Freitag, 14. Januar 2011

AUFRUF: ALLE FÜR LAURA!

Meine lieben BlogfreundInnen!

Heute gelange ich mit einer aufwühlenden Geschichte an euch. Meine Freundin - und viele hier kennen sie, es ist die Malerin vom Blog "Seifenpalette" - hat eine wunderbare Familie.
Mutter, Vater, Sohn, Tocher - eine Familie voller Energie, mit Zusammenhalt, Humor, Idealen in die richtige Richtung. Wer sie kennt, der schliesst sie einfach ins Herz. Darum kommt man nicht herum.

Zu dieser Familie gehört dann eben Laura, die Tochter.
Eine besondere junge Frau ... und das meine ich im besten Sinne des Wortes. Ich plappere nicht nach was ich bei der Malerin las. Nein, ich / wir haben Laura persönlich kennen gelernt. Und sie macht Eindruck! Offen, spontan, herzlich, interessiert, engagiert. Wenn sie lacht, dann leuchten ihre Augen wie Sterne.

Ich möchte an dieser Stelle das Wort der Malerin überlassen - bitte lest IHREN POST vom 12.01.2011, es ist wichtig, wirklich wichtig.

Dieses Thema müssen wir an uns heran lassen. Hinschauen und nicht überlesen. Nicht daran vorbei gehen. Sich einsetzten für das Recht. Für Gerechtigkeit. Menschlichkeit. Verantwortung übernehmen - in dem Masse, in dem wir können.
Dazu möchte ich heute aufrufen!

Laura - und auch Laura's Familie - sie haben unsere Unterstützung jetzt nötig. Laura ist ein mutiges Mädchen ... und Mut wird sie brauchen. Besonders in der nächsten Zeit. Zeigen wir ihr doch, dass wir sie unterstützen, an sie denken, ihr helfen, da sind. Sagen: "Wir haben gelesen was Dir passiert ist - und wir verurteilen diese Tat. Wer so etwas tut, der handelt falsch und ist im Unrecht. Der ist nur dumm, gedanken- und herzlos. Geh Deinen Weg weiter - Du schaffst das!".

Wer so denkt wie ich und sich die Zeit nehmen kann, nehmen will - der schreibt bitte ein paar Aufsteller-Zeilen für Laura mittels Mail an:
sternenzaubers-geschichtenhimmel@hotmail.com
Ich werde die Mails an die Familie, an Laura, weiterleiten.

Damit niemand denkt, ich würde hier eigenmächtig und vielleicht gar nicht im Sinne der Familie handeln, so möchte ich Entwarnung geben: Selbstverständlich habe ich diese Aktion mit der Malerin abgesprochen, gefragt, ob das ok ist.
Es ist ok. Sehr ok.

Ich würde mir wünschen, dass vielleicht der Eine oder die Andere diesen heutigen Aufruf auch in ihren /seinen Blog setzt - und damit eine Art Kettenreaktion in Gang gesetzt wird. ALLE FÜR LAURA!
Erklären wir uns solidarisch mit unserem Denken, unserem Tun, unserem Handeln. Und machen wir nicht nur die Faust im Sack, sondern stehen auf, sagen es laut!
Geben uns zu erkennen. Für Laura. Und gegen die Gewalt und Ignoranz.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie wichtig - wie unabdingbar wichtig dieses Gefühl für den Betroffenen ist, auf Unterstützung und Verständnis zu stossen. Rückhalt zu bekommen. Boden.
Helfen kann man auch im Kleinen. Es wäre toll, wenn wir hier zusammen ein Zeichen setzen können.

ALSO - HELFEN WIR HIER!
DANKE!

Donnerstag, 13. Januar 2011

WEGEN ZU GESCHLOSSEN

Letzte Woche habe ich es angekündigt ... seit ein paar Tagen sind wir in der Verwirklichung begriffen - und heute wird in die Realität umgesetzt: ES WIRD AUSGEMISTET.

Das ganze "alte" Gästezimmer im Rumpelkammerfeeling mitsamt Compi-Ecke, Fernsehecke und vollgestopftem Schrank, den alten Teppich, die Häkelvorhänge  ... in die Abfallgrube! Wir haben kistenweise, säckeweise unser Leben entrümpelt, entschlacken unser Sein bis auf den Rest EINES Compis und EINES Fernsehers, alles was man eventuell noch gebrauchen kann (hahaha...mein Part, ich gebe es zu...) wird gnadenlos entsorgt.


Alte Schuhe, alte Kleider - ach, ihr kennt das ja sicher ... und tschüss!
Erstaunlich, was sich auch im Arzneischrank so alles findet, welches Jenseitsdatum hat.
Und wer braucht 2 Bügeleisen und 2 Bügelbretter - wo wir jetzt doch eine Bügelfrau haben?
Die 3-jährige Sonnencrème bürgt einzig und alleine für Müffelgeruch. Da ist nix mehr mit Schutzfaktor wasauchimmer.
Weg!

Irgendwie sehr befreiend! Auch wenn der Abschied von so einigen Stücken aus vergangenen Tagen Kopfschmerzen bereitet. Aber: je mehr man entsorgt, um so mehr kriegt man Lust auf "Luft", auf "Platz haben", auf "Nimmerwiedersehen" mit z.B. dem alten Badeanzug, dessen Elastanteil auch nicht mehr hält, was er mal versprochen hat - und die die Winterstiefel, die beim Parisbesuch irreparablen Schaden infolge Megamatsch erlitten haben.
Und tschüsssss!

Deshalb ist bei der Familie Sternenzauber heute WEGEN ZU GESCHLOSSEN.
Morgen Abend gehts dann zu IKEA das neue Änteriöör ordern - schliesslich ist der letzte Tag KNUT. Geliefert werden soll nächste Woche.

