Sonntag, 13. März 2011

KIRSCHBLÜTEN

Mein Handy meldet mir alle paar Minuten neue Schreckensmeldungen. Und ich lese sie.
Höre ich Radio, wird davon berichtet - eine schlimme Nachricht nach der anderen. Und ich höre sie.
Schalte ich den Fernseher, erreichen mich Bilder, die man vergessen möchte und trotzdem nicht mehr vergisst. Ich sehe sie.

Vor etwa einer Woche sah ich einen wunderbaren Film über Japan, über die Zeit der Kirschblüte


Ich denke so sehr an die Menschen in Japan - und finde es derart schlimm, unsagbar schrecklich und menschenverachtend, dass sich auf dem Boden dieser noch nicht mal fassbaren - geschweige denn überschaubaren - Katastrophe, diverse Politiker eine Bühne für den Wahlkampf einrichten.

Und diese coolen Aussagen ... dass es "uns" nicht trifft - dies erscheint mir blanker Hohn und tröstet mich keineswegs. Im Sinne von "tja, schlimm - aber zumindest sind wir nicht davon betroffen".
Ja, dies macht es natürlich um vieles besser ... dass Japan so weit weg ist ... Wind und Meer zu unseren Gunsten entschärfen. Entwarnung.
NICHT BETROFFEN?????? ENTWARNUNG??????

Wieder einmal findet Erich Fried für mich die richtigen Worte:

Wer will
daß die Welt
so bleibt
wie sie ist,
der will nicht
daß sie bleibt.

aus: Erich Fried, Lebensschatten. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 1981.

WAS WOLLEN WIR?

Samstag, 12. März 2011

LIEBE PASSAGIERE ...

Was diese beiden einleitenden Worte mir gestern Abend sagen wollten - dies werde ich euch gleich erzählen.

Doch erst mal will ich ganz herzlich WILLKOMMEN heissen: Familie SCHNUFFSCHAFS. Ich freue mich sehr darüber, dass ihr in meinen sternenbeleuchteten Geschichtenhimmel gefunden hast. Fühlt euch wohl, habt Spass an den kleinen und grossen Geschichten meines manchmal (zur Zeit sehr) chaotischen Lebens. Ich freue mich schon jetzt auf den Gegenbesuch bei euch.

Und nun zum gestrigen Abend:
18.00h, ich platt vom anstrengenden Tag. Sehnsüchtig auf den Zug wartend, auf einen Sitzplatz hoffend ... noch 1 Stunde und ich könnte dann eeeeendlich die Füsse hochlegen, den Abend geniessen.
Aber irgendwie standen da viel mehr Menschen als normal ... und auch da stehen schon viele! Wer nicht in Türnähe steht, kann von einem Sitzplatz nur träumen.
Die Anzeigetafeln berichteten von Verspätungen, Zügen die nicht abfahren, Zügen die nicht ankommen.

Innerlich befand ich meine Situation als gelinde gesagt und wortmässig todgeredet: nicht ideal. Mich dünkt, es tönt immer besser als "kurz vor der Einlieferung in eine Nervenheilanstalt" und dergleichen. Auch Worte die mit SCH beginnen und mit eisse enden, scheinen mir einfach nicht meiner guten Erziehung angemessen. Obschon ich in den letzten beiden Wochen meine gute Erziehung das eine odere Mal in die Tonne gekloppt habe, es Worte und Gesten von mir gab, welche so gar nicht sternenzaubermässig waren.
Dies sei mir aber momentan gestattet.

Und Leute - wenn das Leben auf den Kopf gestellt worden ist, die wunde Kopfhaut infolge Bleich-Tortur schmerzhaft juckt und jede einzelne Haarwurzel spürbar um Hilfe schreit, nervlicher Totalausfall und kräftemässiger Bankrott droht - dann ist der Ausfall des ins rettende Wochenende bringenden Zuges eine Katastrophe! Jawoll.

Gespürte 14 Tage später kam dann gestern Abend ein Ersatzzug.
So eine kleine, herzige, putzige, schnuckelige, platzreduzierte Tschutschubahn. Gefühlte 4 Sitzplatze, 6 Stehplätze. Und dagegen stehend: ca. 10'000 wartende (...na ja ...), entnervte, reisefreudige, wochenendsehnsüchtige, bleiche, schwitzende, rasepulsfrequentierte, blutdruckerhöhte, deoversagend-transpirierende, fussschweissverströmende, fluchende, sich breit machende, urintinktivfolgende Nachhausewoller- und Wollerinnen!!
Ich eine davon.

