Montag, 17. Mai 2010

OB ER NOCH WÄCHST ... ?!

Meine lieben BlogleserInnen

Heute gibt es eine kleine, feine Geschichte.
Angepasst an die überschaubare Grösse des zu beschreibenden Objektes ...

... Alle standen wir gestern irgendwie leicht irritiert und verhalten grinsend vor dem Kleinen.
Begutachteten ihn von allen Seiten, drehten und wendeten ihn. In seiner Gegenwart spricht man automatisch leise. Nicht, dass er sich etwa erschrecken könnte, der Kleine. *Neinaberauch!*
So klein, so leicht, so handlich - ein Winzling! Aber ... ein Winzling mit "Jüüüüü"- und "Achwieherzig"-Faktor!
Wenn man mich fragt: viel zu früh von der Mutter weg!

Anschliessend haben wir uns alle freudig meinem Schatze zugewandt und ihm aufrichtigst, herzlichst gratuliert.
Nein nein - er ist nicht Vater geworden. Auch haben wir uns keinen Welpen zugelegt, kein noch so herziges Maikätzchen.
Aber: er ist Vize-Schweizermeister im Classic-Kegeln geworden! Und das bei seiner ersten Schweizer Meisterschaft.
Wenn das kein Grund zum Feiern ist! Hey Schätzu - bin total stolz auf Dich!

Leider konnte ich ja gestern infolge *mirgehtsgarnichtguthabFieberundso* nicht an den Match mit - ergo musste Katerli die Kugeln ohne mein lautstarkes Dazutun nach vorne schubsen. Wie das Resultat zeigt, hat er das auch richtig gut gemacht.

Bei der anschliessenden Siegerehrung wurden dann die Pokale ... Pokale?? ... die Pokälchen verteilt.
Der Sieger bekam ein zinniges Irgendwas in der Grösse eines sich aufbäumenden Stubenkükens, Schätzu kriegte das Väschen für Gänseblümchen und Platz 3 wurde mit einem - laut Zeugenaussagen - fingerhutgrossen Etwas belohnt. Was soll‘s! Die Geste gilt und wir haben uns köstlich amüsiert.
Zudem - so ein Teil nimmt auch keinen unnötigen Platz weg und kann bequem hinter dem Stapel Unterhosen im Kleiderschrank verstaut werden.
Damit auch ja Keiner denkt, ich würde wieder mal meinen phantasievollen Ausschweifungen erliegen, über- oder untertreiben, hier das Beweisfoto:
Das monumentale Zinnväschen ist gerade mal 1 cm grösser als mein Nasensprayfläschen.
Irgendwie ... süss!


Die als Pokale ausgewiesenen Kleinigkeiten sind übrigens gestiftet vom SNBC - ausgesprochen wird das sehr eindrucksvoll als ESSSSSENNNNNNBIIIIIICIIIIIIIII!!


In Worten: SWISS NINEPIN BOWLING CLASSIC. Das ist der schweizerische Dachverband aller Verbände diesen Sport betreffend. Vielleicht wäre noch anzumerken, dass genau 2 Mannschaften schweizweit aktiv sind.
Übrigens und am Rande vermerkt mein Aufruf: eine wirklich tolle Sportart mit rundum angenehmen, gemütlichen, herzlichen Menschen - Interessierte und Neueinsteiger (ob Junioren oder Senioren) sind jederzeit willkommen!

Ob die erwähnten Auszeichnungen etwa vielleicht grössenparallel zur Anzahl Sportler gestellt werden? Das wäre zumindest eine Erklärung.
Hätte ich in diesem Verband das Sagen, würde das ganz anders gehandhabt. Ganz anders!
Die Sportler bekämen nämlich 2 Geschenke:

1 Pokälchen und ...

... EINE LUPE :-)

Sonntag, 16. Mai 2010

SO EIN VERSCHNUPFTES WOCHENENDE ABER AUCH!

Es ist wieder mal soweit - schon wieder: Kiefer- und Stirnhöhlenvereiterung.
Antibiotika-Behandlung. An dieser Stelle würde ich gerne ein paar wüste Schimpfworte schreiben, von denen ich nicht möchte dass meine Kinder wissen, dass ich solche kenne.
Ich fühle mich krank. Müde. Und fiebrig. Sogar während ich dies schreibe, transpiriere ich hemmungslos vor mich hin, die Stirn ist feucht und der Mund trocken.
Das hängt mir mittlerweilen sowas von zum Halse raus.
Und selbst der ist schlimm entzündet.

Was so viel heisst wie: Ich verbringe das Wochenende liegend. Schlafend. Röchelnd. Mutiere zum Feindbild eines jeden Taschentuches, träufle Ohrentropfen, Nasentropfen, Bronchialtropfen und Halswehtropfen in mich. Gurgle. Bade. Inhaliere.
Eigentlich - so gesehen - bin ich ein Sumpfgebiet und verfüge über körperinternen Wellengang. Es muss so sein.

Nach 2 Taschenbüchern, 1 Hörbuch und diversen Radiosendungen, pflanzte ich mich heute gegen Mittag vor den Fernseher. Ich muss mich nämlich ablenken ... mein Schätzu ist nämlich jetzt gerade auf dem Weg zum Schweizermeistertitel im Classic-Kegeln. Hoffentlich.
Der Final findet um 14.00h statt - und er steht im Final! So gerne wäre ich dabei gewesen, hätte lauthals meinen Kater unterstützt. In Fangesängen bin ich ja bestens ausgebildet - ihr wisst ... :-).
Das wäre der Oberburner ... mein deutscher Kater Schweizermeister 2010! So cool!
Nun ja, der Kampf wird ohne mich stattfinden. Als Ausgleich dazu, rufe ich hier zum gemeinschaftlichen Daumendrücken auf. GO FOR GOLD, Katerli!

