Donnerstag, 12. Mai 2011

DER ZEIT VORAUS

Dieser Tag fing schon kurz nach Mitternacht an zu schwächeln.

Ich konnte und konnte nicht einschlafen. Unzählige Herden Schafe sprangen über das imaginäre Gatter – mitten in meine knallwachen Sinne.
Das unkomfortable Weckergebimmel um 05.00h möchte ich aus Jugendschutzgründen nicht näher kommentieren.

05.30h – nach Kaffee und Dusche vor dem Spiegel im Bad angekommen, befand ich es für dringend nötig, optisch-visuelle Vorkehrungen zur Optimierung meines Ichs zu treffen. Die neuste Errungenschaft in Sachen Make-Up sollte mir dies erleichtern. Meinte ich.

Leute – kauft nicht diese allerneusten Errungenschaften, bei denen man das flüssige Beige-Braun mittels Pinsel aufträgt. Es sah aus … als hätte ich ein Date mit Sitting Bull und würde am Regentanz der Sioux ums Lagerfeuer teilnehmen.
Schön angemalen.
Also: Wer noch nie eine Wohnung in Eigenregie renoviert und Wände aufgehübscht hat, sollte besser die Finger von diesem Gepinsel lassen.

Eine halbe Stunde später:
Ich torkelte – etwas zu spät – meinem Roller Giovanni entgegen, auf dass er mich wohlbehalten und schnell an den Bahnhof bringen solle. Er kennt ja den Weg und ich muss nur rechtzeitig bremsen. Bis auf dies legendäre eine Mal, ist es mir auch prima gelungen. Dies eine Mal jedoch, holperte ich dann aber infolge Nichtbremsung ziemlich ruppig über die hohe Bordsteinkante, meine C-Körbchen knallten voll an die Hupe (… was für ein Wortspiel wäre hier möglich! … ) und verursachten ein Ohren- UND Augenspektakel mit Aufsehen und Gelächter sämtlicher Zuschauer / Zuhörer.
Na ja.

Heute gab es ca. 300m vor dem Ziele am Bahnhof nix mehr zu holpern. Sozusagen Flasche leer. Hätte ich an einem der letzten Tage bloss der innig gelbblinkenden Bitte meines Giovannis nach Benzin nachgegeben! Dann wäre mir die heutige Latsch-Partie mit Giovanni an der Hand zur – zum Glück! – nahegelegenen Tankstelle erspart geblieben.

Und auch die Betankung. Scheiss Blöde Betankung.

Dazu wäre detailliert zu vermelden, dass Vespa‘s wie mein Giovanni gar nicht so einfach zu befüllen sind. Davon habe ich schon mal berichtet. Auch heute wieder … ich, in Eile … haue den Zapfhahn subito in die Öffnung und gebe mittels des Zughebels sozusagen Vollgas.
Benzin schiesst fontänenartig aus dem Tank, sprudelt mir über Hände, Jeans und meine pinkigen Lieblings-Wildledersandalen.

Schwindelerregender und übelkeitsfördernder Benzin“duft“ (welch Frust!) vermischte sich ultimativ mit meinem wunderbaren Parfum „Rose Essentielle“ von Bulgari (welche Lust!) und roch genau so unsäglich schlimm wie es sich anhört.
Befand übrigens der Mann im Zugsabteil neben mir sitzend auch – seine Blicke in meine Richtung waren definitiv aussagekräftig genug und durchaus richtig zu deuten. Zu meinem Nachteil.

Kurz vor Bern prangte da – ich wunderte mich ja gar nicht mehr – an der Temperaturanzeige eine grosse 13.
Nomen est omen.
Also … irgendwie bin ich der Zeit voraus … Freitag, der 13te …



… MORGEN IST BEI MIR SCHON!

Mittwoch, 11. Mai 2011

ICH BIN NICHT KONFORM!

JUDIHUIII! ANITA und NICOLE'S BUNTES HAUS sind neue Sterne am Geschichtenhimmel! Darüber freue ich mich megamässig und heisse euch ganz herzlich willkommen! Schön seid ihr hier - ich wünsch euch Spass und Freude an meinen kleinen, grossen Lebensgeschichten aus meinem manchmal chaotischen Alltag.

Heute ist mein freier Tag.
Also der Tag, an dem alles gemacht werden muss, was in Familien so gemacht werden muss.
Die Liste der TO-DO-Arbeiten hatte ich in die Staubschicht neben den Fernseher geschrieben. .-)

Na ja - heute stand auf meiner zu erledigenden Liste noch: Passfotos für den neuen Führerschein.
Die lieben Menschen auf dem Amt sind mir nämlich auf die Schliche gekommen, dass ich noch einen ALTEN Führerschein habe, gedruckt auf richtiges, griffiges Papier. Das geht ja gar nicht! Das ist sozusagen eine Straftat! Und weil ich nach freundlicher Aufforderung vor 14 Tagen diesem Anliegen des Amtes noch nicht gefolgt bin, habe ich eine weniger freundliche, ziemlich ultimative, zweite Aufforderung bekommen, in welcher mir ein Verfahren in Aussicht stellt - falls ich nicht innert 5 Tagern zu Kreuze krieche.
Da ich es nicht mag, wenn man gegen mich verfährt, habe ich nun beschlossen zu kriechen. Wohl oder übel. Was eben unter anderem heisst: neue Passfotos anfertigen.

Also habe ich mich kurz vor Mittag, gestriegelt und aufgehübscht, Richtung Bahnhof gemacht. Da steht so ein PRONTO-PHOT-Automat. Dem habe ich mich dann vertrauensvoll anvertraut, in der Hoffnung, es möge grad momentan keine Schulklasse auf Maibummel sein ... mag ich gar nicht, wenn ich döflich ins Nix grinse und dabei von kichernden Teenies beäugt werde.