Das mit den Ellbogen hat bei mir noch nie wirklich geklappt. Deshalb strömten die Massen auch an mir vorbei in den Zug. Den letztmöglichen Platz habe ich mir dann mit Zähneklappern, Charme und Flehen ergattert. Ein paar liebe Mitmenschen hatten Erbarmen mit mir und rückten zusammen, mir Platz machend.

So standen wir dann, Nase an Nase, die Rippen des Nebenstehenden einzeln mir in die Seite stechend, ich roch die diversesten Duftrichtungen von AXA bis hin zum Urochsen, stand auf ungezählte Füsse, ein Ellbogen drückte in meinen Hals mindestens 4 Knie quälten meine Kniekehlen. (....Na ja, also fast....). Und weil ich ganz an der Türe stand (ich war die letzte Person, welche hatte einsteigen können), presste sich meine Wange so richtig voll platt an die Glastüre - jede einzelne Pore war später darauf angebildet. Ich habe übrigens Mischhaut, war klar sichtbar - die Problemzonen Nase, Stirn, Kinn leicht glänzend auf der Scheibe abgebildet.
Sprechen konnten man miteinander nur sehr eingeschränkt, weil alle Brustkörbe gequetscht - das Atmen schwierig war. Man lernte die Menschen um sich herum wortwörtlich näher kennen.


Es war stickig heiss (so eine herzige Tschutschu-Ersatzbahn hat ja auch keine Klimaanlage) und alles andere als angenehm!

Laut aufgestöhnt und bissig-sarkastisch-ironisch-entsetzt-wütend gelacht haben wir Alle dann aber als die Durchsagen kam: "Liebe Passagiere - aufgrund der ausserordentlichen Situation weisen wir Sie darauf hin, dass das Platzangebot in diesem Ersatz-Zug eingeschränkt ist. Wir bitten um Ihr Verständnis. Danke".

Waaaaaaas - eingeschränktes Platzangebot?

HÄTTEN WIR NIEEEEEE BEMERKT!
GRRRRRRR!!!!!!

Freitag, 11. März 2011

ZEBRA-BLOND

Zebra-blond. Jawoll.
Was so viel heisst wie: Die ersten 1 1/2cm Haar am Ansatz sind platinblond. Die zweiten 1 1/2cm sind karottenorangerot. Dann kommt 1 cm mit nicht benennbarem, galligem, blasenentzündungsorange - meine liebe Frisöse Fabi nennt es infolge Ermangelung eines Wortes: retro. Der Rest bis zur Haarspitze erstreckt sich dann über beige zu blond und hellblond.
Deshalb: Im Gesamt-Ein-und-Ausdruck bin ich zebra-blond.

Dies seinem Haar anzutun, möchte ich keinem vernünftigen Menschen anraten. Ich habe mich zum Glück präventiv nie im Leben als vernünftig bezeichnet ...
Anstelle von Haaren habe ich nun nämlichen eine visuell haarähnliche Konsistenz in Form von Viagra-Mousse-gestütztem und Haarspray-gestärktem Tod auf dem Kopf. Zudem prickelt der Haarboden, als hätte ich mir einen exorbitanten Sonnenbrand mit Blasenbildung eingefangen.
Selbst das Liegen tut weh! Leute!

Gestern Abend machten Fabi und ich in (un)heilvoller Allianz das Unmögliche möglich und stylten mich, das Optimum ausschöpfend, so gut es eben das Momentum zuliess. Angesichts der nicht wirklich existenten Möglichkeit, platinblondes in schwarz-violett umgefärbtes Haar wieder in hellem Blonde erstrahlen zu lassen, darf von einem durchschlagenden Erfolg gesprochen werden.
Der allerdings viele bange Augenblicke in sich trug.
Sehr speziell, wie Fabienne jeweils an den Haaren zupfte um zu schauen, ob die sich büschelweise verabschieden - und wie sie die Kopfhaut kontrollierte .... ob die sich denn im Stadium der Auflösung befinde. Wir huschhusch die ätzende Pampe vom Kopfe waschen müssen und es zu retten gab, was noch zu retten war.