Stattdessen zappe ich gelangweilt durch die Sender, bloss um mich abzulenken. Immer wieder erstaunlich - da habe ich doch die allerersten Lebewesen auf diesem unseren Planeten kennengelernt, es sind: Stromatolithen. Sie kommen im tiefsten Out back von Australien vor, gaben erst dem Meere Sauerstoff, dann der Atmosphäre um die Erde. Somit war die Grundlage für die heutigen Lebensbedingungen geschaffen. Bereit für den Menschen, bereit für die Tiere.
Stromatolithen sind Einzeller.
Es gibt mehr davon, als man denkt ... nicht nur im Out back!


Der nächste Sender erzählte mir von Männern in den Wechseljahren. Es war zumindest sehr amüsant. Und stand irgendwie im direkten Zusammenhang zu den Stromatolithen, diesen Einzellern. Interessant. Tröstend fand ich, dass die heutige Generation baldiger 50er Männer nicht mehr so arg gefährdet ist. Sie sind kommunikativer, reflektierender und partnerschaftlicher. Auf gleicher Augenhöhe mit der Frau. Patriarchat go home!
Man(n) kann mittlerweilen auch 50 werden, ohne ungebremst dem "ich muss jetzt eine HARLEY haben"-Syndrom zu verfallen und dergleichen.
Es darf also gehofft werden!
Die Sendung über die Wechseljahre der Frauen wird am nächsten Sonntag ausgestrahlt. Empfohlen für Frauen jeglichen Alters.

Die dritte Sendung informierte mich über die Zerrissenheit in der katholischen Kirche. Eine äusserst interessante, aber auch anklagende Sendung. Die mir doch sehr unter die Haut ging. In Erinnerung gerufen wurden mir mein eigenes Erlebnisse anlässlich einer Kommunionsfeier in einer stockkatholischen Gemeinde in Deutschland. Wenn ich bitte kurz erzählen darf ...
... bereits mein erster Auftritt in dieser Kirche war mehr als blamabel. Der Absatz meines einen Stöckelschuhs blieb im Gitter vor der Kirchentüre hängen. Und so stand ich plötzlich, völligst unvermittelt, mit dem Gitter am Schuh in der Kirche. Und was tue ich ... ich lache! Es war aber auch eine komische Situation - der liebe Gott zumindest hätte bestimmt geschmunzelt. Vielstimmiges PSSSSST-Gezische und böse Blicke trafen mich. Kein wirklich guter Start.
Die Empörung war dann aber bald meinerseits. Dieser Gottesdienst stand unter dem Motto "LASSET DIE KINDERLEIN ZU MIR KOMMEN". Noch bevor der Gottesdienst begann, wurde vom Pfarrer verkündet, dass alle Kinder unter 6 Jahren die Kirche zu verlassen hätten - damit der Gottesdienst auch schön still und gesittet ablaufen könne.
BITTE??
Den Schnuller vollends rausgehauen hat es mir aber dann, als wir Alle aufgefordert wurden, zum Abschluss der Predigt den Menschen vor uns, den hinter uns, den zur rechten und dann noch den zur linken Seite zu umarmen. Lasse ich mir plötzlich vorschreiben, wen ich zu umarmen habe? Soweit ich gesehen habe, wurde dieser Aufforderung auch rege Folge geleistet. Ich war eh schon unten durch - infolge meines Lachens und meiner Empörung - und so hat sich wohl auch niemand weiter gewundert, dass ich wieder mal nicht der Norm entsprach.

Bevor ich jetzt noch auf ORACLE/ASTRO-TV schalte, meine ich zu wissen, dass für heute genug der farbigen Bilder sind.
Wende mich jetzt schöneren Dingen zu.
Meinem Katerli.
Daumen drücken!


DU AUCH?

Samstag, 15. Mai 2010

KAFFEE ODER TEE - HERR H.R. GIGER?

Lieber Herr Giger

Ich war um die 20zig, als ich ihren Namen das erste Mal bewusst vernahm.
Ein Kollege lud mich in den Film ALIEN ein - im Wissen, dass mein Innenleben damit gar nicht klar kommt. So gruselte ich mich auch durch die Filmminuten, die Hände vor den Kopf geschlagen und ab und zu durch die Finger schielend. Das Biest habe ich gesehen, ganz kurz, sehr heftig. Sein Anblick ist mir bis heute geblieben. Und immer habe ich mich gefragt, wer sowas ins Leben rufen kann.


SIE können das, Herr Giger. Das und noch viel mehr. Eigentlich völlig entgegen meinem Empfinden, entgegen dem, was ich ertragen kann.
Trotzdem: sie faszinieren mich, auf eine ganz besondere Weise.

Einmal, da habe ich Sie auf dem Flughafen Kloten gesehen - ich ging nah an Ihnen vorbei und hab in diese besonderen Augen gesehen ... diese Augen, die so ganz anders sind als andere Augen. Ich habe mich in diesem Augenblick erschrocken - und wie! Den Ausdruck Ihres Blickes hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon einmal gesehen. Damals, als meine Katze im Sterben lag, ganz nah vor der Grenze nach drüben.
Ging mir sehr unter die Haut.


Ich habe ein Buch von Ihnen, schaue mir die Bilder an, lese darin, sehe immer wieder Neues. Und krieg Gänsehaut. Je mehr ich Sie erfahre, umso weniger wage ich zu erahnen, von was Sie träumen - wenn Sie denn träumen.
Träumen Sie, Herr Giger?

Manchmal probiere ich mich auf Ihre Spur zu machen. So letzten Sonntag, als ich ihr Museum in Gruyère besuchte. Auch da wieder, als erstes, mein Blick auf Ihr Bild. Dieses Bild mit diesen Augen, die weit weit weg sind. Im Himmel, in der Hölle?
Wo sind Sie, Herr Giger?

Erst haben wir in Giger-Café was getrunken - inmitten von Wirbelknochen, Babyköpfchen und Knochenstühlen. Sehr speziell.




