in Gruppen eingeteilt. Die Besten kamen in Gruppe 1, Anfänger in Gruppe 6. Ich war in Gruppe 3. Der Skilehrer erkannte einfach weder mein Können, noch mein Potential, ich war kreuzunglücklich. Dass ich dann bei der ersten Fahrt nach oben auf dem Schlepplift mittig der Strecke quer über die Seile purzelte, mich irgendwie blöd verhedderte, den ganzen Skibetrieb zum Stillstand brachte und aus eigenen Kraft mich weder befreien noch aufstehen konnte, machte meine Ausgangslage nicht besser. Im Gegenteil - man reichte mich an Gruppe 4 weiter. Welche Schande! So hatte ich mir meinen Karrierebeginn nicht vorgestellt!

2 Jahre später war die Zeit dann gekommen, dass ich ins Skilager nach Wengen durfte. Unsere Schule hatte da ein Haus, weit weit hinten. Man musste erst quer durch Wengen latschen, dann durch ein Waldstück und irgendwo ging dann ein ausgelutschter Trampelpfad runter zum Haus, welches in eine Senke gebaut war. Meine schweren Skischuhe, der Rucksack auf dem Rücken, die Skier und Stöcke über den Schultern machten den Gang da runter nicht einfacher. Und irgendwann rutschte ich denn auch aus, purzelte unbeholfen den Hang runter und landete unter dem schallenden Gelächter meiner völlig untalentierten und einem kommenden Star gegenüber völlig ignoranten MitbewerberInnen auf dem Vorplatz. Kein wirklich guter Start.

Der erste Tag sah dann so aus, dass wir (ich war mittlerweilen in den Jahren zu Gruppe 2 aufgeschlossen) den unteren Teil des Eigers unser Ziel nannten. Das hiess, in Grindelwald den kleinen Zug zu besteigen. Während die Anderen dies auch zügig taten, hatte ich alle Hände voll damit zu tun, Stöcke, Skier, Rucksack und meine Wenigkeit von A nach B zu bewegen. Ich hängte immer irgendwo ein, touchierte andere Skifahrer oder rutschte auf dem nassen Holz bei der Bahnstation aus. Irgendwie war das alles so sperrig und schwer und überhaupt.
Im Fernseher sah das jeweils ganz anders aus. So viel einfacher. Da hat man Serviceleute, welche einem all das Zeug hinterher schleppen...! Und mich, die grosse Schweizer Hoffnung welche doch gerade am Anfang einer glanzvollen Karriere als Sportstar stand - sozusagen kurz vor dem Durchbruch - mich liess man links liegen, die Drecksarbeit machen! Himmelsternendonnerwetter!
Und noch während ich erbost darüber nachdachte, sah ich den Zug anrucken, mein Team mitsamt Leiter winkte fröhlich aus den Fenstern des abfahrenden Zuges und ich hörte noch wie Herr Wyss mir zurief "Schnecke, warte einfach bis wir zurück sind!" Worauf ich mich ins Bahnhofbuffet verkroch und nach der 4ten Ovomaltine (mir war unterdessen speiübel) von einer begeisterten Truppe wieder abgeholt wurde. Die Abfahrt sei super gewesen. Prima...!

Gutgut, ein Start kann ja mal in die Hose gehen. Aber mir war klar, dass ich im Begriff war zu meiner Bestform aufzulaufen und wollte es allen zeigen. Der Nachmittag war für das Slalomtraining reserviert. Endlich war ich an der Reihe und konnte zeigen, was in mir steckte. Habe mich förmlich raketenmässig vom Startpunkt auf die Piste raus katapultiert ... und sah mich plötzlich einem Stangenwald gegenüber. Rechts und links Stangen, Stangen, Stangen - und ich hatte keinen blassen Schimmer wo ich da durchfahren musste. Rechts rum? Links rum? Mittendurch? Ich entschied mich für ein bisschen von allem. Meisterte die Strecke mit Bravour, aus meiner Sicht. Unten angekommen attestierte man mir einem durchaus schnittigen Fahrstil, der aber leider durch die eigenwillige Streckenführung, weitab der Ideallinie, meine Position nicht eben stärkte.