Ohne grossartig ins Detail gehen zu wollen - die Wandlung war schmerzhaft und sehr farbenfroh. Via grellrot hin zu korallenrot hin zu neonorange hin zu lachsfarbig, zu totem Lachs-farbig um letztendlich bei farbmässig verendetem, sehr totem, vergammeltem Lachs anzukommen.
Bleichwäsche, bleichen, final totbleichen, spezielle Shampoos, Wässerchen hier, Crèmes dort und und und ...


Nach 3 Stunden war es dann vollbracht:

Als ich gegen 21.30h den Frisörsalon verliess, kam ich an einem Geschäft für Kinderspielwaren vorbei.
Also ... entweder ist der Dekorateur vorher bei Beate Uhse beschäftigt gewesen - oder die
Haarfarbe ist echt so schlimm, dass sich selbst eine Schaufensterpuppe erschrickt!

Ich schwor mir, diese Geschichte niemand Aussenstehenden zu erzählen. Zu peinlich das Ganze!
Als mich dann aber heute Morgen im Bus die nette Frau so nett darauf ansprach, dass dies aber mal was Aussergewöhliches sei und es ihr gefalle (!), da gab ich im überfüllten Bus die Story von A - Z zum Besten. Aus reinem Selbstschutz. Und zur Erheiterung aller Anwesenden.

Da sich im Zug gleich 3 Menschen - davon 2 Männer - zu mir ins Abteil setzten und nicht laut lachten, gehe ich davon aus, dass ich einigermassen zumutbar ausschaue. Die Mannen in meiner Garagen haben das auch gesagt. Aber die sind eh immer lieb zu mir, egal bei was.

Fabi hat es humorvoll auf den Punkt gebracht: "Fränzi, wenn Du es schaffst mit dieser Farbe in der Welt zu bestehen, dann schaffst Du auch sonst alles im Leben".
An dieser Stelle: Du beste und liebste und genialste Frisöse aller Frisösinnen: Danke - für alles! Du weisst schon. Hast Du prima hingekriegt, ganz toll prima! DANKE!

Und ... meine lieben Menschen, was soll ich sagen - ich bestehe. Und wie ich bestehe! Mit durchgedrücktem Kreuz und geschwellter Brust vermittle ich klar den Eindruck, dass ich eine absolute Trendsetterin in Sachen Mode und Haare, Haarfarbe bin. So was von hipp, cool, up to date und in!
Auf dem allerneusten Stand und der Zeit um Meilen voraus!
Ganz selbstbewusst und vor allem: totaaaal selbstverständlich trage ich meine Pracht durch die Welt. Und es gab weiss Gott bereits Menschen, die mir dafür ein Kompliment machten.

Also ...

... WENN DAS KEIN GUTES OMEN IST!


Donnerstag, 10. März 2011

DAS ABHÄNGIGKEITSVERHÄLTNIS

Gestern habe ich von Marie berichtet.
Sie, die mir täglich meine leckeren Latte M.'s und Cappus und dergleichen ausspuckt ... lag im Sterben. Gott sei Dank konnte ich sie mit Herzmassage, einer Operation mittels Zahnstocher und unter gutem Zureden wieder zum Leben erwecken.
Die 16 Stunden Kaffee-Abstinenz waren aber nicht angenehm .... üüüberhaupt nicht angenehm.
Da merkt Frau dann bald mal, wie sehr man sich gewisse Dinge im Leben gewöhnt - sie braucht. Will!
Aber wegen ein bisschen Kaffee machen wir ja kein Büro auf - gell?

Tja.
Dann war heute Morgen und ich schon auf dem Weg ins Büro. Mal kurz die Mails checken - via Phöndli, meinem Handy. Tasche auf, wühlwühlwühl, kein Phöndli da! Wo ist mein PhöndlI???!!! Meine Nabelschnur zu allen möglichen Menschen, Dingen, Infos!
Der Anruf zu Hause brachte die Bestätigung: Phöndli lag auf der Dielenkommode, ich hatte Phöndi liegen lassen. Nicht weiter schlimm - oder? Dachte ich ja auch.
Aber soeben konstatiere ich, dass ich mein Handy arg vermisse. All die Nachrichten zwischendurch. Hier ein Bild, dort ein Hallo. Irgendwie ... ohne Phöndli das ist wie im Winter in Sandaletten. Oder mit Fellstiefeln im Sommer - beides ist unangenehm und man fühlt sich nicht wohl.
Da fehlt was. Arg.
Eine gewisse Nacktheit ist ohne Handy nicht abzuleugnen.