2 Stunden lang bestaunte ich anschliessend Ihre Werke, die ebenso schön wie abstossend sind, die lauter Fragen aufwerfen, die stumm schreien, die vorwurfsvoll blicken, die extrem berühren. Aber ich weiss nicht wo!? Berühren Sie mein Gewissen, meine Moral oder direkt Gefühle? Es gibt Dinge, die getraue ich nicht zu hinterfragen. Weil ich nicht weiss, ob ich Ihre Antwort ertragen könnte. Und doch - interessiert es mich brennend, was Sie mir dazu sagen würden. Was Sie zu erzählen hätten. So unter uns.

Was ich im roten Raum gesehen habe, hat mich verwirrt. Warum bringe ich im Zusammenhang mit Ihnen die Farbe Rot immer mit Blut in Verbindung? Wollen Sie, dass ich das fühle? Sagen Sie mir doch bitte in Ihren Worten, warum ich Hakenkreuze sehe, Judassterne, Frauen - geliebt und gehasst gleichzeitig. Sie provozieren mich unentwegt - ohne dass ich mich abwenden könnte. Sie machen mich sprachlos, indem Sie Meere von Fragen in mir aufwerfen. Ich fühle Ihren Widerspruch sehr körperlich.
Ich möchte gar nicht über das sprechen, was ich gesehen habe - und das unentwegt. Sie lassen mir die Wahl nicht. Sie fordern mich heraus!

Kann ich nicht einfach an Ihren Werken vorbeischlendern, sie anschauen und gut? Das wollen Sie gar nicht - oder? Sie wollen sich festsetzen in den Menschen - wie dieses Aliengetier, so kommt es mir vor. Sie sind wie ein Virus, der einem in die Knie zwingt, mit dem man sich auseinandersetzen muss. Irgendwie schräg. Manchmal wäre ich gerne immun gegen Sie. Im Wissen, dass mir viel entgehen würde.
Ist es das, warum ich nicht immun werde?

Ich würde mir wünschen, mal mit Ihnen Kaffee oder Tee trinken zu gehen. In einem hellen, freundlichen Café. Gerne möchte ich Sie fragen dürfen, solange ich will. Ich würde Sie bitten, sich mir zu erklären. Möchte Sie bitten, mir zu erzählen. Ob ich Ihnen dazu in die Augen schauen könnte? Ich möchte!
Sie sind anders - und wagen es zu sein. Nebst dem Wollen, könnten Sie überhaupt 0815?

Lieber Herr Giger, ich habe grossen Respekt vor Ihnen.
Und ein bisschen Angst.

MUSS ICH?

Donnerstag, 13. Mai 2010

MICH IN DER AUFLÖSUNG BEFINDEND ...

Während Andere sich heute auf den Weg gen oben machen - es ist bekanntlich Auffahrt, befinde ich mich, gemäss des Gatten Aussagen, in der Auflösung.
Ja, ihr lest richtig.

Und das alles nur - weil mir vorhin beim Frühstück einer der angeklebten Nägel weggespickt ist. Sowas kann passieren.


Katerli schaut dann jeweils mit ziemlich grossen Augen erst auf den Nagel ... der im heutigen Falle nach einem Salto mortale mir anschliessender Schraube einsam neben dem Teller und vor der Konfitüre zu liegen kam ... dann auf meine Hand, wieder auf den Nagel und abschliessend in mein Gesicht.
Ihm scheinen sichtlich die Schmerzenslaute zu fehlen. Er erwartet wohl irgendwie, dass der Verlust von Teilkörpern in irgendeiner Art und Weise Reaktionen hervorrufen sollten, dass es doch zumindest bluten sollte!
Sein inneres Katerchen sieht mich in körperlicher Auflösung - was wiederum seine seelische Standhaftigkeit arg ins Wanken bringt.
"Schätzeli, der Nagel war nur angeklebt!!", probiere ich jeweils in beruhigendem Singsang ihm bewusst zu machen. "Das tut nicht weh" - "und ich bin auch nicht krank. Keine Anzeichen von Lepra, reg Dich ab!"
Trotzdem ist er bleich um die Nasenspitze rum, nagt unlustig an der Cervelats und vergisst sogar, denn scharfen Düsseldorfer-Senf darauf zu tupfen. Er, der weit von Appetitlosigkeit entfernt ist, mümmelt ab da nur noch halbherzig am Kanten Brot. Der Arme.

Ihr kennt mich ja, kein Problem schwebt bei mir lange in der Luft, ich greife nach jeder irritierenden Schwingung im Äther, lege sie auf den Tisch, seziere sie, sortiere sie, bespreche sie. "Komm Katerli, ist Dir nicht gut?". Schätzchen windet sich wurmig auf dem Stuhle, grinst verunsichert und gesteht mir: "Ach weisst Du, da mache ich mir manchmal echt Sorgen. Ein ganz komisches Gefühl. Die Magengrube hechelt dann und ich muss mir erst mal in Erinnerung rufen, dass es sich ja nur um Ersatzteile Deines Ichs handelt".
Das sagt er wirklich. Er sagt sowas! Er, der sich gleichzeitig Blut- und Leberwurst einverleiben kann, während sich seine Augen gebannt einen Horrorschocker reinziehen. Genüsslich schmatzend, in Momenten, wo die Horde Zombies ebenso genüsslich wie blutrünstig die Gliedmassen (noch) schreiender Opfer beknabbern.
Er, der vor nichts - ausser vielleicht einen Geisterfahrer zu überholen - zurück schreckt.
Während bei mir bereits der nur angedeutete Tod von Bambis Mutter das meiner Seele Zuträgliche überschreitet!!

Mein Katerli schreckt also vor künstlichen Fingernägeln zurück. In mir drängt sich die Frage auf, was er denn sagen würde, hätte ich ein künstliches Auge, wie Inspektor Columbo? Und würde das vor dem Schlafe neben mir auf den Nachttisch legen ... hätte er mich trotzdem geheiratet?
Ich habe ihn gerade gefragt - er meinte "ja - wenn wir einen Defibrilator im Schlafzimmer hätten".
Soviel dazu.

So, ich klebe mir nun Feiertagsgarnitur auf meine Nägel und hoffe, das Katerli die nächsten 7 Tage nicht mehr mit Ersatzteilen meiner Selbst behelligen zu müssen.