Jedenfalls war da keiner und ich trat ein. "Guten Tag" sagte da jemand. Reflektionsartig grüsste ich zurück - um im gleichen Augenblick zu bemerken, dass mich bloss die Automatenstimme begrüsst hat.
Typisch ich. Immer freundlich.
Ich setzte mich dann mal hin und liess mich instruieren - ich musste erst mal auswählen, ob ich Fotos in Passqualität, Funfotos, grosse Fotos oder andere Bilder machen möchte. Je nach dem musste ich Taste 1, 2, 3 oder 4 drücken. Ich Dussel hatte natürlich meine Lesebrille zu Hause liegen lassen und verdrückte mich erst mal in die Sparte "Funfotos". Ich merkte aber sofort, dass die auf dem Amt mein Porträt als SMILE umgewandelt nur halb so lustig finden würden wie ich es befand - und korrigierte sofort mit der grünen Taste. Worauf es so weiter ging:
"Stellen Sie den Stuhl auf die genaue Höhe ein - damit ihr Kopf in das vorgezeichnete Oval auf dem Bildschirm passt."
Ok - ich scrollte die unbequeme Sitzgelegenheit rauf und runter, bis ich endlich in der gewünschten Position sass und meine Augen auf dem waagrechten Strich inmitten des Ovals sozusagen aufgespiesst waren.
"Halten Sie den Mund geschlossen, halten Sie den Kopf gerade, sitzen Sie still, sprechen Sie nicht, lachen Sie nicht"
Na prima - dann darf ich also nicht mal mein Doppelkinn weggrinsen? Den Kopf nicht neckisch so leicht nach links drehen, damit meine Schokoladenseite so richtig zur Geltung kommt? Nicht reden? Und wer redet mir denn jetzt Mut zu? Still sitzen? Ojeeee....

Ich machte wie geheissen - obschon das mit dem Lächeln ging ja gaaaaar nicht. Ich deutete ein sanftes, freundliches Gesicht an, ohne aber die Zähne zu blenken.
"Wenn Sie den Vorgaben gefolgt sind, drücken Sie jetzt den grünen Knopf"
Ich drückte.
"Jetzt geht es los - KLICK!!!!!!"
Es klickte - und ich sah mein Konterfei freundlich lächend vis-a-vis.
"Ihr Bild ist leider nicht Pass-konform, bitte beginnen Sie von vorne".

Und so ging das 4x!! Eigentlich müsste die einem sagen, dass man erst mal jemanden vor der Kabine draussen derart provozieren soll, damit der einem eines auf die Fresse haut. Und genau mit diesem Frust dann in die Kabine sitzen - und jaaaaa nicht lächeln! Dann kann man das eventuelle Glück haben, dass es Pass-konform wird, das Föteli.

Beim 5ten Mal war es mir schnurzpiepegal, ich stierte wie eine ausgeraubte, abgehalfterte Puff-Mutter (mein Make-Up wurde farblich wohl etwas gepush....) in das vorgezeichnete Oval, dachte an Mord und Totschlag, Krieg und an eine Waage, es machte KLICK ... und ich war schon wieder nicht konform.
Und ich wollte jetzt gar nicht mehr wissen warum!! Dabei sehe ich derart Schwerverbrechermässig aus! Ich verfüge visuell über übelste Qualitäten! Segelohren? Dicke Lippen? Stechender Blick?
Ich liess ausdrucken - und fertig. Non-konform hin oder her! Fertig lustig!


Jetzt schicke ich diese non-konformen Fotos ein und harre der Dinge die da kommen.
Wahrscheinlich schickt man mir das Ganze wieder zurück und weisst mich erst mal freundlich darauf hin, dass ich Pass-konforme Fotos machen lassen müsse.
Sollte es so kommen, dann werde ich genau in diesem Augenlick meine wutentbrannte Laune zum konformen Passfoto nutzen müssen - ansonsten verfahren die gegen mich. Echt.
Jessesgott!
Ich halte euch auf dem Laufenden.

Und jetzt ...

... DARF GELACHT WERDEN!

Dienstag, 10. Mai 2011

KENNT IHR MANHATTEN?

Neneneee!
Nicht die Stadt mit den hohen Häusern am Hudson River.
Manhatten liegt in der Schweiz!
MANHATTEN ist nämlich die Schweizer-Kampfkuh-Königin 2011 aus dem Wallis!

Zugegebenermassen ist "Manhatten" jetzt nicht ein ursprünglicher, typischer, gebräuchlicher Schweizer Name wie Heidi, Vreni, Klara und Fränzi. Aber wir wollen hier ja nicht allzu spitzfindig sein.
Unsere Manhatten verfügt dafür aber über eine typisch schweizerische Eigenschaft: sie hat einen harten Kopf - "e herte Gring", wie man bei uns sagt. Den braucht sie allerdings auch!

DARUM:

Zum harten Schädel kommt noch ihr starker, stämmiger, eher kleinwüchsiger Körperbau. Und dunkles Fell. Nicht blond.
Ähnlichkeiten mit lebenden Personen ... Rindviechern ... oder so ... wären also rein zufälliger Natur und nicht gewollt.

Was dem Spanier der Stier - ist dem Schweizer die Kuh.
Seit der Milka-Lila-Kuh-Werbung weiss dies eh die ganze Welt. Mit fällt gerade ein ... woher kommt überhaupt der Ausdruck "Kuhschweizer?
Die Spanier allerdings spielen das böse Spiel (ich verabscheue es zutiefst!) mit ungleichen Ellen. Wir friedliebenden Schweizer machen das ganz anders - lassen machen .... Auge in Auge ... Kuh gegen Kuh.

