Dienstag, 15. Dezember 2009

FROSCHKÜSSE, PATENKINDER UND MANNERTRÄNEN‏

Gestern war ein toller Tag! Wowhh! Mein Patenkind Sabrina und ich feierten mal wieder richtig gemütlich Weibernachmittag! Es war erst nicht ganz sicher, ob die Arbeit in der Firma einen freien Nachmittag zulässt ... aber es stellte sich zumindest nicht als Nachteil heraus, dass Chef auch noch gleich der Paps von Sabrina ist.

Und so haben wir uns dann am Mittag auf die Socken gemacht.
Man muss nicht zwingend Hellseher sein um zu wissen, was Mädchen mit 7 Jahren um die Mittagszeit tun wollen ... sie wollen schnurstracks die nächste Hamburgerbude ansteuern und gepflegt ein Happy Meal ("Fanta bitte ohne Eis, den Tschiiisbörger mit viel Käse - und welches Spielzeug gibt es heute??") verdrücken gehen.

Pädagogisch und ernährungstechnisch jetzt natürlich keine Meisterleistung meinerseits - aber ich bin die Patin und darf sowas. Wenn schon Weibernachmittag, dann richtig! Sabrina und ich geniesse das jeweil sehr!
Den Weibernachmittag, meine ich.
So fuhren wir dann also aufgrund der beissenden Kälte bis schier vor den nächsten Mäck. Jeder Schritt zuviel an dieser Eiseskälte wäre gestern einer zuviel gewesen. Sabrina fror nämlich so gottjämmerlich, dass sie mit beiden Armen aus den Jackenärmeln ausfädelte und sie ganz eng am Körper hielt. Das war ja mal ein Bild ... ich schleifte das Kinde am schlaffen Jackenärmel über die Strasse ... die bemitleidenswerten Blicke, welche vor allem dem armen Kinde galten, veranlassten mich dann aber, Sabrina von meinem Kindererlebnis zu erzählen. Als ich damals, wie sie, die Arme am Körper hielt und sowas von elendiglich platt aufs Gesicht knallte und noch lange Zeit Spass an den Schürfungen und der AUA- Nase hatte .... weil eben die Arme zum Abstützen in so einem Augenblick fehlen.
Ok, Sabrina fuhr dann die Arme wieder ein und wir wollten gerade die uns seit Jahren bekannte Börgerbude entern ... als wir die erste Ueberraschung erlebten: Kein Mäck mehr da! Geschlossen! Und das schon seit August, wie ich aus zuverlässiger Quelle entnahm. Oha! Ein Mäck der nicht rentabel war ... ich finde diese Nachricht gar nicht mal so schlecht. Ist doch noch nicht alles verloren? Es lässt zumindest eine gewisse Hoffnung zu!

Nun denn, so wackelten wir im Eilschritt die Stadt runter zum nächsten Lokal dieser Spezies - welches dann uns das Gewünschte auch bot.
Irgendwie geniessen es Kinder (kleine, mittelgrosse und ganz grosse) ausgesprochen, hemmungslos Extremketchuping zu betreiben, die Hamburger platt zu drücken sie so richtig matschig quer zur Faser in den Mund zu stopfen ... probierend, ob man den ganzen Hamburger auf einmal schafft.

Sabrina macht das ein bisschen anders: Sie klappt die Matsch-Pappdeckel auseinander, schaut nach ob auch alles da ist:
Gurke/OK, Zwiebeln/OK, Senf/OK, Ketschöp/OK, Fleisch/OK. Wenn für gut befunden, wird erst mal die Gurke gegessen, der Finger in die rote Sosse getunkt und diese degustiert - anschliessend kann bedenkenlos genossen werden. Herrlich, diese Neugierde von Kindern!

Als Sabrina dann alles bis auf den letzten Krümel verputzt hatte, machten wir uns auf den Weg in die nächste Bücherei - Kultur war angesagt! Sabrina kann schon lesen - will aber nicht. Ich als absolute und eingeschwore Leseratte möchte natürlich, dass mein Patenmädchen ebenso wird. Weil ich weiss, wie wunderbar einem die Bücherwelt bereichern kann.
Sie suchte nach einem Buch mit möglichst vielen Bildern - ich tendierte eher zu Text. Gefunden wurde eines mit Bildern UND Text - und dem nicht zu unterschätzenden, knallpinkbonbonfarbenen Einband mit den Glitzersternen drauf. Wobei dieser durchaus nicht nur meiner Sabrina gefiel...., ihr habt es geahnt - oder?

Gestärkt in Leib und Seele gings es dann los ins Kino. "Küss den Frosch" war angesagt. Ich freute mich mindestens so sehr wie Sabrina - Disney-Filme ... handgemalt ... ein Genuss in jder Hinsicht.



Wir haben uns die besten Plätze erkauft - war auch nicht weiter schwierig, wir waren die Ersten. Und nach uns kamen bloss noch 2 Männer so um die 40zig. Zwei ausgesprochene Hünen, der eine sogar 1.92m gross, ein Berg von Mann. Richtige Kerle - würde man es so sagen wollen.
Will ich eigentlich nicht, weil sich "richtige Kerle" für mein Verstehen anders definieren - aber zur Versinnbildlichung ein passender Ausdruck.

Der Film war übrigens einfach bezaubernd! Er bietet alles für die hoffnungslose Romantikerin und noch mehr für mitten im Leben stehende Frauen. Die Musik ist mitreissend - ganz besonders beeindruckt Louis, der Trompete spielende Alligator. Zu Herzen geht der verliebte, dem Alkohol nicht unbedingt abgeneigte, Cajun-Glühwürmchenmann Ray.
Ich sage euch .....



Während Sabrina am Ende der Filmes den Mund nochmals mit Popcorn füllte, den letzten Rest Fanta schlürfte und sich dann gleich die Jacke überwarf - hatte ich noch damit zu tun, meine Tränchen der Rührung zu trocknen, leise zu seufzen und war noch völlig im Banne des Happy-Endes.



Allerdings war ich nicht alleine. Die beiden Kerle - welche ich mit tränennassem Seitenblick im Visier hatte - verteilten gerade noch die letzten Tempo's unter sich, wischten die feuchten Spuren auf den 3-Tage-Bart-Wangen weg und schneuzten sich heftig.
Beim aus dem Kino gehen blinzelten wir "Grossen" uns zu, Tränchen hingen noch in den Wimpern.

AUSSER BEI SABRINA :-)

Montag, 14. Dezember 2009

KATERCHENS SCHIER EROTISCHE KOCHKÜNSTE

An und für sich hätte es eigentlich so sein müssen - dass mein Liebster gestern mit sexy Lendenschürze in der Küche stehend, im Lichte der flackernden Kerzen eines 6-armigen Leuchters, eine Arie im dunkelsten Bariton schmetternd, seine imposante Heldenbrust stolz geschwellt, die Lockenpracht mit einer lasziven und trotzdem energievollen Bewegung nach hinten rieseln lassend - die Huldigungen von uns entgegen nimmt.
Wir hätten - leise Bewunderungen murmelnd - den Boden küssen müssen, auf welchem seine Füsse stehen. Wir hätten dankbar, demütig und stillschweigend die uns zugewiesenen Plätze belegend, beim Tischgebet Gott danken müssen, dass sowas wie ER sich unserer Familie angeschlossen hat.

Oh Leute .. wenn ihr wüsstet. Wenn ihr hättet kosten dürfen ... ! Ihr würdet dieses Hohelied auf Katerchen verstehen, kämet ihr einmal in den Genuss seiner Kochkünste.