Es hat so ein sensibles Gemüt. Erinnert mich immer wieder an diese schönen Blümchen ... wie heissen die schon wieder ....

ähhhh...

ahaaa! :-)

MIMOSEN!

Mittwoch, 12. Mai 2010

3 FREUNDE FREI HAUS!

Vorab: Seit ich ein Handy habe ... *nachrechne* ... seit ungefähr 12 Jahren, bin ich eine sehr zufriedene Orange Kundin. Infolge mehrjähriger Fernbeziehung, SMS-Begeisterung und Gernetelefoniererei auch sehr gute Kundin. Der Kundendienst hat seinen Namen wirklich verdient und ich habe sogar meine richtig kompetente, hilfsbereite und freundliche Lieblingsverkäuferin im Orangeshop.
Ich gehe davon aus, dass man mich aufgrund der vertelefonierten Zahlen im Hauptsitz namentlich kennt, irgendwo ein Bild von mir angepinnt ist und als Pilgerstätte des Finanzdienstes ORANGE dient, man unter mein Konterfei täglich frische Blumen und andere Opfergaben legt, in stiller Verzückung kurz innehält und meinen Namen preist.
Wenn ich mir die Rechnungen der letzten paar Jahre in Erinnerung rufe, wünschte ich mir zuweilen, an partiellem Gedächtnisschwund zu leiden.

Anyway. Heute Morgen, auf der Fahrt ins Büro, entdecke ich doch diese Werbung:


Juhuuu! Ich krieg 3 neue Freunde! Geschenkt! Frei Haus! Umsonst! Prima!
Nach der ersten verwunderten Begeisterung schaltete sich aber doch noch meine Intelligenz ein. Sowas wie Gewissen. Fragen tauchten auf.
Früher war das nämlich irgendwie anders. Da hat man sich für Menschen - die einem wichtig waren und deren Freundschaft man sich verdienen wollte - richtig ins Zeug gelegt, Zeit genommen. Hat sich Gedanken gemacht, viel gefühlt, Mühe gegeben.

Und nun kriegt man das alles geschenkt? Ganze 3 Stück?
Ich hab mich natürlich sofort im Internet schlau gemacht, habe mich eigeloggt in der Rubrik: " BESTELLEN: 3 Freunde geschenkt".
Hat es irgendwo eine Auswahlliste? Kann ich eine Wunschliste schreiben? Krieg ich eine Auswahlsendung - mit Rückgaberecht innert 3 Tagen bei Nichtgefallen? Muss ich welche ankreuzeln? Werden mir Freunde-Vorschläge gemacht, so wie bei Facebook? Muss ich irgendwelche Daten von mir eingeben, damit man die passenden Pendants findet?
Nö. Muss ich alles nicht. Ich muss nur ein PrePay-Abo lösen. So fix geht das!

Da kommen mir jetzt aber doch ein bisschen Zweifel ... was, wenn mir die 3 neuen Freunde in einem halben Jahr nicht mehr in mein Konzept passen, ich ihrer überdrüssig bin? Was dann? Ich hätte da eine Idee, muss mal den netten Herrn Sergio von der GE Money-Bank fragen, der kommt heute eh noch in unserer Garage vorbei ... vielleicht könnte ich ja 3 neue Freunde leasen? Gegen eine kleine Anzahlung und monatliche Raten reihen sich diese dann in die Gilde meiner Lieblingsmenschen ein. Und z.B. nächsten Winter, wenn die geleasten Freunde nicht mehr aktuell sind, gebe ich sie zurück und besorge mir neue. Gefallen sie mir hingegen nach 3 Jahren immer noch, mach ich sie gegen eine Abschlagzahlung zu meinem Eigentum.
Solches und ähnliches müsste auch mit Finanzierung Plus zu machen sein - oder sogar mit einem stinknormalen Privatkredit.
Eine Ratenversicherung wäre an dieser Stelle sicher zu empfehlen. Blöd, wenn einem dann Freunde abhanden kommen - man sie retournieren muss, nur weil die finanzielle Situation es nicht mehr erlaubt und Raten nicht mehr bezahlt werden können, infolge Arbeitslosigkeit, Krankheit ... dumm gelaufen.

Na ja - aber für Variante 2,3 und 4 muss man dann selbstredend auch kreditwürdig sein.
Ist man es nicht, dann ... gibt es halt keine Freunde. Das Leben ist schwer.

Somit schliesst sich dann der Kreis und wir wären wieder bei der Idee der Werbehirsche von ORANGE.
Im Sinne von ... sind wir nicht alle ein bisschen PrePay? Orange angehaucht?

Klar - die Leere des ach so freakygen Worthülsen wird insofern gespiesen, als dass man NATÜRLICH nicht 3 neue Freunde bekommt - und das auch noch gratis. Man kann auf 3 Lieblingsnummern gratis anrufen. Frei wählbar. Unter der Voraussetzung, der/die LieblingIn ist auch bei Orange oder zu Hause erreichbar. Ansonsten sucht man sich besser andere Freunde.

Davon profitiere ich übrigens seit langen, von den 3 Gratisnummern. Mit Abo. Nix pregepayt. An und für sich eine eine tolle Sache, richtig gut.
Man hätte die (wahrscheinlich) vor allem jungen Leute sicherlich auch mit etwas weniger reisserischer Werbung auf dieses Angebot aufmerksam machen können.
Mit etwas mehr Verantwortung dem Wort Freundschaft gegenüber. Gegen Geld gibt es nicht alles.
Mich hat das gestört. Ich fand es nicht witzig - nur flach.
Das ist mir zu wenig.
Intelligenz - insbesondere emotionale - ist auch in der Werbung nicht verboten!

Es gibt Dinge, mit denen spielt man nicht. Das ist MIR zu wertvoll.
Meine Meinung.

AUCH NICHT IN DER WERBUNG

Dienstag, 11. Mai 2010

4 x 24 STUNDEN ZEIT!