Während sich die Schweisstropfen auf meiner Denkerstirn sammeln, wundere ich mich selber über meinen Mut all das zum Teil Liebgewonnene einfach so ins Nirwana zu schicken.
Aber ...

WAS SEIN MUSS, MUSS SEIN!

Mittwoch, 12. Januar 2011

CHICKEN OLD FASHION

Ich liebe den Chinesen bei uns vorne an der Ecke!
Und nicht nur ich habe ihn - beziehungsweise seine Gerichte - zum (f)ressen gerne.
Keiner macht das Szechuan wie er.

So ergibt es sich halt des öfteren, dass ich kurz vor Mittag rüber in die Werkstatt gehe, mein Sprechorgan auf Phonlautstärke "unüberhörbar" stelle und frage: "Wer will was vom Chinesen - ich geh holen?".
"Poulet Szechuan für mich!" "Ich nehm süss-sauer!" "Für mich bitte gebratene Nudeln!" "Also ich entscheide mich für Saté". Unser Jüngster nimmt immer und immer und nochmals immer Flühlingslollen mit viel Scharf.

Jedenfalls haben wir vorgestern am Mittag wieder mal chinesisch geschlemmt. Und seither halten wir Diät. Nicht weil wir wollen, sondern weil die Magen-Darm-Befindlichkeit es uns diktiert. Na ja, eigentlich war das Essen wir immer, bis auf das Hühnerfleisch. Das war irgendwie .... irgendwie ... old fashion eben. Es muss sich in unserem Falle um sogenannte Methusalem-Hühner gehandelt haben. Also Hühner, welche den Zenit ihres Lebens um Dekaden überschritten hatten. Es muss sogar davon ausgegangen werden, dass das eine oder andere Huhn in regelmässigen Abständen mittels Herzmassage und Defibrillator wiederbelebt wurde. Vielleicht waren sogar Gehhilfen im Spiel - wer weiss es schon? Herzschrittmacher?


Anders können wir uns die aussergewöhnliche Winterstiefel-Sohlen-Beschaffenheit hinsichtlich spürbar erschwerter kautechnischer Vorgänge wie auch empfindungsmässigen Nasal-Disharmonien nicht erklären.
Das verarbeitete Hühnerfleisch hatte die Konsistenz von pappartigem Antikorodalspezialrillenprofilblech - und es schmeckte auch so.
Normalerweise verputzen wir unsere Portionen bis zum letzten Fitzelchen ratzekal. Kein Reiskorn bleibt übrig. Und das wir die Styroporschachtel nicht noch auslecken ist bloss eine Frage der Höflichkeit und gegenseitigen Rücksichtnahme. Aber vorgestern gabelten wir ziellos im Essen rum, schoben von links nach rechts und wieder nach links, schnupperten zweifelnd am Gebotenen, sahen uns vielsagend an und mümmelten diskret vor uns hin.
Ich habe erst mal alle Bambussprossen raus gefischt, dann die Zwiebel- und Lauchstückchen gesucht, anschliessend die Reiskörnchen raus gepuhlt. 1, 2 Stückchen Fleisch habe ich mir dann trotzdem genehmigt ... vielleicht war ja alles nur Einbildung? Nee - war es nicht. Das Fleisch war diesmal bäääh!
Sagten wir alle.
Und allesamt liessen wir es nach der Kostprobe links liegen. Besser so.


Alleine diese 2 Stückchen Old-Fashion-Federträgerinnen verursachten dieses leichte bis mittelschwere Beklemmung im Magen. Uns Allen war ein bisschen flau. Mehr oder weniger.
Jedenfalls nahmen wir gestern Mittag Abstand vom Chinesen. Lieber ein Joghurt. Und ein Stückchen Brot. Dazu Kamillentee. Gegen Abend ging es uns besser. Merklich - wir hatten sogar den Mut zu Kaffee!
Aber heute - heute haben wir wieder richtig Appetit und kein Bauchgrimmen mehr.
Vielleicht Cannelloni vom Italiener? Döner vom Türken? Risotto aus der Konserve von der MIGROS?
Jedenfalls ... nix asiatisches.

Ach, das ist auch immer so eine Sache mit den alten Hühnern.
Schwer verdaulich. Zuweilen.

Apropos alte Hühner ... da kommt mir gerade in den Sinn ... ich geh morgen zum Frisör!

*FREU!*

Dienstag, 11. Januar 2011

TOTAL RELEAST!

Release.
Das ist mein persönliches Unwort aller vergangenen und aller kommenden Jahre.
Deshalb bin ich nicht relaxt, sonder releast!

Mein Compi bekam gestern (s)eine neue Version (s)eines Programmes verpasst. Was so viel heisst wie: Wenn mir vorher ab den zeitweise nicht zu erklärenden Vorgängen in dem grauen Kasten unter meinem Pulte und den damit eingehergehenden Fehlermeldungen auf dem Bildschirm die Haare zu Berge standen, so kommt jetzt noch Zähneklappern und Schweissfüsse hinzu. Krampfadern und abstehende Ohren. Depressionen und Blähbauch.
Manchmal alles zusammen, an guten Tagen stündlich variierend.

Ich und der Compi ... ich würde lügen, würde ich lapidar daherreden, dass ich Master-Lady of the Compi bin. Ich sympathisiere nicht mal damit! Im Gegenteil, ich beäuge argwöhnisch meinen täglichen Weggefährten auf dem Pulte. Da ist die ganze Gefühlspalette vertreten - von Stolz bis zu hoffnungsloser Verzweiflung und grenzenloser Wut ... ich erinnere an den Absturz und den Datenverlust im 2010.
An den Recherchen nach den ins Nirwana entschwundenen Verlusten arbeite ich immer noch. Und unser Compimann muss zuweilen viel Phantasie walten lassen, die Daten irgendwie zu verpacken und gerecht auf alle Konten, Abrechnungen, Bilanzen, Wertvermehrungen, Währungsdifferenzen usw. zu verteilen.