Kuhkämpfe haben lange Tradition. Darum herum ranken sich Sagen und Geschichten.
Märchen und Mythen sind so oder so das Salz in der Suppe im Val d'Hérens, im Eringertal, welches zu den authentischsten Seitentälern des Wallis zählt. Nachdem der Hérens-Gletscher sich am Ende der letzten Eiszeit zurückgezogen hatte, meisselte der Gebirgsfluss Borgne das 30 Kilometer lange Tal von Arolla im italienisch-schweizerischen Grenzgebiet bis hinab nach Sitten – und hinterliess bizarre und archaische Karst-Formationen wie etwa die Pyramiden von Euseigne. Noch bekannter als diese Landschaft sind die schwarzbraunen Eringerkühe. Jedes Jahr messen sich die besten und stärksten im Ring bei organisierten Kuhkämpfen. Die stärkste wird dann jeweils zur Königin erkoren.

Passiert ist dies alles am letzten Wochenende.

Rund 14'000 Besucherinnen und Besucher kamen am Wochenende nach Aproz (VS), um sich die traditionellen Kuhkämpfe anzusehen. Wie jedes Jahr fand neben Züchtern und langjährigen Kuhkampf-Liebhabern auch viel Walliser Prominenz den Weg in die Arena. Das Westschweizer Fernsehen übertrug die Kämpfe live.


Gut 200 Eringer-Kühe kämpften um den Sieg. Die meisten von ihnen stammten aus dem Kanton Wallis, aber auch Bauern aus der Waadt und dem Kanton Neuenburg nahmen mit ihren Tieren an den Kämpfen teil. Zum ersten Mal fanden der Anlass heuer an zwei Tagen statt. Am Samstag gab es Markt sowie Tierausstellungen.

Fast so störrisch und eigensinnig wie ihre stämmigen Kampfkühe sind auch die Berg- und Talbewohner selbst – Eigenbrötler eben. Als im vorletzten Jahrhundert ein Zürcher Landvermesser zwecks genauer Kartografie im damals noch praktisch unbekannten Seitental anreiste, wurde der neugierige Fremde von der aufgebrachten Bevölkerung kurzerhand und unsanft vertrieben. Denn die nur den romanischen Arpitan-Dialekt parlierenden und des Schwyzertütsch nicht mächtigen Bergler fürchteten, dass es sich beim Geologen um einen Steuereintreiber handeln könnte. Die Folge war, dass der Standort der mächtigen Dent Blanche während langer Zeit auf der Landkarte nicht richtig lokalisiert war. Schlimmer noch: Zeitweise erhoben sogar zwei Viertausender Anspruch auf den gleichen Namen: die besagte Dent Blanche und die im Eringertal nur selten sichtbare Dent d'Hérens.

Ihr staunt? Waaaas - so läuft das in der kleinen Schweiz?
Jaja, wir sind ein bisschen eigen - und haben eine gut funktionierende direkte Demokratie ... supplement einen Schwingerkönig mitsamt Kuhkönigin (grosse Steine werfen wir übrigens auch noch in der Gegend rum, den Unspunnenstein - davon ein ander Mal).

Fehlt jetzt eigentlich nur noch so ne flotte Prinzessin. Ne ganz flotte. Also ne ganz ganz doll flotte.
In blond ... würd ich mal sagen. Im Kontrast zur Kuh stehend.

ODER? :-)

Montag, 9. Mai 2011

SONN(EN)TAG @ STERNENZAUBERHAFT.CH

Muttertag ist für mich persönlich etwa so überflüssig wie Keuchhusten und Brechdurchfall.
Über das Wieso und Warum habe ich mich bereits im letzten Jahr erklärt - und dass ich mich in jeder Hinsicht der "Erfinderin" des Mutterstages anschliesse, welche bald mal merkte, dass dieser Tag in die völlig falsche Richtung spurtete und sie sich deswegen Zeit ihren Lebens und unter Aufwand all ihres Geldes, ihrer Gesundheit für dessen Abschaffung einsetzte.

Nicht dass ich Mütter nicht achte - bin ja selber eine. Aber bestimmt nicht so ...

Alles hier nachzulesen:
ICH HAB MUTTERTAGS-ALLERGIE!

Die sichtbare Untermauerung meines Empfindens wurde gestern unbeabsichtigt von diesem Restaurant genährt ... es zeigt ohne Worte, gegen was ich mich so vehement verweigere.

OHNE WORTE!!!!

Toll fand ich hingegen, dass das Didgeridoo nun meinen Namen trägt.
Ich hatte euch davon gestern schon erzählt.
Sieht toll aus!

Diesen wunderbar-herrlich-sonnigen Sonntag haben wir Draussen verbracht.
Sind mit dem Zug nach Interlaken gefahren. Durch das Städtchen flaniert ... ein Genuss!

Irgendwo hat es dann soooo fein geduftet, dass sich uns das Wasser im Munde sammelte.
Daran kamen wir nicht vorbei ... sich in den Garten setzen und schlemmen war ein Muss.
Und nirgendswo ein Plakat mit Affenmama und Affenkind ... und Mutttertagsmenü.
Mhhhhhh!

Gegen 21.00h verabschiedeten wir uns dann auf dem Bahnhof Interlaken.
Der Kater fuhr Richtung Meiringen - ich Richtung Thun.


SCHÖN WAR'S!

Sonntag, 8. Mai 2011

DIE GESCHICHTE EINES DIDGERIDOOS, EINER HOFFNUNG - EINES GLAUBENS AN SICH SELBER

Meine lieben Menschen in diesem Blog

Gestern habe ich an dieser Stelle - wie man so schön sagt - "die Hosen runtergelassen".
Klartext geschrieben. Klare Texte kamen von euch auch zu mir zurück, auf vielerlei Wegen. Und ein jedes Wort, all das zwischen den Worten, hat mich bestärkt in dem was ich tue.
Ihr seid reine Energie! Toll! Danke!