In Tat und Wahrheit ging es aber wie folgt von statten: Es war so, dass Schätzu in seiner sonntäglich-ausgebeulten Freizeithose (... davon hatten wir es ja schon mal ...) und dem ehemals dunkelroten Shirt - welches aber infolge Kochorgie die Farbe der diversen Gemüse, den Staub vom Mehl, Weintropfen, Milchspritzer und Kartoffelstärke angenommen hatte - uns, seine Familie, zum Tische bat.
Kleine Schweissperlen auf der Stirn, breites Schmunzeln, einladende Handbewegung inklusive. Infolge seiner am Samstag getätigten Vorarbeiten und den kochtechnischen Duftereignissen seit Mittag, stürmten wir dann um 19.00h die Küche. Warfen uns förmlich auf die Stühle, streckten - kämpfend um die Poolposition - ihm zwecks Befüllung unsere Teller hin. Wir hielten es glattweg nicht mehr aus! Dieser Duft! Diese Würze in der Luft! Dieser Hunger!
Wir - das waren gestern übrigens: ich, das Katerchen, Sohn Max und unsere Schierfastschonschwiegertochter. Schade, echt schade, dass Sohn Moritz dieses lukullische Highlight verpasst hat. Gut für uns - es hatte mehr!

Katerchen verbrachte bereits am Samstag etliche Stunden mit den Vorbereitungen. Er liess es sich nicht nehmen, beim Fleischer selber das Stück Rindsbraten auszuwählen, er kaufte mit Bedacht und eingehender Qualitätsprüfung das benötigte Gemüse, nahm sich Zeit für die Wahl des Rotweines zur Marinade, sorgsame Abwägungen in Bezug auf Bouquet und Harmonie treffend. Darin ist es stilsicher wie kein Anderer.
Dann schritt er zur Arbeit: Gemüse klein schneiden. Unglaublich - ein Wunder, dass er nicht noch mit dem Gemüse spricht! Es hat was von Sinnlichkeit, ihn kochen zu sehen. Wie er die Augen schliesst wenn Düfte seine Nase streicheln, wie sich seine Nasenflügel blähen. Es macht mich schier eifersüchtig wenn ich zuschaue, wie er mit dem Finger leicht auf die Marinade tupft und diese dann mit einem "mmmmh!" wegleckt. Wein wird vorher nicht einfach nur probiert - er wird verkostet, degustiert, gewertet. Auf der Zunge in seine Bestandteile zerpflückt. Dann mit einer weichfliessenden Bewegung dem Gemüse zugeführt.

Soll ich euch wirklich erzählen, wie er dann noch die Kartoffelklösse bereitete? Nein! Ich lasse es sein, Leute. Ihr würdet unbedingt unsere Adresse ausfindig machen wollen, wir bekämen im Fernsehen unsere eigene Kochsendung und wären gezwungen Autogrammkarten zu drucken.
Ich müsste zudem diese Geschichte der Zensur unterwerfen oder bei den Geschichten Ü18 einstellen!! Wie er diesen Teig knetet und formt - Himmel!!!!!
Vom Rotkraut schweige ich ganz und gar. Ich sage nichts dazu. Fragt mich bitte nicht! *LEISES STÖHNEN*
Ich hab mir aber die lebenslange Option gesichert, den Topf auslecken zu dürfen.

Heute habe ich ihm des Nachmittags kurz mal die kleine Zwischenfrage gestellt: "Na, wird es was..?" Er hat mir daraufhin erklärt, dass der Braten jetzt seit 3 Stunden von der "Essenz der Düfte umschmeichelt werde" und er annehme, dass das Essen ganz lecker wird. Die Untertreibung des Jahrhunderts!!
Ohne es jetzt wirklich belegen zu können - aber ich bin mir sicher, dass die gesamte Nachbarschaft heute Nachmittag irgendwann auf den Balkon, in den Flur, aus der Wohnung getreten ist, um die Nase schnuppern in diese Duftsensation zu halten, welche über einem weiträumigen Gebiet im Berner Oberland lag.
Es wurden einem die Knie weich, der Magen knurrte und dem einen oder anderen wird der Speichel aus dem Munde getropft sein.

Oh! Und erst der Moment, als die erste Gabel voll der Herrlichkeiten die Geschmacksnerven im Munde erreichte! BOAHHHHH! Ein Knaller, Silvester im Mund, Samba der Geschmacksknospen, kulinarische Eruptionen! Der Wahnsinn! Dieser Genuss!



Ok - es gab ein kleines Zwischentief auf hohem Niveau ... die Kartoffelklösse behielten nicht wirklich ihre ursprüngliche Form ... und so gab es dann dafür leckere Hausmachernudeln. Wen störte es? Uns nicht! Wir schnabulierten wie die Weltmeister.
Resumé: In der eigenen Kochsendung wird er wohl dann die Herstellung von Klössen nicht live zeigen, es wird eine Aufzeichnung geben.

Schätzu findet meine Darstellung leicht übertrieben - aber dies sei mir A) zugestanden und B) der künstlerischen Freiheit unterstellt.

So sieht also mein Versuch aus, euch bei uns um den Küchentisch zu scharen. Diese kleine Geschichte ist meine Möglichkeit, euch daran teilhaben zu lassen.
Und sollte jemand jetzt Hunger gekriegt haben ...

... GUTEN APPETIT!

Sonntag, 13. Dezember 2009

LANDUNG AUF RHODOS: IN 1er SEKUNDE!



Angefangen hat es ja eigentlich schon vorgestern.
Auf die Glühweingeschichte hin, hat sich in den Kommentaren eine ganz liebe Freundin aus Rhodos gemeldet und erzählt, dass es auf Rhodos keinen Glühwein gibt und ihr jetzt aber danach wäre.
Wenn ich das Wort Rhodos lese, davon höre - dann geht irgendwie mein Geist augenblicklich auf Reisen. Ich muss nicht erst nach Zürich fahren, mich im Gate E anstellen, die Boardingcard abgeben und den Flieger besteigen.
Nein, es macht einfach  ZOOOOM und ich bin da. Gehe die Treppen beim Diagoras Flughafen hoch, durchschreite die Ankunftshalle ... ganz schnell, kann es kaum abwarten ...  und bin angekommen. Die Luft duftet so würzig nach Rosmarin und wildem Thymian ... und ich hab dann immer dieses Gefühl von zu Hause sein.

Gestern setzte sich die Geschichte fort. Mein Katerli und ich arbeiteten zusammen in der Küche - er marinierte schon mal den Sonntagsrinderbraten in leckerem Gemüse und fruchtigem Wein, rekapitulierte das Rezept der Kartoffelknödel (hab ich noch nie gegessen und freue mich darauf) - während ich  E N D L I C H  nach 3 Monaten Verheiratet sein unsere Dankeskärtchen am Küchentisch schrieb und versandbereit machte.
Ich legte mir dazu die erste blaue Faltkarte zurecht, marinierte meinerseits das Foto mit dem Leimstift, platzierte es zielgenau und strich mit dem Handrücken darüber um es gut anzudrücken ...




...und noch während dieser Handbewegung fanden meine Augen auf der Fotografie diese kleine, weisse Kapelle im Hintergrund, das bunte Fischerboot schaukelte auf diesem nicht zu benennenden Blau des Meeres - es duftete plötzlich nach Salzwasser! Ich blickte in unsere glücklichen, lachenden Gesichter ... und schon war ich ganz dort, in dieser kleinen Buch in Lindos.