Mal abgesehen vom Totalcrash, hat frau dann irgendwann im herblich-septemberlichen Blätterrauschen das neue Programm soweit begriffen, dass es ab Anfang Dezember langsam schier Spass macht, mit dem viereckigen Werkzeug zu arbeiten. Die Bugs (Fehler) sind geflickt, mit den Unzulänglichkeiten hat man sich arrangiert und tritt nicht mehr jedes Mal ins unvermeidliche Fettnäpfchen, das Ganze wird so langsam transparent und am 31.12. ist einem dann klar: "Sodeli, ab jetzt wird alles besser".
Dieser freudige Ausschrei und das damit verbundene Hochgefühl dauert aber nur bis am 03.01. - in unserem diesjährigen Falle bis am 10.1.11. - und der neue Release ist fällig. Das Programm wird geöpdeitet! Veredelt! 1000 neue Funktionen! Anwenderfreundlich wie noch nie! Alles neu - alles intelligenter als je!

Na ja, vielleicht liegt es ja an meiner Intelligenz. Aber der Release-IQ steht irgendwie völlig diametral zu meinem Sternenzauber-Fränzi-IQ. Alleine das Wort UPDATE verursacht mir Schweissausbrüche und schlaflose Nächte. Dann kommt dann erst die Freude, dass die Fehlerquellen der letztjährigen Version wirklich und wahrhaftig ausgebügelt sind. Die Kinderkrankheiten sind geheilt. Um hernach mit Schrecken feststellen zu müssen, dass im übertragenen Sinne Mumps im Teenageralter viel heikler ist als in den Kindertagen!
Mit anderen Worten: Anstelle der alten Fehler gibt es neue Fehler. Und wieder tritt man in Fettnäpfe des XL-Formates.

Eventual-suizidale Anwandlungen gehen einem durch den Kopf, welche man dann aber sofort und ultimativ verwirft um sie in der gleichen Sekunde in hinterhältige Mordgedanken umzuwandeln. Wo ist der Geschäftssitz der betreffenden Computer-Programm-Firma? Wie heisst der verantwortliche Programmierer?
... und wo steht sein Auto ...?

Seit gestern fühle ich mich also wieder degradiert zum geistig zweifelhaftes Wesen (ok - ich gebe es zu, böse Zungen behaupten, dass dies nicht erst seit gestern so sei ... aber anyway ... *grins*), mir ist nach Geschirr zerdeppern und rumpöbeln. Selbstverständlich bewahre ich aber die Contenance und genaue Beobachter der Sternenzauber-Szene bemerken einzig und alleine, dass ich eine Spur blasser bin als sonst. Und das trotz Bronce-Pudersand aus der Sahara auf den Wangen! Tja.

Gestern kam ich überhaupt nicht zum Schreiben hier.
Heute schnell schnell mal über Mittag.
Der Abend verspricht Überstunden.
So ein Release will verstanden werden.

UND WER VERSTEHT MICH?!

Sonntag, 9. Januar 2011

RICHTIG? FALSCH? ODER EINFACH NUR ANDERS?

Lebensweisheiten.
Vielleicht weil der Sonntag ein locker-flockig-leichter Tag ist, vielleicht weil ich deshalb Zeit und Musse habe darüber nachzudenken, vielleicht weil das Leben täglich wieder Fragen stellt ... möchte ich heute ein mir wichtiges Thema beleuchten.

Ich bin ich geworden was ich heute bin, weil ich aus einer Familie stamme, in der der Vater bestimmt hat, was richtig und was falsch ist. Meine Mutter schloss sich dieser Meinung stets an ... selbst entgegen besserem Wissen und auch entgegen ihren Gefühlen. Das kleine Fränzi war noch keine 5 Jahre alt, als sich die Frage des RICHTIG und des FALSCH mir bewusst stellte. Ab da wurde ich zur Rebellin, zur Kämpferin und zur Architektin, Bauherrin meines eigenen Lebens, meines eigenen Willens und meines eigenen Wollens, meines Handelns.
Ich bildete mich ab da in dem Themen des Mensch Seins, der Gerechtigkeit, der Verantwortung und des Sinnes. Der Sinne.

Man sagt mir heute oft, es sei mein Naturell. Ich hätte da eine besondere Stärke, etwas Gegebenes in mir - vielleicht mag das so sein, ich persönlich meine, es ist harte Arbeit mit und an mir selber. Stetes Hinterfragen "warum ist das so - und wie könnte es anders sein, besser?". Eine gewisse Lockerheit, verbunden mit einem gewissen Urvertrauen und besonderer Liebe zu mir selber als Grundlage für eine besondere Liebe zu den Menschen um mich herum.
Dieser Blick hinter die Fassade - und das Zulassen der Blicke hinter meine Fassade - liessen mich Zeit seines Lebens die Kontrahentin meines Vaters sein. Er, eine bekannte und mindestens so in Frage gestellte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Er hat leider nie erfahren, dass mit Kraft, wirklicher Kraft, nicht das gemeint ist, was in den Muskeln steckt. Das Intelligenz, wirkliche Intelligenz, nicht ist, wenn man schlauer ist und sich in jeder Hinsicht Vorteile zu erschaffen weiss. Dass es wesentlich ist, ob Menschen einem achten, ehren weil sie Angst haben - oder, weil Sie Respekt haben ... man sich Respekt verdient hat. Recht kann man sich auch nicht erschreien.
Es ist noch nicht lange her, da hat meine Mutter mir verraten, dass ich der einzige Mensch war, vor dem mein Vater Respekt hatte. Trotz - oder wegen? - meinem spürbaren Gegenwind. Meinem Abschied mit 18. Meiner klaren Haltung.