Auf den nächsten Tag habe ich mich abartig gefreut. Das Lauberhorn wartete auf mich! Ich stellte mir vor, wie ich vor den erstaunten Gesichtern durch den Hundsschopf runter donnerte - mutig, nahezu heroisch, angstlos. Ein Winntertyp eben. Zu diesem Themenpunkt möchte jetzt nicht ausschweifend Stellung nehmen. Ich möchte nur erwähnen, dass wenn man die Skier auszieht und in Zeitlupe ganz langsam dem Rande entlang, Schrittchen um Schrittchen in seitlicher Position nach unten schleicht, die Knie doch irgendwann zu zittern aufhören, der Angtschweiss nicht mehr in Bächen über die Stirn tropft und auch das Schwindelgefühl nachlässt.





Als wir am letzten Tag die Abfahrt von Grindelwald nach Wengen unter die Skier nahmen, war ich zugegebenermassen nicht sonderlich unglücklich. Nachdem ich auf dem schmalen Weglein plötzlich derart schnell Fahrt aufgenommen hatte, infolge der Enge des Weges ich nicht mal Stemmbogen machen konnte und keine andere Möglichkeit sah zu bremsen als in der einen Kurve geradeaus in den Schneewall zu knallen.... vergruben sich in diesem Moment mit mir meine Ambitionen jemals ein Skisternchen zu werden.




Parallel zur Skikarriere bastelte ich noch daran eine berühmte Kunstturnerin, eine grazile Ballerina oder eine ausdrucksstarke Eiskunstläuferin, eine grandiose Springreiterin zu werden. Und wenn alles nix wird, dann halt eine umschwärmte Schauspielerin oder begnadete Sängerin.
Es hat nicht sollen sein.
Aber was solls - dann wäre ich heute wohl mit irgendeinem stinkreichen Promi verheiratet, würde von der ganzen Welt verehrt und unter meinem Namen könnte man bei WIKIPEDIA all die Erfolge nachlesen.
Dann hätte ich meinen Schatz, mein Katerli, ja gar nie kennengelernt! Und würde nicht in "meiner" Garage arbeiten. Wäre nie auf den Gedanken gekommen einen Blog zu eröffnen - dazu hätte ich dann gar keine Zeit gehabt.
Vielleicht :-).

Aber im TRÄUMEN, SPINNEN und PHANTASIEREN bin ich Weltmeisterin! Das ist doch auch was!

Wie schön, dass alles ist, wie es ist.
ES IST GENAU RICHTIG SO!

Freitag, 15. Januar 2010

MIR IST NACH WELT UMARMEN!

OH HAPPY DAY...ohhhh happy da-a-a-ay....!
Ihr lieben Menschen, heute ist ein echter, richtiger, originaler, wundervoller, glitzernder, schöner, einmaliger Glückstag.
Nachdem ich und meine Freunde letzte Woche bei der Ticketbestellung für das AC/DC-Konzert alles andere als Glück hatten, war uns dieses heute Morgen hold.

Ich habe 2 Tickets erstanden und freue mich, wie ich mich noch selten gefreut habe! Nicht für mich, meine 2 Tickets gehen an meinen Schätzu und an einen unserer Freunde - das sind so richtige Fans, die können stundenlang ihre Köpfe im Takte des Drummers und zum Gejammer der E-Gitarre durch die Gegend schütteln. Während ich schon nach 1x "Highway to hell" die erste Kopfschmerztablette einwerfen muss. Es wird ein Männerabend - und er soll ihnen gegönnt sein.



Ich muss jetzt aber zur allgemeinen Erheiterung schildern, wie dieser Glücksmoment entstand und welche Auswirkungen er auf den heutigen Tag hat:
Um Punkt 07.00h sass ich im Büro vor dem Compi, der Puls war bereits leicht beschleunigt und weiche Knie ganz schlimm. Mich sofort eingewählt beim Ticket-Corner. SanduhrSanduhrSanduhrSanduhr ... DRIN! Das war doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Sohn Moritz vermeldete nämlich kurze Zeit später, dass er mehrere Tabs aufgemacht hat, dauernd aktualisiert und nirgend wo Einlass ins System bekommt. Schatz auch nicht. Und viele andere auch nicht.