So viel zu meinen Abhängigkeitsverhältnissen.
Die ich natürlich vehement abstreite!
Einfach dass das klar ist. :-)

Vielleicht sollte ich heute noch erwähnen ... um etwelche Schocks vorzubeugen:
Heute Abend gehe im zum Frisör. Ich will mein Blond wieder zurück. Also nicht dass ihr denkt, mein Schwarz-Violett gefällt mir nicht. Im Gegenteil ... mir und den meisten Menschen um mich herum schien es besser zu gefallen.
Aber seit ich Dunkel trage, ist es dunkel geworden. Als hätte ich mir damit ein schlechtes Omen eingehandelt. Es reicht echt. Und wenn ich am Morgen in den Spiegel schaue, dann will ich hell und fröhlich sehen - und nicht erinnert werden.
Nicht beim ersten Blick in den Spiegel. Das kommt früh genug.

Von Dunkel auf Hell ist natürlich DER Alptraum eines jeden Frisörs, eines jeden einzelnen Haares. Jeder Kenner der Materie wird jetzt grad Schreikrämpfe kriegen, ich weiss.
Ich hoffe jetzt einfach innständig, dass ich ab morgen nicht Glatzenträgerin bin ...


Nach all den Hiobsbotschaften der letzten Zeit, wünsche ich mir, dass zumindest DIES klappt.
Das wird schon.

ODER? JA, GANZ BESTIMMT!

Mittwoch, 9. März 2011

DOLCE GUSTO

Meine Lieben

Dass es momentan nicht wirklich gut läuft ... ok, das wisst ihr ja.
Also gar nicht. Gargargar nicht.
Ich gebe mir aber trotzdem Mühe, reglmässig Lebenszeichen von mir zu geben.
Oder zumindest ein schönes Bild, oder zwei. Ein Gedicht.

Und Dauergejammer ist nicht, selbst wenn berechtigt. Aber es hilft nicht. Und man muss den Kopf heben. Das gelingt längst nicht immer, aber immer wieder. Und DAS zählt.
Darum:

Heute sind es ein paar Worte mehr, weil das Leben mich gestern Abend über mich selber lächeln liess. Lächeln ist immer gut.
Davon möchte ich euch kurz erzählen.

Also, ich hab da so ne MARIE. Marie ist bereits in der dritten Generation bei mir und jeder andere würde sie als stinknormale Kaffeemaschine bezeichnen. Da ich allem was mir lieb und teuer ist einen Namen gebe, heisst meine Maschine eben nicht Maschine - sondern Marie.
Das hier ist sie - darf ich vorstellen:

MARIE

Wenn nix mehr läuft, läuft um so mehr meine Marie. In allen Varianten, am allerliebsten als Latte Macchiato. Gestern Abend - ich kam eben vom Arbeiten nach Hause - es war gegen 20.00h, schien mir ein Latte M. genau das Richtige.
Doch Marie röchelte nur vor sich, irgendwie so ein atemloser Ton. Kein Tröpfchen spuckte sie aus. Sie machte mir einen komatösen Eindruck. Alles Entkalken half nix, Marie lag in den letzten Zügen.

Und weil ein Abend ohne Latte M. kein Abend ist ... und in meinem momentanen Sein schon mal gar nicht ... merkte ich, wie sehr man manchmal von Dingen abhängig ist.
Auf die Beruhigungshämmer meiner Arztes kann ich besser verzichten als auf mein Lebenselexier Kaffee!
Dass ich schlecht einschlafen konnte und mich dauernd von links nach rechts wälzte - dies will ich ja Marie nicht ungefiltert andichten. Aber möglich ist es durchaus!
Jedenfalls tränkte ich Marie die ganze Nacht in hochprozentigem Entkalker, in der Hoffnung, Marie möge wieder zum Leben erweckt werden. Heute Morgen fühlte ich ihr den Puls und checkte ihren Herzschlag: Nix. Null. Nada. Essig.
Ich drückte, rüttelte, grübelte. Nix. Null. Nada.
Fast hatte ich mir schon die Schuhe angezogen um mir Marie 4 kaufen zu gehen, als mir die Idee kam, Marie mal ganz auf den Kopf zu stellen und mittels Zahnstocher in ihrem Inntersten zu wühlen. Man kann es ja wenigstens mal probieren - oder?
Und so stocherte ich mutig in sie hinein. Plötzlich zischte es laut vernehmlich, sie spuckte Kalk - fast so, als ob ein schier Ertrunkener wieder einen Atemzug macht und verschlucktes Wasser nach raus befördert.

