Beziehungsweise Teilbereichen der Ordnung.
Spreche ich in Rätseln?
Hier die Auflösung:
Es ist Draussen noch ganz dunkel - und ganz kalt. Aber das tut nix zur Sache. Ich muss los, dringend, ganz dringend ... der Zug wartet nicht auf mich, leider. Giovanni (mein Roller) satteln und ab die Post. Würde alles auch prima klappen, wäre denn der Rollerschlüssel auffindbar. Dieser grosse Schlüssel mit dem Schlüsselanhänger schier so gross wie ein A4-Blatt, violett, PRINZESSIN steht mit Blinke-Strass-Steinchen drauf. Also unverkennbar MEINER! Nicht zu finden - weder in der Handtasche, noch in der Jacke mit Loch in der Innentasche, auch nicht im Kühlschrank (ja, da fand ich den auch schon mal - muss wohl irgendein Gnom am Werke gewesen sein ...).
Fazit: Schlüssel hat Füsse bekommen. Muss so sein.
In letzter Minute bin ich im Badezimmer anlässlich des abschliessenden Kontrollblicks in den Spiegel und allfälliger Noch-Restaurationsarbeiten mit dem Fuss gegen was Klirrenden gestossen: Der Schlüssel!
Scheiss-Gnom - sag ich da nur!
Ganz im Gegensatz zu den 2 gut gefüllten, 60ltr. schweren Abfallsäcken auf dem Balkon. Hingestellt von der männlichen Fraktion unserer Familien-WG. Wohl in der Hoffnung, dass der Schlüssel-Gnom ein Einsehen hat, den Müllsäcken ebenfalls Füsse verpasst und diese dann die restlichen 200m quer durchs Quartier zur nächsten Müllcontainerstelle lustwandeln, sich da fröhlich in eine der bereitgestellten Stinkgruben werfen und ab da einsam vor sich hinrotten.
Irgendwann muss ich dann einfach mal konstatieren, dass weder meine vorwurfsvollen Blicke Richtung Balkon grosszügig übersehen werden, der knallrote Post-It-Zettel an der Haustüre mit dem dezenten Hinweis: "Kehrichsäcke runter bringen!" - geschrieben in dick schwarz, mit Filzstift, wasserfest - Füsse bekommen hat und einfach irgendwie verschwunden ist. Oder einen Zusatz bekommen hat, der da lautet: "Ja, das solltest Du dringend tun!". Beide Männer streiten übrigens die Täterschaft ab!
Und so kommt es dann, dass ich noch vor 06.00h (da sind noch nicht so viele vorwurfsvolle Nasen unterwegs) mir zumindest eine der Stinkbomben packe und vor der Abfahrt an den Bahnhof entsorgen gehe.
Dito Altpapier und Karton. Ich würde schwören wollen, dass DAS eher zu Staube zerfällt, bevor meine Mannen es als ihre Pflicht ansehen, solche nicht weltbewegenden Nebensächlichkeiten an - beziehungsweise in die Hand zu nehmen. Ich packe das Zeug immer schön in Tüten und stelle die so hin, dass auch die männliche Spezies davon genervt sein muss. Ist sie auch ... und stellt wohl deshalb den Packen zum Kehrichtsacke auf den Balkon raus.
Mit fehlen auch hier: die Füsse. Damit sich solche Dinge selber entsorgen können.
Muss ich vom Altglas noch separat berichten - oder könnt ihr es auch so vorstellen? Ich befürchte, ihr könnt. Dito Dinge wie leere Milchbeutel, nicht mehr zu gebrauchende Anziehsachen. Ganz besonders mag ich die Deko im Badezimmer, die einsamen Kartonröllchen - Kernstück ehemaliger HAKLE-5lagig-flauschig-weich-Klorollen für den empfindlichen Po.
Aber nein, sowas kriegt nie Füsse! Also ich meine damit das leere Kartonröllchen, nicht den Po.
Der Gnom schlägt aber gnadenlos zu bei:
sündhaft teurem Bündnerfleisch, Pralinen, dunklem Dinkel-Spezialbrot mit Marronistückchen (während das Normalo-Brot zuhinterst in den Brotkasten geschoben wird), schmelzigem Freiburger Vacherinkäse, den tolle Himbeeren-Bio-Joghurts und und und.
Im Gegenzug bleiben Sojasprossen, Endiviensalat, Randen, Rosenkohl im Kühlschrank liegen. Die kriegen nicht Füsse - nein, die kriegen ganz anderes! Der/die Gnom/e befinden nämlich irgendwann, sie (die Sprossen, Salate usw.) hätten zu kalt und verpassen ihnen im Gegenzug warme, pelzige Mützchen in den diversen, schlankmachenden Grautönen.
Habe aber auch schon bläuliche und rötliche gesichtet.
Jaja, diese biochemischen Experimente, abdriftend Richtung Metamorphose. Oder so.
Ich möchte nicht darüber sprechen.
Flüchten wir uns zu den schönen Dingen des Lebens.
Zum Thema Körperpflegeprodukte: Insbesondere die teuren Dinge - sind bei Gnomen aller Arten und Gattungen ebenfalls äusserst beliebt. Tolle Bäder, duftende Duschgels, Handcremes, Haargel, jede Art von Hautcremes ... auch Männer wollen Pfirsichhaut ..., Bodylotion mit Selbstbräuneranteil (!) und seit neustem auch Haarspray. Den teuren versteht sich. Sohn Nr.2 sollte dringend mal wieder zum Friseur!
Die Liste könnte noch beliebig lange fortgesetzt werden.
Meine Freundin hat mir übrigens kürzlich gestanden, dass sie hinsichtlich der Männer mit solchen Problemen zu kämpfen hat. Die einen - die Erwünschten - sind schneller weg als sie denken kann. Und die anderen bleiben sitzen. Wie unser Kehrichtsack auf dem Balkon.
Hoffentlich müffeln sie wenigstens nicht!
Geld hingegen ist wiederum so was von flüchtig!
Ach Mensch ...
Zusammenfassend: Das mit dem HIER BLEIBEN und VERSCHWINDEN bleibt mir ein Rätsel.
Ich befürchte:
AUF IMMER UND EWIG!



