Ich möchte euch heute die Geschichte eines Didge erzählen. Es ist aber nicht nur die Geschichte eines Didge, es ist die Geschichte der letzten Monate und Wochen meines Katers. Ein Werdegang im wahrsten Sinne des Wortes, ein Werden. Arbeiten, Herausarbeiten. Weg mit dem Groben, herauslösen, schleifen, Feinarbeit.
Eine sehr interessante Entwicklung - von aussen für mich und die Aerzte ein sichtbarer Schritt in Richtung RICHTIGEM Weg.
Erstaunlich, was so ein Mensch zusammen mit einem Stück Holz zu erzählen vermag, so ganz ohne Worte. Deshalb schreibe ich jetzt auch nicht mehr allzuviel, sondern lasse die Bilder sprechen.

Kommt mal mit auf den Weg dieser Geschichte ...

... begonnen hat alles in der ersten Woche der Therapie. Als klar wurde - von Fachleuten endlich mal laut ausgesprochen: Im Umfeld seines alten Berufes ist Heilung von Körper und Seele ein Ding der Unmöglichkeit. Kein einfaches Fazit mit 47 Jahren, in unserer heutigen Zeit.
Viele viele Gedanken wurden gewälzt, tausend Un-/Möglichkeiten durchgespielt, durchgedacht und zuletzt blieb etwas übrig: Holz.

Mein Kater ging in den Wald, sprach mit dem Förster, bat um Hilfe. Und er bekam geschenkt: den Baumstamme eines noch kleinen Lindenbaums. Und hier beginnt die Geschichte, sie spielt vor allem in der Privitaklinik Meiringen, innerhalb des Therapieangebotes "Holz", einer kleinen Schreinerei innerhalb der Klinik ...

... hier der Lindenstamm. Der wurde dann mit einer Bandsäge halbiert,
und in stundenlanger Handarbeit mit einem Holzbeitel ausgehöhlt ...

... nach Tagen dann der Moment, in dem die 2 Hälfen des Stammes wieder zusammengefügt wurden. Mit Drahtbürste und Feilen hat der Kater das Innere des werdenden Didges weiter verfeinert ...

... das Didge war in all den letzten Wochen immer dabei. Selbst auf Wochenendbesuchen zu Hause. Auf dem Balkon wurde gewerkelt, der Stamm von der Rinde befreit, fein geschliffen - streichelt man darüber, ist es zart und weich wie ein Babypopo ...

... und irgendwann in der letzten Woche nahm es Form an. Und Farbe. Sein Ton wurde klar und klarer,
Es wurde.
Es wird.

Gestern dann die Hauptprobe. Tönt es gut? Gefällt es?
Ich hatte den Kater (infolge "Belastungswochenende" - ihr wisst schon) mit zur Ausstellung in meine Garage mitgeschleppt. Ich musste arbeiten.
Er unterhielt unterdessen die Anwesenden. Die Kunden standen draussen und hörten zu, die Kinder scharten sich in meinem Büro nahe um ihn herum.
Was zu hören war gefiel - und wie!

HAUPTPROBE BESTANDEN!
Jetzt erhält das Didge noch einen Namen. So wie es die Ureinwohner in Australien auch machen - die schreiben die Geschichte des Didgeridoos darauf, von der Suche des Stamms bis hin zum Instrument.
Der Kater gibt sich grosse Mühe und wächst sichtlich an dieser sich selber gestellten Aufgabe.

Das Didge wird übrigens:
FRANZISKA UND JÖRG
heissen. In elbischen Buchstaben geschrieben.
Dies war sein Wunsch.

Nun werden wir sehen was wird. Mit dem Austritt aus der Klinik in der nächsten Woche ist das Didgeridoo dann fertig. Spielbereit. Ein kleines Kunstwerk.
Der Kater hat mit diesem Didge zusammen eine alles umfassende Entwicklung erlebt. Das Didge ist zum Spielen bereit - der Kater hat die Hoffnung, dass es nun auch zum Leben bereit ist.
Schreiner will er werden - der Antrag zur Umschulung an die IV (Invaliden-Versicherung) ist gestellt, das RAV (Regionales Arbeitsvermittlungs-Zentrum) klärt seinerseits die Möglichkeiten ab.
Das Allerwichtigste: Eigeninitiative!
Wer Tipps hat, eine eigene ähnliche Geschichte, Ratschläge ... ich würde gerne davon wissen.

So oder so - der nächste Tag ist schon morgen.
Und man kann jeden Tag etwas bewirken, wenn man will.

ICH WILL
- UND ALLES ANDERE WIRD SICH ZEIGEN

Samstag, 7. Mai 2011

BELASTUNGSWOCHENENDE UND EIN PAAR KLARE WORTE AM RANDE

Nicht dass ich jetzt als Ketzerin verschrien werde - aber bleibt einem manchmal nicht einfach die Ironie, um während einer schwierigen Zeit nicht in das grosse, schwarze Loch zu fallen? Lacht man nicht manchmal um nicht weinen zu müssen?

Ich geh heut ein zugegebenermassen heikles Thema mit Augenblinzeln und dem einen oder anderen Lachfältchen in den Mundwinkeln an. Ich bin in der glücklichen Lage es noch in der Hand zu haben ob mein Glas halbvoll oder halbleer ist.
Und solange ich noch einen Sternenzauberfunken Fränzi Original in mir spüre, wird es immer halbvoll bleiben. Das wage ich mir zu versprechen!