Das war ein Gefühl - ähnlich wie damals, als ich nach Tagen auf der Intensivstation wieder die Augen aufschlug und wirklich, so ganz real wahr nahm, dass die Krankenschwester kein Engel und der Arzt weder Klumpfuss noch Dreizack besass ... ich also noch Erdenbürgerin war.
So fühlte es sich an - Marie war wieder da!

Gründlich spülen, blitzeblank putzen.
Jetzt gibt es wieder Kaffee.
Von Marie.
Ja, ich bin ein Kaffeejunkie.
Ich weiss.
Selbsterkenntnis und lächendes Fazit:

Aber wenn sonst nix mehr läuft:

DIE KAFFEEMASCHINE MUSS ES EINFACH!

Dienstag, 8. März 2011

GEFÜHLE HABEN

Gefühle haben heisst,
das Leben zu spüren.
Und das Leben spüren
bedeutet am Leben zu sein.

Am Leben sein
heißt auch kämpfen zu müssen.
Und kämpfen müssen
bedeutet auch gewinnen zu können.

Gewinnen zu können
heißt, eine Chance zu haben -
und eine Chance haben
bedeutet, nicht aufgeben zu müssen.

Nicht aufgeben müssen
heißt, noch hoffen zu können.
Und noch hoffen können ...

... DAS BEDEUTET EIGENTLICH ALLES!

(Gerhard Feil)

Montag, 7. März 2011

DER BEWEIS!

Engel gibt es.
Das weiss ich ganz ganz ganz bestimmt.

Eine wunderbare, liebe Freundin  hat mir gestern den eindeutigen, unwiderlegbaren, ultimativen und für jeden von uns eindrücklichen Beweis geliefert.
Danke, liebes Ursi - danke lieber Peter!

Weil mir persönlich diese Bilder so gut gefallen und sie einfach jedem Menschen in der Seele gut tun, habe ich nachgefragt, ob ich sie euch zeigen dürfe - und ich darf.
Jetzt schaut euch das mal an...

... des Engels Flügel ...
Bild: Ursula und Peter Geissler

und

... eine einzelne Flügelfeder ...
Bild: Ursula und Peter Geissler

TUT DAS GUT!

Sonntag, 6. März 2011

MITTEN IN DER SZENE

Meine Lieben

Welche Nachricht wollt ihr zuerst lesen?
Die GUTE oder die SCHLECHTE?

Ok ok ok ... zuerst die gute Nachricht:
Also gestern Abend hatte ich einen richtig guten Moment. Aber einen ganz doll richtig guten Moment: "Mein" SCBern hat sich mit dem vierten Sieg in den Halbfinale der Eishockey-Play-Offs geschossen. Und ich war live dabei.


Die schlechte Nachricht:
Ich kriegte in Langnau nur noch Stehplatz. Das heisst nicht nur, dass man stehen muss. Das heisst vor allen: Sich um 17.30h einen Platz sichern. Warten bis zum Matchbeginn um 20.15h ... und ab da ging es dann noch bis 23.00h, weil der Match nach der offiziellen Spielzeit noch nicht fertig war und in die Verlängerung ging.
Was ich jetzt in einem Satz so lapidar dahin schreibe, hat folgenden Hintergrund - den ich euch nun detailliert erzähle:

Der liebe Gott hat damals bei der Grösse mir vielleicht ein bisschen viel von der inneren - und auf jeden Fall ein bisschen zu wenig von der äusseren Grösse zukommen lassen. Lieber Herr Gott, falls Sie in meinem Blog mitlesen: Bitte bei der nächsten Reinkarnation so um die 10cm mehr Bein, damit wäre ich schon ganz zufrieden. Müsste nicht immer die Kurzlänge kaufen und meinen 1.65m entsprechend den Stehplatz ganz vorne an der Bande wählen.
Und hier sind wir nämlich am zu besprechenden Punkt angelangt:
Ich stellte mich also als eine der Ersten ganz vorne an die Bande - freie Sicht aufs Spielfeld. Prima! Da ich schon weit über 40 Jahre an die Matchs pilgere (allerdings normalerweise im Sitzplatzsektor, den ich Jedem ab dem ca. 40 Altersjahren an Herz und den zu wärmenden Po legen würde), gab es viele "Hallos" und "Schön Dich zu sehen". Allerdings immer mit dem etwas bedauernden Blick hinsichtlich meiner Wahl des Stehplatzes. Aber wozu soll ich hinten stehen - da wo ich nichts oder viel zu wenig sehe?

Warum ich das besser hätte tun sollen, wusste ich dann spätestens um 20.15h, als der Match angepfiffen wurde.

Ich war nämlich umringt von einer Horde Paviane.
Also ... sie sahen eigentlich wie ganz normale Jungs und Mädels aus ... vielleicht etwas sehr pubertierend, vielleicht etwas sehr picklig, zwischen Anfang und Ende des Stimmbruchs die Jungs, hochhakig und Minibejupes die neu-östrogenen Mädels mit Quiekestimmlein. Dafür viel viel Schminke. Die Horde Pavi ... Tschuldigung ... Jungs und Mädels roch irgendwie auch sehr sehr pavianös - und ich war wirklich überaus froh, dass die Horde stets mit rechtem, hocherhobenem Arm den ewigen, alles überdauernden Schwur bis in den Tod auf unsere Mannschaft leistete. Einmal hat der junge Herr zu meiner rechten Seite nämlich irrtümlicherweise den linken Arm gehoben - uiiiii, Leute ... der Junge transpirierte derart, dass es mir in den Augen brannte und ich schier tränte.
Mit zunehmender Matchdauer wurde ich dann instruiert, dass ich mit geschätzten 35 Überjahren mitten in "der Szene" stand. Bingo! Da hatte ich ja einen Haupttreffer gelandet. Über mir wurde dann bei jedem Goal ein Banner gespannt. Auf meine Nachfrage, was denn da stehen würde, erklärte man mir genervt: "GMBH!" Hätte mir das was sagen müssen? Ich leitete ganz still und heimlich für mich ab, dass dies "Gesellschaft mit beschränkter Hirnleistung" heissen müsse. Es muss so sein.


Anfang des Match - als unsere Helden das Eis betraten - hatte sich nämlich folgende Szene abgespielt: Hektik und Nervosität brach in der Horde aus, ein riesiges Banner wurde über die ganze Rampe gezogen, ein paar ganz dürre, klapprige Bubis mit Wangenflaum und Jeans in der Kniekehle erklärten mir in abwechseln hoch-tiefer Stimmlage, dass dies eine lange eingeübte und bis ins kleinste Detail ausgeklügelte Choreo sei, ich auf Kommando das mir in die Hände gedrückte rote Blatt Papier beim aufgerufenen Buchstaben A hoch über den Kopf halten solle und ganz laut mit schreien solle.
Ich schrie dann auch ganz laut - aber vor lauter Lachen. Weil "die Szene" wohl in der Hitze des Gefechtes einen falschen Banner mitgenommen hatte, die Kerle sich gegenseitig beschimpften und einander wechselseitig die Schuld am Debakel zuschoben. Blöd, wenn da sowas wie "frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr steht" anstelle einer exorbitanten Lobeshymne auf die Berner Mutzen steht.
Peinlich!