Doch weil ich halb Westeuropa inklusive angrenzende Erdteile auf meine Ticket-Not aufmerksam gemacht und um Hilfe gebeten hatte, waren liebe Freunde wie ich vom Glück begünstigt, auf Posten und am aktualisieren mit F5.
Alle paar Sekunden habe ich die Seite neu geladen - und mit Argusaugen jede noch so kleine Änderung mit Blutdruckerhöhung registriert. So gegen 07.55h pulsierte mein Blut merklich spürbar im ganzen Körper. Die Nerven zum zerreissen angespannt und hoffend, es möge jetzt niemand hier im Büro anrufen und kein Kunde den Weg zu uns finden, nicht jetzt. Bitte!
Sorry meine lieben Chefs, aber für einmal war ich "nicht da".

07.59h. Jetzt musste es dann gleich passierten - 1'000 Tickets gab es und viele viele tausend Menschen mit der gleichen Hoffnung wie ich vor den Bildschirmen. Kaum mehr erträglich - F5, F5, F5, F5, F5, F5 ... und plötzlich waren sie da, die kleinen Kreise, welche es innert Tausendstelsekunden anzuklicken galt, Ticketanzahl schnellschnellschnell eintippen und "Zur Kasse" drücken. Warten. Schweissperlen auf der Stirn. Das Herz bis in den Hals klopfend. Sekunden werden zu Ewigkeiten. Und ... dann die Meldung, dass ich die Tickets hab. ICH HAB SIE!!! WAHNSINN! Das gibt es doch gar nicht.

Oh happy day .... !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!



Meine Hände begannen zu zittern - und dann das ganze Sternenzaubermädchen. Völlig von der Rolle! Es ging jetzt noch darum, die Daten der Kreditkarte einzugeben. Und plötzlich wusste ich vor lauter Aufregung nicht mal mehr den Vornamen von meinen Schätzu!! Man stelle sich das vor!!!!! Und "Katerli" konnte ich da wohl kaum reinschreiben!

Ich habe dann sofort den Herzallerliebsten angerufen und ihm diese gute Nachricht schon mal für die ganze Garage hier laut hörbar in den Hörer gebrüllt. Ich MUSSTE brüllen, es ging gar nicht anders. Und dann sagte ich ihm, dass er mir jetzt helfen müsse, weil ich nicht mehr ich sei, aufgeregt und in der Auflösung begriffen. Irgendwo zwischen hemmungslosem Lachen und Freudentränen.
Das war fast wie richtig guter Sex! Nein - das war wie richtig guter Sex!

Schätzeli redete erst mal beruhigend auf mich ein und sagte mir Schritt für Schritt was ich tun muss. Kein einziger vernünftiger Gedanke war mir mehr möglich - ich hatte genug damit zu tun, meine zitternden Finger auf die richtigen Buchstaben und Zahlen zu tippen.
Irgendwie scheine ich es geschafft zu haben - ich konnte die Bestätigung sogar ohne Katerchens Anleitung ausdrucken. Und Ticket-Corner hat seinerseits auch noch bestätigt. Alles ist gut.
Nur das Zittern, das hat lange angehalten. Und weiche Knie habe ich immer noch. So richtig zurechnungsfähig werde ich heute wohl kaum mehr .... ich bin zu glücklich!

Dies alles ist nun ein paar Stunden her - bin immer noch im Banne dieser guten Gefühle. Hab meinen Liebsten noch vor Augen, wie er gestern Abend mit gesenktem Kopf vor mir stand, mit den Gedanken an die letzten verbleibenden 1'000 Tickets wirklich betrübt sagte, dass es halt schön wäre, würde es klappen, es sei wahrscheinlich die letzte Gelegenheit AC/DC zu sehen. Man wisse ja nie ... Das sei immer sein grosser Wunsch gewesen. Ein Traum.
Aber eben...

Und nun ist es kein Traum mehr. Es ist Wirklichkeit! Heute kann kommen was will - ich bin derart Adrenalin geflutet, dass nichts und niemand diesem wunderbaren Tag was anhaben kann. Ich reite auf dieser Glückswelle und geniesse es total.
Glück fühlt sich gut an - geteiltes Glück noch besser!

Und jetzt, mein Kater:
LET'S FETZ! ROCK BIS DIE PFOTEN RAUCHEN! ICH WÜNSCH DIR VIEL VERGNÜGEN!

Donnerstag, 14. Januar 2010

NICHT MEIN TAG!

Heute ist einer dieser Tage. Wie soll ich ihn bloss benennen? Ich kann Grimassen machen wie er ist, ich kann zeichnen wie er ist ... so mit Blitzen und Donner ...., ich kann das Gefühl sogar mittels Musik ausdrücken - und es wäre in dem heutigen Falle so in Richtung Free-Jazz. Mit viel Improvisationsfreiraum.