Leute, ganze 4 Tage!
4 volle, lange Tage für mich, für uns. Welche Wohltat!

Kommt mir gerade richtig, irgendwie zapfe ich nämlich momentan von den Reserven. Geht es euch auch so?
Ob es das Wetter ist? Frühjahrsmüdigkeit? Arbeit? Was auch immer ... ich beanspruche die Handy-Weckwiederholung täglich, reize die Zeit bis aufs Äusserste aus. Und bin ich dann  e n d l i c h  mal aus dem Bette, schlurfe ich im Tempo einer Nacktschnecke den Flur entlang - um mir täglich im Spiegel das Morgengrauen vor Augen zu führen. Katerchen geht es ähnlich bis sehr gleich.
Momentan löschen wir am Abend das Licht - noch bevor im Altenheim drüben das Abendessen abgeräumt ist!


Stellt euch vor - letzten Sonntag haben wir sogar das Glockengeläute der Kirche neben uns verpasst. Glatt weg überhört! Muss ich noch mehr dazu sagen?

Tagsüber kippe ich einen Espresso nach dem anderen in mich rein, kühle die Schläfen regelmässig mit eiskaltem Wasser und stelle die Rückenlehne vom Bürostuhl auf "unbequem" - so muss ich immer schön die Balance halten und bleibe aufmerksam. Kaum ist Feierabend, sehne ich mich dem heissen Bade entgegen. Ich hab nämlich immer kalte Hände zurzeit. Es wäre geblufft, würde ich von pulsierendem Blute in mir erzählen wollen. Sirupartig windet es sich durch Venen und Adern ... genötigt vom Herzschlag. Der Blutdruck ist zugegebenermassen im Keller.

Punkto Keller: Ich sollte doch schon längst die Wäsche aus dem Trockenraum hoch holen!!! Schon mal eine Nacktschnecke Treppen steigen sehen ... ?
Und überhaupt: Der Frühlingsputz ist immer noch nicht gemacht. Ich meine den von 2009. Und gestern Abend hat sich eine Mücke im Spinnennetz an der Decke verfangen. Habe sofort den Staubsauger hervorgeholt um das Zeug weg zu machen ... bin aber sofort wieder von Stuhl geklettert - es ist erschreckend, was sich einem in der Vogelperspektive so alles offenbart. Derart genau wollte ich es doch gar nicht wissen!

Gut. Diese 4 kommenden freien Tage werde ich investieren in: Ausschlafen. Und dann aber Gas geben. Ich will: Fenster putzen, Vorhänge waschen, Balkonpflanzen setzen, die Winterwäsche in den Keller räumen, den Mief aus dem Räumen fegen, endlich Sommerdeko hervorholen und Fritzli einmotten.
Fritzli (Insider wissen Bescheid) ist unser künstlicher Weihnachtsbaum und will endlich in den grossen Plastiksack und aus der Sonne ... sollte sie sich denn wieder mal zeigen.
Diese paar Kleinigkeiten nebst dem Üblichen wären zu machen - ihr versteht. Das zeitraubende Zeugs. Abstauben. Kacheln im Badezimmer. Fugenweiss.
Und sollte mir dann langweilig werden, sind immer noch die Schuhschachteln voller Photos zum endlich mal sortieren, einkleben. Steuererklärung... ?

Überdies will ich endlich mal wieder einen Tag lang einfach nichts tun. Nichts für das Allgemeinwohl zumindest.
Sondern nur für mich! Lesen! Schreiben! Ins Aarebeizli einen Latte trinken gehen und die Zeit Zeit sein lassen! Gute Gespräch mit guten Leuten führen! Am See den Enten zuschauen! In der Sonne auf der Bank sitzen! Briefe schreiben!
Und aus gegebenem Anlass in der Apotheke meiner Wahl mich hinsichtlich eines Multivitaminpräperates beraten lassen. Vita-Sprint vielleicht ...? Alleine den Namen "VITA-SPRINT" auszusprechen bringt mich an den Rand der Erschöpfung und es sammeln sich kleine Schweisströpfchen auf meiner Denkerstirn. Herrjee!

Wenn ich mir dies alles so durchlese, reichen 4 Tage nicht.
Ich werde mich auf irgendwas beschränken müssen - in meinem jetzigen Zustand. Alles auf einmal geht nicht.
Das muss ich mir ergo nochmals genauer durch den Kopf gehen lassen.

Ich werde mir den Laptop schnappen, mich auf ein Bänkchen an die Sonne hocken ... den mitgebrachten Latte schlürfen, nachdenken und euch davon berichten.


Sobald ich eine Lösung gefunden haben.
Aber das kann dauern ... wartet also nicht auf mich.
:-)

OK?

Montag, 10. Mai 2010

ERKLÄRE MIR EINER SCHÖNHEIT!

Der vermeintlich Schönste ist nun also gekürt. Mister Schweiz 2010.

Erinnert mich immer wieder an das eindrückliche Erlebnis von vor X Jahren. Wir trafen auf einem Spaziergang im Wald einen Pfau. Ja, ein schönes Tier, wirklich. Stolzierte an uns vorbei, Kopf hoch gereckt.
Ich applaudierte ... und was tat der Pfau? Schlug sein Rad. Immer und immer wieder - wenn applaudiert wurde.
Eitles Tier. Schade ... die Schönheit ging darunter verloren.


Vielleicht vorne weg meine persönliche Beurteilung:
Schönheitswahlen finde ich in etwa so überflüssig wie Beulenpest und Cholera. Die Schlagzeilen darüber mindestens ebenso!
Nicht nur, dass ich Oberflächlichkeiten allgemein nicht besonders schätze - 08/15, auswechselbar, standardisiert, genormt, angepasst, stromlinienförmig, jasagend, sich für Geld verrenkend ... dafür werde ich mich nie begeistern können.

Ob jemand schön ist, dies will ich erst beurteilen, wenn ich ihn/sie kenne. Worte gewechselt und Aussagen gehört habe. Schönheit ist so viel mehr als auf den ersten Blick ersichtlich! Wenn ich etwas nicht mag, dann das zur Schau stellen des "Huch! Was bin ich der Burner!"