Viele Menschen aus meiner Familie sind an ihm, den Umständen zerbrochen. Meine Mutter hat erst 10 Jahre nach seinem Tode ihr Leben zu leben angefangen, hat sich mittels einer guten Therapeuten ihr ICH zurückerobert, hat mit allen Kräften darum gekämpft endlich zu werden, was sie im tiefsten Inneren immer war.
Seither haben wir es richtig schön zusammen. Man begegnet sich auf Augenhöhe.

Richtig oder falsch lässt sich nicht befehlen - ich schliesse hier bewusst die Gesetze aus, daran gilt es sich zu halten und fertig.
Aber das was zwischen DIR und MIR passiert, da ist es unsere Aufgabe und Pflicht zusammen zu erarbeiten, was stimmt und stimmig ist. Und das, was Jede/r für sich selber verantworten muss, dass hat er / sie mit bestem Wissen und Gewissen zu bestimmen. Im Einklang mit dem Drumherum.
Was für den Einen richtig und gut ist, mag für den Anderen falsch sein. Und ...

... hiermit läute ich das aus meiner Sicht wichtigste UND des gegenseitigen Miteinanders ein: ES GIBT EIN "ANDERS".
Wer sein Handeln als das ultimativ richtige Handeln bewertet, der deklariert damit auch ein anderes Handeln als falsch. Dies lässt keine Diskussion, keine problemorientierte Lösungsfindung mehr zu. Sie teilt ein und verurteilt.
Das "Anders" können Menschen mit einem guten, gesunden Selbstbewusstsein zulassen. Ist man in sich selber unsicher, braucht man leider oft genug ein Urteil anderer. Je nachdem fällt das zu Gunsten oder eben zu Ungunsten aus. Was gleichzeitig auch wieder Sicherheit / Unsicherheit auslöst. Man fühlt sich verstanden oder unverstanden. Zweifelt an sich, dem Umfeld.

Daraus resultieren dann die oft unvermeidlichen Endlos-Grundsatzdiskussionen, in der die Gegenspieler sich wechselseitig und meist sogar gleichzeitig von ihrer Sicht überzeugen wollen. Dies endet immer und ausschliesslich in beiderseitig unguten Gefühlen. Der Eine vermeintlich der Sieger im Überzeugungs-Duell, der Andere vermeintlich der Verlierer. Dabei gibt es hier immer nur 2 Verlierer.

Heute weiss man schon viel mehr darüber; wer ein Gespräch - auch ein Streitgespräch - zu einem guten, lösungsorientierten Ende führen will, der bleibt in seinen Aussagen immer in der ICH-Form. Erzählt von seinen Gedanken, Gefühlen und Empfindungen, macht keine Unterstellungen und spricht nie von: "Du tust ... Du bist ... Du machst ... Du machst nie ... Du solltest".
Man lässt den anderen ausreden - sagt nicht: "Jetzt hast Du gerade gesagt ..." sondern fragt "habe ich Dich richtig verstanden, dass ...". Dies lässt Möglichkeiten und Wege zu. Weil oft aus Unverständnis Missverständnisse entstehen. Menschen in Verteidigungspositionen werden stets nur "die eigene Haut" retten wollen - und können nicht mehr die Lösung eines Problems in den Blickpunkt stellen.

Diese und anverwandte Themen sind mir so wichtig ... vielleicht weil ich persönlich oft damit zu tun habe (wer hat das nicht?). Vielleicht, weil ich jahrelang in der Gewaltprävention gearbeitet habe, vielleicht weil ich jahrelang mit suizidgefährdeten Menschen zu tun hatte. Vielleicht weil Menschen mein Hobby sind. Mir mein Wissen und meine Neugierde noch viel mehr wissen zu wollen, mir Möglichkeiten eröffnen. Vielleicht, weil ich - unter anderem - ohne diese Grundlage das letzte Jahr nicht schadlos überstanden hätte ... und mich zusammen mit den Menschen die ich liebe, den aktuellen Herausforderungen stelle. Im Wissen: "Es chunnt scho guet!". "Alles wird gut".
Und ... ich liebe das Leben! Die Menschen.

Ich lerne jeden Tag - unter anderem auch hier, in euren Blogs.


DAFÜR: DANKE!

Samstag, 8. Januar 2011

FREIE FAHRT FÜR FREIE BÜRGER!

Warum ich heute so spät dran bin?
Weil wir den grenzüberschreitenden Grosseinkauf endlich in die Realität umsetzen konnten!
Kaspar, Melchior und Balthasar haben sich verpisst ... ähhh ... haben sich vom Acker gemacht und der Weg in die Einkaufsgeschäfte ist wieder eben und frei von sämtlichen heiligen 3 Königen.

So nahmen wir dann kurz vor dem Mittag die Stunde Fahrt unter die Räder und schunkelten, pfiffen, freuten uns wie vorgestern auch schon. Na ja, das mit der freien Fahrt für freie Bürger ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Wir reihten uns nämlich schon kurz nach Thun in die Schlange der Autofahrer, welche heute die Ferien abschlossen, ergo die Rückreise antraten. Unsere Wilhelmine mit CH-Nummer war eines der wenigen Schweizer Kennzeichen unter all den Holländern, Deutschen und Franzosen.
Aber das konnte unsere gute Laune nicht schmälern!

Erst mal führte uns der Besuch zum Griechen. Griechen - also auch griechische Restaurants - haben wir nämlich in der Schweiz nicht / kaum. Dabei mögen wir diese Küche so gerne! Die frische Tomatensuppe mit den Stückchen, der feine Salat und das Schnitzel an Metaxasosse war einfach der Hammer! Bei Bouzoukiklängen, unter Bildern mit weissen Häusern und blauem Meer, zwischen Statuen griechischer Götter und Göttinnen, genossen wir das Intro zu unserem Einkaufsbummel.