Also: Belastungswochenende.
Letzten Donnerstag Abend rief mich mein Kater an, um mir zu berichten, dass er vom Freitag bis Sonntag zum sogenannten "Belastungswochenende" nach Hause müsse, dürfe, komme ... was auch immer. Wahlweise. Für diejenigen die meine Lebensgeschichte nicht tieferschürfend kennen: Mein Mann - genannt Kater, Katerli, Katerli-Schätzu oder auch nur Mann, im schlimmsten Falle Mann!! (man höre imaginär die Ausrufzeichen) - hat ein, sagen wir mal, ereignisreiches Leben hinter sich. Von Unnötigem viel zu viel, vom Nötigen viel zu wenig. Und dann merkt mann mit bald 47, dass da Grundsätzlichstes schief gelaufen ist. Teufelskreise entstehen, Lügengebäude geraten ins Wanken ... die Seele macht da plötzlich nicht mehr mit, der ganz grosse Kollaps droht nicht nur, er passiert. Unvermittelt und mit unbarmherziger Härte.
Das war im 2010. Er hatte sich in seinem Leben verloren, ganz und gar.

Mehr als ein halbes Jahr Klinik, dann Tagesklinik, viel Arbeit an und mit sich - und die berechtigte Hoffnung, es zu schaffen. Chaos aber auch in mir - die neue Situation war für mich alles andere als leicht zu begreifen, zu akzeptieren. Da sieht man sich plötzlich einem ganz anderen Menschen gegenüber, erkennt die Trümmer in diesem Leben des Partners und muss aufpassen, nicht selbst ein Trümmerteil zu werden. Man zerbricht daran schneller als man denkt ...
Viel Arbeit, ganz viel Arbeit auch für mich - Angehörige werden oft vergessen und nur als Randfiguren betrachtet. Ressource. Ich kann das Wort nicht mehr hören - weil ich nicht Ressource, sondern Mensch bin, Frau bin.

Ende letzten Jahres der grosse Knall ein paar Tage vor Therapieende: Job weg. Und somit viel viel an dringend notwendigen Perspektiven für ihn. Die späte Einsicht, seinen Beruf nie wieder ausüben zu können. Zu viele sogenannten Trigger-Punkte. Trigger heisst in diesem Sinne "Auslöser". Fallen, Stolpersteine - Gefahr. Nie mehr ins Büro, nie mehr an den Computer. Handwerk muss her, Zufriedenheit mit Geleistetem ... am Abend in die Hand nehmen können, was tagsüber geschaffen wurde.
Doch ... wie macht man das? So ganz ohne Selbstvertrauen? Und nur Angst im Nacken?

Nach einer kurzen Phase des zu Hause Seins kam Anfang dieses Jahres der grosse Rückfall in alte Muster und eine Depression, die ihresgleichen sucht. Jeder Atemzug zu viel für ihn. Lähmung, Stille, Rückzug, Aggression gegen sich und andere. Ein nicht zu ertragender Moment.
Eine persönliche Bankrotterklärung.

Eine Situation, welche ich nicht mehr mittragen konnte. Nicht nur kein mehr WOLLEN - auch kein mehr KÖNNEN. Mit viel Leid, Tränen und zugegebenermassen auch Wut zusehen, wie der Andere immer weiter in die Tiefe fällt, nicht mitfallen wollen. Nein, auf keinen Fall.
Ihn loslassen, um weiterleben zu können. Ihn wegschicken, weit weg - in die Klinik. Diesmal ein Gang, den er ohne mich antreten musste. Nicht wie im letzten Jahr.
Tat weh und tat vor allem gut.

Das war vor einigen Monaten. Seither ist viel Zeit vergangen in der ich wiederum viel gelernt habe. Ich bin auf dem Weg - meinem Weg, seinen Weg im Augenwinkel behaltend. Ich habe mal mich in den Mittelpunkt gestellt, meine Bedürfnisse, mein Leben. Er musste zu sich schauen, ich zu mir.
Diesmal hatte wir nur eine Paarsitzung in der Klinik - ich leite seit Anfang dieses Jahres eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Menschen in ganz kritischen psychischen Situationen. Dies ist wohl auch der Grund, dass ich gelernt habe, meine Bedürfnisse mindestens ebenso ernst zu nehmen wie die Bedürfnisse meiner Mitmenschen. Ich bin immer da wenn man mich braucht, aber zuerst komme ich. Weil ich auch erst DANN im guten Sinne parat für Andere bin.
Eben nicht Ressource ...
Das habe ich den Aerzten, Therapeuten in der Klinik auch erklärt - und dass ich keine zurecht gebogene Wahrheit ertrage. Entweder ganz oder gar nicht. Im Leben oder aus dem Leben, aber kein "ein bisschen Leben". Solche Wechselbäder soll nehmen wer will, ich will es nicht.
Einer der Aerzte meinte dann: "Sie wissen aber genau, was sie wollen". Ja, das weiss ich - mittlerweilen. Wenn auch noch längst nicht alles, so doch vieles. Und jeden Tag ein bisschen mehr.
Seither treffe ich diese Aerzte und Therapeuten bei mir in Thun im Café, oder wenn sie wollen, bei mir zu Hause, auf einen Kaffee.
Da lässt es sich besser reden, offener, habe ich bemerkt. Das Gespräch geht dann von Mensch zu Mensch und wird nicht in der verbal-samtbezogenen Komfortzone geführt. Fakten. Tatsachen. Ehrlichkeiten.
Das hilft zumindest mir persönlich wesentlich mehr als Weichspülargumentationen und Hoffnungsgedanken, welche in der Realität leider nicht greifen. Schöndenkerei in allen Ehren, aber wir leben im HIER und JETZT und HEUTE. Und jeder Tag muss im Voraus gelebt und kann erst im Rückblick genauer bewertet, verstanden und erklärt werden.
Dies gilt es zu tun, jeden einzelnen Tag. Und die Verantwortung liegt bei einem selbst.