Hörte, wie die Menschen am Strand uns als Hochzeitspaar applaudierten.
Die Sonne prickelte heiss auf der Haut, ein warmer Wind fächelte uns frische Luft zu und die Sonne strahlte mit uns um die Wette. Ich musste laut lachen weil mir die Geschichte mit Nicolas - unserem Photographen (von dem ich mit Fug und Recht behaupte, dass er nicht "nur" Photograph ist - nein, er ist ein Künstler) in den Sinn kam. Er forderte uns vielleicht 3x auf zu küssen - "KISS KISS" rief er dann jeweils. Danach übernahmen nämlich wir das Zepter, küssten, flirteten, knutschten was das Zeug hielt. Nicolas lachte und meinte "nicht essen - küssen!".



Oh wie schön das ist, wieder zurück zu sein - wenn auch nur für einen Moment und in Gedanken. Das aber sehr real! Zurück an diesem 09.09.2009, wo ich zum zweiten Mal in meinem Leben JA sagen durfte. In den Ferien, auf unser Insel Rhodos, mit Menschen die wir lieb haben und die uns lieb haben.
Da ging ein Lebenstraum in Erfüllung. Und soviel mehr.

Ich muss ganz verträumt und mit einem entrückten Gesichtsausdruck am Tisch gesessen haben - und bemerkte dementsprechend auch spät den fragenden Blick meines Schatzes. "Mach Dir keine Gedanken Schatz, ich geh nur kurz in Lindos spazieren...".
Worauf ich mich für die nächsten 20 Minuten an den Compi verzog und mir das Video unserer Trauungszeremonie nochmals auf Herz und Seele, den Augen und sämtlichen Sinnen zergehen liess.
So gerne ich euch diese Minuten beschreiben würde - es geht nicht. Weil es die Worte dazu nicht gibt.
Es müsste Worte geben, die vertont sind, die eine Melodie haben. Es müssten Worte sein, in denen ein Herz schlägt, die Buchstaben pulsierend - voller Farbe, voller Glanz. Worte die lächeln, umarmen, begeistert sein können. Sätze die hüpfen vor Glück und Freudentränen kullern lassen können.

Es war damals alles soviel mehr als auf dem Video zu sehen ist - und da ist wirklich viel zu sehen, zu ahnen! Diese Gefühle tiefer als das Meer, heisser als die Sonne, weisser als unsere Hochzeitskappelle, so bunt, so unbeschwert, so perfekt. Über uns, beschützend, die Akropolis - mit uns Menschen unserer Herzen - Freunde. Und noch mehr sollten es an diesen Tage werden.
Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben! Über diesen Tag - den schönsten unseres Lebens. Das wage ich jetzt einfach mal zu behaupten. Und es ist so, wird so sein.

Wenn ich die Augen schliesse, so erdufte ich noch heute das Rosa der Rosenblüten in meinem Hochzeitsstrauss, fühle die Wichtigkeits dieses besonderen "JA" und seine Hand in meiner Hand. Was wir hatten, haben - war und ist mehr als man sich wünschen und erträumen kann. Es ist das pure Glück. Mehr geht nicht.

DANKE an das Leben, an die Liebe und an unsere Freunde.
DANKE an diesen Augenblick, der an einem Glastisch in einer Küche einfach so geschenkt wurde.
DANKE an meine Phantasie und meine Gedanken, die mir solche Spaziergänge ermöglichen.

Und DANKE an meinen Schatz - DANKE dass es Dich gibt.

ICH WEISS WAS GLÜCK IST!

Samstag, 12. Dezember 2009

AUF DEN COMPI GEKOMMEN!

Leute - ich bin seit gerade eben stolze Besitzerin eines Laptops!
Stylisch - handlich - wowhhh!
Warum das für mich so eine Art Meilenstein ist? Darum:

Vor gut 30 Jahren habe ich die Lehre des kaufmännischen Berufs erfolgreich abgeschlossen. Mich stetig weitergebildet und tolle, anspruchsvolle Jobs innegehabt. Aber damals war für mich etwas vom ersten Moment an ganz klar: Ich werde NIE NIE einen Job annehmen, bei dem ich auch nur in annähernder Reichweite eines Computers bin!
In der Berufsschule - ich erinnere mich noch als wäre es erst gestern gewesen - sind wir einmal einen Computer besichtigen gegangen. Sowas wie EDV-Unterricht hatten wir noch nicht und Compis waren für uns diese suspekten Riesendinger, welche Einer für sich alleine ein ganzes Büro in Anspruch nahm und trotzdem nur einige wenige Prozesse ausführen konnte - dies allerdings ohne grosses Zutun des Benutzers, das war damals DIE Erkenntnis.
Unser Lehrer sagte anlässlich des Anschauungsunterrichtes dieses monströsen Wesens: "Liebe Jungs und Mädels, dies hier nennt sich "Computer". Schaut ihn euch an und vergesst ihn gleich wieder. Ein Ding das nur mit den Zahlen 0 und 1 funktioniert, wird die Welt jetzt nicht revolutionieren. Ergo eine Totgeburt. Aber - ihr könnt zumindest euren Enkeln irgendwann mal erzählen, dass ihr so einen Computer gesehen habt."
Herr Keller muss sich damals wohl grundlegend getäuscht haben...

In den folgenden Jahren war mein berufs-technischer Höhepunkt die IBM-Schreibmaschine mit dem auswechselbaren Kugelkopf und dem integrierten Display , welches eine GANZE Zeile speichern und darstellen konnte. Ich war damals eine der ersten, die mit so einer Maschinerie ausgestattet wurde - seinerzeit arbeite ich in einer wirklich grossen Firma.
Das Thema Beruf wurde dann aber irgendwann so um das 26zigste  Lebensjahr in den Hintergrund gerückt ... mit den Kindern und den darauf kommenden Mami-Jahren waren andere Dinge aktuell. Wer brauchte im Sandkasten, der Krabbelgruppe und in weiterbildenden Elternkursen ("Geschwisterrivalität und die dazugehörige Ausrüstung im Erste-Hilfe-Kasten" usw.) einen Compi?

Gut 15  Jahre später stand dann irgendwann doch ein Occasion-Modell in unserem Haushalt. Und die dazugehörige drahtlose Computermaus. Mein älterer Sohn hält mir noch heute unter brüllendem Gelächter vor, dass ich zu dieser Zeit (laut seiner unbestätigten Aussage, welche ich ich hiermit auf das Schärfste erfolglos dementiere) mit der Maus in der Hand vor diesem Kasten gestanden haben soll, die Maus wie eine Fernbedienung betätigt haben soll und mich gewundert haben soll, warum der Compi nicht ansprang.
Dies also meine erste Begegnung,  Auge in Auge.
Sagt man.

Später dann erinnere ich mich, wie mein damaliger Mann dauernd mittels einem Flugsimulator-Programm imaginär und Nachmittage lang über tropische Wälder und Wüsten düste, immer wieder abschmierte - noch heute habe ich diese klirrig-schnorrige Computerstimme im Ohr, welche ihm den nächsten Crash ansagte: "Three, two, one ... ZACKABOMM ... ZERO ... GROUNDED! - GROUNDED! - GROUNDED! ....TÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜT!).
Während ich und die Jungs in haltloses Gekicher ausbrachen, uns auf dem Teppich rollten und ab dem dritten Crash laut mitzählten (3...2...1....ZACKABOMM), ärgerte sich der einstige Hausherr grün und blau und violett und überhaupt. Ob wohl da die ersten Familien-Fluchtpläne keimten...?
Irgendwann wagte ich mich in einem unbeobachteten Moment trotzdem mal an diesen grauen Kasten und fand es zugegebenermassen doch spannend - wenn auch unsagbar heikel und kompliziert.