Ich mag den Individualisten, der zu sagen wagt und nicht mit dem Strom schwimmt. Mir gefallen z.B. an jedem Menschen die paar Kilos mehr, mir gefällt die neckische Zahnlücke, Sommersprossen in Hülle und Fülle, die Charakternase, Intelligenz, Eigeninitiative, Charme, Höflichkeit, die Narben und Falten welche zu Menschen - zu ihrem Leben gehören. Vermeintliche "Schönheitsfehler" sind gerade das Besondere.
Ich mag keine Six-Packs ... wer als Frau schon mal den Kopf auf so ein Muskelpaket gelegt hat - weiss das weiche, kuschelige Bäuchlein zu schätzen. Und zu geniessen. Ich will baden im herzlichsten Lachen - nicht im künstlichsten.
Und Hüllen ... Menschenhüllen, Worthüllen ... sind, wie das Wort schon sagt: Nur Drumherum und ziemlich leer.

Ich mag Menschen, die nicht fragen müssen ... "bin ich schön?" ... sondern solche, die diese Frage mit ihrer Ausstrahlung, ihrem Charisma beantworten - ohne Worte.

Die Gazetten sind heute wieder mal reichlich mit Material zum neuen Mister Schweiz gefüllt - für mich stets aufs Neue erstaunlich. Ist das Interesse daran wirklich so gross - oder bin ich wirklich so ganz anders?
Ich sass heute in einem 4er Abteil im Zug, kriegte von 3 jungen Männern neben mir die Diskussion darüber mit. Daraus war zu entnehmen:

Der neue Mister Schweiz 2010 und ich haben Parallelen:
- Wir schminken uns Beide.
- Wir haben Beide noch keinen Führerschein.
- Wir kämpfen in der gleichen Gewichtsklasse - zugegebenermassen ist er 1m 92cm gross. Herkules nennen sie ihn. Mich nicht.

Es gibt aber auch Dinge, die uns auf alle Fälle unterscheiden:
- Ich habe keine Ballermannqualitäten. Zumindest nicht so, wie er sie interpretiert.
- Ich tanze relativ selten - sozusagen nie - auf Tresen und entblösse dazu den gutgebauten Oberkörper.
- Ich kiffe nicht. Habe noch nie! Er anscheinend auch nicht mehr (seine Aussage).
- Ihm winkt eine halbe Million Gage ... mir winkt höchstens der Polizist, wenn ich vor der Schule wieder mal schneller als mit 30 km/h durchfahre ...
- Er macht Kung-Fu. Ich Haushalt.
- Er spielt Klavier. Ich habe schon im Blockflötenunterricht jämmerlich versagt.
- Notlügen erlaubt er sich. Ich bleibe lieber bei der Wahrheit.
- Er hat einen "dunklen, süssen" Wuschelkopf (O-Ton: "Meine Frisur hat vielleicht den Unterschied gemacht!"). Sooo strohblond bin ich nicht!
- Er ist relativ zahm. Ich - effektiv nicht!
- Mister CH ist Single. Aha.


Dem Herrn ... wie heisst er schon wieder? ... möchte ich einfach all meine Jörgs, Raphaels, Marküsser, Peters, Heinzes, Werners, Alains, Kurts, Luciens, Manuels, Olivers, Michaels, Andreasses, Maurizios, Stefans, Thomässer, Christians, Marcs, Florians, Mischas, Jonasses und und und aus meiner kleinen Welt entgegenstellen. Das sind MEINE wahren Schönheiten. Jeder Einzelne für sich eine Schönheit. Weil ich sie lieb habe.

Das musste ich einfach mal gesagt haben!

Zum Abschluss und zur Untermalung meiner Worte, erlaube ich mir, Worte von Khalil Gibran (danke!) auszuleihen:

"Schönheit
Gesichtszüge, welche die Geheimnisse unserer Seele enthüllen,
verleihen dem Gesicht Schönheit und Anmut,
selbst wenn diese seelischen Geheimnisse schmerzlich und leidvoll sind.
Gesichter hingegen, die - Masken gleich - verschweigen, was in ihrem Innern vorgeht,
entbehren jeglicher Schönheit, selbst wenn ihre äußeren Formen vollkommen symmetrisch und harmonisch sind.
Ebenso wie Gläser unsere Lippen nur anziehen,
wenn durch das kostbare Kristall die Farbe des Weines hindurch schimmert."


ES IST ALLES GESAGT

Sonntag, 9. Mai 2010

MUTTERTAG MAL ANDERS ...

Meinen Gedanken zum Muttertag habe ich ja in der dieser Woche bereits Luft gemacht.
Dass ich diesen Tag nicht mag - und warum nicht.

Gestern aber, da habe ich trotzdem ein Muttertags-Geschenk bekommen. Der etwas anderen Art ...

... es übernahm die Regie der heutigen Geschichte und ich möchte euch das Geschehen nicht vorenthalten.

Sohn Max hatte gestern mal wieder eines seiner vielen Bike-Rennen.
Ein wichtiges, die EM in Haifa steht bevor. Und seine Chancen auf einen Startplatz stehen gar nicht schlecht.


Bereits beim ersten Anstieg - kurz nah dem Start - riss die Kette am Bike, das Bein schnellte nach vorne und Max verletzte sich am Schalthebel. Sein Knie sieht nicht wirklich gut aus und er kann kaum gehen ...


Im Ambulanzfahrzeug konnte zumindest diagnostiziert werden, dass es wohl keine schlimmere Verletzung ist.
Glück gehabt!
Wir probieren nun also mit herkömmlichen Mitteln den Schmerzen, der Schwellung, der Prellung zu Leibe zu rücken.
Und hoffen, dass es bald besser wird.


Gerade vorhin hat Max gesagt, dass er sein Knie schon 3cm weiter beugen könne als gestern ...
Immerhin.
Auch wenn jetzt der Weltcupstart in Offenbach gefährdet ist - Hauptsache, Max ist nicht Schlimmeres passiert!
Er sieht das genauso.