Ich kann auch so laut schreien wie der Tag sich anfühlt. Bloss Worte finde ich nicht. Er ist wäähhh. Mit einem Hauch bäähh. Und viel uffff.

Angefangen hat es ja eigentlich damit, dass heute mein freier Tag ist und ich zumindest ein wenig ausschlafen kann. Hätte können. Konnte aber nicht, weil das Nachbarskind um 7 sich die Seele aus dem Leib und mich damit aus dem Bett geschrien hat.
Na ja. Dann beginnen wir heute etwas früher als gedacht mit den Aufgaben - so habe ich es mir gedacht.

Bin ins Badezimmer geschlurft und habe da einen wildfremden Menschen im Spiegel angetroffen. Da war wer, mit einer überdimensionalen Fieberblase auf der Lippe, einem prämenstruellen Pickel am Kinn und einem wirren Blick, der jedem stadtbekannten Säufer Konkurrenz macht. Dabei habe ich den letzten Schluck Alkohol in der Silvesternacht getrunken! Nicht mal grossartige Schreckenslaute konnte ich von mir geben - die Stimme war rau, rostig und ohne das sonst so samtige Timbre.
War ich das wirklich? Aber die Type hatte meinen Bademantel an und genau meine Haarfarbe. Ich habe das Bad anschliessen sofort Richtung Kaffeemaschine verlassen.


Mir war nach Stärkung zu Mute. Heute gönnte ich mir den neuen Dolce Gusto Mocca. Das ist Kaffee ... nein, dass ist nicht bloss Kaffee - das ist Luxus, Verführung und purer Genuss. Kaffee mit einem Hauch Schokolade drin. Und viel Milchschaum drauf. Mein Schätzu hat diese neue Sorte für mich irgendwo gefunden und ich küsse ihn seither selbst in Gedanken für diesen genialen Einfall. Diesen besonderen Kaffee gönne ich mir aber nicht jeden Tag, er ist zu besonderen Gelegenheiten. Sonntagmorgen im Bett zum Beispiel. Oder nach einen eiskalten Schneetag im heissen Bad. Er macht gute Laune und einen schlanken Fuss.
Das Gute und Besondere mache ich mir gerne zur Ausnahme- damit es seinen Reiz und diese einmalige Wirkung behält. Nur bei meinem Katerli mache ich da eine Ausnahme, der ist und tut immer gut.

Also, heute war so ein Morgen, den es aufzupeppen galt. Nach dem feinen Gebräu sah ich denn auch nicht mehr gleich desolat aus. Ich sah jetzt desolat mit einem braunen Kakaorand um den Mund aus. Das machte die Sache nicht wirklich besser. Ich habe dann beschlossen die Spiegel in unserer Wohnung weiträumig zu umgehen, mir eine heisse Dusche zu gönnen, Wohlfühlkleider anzuziehen und einfach mal loszulegen. Wird schon, dachte ich mir.

Ich habe den neuen roten Duschvorhang montiert, hab den Staubwedel bewegt und die Küche poliert. Mittlerweilen war ich auch einkaufen. Ich habe das über den Mittag erledigt, weil da die Chance am grössten ist, niemanden zu treffen. Doch weil ich bekannt bin wie ein bunter Hund, ist dieses Vorhaben eigentlich stets und immer zum Scheitern verurteilt. Aber es hätte nicht grade meine Lieblingsfeindin sein müssen. Nicht die! Der kann ich ruhig begegnen, wenn ich grade einen hinreissenden Tag und eine ebenso tolle Nacht erlebt habe, meine Augen glänzen und die Haut leicht golden schimmert. Wenn ich den zur Kleidung assortierten Schmuck trage und die Nägel lackiert habe. Aber nicht heute!
Nun gut, es ist passiert und daran lässt sich jetzt auch nicht mehr ändern. Zum Glück ist sie nicht unter meinen Freunden auf FACEBOOK, ich möchte nicht lesen, was da heute über mich steht! Bloss nicht!