Dann kam die Phase der Scheidung. Und ich war dermassen froh, mir bei Beobachter-Online Rat und Hilfe holen zu können. Vor allem: www.liebeskummer.ch hatte es mir angetan. Da traf ich wunderbare Menschen, die mich in dieser Zeit über Wasser hielten - und autodidaktisch lernte ich nebenbei und ohne es gross zu bemerken so nach und nach den Umgang mit Computer, Internet und all den Dingen.
Wäre dies so nicht passiert, hätte ich meinen neuen Job nicht bekommen und diese, meine zweite Familie, so nie kennengelernt.
Das BESTE an der Sache aber ist, bleibt und wird immer sein: Dank Computer und Internet lernte ich meinen Schatz kennen! Ja, genau in diesem Liebeskummerforum. Eine wunderbare Geschichte ... vielleicht sollte ich einmal ... was meint ihr?
Nun ja - unterdessen müssen mein Katerli und ich uns ja nicht mehr via Mail und MSN begegnen. Wir haben uns - für immer und einen Tag.

Trotz all meiner Vorbehalte den Computern und ihren Auswüchsen gegenüber... wäre ich damals nicht über meinen eigenen Schatten gesprungen - ich hätte mein grosses Glück nicht gefunden - weder in privater noch in beruflicher Hinsicht. So gesehen: Der Compi (m)ein Glücksfall!

Dem anzufügen wäre jetzt noch: Was irgendwann mal im Oktober 09 als Idee geboren wurde - nämlich meine Geschichten aufzuschreiben - ist unterdessen zu einem dringenden Bedürfnis geworden. Einem wichtigen Bestandteil meines Lebens und ermöglicht mir unterdessen so vieles, hat mir Türen aufgemacht. Einzigartige Erlebnisse, Begegnungen, Rückmeldungen, Gespräche, Mails - ich möchte es nie mehr missen.
Aus diesem Grund hat mein Katerli mir einen Laptop zu Weihnachten geschenkt. Damit ich immer und überall meine Gedanken aufschreiben, mitteilen kann. Wo immer ich bin, wann immer ich Zeit habe. Eine tolle Sache! Dafür danke ich ihm von ganzem Herzen. MERCI SCHÄTZU!
Auch wenn es uns Beide noch viel Zeit, Nerven, Schweiss und Fluchwörter abverlangen wird, bis dieser Laptop macht was ICH will - eine wirklich geniale Sache!




So bin ich also letztendlich auf den Compi gekommen. Will und kann ihn nicht mehr missen. Eine wirkliche Symbiose halte ich auch heute nach wie vor für ausgeschlossen, aber wir haben uns arrangiert, der Compi und ich.
Stets wird mir aber jeder persönliche Kontakt um Längen lieber sein - der Compi ersetzt mir kein gutes Gespräch, keine Umarmung, keine leuchtenden Augen.
Aber - ich habe auch gelernt, dass er manchmal die Voraussetzung dafür ist.

Ohne ihn, würdest Du heute wohl kaum meine kleine Geschichte lesen.

SO SCHÖN!

Freitag, 11. Dezember 2009

VON GLÜHWEIN, NETTEN CHEFS UND ROSA STIEFELN

Heute ist Punsch- und Glühwein-Tag in der Garage!
Wir geben 100% Garantie auf ein herzliches, fröhliches Willkommen!

"Meine" Garage feiert Weihnachten. Mit und für unsere Kunden. "Mossi" - unser MagerModelWeihnachtsbäumchen - wurde richtig gestylt, mit schönen weissen Kerzen und einem schier naturgetreu nachgebildeten Waldboden haben wir ihr zumindest einen Hauch von Glamour verleihen können. Allerding hat der Senior-Chef die Spiegelwand mit Werbeplakaten zugestellt ... "weisst Du, sonst sieht man das Elend auch noch von hinten...". Muss ich dazu noch was sagen?

Heute habe ich mich auch in extra-feinem Tuche herausgeputzt, dufte lecker nach grünen Orangen (O-Ton Werkstatt ... "KRASS") und liess mich sogar dazu hinreissen einen neuen Lippenstift zu erstehen. Passend zu den Schuhen - weil: an einem Tage wie heute kommen sogar ausnahmsweise meine rosafarbenen Stiefel zum Einsatz ... die sind ansonsten reserviert für "das Besondere". Und heute IST es besonders bei uns.

Ich finde es nämlich wirklich ausgesprochen bemerkens- und erwähnenswert schön, was meine Chefs sich dabei gedacht haben ... unsere Kunden wurden mit den Worten "Zeit füreinander haben" eingeladen. Keine Silbe von Werbung, Verkauf und Vorstellung des neuen Wagentyps. Nein - einfach nur zum Danke sagen, zum Freude machen, zum gemeinsamen Genuss.
Mit der einzigen Absicht dahinter, den Menschen - mit denen wir es tagtäglich zu tun haben - Aufmerksamkeit, Menschlichkeit und Wärme entgegen zu bringen. Das ist in der heutigen Zeit des wirtschaftlichen Ellbogenkampfes nicht alltäglich.
Ich mag meine 3 Chefs. Genau auch deshalb!

Zusammen werden wir dann jetzt gleich Glühwein und Apfelpunsch brauen - das wird lustig. Habe noch nie Glühwein selber gemacht, aber der gute Wille ein sensationelles Gebräu zu fertigen, der ist da! Meine lieben Kollegen werden als Versuchskaninchen herhalten müssen - soviel ist sicher. Ich falle für diese spezielle Aufgabe aus, da ich in dem Falle fallen würde. Capito?
Meinereiner braucht nur an einem Weinglas zu schnuppern, am Glas vom leckeren Likör zu nippen, ein Bierfass aus der Nähe zu betrachten - und schon beginne ich zu schunkeln, unanständige Lieder zu singen und Kraftausdrücke zu gebrauchen. Geht ja gar nicht.




So haben wir denn an diesem heutigen Morgen Tischchen aufgestellt, Stühle dazu drapiert, Tischtücher verteilt und unseren Showroom dekomässig up to date getunt, dazu "Last Christmas, i give you my heart..." gesummt - während Chef M. unsere Pflanzen dermassen schwungvoll vor das Schaufenster parkierte, dass Papp-Elche und Laubsäge-Tannen in den künstlichen Schnee fielen und die Deko ruiniert war. CHEF!

Heisse Diskussionen, ob die Tische nun noch mit Glitzersternen verziert werden sollen ("...aber bloss keinen rosaroten!!.."), wo die grossen Kerzen hingestellt werden müssen damit wir heute keinen Anlass zu einer ungeplanten Feuerwehrübung abgeben und dergleichen.
Es ist Stimmung in der Bude!

Ich mag diese besondere Ambiance von Plasticstühlen, Stehtischchen, Weihnachtskugeln aus Hochglanzpapier, Schokoherzchen und Erdnüsschen.

Heute duftet es bei uns ausnahmsweise mal nicht nach Benzin, Diesel und neuen Pneus - sondern nach leckerem Christstollen und anderem Gebäck, Mandarinen, Zimt, Nelken und Vanille. Assortiert dazu unsere Stimmung ... die Laune ist bereits ohne Glühwein sehr sehr sehr fröhlich, ausgelassen - und dass ich mich aufgrund dessen, dass Chef sich das wichtige Schreiben anstatt an die Werkstattkarte ans Hemd getackert hat, schier abgelegt hab vor lauter Lachen - es liegt förmlich auf der Hand - in der Luft, wo auch immer. Oder?