Die Therapie in der Klinik für den Kater geht nun dem Ende entgegen.
Was dort getan werden konnte, hat man getan. Mein Mann hat wiederum viele Erkenntnisse sammeln dürfen, hat neu gelernt, lernt sich kennen. Und ERKENNEN. Zumindest ist nun auch die Belastung des früheren Umfeldes weg.
Manchmal ist es sehr schwer zu erkennen, wo die Quelle des Giftes herkommt. Weiss man es aber, muss man handeln. Ein langer Weg, ein schwerer Weg. Aber am Ende des Weges steht Heilung.

Vorgeschaltet dem Austritt geht das nun also das sogenannte "Belastungswochenende" voraus. Ironisch hab ich gefragt, WER denn nun belastet werden soll ... er? Ich? Meine Kinder? Und - in welcher Hinsicht soll ich belasten? Er belastet werden?
Ich hätte dazu einiges an  Bedürfnissen - ohne jetzt genauer darauf eingehen zu wollen. Aber das würde der arme Mann so gesehen nicht überleben.
Bin ja von Natur aus temperamentvoll und Vollblutfrau :-), ihr wisst.
Mit dem Aerzteteam werde ich diesbezüglich noch ein paar Takte zu reden haben. Meine 50% Belastung wären nämlich gerne darüber informiert und dazu befragt worden. Und zur Nachsicht würde ich auch gerne in den erlauchten Kreis der Informaten gehören. Damit ein umfassenden Bild hinsichtlich des Austrittes gemacht werden kann. Soviel an Seriosität gehört meines Erachtens dazu.
Ich habe nämlich was zu sagen - und will gehört werden.

Dafür werde ich heute und in der Zukunft einstehen. Ich will mich einsetzen für Angehörige in solchen Situationen. Ich habe diese neue Aufgabe für mich gewählt und habe in den Menschen meiner Selbsthilfegruppe zuverlässige Mitkämpfer und Mitkämpferinnen gefunden.

Wie es weitergeht bei mir? Ach ... so genau weiss ich das noch nicht.
Nächste Woche gehts erst mal Richtung Rhodos in die Sonne, ans Meer. Vielleicht alleine, vielleicht mit dem Kater. Man wird sehen.
Genau so sieht auch meine Zukunft aus, welche ich durchaus kraftvoll und mit Freude angehe. Vieles steht noch in den Sternen - aber dort ist es gut aufgehoben, so viel ist klar.
Sicherlich kommt noch vieles auf mich zu - Arbeit, Gedanken, Entscheidungen, vielleicht auch Tränen.
Die Hoffnung auf ein Happy End hat auch noch was mitzureden. Klar.

Aber entweder wird das Spiel jetzt nach ausgehandelten Regeln gespielt - und das zuverlässig und ohne gezinkte Karten, doppelten Boden - oder gar nicht.

Was immer auch kommt, wie immer es wird, wohin es auch geht ...

... ICH BIN SCHON DA!

Freitag, 6. Mai 2011

SCHRUMPEL-ICH ... ODER: DIE ERNÜCHTERUNG

Vorab - GANZ HERZLICH WILKOMMEN liebe NATALIE-WORLD! Schön hast Du hierher gefunden, fühle Dich wohl in meinen kleinen und grossen Geschichten, hab Spass und Freude.
Ich freu mich über Dich!

Und nun zum Heute:
Wie gestern schon angepriesen und darüber berichtet:
Wir - also "meine" Garage und ich - feiern 30jähriges Jubiläum!
Das Radio hat davon berichtet, wir stehen in der Zeitung, wir haben gross eingeladen.

Allesamt standen wir heute Morgen frisch gestriegelt und herausgeputzt parat - schliesslich sollen unsere Gäste in stilvoller Eleganz, mit frisch-fröhlichem Charme und der uns eigenen Freundlichkeit begrüsst, bewirtet, unterhalten werden.
Meine Mann hier haben sich extra schön gekleidet -mal nicht im Blaumann, sondern richtig flott-schick. Wirklich lecker, die Jungs!

Damit ich als einziges weibliches Wesen hinter all der testosteronischen Männlichkeit nicht total abfalle, habe ich mich selbstverständlich - alle Möglichkeiten ausschöpfend - aufgehübscht. Gestern Abend wurde das Verschönerungsprogramm mit Pflegebad gestartet, via Honig-Quark-Ei-Gurkenmaske bis hin zur Olivenölspülung für's glänzende Haar, trendy Nagellackfarbe.
Die heute speziell edle Kleidung sorgsam ausgewählt, das Make-Up farblich darauf abgestimmt und Parfum excellent. Das Gesamtwerk ein Oberburner!

Ich fühlte mich so kunstvoll getunt glatt 7.4 Jahre, 15 Tage, 9 Stunden, 33 Minuten und ca. 17 Sekunden jünger. Schwebte dahin in meiner weissen Tunika - engelsgleich und elfenähnlich. Spürte kaum Bodenberührung und stupste im übertragenen Sinne glucksend lachend mit den Fingerspitzen an die Schäfchenwolken am ansonsten sonnig-warmen Himmel.
Aber nicht für lange.

Mänu: "Fränzi - toll bist Du heute angezogen!"
Ich: *schwach errötend" "DANKE!"
Mänu: "Also, wirklich, echt. Gefällt mir gut ..."
Ich: *fleckige Freudenrötungen im Decolleté* "DANKE!"
Mänu: "...ausser vielleicht: warum hast Du denn die Bluse nicht gebügelt...?"
Ich: *hektische Flecken überall* "MÄNU - DAS IST CRINKLE-STOFF! DAS MUSS SO SEIN!!!"
Mänu: *leicht verwirrt* "Aha"


Es muss ca. 08.15h gewesen sein, als die Fingerspitze des Zeigefingers meiner rechten Hand vom Wölkchen hoch oben am Himmel abrutschte, ich mit Full-Speed dem Boden entgegen raste und 20 Sekunden später voll auf den Asphalt vor der Garage knallte.
Sozusagen also auf dem Boden der Realität ankam.