Ich habe übrigens für meine Schwägerin eingekauft. Lindt Schokolade in weiss. Die mag sie so sehr gerne und ich stand gerade vor dem Regal, als mir ihr Wunsch in den Sinn kam. Packte ein paar Tafeln für sie ein und wollte meine Karre noch zum Kaffeeregal rüber schieben (Dolce Gusto...ihr wisst schon...), als eine Dame mit dem Umfang von 3 Damen ebenfalls diese weissen Lindt-Tafeln einpackte, sich an mir vorbeizwängte und dabei ekelhaft nahe an meinem Ohr verschwörerisch flüsterte und dazu unangenehm grinste: "Wir zwei Geniesser wir!". Mir fiel keine passende Antwort ein, das ist relativ selten. Bin dann sofort in die Kosmetikabteilung rüber gestelzt und habe mir eine hautstraffende Bodylotion geholt. Für alle Fälle. Und das Weight Watchers Menue fürs Mittagessen.
Da war sie schon wieder, diese 3xDame! Als hätte sie mich verfolgt. Drängte schon wieder an mir vorbei und trat mir noch auf die schicken violetten Stiefel, so richtig schön hinten rein! AUA!! Die Dame hatte aber auch Füsse! und entsprechende Schuhe! - die tritt in Notfall jede Flunder mit einem Schritt tot!

Es ist nicht mein Tag! Mir ist nach Jammern. Nach Wärme. Nach noch einen Kaffee Mocca. Einem schnulzigen Liebesfilm und der dicken Kuscheldecke "OHNE DICH IST ALLES DOOF".



Katerli hat vorhin ne SMS geschickt und gefragt wie es denn so geht.
Er spürt mich, ganz egal wie weit weg er ist.
Bald kommt er heim.

Morgen wird eh alles besser. Es gibt nämlich nochmal die Chance auf Tickets fürs AC/DC-Konzert! Vielleicht schaffe ich es ja diesmal. Drückt mir die Daumen!

UND ZUM ERSTEN MAL HEUTE FÜHLE ICH MICH BESSER!

Mittwoch, 13. Januar 2010

MEINE GANZ PERSÖNLICHE 1-DUVET-STRATEGIE

Ein Winter wie dieser kommt meinen Wünschen und Sehnsüchten sehr entgegen. Zumindest in schlaftechnischer Hinsicht. Nicht, dass ich Winter an und für sich gerne mag - oh nein, da ist mir Frühling und Sommer tausendmal lieber.

Aber ... wie fast alles, hat auch so was wie Kälte, Schnee, Dunkelheit seine guten Seiten.

Ich bin nämlich eine vehemente Verfechterin der 1-Duvet-Strategie. 1 Bett, 2 Decken - das geht ja gar nicht, so wenig wie eine Besucherritze.
Da war mal ein Freund, der teilte meine Leidenschaft für TWO LOVERS - ONE DUVET nicht. Wen wundert es, dass daraus nichts geworden ist ...?

Es gibt doch nichts schöneres, als nach einem arbeitsreichen, langen, aufreibenden Tag gemeinsam unter die gleiche Decke zu schlüpfen.
Besonders jetzt, wo es so kalt draussen ist. Anstelle von Füssen habe ich nämlich Eisklümpchen - und mich dann an ihm aufzuwärmen, an meinem Schätzu - manchmal scheint mir, als wären solchen Jahreszeiten nur dafür gemacht. 1 Duvet - 1 Team.
Gerne verstärke ich dieses Gefühl noch, in dem ich im Schlafzimmer die Heizung nicht anstelle und selbst im tiefsten Winter das Fenster einen kleinen Spalt offen lasse. Kuscheltime!



Würde man dann in dem Moment einen Blick durch den Türspalt werfen, wäre mit Sicherheit Gelächter zu erwarten. Wir rotten uns zusammen wie eine Affenherde. Schlingen die Arme gegenseitig um uns, kraulen, streicheln, geniessen. Das eine Duvet über uns, die Seligkeit der Zweisamkeit bei uns, Wohlfühlgefühl in uns.
Unter diesem einen Duvet entsteht dann diese ganz besondere wohlige Wärme, man ist sich dann nicht nah, man ist nahnah. Sogar nahnahnah.
So sollte es nie Morgen werden. Spüren, wie der Andere atmet. Ineinander verschlungen lässt es sich einfach besser träumen. Und um so vieles schöner, intensiver.
Wäre ich Paartherapeutin, ich würde jedem Paar empfehlen so zu schlafen. Es verstärkt das Band welches zusammenhält, da bin ich ganz sicher. Ich nenne es "romantisch schlafen".