Herrlich Leute, herrlich! Eigentlich würde ich EUCH ja am liebsten auch hier haben, mit EUCH anstossen und feiern. Ich tue dies heute in Gedanken an so viele Menschen, von denen ich weiss, dass sie diese Geschichte lesen werden. Und auch an diejenigen, von denen ich (noch) nichts weiss.
Weil mir heute so festlich ist.

So Leute - ich muss meine Chefs noch überzeugen gehen, dass die CD "Fetenhits Sommer-Classics" jetzt nicht wirklich als Stimmungsmusik für den heutigen Tag was taugt und ob wir vielleicht was anderes als Samba und Salsa auflegen könnten - es liegt ein bisschen viel ."Bailando bailando, amigos adios, adios, el silencio loco, Bailando bailando, amigos adios, adios, el silencio loco, Si senor, efectos especiales, yeah ,yeah ,yeah. Si senor, una tentacion, yeah ,yeah ,yeah. Tu y yo a la fiesta. Tu y yo toda la noche. Tu y yo a la fiesta. Tu y yo, oh oh oh!" in der Luft.

... und dann Glühwein kochen gehen.
Ihr seht - ich habe heute noch allerhand zu tun.
Bis bald!

TSCHÜSS UND PROST!

Donnerstag, 10. Dezember 2009

PIMP MY SOUL ... INFOLGE RENOVATIONSARBEITEN

Pimp my soul! Please!

In Sternenzauber-Deutsch: Um Himmelwillen Leute - bitte tut meiner geschundenen Seele Gutes!

Was passiert ist?

Alles fing ja eigentlich total harmlos an. Gestern morgen habe ich mir diese supertolle, knallviolette Tunikabluse angezogen - die, welche so herrlich kaschiert und einem einfach WOWWH aussehen lässt. Darüber getragen noch ein lässiges Jeansgilet und man fühlt sich um Jahre jünger. Wirklich.
An dem grosszügigen Dekolleté der Tunikabluse sind kleine Fältchen eingearbeitet - damit der Stoff schön fliesst und fällt.
Fliesst und fällt ... wer hat denn diese Beschreibung von Stoff erfunden ...?!

Auf jeden Fall habe ich mir beim Blick in den Spiegel gedacht, dass ich mir vielleicht jetzt, zu Weihnachten, schon ein verfrühtes Geschenkchen machen und eine dieser ganz tollen, neuen, sündhaft teuren Kosmetikerrungenschaften leisten sollte - damit der Faltenschlag der Tunika ausser Konkurrrenz läuft, sozusagen. Dekolleté, Hals und Gesicht in gestrafftem Glanze erstrahlen. Jetzt, anlässlich der Festtage. Nachvollziehbar - oder?

Diese meine festlichen Gedanken nahm ich zum Anlasse, meinen - mittels Zusammenkneiff-Übungen - straffen Hintern (...es wird NICHT gelacht an dieser Stelle....!) in die Marrionaud-Filiale zu bewegen, um mir dort fachmännischen Rat einzuholen und die Wirtschaft im Bereiche Luxusartikel zu pushen. Ja, das Wort "pushen" ist hier genau richtig gewählt.
Als Frau der Tat habe ich dies im meiner Mittagspause auch gleich gemacht. Stand da, bestaunte das Riesensortiment an Wunderprodukten, welche mir allesamt das Gleiche vermittelten: "NIMM MICH - UND DU WIRST AB SOFORT WIEDER BEI JEDEM KINOEINTRITT AB 16 JAHREN DEN AUSWEIS VORZEIGEN MÜSSEN!!".

So stakste dann kurz darauf eine Dame auf mich zu. Im ersten Augenblick habe ich mich umgeschaut, ob ihr Mami auch in der Nähe ist - aber sie muss wohl eines dieser Wunderprodukte schon getestet haben. Auf jeden Fall sah sie sehr sehr sehr jung aus. Und hatte übrigens frappante Ähnlichkeit mit dem Weihnachtsbäumchen in unserer Garage (ich verweise auf die Geschichte vom 08.12.09 - "Ein Mager-Model in unserem Showroom").

Ergo trug ich dann also meinen Wunsch vor, auf der Suche nach einer Kur zu sein, welche meiner Haut Gutes tut (das ist selbstverständlich die abgekürzte Form des vorgetragenen Wunsches - aber ich will euch ja nicht mit Ausdrücken wie Fruchtsäuren, AHA-Komplex, Amino-Peptiden und dergleichen langweilen...).

Der etwas tumbe Gesichtausdruck der Verkäuferin erhellte sich zusehens - das waren Worte, die sie verstand! Sie pieste mir ins Gesicht, dass sie da genau das Richtige für mich hätte - nahm mich ins Schlepptau und wir landeten vor einem Riesenregal der Marke L'Oréal. Zielsicher schnappte sie sich daraus eine mittelgrosse Schachtel, legte mir diese in die Hände und erklärte mir beiläufig, dies sei ein Anti-Hautalterungs-Peeling-Set und das Produkt verspreche innerhalb von 4 Wochen eine verjüngende Re-Initialisierung der Haut, basierend auf Fruchtsäuren, welche die Haut glätten und sofort Ausstrahlung, Leuchtkraft garantieren.

Und jetzt kommts ... ihr Menschen da draussen - wisst ihr, wie dieses Produkt heisst??!!?? RENOVISTE!
Mein Selbstwertgefühl fuhr augenblicklich ungebremst in den Keller.



Die Führungsgilde der Werbeabteilung von L'Oréal müsste eigentlich von rechts wegen fristlos entlassen werden! Was haben die sich dabei bloss gedacht? Dass Frau sich ein Produkt kaufen soll, welches einem eher an Worte wie Heimwerker, Baumarkt, Schlagbohrer, Schleifmaschine, Basteln, Lackieren, Versiegeln und ähnliches erinnert - anstatt die dringend notwenige Assoziation zu Ausdrücken wie Wohlfühlen, Schönheit, Sinnlichkeit, Harmonie, sich etwas Gutes tun, herzustellen?
Das tut weh. Sehr weh. AUA!!!

Hilflos-ironisch habe ich dann fatalerweise und aus dem Empfinden heraus, diese für meine weiblich-empfindliche Seele verfahrene Situation retten zu wollen, mit einem gequälten Lächeln gefragt "... und für die notwenigen Stukkatur-Ausbesserungsarbeiten, können Sie mir da auch etwas zeigen ... ?", worauf die Tannenbaumdame mir wirklich und wahrhaftig einen "Riff-Filler" (grob übersetzt: Lücken-Füller ... Synonym für Riff = Untiefe!) empfahl.

HALLO TANNENBAUM-DAME ... DAS WAR DOCH NUR EIN WITZ!!! HILFEEEEEE!

Und genau in diesem Augenblick knallte dann das sich ja bereits im Fall befindliche Selbstwertgefühl bis in die hinterletzte Galaxy hörbar laut auf den Grund der Hölle.

Ich habe dann in meiner Verzweiflung - und eigentlich auch nur alibihalber - einen Labello-Lippenbalsam erstanden, bin erhellt im Teint und verdunkelt in meiner verletzten Seele ins Büro zurück gegangen. Dass ich das falsche Tram erwischt habe, ist nicht der Erwähnung wert, aber der Spaziergang an der frischen Luft hat mir sicherlich gut getan. Für die Zellerneuerung ist Sauerstoff wichtig, habe ich mir mal sagen lassen.