"Also Mänu - ich habe gestern Abend EXTRA eine Extra-Super-Drooper-Riff-Filler-Maske aufgelegt, bloss damit meine Tunika sich nicht assortiert zum Hautbild darstellt! Bis eben war ich sooooo schön! Und jetzt kommst Du und stiehlst mir meine Wonne-Wohl-Hochgefühle unter den, den Boden nicht berührenden, Füssen weg. Crinkle ist der Bringer der Saison - ich bin hipppp! Und Du merkst das nicht mal! Also ...
... soll ich Dich jetzt noch lieb haben?"

Mänu machte einen etwas zerknautschten Eindruck.
Sein Gesicht war plötzlich meiner Crinkle-Tunika nicht unähnlich.
Wahrscheinlich wird es genau dieser Augenblick gewesen sein, als unsere Blicke sich trafen und ... wir in schallendes Gelächter ausbrachen.

Selbstverständlich ist meine Crinkle-Tunika sowas von UP TO DATE.
Ein Hingucker der Extraklasse.

Und falls jemand es noch nicht wissen sollte:

SCHRUMPELIG IST IN!!!  :-)

Donnerstag, 5. Mai 2011

SIEHST DU WAS ...???

Ausstellung!
Frühlings-Ausstellung!!
Jubiläums-Frühlings-Ausstellung!!!
Wir sind nämlich 30 Jahre alt!!!!

Statt nach Benzin, Pneugummi und Bremsflüssigkeit riecht es bei uns seit heute nach Bratwurst, Aufbackbrötchen und scharfem Senf. Nebst den Düften des Frühlingsputzes wohlweislich, die Mannen hier haben alles gegeben, Garage samt Werkstatt blitzeblank gescheuert.
Wir als Team glänzen selbstverständlich mit unseren „Boliden“ um die Wette und geben Allesamt ein totaaaaal schönes Gesamtwerk ab.

Blümchenstauden stehen da, wo ansonsten der blanke Stahl der Felgen glänzt. Statt Öffnungszeiten steht gross WILLKOMMEN an der Türe und die Dame kriegt nebst der Bratwurst supplement eine Rose in die Hand gedrückt.
Bunte Tage - bunte Laune - buntes Sein. Buntes Leben.
Gut so!

Und weil diese Tage so ein bisschen ganz anders sind als andere Tage, darf ruhig auch zu aussergewöhnlichen Massnahmen gegriffen werden. In Kisten gegriffen werden, die alt und verstaubt sind, aus dem längst vergangenen Jahrhundert.
Solche Uralt-Kisten haben wir viele! Guterhaltene Kisten!
Mich inklusive.

Gestern wurde dann die 25-jährige TEXT-LITE LEUCHTLAUFSCHRIFT aus der alleruntersten Schublade ausgegraben. Da ich gestern nicht anwesend war, wurde ich heute Morgen um 07.00h als allererstes gefragt „ … Fränzi, siehst du was …?“.
Ich schaute mich um. Oh ja! Klar! „Ja Oli, da draussen vor der Garage hängt was runter. Ganz schief. Oh jeee. Muss wohl noch repariert werden? „ Um dem Ganzen zuguterletzt noch ein aufmunterndes: „Ach Du, mach Dir keinen Kopf, wird wohl nicht so schlimm sein“ anzuhängen.

Ok – es war kein defektes Runtergehänge – es war die TEXT-LITE LEUCHTLAUFSCHRIFT. Einsam und verlassen vor der Garage im Lichte hängend, kein einziger Buchstaben war zu erkennen.
Oli war nach meiner Ansprache still. Sehr still.

Ein paar Minuten später war beschlossen und verkündet, dass die Oldie-Tafel in den Showroom befördert wird. Zu mir. Es wurde gehängt, umgehängt, beschriftet, verworfen, neu beschrieben. Gewerweisst, korrigiert, als grandios befunden. „Fränzi schau mal!“, „Fränzi lies mal!“, „Fränzi sag mal!“, "Fränzi schreibt man das so?“, "Fränzi, gut so?“.
Fränzi schaute, Fränzi las, Fränzi sagte, Fränzi schrieb und Fränzi befand als gut. Oder auch nicht.
Vor allem aber: Fränzi lachte. Schallend. Und Alle lachten mit.
Herrliche Szenen spielten sich ab. Wie es bei uns so oft der Fall ist.



Kaum hing das Ding im Raum, merkte man: es bedarf einer Stromzufuhr. Obschon … als der Strom gelegt war, erkannte man deutlich, dass ein paar der Leuchtdioden infolge Altersschwäche erblindet sind und nicht mehr mitspielen. Anyway.
Wir sind ja im Geiste flexibel – und unsere Kundschaft auch!
Jedenfalls habe ich seit heute einen neuen Kollegen, den „LEUCHTI“. Er braucht viel Strom und Zusprache, ist aber ansonsten pflegeleicht und so steinalt, dass wir ihn als Retro-Deko anpreisen können. Ein Blickfang!
Eigentlich wollte ich euch so ein bisschen Laufschrift zeigen, aber „LEUCHTI“ rast mit den Buchstaben derart ungestüm in der Gegend rum, dass mir ein normales Bild leider unmöglich war. Aber mit ein bisschen Phantasie werdet ihr „LEUCHTIS“ Wesen erkennen.