Herzlichen Dank ...!

AN WEN AUCH IMMER

Samstag, 8. Mai 2010

AUF DAS "DARUNTER" KOMMT ES AN!

Ihr irrt, wenn ihr jetzt meint, dass ich mich in die schlüpfrige Studie unterwäschebezogener Detailbetrachter einbringen will.
Weit gefehlt!
Mit dem "darunter" meine ich das, was unter der Hülle des jeweiligen Menschen steckt.

Das was bleibt, wenn die Seele das Wort ergreift. Das was ein Herz offenbart, welches sich schutzlos dem Betrachter zeigt. Das was die Moral des Einzelnen bei Lichte betrachtet zu erzählen sich getraut. Das was die Gefühle, offen und spürbar gemacht, zu fühlen wagen.

Ich schaue den Menschen gerne ins Gesicht, forsche in ihren Augen, studiere ihre Gestik, höre ihre Worte … noch viel mehr, was sich zwischen den Zeilen findet - und probiere zu verstehen. Den ganzen Menschen. Nicht nur den, den er mir zeigt.
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass er meist so viel mehr ist als das, was er mir zutraut! Mein Interesse gilt in erster Linie dem Sein und nicht dem Schein.
Deshalb vielleicht - nein, nicht nur vielleicht - verabscheue ich Lügen, Halbwahrheiten, Verschweigen, Verstecken.

Mein Leben hat Stützpfeiler, auf die ich mich in jeder Situation verlasse: Offenheit, Ehrlichkeit, Wahrheit und Wirklichkeit. Zuverlässige Bindungen und Verbindungen unter Menschen.
Das hat ganz viele Vorteile - und ein paar wesentliche Nachteile.
Davon und was ich darüber denke, das möchte ich euch heute erzählen.

Menschen, welche irgendwann meinen Weg kreuzen, sich als Bekannte, Freunde, Familie auf mich einlassen - sie merken bald einmal, dass ich genau die bin, für die ich mich gebe. Ich sage nie Ja wenn ich Nein meine, ich vertrete mich und meine Person so wie ich eben bin ... und nicht, wie ich gerne gesehen werden möchte. Keinem notwenigen Konflikt gehe ich aus dem Weg – sich miteinander auf gute Weise auseinandersetzen, es bringt uns immer weiter!
Ich beherrsche das Spiel der gezinkten Karten nicht, will das gar nie lernen. Wenn ich jemanden lieb habe, dann zuverlässig, verlässlich und ersichtlich. Ich sage es mit vielen Worten, zeige es mit vielen Taten und lebe es an jedem Tag meines Leben.
Schenke Vertrauen im Überfluss und sehe mich grundsätzlich nicht dazu veranlasst, Schutzfunktionen in mein Ich, mein Leben einzubauen. Ich gehe grundsätzlich vom Guten aus.


Mag ich jemanden nicht, dann sah ich mich noch nie versucht, irgendwas vorzuspielen. Auch da gibt es kein Sonntagsgesicht und so tun als ob - ich bin ich. Und bleibe es. Ich mach nicht passend, was nicht passend ist. Es erspart mir und meinem Gegenüber viel Unangenehmes. Manchmal gilt es halt, Gegebenes einfach zu akzeptieren. Das ist gut so. Und entspannt.
Kann mich jemand gar nicht ab, so bin dankbar und voller Respekt, ist man ehrlich mit mir. Dafür könnte ich dann diesen Jemand schon fast wieder mögen. :-).
Meine Menschen wissen stets, woran sie mit mir sind und womit sie rechnen können. Womit nicht. Es gibt keine Geheimnisse um mich.
Ich scheue bei Niemandem die Aufdeckung von Geheimnissen. Auf mich ist Verlass, wenn es darum geht in Abgründe zu schauen ... und die Arbeit, sich aus ihnen heraus zu arbeiten.
Ich gehe aber dort, wo es keinen Sinne mehr macht.
Und dort wo ich gehe, gehe ich ohne offene Fragen zurück zu lassen.

In meinem ganzen Wesen gibt es aber einen grossen, gravierenden Denkfehler - den ich aber nie korrigiert haben möchte:
Ich erwarte von meinem Gegenüber nie etwas Böses. Ich gebe ihm/ihr Kredit und gehe davon aus, dass man mich so behandelt, wie ich ihn oder sie behandle.
Nicht viele - aber stets Menschen, die mir wichtig waren und bei denen ich keinen doppelten Boden vermutet habe, liessen und lassen mich für meinen Denkfehler einen hohen Preis bezahlen. Weil ich weder Aktion noch Reaktion je berechne, reche ich nie und zu keiner Zeit mit so was. Stehe dann mit vielen Fragezeichen und Enttäuschung vor Tatsachen, die sich gegen mich richten.
Das sind sehr schmerzhafte Erfahrungen für mich. Mein Ich wird dann gegen mich selber verwendet, das macht mir Mühe.
Ja, ich bin berechenbar. Dies lässt Spielraum. Schade, wer es zu seinen/ihren Gunsten ausnützt.

Trotzdem, ich begebe mich bewusst und gewollt stets auf die persönliche Ebene mit meinem Gegenüber. Lade ein in mich und freue mich über jede ehrliche Gegeneinladung. Bin neugierig auf andere Menschen.
Ich würde es nie anders wollen - Hinterhalte eingerechnet.


Denn was unter dem Strich bleibt, der Saldo des ganz Persönlichen, des Guten, des Wesentlichen ... ist so hoch im PLUS, dass ich mich nie im Leben vor irgendwas oder irgendwem verstecke, mir persönlich Möglichkeiten, Chancen und Positives nehme.