Des Abends verquirlte ich dann Eiweiss mit Quark, Olivenöl und Honig, klatschte mir die Pampe ins Gesicht und liess das Zeug eine halbe Stunde einwirken. Vom Gefühl her würde ich behaupten wollen, dass das Ergebnis richtig gut war. Ist. Bleibt?

Die knallviolette Fältchen-Tunika ziehe ich erst nächste Woche wieder an - bis dahin habe ich mich sicher soweit wieder aufgerappelt.
Und überhaupt - ich finde, der graue Rolli steht mir ausgezeichnet.

LEUTE - WER BRAUCHT SCHON RENOVISTE??!

Mittwoch, 9. Dezember 2009

LEBENSWERTES UND LIEBEVOLLES

Ich freue mich auf Freitag Abend!

Nein - ich freue mich nicht auf den Freitag weil dann endlich Wochenende ist.
Obschon - Wochenende ist natürlich auch nicht zu verachten. Vor allem wenn ein so schönes Wochenende, wie wir es haben werden, in Aussicht steht: Weihnachtsmarkt in Freiburg i. Breisgau. Einer der Schönsten! Ich mag das....
Wer kommt mit?

Wenn ich an Freitag denke, dann lächelt es mir. Und alles wegen ... Andreas!
Bald ist es 3 Wochen her - und seither geht mir dieser Mann nicht mehr aus dem Kopf. Die Geschichte mit und um Andreas ist etwas Besonderes - und überhaupt nicht so, wie man jetzt auf die ersten Zeilen denken mag. Ich habe mich weder neu verliebt noch etwas anderes in der Art. Es ist so, dass ein Mensch mich schier unbeschreiblich bewegt hat, mich berührt mit seiner Art, mich beeindruckt hat. Sein Wesen. Seine Geschichte. Ja, sie hat mich so tief bewegt, dass die Worte in mir stoben wie die Flocken eines Schneesturmes. Ich musste jetzt erst mal abwarten, bis sich der Buchstabensturm in mir beruhigt hat, die Flocken sich gesetzt haben.

Und jetzt kann ich euch auch von ihm erzählen - und warum ich mich so auf Freitag freue:
Freitag vor 3 Woche, kurz vor 18.00h - endlich Feierabend, endlich Wochenende. Ich stand auf dem Perron und sah den Zug einfahren - gut so, ab nach Hause, ab in die Badewannen. Relaxen. Aussspannen. Geniessen. Die Woche hatte mir alles abgefordert.

Ich stehe übrigens gerne auf Perrons und schaue den Menschen zu - ich sitze auch gerne in Strassencafés und schaue Menschen zu. Ich staune immer wieder ob dem, was ich geboten kriege. Sehr viel Gutes, ab und an weniger Gutes - und vor allem eine Menge Erstaunliches. Menschen sind eine Herausforderung an mich, sie interessieren mich. Oft frage ich mich ... wer steckt hinter diesem Gesicht - was für ein Lebensweg - was für Erfahrungen?

Ich mache mir Gedanken zu den jeweiligen Personen - hat man nur ein wenig das Gespür für sie, merkt man meist schon vom Hinsehen wie es jemandem geht. Wie steht er oder sie da, den Rücken durchgestreckt, aufmerksam, offener Blick? In sich versunken, auch optisch, abwesend, still? Oder kürzlich das junge Mädchen ... rote Augen die alle paar Minuten aufs Handy schauen. Dort drüben - 2 junge Männer die nicht wissen wohin mit Ihrer Energie und um alles in der Welt Aufmerksamkeit erregen wollen. Die alte Dame im Selbstgespräch. Die Mutter mit ihrem Kinde, diese allesumfassende Liebe. Der Mann mit Freundin an der Hand und trotzdem jedem Rock nachschielend.
Manchmal bemerkt einer dieser Menschen meine aufmerksamen Blicke und ein gutes Gespräch ergibt sich. Oder der Blick geht ganz schnell wieder weg - auch das gibt es.

Nun zurück zu besagtem Freitag Abend - der Zug fuhr ein, ich postierte mich gleich neben der Eingangstüre, liess die Reisenden erst mal aussteigen, mein Blick schweifte umher - bis ich plötzlich den direkten Blick des jungen Mannes mir gegenüber bemerkte. Es war ein behinderter Mann mit einer auf die erste Sekunde offensichtlich ausgesprochen herzlichen, liebevollen Ausstrahlung. Sein Blick war interessiert, offen, freundlich. Sein Lächeln aus dem Herzen und ganz ehrlich - sowas spüre ich, sowas spürt man.
Ich lächelte zurück.
Nebst Liebe auf den ersten Blick, gibt es auch sowas wie Interesse und Sympathie auf den ersten Blick. Da wird einem warm ums Herz und man hat ein gutes Gefühl. Genau so war das bei diesem für 3, 4 Sekunden verweilenden Blick.

Ich stieg ein, setzte mich in das erste 4er Abteil, nahm die Zeitung in die Hand und war gerade daran meine Handtasche nach der Lesebrille zu durchwühlen (...meine Handtasche beinhaltet so in etwa alles, was man für einen 3-tätigen Spontanurlaub brauchen würde ... ) - als eine freundliche Stimme fragte, ob der Platz mir gegenüber besetzt sei. Ich schaute auf und blickte in das lächelnde Gesicht dieses eben erwähnten jungen Mannes.
Mit einer einladenden Geste und einem Lächeln auf meinen Lippen betätigte ich dies. So setzte er sich also hin und verweilte mit seinem Blick auf mir. "Hat es auch bei Ihnen Feierabend gegeben?", so fragte ich ihn. "Oh ja, ich bin auf dem Weg nach Hause zu meiner Mutter" - erwiderte er, kramte seinen Ausweis raus und streckte ihn mir hin. "Andreas heisse ich und bin 23 Jahre alt."

Wer mir so entgegen kommt - der hat Gleiches von mir zu erwarten und verdient. Ebenso spontan stellte ich mich vor, wir schüttelten einander die Hand und das Band war geknüpft. Erstaunlich ...
"Darf ich Du sagen?" fragte er ganz zögerlich. Aber klar doch!
Die Menschen, welche um uns herum sassen, schauten dieser Szenerie sichtlich amüsiert - aber durchaus auch beeindruckt zu. So Mancher legte seine Zeitung zur Seite und beobachtete, was nun weiter passierte.
Und passiert ist für mein Gefühl unendlich viel. In den 20 Minuten Zugfahrt erzählte mir Andreas von seiner Behinderung, seinem Leben, seiner Mutter, seinen Erlebnissen, Gefühlen und zog immer wieder Schlüsse aus unserem Gespräch, welche mir Hühnerhaut bescherten. Ein zutiefst menschliches und ehrliches Gespräch - ohne schützende Mauern und Aussagen mit Halbwahrheiten. Kein Geplauder, nichts Oberflächliches.



Er vertraute mir. Ich habe selten in 20 Minuten so viel über ein Menschenleben erfahren dürfen..
Die Innenseiten nach aussen kehren dürfen und trotz der Nähte geliebt werden - das traute er sich selber und mir zu.
Was für ein Geschenk...!

Wir stiegen zusammen aus dem Zug. Er nahm meine Hand, hielt die ganz feste und sagte dazu: "Es gibt manchmal Zeiten, da möchte ich lieber sterben als leben. Aber heute nicht - sonst hätte es dieses Gespräch nicht gegeben. Freitag in 3 Wochen nehme ich wieder diesen Zug. Und Du?"