Die nächsten Stunden verbrachten wir dann damit, die lebensnotwendigen Klein- und Grossigkeiten einzukaufen. Sohn 2 hatte den überaus dringlichen Wunsch geäussert, dass wir AXE TEMPTATION mitbringen - "bitte Deo UND Duschgel. Ich will, dass es genau so wird wie in der Werbung". Auf meine Frage, wie es denn in der Werbung sei, erzählte er ganz träumerisch ... "weisst Du, da sprüht sich ein Mann mit Temptation ein - und verwandelt sich in einen Schokolademann, nach welchem alle Frauen gieren". Sagt es und grinst verschwörerisch.
Wir haben ihm je 2 Stück davon mitgebracht. So einfach wird man als Eltern nicht schnell wieder zum Spassbeschleuniger!


Unser Tag war richtig schön - und das wegen ein paar Rollen weichem Klopapier, Duschgels und Berge von Pelati, nativem Olivenöl und Hartweizengriessteigwaren in allen Formen. Find ich gut! Es muss nicht immer "das Grosse" sein ... oh nein ... auch die kleinen Dinge des Lebens werden, wenn man sie denn ein bisschen aufmotzt und zum Beispiel aus einem profanen Einkauf einen fröhlichen Ausflug macht, zu kleinen Highlights.
Tage sind nicht nur das was sie sind, sondern was wir daraus machen.

Warum ich jetzt schon wieder aufhören will?
Weil wir all das Zeug nun verräumen müssen!




IHR VERSTEHT?

Freitag, 7. Januar 2011

AKTION "RETTET DEN TAG"

Unseren 06.01.2011 galt es zu retten. In jeder Hinsicht.
Wie gestern hier zu lesen war, hinderten die 3 Könige und deren Feiertag uns am Einkauf jenseits der Grenze im Euro-Schlaraffenland.
Daran hatten wir ja echt zu knabbern. Eine peinliche Geschichte.
Wer schuld an der Misere ist, haben wir bis jetzt noch nicht eruieren können. Mal abgesehen von den 3 Königen, die ja der Grund des ganzen Übels sind.
Katerli-Schätzu und ich breiten gegenseitig den Mantel des Schweigens darüber.

Jedenfalls war der Einfall, uns dafür und als Trost (und weil wir sowieso ganz dringend... und allgemein und überhaupt und sowieso ...) im blau/gelben Möbelhaus abzulenken ein prima Einfall. Hatte ICH den jetzt? Oder dachte der Kater als Erster daran?
Anyway. Wir tuckerten also Richtung IKEA. Wunden leckend.

Da es gerade eh um die Mittagszeit war, lächelten die Kottbüllars uns nicht vergebens an - wir erlagen der verlockenden Verführung. Leckerrr! Anschliessend flanierten wir mit dem grössten Rollwagen den wir finden konnten durch die Gänge des Elchenhauses. Frustig wie wir waren, hatten wir nämlich auf der Heimfahrt aus dem feiertäglich gesperrten Deutschland beschlossen, unserem Gäste- / Büro- / Chaos- / Wäsche- / Ablage- / Bügel- / Kleinkramzimmer endlich den Touch zu verpassen, der angebracht wäre. Aus der "Abstellkammer" ein heimeliges, gemütliches Zimmer zu gestalten, welches nicht entschuldigend dem Gast angeboten werden kann. Eine kleine, feine Wohlfühloase mit Ferienfeeling.
Die Sache nahm auch sofort Form an - und den uns eigenhändig erteilten Auftrag wickelten wir zur vollsten Zufriedenheit aller Anwesenden ab. Sage ich. Sagt der Kater. Sagt die Geschäftsleitung IKEA. Das Geschäftsjahr 2011 - so viel lässt sich seit gestern sagen - sei gerettet. Lies die Konzernleitung verlauten.
Wir haben ergo erstanden: ein silbergraues Bettsofa RÄNSTA mit knallroten Kissen und entsprechende Wandtattoos im blumigen Design. 2 x BENNO-Regaltürme in weiss und rot. 2 Schränke PAX BIRKELAND mit noch zu bestimmendem Innenleben, diverse Rollregale mit Auflegeregalen EXPEDI und einen schönen Spiegel, dessen Namen ich vergessen habe.
Dazu Kleinkram wie Bilder, Blumen, Pflanzen, Lampen, Kerzen, Kisten und Kästchen, Doppel- und Dreifachstecker, Glühbirnen, Bettwäsche, kleiner Teppich, viele kleine Dinge mit Ös, Üs und Äs ... undundund ... versteht sich von selbst.

Da gestern wohl wieder mal die ganze Schweiz sich im besagten Möbelhause eingefunden haben musste, ruckten wir letztendlich (nach Stunden) millimeterweise gen Kasse. Mittlerweilen mit 1x grossem Karren (ich am Steuer) und 1x weiteren grossen Schiebedingsbums (Katerli Schiebe-Chef). Legten auf das Band, was aufs Band gelegt werden konnte, scannten die grösseren Dinge direkt an der Kasse, schoben Kreditkarte ins Kästchen und wurden dann entschuldigend angewiesen, alles wieder in die Karren zu packen und an der Kasse nebenan das gleiche Prozedere nochmals zu starten.
Der Kreditkartenleser war alle. Futschikato.
Feierte wahrscheinlich 3-Königs-Tag im Grenzgebiet Weil am Rhein ...