Je länger der Match ging, je mehr reifte in mir die Überzeugung, dass ich hier in einem Trupp Pavi ... Leute gelandet bin, welche anstelle von Hirnzellen blosses Schalldämm-Material kopfintern mitgekriegt hatten. Nicht nur, dass sie bei Minustemperaturen im T-Shirt ihren Mann standen (durch blau angelaufenen Lippen immer wieder bekräftigten, wie heiss es doch sei) - nein, sie begossen sich gegenseitig immer wieder aufs Neue mit Bier, fanden das total lustig.
Ganz toll fand der Trupp auch, den gegnerischen Fans (welche unglücklicherweise immer wieder vor unserer Stehrampe zu ihren Plätzen durchgehen mussten) Getränke oder die Bratwurst mit Senf mittels einer Fahnenstange aus den Händen zu schlagen. Und falls sich dann jemand erdreistete, auch nur etwa den Kopf missbilligend zu schütteln, wurde derjenige mit bösesten Flüchen und obszönsten Gesten in die Flucht geschlagen.
Ich lehnte mich oft - sehr oft - weit, sehr weit, aus dem Fenster, dass ich entschuldigend und empört über "die Szene" eine Geste der Verbundenheit in Richtung "Gegner" schickte ... und gleichzeitig die Pavi ... die Jungs und Mädels in die Schranken wies.
Eingebracht hat es mir, dass ein paar unschöne Wort über meinem weisen Haupte ausgeschüttet wurden und man mir den Fanstatus glatt weg aberkannte. A) weil man sich in meinem Alter einen passenden Sarg sucht und nichts an einem Hockeymatch zu suchen hat und B) wenn man nix von der Sache versteht, einfach besser schweigen solle.
Ich sage dazu nur: GMBH, sehr sehr GMBH!
Und - kann mir jemand sagen, warum junge Menschen mindestens alle 2 Minuten auf den Boden spucken müssen? Also ganz dringend? Ohne Spucken geht ja gar nix mehr! Wer was zu sagen haben will, muss spucken. Und Pöbeln. Und möglichst laut rülpsen.
Über den ganzen anderen gruseligen Rest lege ich das Tuch des Schweigens.

Den Respekt holte ich mir dann doch erstaunlicherweise noch zurück, als der Paviantrupp konstatierte, dass ehemalige Spieler und wichtige Hockeypersönlichkeiten mich in dem Pulk entdeckten und erfreut zu mir kamen um ein paar Worte zu wechseln. Da war ich dann wieder jemand! Aus "der Alten" wurde "die Hockey-Lady". Diesem Umstand habe ich es wohl zu verdanken, dass ich gleich nach Ende des Matches unbehelligt den Weg quer durch die Stehrampenmenge nach draussen und rein in den Car fand.

Gelernt habe ich gestern: Macht total Spass unter Menschen zu sein. Bloss aussuchen sollte man sie sich können.
Das nächste Mal nehm ich auf jeden Fall wieder Sitzplatz. Versprochen.

Toll war der Abend. Und ich freue mich mit den Spielern auf den Halbfinal!

Den Langnauern möchte ich gerne sagen: Nicht traurig sein! Ihr habt euch tapfer geschlagen und habt den ganzen Eishockeyrespekt verdient. Wer derart mit Herzblut und Mut kämpft, hat Respekt verdient! War schön bei euch! Weiter so!


Wünsche euch Allen nun einen wunderbaren Sonntag! Geniesst den winkenden Frühling und die lachende Sonne.
Und wenn es irgendwie geht: lacht mit.

ICH PROBIERE ES AUCH!

Donnerstag, 3. März 2011

AUGEN AUF!

In Zeiten wie diesen, diesen meinen eben jetzt, da ist man manchmal versucht sich unter die Decke zu flüchten. Decke über den Kopf und die Welt draussen sein lassen.
Für einen kleinen Moment der Erholung, das sich Sammelns mag das sogar gut sein und seine Berechtigung haben.

Aber dann muss man wieder nach draussen, die Augen gut offen halten und sich der Welt, den Menschen, dem ganzen Leben wieder zuwenden. Wenn man das tut, bemerkt man Dinge, die sonst an einem vorbei gehen würden. Unbeachtet, unbemerkt, still und leise. Als wären sie gar nicht da gewesen.
Und vieles an Gutem würde einem so gar nicht erreichen.

Ich stand gestern Abend um 18.00h in der Bahnhofhalle in Bern und wartete auf meinen Zug. Die Halle ist unterirdisch - aber nach vorne und hinten geöffnet. Das habe ich so eigentlich noch gar nicht wahr genommen. Dieser Tatsache keine Beachtung geschenkt.
Ich stand also auf dem Perron, in Gedanken versunken, müde, die Augen geschlossen. Bis mich ein Licht zwang die Augen aufzumachen.