Ich auch, lieber Andreas.
ICH AUCH!

Dienstag, 8. Dezember 2009

EIN MAGER-MODEL IN UNSEREM SHOWROOM!

Als ich heute Morgen die Eingangstüre zu "meiner" Garage aufschloss, sah ich ihn sofort .... den Weihnachtsbaum, welchen Chef gestern in unseren Showroom gestellt hat. Meine Augen wurden gross, wässerig und die Lippen formten sich zu einem schier lautlosen "OJEEEEEE".
Ein Hungerhaken von Baum - dieses Bäumchen hatte vom ersten Augenblick an meine aufrichtige Anteilnahme. Ein hellgrünes Elend!

Ich beschrieb euch ja in einer früheren Geschichte, dass ich stets den Hang dazu hatte das bemitleidenswerteste Bäumchen zu erstehen. Eines, welches sonst niemand wollte. Angesichts dieses schwer zu ertragenden Anblicks unseres Firmen-Bäumchens bin ich zur Erkenntnis gekommen, dass mein Chef genau gleich tickt wie ich.
Chef - ich mag Dich, sehr.

Unser Weihnachtstännchen mit Konfektionsgrösse XS hat einen geschätzen Body-Mass-Index von knapp über dem Hungertod. Nix obenrum, nix auf den Hüften, staksige Äste unten!
Tännchen ist über 2 Meter gross, hat vereinzelt Zweige dran und mit dem Nadelwuchs steht es auch nicht zum Besten. Vielleicht hormonell bedingt...? Untergewichtig wie es ist, gibt es in dieser Hinsicht ja bekanntlich öfter Probleme.
Wer weiss.
Habe soeben beschlossen, unser Bäumchen "Mossi" zu taufen - in Anlehnung an Kate Moss, die unserem Bäumchen irgendwie ähnelt.

Meine Kollegen haben Mossi gestern noch mit Lametta und Kugeln zu schmücken probiert - wohl damit da ein bisschen Volumen rein kommt. Die hagere Spitze ziert ein schöner Spitz.
Ich allerdings mache mir Sorgen, das Mossi unter dieser Last zusammenbricht...
Unten rum - neben den imaginär nackten Füsschen - stehen verloren ein paar bunte Päckchen zur Deko. Ein trauriges Bild.



Ich könnte unmöglich ohne schlechtes Gewissen im gleichen Raum wie Mossi das Pausenbrötchen zu mir nehmen - geht gar nicht!

Aus gut informierter Quelle habe ich erfahren, dass Mossi neben einem Bauernhaus aufgewachsen ist und an und für sich genug Aufmerksamkeit bekam. Mossi ist allerdings "nur" die schäbige, gelichtete Spitze, "nur" die obersten 2m 30cm einer ehemals stattlichen, grossen, üppigen und ausladenen Tannendame. Wind und Wetter ausgesetzt, zerzaust und ausgebleicht.
Die stattliche Tanne wurde zu einem Holzstuhl verarbeitet (mir ist natürlich schon klar, das hat mir Chef nur so aus Rücksicht gesagt - weil er weiss, dass es mir im Innersten weh tut, wenn er profan "Brennholz" sagt) - die Tannenspitze beherbergen nun wir.
Kommt mir so vor wie Resteessen...

Trotz alledem ist Mossi bei uns gerade richtig. Eine von uns. Wir haben sie nun vor die Spiegelwand gestellt - und in gleichzeitig 6-facher spiegeltechnisch gesehener Ausführung macht Mossi doch zumindest ein bisschen was her. Chef bringt morgen nun noch Holzschnitzel mit, welche wir grosszügig unter unserem Garagen-Model-Weihnachtsbäumli verteilen werden - damit es ein bisschen üppiger wirkt und was hergibt. Ich werde mich um kaschierende und verdichtende Push-Up-Zweige bemühen, eventuell sogar Tannendünger holen.

Mossi - you never walk alone!
MOSSI - DAS WIRD SCHON!

Montag, 7. Dezember 2009

ÜBER DAS BESONDERE AN DER NORMALITÄT

Ich mag diese ganz normalen Sonntage. Solche wie gestern.

Meinem Schatz geht es seit gestern Morgen sichtlich besser - er hängt zwar nach wie vor noch etwas in den Seilen, aber ansonsten nimmt er wieder Kater-Mentalität an. So Dinge wie Beschlagnahmung der Fernbedienung, Benutzen meiner Kuscheldecke "OHNE DICH  IST ALLES DOOF" und der alles entscheidenden Frage kurz nach 14.00h: "Was kochen wir heute Abend?"
Seine Locken kringeln sich wie gewohnt ganz normal und kleben nicht mehr wie eingeölt an der schweissnassen, fiebrigen Stirn. Und - er formuliert aktiv und in gewohnter Lautstärke Widerworte!

Ich bin bereits soweit, dass ich an meiner Emanzipationsfähigkeit zweifle, weil nämlich: als mein Schatz so darnieder lag und ich Herrin über Fernseher, Compi, Radioprogramm und überhaupt Allem war ... hat das gar nicht so richtig Spass gemacht.
Irgendwie war es auch schön, das arme Häuflein Elend zu betüddeln, sein Kissen aufzuschütteln, die Hand zu halten, ihm all die Medikamente einzuflössen, ein Küsschen auf seine spröden, aufgesprungenen Lippen zu drücken, seine schmerzenden Schultern zu massieren und die nächsten 24 Stunden unsagbar schlimm nach diesem tierisch stinkenden Tigerbalsam zu müffeln. Ihm gut und Gutes zu tun - ein schönes Gefühl.

Jetzt wo ich mich wieder mit ihm zoffen kann - "Lindenstrasse" und "Nur die Liebe zählt" VERSUS "Biathlon im 1ten" und "Terra-X im 2ten" , ist mir irgendwie wohler. Meine Natur scheint eine gnadenlose Durchschlagskraft zu haben...
Muss ich mir Sorgen machen? Kennt jemand die Mailadresse von Alice Schwarzer...?

Anyway - wir verbrachten den Nachmittag in den baumwollenen, grau-schwarz-melierten ... wie heisst es so wunderbar beschönigend ... Freizeithosen. Das sind die, welche nach 3 Stunden Tragen an den Knien, am Hintern und überhaupt an allen möglichen und unmöglichen Stellen sich beulen und einem aussehen lassen, als wäre man gerade in die Gilde der Clochards eingetreten. Wir lümmelten uns auf der Couch - Nickerchen machend, Händchen haltend, ab und zu einen Blick in der Fernseher werfend. Wir hatten genug zu tun mit atmen, recken, strecken, geniessen.
Aber was haben wir genossen? Im Italienischen gibt es diesen schönen Begriff der dafür steht, was wir getan haben: Dolce far niente. Auch DAS muss mal sein. Und es tat gut! So gut!

Am Abend endlich wieder gemeinsames Essen am Tisch - frische Bandnudeln mit kross gebratenen Pouletbruststreifen und Gemüse. Lecker! Ich kochte, er räumte die Abwaschmaschine ein. Sich einigen auf den "Tatort" um 20.15h, sich anlächeln, Kerzen anzünden und es Sonntag Abend sein lassen.
Endlich mal ein Tag ohne Aktivitäten, ohne Spektakel - dafür mit viel WIR. Würde ich es poetisch sagen wollen, so täte ich es wie folgt benennen: "Lehne Dich an mich und ich habe Halt". Es hat sich so gut angefühlt, diese Ruhe in uns.