Gefühlte Tage später schluckte dann der Kartenleser an der Nebenkasse problemlos die Kreditkarte ... und ich schluckte auch. Ich würde eh meinen, dass man sämtliche IKEA-Kassen mit Defibrillatoren zur Reanimation ausrüstet. Eventuell wäre es sogar angebracht, Erste-Hilfe-Posten mit Sanitäter zu bestücken. Und auf jeden Fall sollte ein erfahrener Seelsorger vor Ort sein.
Ein Herzstillstand kommt manchmal schneller als man denkt! Ebenso eine existenzielle Lebenskrise! Schnappatmung! Komatöse Ohnmachtszustände! Eheprobleme!
Echt! Glaubt mir! Mit Schock- und anderen Zuständen ist nicht zu spassen.

Finanziell gesehen bleibt uns für den Rest des Monats schier nur noch das Pack Knäckebrot aus dem Vorrat. Mit viel Glück findet sich nebst Weichspüler eventuell eine Büchse Pelati und ein Pack Teigwaren. Eventuell noch ein Kaugummi. Das muss reichen!
Im übrigen haben wir eh gar keine Zeit zum essen. Wir planen A) die Räumung des Kellers, B) das Verschieben Inhalt Dies-und-Das-Zimmer in den Keller, C) Zusammenbau der IKEA-Möbel (Halleluja!) und letztendlich Einrichten und Fein-Tuning. Die nächsten Wochen Arbeit sind somit gesichert. Was würden wir sonst mit all der ganzen, schönen, unbegrenzten Freizeit anfangen? *UUUPS*

(Unter D) wäre vielleicht noch die Zeit der Rekonvaleszenz anzufügen. Noch oben offen ...! Wir schweigen aber darüber)

Somit kann ich - mit Schweisstropfen auf meiner Denkerstirn - freudig vermelden:

AKTION "RETTET DEN TAG" = VOLLTREFFER!

Donnerstag, 6. Januar 2011

KLOPAPIER UND SO

"Schreib auf ... also auf jeden Fall Klopapier. Tonnenweise!"
"Aber nur das Gute, gell, ich glaube 15 Lagen, in Kamille mariniert und mit Aloe Vera überzogen. Unbedingt das mit den Schmetterlingen auf dem hoheitsvollen Beige. Gell!"

Und dann brauchten wir noch flüssige Handseife, Deo, Duschzeugs und Erkältungsbad. Badetee (Jasmin und Hibiskus), Badesalz (Love Letters). Zahnpasta. Nein, keine Ü40 Zahnpasta!
Shampoo. Nein, kein Ü40 Shampoo!
Body-Lotion. Nein, kein ... Himmelherrgottnochmal!
Handcrème! Neeeeeein ... ach lassen wir das!

Nehmen wir lieber vom Anti-Age-Zeugs. Das in diesem gedeckten grau/dunkelrot Design. Mit der Extra-Reichhaltig-Sonder-Luxuspflegeformel für anspruchsvolle Zähne. Anspruchsvolle Haare. Anspruchsvolle Hände. Anspruchsvolle Haut.
Anspruchsvolle Menschen. Wie er und ich.
Wer meldet sich freiwillig zur illustren Runde?
Haaaalllloooo?
Ist denn hier Keine/r Ü ... ähhh ... anspruchsvoll?
Haaaaaaaaaaaaaalllllllllllooooooooooooooooooooooo!?
Ok.
"Schaaaatz, ich will künftig nicht mehr so anspruchsvoll sein ..."
*SCHLUCK*

Ihr wisst gar nicht, worum es geht? Leute! Ist doch klar wie Klossbrühe ... wir gehen wieder mal über die Grenze einkaufen. Fressen unter dem Zaun durch. DM und Aldi satt für Alpenländler. Wie mag ich das! Also nicht das unter dem Hag durch fressen, nein - das nach Deutschland rüber einkaufen gehen. Hat immer ein bisschen was von Ferien. Und dank dem momentanen Eurokurs werden die deutschen Lande zum beliebten Schlaraffenland für unter-dem-Hag-Durchfresser wie wir es sind!

So haben wir dann gestern beim Chef einen freudig-lockeren Freitag eingegeben und bewilligt bekommen. Jabadabadoo. Vorfreude! Haben schon gestern Abend unsere 7 Sachen fertig gepackt - das heisst, Tüten und Leergut vom letzten Schlaraffenlandbesuch in die Diele raus gepackt. Extra früh in die Federn, sind heute Morgen extra früh aufgestanden, damit wir den Tag auch so extra richtig ausnützen können. Unterwegs extra lecker frühstücken. Dann shoppen nach extra Lust und Laune. Anschliessend Mittagessen beim Chinesen im Rheincenter und dann lockeres nach Hause fahren gegen Abend.
So stellten wir uns den Tag vor.

Die ersten Punkte haben wir auch pflichtbewusst gehändelt: Früh ins Bett gestern Abend. Wecker auf 06.00h gestellt - also fast wie immer. Die Vorfreude so richtig genossen. Ab ins Auto und los auf die Autobahn Richtung Weil am Rhein. Unterwegs gepflegt einen Kaffee und Gipfeli uns einverleibt, an der Grenze der Schweiz TSCHÜSS gesagt und Deutschland mit einem HALLO begrüsst. Haben auf der Hinfahrt zum Rheincenter die Lieder von Radio Regenbogen mitgesungen, zeitweise sogar geschunkelt. Was für eine Laune an solch einem Freudentag!
What a day!

Und dann war alles auch so schön leer in den Strassen. Wir haben Glück! Dachten wir. Das frühe Losfahren hat sich echt gelohnt.
Rheincenter wir kommen! Sind wohl die Ersten heute! What a feeling! Stellt euch vor, wir waren so früh da - die hatten noch nicht mal aufgemacht. Der frühe Vogel frisst den Wurm! Welt - wir sind da!