Und dann sah ich sie - die Sonne! Sie duckte sich in diesen Tunnel rein, schaute, spähte ... als würde sie mich suchen, so empfand ich es zumindest - und es tat gut so zu empfinden ... sie strahlte. Und ab da wo ich sie bemerkt hatte, strahlte sie immer mehr, immer intensiver.
Als würde sie sich über meine Aufmerksamkeit freuen wie ein kleines Kind. So kam es mir vor.

Doch bevor ich jetzt die Worte wie eine Zitrone ausdrücke, um euch die Quintessenz dieses Erlebnisses nahe bringen zu wollen - habe ich mein Handy gezückt und fotografiert. Ich (empf)finde die Aussage dieser Fotos als sehr klar und wie für mich gemacht.
Schaut her:

Erst meldete sich sich an - stand einfach da, in ihrer ganzen Grösse und Helle.
Sie blinzelte verschmitzt lächelnd in diese Bahnhofhalle.
Forderte zum Hinsehen auf.
"Hallo Leute - hier bin ich!"

Dann kam sie näher und näher und  näher.
Freute sich, beachtet zu werden.
Nicht nur ihr Licht war sichtbar.
Ihre Wärme war spürbar!
Und sie tat sooo gut!

Ich machte die Menschen um mich herum auf diese besondere Sonne aufmerksam.
Und nicht nur ich fotografierte. Man kam miteinander ins Gespräch, freute sich gemeinsam.
Ein besonderer Augenblick für mich.
Und als würde die Sonne unsere Freude über sie fühlen, gab sie alles!
Die leuchtete durch diesen düsteren Tunnel als gäbe es kein Morgen.
Ein wunderbarer Moment.
Ein gutes Gefühl.


Danke, liebe Sonne.

DU BIST EIN GESCHENK DES HIMMELS!
IM WAHRSTEN SINNE DES WORTES.

Dienstag, 1. März 2011

SO WAS VON BELLE!

Wie es der Zufall manchmal will.
Da finden sich Rolf und Doris als Dauergäste in meinem Blog ein ... und irgendwann merkte dann auch ich: Oh! Die Beiden sind ja auch aus Thun! Nur einen Katzensprung von mir weg!

Natürlich habe ich auch ihre Geschichten mitverfolgt - und dass da ein Laden voller schöner Dinge für meine Augen, mein Gemüt, meine Seele eröffnet wurde. Und trotzdem hat es Wochen gedauert, bis ich endlich den Moment, die Zeit und den genau richtigen Augenblick fand, die Beiden zu besuchen.

Fremde sind Freunde die man noch nicht kennt.
Na ja, so ganz fremd waren wir uns nicht - aber dass man sich gleich derart prima versteht, sich wohl fühlt in der Gegenwart des Anderen - so ganz selbstverständlich ist das trotz allem nicht. Aber mir ging das so! Rolf und Doris, ihr kleiner, feiner Laden, der Hund, die Katzen ... die Ambiance, die Gemütlichkeit, das Wohlfühlgefühl ... mhhh!

Nicht nur, weil all die Dinge so schön sind und mir Eindruck machen, gefallen und locken - nein, weil diese beiden lieben Menschen auch mit grosser Eigeninitiative, viel Herzblut und Enthusiasmus bei der Sache sind, möchte ich euch BELLES'S VITRINE ans Herz legen. Schaut rein bei ihm, sei es direkt oder via seine Homepage. Wenn es euch gefällt, dann sagt es ihm, Rolf wird sich freuen und Doris genau so! Bestaunt die Dinge so, wie ich sie auch bestaune. Lasst euch entführen in die fragilen Kunstwerke aus diversesten Materialien.
Mir persönlich hat es vor allem das Glas angetan.

Darf ich Dich einladen zu einem kleinen Rundgang? Prima! Dann komm mit!



















Muss ich zu all diesen Bildern wirklich noch etwas sagen?
Nein, diese Kunst spricht für sich!
Was ich einzig und alleine noch sagen möchte:
Wenn euch Rolf Belle's kleines Lädchen gefällt, dann sagt es weiter, empfehlt ihn weiter.

Und ich, ich freue mich jetzt nun einfach ob meinem "Kantenhocker" - und dass ich mir schon bald wieder eine Stunde in BELLE'S VITRINE gönne.
Ich habe da nämlich so einen wunderschönen Ring gesehen ...


KOMMT IHR MIT?


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