Die einen mögen es langweilig nennen, vertane Zeit, ein inhaltloser Sonntag.
Mein Schatz und ich sind uns wortlos einig, dass es ein wunderschöner Tag war. Wären wir nicht vordergründig aus Krankheitsgründen zu einem solchen Tag schier gezwungen gewesen - dann würde ich es viel lieber so sehen, als hätten wir ihn geschenkt bekommen - und dieses Geschenk gerne angenommen.
Diese Grippetage haben nicht nur ihre negativen Seite .... oh nein. Doch es ist wie mit all den Dingen, die einem so passieren. Sie müssen erst sein, bevor man ihnen einen Sinn geben kann.

Als ich mich gestern Abend dann in seinem Arm eingekuschelt habe und auf der Schwelle zum Schlaf war, lächelte ich.
ALLES WAR GUT.

Sonntag, 6. Dezember 2009

RETTE SICH WER KANN!

Meine lieben und hoffentlich gesunden LeserInnen

Der Themen wären so viele von denen ich euch gerne und mit Begeisterung erzählen würde. Und bestimmt auch noch werde. Sicherlich noch die nächsten 40 Jahre - mindestens. Hoffentlich. Insofern mich diese Grippe nicht dahinrafft.
Habe eben mal gegoogelt nach "Durchschnittsalter + Frau + Schweiz"  ... was kriege ich zu lesen: Das Bundesamt für Statistik verweist mich auf einen Artikel aus 2009 - "Durchschnittsalter von Alters- und Pflegeheimbewohner/innen". DANKE. So war das nicht gemeint.

Doch aus gegebenem Anlasse sehe ich mich schier gezwungen, meine Sonntagsgeschichte trotzdem heute und jetzt der aktuellen Grippewelle zu widmen. Deren Auswirkungen und Ausläufer ich gerade live und ungeschnitten mit(er)lebe.

Da mein allerliebster Schatz seit Freitag Abend darnieder liegt und ich alle niederen Arbeiten nun selber machen muss, stand natürlich gestern auch EINKAUFEN auf dem Programm. Einkaufen ist ansonsten immer das Ding vom Schatz. Er tut das gerne. Sich durch die Läden wühlen, sich vom grossen Angebot schier erschlagen lassen, an der Kasse anstehen, mit der Kassiererin plaudern und anschliessend das ganze Zeug nach Hause karren.

Ich kann ihn ja verstehen - wer einmal im tieferen Deutschland eingekauft hat, der weiss, dass die Läden meist so voll sind wie die Strassen bei uns am "Zibelemärit" oder wenn Fasnacht ist. Von 7 Kassen ist sind stets nur 2 besetzt und sollte man sich erfrechen die Kassiererin bei ALDI anzusprechen und und locker übers Wetter und wie es denn so gehe zu plaudern - ABER HALLO! Das ist dann nicht mehr lustig.
Ich gehe berechtigterweise davon aus, dass man von der hintendran bis zur Rückwand stehenden Schlange an wartender Menschenmenge mit überreifen Früchten und leicht angegammeltem Gemüse beworfen würde, die Dame an der Kasse einem nebst dem gewohnt strengen Blick und dem geknurrten Hinweis, die Waren ein bisschen schneller in den Einkaufwagen zu schmeissen, sofort zu zahlen und das Lokal zügig zu verlassen "...Sie sind hier NICHT alleine..." weder ein Lächeln, geschweige denn eine Antwort zu erwarten hat.
Dies schätzt mein Katerli sehr hier in der Schweiz - dass man viel mehr Platz, viel mehr Zeit hat und alles wesentlich menschenfreundlicher zu und her geht. Nicht immer - aber doch meistens.
Diesen Spass will ich ihm natürlich nie und zu keiner Zeit verwehren - gerade jetzt in der Adventszeit nicht. Ihr versteht?
Liebend gerne renne ich dann dafür zu Hause in die Waschküche rauf, runter und bügle mit Lotti.

Ach - ich bin immer so ausschweifend. Wollte ich doch vom gestrigen Einkauf berichten. Schätzu hatte sich selbstgemachte Gemüsesuppe gewünscht. Den Einkaufszettel hat er geschrieben, wohl damit ich jaaaaa nix vergesse. Sollte mir das was sagen...? Ich gehe jetzt mal darüber hinweg und grüble nicht.
Vom Suppengemüseallerlei über Lauch bis hin zu Zwiebeln, Sellerie, Kohl, Bohnen, Peperoni (die roten), Broccoli, Zucchini, Erbsen, Fenchel, Kürbis und Schwarzwurzeln stand alles auf der Liste. Ein kranker Mann braucht Vitamine, Mineralstoffe und all das Zeug. Claro! Dazu Bio-Rinderbrühe, Sel de fleur, einen Hauch vom scharfen Gewürz und - ganz wichtig - Emmertaler-Würstli. Das gibt dem Ganzen dann noch so den richtigen Drall.

Giovanni (bekanntlich mein Roller) und ich fuhren also gen Einkaufszentrum. Ergatterten uns einen Wagen und stürmten den Laden. Huiii - da hatten aber so ein paar andere Eidgenossen dasselbe Anliegen: Futter in den Trog. Kaum war ich bei der Gemüseauslage angekommen, traf ich auch schon Monika. Welch "Hallo" und "Wie geht es Dir?", die 3 obligaten Küsschen und Freude pur. So weit - so gut. Nebst Monika traf ich auch noch Peter, Beatrice, Rolf und einige andere mir nahestehende Menschen.
Bildlich möchte ich es so darstellen - das bin ich und meine Freunde im Einkaufszentrum. Im oberen linken Viertel stehe ich, beim Gemüse:



Man erzählt sich von den letzten Ferien, meiner Heirat, den kommenden Festtagen und dann kam die Frage auf meinen Schatz. "Und...wie geht es ihm, fühlt er sich wohl in der Schweiz und was macht ihr immer so...?" Meine Antwort: "Oh - er fühlt sich pudelwohl, es gefällt im wahnsinnig gut in der Schweiz, hat schon viele Freunde gefunden. Leider liegt er im Moment zu Hause im Bett. Mit Grippe."
Dieses böse Wort mit G hätte ich nicht sagen sollen. Er hatte die Wirkung von .... von ... ähhhh ... stellen wir es am besten bildlich dar. Ich stehe immer noch im linken oberen Viertel - beim Gemüse:



Plötzlich hatte Keiner mehr Zeit für mich. Alle hatten Dringendes zu erledigen. Und ich auf einmal sehr viel Platz um mich herum. Bildlich dargestellt sah das Ganze in etwa so aus. Ich steh - im übertragenen Sinne - immer noch im linken oberen Viertel, beim Gemüse...:



Leute. Ich war einsam. Kriegte keine Küsschen beim Abschied von Monika, Rolf, Peter, Bea und all den Anderen ... hab dann einkauft so ganz alleine - selbst an der Kasse war niemand vor mir. Einmal musste ich noch niesen. Es wurde ganz still im Laden.
Selbst Giovanni röhrte bei der Heimfahrt nicht wie gewohnt. Aber vielleicht habe ich mir das auch nur eingebildet.

Nun ja. Auf alle Fälle war ich froh, als ich dann  e n d l i c h  wieder zu Hause ankam.
Mein Katerli hat sich auch gefreut und mich geküsst. Ich gehe davon aus, dass er damit auch MICH gemeint hat - und nicht die leckere Gemüsessuppe, die ich dann am Abend kochte.

Das Wort mit G sag ich niiiieeeee mehr!

ICH KRIEG SIE NUR NOCH!

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