Wir waren dann noch lange da. Also richtig lange. Standen vor dem Center und warteten. Und warteten.
Bis dann irgendein nettes Menschenkind - das Mitleid mit solch Gestrandeten wie uns hatte - an die Scheibe des Autos klopfte. Ich öffnete und grüsste freundlich. Der Herr grüsste zurück und meinte: "Also falls Sie heute hier Einkaufen gehen wollen, dann haben Sie Pech." "HÄ??". "Es ist Drei-Königs-Tag, ein offizieller Feiertag und alle Läden geschlossen."

Auf der Rückfahrt war es ziemlich still im Auto. Wir haben nicht gesungen. Auch nicht mehr geschunkelt.
Die Stimmung war irgendwie .... sagen wir mal .... inexistent.
Jetzt sind wir bereits wieder zu Hause. Wir wissen Beide noch nicht, wer jetzt die Schuld tragen muss. Beide sind wir kleinlaut. Und zerknirscht. Irgendwie haben wir jetzt intensiv dieses Ü-Gefühl. Ihr wisst schon.
Ich schreibe auf die Liste - für den nächsten Eventual-Einkauf am Samstag (kein Feiertag..?) - schon mal so Ginko-Tabletten. Die sollen ja Wunder wirken, in Bezug auf Gehirnleistung, Gedächtnis und so.
Vor allem brauche ich jetzt dringend was für das "und so".

Unseren Frust ersäufen wir jetzt übrigens bei IKEA. Uns ist plötzlich in den Sinn gekommen, dass wir ganz viele neue Möbel brauchen. Jawoll!
Deshalb muss ich jetzt auch los und kann nicht mehr weiter schreiben. Ihr versteht.
Nein, IKEA hat heute geöffnet. Nur in den katholischen Kantonen nicht.
Kirchberg ist für Leute wie ihn und mich.
Nicht katholisch.

OH MANN!

Mittwoch, 5. Januar 2011

LIVE VON DER WETTERFRONT

Nichts Böses ahnend, nuckelte ich gestern Abend meinen Latte Macchiato und liess mir die momentane Wetterlage von der allseits beliebten Schweizer Fernsehsendung METEO erklären.
Nur als Info kurz der Erwähnung wert: Nein, Herr J.K. hat da nie gearbeitet. Sonst wäre METEO ja auch nicht so beliebt. So viel dazu.
Nun zurück zum Wetter:

Da erklärte mir die nette Wetterfee lächelnd, dass ein Ausläufer des Tiefs Benjamin in den nächste Tagen die Schweiz erreicht. Dann reihte sie noch so ein paar Männernamen in das Geplauder, um abschliessend zu erwähnen, dass dieses Jahr alle Tiefs männliche Namen haben, während alle Hochs nach der holden Weiblichkeit benannt werden.
So weit, so gut - fand ich. Völlig berechtigt. Spreizte die Federn und machte den Pfau ... ähhhh ... beziehungsweise die Pfauin.
Nach all der Scheiss-Kälte endlich eine gute Nachricht, welche mein Gemüt erwärmte. Meine Gedanken drifteten dann ab in Richtung "Sternenzauber-Fränzi, was möchtest Du wettermässig sein?".

Also ich, ich wären gerne die Hochdrucklage in Person! Mindestens aber ein Azorenhoch. Eine laue Brise. Eine eindrückliche Warmfront. Ich wäre gerne so Wetter, bei dem man die Jacke auszieht, sich ins Strassencafé in die erste Tischreihe hinsetzt und die vorbeieilenden Menschen anlächelt. Kaffee trinkt, Zeit hat. So genau richtig in der Temperatur ... ein Sommertag ohne exzessives Schwitzen. Bloss einfach ... schöööön. Angenehm. Lange Abende, draussen sitzen. Nächte die einem schlafen lassen - keine Tropentemperaturen. Lachende Sonne. Als Begleiterscheinung farbige Blumen, muntere Schmetterlinge, fröhliches Sein, pfeifende Menschen.

Ergo googelte ich - mein Katerli-Schätzu hatte eben erwähnt, es hätte da mal was gegeben mit dem Namen Franziska. Ich lächelte während ich googelte. Noch. Was ich dann da lesen musste:
"Vorhersage für den Samstag: Nachdem bereits die Schlechtwettertage von Norden her kommend für viel Wirbel und heftigen Sturm gesorgt haben, erwartet das kurpfälzische Siedlerland am Samstagmittag das Sturmtief Franziska".


Die Kandidatin hat 100 Punkte.
Ich bin also ein Sturmtief. Bitte!?! Also neeee ....!

Doch mein Ehrgeiz wollte sich mit diesem Sturmtief nicht zufrieden geben. Wenn schon Sturm, dann aber richtig ... was Kraftvolles, was mit Pfupf und Drall und Boing!
Meine gewagten Vorstellungen gehen in Richtung: Wirbelsturm, Hurrikan, Taifun, Orkan. Tiefenausläufer inklusive - versteht sich von selbst. Mit Druckabfall und allem Drumherum.


Aber eigentlich will ich doch nicht TOBEN, sondern LEUCHTEN!
Das Leben ist kein Ponyhof ...

Etwas zerbröselte in meinem innersten Fränzi - und so befragte ich denn erst mal den Katerli-Schätzu: "Sag mal - wenn DU Wetter wärst ... was wärst Du dann gerne? Eher so was stürmisches, oder mehr in Richtung sonnig und wolkenlos? Vielleicht willst Du ja sogar eine dieser originellen Windhosen sein? Komm, sag mal!"


Der Kater - sehr entrüstet und sich aufplusternd: "Also wenn Du jetzt auf das Chili con Carne vom letzten Wochenende anspielst, dann ..."
...NEIN! Aber Katerli! Wie kannst Du nur glauben, dass ... also nein aber auch!
Habe dann das Thema fallen gelassen. Sofort.