Wie jede Strategie, hat auch meine Strategie gewisse Nachteile. Diese Nachteile sind - gemessen an den Vorteilen - absolut vernachlässigungswürdig.
Wenn zum Beispiel mein Katerli friert, dann kann es vorkommen, dass er das Duvetende schnappt, sich einrollt und zu guter letzt wie ein Schmetterlingskokons neben mir liegt, wunderbar warm im Kern. Während ich bibbere und träume in der Antarktis zu sein. Nackt auf blossem Eis.
Irgendwann im Schlafe realisiere ich dies, hole mir zurück, was mir gehört. Er fightet dann schlaftrunken um seine Wärme mit Händen, Füssen und Geknurre, verteidigt den Kokon. Und aus dem harmlosen Schmetterlingszuhause schlüpft dann eben nicht das federleichte, bunte Flügeltierchen, nein, da entpuppt sich das Raubtier in meinem Katerchen!
Das sind dann wohl jeweils die Momente, in denen wilde Eisbären-Kampf-Träume diese meine besonderen Minuten der Nacht beherrschen.

Er seinerseits behauptet, dass jene Geschichte sich ganz anders verhält. Ich würde mich andauernd freistrampeln und er hätte mit der Beschützer- und Behüterrolle so einiges des nächtens zu tun. Mich wieder zudecken zum Beispiel. Kann gar nicht sein!
Zudem sagt er, dass ich so heiss wie ein ostfriesischer Blubberofen sein. 10 Minuten Haut an Haut und er sei durchgewärmt. So ändern sich die Zeiten - früher hot bunny, heute hot ostfriesischer Blubberofen. Tja. Soviel zu den Mutationen.

Sommernächte haben zugegebenermassen eigene Regeln. Ich meinte letzten Sommer im Ton meines Herzallerliebsten vernommen zu haben, dass er doch ab und zu an die Grenzen des Erträglichen kommt, wenn der ostfriesische Blubberofen unter der Decke mit der sommerliche Hitze über der Decke fusioniert und zu Temperaturen führt, bei denen garen im eigenen Saft angesagt ist. Trotz ultraleichter Wildseidendecke. Und Mikrofaserbezügen in rot mit rosa Herzen drauf. Dann hilft nur noch Fenster weit auf, das eine Bein nach aussen klappen ... um mitten in der Nacht trotzdem aufzuwachen, weil man irgendwie schlingpflanzenartig verhängt ist. Und schwitzt. Eine heisse Sache.

Übernachten wir mal irgendwo im Hotel - und da hat es bekannterweise stets 2 Duvets - dann fehlt was. Selbst wenn jeder von uns unter "seiner" Decke einschläft .. wir finden uns beide am Morgen unter der gleichen Decke romantisch ineinander schier verknüpft. Ein Genuss.

Mein Résumé:
Auch wenn geklaut wird. Gezupft und gezogen.
Auch wenn abgedeckt wird. Und wieder zugedeckt und wieder abgedeckt.
Auch wenn geschwitzt wird. Gemeinsam.

WIR STECKEN UNTER EINER DECKE.
UND DAS IST GUT SO!

Dienstag, 12. Januar 2010

WIE WÄRE ES MIT GEHIRN-JOGGING?

Gestern sass ich auf der Zugs-Heimfahrt in einem 4er Abteil. 4er Abteile haben aus meiner Erfahrung eine 1/3-Chance auf eine besondere Fahrt.
1/3 = meist ist es mehr oder weniger unspektakulär, ein quakendes Handy hier, Chipstütengeraschel da.
1/3 = trifft man es gut, findet man gemeinsame Themen, tolle Gespräche und ab und zu einen Freund, eine Freundin.
1/3 = anderenfalls möchte man laut schreiend wegrennen, sich irgendwo vergraben und nie mehr Zug fahren.

Gestern hatte ich "anderenfalls".

3 Leute setzten sich zu mir, plauderten angeregt miteinander, zogen Jacken und Mäntel aus. Die eine, sehr muskulöse Dame (ich nenne sie in diesem Text Specki oder kurz S, weil sie sich trotz erkennbarem Untergewicht als echt fett empfindet) kniff sich über dem Jeansbund (geschätzte Grösse 34) in ein imaginäres Speckröllchen - welches nur und ausschliesslich eine mehr als leere Hautfalte war - und meinte über sich selber entsetzt, dass sie über die Festtage ja total gesündigt hätte und nur 3x pro Woche im Training gewesen sei. "Ich hab mich echt am 24.12. zu einem Dessert hinreissen lassen...!"