Ich plädiere für:
Leben ohne Maske.
Kulissen gehören ins Theater.
Für "so bin ich" - mit all meinen guten UND meinen schlechten Seiten.
Ich will Ehrlichkeit - auch wenn sie weh tun kann. Nie aber so, wie eine entdeckte Lüge.
Das Pure, das was bleibt wenn das Schmückende und Schöngeredete weg ist - DAS ist zu beurteilen.
Mut. Mut haben, sich selber zu sein.
Ich will gesehen werden wie ich bin - und nicht, wie ich gerne gesehen werden möchte. Dann haben die Menschen um mich herum auch Möglichkeiten ... und die Wahl.

Was immer in meinem Leben passiert und noch passieren wird.
Trotzdem - oder noch viel mehr ... deswegen.

ICH BLEIBE MICH!

Freitag, 7. Mai 2010

ES BLEIBT JA UNTER UNS!

Unbedingt. Es ist wirklich dringend. Ich brauche neue Jeans!

Nein, nicht einfach so, weil ich zu den 99 anderen Paar Jeans noch 10 weitere ordern will. Bitteeeee ... was denkt ihr denn von mir?!


Ich habe schlicht, ergreifend und spürbar einige Kilos verloren. Ungeplant. Ich habe nicht wirklich einen Plan wieso. Genauso wenig wie ich mir jeweils erklären kann, warum ich den anbetungswürdigen Stretchanteil beanspruche.
Ist so, weil ist so. Punkt. Fertig.

Darüber bin ich selbstverständlich nicht traurig, ich habe immer noch genügend Reserven - so ist es ja nicht. Aber wie jedes Ding, so hat selbst die an und für sich erfreuliche Tatsache des Gewichtsverlustes 2 Seiten. Die Rückseite besagter Medaille da wäre:

Diese Woche habe ich jeden Tag neue Jeans angezogen - solche, welche ich schon bei 95 Grad in der Maschine durch georgelt habe. Solche ohne Stretchanteil. Solche, die zuhinterst im Schrank lagen. Gepasst hat keine mehr! Immer dasselbe: Sobald ich die Treppen runter steige, rutscht das indigoblaue Beinkleid mir in die Kniekehlen! Blöd, wenn man im 2. Stock wohnt, ohne Lift. Unangenehm, wenn man im Transit Bahnhof - Arbeitsplatz stets den Daumen in der Gurtschlaufe eingehakt haben und gegen die Erdanziehungskraft ankämpfen muss, damit ich meine Unterwäsche-Kollektion nicht öffentlich zugänglich mache.

Selbst das Hinsetzen hat so seine Tücken ... sitzt nämlich die Jeans nicht schön satt und rutscht hinten weg, dann hat der oder die Betreffende mit dem sogenannten "Sparschweinchen-Effekt" zu kämpfen. Sparschweinchen-Effekt? Wie soll ich nun diesen, von mir so benannten Ausdruck niveauvoll erklären...?
Lasst es mich so sagen: Setzt sich jemand auf einen Stuhl, dessen Jeans bei der Hinsetzbewegung über die Hüfte runter rutscht, dann beschert dies einem unfreiwilligen Zuschauer einen nicht wirklich zu empfehlenden Einblick in Dinge, die doch eher persönlicher Natur sind. Ein Lächeln huscht einem dann trotzdem über die Lippen, weil man unweigerlich an ein Sparschweinchen denken muss.
Ich hoffe, ich habe mich gepflegt - aber klar ausgedrückt. Capito?

Nur einmal, ein einziges Mal, da habe ich Jeans erwischt, die ich irgendwann in einem sehr schwachen Moment erstanden habe. Grösse 42, allerdings Stretch. Aber hinten auf den Taschen waren so tolle Bling-Bling-Steinchen aufgeklebt. Seitlich auch. Eine geniale Jeans! Meine Jeans! Ich habe sie damals einfach mal erstanden und mitgenommen. Hinsichtlich schlankerer Zeiten. Wer weiss.
Die habe ich gestern Abend probehalber mal angezogen. Bei Jeans ist ja schon viel gewonnen, kann man sie selbstständig und ohne Schuhlöffel anziehen - soweit hat da ja auch alles prima gepasst. Als ich den Knopf zumachen wollte, killte ich schon mal den Nagel am Mittelfinger der linken Hand. Es war aber auch ein Krampf diesen Knopf zuzumachen! Immerhin, ich habe es aus eigener Kraft geschafft.
Jedoch der Reissverschluss sträubte sich vehement. Erst dachte ich, es liegt am Reissverschluss. Musste dann aber ehrlicherweise zugeben, dass es das neckische Röllchen unter dem Bauchnabel war, welches sich wortwörtlich quer stellte. Da ich eine Frau der Tat bin und mich keineswegs sofort geschlagen gebe, habe ich mich stecken gerade rücklings aufs Bett fallen lassen. So weit - so gut.
Unter Inanspruchnahme all meine Kräfte, quälte ich den armen Reissverschluss letztendlich doch noch in die von mir gewünschte Position. Da lag ich also nun. Wie ein Käfer hilflos auf dem Rücken. Mit inexistenter Zwerchfellatmung. Alles andere war unmöglich. Doch ... wie jetzt aufstehen? Ich fühlte mich leicht indisponiert. An normales Aufstehen - und somit gekrümmte Position - war nicht zu denken. So rutschte ich sachte seitlich von Bett runter auf die Knie, stellte mich auf die Beine und stand dann endlich. Eingeengt, äusserst eingeengt! Aber ... ich stand!

Ich stakste langsam nach vorne zum Spiegel. Mit Betonung auf LANGSAM - meine Atmung durfte ich ja nicht allzu sehr forcieren. Der Blick in den Spiegel verriet mir, dass ich vielleicht mit dem Tragen dieser besonderen Jeans noch warten sollte. Meine Augäpfel glupschten nämlich beängstigend im hochroten Gesicht, die Nasenflügel blähten sich unaufhörlich und mir war schwindlig.
Fazit: Wir reden in 5kg wieder darüber.
Soviel zu Calvin (zu) Klein!


Dies wollte ich nur kurz erzählt haben - ihr Alle gehört ja mittlerweilen schier fast zur Familie.

So gesehen bleibt ja alles ....

... UNTER UNS. ODER?

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