Auf eine tolle Ausstellung! Und dass wir Alle viel Spass haben!
Kommt ihr auch auf eine Bratwurst vorbei?

ES LEBE "LEUCHTI!"

Mittwoch, 4. Mai 2011

KINDER ... KINDER ... KINDER!

Ihr Lieben Bloger und Blogösen!

Was man mit Kindern so alles erlebt. Unbeschreiblich! Und doch mache ich hier den nicht erfolgversprechenden Versuch, Kinder zu beschreiben. Zumindest über sie zu berichten.
Ich mag sie .... diese ganz kleinen, kleinen, mittelkleinen, nichtmehrkleinenundnochnichtgrossen, fastgrossen, mittelgrossen, grossen und ganz grossen Kinder.
Im Alter von 0 - 120.

Erst mal möchte ich euch über die Kinder in meinen Quartier berichten. In Sichtweite ist ein Kindergarten und ein paar Minuten weiter weg eine Grundschule - viele der Kinder spazieren auf dem Heimweg bei uns vorbei.

Hinterlassen schon mal Botschaften.
Wie diese hier:

Ganz besonders gefallen hat mir ja dieses Detail. Bescherte mir einen lauten Lacher!
Ist das nicht herrlich!?

Und dann gestern Abend mein Flo ... ich kam ziemlich geschafft nacht Hause und er ist momentan wegen Krankheit fast nur zu Hause.
Hat gekocht, ein total leckeres Mahl bereitet. Genial! *FREU*!

2 Stunden später lag Flo leider im Krankenhaus. Die Schmerzen nahmen Überhand und auch jetzt, während ich schreibe, laufen grade wieder neue Untersuchungen.
Aber da ich ja ein Mensch bin, der selbst aus verfahrenen Situationen irgendwas Gutes rausholt, darf ich vermelden, dass mein gutes, liebes, freundliches, nettes Kind sich im Spitzenportlerzimmer mit dem momentanen Schwingerkönig, Kilian Wenger, befindet.
Es gibt Schlimmeres.
Auch für Mamis.


Ihr versteht sicher, dass ich jetzt SOFORT mein liebes, freundliches, höfliches, nettes, tapferes Kind besuchen muss.
Der Besuch wird laaaaaange dauern.
:-)

FLORIAN - GUTES KIND!


Dienstag, 3. Mai 2011

WENN'S SCHÖN MACHT ...!

Neneneneneneeeee.

Frischwachgeduscht, frohgelaunt, formgeföhnt, feingeduftet und frühlingsformatiert ... so stelzte ich auf den elastischblauen Halbsandaletten heute dem Bahnhof entgegen. Nach dem gestrigen Arbeitstage - es mussten 1'000 Einladungen für unsere exklusive Wahnsinns-Frühlings-Super-Drooper-Ausstellung gestaltet, geschrieben, gedruckt, gefaltet, eingetütet und mit Postmarken versehen, zur Post gebracht werden. Meine Zunge schlackerte mir gestern Abend kurz nach 20.30h auf der Heimfahrt totaaaal geschafft um die wackeligen, müden Knie.

Darum freute ich mich besonders auf das Heute. Wieder ganz "normaler" Stress - damit kann ich gut. Sass um 06.30h pfeiffend im Zug und tuckerte - bestgelaunt - Bern entgegen.
Hätte ich die Radio-Wetternews 1 Stunde vorher nicht bloss buchstabentechnisch über mich rieseln lassen, sondern hätte zugehört, wäre mir aufgefallen, dass im Berner Mittelland Regen bis zum Boden gemeldet worden war.
Viel viel Regen. Und so extrem nass.

Bern lag bei meiner Ankunft bereits unter einer dunklen Wolke. Die Strassen nass glänzend. Und als ich elfengleich ... oder so ähnlich ... aus dem Zug hüpfte, prasselte es mir ungebremst ins Gesicht. Über das leichte Wolljäckchen. Bluse. Hose. Die halboffenen Schuhe füllten sich.
Ich sah mich um. Und bemerkte, dass alle Anderen wohl bei den Nachrichten über das Wetter besser zugehört hatten als ich. Die hatten Schirme! Und ich nicht!
Es regnete nicht - es goss. Goss wie aus Kübeln. Und alles auf mich!

Behelfsmässig angelte ich mir 3 Zeitungen "20 Minuten" aus dem Zeitungsspender und legte mir also zusammengerechnet 1 Stunde bedrucktes Papier über den Kopf. Hielt links untd rechts die kleine Zeitung an die Wangen gepresst und eilte der Stassenbahn entgegen.

Das regnerische Megafeucht lief mir seitlich in die Jäckchenärmel, ich flutschte in den pitschnassen Schuhen gefährlich rum und erreichte bis auf die Haut durchnässt endlich das Tram. Die Menschen lächelten mich aber immer noch fröhlich an. Ich lächelte - zugegebenermassen ein wenig gequält, aber immerhin - zurück. Erstaunt über so viel herzlich-muntere Anteilnahme an meinem Desaster.

Die Fröhlichkeit meiner Mitmenschen erklärte sich  mir dann beim Blick in den grossen Showroom-Spiegel in unserer Garage. Druckerschwärze hatte sich nämlich verselbstständigt und lief in schwarzen, grossen Tropfen über mein ganzes Ich. Vornehmlich im Gesicht. Ein Bild des Jammers. Und des Schreckens.
Ohne Maske hätte ich problemlos in Michaels Jacksons Video "THRILLER" mittun können. Ich gab einen Premium-Zombie ab! Mit Auszeichnung.


Ach Leute.
So ein Sternenzauberchen hat es nicht einfach.
Gar nicht leicht.

Wobei - alles auch sein Gutes hat. Also ich finde ...

... SCHWARZ STEHT MIR GAR NICHT SCHLECHT!

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