Und mich wieder den Bedürfnissen in mir zugewandt. Mit dem Sturmtief konnte ich mich einfach nicht anfreunden. Was ein Sternenzauber-Fränzi ist, googelt weiter. Unter "Fränzi", unter "Franziska" und "Sternenzauber".
Leute, hätte ich mir das aber bloss nicht angetan.
Das niederschmetternde Resultat meiner ernüchternden Recherchen teile ich euch hiermit unter seelischen Qualen in Richtung Depression infolge Abwertung meiner Persönlichkeitsstruktur mit:
Aus mir wird nie eine Warmfront ... selbst das Sturmtief Franziska war nur eine 1-Tages-Show - gesichert ist einzig und alleine die Tatsache, dass wettermässig gesehen die Franziska bloss ein ... und jetzt haltet euch fest ... unwesentliches Randtief ist und bleibt.
Das kratzt mein Selbstbewusstsein jetzt aber doch existenziell an.
Jeder hat sein Hochdruckgebiet. Mindestens aber eine exorbitante Schlechtwetterfront.
Bloss ich wieder nicht!

KENNT JEMAND NE GUTE SELBSTHILFEGRUPPE?

Dienstag, 4. Januar 2011

IRGENDWIE SELTSAM

Was um aller Welt denken die sich dabei?
Wobei ... Denken ist Glückssache! Echt!

Weil: Im Augenblick kriege ich sowohl auf meinem privaten Mail-Account wie auch in der Firma viele viele Mails von Leuten (eine etwas kritisch zu sehende Gattung Mensch), welche wohl ihren Kopf alleinig dazu haben, weil sie sonst das ganze Stroh in den Händen tragen müssten.
Anders kann ich es mir nicht erklären, wieso ich zum Beispiel nachfolgende Mail heute fand:

"Es ist offensichtlich, dass Sie werden ab zahlen so viel für die echten Sachen gerissen."
Dann standen da noch so Knallerbegriffe wie TISSOT / OMEGA / RADO / PHILIPPE PATEK und so weiter.
Hey - echt super! Ich kann mich kaum zurück halten, meine Begeisterung macht grad die La Ola-Welle! Muss ich haben! Ich hätte doch so gerne ab zahlen so viel für die echte Sache gerissen. Capito?

In einer Garage arbeiten viele Männer. Darum wohl die tröstenden Worte von Herrn Dr. Professor Antonius Freud, der uns freundlicherweise folgendes Angebot unterbreitet:
"Blauepillen! Tablette fuer die schon ab extrem guenstig 8 Euros - vergeesen sie ihr traurig! Frau hart!"
Neneneeee. Herr Dr. Prof. Antonius Freud - Frau schüttelt Kopf und rollt Augen. Und sonst gar nix!

Und dann will man uns auch noch das Pay-Pal-Konto canceln! Einfach so!
"Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten Sie höfflich daran erinnern dass Sie Ihren Online-Konto überprüfen müssen. Panne hat.
Um weiterhin unsere Dienst ununterbrochen dürfen zu können, durfen wir Sie bieten Ihre Daten zu aktuallisieren.
Bitte melden Sie sich an und folgen Sie die Anweisungen. Senden Sie uns unter Ihre Mailadresse den entsprechendes Paswort, Adresse, Weltdatum, Telefonnummer, Bankkonto und die PIN Code. Schnell machen Sie sich urgent, da wir uns sonst leider gezwungen sein, Ihr Mail Sicherheitsgründen zu schliessen."
Wer das schrieb, wirklich Panne hat. Grosse Panne. Aber so was von!

Die englische Landeslotterie teilt mir mit, dass ich aus ein paar Millionen Internetadressen als Gewinnerin ausgelost wurde und mehrere Millionen Euros jetzt mein Eigen nennen darf. Insofern ich wieder mal all meine Eckdaten, wie Pin-Cöders und BH-Cup-Grösse angebe.
Seither wandle ich wie Gollum aus Herr der Ringe freudetaumelnd in der Gegend rum und flüstere heiser erregt: "Mein Ssssssschattttzzzz".

Abnehmen soll ich auch. 18 Kilo in 2 Wochen. 5 Wochen - und mich gibts nicht mehr! *SCHREI!*

Und Herr Abdul Müller-Meier ist ein Gönner vor dem Herrn. Ein Bankdirektor mit Herz. Stellt euch vor - er will mir die Hinterlassenschaft des einsamen Südafrikaners (welcher beim Absturz eines Flugzeuges ums Leben kam und leider keine Verwandtschaft hat, die am Grabe trauerte und sich am Geld labt) auf mein Konto überweisen. Insofern ich ihn mit 10% Prozent an meinem Glück beteilige. Was für ein Gutmensch!

Zu guter Letzt die flotte Jekatarina. Sie will geile gute Fotos schicken. Weil sie mich so enorm männlich findet. Hat meine Mailadresse über Freunde bekommen - nach langer Suche. Nachdem sie mein Profil auf Facebook entdeckt und sich sofort in mich verliebt hat.
Leute, sagt mir bitte die Wahrheit ... sehe ich in der pinkfarbenen Bluse wirklich so männlich aus? Falls das so ist ... ich stürze mich aus dem Fenster! Nein!

Und ich will keine Luxusuhren! Keine blauen Erektions-Bomber! Wir haben gar kein Pay-Pal-Konto! Ich hab nie in einer Landeslotterie mitgespielt Will keine Südafrika-Millionen und schon gar nicht will ich Jekatarina kennenlernen!
18 Kilo in 2 Wochen? Da mutiere ich ja zum Schrumpfkopf!
Lasst mich jetzt bloss in Frieden!
Mensch!

HIIIILFE!

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