Meiner einer hat automatisch den Bauch eingezogen und geknickt daran gedacht, dass ich ja irgendwo auch noch ein Fitnessabo laufen haben, dass dieses aber ganz alleine läuft....
Und Desserts - ich habe sage und schreibe 3 x Desserts genossen!!! Werde ich jetzt verhaftet?

Der föhnfrisierte, solariumgebräunte, muskelbepackte Galan in den engen, weissen Jeans und dem Mohair-Rollkragenpulli (ab jetzt Mucki oder M genannt) teilte ihr Entsetzen mittels Augenrollen und gestand seinerseits zerknirscht und sichtlich leidend, dass auch er den Weg in die Muckibude zur Zeit mehr als 4x in der Woche nicht schaffe ... er ein richtig fauler Sack geworden sei und dass dies jetzt ändern müsse. Liess dazu provokativ seine Bizepsmuskeln spielen.



Hatte ich mich vorhin noch aufs Abendessen gefreut - so war mir nach diesem Anblick der Hunger vergangen. Eklig war das, richtig wäääh! In jeder Hinsicht!

Die Frau neben mir - die dritte im Bunde - welche eigentlich so auf den ersten Blick einen vernünftigen Eindruck machte, schaute verschämt zu Boden und sagte vielsagend nichts.
Die beiden Anderen blickten sie herausfordernd und fragend an, woraus sie sich wohl genötigt fühlte zu erwähnen: "Ich war 1x joggen - aber es war sooo kalt". Specki und Mucki wechselten einen kurzen Blick der Bände sprach. Mucki äusserte sich dann im Sinne von: "Joggen, das mache ich zwischen den Trainings. Das ist ja nicht wirklich was, das ist nur so ein wenig der Ausgleich", Specki fügte noch an "oder als Aufwärmtraining, mache ich immer, egal wie kalt" - worauf die Ehrliche wohl ein wenig Lockerheit in das Gespräch bringen wollte und lächelnd in den Raum warf: "Ach wisst ihr, eigentlich kann mir Joggen gestohlen bleiben. Auch im Sommer freu ich mich dann eher auf ruhige Gartenstunden am Grill mit einer feinen Bratwurst und einem leckeren Glas Wein mit Freunden".

Betretene Stille in der Runde. Stumme Schreie des Empörens von S + M drangen in mein Empfinden. Peinliche Wortlosigkeit. Die Ehrliche merkte sofort, dass da etwas jetzt grad in die ganz falsche Richtung trabte und korrigierte sich verunsichert wie folgt: "Hee - hallo - das war doch nur ein Scherz! Nein, sicher nicht!" . S + M verzogen die straffen, braunen Visagen zu einem gezwungen, schiefen Lächeln, atmeten trotz ihrer sichtlichen Zweifel betreffend des Wahrheitsgehaltes dieser Aussage erleichtert aus.

Ich selber hielt den Atem an und rückte den Push-Up in Position.

S zu M: "Ich finde ja den Delta XL mit Curlpult genial - ganz im Gegensatz zum Instant Gym Torso, der ist mir zu uneffektiv. Wahnsinn - eine Woche nur 3 x Training - und es wirft einem völlig zurück. Dazu diese extrem faulen Tage - ich habe ein total schlechtes Gewissen"! M: "Genau, Du sagst es. Aus diesem Grunde lasse ich mir jetzt unten im Keller einen Fitnessraum einrichten. Parkett ist bereits gelegt und die Spiegelwand montiert. Das Spinning-Rad wird noch diese Woche geliefert, die anderen Geräte bis Ende Januar und dann kann ich den Nullen im Training mal zeigen was Sache ist".
Die dritte im Bunde war still geworden. Ganz still.
An dieser Stelle durfte ich endlich aussteigen. Zum Glück! Mehr hätte ich auch nicht mehr ertragen!

Es zeigt sich meines Erachtens immer wieder, dass das Mass aller Dinge in der Mitte zu finden ist.
Abgesehen beim Menschen selber.

DA IST ES GANZ OBEN - IM KOPF!
MIT GUTER DIREKTVERBINDUNG ZUM HERZEN!

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